Archiv der Kategorie: Biertest

Kasteel – Hoppy

Kasteel Hoppy stammt aus der Schlossbrauerei Van Honsebrouck Kasteel. Es wurde 2013 erstmals gebraut, um dem Trend zu mehr Hopfenbieren Rechnung zu tragen. Es handelt sich um ein obergäriges, hopfiges, helles Bier, das dank seiner immerhin 45 IBU hat.

Es ist im vielfältigen Angebot unter dem Namen „Kasteel Bier“ das Bier, das den geringsten Alkoholgehalt aufweist.

Eine Besonderheit an diesem Bier ist die Verwendung von 100 % belgischem Hopfen, der nach strengen Kriterien ausgewählt wird. Das ist besonders erstaunlich, wenn wir bedenken, dass die belgische Landfläche einfach zu klein ist, um den gesamten Hopfen anzubauen, der benötigt wird, um die immense Nachfrage der belgischen Brauereien zu decken.

Dann will ich jetzt mal die Flasche öffnen, um festzustellen, ob sich diese Besonderheit auch in der Qualität widerspiegelt.

Golden und gefiltert mit einer überdurchschnittlichen Menge weißen Schaums, der lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. Optisch ist das Bier 1a.

Das nicht allzu ausgeprägte Aroma wird durch den Duft des Malzes dominiert, unterstützt durch Noten von grünen Äpfeln und Kräutern. Von einem Bier, dass sich mit dem Namen „Hoppy“ schmückt, hätte ich ein intensiveres Aroma erwartet.

Der Antrunk ist frisch und voll. Auf der Zunge kommen dann alle Eindrücke zutage, die ich in der Nase vermisst habe. Jetzt schmecke ich Zitrusfrüchte, begleitet von einem ordentlichen freundlichen Bitter. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang lässt die Fruchtigkeit etwas nach und macht einem kräftigeren Bitter Platz, das lange nachklingt.

Hatte ich anfangs die Befürchtung, dass mich das Kasteel Hoppy enttäuschen würde, überrascht es dann doch, da es auf der Zunge wirklich überzeugen kann. Überraschend finde ich auch, dass dieses Bier eher zu norddeutschen Speisen passt als zu einer belgischen Speisefolge. Ich kann es mir sehr gut zu Labskaus oder Birnen, Bohnen und Speck vorstellen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Ascorbinsäure

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Kasteel Brouwerij Vanhonsebrouck
Ingelmunstersestraat 46
8870 Izegem
Belgien
www.vanhonsebrouck.be

Karmeliten Kloster Gold

Bereits im Jahr 1367 wurde die Karmeliten Brauerei in Straubing gegründet. Seit 1879 ist die Brauerei im Familienbesitz.

Ein schöner heller Goldton lässt das kristallklare Bier im Glas strahlen. Weniger gut gefällt mir die grobporige Schaumkrone, die sich aber nach kurzer Zeit aufgelöst hat. An der Optik dieses Biers kann die Brauerei wirklich noch arbeiten.

Wie ich es bei einem Exportbier erwarte dominieren die Düfte des Malzes das Aroma, unterstützt durch einige Kräuternoten. Nicht schlecht, aber so richtig Freude auf den ersten Schluck kommt auch nicht auf.

Der Antrunk ist recht süß und spritzig. Auch auf der Zunge ist das Bier sehr mild, die Kräuter aus dem Aroma spiegeln sich hier wider und verbinden sich mit der Süße. Dazu kommt ein wirklich leichtes Bitter. Auch im Abgang bleibt die Süße erhalten, das Bitter kommt kurz etwas stärker durch, klingt aber kaum nach.

Auch wenn das Karmeliten Kloster Gold erfrischend ist, kann es mich nicht wirklich begeistern. Ich kann keine Fehler feststellen, aber das Bier hat keine Eigenarten, die es aus der Masse herausheben. Im Gegenteil, die Brauerei scheint zu versuchen, das Bier so unauffällig wie möglich zu gestalten.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Aromahopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Karmeliten Brauerei Karl Sturm GmbH & Co. KG
Senefelder Straße 21
94315 Straubing
www.karmeliten-brauerei.de

BierSelect

Zwönitzer Hörnchen

Das Biermischgetränk, das jetzt vor mir steht, stammt aus dem Erzgebirge. Es besteht zu 98 % aus Weißbier, die restlichen zwei Prozent sind Himbeersirup. Nun könnte man sich durchaus streiten, ob es solche Produkte überhaupt geben muss, aber offensichtlich haben solche Mischgetränke durchaus ihre Liebhaber. Ursprünglich hieß das Hörnchen Einhornbier, was aber gegen das Markenrecht verstieß und abgemahnt wurde.

Bernsteinfarben mit reichlich Hefe fließt das Bier ins Glas uns bildet dabei eine kleine feinporige Schaumkrone, die schnell in sich zusammenfällt.

Das Bier duftet nach Himbeeren und Hefe, dazu kommen leichte herbe Noten.

Der Antrunk ist süß und fruchtig. Das Bier ist halbwegs vollmundig, erinnert dabei aber deutlich an Limonade. Der Abgang ist mild und süß und der Geschmack klingt nicht nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe, Schwarzes Karottensaftkonzentrat, Säuerungsmittel Zitronensäure, Süßstoff (Saccarin-Natrium), Aromen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Gasthof Zwönitz
Dominik Naumann
Grünhainer Straße 15
08297 Zwönitz
www.brauerei-zwoenitz.de

BierSelect

Bench – Citra Grove

Bench Brewing ist in Beamsville, dem Weinland von Ontario, Kanada beheimatet und stellt einige faszinierende Biere her. Die Brauerei sieht sich in der Tradition der Saison-Biere aus Belgien und verbindet diese Tradition mit der lokalen Weinbautradition der Region Niagara. Dort bietet das fruchtbare Ökosystem des Landes ein einzigartiges Klima für dieses Bier, genau wie für Wein.

Strohgelb und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große gemischtporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Düfte nach Orangen, Melonen, Karamell und Blumen steigen mir in die Nase, dazu kräftige saure Noten. Mich begeistert die wahnsinnige Fruchtigkeit dieses Biers.

Der Antrunk ist trocken und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure frisch und spritzig. Diese Frische unterscheidet das Citra Grove von Bench von den meisten anderen Sauerbieren. Zitrusfrüchte und reife Bananen sind der vorherrschende Geschmack. Dabei verhält sich die Säure recht diskret und drängt sich nicht so in den Vordergrund wie bei einem Lambic aus dem Raum Brüssel. Im Gegenteil – das Citra Grove ist erfrischend und schlank. Im Abgang lässt die Fruchtigkeit langsam nach.

Ich kann mir kaum ein schöneres Sommerbier vorstellen. Schade nur, dass es so gut wie unmöglich ist, dieses Bier in Deutschland zu finden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Hefe, Milchsäurebakterien

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Bittereinheiten:

14 IBU

Brauerei:

Bench Brewing Company
3991 King Street
Beamsville, ON, LOR 1B1
Kanada
www.benchbrewing.com

Bremer Porter

Porter aus Bremen hat eine recht lange Tradition. Bis in die 1970er Jahre wurde in der Hansestadt dieser Bierstil gebraut, dann wurde die Produktion eingestellt. Ab 2005 versuchte Slowfood, das Porter aus Bremen wiederzubeleben, indem der Verein gemeinsam mit einem Getränkevertrieb im Bremer Ostertor über mehrere Jahre ein Porter namens Nikolator braute. Was aus dieser Initiative geworden ist, ist mir nicht bekannt. Aber inzwischen ist das Porter nun wirklich nicht mehr vom Aussterben bedroht. Heute stehen andere Bierstile viel näher am Abgrund.

Dunkel kastanienbraun präsentiert sich das Bier. Die gemischtporige Schaumkrone fällt von Anfang an recht klein aus und löst sich dann flott auf. Schade, an der Optik könnte die Union Brauerei wirklich noch etwas feilen.

Die Röststoffe dominieren das Aroma. Aber einen Duft nach Kaffee hatte ich mir auch erhofft. Erst nach einiger Zeit kommen auch fruchtige Aromen zum Vorschein, die an Trockenfrüchte erinnern.

Der Antrunk ist frisch mit einer leichten Süße, die durch eine sanfte und sehr feinperlige Kohlensäure begleitet wird. Auf der Zunge entwickelt sich der Geschmack nach Mokka. Dabei ist das Porter aus Bremen überraschend leicht bei einem weichen Mundgefühl. Da das Bier nur dezent gehopft wurde, zeigen sich hier nur wenige Bitterstoffe. Der Abgang ist mild mit einem leichten Röstgeschmack und kurzem Nachklang.

Das Bremer Porter ist ungewöhnlich, aber gut. Es eignet sich auch für Bierliebhaber, die sich bislang noch nicht an ein Porter herangewagt haben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Stammwürze:

10,5° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Union Brauerei Bremen GmbH
Theodorstr. 13
28219 Bremen
www.brauerei-bremen.de

Libertus – alter Franke

„Befrei Dich – Trink Craft!“ – das ist das Motto von Libertus. Das Ehepaar Renninger braut unter dem Label Libertus Craft Brewing unaufgeregte, feine Craftbiere wie den alten Franken. Klasse statt Masse ist die Devise von Denise – und ihrem David natürlich. David und Denise sind keine Fans wilder Experimente, schätzen jedoch die Aromenvielfalt, die im Craftbier auch unter Einhaltung des Reinheitsgebotes möglich ist. Die beiden legen ihren Fokus auf die handwerkliche Seite von Craftbier und brauen kunstvolle Biere, die sich durch ihre hohe Qualität und die raffiniert ausgetüftelten Rezepturen auszeichnen. Heute steht vor mir ihr alter Franke, ein ungefiltertes fränkisches Rotbier.

Rot mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große feinporige und elfenbeinfarbene Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Düfte nach Karamell und Brotkrume steigen mir in die Nase, dazu noch leichte würzige Noten.

Der Antrunk offenbart eine leichte Süße sowie reichlich feinperlige Kohlensäure, die dem Bier eine angenehme Frische verleiht. Auf der Zunge dominiert der milde Geschmack des Malzes. Das Mundgefühl ist rund und weich. Auch der Abgang ist mild, jetzt kommt ein leichtes Bitter zum Vorschein, das langsam kräftiger wird und lange nachklingt.

So lobe ich mir ein fränkisches Rotbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale Malz, Münchner Malz, Karamellmalz) Hopfen (Magnum, Hallertauer Mittelfrüh, Hallertauer Hersbrucker), Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

27 IBU

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Libertus Craft UG
Am Hahn 3
97762 Untererthal
www.libertus.beer

Gordon – Finest Platinum 12

Ein Lagerbier mit 12 Volumenprozent Alkohol ist recht selten. Mit dem Gordon Fines Platinum 12 steht ein solches Exemplar jetzt vor mir. Die Brauerei beschreibt es so: „Ein XXXtra Strong Lagerbier, Gordon Finest Platinum, ein reines Juwel mit großem Charakter, steht ganz oben in der Kategorie des starken Lagers. Sein hoher Alkoholgehalt verleiht ihm einen kräftigen Geschmack und eine unbestreitbare Männlichkeit, die auf die berühmten Gordon Highlander Regimenter zurückgehen. Eine Kraft, mit der man rechnen muss, als ob sie aus Gesteinen gewonnen würde, die Millionen von Jahren alt sind. Versuche es, wenn du kannst!“ Na gut, die Beschreibung macht durchaus den Eindruck, als wäre sie etwas aus der Zeit gefallen. Aber gut, von der Theorie zur Praxis, öffnen wir die Flasche und schenken uns ein.

Intensiv goldfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Während mir die Farbe wirklich gut gefällt, lässt der Eindruck der Schaumkrone doch zu wünschen übrig. Sie ist klein und fällt schnell in sich zusammen, und das schneller als ich es von anderen Bieren mit hohem Alkoholgehalt gewöhnt bin.

Das Aroma ist malzbetont mit einigen blumigen Noten. Dabei unterstützt der deutlich wahrnehmbare Alkoholgeruch die Aromen. Auch wenn ich deutlichen Alkoholgeruch in der Regel nicht schätze, ergibt sich hier doch ein recht rundes Aroma. Dieses Bier kann mich wirklich überraschen.

Der Antrunk ist recht süß und jetzt stört mich, dass die sanfte Kohlensäure sehr knapp dosiert ist. Da würde ich mehr erwarten. Auf der Zunge kommt zur Süße ein angenehmes Bitter, wobei der Alkohol immer deutlich zu schmecken ist. Trotz des hohen Alkoholgehalts ist das Mundgefühl mild, aber leider nicht so ganz rund. Vom Hopfen kann ich lediglich die Bitterstoffe schmecken, Aromen bleiben hier leider auf der Strecke. Auch der Abgang ist mild, überraschend wenig bitter und mit wirklich kurzem Nachklang. Der letzte Eindruck, den das Bier hinterlässt, ist ein leichtes Brennen des Alkohols auf der Zunge.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen

Alkoholgehalt:

12 % Vol.

Brauerei:

John Martin s.a
rue du cerf 191
1332 Genval
Belgien
www.anthonymartin.com

Braxzz – Rebel IPA

Bislang haben die alkoholfreien Biere aus der Amsterdamer Brauerei Braxzz bei mir keine große Begeisterung wecken können. Das letzte Bier, das ich von den Holländern habe, ist das Rebel IPA, von dem ich mir erhoffe, dass die kräftige Hopfung für einen ordentlichen Geschmack sorgt. Die Brauerei schreibt, dass sie sich bei der Entwicklung dieses Biers von englischen IPAs inspirieren lassen hat.

Bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei wenig gemischtporigen Schaum, der schnell in sich zusammenfällt. An der Optik sollten die Amsterdamer auf jeden Fall noch arbeiten.

Das Aroma ist süßlich mit kräftigen künstlich-blumigen Noten, die neben den bitteren Aromen herausstechen.

Der Antrunk ist recht süß und die Dosierung der Kohlensäure ist gut darauf abgestimmt. Ein leichtes Bitter bildet sich auf der Zunge, das aber kaum gegen die Süße ankommt. Erst im Abgang wird das Bitter kräftiger und es klingt lange nach. Das Rebel IPA hinterlässt ein trockenes Mundgefühl, das ich durchaus als angenehm empfinde.

Auch hier stellt sich mir die Frage, ob es sich beim Rebel IPA wirklich um ein Bier handelt. Andere alkoholfreie IPAs gefallen mir deutlich besser und sie sind auch deutlich näher am „echten“ IPA, also an einem mit Alkohol. Als Bier empfinde ich das Rebel IPA als enttäuschend, als eine vom Bier inspirierte Limonade könnte dieses Getränk mir aber durchaus gefallen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Zitronensäure, natürliches Aroma, Kohlensäure

Alkoholgehalt:

0,2 % Vol.

Bittereinheiten:

60 IBU

Brauerei:

Braxzz BV.
Keizersgracht 391A
1016 Amsterdam
Niederlande

Buddelship – The Steelyard

Die Steelyard befand sich am Nordufer der Themse durch den Abfluss des Walbrook, in der Gemeinde Dowgate der City of London. Noch heute erinnert der Name der Steelyard Passage an der Cannon Street Station daran. Der Steelyard war, wie andere Hanse-Stationen, eine separate ummauerte Gemeinde am Fluss mit eigenen Lagerhallen, eigenem Wiegehaus, Kapelle, Zählhäusern, einer Zunfthalle, Stoffhallen, Weinkellern, Küchen und Wohnquartieren. Händler, die von der Steelyard aus tätig waren, erhielten bestimmte Privilegien und waren von Zöllen und einigen Steuern befreit. Daran erinnert das Pale Ale der Buddelship-Brauerei aus der Hansestadt Hamburg, das jetzt vor mir steht.

Das Buddelship Steelyard Pale Ale ist ein britisch inspiriertes Bier. So ist es mit hochwertigem britischem Malz und verschiedenen Hopfensorten nach englischer Tradition (single-step infusion) gebraut worden. Als ich mir das Bier einschenke, habe ich erst einmal das ganze Glas voll mir festem Schaum. Als sich die Schaumkrone aufzulösen beginnt, sehe ich die schöne goldene Farbe mit der leichten Hefetrübung.

Das Aroma ist betörend. Düfte nach Biskuit und unterschiedlichen Früchten steigen mir in die Nase. Ich rieche Zitrus, Mango und vielleicht auch etwas Banane. Auf jeden Fall macht das schon mal richtig Lust auf den ersten Schluck.

Und so ist der Antrunk auch fruchtig und frisch. Auf der Zunge kommt zur Fruchtigkeit noch ein ordentliches Bitter, das mit der Zeit dominant wird. Dabei bleibt das Mundgefühl aber immer angenehm voll und rund. Im Abgang kommt noch einmal kurz die süße Fruchtigkeit an die Oberfläche, bevor das Bitter mit seinem sehr langen Nachklang wieder dominiert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe (obergärig)

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,8° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Buddelship Brauerei GmbH
Warnstedtstraße 16 L
22525 Hamburg
www.buddelship.de

Belle-Vue – Extra Kriek

Belle-Vue ist eine Marke von ABInBev, des größten Bierkonzerns der Welt. Zu diesem Konzern habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits sind mir die kleinen und unabhängigen Brauereien wichtig, andererseits kommen von ABInBev viele wirklich gute und charaktervolle Biere. Kaum ein Craft Beer-Händler, der kein Leffe im Angebot hat. Würde ABInBev die kleinen Brauereien, die sich im Besitz des Konzerns befinden, alle zumachen, würden doch große Löcher aufgerissen. Hoffen wir das Beste, dass auch die kleinen Brauereien innerhalb dieses Konzerns weiterhin arbeiten können.

Jetzt steht das Extra Kriek von Belle-Vue vor mir. Die Brauerei wurde im Jahr 1913 in Brüssel gegründet und blickt damit auf eine mehr als hundertjährige Tradition zurück. Ein Blick auf das Rückenetikett der Flasche verrät mir, dass für das Brauen dieses Biers auch ganze Kirschen verwendet wurden, allerdings lediglich 0,9 %. Der Rest der Fruchtigkeit, die ich erwarte, stammt aus Kirschsaft- und Holundersaftkonzentrat. Na, dann will ich mal sehen, wie sich das Bier so macht.

Mahagonifarben und mit viel sehr festem rosa Schaum präsentiert sich das Bier. Der Schaum bleibt auch lange erhalten, so dass es an der Optik schon mal nichts zu meckern gibt.

Wie erwartet duftet das Bier nach Sauerkirschen, unterstützt durch Aromen von Karamell und einem Hauch Marzipan. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist extrem fruchtig und recht süß. Die Kohlensäure ist leider etwas knapp dosiert. Sehr intensiv geht es auf der Zunge weiter, wo sich ein sirupartiger Geschmack nach Kirsche und Mandel ausbreitet. Mir persönlich ist der Geschmack etwas zu intensiv, aber das ist Geschmackssache. Auch im Abgang bleibt die Fruchtigkeit erhalten, dazu kommt ein minimales Bitter. Leider klingt der Geschmack nur kurz nach.

Das Belle-Vue Extra Kriek ist ein schönes Dessertbier, das zu Vanillepudding oder auch zu Süßspeisen mit Karamell gut passt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kirschsaftkonzentrat )7,8 %), Weizen, Zucker, Holundersaftkonzentrat (2,6 %), Kirschen (0,9 %), Aromen, Hopfen, Zitronensäure, Koriander, Orangenschale, Süßstoff Acesulfaam-K

Alkoholgehalt:

4,1 % Vol.

Brauerei:

InBev Belgium SPRL/BVBA
BD. Industriel
21 Industrielaan
1070 Brüssel
Belgien
www.tapintoyourbeer.com