Schlagwort-Archiv: saisonales Bier

Schäffler – Winterzauber

Im Allgäu scheint der Winter Märzenzeit zu sein. So steht auch jetzt wieder ein Märzen vor mir, das Winterzauber, gebraut bei Schäffler Bräu in Missen. Obwohl ich normalerweise nichts über das Design der Etiketten schreibe (von Design habe ich wirklich überhaupt keine Ahnung), muss ich in diesem Fall doch sagen, dass die Winterlandschaft auf dem Etikett wirklich anziehend ist und zum Kauf dieses Biers einlädt. So steht es jetzt hier und wartet auf seine Verkostung.

Bernsteinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik des Winterzaubers gibt es schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma ist malzbetont und erinnert an frische Brotkruste. Dazu kommen eine feine Süße und würzige Noten.

Wie erwartet ist der Antrunk recht süß, was aber zur sehr feinperligen und trotzdem kräftigen Kohlensäure passt. Auf der Zunge kommen die würzgen Noten zum Tragen, auch wenn die Süße des Malzes immer im Vordergrund bleibt. Das Mundgefühl ist weich und voll. Im Abgang schmecke ich in der Kehle erstmals ein leichtes freundliches Bitter, das überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,2° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Brauerei Schäffler
Hauptstraße 17
D-87547 Missen-Wilhams
www.schaeffler-braeu.de

Finne – Winterbock

Der Winterbock, der jetzt vor mir steht, stammt aus Münster. Die westfälische Universitätsstadt hat etwa 300.000 Einwohner. Dass eine Stadt in dieser Größenordnung drei Brauereien beherbergt ist nicht ungewöhnlich. Dass aber zwei dieser Brauereien mit Rohstoffen aus biologischem Anbau arbeiten finde ich durchaus bemerkenswert.

Dunkel bernsteinfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber sehr lange erhalten. Die Optik dieses Winterbocks entspricht damit meinen Erwarungen.

Das Bier duftet nach Karamell und Biskuit. Auch die 7,0 Volumenprozent Alkohol sind deutlich zu riechen, sie passen sich aber angenehm in die anderen Aromen ein und geben dem Bier einen likörartigen Charakter.

Der Antrunk ist süß mit reichlich Kohlensäure. Bereits vom ersten Moment an verstärkt sich der Likör-Chararkter des Bieres. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Bitter kann ich nur sehr wenig schmecken. Das Mundgefühl ist cremig. Erst in der Kehle wird das Bitter etwas kräftiger, aber auch im sehr langen Nachklang dominiert das Malz.

Das Bier ist sehr gut ausgewogen und passt hervorragend zu weihnachtlichem Backwerk.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchner Malz, Carafa Malz), Hopfen (Perle, Spalter Select), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

18 IBU

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de

Eichhorn – Winterfestbier

In Forchheim gab es seit fast zweieinhalb Jahrhunderten die Brauerei Eichhorn. Dann drohte das Aus. David Hertl neben der Marke auch die sehr schöne Brauereigaststätte gerettet. Lediglich die Produktion findet nicht mehr in Forchheim statt sondern in Schlüsselfeld, aber immerhin mit den überlieferten Rezepturen. Eines der Biere ist zum Beginn der kalten Jahreszeit ein Winterfestbier, also ein Märzen.

Orangefarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber sehr lange erhalten.

Das Bier duftet intensiv nach Karamell, abgerundet durch würzige Noten, die an weißen Pfeffer erinnern.

Der Antrunk ist malzbetont mit einer angenehmen Kolensäure. Auf der Zunge gesellt sich ein mildes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist weich. Auch in der Kehle bleibt das Bitter mild, klingt aber trotzdem sehr lange nach.

Dieses sehr süffige Bier kann ich nur wärmstens empfehlen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
www.braumanufaktur-hertl.de

 

Camba – Winterzauber

Bei uns in Niedersachsen sind Weihnachts- oder Winterbiere traditionell Doppelböcke. In Bayern ist das nicht immer so, sondern häufig werden Winterbiere als Märzen gebraut. So auch der Winterzauber von Camba aus Seebruck am Chiemsee.

Bernsteinfarben und ungefiltert läuft das Bier ins Glas und erzeugt dabei eine durchschnittlich voluminöse gemischtporige Schaumkrone, die anfangs flott in sich zusammenfällt. Ein Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet angenehm nach Karamell und frischen Haselnüssen und passt damit gut in die kalte Jahreszeit.

Der Antrunk ist recht süß und besticht mit seiner reichlich vorhandenen sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge dominiert der Karamellgeschmack, der durch den Geschmack nach Nüssen und einem Hauch Honig gut abgerundet wird. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Im Abgang wird das Bier trockener und obwohl die Bitterstoffe des Hopfens sehr diskret eingesetzt wurden klingt der Geschmack in der Kehle überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner, Caramellmalz), Hopfen (Tradition, Select), Hefe

Alkoholgehalt‍:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

14,5° Plato

Bittereinheiten‍:

17 IBU

Empfohlene Genusstemperatur‍:

6° – 8° Celsius

Brauerei

Camba Bavaria GmbH
Gewerbering 3
83370 Seeon-Seebruck
www.camba-bavaria.de

Ratsherrn – Hamburger Senatsbock 2022

Winterzeit ist Bockbierzeit. Diese Erkenntnis haben viele Brauer schon vor Jahrzehnten gehabt und auch die Brauer aus Hamburg machen da keine Ausnahme. Eine Ausnahme ist aber, dass sich bis in die 1950er Jahre die dortigen Brauer zusammengeschlossen und gemeinsam ein Bockbier gebraut haben, den Senatsbock. Nachdem diese Tradition in den 1950er Jahren eingeschlafen war haben 2015 die Kleinbrauer in der Hansestadt zusammengeschlossen und die Tradition wieder aufleben lassen. Jetzt steht vor mir die 2022er Edition des Senatsbocks aus der Ratsherrn-Brauerei in den Schanzenhöfen.

Dunkelbraun präsentierts sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine haselnussbraune feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Düfte nach dunkler Schokolade und Kandis steigen mir in die Nase, abgerundet durch einen Hauch Vanille. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß und er besticht durch seine sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge geben sich der Geschmack nach dunkler Schokolade und Espresso ein Stelldichein, zur Süße gesellt sich ein mäßiges Bitter. Das Mundgefühl ist cremig und der Alkohol ist sehr gut in den Geschmack eingearbeitet. Das freundliche Bitter wird in der Kehle kräftiger, wo es auch sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener Malz, Röstmalz, Karamellmalz), Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Farbe:

40 EBC

Brauerei:

Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstraße 30a
20357 Hamburg
www.ratsherrn.de

www.senatsbock.de

Hummel-Bräu – Heller Maibock

Ups, jetzt ist schon Weihnachten vorbei und da finde ich bei mir im Kühlschrank doch glatt noch einen Maibock aus dem Hause Hummel-Bräu. In jedem Jahr verkauft die im fränkischen Merkendorf beheimatete Brauerei ihren Maibock ab dem 23. April. Da ist es doch wohl höchste Zeit, ihn zu verkosten.

Orangefarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist nicht allzu ausgeprägt und fällt relativ schnell in sich zusammen, aber ein Rest bleibt doch sehr lange erhalten. Damit macht das Bier optisch schon mal eine gute Figur.

Aromen nach frischer Brotkrume und Karamell steigen mir in die Nase, dazu eine leichte Fruchtigkeit, die an getrocknete Birnen erinnert. Abgerundet wird der Duft dieses Bockbiers durch einige würzige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße aus, die durch eine sehr feinperlige Kohlensäure begleitet wird. Auf der Zunge verstärkt sich die Süße und der Hopfen kommt in den Mittelpunkt. Jetzt schmecke ich neben dem Bitter des Hopfens auch grasige Noten. Zusammen ergeben die Aromen ein intensives weiches und sehr volles Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter etwas schwächer, aber es klingt in der Kehle sehr lange nach.

Ich hoffe, dass ich im nächsten April wieder einige Flaschen dieses Maibocks bekommen kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Brauerei:

Brauerei Hummel GmbH & Co. KG
Lindenstraße 9
96117 Memmelsdorf/Merkendorf,
www.brauerei-hummel.de

Karlsberg – Starkes Bock


Nur selten verirrt sich ein Bier aus dem Saarland zu mir. Nun ist es aber mal wieder so weit. Vor mir steht das Starkes Bock aus der Brauerei Karlsberg. Dieses Bier wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, genauer gesagt in den Jahren 2019 und 2021 bei den World Beer Awards, sowie 2020 und 2021 bei Meiningers International Craft Beer Award, hier sogar in beiden Fällen mit Platin.

Kupferrot präsentiert sich das Bier im Glas und schmückt sich mit einer durchschnittlich großen hellbraunen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier wirklich was her.

Das Bier duftet nach Brotkrume, Rübensirup und gerösteten Nüssen, nach Lakritz und Kandis. Abgerundet wird das Aroma durch einen Hauch Trockenfrüchte. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist spritzig und weniger süß als ich es erwartet habe. Auf der Zunge gesellen sich bittere Töne zur Süße. Da Süße und Bitter gut aufeinander abgestimmt sind, sorgt das Bier für ein weiches und volles Mundgefühl, auch wenn mit persönlich etwas Fruchtigkeit fehlt. Im Abgang werden die bitteren Aromen etwas kräftiger und sie klingen durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Stammwürze:

16,5° Plato

Bittereinheiten:

28 IBU

Farbe:

28 EBC

Brauerei:

Karlsberg Brauerei GmbH
Karlsbergstraße 62
66424 Homburg
www.karlsberg.de

Wildwuchs – Senatsbock 2022

Nicht nur in Einbeck, sondern auch in Hamburg ist die Bockbierzeit die fünfte Jahreszeit. Dann schließen sich die die acht Hamburger Kleinbrauereien zusammen und brauen mit viel Liebe zum Handwerk nach guter Hamburger Tradition ihren Senatsbock. Mit von der Partie sind Blockbräu, Brauhaus Joh. Albrecht, Gröninger Privatbrauerei, Kehrwieder Kreativbrauerei, Landgang Brauerei, Ratsherrn Brauerei, Überquell Brauwerkstätten und Wildwuchs. In diesem Jahr hat sich Wildwuchs noch mehr angestrengt und bietet den Senatsbock erstmals als Biobier an.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber zeigt sich eine durchschnittlich voluminöse feinporige und haselnussbraune Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Das Bier ist eine Augenweide.

Aromen nach dunkler Schokolade, nach Kaffee, Karamell, Pumpernickel und Vanille steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge lässt die Süße nach. Der Geschmack dunkler Schokolade dominiert und ich stelle jetzt auch eine leichte fruchtige Säure fest, die an rote Früchte erinnert. Dazu wärmt der Alkohol meinen Magen. Das Mundgefühl ist weich und samtig. Erst in der Kehle kann ich erstmals ein deutliches Bitter feststellen, das gut zum Schokoladengeschmack passt, der das Bitter begleitet und lange nachklingt.

Zu einem passenden Dessert, beispielsweise einem Karamellpudding oder einem Marzipansoufflé ist dieser dunkle Bock ein perfekter Begleiter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hersbrucker Pure), Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 12° Celsius

Brauerei:

Brauwerk Hamburg KG
Jaffestr: 8
21109 Hamburg
www.wildwuchs-brauwerk.de

Kehrwieder – Hamburger Senatsbock

Einmal im Jahr tun sich die Craft Beer-Brauer aus Hamburg zusammen, um eine alte Tradition neu aufleben zu lassen – sie brauen den Senatsbock. Jetzt steht die 2022er Version des Senatsbocks der Kehrwieder-Brauerei vor mir.

Blickdicht schwarz und mit recht wenig feinporigem haselnussbraunem Schaum präsentiert sich das Bier im Glas. Auch wenn die Schaumkrone anfangs eher dürftig erscheint, bleibt sie doch lange erhalten. Damit ist die Optik dieses Bieres schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma dieses Senatsbocks ist komplex. Ich rieche dunkle Schokolade, eingelegte Kirschen, Kandis und Vanille. Dabei bin ich mir nicht einmal sicher, ob ich alle Aromen identifiziert habe.

Der Antrunk ist recht süß, überzeugt aber durch eine sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure. Auf der Zunge zeigen sich die Aromen so, wie ich es erwartet habe: die Röstaromen zeigen sich in Form des Geschmacks nach dunkler Schokolade, Espresso, nach Karamell und Vanille. Bitter ist nur gering festzustellen und das Mundgefühl ist angenehm samtig. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt zusammen mit der Vanille lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Lactose, Hopfen, Vanille, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Kehrwieder Kreativbrauerei GmbH
Sinstorfer Kirchweg 74-92
21077 Hamburg
www.kehrwieder.beer

Ayinger – Winter Bock

Etwa 25 Kilometer südöstlich von München liegt die Gemeinde Aying, die ich bislang nur aufgrund der Biere aus der dortigen Brauerei kenne. Ansonsten habe ich nur den Ortsnamen auf den Plänen des Münchener Verkehrsverbundes gesehen. Ich hoffe, dass ich demnächst einmal in München die Zeit finde, die dortige Brauerei und die dazu gehörende Brauereigaststätte zu besuchen.

Blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Damit sieht das Bier schon mal sehr verheißungsvoll aus.

Röstmalze dominieren das Aroma mit ihrem Duft nach dunkler Schokolade, nach Haselnüssen und einem Hauch Rauch. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Wie ich es erwartet habe icht der Antrunk recht süß. Dafür wird er durch eine sehr feinperlige Kohlensäure gekrönt. Auf der Zunge kommt zur Süße ein passendes Bitter. Der Kaffeegeschmack ist im Vordergrund, abgerundet mit einem Hauch Schokolade. Das Mundgefühl ist weich und voll, was auch daran liegt, dass der Alkohol gut eingearbeitet ist. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter wird kräftiger und klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

18,5° Plato

Brauerei:

Brauerei Aying Franz Inselkammer KG
Verwaltung: Münchener Straße 21
85653 Aying
www.ayinger.de