Die Distelhäuser Brauerei ist eine mittelständische inhabergeführte Brauerei im nordbadischen Tauberbischofsheim. Ich glaube, ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass das Unternehmen in der Region verwurzelt ist. Gerste und Weizen stammen aus der Region von Bauern, mit denen die Brauerei langjährige Verträge hat. Bei 18 unterschiedlichen Bieren ist für jeden Geschmack etwas dabei und der gesamte Vertrieb findet in der Region statt – das Verbreitungsgebiet der Biere sind 100 km rund um die Brauerei.
Das alleine macht ja noch keine Qualitätsbiere aus. Wenn ich aber die Siegel der Freien Brauer und von Slow Brewing sehe, bin ich bereits überzeugt, dass ich ein Bier vor mir stehen habe, das eine Verkostung lohnt. Slow Brewing steht schon alleine für charaktervolle Biere und auch die Biere der Freien Brauer gefallen mir fast alle überdurchschnittlich gut. Zeit also, die Flasche zu öffnen und mit der Verkostung zu beginnen.
Golden und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine durchschnittlich voluminöse und feinporige weiße Schaumkrone. Anfangs fällt sie recht flott in sich zusammen, der Rest bleibt aber lange erhalten. An der Optik dieses Märzen ist also nichts auszusetzen.
Das Bier duftet nach malzbetont nach Karamell, abgerundet mit leichten würzigen Noten.
Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge lässt das Bier dann seine Qualitäten spielen. Mit seiner Vollmundigkeit und dem weichen Mundgefühl erinnert es schon fast an ein Bockbier. Die würzigen Noten werden etwas dominanter und die Bittere hält sich stilgerecht im Hintergrund. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, bleibt aber zurückhaltend und klingt trotzdem lange nach
Zutaten:
Brauwasser, Gerstenmalz, dunkles Karamellmalz, Hopfen
Alkoholgehalt:
5,6 % Vol.
Stammwürze:
13,5° Plato
Bittereinheiten:
20 IBU
Farbe:
8 EBC
Brauerei:
Distelhäuser Brauerei Ernst Bauer GmbH & Co. KG
Grünsfelder Straße 3
97941 Tauberbischofsheim
www.distelhaeuser.de
Die Brauerei Gold Ochsen aus Ulm hat im letzten Jahr ihr 425-jähriges Bestehen gefeiert. Außerdem braut sie in jedem Jahr ein Jahrgangsbier, inzwischen ist es das zehnte. In diesem Jahr ist es der Gold Ochsen Zirbenbock. Seinen Namen hat das Bier von der Zirbelkiefer, auch Zirbenkiefer genannt. Dieser Baum wächst in den Alpen und in den Karparten. Der Baum, dessen Holz für die Reifung dieses Biers verwendet wurde, ist in den Bergen des Ahrntals in Tirol gewachsen und wurde von Braumeister Alexander Maier persönlich gefällt. Selbstverständlich ist dieses Bier wie in jedem Jahr auf 1.597 Flaschen limitiert, was auf das Gründungsdatum der Brauerei im Jahr 1597 hinweist.
Einbeck ist eine ehemalige Hansestadt und als die Heimat des Bockbiers bekannt. Ursprünglich gab es aus der dortigen Brauerei neben dem für Niedersachsen typischen Pils nur den hellen und den dunklen Bock sowie ab März das
Der Winterbock ist eine ganz spezielle Kategorie Bier, die viele Freunde hat. Das
Vielank liegt in Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Würde es dort kein Brauhaus geben, wüsste ich ehrlich gesagt überhaupt nicht, dass es Vielank gibt. Aber auch ohne dass ich schon einmal in Vielank war, ist mir das dortige Brauhaus durchaus sympathisch. Verschiedene Biere, Gaststätte mit regionalen Spezialitäten, Hotel und Produkte vom Auerochsen – viel mehr Regionalität kann ein einzelnes Unternehmen kaum bieten. Irgendwann muss ich mal dort hin. Jetzt steht vor mir der Winterbock und wartet auf seine Verkostung.
Altenburg ist vor Allem für seine Spielkarten bekannt, aber auch das Bier, das von dort kommt, kann durchaus gefallen. Das
Visby wurde bereits im 8. Jahrhundert gegründet. Zumindest sind aus dieser Zeit die ältesten Zeugnisse einer ständigen Bevölkerung gefunden worden. Aufgrund des Namens (Visby bedeutet Opferplatz) gehen die Archäologen aber davon aus, dass Visby bereits vor unserer Zeitrechnung zumindestzeitweise genutzt wurde. Heute gehört Visby mit seiner mittelalterlichen Ringmauer zu Gotlands kulturellem Erbe. Inmitten dieser Idylle (zumindest die Touristen empfinden Visby so) liegt die Gotlands Bryggeri, aus dem das Winter Bulldog stammt, das jetzt vor mir steht. Zwei Kupferkessel, zwei Braumeister und jede Menge Ideen haben seit dem Start im Jahr 1995 einige der beliebtesten Biere Schwedens produziertso dass ich mich vermutlich auf die gleich stattfindende Verkostung freuen kann.
Vom Herzoglich Bayerischen Brauhaus Tegernsee stammt das Bier, das jetzt vor mir steht. Es handelt sich um ein helles Bockbier mit dem Namen „Der blaue Page“. Die Brauerei hält sich leider sehr bedeckt, was die Herkunft dieses Namens betrifft. Na ja, es soll mir auch egal sein, ob die Eigenschaft „blau“ aufgrund der blauen Kleidung des Pagen auf dem Etikett stammt oder von seinem Zustand, nachdem er zu viel dieses Bieres mit seinen 6,8 Volumenprozent Alkohol getrunken hat. Ich verlasse mich einfach auf die Kenntnisse der Brauer, die sie seit der Gründung der Brauerei im Jahr 746 gesammelt haben und hoffe auf eine angenehme Verkostung. Etwas anderes verwundert mich dann aber doch: während hier in Niedersachsen das Bockbier ganzjährig angeboten wird, bieten bayerische Brauereien ihre Böcke nur im Winter an, so auch die Brauerei vom Tegernsee ihren blauen Pagen. Das finde ich eigentlich schade, kann es aber auch nicht ändern. Beginne ich also mit der Verkostung.
Weihnachten ist nun bereits einige Zeit vorbei und trotzdem habe ich noch die eine oder andere Flasche Weihnachts- und Winterbier im Kühlschrank. Was sich die Brauer bei Brewdog in Schottland dabei gedacht haben, als Weihnachtsbier ausgerechnet ein IPA zu brauen, kann ich auf den ersten Blick nicht erkennen. Ich sehe das IPA eigentlich als typische Sommerbier, das bei warmem Wetter mit seiner Fruchtigkeit erfrischt. Mit Winter, Schnee, Tannenbaum und Lebkuchen kann ich diesen Bierstil nicht zusammenbringen. Aber was soll’s, eventuell geht mir ja während der Verkostung ein Licht auf.
Es ist Februar und damit genau die richtige Jahreszeit für ein Winterbier. Und mit dem Winter Bie aus Flandern habe ich mir mal wieder ein dunkles Bier ausgesucht. Unverständlich nur, dass der Schneemann auf dem Etikett ein Glas mit einem hellen Bier in der Hand hat. Aber was soll’s, es geht hier um das Bier, nicht um die Bewertung des Etiketts. Öffne ich also die Flasche und schenke mir ein Glas ein.