Schlagwort-Archiv: saisonales Bier

Fürst Carl – Winterbock

Der Winterbock ist eine ganz spezielle Kategorie Bier, die viele Freunde hat. Das Starkbier wird im Herbst gebraut und soll mit seinen wärmenden Umdrehungen und der feinen Würze für gute Laune in den kalten, dunklen Wintermonaten sorgen. Es gibt eine bunte Vielfalt verschiedener Winterböcke, die sich von mächtigen Wuchtbrummen über elegante Meisterwerke bis hin zu festlich gewürzten Glühbieren und kraftvollen Malzbomben erstrecken. Jetzt bin ich mal gespannt, in welche Kategorie der Fürst Carl Winterbock gehört.

Braun und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch kann mich das Bier schon mal überzeugen.

Das Aroma verrät mir, dass das Bier stark malzbetont ist. Ich rieche Karamell, dunkle Schokolade und Waldhonig.

Wie erwartet ist das Bier recht süß, was aber gut zu der reichlichen Karbonisierung passt. Auf der Zunge macht das Bier einen schweren und voluminösen Eindruck und macht damit dem Bierstil Winterbock alle Ehre. Der Geschmack erinnert an dunkle Schokolade und Honig. Erst in der Kehle kommen auch die Bitterstoffe des Hopfens diskret zum Tragen und sie klingen dort durchschnittlich lange mit.

Wie erwähnt macht dieser Winterbock seinem Namen alle Ehre. Wert die kräftigen Weihnachts- und Winterböcke mag, wird dieses Bier lieben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen (Select)

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Farbe:

30 EBC

Brauerei:

Schlossbrauerei Ellingen
Schlossstraße 10
91792 Ellingen
www.fuerst-carl.de/de

Vielanker – Winterbock

Vielank liegt in Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Würde es dort kein Brauhaus geben, wüsste ich ehrlich gesagt überhaupt nicht, dass es Vielank gibt. Aber auch ohne dass ich schon einmal in Vielank war, ist mir das dortige Brauhaus durchaus sympathisch. Verschiedene Biere, Gaststätte mit regionalen Spezialitäten, Hotel und Produkte vom Auerochsen – viel mehr Regionalität kann ein einzelnes Unternehmen kaum bieten. Irgendwann muss ich mal dort hin. Jetzt steht vor mir der Winterbock und wartet auf seine Verkostung.

Kupferfarben und mit geringer Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine feste elfenbeinfarbene Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Düfte nach Karamell und Trockenpflaumen steigen mir in die Nase. Auf jeden Fall habe ich hier ein recht süßes Bier vor mir, aber auch der Alkohol ist in der Nase deutlich feststellbar. Das Aroma erinnert an Likör. Da bin ich mal gespannt, wie sich das Bier auf der Zunge macht.

Der Antrunk ist wie erwartet süß. Kohlensäure ist reichlich vorhanden. Die Fruchtigkeit ist auf der Zunge weniger präsent als ich es vom Duft her erwartet hatte. Bitterstoffe sind stiltypisch nur wenige vorhanden und das Mundgefühl ist cremig. Der Abgang ist mild und jetzt kommt in der Kehle doch noch die Fruchtigkeit zu ihrem Recht, die an rote Früchte erinnert und die lange nachklingt.

Der Vielanker Winterbock ist ungewöhnlich, kann aber wirklich gefallen. Ich meine aber, etwas mehr Frische würde diesem Bier gut zu Gesicht stehen.

Zutaten:

Quellwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Brauhefe

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

18 IBU

Farbe:

25 EBC

Brauerei:

Vielanker Brauhaus GmbH & Col. KG
Lindenplatz 1
19303 Vielank
www.vielanker.de

BierSelect

Altenburger – Winterbier

Altenburg ist vor Allem für seine Spielkarten bekannt, aber auch das Bier, das von dort kommt, kann durchaus gefallen. Das Winterbier, das jetzt vor mir steht, wird im Spätsommer gebraut und wird von Oktober bis April verkauft. Auch wenn die Biere aus dem östlichen Thüringen hier im Westen eher selten zu finden sind, ist es mir doch gelungen, eine Flasche zu ergattern, die ich jetzt und hier vorstellen möchte.

Rotbraun und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist sahnig und bleibt sehr lange erhalten. Ein winterliches Bier wie gemalt.

Wie ich es von einem Winterbier erwarte wird das Aroma durch die verwendeten Malze dominiert. Ich rieche Noten nach Karamell und Toffee, nach Kaffee und Trockenpflaumen. Ich muss sagen, das passt alles zusammen.

Der Antrunk ist frisch und er besticht durch seine leichte Malzsüße. Auf der Zunge schmecke ich Aromen nach dunkler Schokolade, Karamell und Dörrobst. Bitter ist nur wenig vorhanden, so dass das Mundgefühl weich und rund ist. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger. Es bleibt aber immer zurückhaltend und klingt trotzdem sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Melatoninmalz, Karamellmalz), Hopfen

Alkoholgehalt:

5,5 Vol.-%

Stammwürze:

13,3° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

28 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 11° Celsius

Brauerei:

Altenburger Brauerei GmbH
Brauereistraße 20
04600 Altenburg
www.brauerei-altenburg.de

BierSelect

Gotlands Bryggeri – Winter Bulldog

Visby wurde bereits im 8. Jahrhundert gegründet. Zumindest sind aus dieser Zeit die ältesten Zeugnisse einer ständigen Bevölkerung gefunden worden. Aufgrund des Namens (Visby bedeutet Opferplatz) gehen die Archäologen aber davon aus, dass Visby bereits vor unserer Zeitrechnung zumindestzeitweise genutzt wurde. Heute gehört Visby mit seiner mittelalterlichen Ringmauer zu Gotlands kulturellem Erbe. Inmitten dieser Idylle (zumindest die Touristen empfinden Visby so) liegt die Gotlands Bryggeri, aus dem das Winter Bulldog stammt, das jetzt vor mir steht. Zwei Kupferkessel, zwei Braumeister und jede Menge Ideen haben seit dem Start im Jahr 1995 einige der beliebtesten Biere Schwedens produziertso dass ich mich vermutlich auf die gleich stattfindende Verkostung freuen kann.

Glänzend dunkelbraun strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Dafüber prangt eine sahnige elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Neben Röstaromen nach Schokolade und Mokka steigen mir Düfte in die Nase, die mich an Zitrusschalen und Trockenfrüchte denken lassen. So sollte ein Winterbier duften.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Das Bier ist nicht so schwer und so süß wie ich es nach der Farbe eigentlich erwartet habe. Dies ist ein weiterer Pluspunkt für dieses Bier. Auf der Zunge kommen die Röstaromen zusammen mit würzigen Aromen in den Vordergrund. Auch freundliche bittere Geschmacksrichtungen melden sich an. Der Geschmack ist intensiv, ohne dass das Bier dabei schwer wirkt. Im Gegenteil – das Mundgefühl wirkt fast schlank. Dieses Bier kann mich wirklich überraschen. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches und nicht zu starkes Bitter aus, das sehr lange nachklingt.

Ich kann jetzt nicht einmal schlüssig begründen, weshalb das so ist, aber während ich das Bier trinke, wünsche ich mir, dass ich dazu frisch geräucherten Fisch hätte. Na ja, vielleicht beim nächsten Mal. Dieses Bier ist auf jeden Fall einen zweiten Kauf wert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Stammwürze:

15,6° Plato

Bittereinheiten‍:

52 IBU

Farbe:

90 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

9° – 11° Celsius

Brauerei:

Gotlands Bryggeri
S:t Hansgatan 47
621 56 Visby
Schweden
www.gotlandsbryggeri.se

Brauhaus Tegernsee – Der blaue Page

Vom Herzoglich Bayerischen Brauhaus Tegernsee stammt das Bier, das jetzt vor mir steht. Es handelt sich um ein helles Bockbier mit dem Namen „Der blaue Page“. Die Brauerei hält sich leider sehr bedeckt, was die Herkunft dieses Namens betrifft. Na ja, es soll mir auch egal sein, ob die Eigenschaft „blau“ aufgrund der blauen Kleidung des Pagen auf dem Etikett stammt oder von seinem Zustand, nachdem er zu viel dieses Bieres mit seinen 6,8 Volumenprozent Alkohol getrunken hat. Ich verlasse mich einfach auf die Kenntnisse der Brauer, die sie seit der Gründung der Brauerei im Jahr 746 gesammelt haben und hoffe auf eine angenehme Verkostung. Etwas anderes verwundert mich dann aber doch: während hier in Niedersachsen das Bockbier ganzjährig angeboten wird, bieten bayerische Brauereien ihre Böcke nur im Winter an, so auch die Brauerei vom Tegernsee ihren blauen Pagen. Das finde ich eigentlich schade, kann es aber auch nicht ändern. Beginne ich also mit der Verkostung.

Intensiv goldfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumbildung ist sehr zurückhaltend und bis auf einen Rest fällt der Schaum auch schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach hellem Malz und Karamell, abgerundet durch intensive blumige Noten. Damit gefällt mir das Bier schon richtig gut.

Der Antrunk zeichnet sich durch seine stiltypische Süße sowie die sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge zeigt sich das Bier würzig und wie erwartet malzbetont. Auch ansonsten macht das Bier seinem Stil mit der weichen Vollmundigkeit und dem geringen Bitter alle Ehre. In der Kehle wird das Bitter nur etwas kräftiger, klingt aber trotzdem sehr lange nach.

Damit ist der blaue Page ein herausragender Vertreter aus der Familie bayrischer Bockbiere.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Herzoglich Bayerisches
Brauhaus Tegernsee KG
Schloßplatz 1
83684 Tegernsee
www.brauhaus-tegernsee.de

BrewDog – Hoppy Xmas

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Weihnachten ist nun bereits einige Zeit vorbei und trotzdem habe ich noch die eine oder andere Flasche Weihnachts- und Winterbier im Kühlschrank. Was sich die Brauer bei Brewdog in Schottland dabei gedacht haben, als Weihnachtsbier ausgerechnet ein IPA zu brauen, kann ich auf den ersten Blick nicht erkennen. Ich sehe das IPA eigentlich als typische Sommerbier, das bei warmem Wetter mit seiner Fruchtigkeit erfrischt. Mit Winter, Schnee, Tannenbaum und Lebkuchen kann ich diesen Bierstil nicht zusammenbringen. Aber was soll’s, eventuell geht mir ja während der Verkostung ein Licht auf.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Die durchschnittlich große und schneeweiße Schaumkrone ist fest und bleibt lange erhalten. Optisch macht das Bier also schon mal eine sehr gute Figur.

Auch das Aroma kann mich begeistern. Ich rieche Grapefruit, Zitrusschalen, Ananas, andere Südfrüchte und Harz. Aber auch das Malz kommt mit einem Karamellduft zu seinem Recht.

Der Antrunk verwöhnt mich mit einer angenehmen Malzsüße und einer dazu passend dosierten Kohlensäure. Auf der Zunge treffe ich alle Aromen wieder, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Dazu kommt ein kräftiges Bitter, das aber auch noch Platz lässt für den Karamellgeschmack des Malzes. Insgesamt entsteht so ein weiches und volles Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und deckt in der Kehle die Malzsüße zu. Dafür kommt auch in der Kehle die Fruchtigkeit zu ihrem Recht, wo der Geschmack lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Bittereinheiten:

70 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

BrewDog PLC
Balmacassie Industrial Estate
Ellon
AB41 8BX Aberdeenshire
Großbritannien
www.brewdog.com

De Bie – Winter Bie

Es ist Februar und damit genau die richtige Jahreszeit für ein Winterbier. Und mit dem Winter Bie aus Flandern habe ich mir mal wieder ein dunkles Bier ausgesucht. Unverständlich nur, dass der Schneemann auf dem Etikett ein Glas mit einem hellen Bier in der Hand hat. Aber was soll’s, es geht hier um das Bier, nicht um die Bewertung des Etiketts. Öffne ich also die Flasche und schenke mir ein Glas ein.

Blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas. Die feinporige Schaumkroneist klein und fällt sehr schnell in sich zusammen.

Die Süße des Malzes steht im Mittelpunkt des Aromas. Dazu kommen die Röstaromen, die mir in Form von Mokkaduft in die Nase steigen. Aus dem Hintergrund meldet sich noch ein leichter Honigduft. Das Aroma des Winter Bie gefällt mir deutlich besser als die Optik.

Auch der Antrunk wird von der Malzsüße dominiert. Dazu kommt die angenehme Karbonisierung und jetzt kann ich mich mit dem Bier wirklich anfreunden. Auf der Zunge bleibt die Süße im Vordergrund, wobei jetzt auch der Honiggeschmack zum Vorschein kommt. Die acht Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet und unterstützt die anderen Aromen. Das Mundgefühl ist cremig. Würde das Bier noch ein paar Bitterstoffe mehr enthalten, würde ich es als nahezu perfekt bezeichnen. Im Abgang wird das Bitter minimal kräftiger, aber es klingt in der Kehle nur sehr kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Bie
Vivestraat 47
8720 Dentergem
www.brewerydebie.com

Samuel Smith’s – Winter Welcome Ale

Das Samuel Smith Winter Welcome Ale wird speziell für die Wintersaison in einer limitierten Menge gebraut. Es soll perfekt an den Genuss an den kurzen Tagen und in den langen Nächten der dunklen Jahreszeit angepasst sein. Und es ist auch für eine Brauerei aus Großbritannien wenig verwunderlich, dass das diesjährige Bier dem 70jährigen Kronjubiläum der kürzlich verstorbenen Königin gewidmet ist. Mir persönlich ist dieses Jubiläum recht gleichgültig, aber deshalb muss das Bier ja nicht schlecht sein. Aber Versuch macht kluch und so werde ich die Flasche jetzt einmal öffnen.

Bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große gemischtporige Schaumkrone, die bis auf einen Rest recht schnell in sich zusammenfällt. Ein Rest bleibt dann aber lange erhalten.

Das Bier duftet nach Karamell und Kandiszucker, dazu kommt der Duft nach gerösteten Haselnüssen und Trockenfrüchten wie Rosinen und Pflaumen. Auch der Alkohol ist deutlich wahrzunehmen. Er stört aber nicht, sondern verleiht dem Aroma einen Duft, der an Likör erinnert. Damit passt das Bier schon mal gut in die kalte Jahreszeit.

Der Antrunk ist weniger süß als erwartet und er verwöhnt mich mit einer sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge steht der Geschmack nach Trockenfrüchten im Vordergrund, unterstützt durch die 6,0 Volumenprozent Alkohol. Das Mundgefühl ist weich. Im Prinzip gefällt mir das Bier wirklich gut, aber ich würde mir doch etwas mehr Bitter wünschen. Erst im Abgang werden die Bitterstoffe etwas kräftiger. Obwohl sie immer noch diskret eingesetzt werden, klingen sie überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Fuggle, Golding), Hefe, Kohlendioxid

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Bittereinheiten

32 IBU

Farbe:

16 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

9° – 11° Celsius

Brauerei:

Samuel Smith The Old Brewery
Tadcaster N. Yorks LS24 9SB
Großbritannien
www.samuelsmithsbrewery.co.uk

Reutberger – Weihnachts Bock

Das Kloster Reutberg wurde im Jahr 1618 gegründet. Die Brauerei folgte ein gutes halbes Jahrhundert später. Von dort stammt der Weihnachtsbock, der jetzt vor mir steht. Irgendwie irritieren mich die Weihnachtsböcke aus Bayern; für mich gehört zum Winter ein dunkles Bier. Aber gut – so hat jeder seinen Geschmack. Gebe ich dem Reutberger Weihnachts Bock eine Chance.

Goldgelb und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone fällt leider schnell in sich zusammen.

Malzaromatisch und süß duftet das Bier, unterstützt durch einige florale Noten und auch der Alkohol hebt die Aromen noch einmal hervor.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine stiltypische Süße sowie eine sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu, dazu kommt die Würze des Hopfens. Ich meine sogar, einen leichten Marzipangeschmack zu erkennen. Dazu kommt das weiche und volle Mundgefühl. Dass der Alkohol mich von innen wärmt macht den guten Eindruck komplett. Im Abgang erfreut ein angenehmes Bitter meine Kehle, das lange nachklingt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

9° – 11° Celsius

Brauerei:

Klosterbrauerei Reutberg eG
Am Reutberg 3
83679 Sachsenkam
www.klosterbrauerei-reutberg.de

Hohenthanner – Winterfestbier

Unschwer zu erkennen ist die Herkunft des Winterfestbiers, das jetzt vor mir steht. Es stammt aus Hohenthann im niederbayrischen Landkreis Landshut. Die Zahlen lassen erahnen, dass es dort in etwa so aussieht wie in einem Bilderbuch: Die Gemeinde hatte Ende 2021 nur etwas mehr als 4200 Einwohner, die sich auf 62 Gemeindeteile aufteilen, die sich über eine Fläche von mehr als 68 km2 verteilen. Damit kommen nur 62 Einwohner auf einen Quadratkilometer. Ländlicher geht es kaum. Und so verwundert es nicht, dass das kleine Hohenthann sogar zwei jährliche Bierfeste zu bieten hat, ein Bierfest mit Zeltparty am zweiten Juliwochenende sowie das Brauerei-Hoffest Mitte September. Und da das Märzen ein typisch bayrischer Bierstil ist, hoffe ich jetzt auf eine angenehme Bierprobe.

Bronzefarben präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone fällt anfangs flott in sich zusammen, aber ein Rest bleibt lange erhalten. Damit macht das Bier optisch schon mal einen ordentlichen Eindruck.

Das Bier duftet malzbetont nach Brot sowie eiem Hauch Lakritz.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße und eine passende Carbonisierung aus. Auf der Zunge kommt ein leichtes Bitter dazu, das sich stiltypisch nicht in den Vordergrund drängt. Der Geschmack ist intensiv, mehr als ich es von eine Märzen erwartet hätte. Das Mundgefühl ist weich und das Bier ist wirklich süffig. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter legt zu und auch das Aroma nach Lakritz meldet sich kurz. Insgesamt klingt der Geschmack lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Bittereinheiten:

15 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Hohenthanner Schlossbrauerei GmbH & Co. KG
Brauhausstraße 1
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de