Kurz gesagt: Mata Hari ist kein historisches Buch und auch kein Spionage-Podcast, sondern ein ziemlich charakterstarkes Bier aus der Berliner Kreativbrauerei Orca Brau. Und der Name ist ziemlich passend gewählt – geheimnisvoll, exotisch und ein bisschen unberechenbar.
Was für ein Bier ist Mata Hari? Es gehört zu den ausgefalleneren Suden der Brauerei. Stilistisch bewegt es sich vermutlich im Bereich moderner Sauer- bzw. Fruchtbiere mit deutlicher Aromaspielerei – typisch für die experimentelle Handschrift der Craft-Szene. Ob meine Erwartung erfüllt wird, will ich jetzt prüfen. Öffne ich also die Flasche und schenke mir das Bier ein.
In einem sehr schönen Rotgold und opalisierend fließt das Bier ins Glas. Leider löst sich der Schaum schnell auf, was die Optik doch arg trübt.
Das Bier duftet angenehm nach Karamell und Trockenfrüchten, die an Pflaumen und Feigen erinnern. Mir fällt auf, dass das Aroma für nur 5,2 Volumenprozent Alkohol sehr intensiv ist.
Der Antrunk überrascht mich, da ich bei dem intensiven Aroma eigentlich mehr Süße erwartet hätte. Aber so kommt mir das Bier noch mehr entgegen. Die sehr feinperlige Kohlensäure ist gut dosiert. Am Gaumen steht die Fruchtigkeit im Vordergrund; außerdem stellt sich eine zur Süße passend dosierte Bittere ein. Das Mundgefühl ist samtig. In der Kehle dominiert eine freundliche Bittere und obwohl sie nicht sonderlich kräftig ist, klingt sie lange nach.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Alkoholgehalt:
52 % Vol.
Farbe:
12 EBC
Brauerei:
Orca Brau
Am Steinacher Kreuz 24
90427 Nürnberg
www.orcabrau.de

Irland ist für seine Pubs sowie die vielen kleinen Brauereien bekannt. Bis nach Deutschland schaffen es aber leider meist nur Guinness und Kilkenny. Andere Bierspezialitäten aus Irland müssen hier leider draußen bleiben. So hat sich die fränkische Brauerei Maisel & Friends in Bayreuth drangemacht und selbst ein Irish Red gebraut, das uns die Atmosphäre der grünen Insel nahebringen soll. Mal sehen, ob dies dem Irisch Red gelingt.
Es war im Jahr 2005, als Stefan Stretz in einer Hinterhofwerkstatt in der Bärenschanzstraße in Nürnberg das erste Mal einen Sud einbraute. Damals wurde in einem Waschkessel der Sud eingemaischt und aufgesägte Bierfässer dienten als Gärbottiche. 2004 eröffnete er in der Pröslerstr. 3 in Nürnberg eine „richtige“ Brauerei. Eines seiner Standardbiere ist – wie sollte es in Nürnberg anders sein – ein Rotbier. Dieses Bier steht jetzt vor mir und ich werde die Flasche jetzt öffnen.
Penning ist eine Traditionsbrauerei in der wunderschönen fränkischen Schweiz. Von dort stammt das dunkle Vollbier, das jetzt vor mir steht. Wenn es mir gefallen sollte, werde ich versuchen, noch weitere ganzjährige und saisonale Biere der Brauerei zu finden und hier zu beschreiben. Jetzt aber erst mal zu dem Bier vor mir.
Die Schlossbrauerei Autenried kann auf eine lange Brautradition zurückblicken. Dort werden bereits seit dem Jahr 1650 Biere gebraut. Die Zutaten kommen zum größten Teil aus der Region und das Wasser aus der eigenen Quelle, was die Biere einzigartig macht. Im Laufe der Zeit hat der Familienbetrieb eine ordentliche Auswahl verschiedener Biere entwickelt. Eines der Biere ist das Schlossbräu Kupfer, ein Rotbier mit einer Besonderheit: es wird mit frischem Hopfen gebraut, also nicht mit Pellets oder getrockneten Dolden. Die Brauerei weist außerdem darauf hin, dass sie „geschwitztes Malz“ verwendet, was immer das auch heißen mag. Eine Internetsuche brachte für geschwitzt im Zusammenhang mit Malz immer nur das Ergebnis „geschrotet“. Vielleicht kann mich da ja mal jemand schlau machen.
Ursprünglich war ein Betthupferl eine kleine süße Nascherei, die man kurz vor dem Zubettgehen genießt. Das kann eine Praline, ein Bonbon oder ein einzelner Keks sein. Halt so eine kleine Aufmerksamkeit, die in vielen Hotels auf dem Kopfkissen liegt. Nun ist eine Süßigkeit vor dem Schlafen nicht sonderlich zahnfreundlich und so hat sich die fränkische Staffelberg-Bräu etwas anderes ausgedacht, ein Rotbier als Betthupferl. Und genau dieses Bier steht jetzt vor mir.

