Schlagwort-Archiv: Pils

Estrella Galicia 0,0

Biere aus Spanien sind in Deutschland relativ selten. Dies gilt insbesondere für alkoholfreie Biere. Das Estrella Galicia 0,0 ist das erste Bier dieser Art, das ich verkoste. Die Brauerei beschreibt das Bier wie folgt: „Bei der Herstellung unseres exquisiten alkoholfreien Bieres Estrella Galicia 0,0 setzen wir auf einen unterbrochenen Gärprozess. Das helle Bier hat die typische Farbe der Biere nach Pilsner Brauart und einen leicht süßen Geschmack. Lass dich von der aromatischen Balance von Malz und Hopfen und der charakteristischen Bitterkeit unserer Biere überraschen.“ Na, dann will ich mich mal überraschen lassen.

Bernsteinfarben und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Dabei entwickelt es nur wenig gemischtporigen Schaum, der schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist malzbetont nach Brotkrume. Dazu kommen süßliche und würzige Noten. Insgesamt erinnert das Getränk mehr an Limonade als an Bier.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine kräftige Malzsüße sowie eine reichlich dosierte Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu. Auf mich wirkt das Estrella Galicia 0,0 nicht ausgewogen. Zu diesem Eindruck trägt auch das schlanke Mundgefühl bei. Der Abgang ist schlank mit wenigen bitteren Noten. Trotzdem klingt der Geschmack lange nach.

Zutaten:

Wasser aus A Coruña, Gerstenmalz (Pilsner Malz und Röstmalz), Mai, Hopfen (Nugget, Hallertauer Perle)

Alkoholgehalt:

0,0 % Vol.

Stammwürze:

5,4º Plato

Bittereinheiten:

17 IBU

Farbe:

8,5 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 5° Celsius

Brauerei:

Corporación Hijos de Rivera S.L.
c/ José María Rivera Corral, n°6
15008 A Grela – A Coruña
www.corporacionhijosderivera.com

Störtebeker – Pilsener-Bier

Aus Stralsund kommt das Pilsener, das jetzt zur Verkostung ansteht. Die Störtebeker Braumanufaktur ist ja bekannt für gute Biere, so dass ich auch an das Pilsener, dem meistgetrunkenen Bierstil in Deutschland, eine gewisse Qualität erwarte. Golden und gefiltert mit einer durschnittlich großen feinporigen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. Das Aroma wird durch den Duft nach Karamell dominiert, aber auch ein deutliches Bitter steigt mir in die Nase, begleitet von einer leichten Fruchtigkeit. Der Antrunk ist leicht süß und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure wirklich spritzig. Auf der Zunge tritt das Bitter in den Vordergrund, das durch eine leichte Fruchtigkeit unterstützt wird. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang wird das Bier trockener, das freundliche Bitter behält das Zepter und klingt lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,3° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Störtebeker Braumanufaktur GmbH Greifswalder Chaussee 84-85 18439 Stralsund www.stoertebeker.com BierSelect

Pinkus Special

Nun steht mal wieder ein Bier aus der Brauerei Pinkus Müller in Münster vor mir. Die Brauerei gehörte zu den ersten Brauereien, die Biere aus biologischen Zutaten brauten. Und bis heute verwendet die Brauerei Rohstoffe aus „echtem“ Bio, nicht aus EU-Bio, das für viele als „Bio light“ gilt.

Das Special ist ein Pilsener, das nicht gefiltert wurde, aber nicht so hefetrüb ist wie ein Kellerbier oder Zwickl, sondern es wurde bei etwa 0° Celsius ein Viertel Jahr gelagert und auf diese Weise geklärt. Außerdem weist die Brauerei auf ihrer Website darauf hin, dass Pinkus Special nicht mit Eiweißstabilisierungsmitteln behandelt wird.

In hellem Gelb und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei entwickelt sich nur eine kleine sahnige Schaumkrone, die aber sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist damit jedenfalls sehr ansprechend.

Das Bier duftet nach Brotkrume. Dieses Aromoa wird durch deutliche würzige und florale Noten abgerundet.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine verhaltene Süße aus, die durch eine feinperlige aber kräftige Kohlensäure begleitet wird. Auf der Zunge zeigt sich ein mildes Bitter, das es den Aromen aus der Nase überlässt, auch hier zum Vorschein zu kommen. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang wird das Bitter nur wenig kräftiger, klingt aber überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Naturhopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Bittereinheiten:

24 IBU

Farbe:

7,8 EBC

Brauerei:

Brauerei Pinkus Müller GmbH & Co. KG
Kreuzstraße 4-10
48143 Münster
www.pinkus.de

Holba Premium

Das Holba Premium, das jetzt vor mir steht, stammt aus der Pivovar Holba, a.s. (deutsch Brauerei Holba), einer tschechischen Brauerei, die im gleichnamigen Stadtteil Holba (Halbseit) der Stadt Hanušovice, etwa 100 Kilometer östlich von Prag gelegen, beheimatet ist.

Von diesem Bier verspreche ich mir einiges, denn es wurde im Jahr 2019 beim World Beer Award mit der Silbermedaille als zweitbestes tschechisches Bier ausgezeichnet. Mal sehen, ob es meine Erwartungen erfüllen kann.

Intensiv golden, beinahe hell bernsteinfarben, und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen. An der Optik sollte die Brauerei noch etwas feilen.

Das Bier duftet intensiv nach Karamell, ergänzt durch den für tschechische Pilsener typischen Butterduft. Dazu kommen noch einige würzige Noten. Das Aroma beginnt, mich mit diesem Bier zu versöhnen.

Der Antrunk ist überraschend süß, was aber durch die passende Dosierung der Kohlensäure ausgeglichen wird. Auf der Zunge gesellt sich noch ein auf die Süße abgestimmtes Bitter dazu, so dass ein volles und weiches Mundgefühl entsteht. Dazu macht das Bier einen frischen Eindruck. Der Abgang zeichnet sich durch ein angenehmes und kräftiges Bitter aus, das sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Konservierungsstoff E300 (Ascorbinsäure)

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 10° Celsius

Brauerei:

Pivovar HOLBA, a.s.
Pivovarská 261
788 33 Hanušovice
Tschechien
www.holba.cz/

Pinkus Pils

Pinkus Müller ist die Traditionsbrauerei aus dem westfälischen Münster. Schon seit mehreren Jahrzehnten wird dort mit Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau gebraut, also nicht aus EU-Bioanbau, sondern mit Hopfen und Malz aus Bioloand-Betrieben.

Weizengelb und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die größtenteils feinporige Schaumkrone ist recht klein und sie fällt auch relativ schnell in sich zusammen, ein Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma teilen sich die Süße des Malzes und die Zitrusnoten des Hopfens. Dazu kommen noch einige grasige Nuancen, die den Duft abrunden.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie reichlich Kohlensäure aus. Auf der Zunge entwickelt sich die fruchtige Säure und mir fällt auf, dass das Bier für ein Pils sehr wenig Bitter mitbringt. Das Mundgefühl ist aber trotzdem voll. Erst im Abgang rückt das Bitter mehr in den Mittelpunkt und es klingt auch einige Zeit nach.

Das Pinkus Pils ist ungewöhnlich, aber ein sehr schönes Bier für den Sommer.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Naturhopfen

Alkoholgehalt:

5,0 %

Stammwürze:

11,6 %

Bittereinheiten:

32 IBU

Farbe:

7,2 EBC

Brauerei:

Pinkus Müller GmbH & Co. KG
Kreuzstraße 4-10
48143 Münster
www.pinkus.de

Pinkus Extra

So, jetzt kommt mal wieder ein Biobier in die Verkostung, das Pinkus Extra. Dabei handelt es sich um ein kräftiger gehopftes Pilsener. Eie Website Ecoinform beschreibt dieses Bier wie folgt: „Pinkus Extra ist ein besonders stark gehopftes, extra herbes Bier Pilsener Brauart. Der Hopfen stammt aus ökologisch bewirtschafteten Hallertauer und Tettnanger Gärten. Die sorgsame Pflege der Hopfenpflanzen garantieren Bioland-Hopfenbauern, die seit Jahrzehnten mit dem Ökolandbau vertraut sind. Wir führen deren Arbeit in der Brauerei fort: mit ausgesuchten Malzen aus deutscher ökologischer Landwirtschaft, nach handwerklicher Tradition und durch verantwortungsvollen Umgang mit unserer Natur.“ OK, dann kann ich ja sofort die Flasche öffnen und mir das Bier einschenken.

Intensiv goldfarben und minimal opalisierend strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone ist etwas mehr als durchschnittlich volumniös und bleibt lange erhalten. Die Optik dieses Biers hat schon mal die Qualität, die ich von Pinkus Müller gewohnt bin.

Das Aroma ist weniger hopfenbetont als ich es erwartet habe. Das Malz kommt mit seinen brotigen Noten gut durch und wird durch die blumigen Noten des Malzes angenehm abgerundet.

Im Antrunk fällt neben der leichten Süße die sehr feinperlige Kohlensäure auf. Auf der Zunge kommt der Hopfen dann mit einem für ein Pilsener Bier kräftigen Bitter zurm Tragen. Die blumigen Noten spiegeln sich auf der Zunge. Dazu kommt eine leichte Buttrigkeit, von der ich nicht weiß, ob sie wie bei den böhmischen Pilsener Bieren gewollt ist oder ob das Bier im Handel falsch gelagert wurde. Das Aroma ist aber nicht so kräftig, dass es unangenehm würde. Auf jeden Fall ist das Mundgefühl voll und rund. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenbraumalz, Naturhopfen

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

Pinkus Müller
Kreuzstr. 4-10
48143 Münster
www.pinkus.de

Bergmann Pils

Dass es sich bei der Bergmann-Brauerei in Dortmund um eine Traditionsmarke handelt, die vor einigen Jahren wieder belebt wurde, habe ich an anderer Stelle bereits beschrieben. Von dort kommt das Pils, das jetzt vor mir steht. Dass im Ruhrgebiet Pils ganz hoch im Kurs steht und alle anderen Bierstile dort einen schweren Stand haben, ist wohl allgemein bekannt, auch wenn die Fixierung auf das „Pilsken“ heute wohl nicht mehr so extrem ist wie noch vor einigen Jahren. Aber wenn in einer Gegend über Jahrzehnte nur Pils getrunken wurde, kann ich wohl davon ausgehen, dass die Brauer in dieser Gegend dieser Bierstil sehr gut beherrschen. Mal sehen, ob es stimmt.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber lange erhalten. Die Optik ist also in Ordnung.

Das Bier duftet sehr angenehm nach Brotkrume mit einigen blumigen Noten.

Der Antrunk ist relativ süß und mich stört die doch sehr kräftige Kohlensäure. Während sich das Bier auf der Zunge ausbreitet entwickelt sich ein überraschend kräftiges Bitter, das der Süße des ersten Augenblicks durchaus Paroli bieten kann. Das Mundgefühl ist aber recht schlank. Im Abgang wird das Bier etwas trockener und der Geschmack klingt einige Zeit nach.

Von allen Bergmann-Bieren, die ich bislang verkostet habe, gefällt mir das Pils am Wenigsten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Bergmann Brauerei GmbH
Elias-Bahn-Weg 2
44263 Dortmund
www.bergmann-brauerei.de

König Pilsener – Alkoholfrei

Es ist wirklich nicht die schönste Gegend, in der sich die König-Brauerei im Norden Duisburgs befindet. Aber eines muss ich den Ruhris ja lassen – sie machen dort ein richtig gutes Pils. In meinen Augen gehört es zu den besten Pilsenern aus industrieller Brauerei, vielleicht ist es auch das beste Pils. Jetzt steht allerdings das alkoholfreie Pilsener vor mir, was eine andere Herausforderung ist. Mal sehen, wie es sich so macht.

Golden und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone darüber ist durchschnittlich groß und bleibt lange erhalten. Bei einem alkoholfrein Bier ist das bereits keine Selbstverständlichkeit.

Das Bier duftet angenehm nach Biskuit mit blumigen Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß und offenbiert eine reichliche Dosierung der Kohlensäure. Auf der Zunge gesellt scih noch ein angenehmes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang kommt noch die Würzigkeit des Hopfens zum Tragen, die das milde Bitter unterstützt und lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

Gut gekühlt bei 6° – 8 °Celsius

Brauerei:

König-Brauerei GmbH
Friedrich-Ebert-Straße 308
47139 Duisburg
www.koenig.de

Fiege – Frei

Alkoholfreie Biere boomen derzeit. Jetzt steht ein Exemplar vor mir, das aus Bochum stammt, das Frei aus der Brauerei Moritz Fiege. Wer schon einmal die A40 gefahren ist, hat die Brauerei in unmittelbarer Nähe des Bochumer Hauptbahnhofs gesehen. Und wer in Bochum schon einmal abgefahren ist und dort eingekauft hat, wird am Bierregal festgestellt haben, dass Fiege der absolute Platzhirsch in der Ruhrgebietsmetropole ist. Aber genug der Vorrede, öffne ich die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Intensiv goldfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist zwar klein, bleibt aber lange erhalten. Optisch ist das Bier schon mal über dem Durchschnitt, zumindest für ein alkoholfreies Bier.

Das Aroma ist malzbetont nach Biskuit, abgerundet durch einige blumige Noten.

Der Antrunk ist recht süß und für meinen Geschmack ist die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes freundliches Bitter dazu. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bitter klingt überraschend lange nach.

Damit ist das Moritz Fiege Frei ein sehr ordentliches alkoholfreies Bier, auch wenn es meinen Geschmack nicht vollständig trifft.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz), Hopfen (Tradition, Herkules)

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

MORITZ FIEGE GmbH & Co. KG
Moritz-Fiege-Straße 1
44787 Bochum
www.moritz-fiege.de

Ols – Pilsener

Das Pils ist bekanntlich das Lieblingsbier der Norddeutschen und so ist es kein Wunder, dass auch die Brauerei Ols aus Oldenburg in Oldenburg ein Pilsener im Angebot hat. Im Gegensatz zu den meisten Craft-Bieren ist dieses Pilsener gefiltert. Mal sehen, wie es sich so macht.

Golden und mit recht kleiner gemischtporiger Schaumkrone, die sich durchschnittlich schnell auflöst, präsentiert sich das Bier im Glas. An der Optik sollten die Oldenburger noch etwas feilen.

Düfte nach Karamell, gepaart mit leichten Zitrus- und blumigen Noten, steigen mir in die Nase. Dazu kommen Aromen nach Gras und Honig. Das Aroma gefällt mir schon mal besser als die Optik.

Der Antrunk ist frisch und sritzig. Auf der Zunge sorgt die Süße zusammen mit dem passenden freundlichen Bitterfür ein rundes Mundgefühl. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bitter tritt in den Vordergrund. Der Geschmack klingt sehr lange nach.

Auch wenn ich zunächst von der Optik nicht überzeugt war, kann das Bier auf der Zunge und in der Kehle wirklich begeistern. Hier zeigt sich Norddeutschland von seiner besten Seite.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Ols Brauerei GmbH
Stau 25/27
26122 Oldenburg
www.ols-brauerei.de