Schlagwort-Archiv: Niedersachsen

Hildesheimer Braumanufaktur – Rosemary Red

Wenn man wie ich über Bier bloggt und auch Sondersude nicht auslässt, muss man aufpassen, dass man die Sondersude zeitnah beschreibt. Versäumt man dies, erscheint die Rezension des Bieres erst, wenn der Sud ausverkauft ist und niemals wiederkommt. Genau dies ist mir beim Rosemary Red passiert. Das Bier aus der Hildesheimer Biermanufaktur war schon lange nicht mehr im Handel, als ich es in einer Ecke meines Kühlschrankes wiederfand. Peinlich, aber so ist es nun mal. Ich will es trotzdem gerne beschreiben.

Orangefarben mit einem Rotstich und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone bleibt lange erhalten, so dass das Bier optisch einen wirklich ansprechenden Eindruck macht.

Das Aroma lässt sich ganz einfach beschreiben: Der Rosmarin steht im Vordergrund, während Hopfen- und Malzaromen entweder überdeckt werden oder den Rosmarin unterstützen. Somit erinnert das Aroma an Medizin, beispielsweise an Hustensaft, aber die Kräuter- und Würznoten des Rosmarins sorgen doch für einen angenehmen Eindruck und machen Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus, die aber leider sehr knapp dosiert ist. Auch auf der Zunge drängt sich die Würze des Rosmarins in den Vordergrund; dabei gesellt sich eine freundliche Bittere dazu. Das Bier erinnert weiterhin an Hustensaft. Das Mundgefühl ist angenehm weich. In der Kehle legt die Bittere noch einmal kräftig zu und sie klingt extrem lange nach.

Das Rosemary Red ist kein Bier für den Stammtisch, passt aber gut zu kräftigen und deftigen Speisen mit Wild oder Lamm. Ich hoffe, dass Jan und Malte von der Hildesheimer Braumanufaktur dieses Bier noch einmal nachbrauen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Rosmarin, Hefe

Alkoholgehalt:

6,1 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de  

Einbecker – Null Bock

Seit ich vor einigen Jahrzehnten mein erstes Clausthaler getrunken habe, hat sich im Bezug auf alkoholfreie Biere viel getan. Die Biere sind besser geworden und manche schmecken sogar richtig gut. Dies gilt vor allem für alkoholfreie Starkbiere. Ob es sich um ein alkoholfreies belgisches Tripel handelt, um ein alkoholfreies Imperial Stout (OK, das war reichlich süß, aber es kam auch aus Lagos) oder ein anderes entalkoholisiertes Starkbier – sie sind alle mindestens wirklich gut trinkbar. Ich hoffe, das gilt auch für das alkoholfreie Bockbier, das jetzt vor mir steht.

Kupferfarben und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Die recht kleine gemischtporige Schaumkrone löst sich schnell auf. Schade. Zumindest an der Optik könnten die Einbecker Brauer noch etwas arbeiten.

Das Aroma gefällt mir da schon besser. Ich rieche Karamell und etwas Schokolade, das ganze abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk überzeugt durch eine angenehme Malzsüße und die passende Karbonisierung. Auf der Zunge kommt der Karamell in den Vordergrund. Dass der Körper für ein Bockbier ungewöhnlich schlank ist, kann nicht überraschen, denn bekanntlich fehlt ja der Alkohol. Und obwohl das Bier frisch schmeckt, ist es unverkennbar: es ist ein ordentliches dunkles Bockbier. Eventuell würde etwas mehr Bittere das Bier noch aufwerten. Die Bittere kommt in der Kehle etwas kräftiger durch, bleibt aber eher dezent und klingt trotzdem überraschend lange nach.

Zutatenverzeichnis:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

0,0 % Vol.

Brauerei:

Einbecker Brauhaus AG
Papenstr. 4-7
37574 Einbeck
www.einbecker.de

BierSelect

Einbecker Brauhaus – Lager

Über das Einbecker Brauhaus muss ich wohl nichts mehr schreiben. Das habe ich bereits an anderer Stelle getan und die Brauerei sollte eigentlich schon aufgrund ihres Bockbiers bekannt sein. Nur eine kleine Bemerkung soll mir noch gestattet sein: wenn Sie sich einmal in Süd-Niedersachsen aufhalten, sollten Sie es keinesfalls versäumen, die Brauerei in Einbeck zu besuchen und an einer Führung teilzunehmen. Anschließend machen Sie noch einen Spaziergang durch die historische Altstadt von Einbeck, die immerhin eine der schönsten Altstädte in Niedersachsen ist.

Das Einbecker Lager, das jetzt vor mir steht, ist die neueste Kreation der Einbecker Brauer. Jetzt ist es aber auch wirklich an der Zeit, mit der Verkostung zu beginnen.

Golden und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die weiße Schaumkrone ist eher klein und fällt auch recht flott in sich zusammen. Schade. Würde der Schaum länger haltbar sein, sehe das Bier deutlich besser aus.

Das Bier duftet nach frischer Brotkruste, abgerundet durch einige würzige und leichte fruchtige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch seine Spritzigkeit und eine frische leichte Süße aus. Auf der Zunge gesellt sich eine freundliche und leichte Bittere zur Süße. Das Mundgefühl ist leicht. In der Kehle wird das Bittere kurz kräftiger und es klingt etwas nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,4 % Vol.

Stammwürze:

10,4° Plato

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

5° Celsius

Brauerei:

Einbecker Brauhaus AG
Papenstraße 4-7
D-37574 Einbeck
www.einbecker-brauhaus.de

BierSelect

Einbecker – Barrel Bock 2024

In jedem Jahr vor Weihnachten veröffentlicht die Einbecker Brauerei einen Sondersud. Im Jahr 2024 war es ein Bockbier mit Reifung im Bourbonfass. Der Sondersud war auf 10.000 Flaschen limitiert und kürzlich ist es mir gelungen, eine Flasche aufzutreiben. Jetzt will ich sie verkosten. Meine Erwartungen an das Bier sind hoch, insbesondere weil es bei einem Wettbewerb von Falstaff den ersten Platz belegt hat.

Kastanienbraun und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist hellbraun und bleibt recht lange erhalten. Optisch kann das Bier überzeugen.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade und Vanille. Abgerundet wird das Aroma durch fruchtige und würzige Noten, die an Kirschen und weißen Pfeffer erinnern. Die immerhin 9,1 Volumenprozent Alkohol sind hervorragend eingearbeitet, so dass sie die anderen Aromen unterstützen, ohne selbst hervorzustechen. Aber wo sind das Holz und der Whiskey? Diese beiden Aromen vermisse ich.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine stiltypische Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus, wobei die Kohlensäure für meinen Geschmack etwas gering dosiert ist, aber das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, wobei eine geringe Bittere dazustößt. Das Mundgefühl ist überraschend leicht und weich, dabei auch frisch. Jetzt kann ich auch einen Hauch Holz schmecken, oder sollte ich lieber sagen, ich kann ihn erahnen? In der Kehle ist das Bier mild und erst hier kann ich einen leichten Whiskeygeschmack feststellen.

Alles in Allem ist der Barrel Bock ein sehr angenehmes Bockbier, bei dem leider die Fassreifung nicht so richtig durchkommt. Ist mir dieses Bier die knapp 10 Euro wert? Eher nicht. Schade. Die früheren Jahrgangsbiere aus Einbeck haben mir durch die Bank besser gefallen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

9,1 % Vol.

Stammwürze:

20° Plato

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Einbecker Brauhaus AG
Papenstraße 4–7
37574 Einbeck
www.einbecker.de

BierSelect

14. 6. – 15. 6. 2025: Craft Beer Days Osterholz Scharmbeck

Mit den Craft Beer Days veranstaltet der Wirtschaftstreff Osterholz-Scharmbeck e.V. seit dem Jahr 2017 einmal im Jahr eine zweitägige Veranstaltung auf dem Scharmbecker Marktplatz rund um das handwerkliche gefertigte Bier.

Osterholz-Scharmbeck bietet mit seiner traditionsreichen Geschichte des Torfhandwerkes die richtige Kulisse um „handwerkliche“ Ideen aufzugreifen. Direkt im Mittelpunkt von Osterholz-Scharmbeck ist mit der „Osterholzer Hausbrauerei“ eine kleine Brauerei am Rande des Teufelsmoores entstanden, welche Biere nach alter Braukunst herstellt. Und auch neu wiederentdeckte Zutaten wie der Gagelstrauch, welcher in Nordwesteuropa bereits um 1500 v. Chr. zum Bierbrauen genutzt wurde, sind dort heimisch und werden heutzutage wieder genutzt.

Jedes Jahr im Juni finden die Craft Beer Days statt. Meist 15 Bierbrauer sind vor Ort, schenken Ihre handwerklichen Kreationen aus und erklären den interessierten Besuchern das Brauverfahren. Umrahmt wird diese Veranstaltung von Live-Bands, sowie weiteren Food- und Getränkeherstellern – auch diese meist aus kleineren Manufakturen.

1. 5. – 4. 5. 2025: Stader Beer und Gourmet Festival

Gemütliches Miteinander unter freiem Himmel, maritimes Flair am Stadthafen und ein vielfältiges kulinarisches Angebot dürfen Gäste des Stader Craft Beer & Gourmet Festivals erwarten – die kleine Hansestadt steht für fünf Tage im Zeichen der Braukunst. Sie lockt Besucher zum Gaumenschmaus an den Stader Stadthafen und lässt Genießer-Herzen höherschlagen.

Erstmalig im Jahr 2018 in Stade zu Gast, hat das Craft Beer & Gourmet Festival inzwischen viele Liebhaber und „Wiederholungstäter“ für sich gewinnen können. Eine Vielzahl von Anbietern des Craft Beer ist vertreten und präsentiert kreative Biersorten. Neben den Craft-Beer-Angeboten werden auch Weine, Cocktails und Erfrischungsgetränke ausgeschenkt. Erlesene Speisenkombinationen, regionale Spezialitäten, interessante Neuerfindungen und köstliche Kleinigkeiten vervollständigen das Angebot auf dem Craft Beer & Gourmet Festival.

Das Stader Craft Beer und Gourmet Festival lockt vom 1. 5, – 4. 5. 2025 zu den folgenden Öffnungszeiten:

Mittwoch: 15:00 Uhr – 1:00 Uhr
Donnerstag: 14:00 Uhr – 23:00 Uhr
Freitag: 14:00 Uhr – 24:00 Uhr
Samstag: 13:00 Uhr – 24:00 Uhr
Sonntag: 13:00 Uhr – 18:00 Uhr

In Einbeck trifft Bierwissen auf Unterhaltung

Führungen durch die Produktion bietet fast jede Brauerei an. Aber je mehr Führungen ich mitgemacht habe, desto mehr wiederholten sich die Inhalte. Die Einbecker Brauhaus AG will das ändern und bietet ab sofort einige Führungen mit einem Themenschwerpunkt an. Selbstverständlich endet jede Tour mit einer Bierverkostung. Einige dieser Erlebnisse kombinieren den erfrischenden Genuss mit einem Foodpairing oder geselligen Spielen in einer entspannten Atmosphäre. Ich habe persönlich noch keine der Themen-Führungen mitgemacht, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass bereits die Standardführung durch die Brauerei zu den besseren ihrer Art gehört. Hier die Aufstellung der neuen Führungen, die ich einer Pressemitteilung der Brauerei entnommen habe:

  • Klassische Brauereiführung: Tauchen Sie ein in den vollständigen Brauprozess – vom Sudhaus über den Gär- und Lagerkeller bis zur Abfüllung – und genießen Sie in geselliger Runde eine Bierverkostung.
  • Nörti Night: Besonders für Studierende und Auszubildende – nach einer kurzen Führung geht es in den Nörti Keller, wo gesellige Spiele und das beliebte Nörten Hardenberger Pils in entspannter Atmosphäre auf Sie warten.
  • Exklusive Braukunst-Führung: Erhalten Sie tiefere Einblicke in die Braukunst mit einer Bierverkostung, die von einem Foodpairing begleitet wird – ideal für (zukünftige) Bierliebhaber und Genießer.

Am 26. April findet außerdem das Einbecker Hoffest statt – das jährliche Party-Highlight der Einbecker Brauhaus AG mit dem feierlichen Bockbier-Anstich und Live-Musik.

Hildesheimer Braumanufaktur – Rotschlump

Jetzt habe ich ein Bier aus der Hildesheimer Braumanufaktur vor mir stehen. Mit den Bieren von Jan und Malte habe ich bislang vorwiegend gute Erfahrungen gemacht. Diesmal erwarte ich aber etwas ganz besonderes. Die beiden Brauer beschreiben ihr Bier so: „Vorbild für dieses Sauerbier sind die großen Rotbiere aus Westflandern. Durch eine teils mehrjährige Lagerung im Holz entsteht mittels wilder Hefen und Milchsäurebakterien ein unverwechselbarer Charakter. Säuerlich & wild! Ein guter Einstieg in die Welt der langgereiften Sauerbiere. Übrigens: Die Kulturen hat Malte bereits 2014 angezüchtet und schon in Wien für ein ‚Flanders Red‘ genutzt.“ Na, da bin ich aber mal gespannt, welches Ergebnis die beiden erzielt haben.

Bevor ich die Flasche öffne will ich mich aber noch dem Namen des Bieres widmen. Zunächst dachte ich, dass am Ende des Namens ein „f“ vergessen worden wäre und dass das Bier den blauen Kobolden gewidmet sei, die der Feder des belgischen Autoren und Zeichners Pierre Culliford entsprungen sind. Das würde dann ja zur belgischen Hefe passen. Aber es gibt noch eine andere mögliche Herkunft des Namens: Schlump ist die niederdeutsche Bezeichnung für Schlamm. Rotschlump wäre dann Rotschlamm. Allerdings ist Rotschlamm ein giftiges Abfallprodukt bei der Herstellung von Aluminium. Weshalb sollte jemand ein Bier danach benennen? Ich glaube, wenn ich das nächste Mal in der Braumanufaktur bin, werde ich mal nachfragen. Bis dahin können Sie selber entscheiden, ob Sie ein Bier im Gedenken an rot angemalte Kobolde oder im Gedenken an Giftmüll trinken wollen. Ich werde jetzt jedenfalls versuchen, das Bier unvoreingenommen zu verkosten.

Rotbraun und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum, der beim Einschenken entsteht, löst sich stiltypisch recht flott auf.

Anfangs duftet das Bier nach Rotwein, aber bald ersetzen die Aromen nach gutem Essig und Kandis, nach Holz, Karamell und roten Früchten den Duft. Ich bin wirklich gespannt, wie sich das Bier auf der Zunge macht.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Auf der Zunge tritt sofort die Säure in den Mittelpunkt, aber sie überdekct die anderen Aromen nicht. Auch der Malzkörper kommt mit Karamell und brotigen Noten zu seinem Recht. Jetzt taucht auch eine Fruchtigkeit auf, die an gelbe Birnen erinnert. Die holzigen Noten verbinden die Aromen und schaffen ein sehr angenehmes Gesamtbild. In der Kehle kann ich erstmals eine leichte Bittere feststellen, die gut mit der Säure harmoniert.

Das Rotschlump ist ein vergleichsweise einfach zu trinkendes Sauerbier. Häufig sind fassgereifte Sauerbiere mir zu komplex, aber das Rotschlump überfordert mich nicht und lädt mich ein, an einem warmen Sommerabend auf dem Balkon eine weitere Flasche zu trinken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

7,8 % Vol.

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur
Jan Pfeiffer und Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Herr Schmidt – Weihnachtsbier

Die Herr Schmidt Brauerei ist eine aufstrebende Brauerei in Osnabrück, die sich der Herstellung traditioneller Bierstile wie Pils, Helles und Festbier verschrieben hat. Der Name „Herr Schmidt“ ist eine Hommage an die ehemalige Metallgießerei Schmidt, auf deren Gelände die Brauerei entsteht. Bis zur Fertigstellung der eigenen Braustätte im Jahr 2024 werden die Biere nach eigenen Rezepturen bei der Brauerei Camba in Bayern gebraut, die für ihre langjährige Erfahrung und hohe Qualität bekannt ist.

Die Biere von Herr Schmidt werden sowohl im eigenen Online-Shop als auch in vielen Getränkeabteilungen im Raum Osnabrück erhältlich.

Dunkelbraun und praktisch blickdicht präsentiert sich das Weihnachtsbier im Glas. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist klein, bleibt aber sehr lange erhalten. Optisch geht das Bier schon mal in Ordnung.

Die Röstaromen dominieren das Aroma. Neben einem angenehmen Karamellaroma duftet das Bier leicht rauchig. Der Duft nach dunkler Schokolade kommt eher aus dem Hintergrund. Auch der Alkohol fordert schon in der Nase sein Recht.

Der Antrunk ist überraschend frisch mit einer zurückhaltenden Süße. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig. Auf der Zunge stehen wieder die Röstaromen im Mittelpunkt. Bittere ist nur wenig vertreten und das Mundgefühl ist schlank. Erst in der Kehle kommt die Bittere überraschend kräftig zum Vorschein. Gemeinsam mit den Röstaromen klingt dieser Geschmack sehr lange nach.

Bei untappd.com wird das Bier als Märzen gelistet. Als Märzen ist das Bier aber vollkommen Out of Style. Als dunkles Lagerbier ist es aber hervorragend.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

16 OBU

Farbe:

50 EBC

Brauerei:

Herr Schmidt Braugesellschaft mbH
Hannoversche Straße 17a
49084 Osnabrück
www.herr-schmidt-bier.de

NJB – Südsee IPA

Die National Jürgens Brauerei in Braunschweig ist eine junge 2016 gegründete Brauerei, die die Lagerkeller und den Namen einer alten Braunschweiger Brauerei übernommen und wiederbelebt hat. Auch die alten Sorten und Marken der ursprünglichen NJB wurden wiederbelebt. Gebraut wird allerdings auf einer komplett neuen 10HL Anlage. Wie die meisten Craft Beer-Brauereien haben auch die Braunschweiger ein IPA im Angebot. Das Südsee IPA ist nach dem Braunschweiger Südsee benannt.

Bernsteinfarben du mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die weiße Schaumkrone ist fest und bleibt sehr lange erhalten. Die Optik hat die Brauerei auf jeden Fall gut hinbekommen.

Das Aroma ist fruchtig. Ich rieche Grapefruit, gelbe Früchte und Birne. Aus dem Hintergrund kommt noch ein leichter Karamellduft des Malzes. So gefällt mir ein IPA.

Der Antrunk ist spritzig und sorgt mit seiner ordentlichen Malzsüße für einen wirklich guten ersten Eindruck. Auf der Zunge kommt die fruchtige Bittere in den Vordergrund, die durch die Süße unterstützt wird. Die Fruchtigkeit der Hopfensorten bleibt jetzt etwas hinter der Bitteren zurück. So erwarte ich es von einem IPA. Die Rezenz bleibt weiterhin hoch. Trotzdem ist das Mundgefühl angenehm weich. In der Kehle wird das Bier milder, aber die Bittere klingt trotzdem noch sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale Malz, Carared, Melanoidin), Hopfen (Simcoe, Amarillo, Cascade, Herkules), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

National Jürgens Brauerei GmbH
Rebenring 31
38106 Braunschweig
www.njb-brauerei.de