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Vom Milliarden-Traum zum Absturz

Über die Insolvenz von BrewDog habe ich bereits berichtet. Jetzt habe ich mich gefragt, wie die Insolvenz im Heimatmarkt Großbritannien gesehen wird. Während der Recherche bin ich auf einen umfangreichen Artikel gestoßen, der die Betrachtungsweise dort sehr gut darstellt. Hier die wichtigsten Punkte:

BrewDog galt lange als Paradebeispiel für die Craft-Beer-Revolution: Vom Garagen-Start-up zum Milliardenunternehmen – eine Geschichte wie aus dem Bilderbuch. Doch genau dieser rasante Aufstieg scheint am Ende auch zum Problem geworden zu sein.

Die Gründer James Watt und Martin Dickie wollten in den 2000er-Jahren nichts weniger als die Bierwelt auf den Kopf stellen. Mit improvisierter Ausrüstung in einer Garage in Schottland gestartet, arbeiteten sie sich mit viel Energie, wenig Schlaf und einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein nach oben. Der Durchbruch gelang mit dem Punk IPA, die schnell Kultstatus erreichte.

BrewDog inszenierte sich dabei bewusst als Gegenentwurf zur „langweiligen“ Bierindustrie. Provokante Marketingaktionen, spektakuläre PR-Stunts und eine treue Fanbasis machten die Marke groß – und laut.

Wachstum um jeden Preis

Ein zentraler Erfolgsfaktor war das Finanzierungsmodell „Equity for Punks“. Fans konnten Anteile kaufen und wurden Teil der Bewegung. Über 200.000 Investoren steckten mehr als 100 Millionen Pfund in das Unternehmen. Doch spätestens mit dem Einstieg des US-Investors TSG im Jahr 2017 änderte sich die Dynamik. Die Gründer verkauften Anteile im Wert von rund 100 Millionen Pfund und machten BrewDog gleichzeitig fit für noch schnelleres Wachstum. Neue Bars, Hotels und sogar Spirituosenprojekte schossen aus dem Boden.

Das Problem: Dieses Wachstum war teuer – und offenbar nicht nachhaltig.

Analysten sehen in dem Deal mit TSG einen Wendepunkt. Die vereinbarten Renditeerwartungen setzten BrewDog massiv unter Druck. Um Investoren zufriedenzustellen, musste das Unternehmen Jahr für Jahr stark wachsen – ein Ziel, das sich langfristig als unrealistisch herausstellte.

Erste Risse im System

Ab etwa 2017 mehrten sich die Probleme. Intern wurde von einer schwierigen Unternehmenskultur berichtet, es gab Kritik an Führungsstil und Entscheidungen. Gleichzeitig begannen die wirtschaftlichen Kennzahlen zu schwächeln. Die Pandemie verschärfte die Lage zusätzlich. Trotz sinkender Gewinne expandierte BrewDog weiter – mit großen Standorten und neuen Projekten. Rückblickend ein riskanter Kurs. Der letzte Gewinn wurde 2019 erzielt. Danach ging es wirtschaftlich bergab.

Absturz mit Ansage

2024 zog sich James Watt als CEO zurück, kurz darauf auch Martin Dickie. Das einstige Gründerduo, das BrewDog groß gemacht hatte, war nicht mehr operativ an Bord.

Die Schuldenlast wuchs, Kredite mussten bedient werden, und immer mehr Bars wurden geschlossen. Schließlich kam es, wie es kommen musste: BrewDog rutschte in die Insolvenzverwaltung. Teile des Unternehmens – darunter die Brauerei in Ellon und einige Bars – wurden für rund 33 Millionen Pfund verkauft. Viele andere Standorte mussten schließen, hunderte Mitarbeiter verloren ihren Job.

Verlierer der Entwicklung

Besonders bitter ist die Situation für die sogenannten „Equity Punks“. Viele der Kleinanleger werden wohl keinen Cent ihrer Investitionen wiedersehen. Auch für die Belegschaft ist der Absturz hart: Entlassungen, Unsicherheit und das Ende eines Unternehmens, das lange als Vorzeigeprojekt galt.

James Watt selbst räumte inzwischen Fehler ein. Das Unternehmen sei „zu schnell gewachsen“ und habe sich „zu breit aufgestellt“. Gleichzeitig bleibt Kritik laut, dass die Gründer sich frühzeitig finanziell abgesichert haben.

Fazit: Lehrstück der Craft-Beer-Szene

In Großbritannien wird der Fall BrewDog vielfach als warnendes Beispiel gesehen: für übermäßigen Expansionsdrang, überhöhte Bewertungen und die Risiken von Investoren-getriebenem Wachstum. Was bleibt, ist eine Marke, die die Bierwelt nachhaltig geprägt hat – aber auch eine Geschichte, die zeigt, wie schnell ein Höhenflug enden kann. Oder anders gesagt: Viel Punk, viel Pathos – und am Ende eine Bruchlandung.

Rettung für bekannte Biermarke: C&C Group übernimmt Innis & Gunn

Die Getränkefirma C&C Group hat Anfang März die bekannte Biermarke Innis & Gunn übernommen. Wie das Unternehmen am 6. März mitteilte, wurde die Marke aus der Insolvenzverwaltung der schottischen Brauerei für rund 4,5 Millionen Pfund erworben. Damit sichert sich der Konzern eine etablierte Premiumbiermarke und erweitert gleichzeitig sein Markenportfolio.

Die Verbindung zwischen beiden Unternehmen besteht allerdings nicht erst seit dieser Übernahme. Die C&C Group war bereits seit mehreren Jahren als kleiner Minderheitsaktionär beteiligt und arbeitete zudem als Braupartner für Innis & Gunn. Ein Großteil der Biere der Marke wurde bereits zuvor in Zusammenarbeit mit C&C produziert.

Nach Angaben des Unternehmens bietet die Übernahme eine attraktive Gelegenheit, eine etablierte Marke weiterzuentwickeln und gleichzeitig von bestehenden Strukturen zu profitieren. Da C&C bereits eng mit Innis & Gunn zusammengearbeitet hat, rechnet der Konzern mit einem vergleichsweise reibungslosen Übergang. Die Marke soll vollständig in die vorhandenen Betriebs-, Vertriebs- und Lieferkettenstrukturen des Unternehmens integriert werden.

Der Vorstand geht davon aus, dass der operative Übergang schnell erfolgen kann und der laufende Geschäftsbetrieb nur minimal beeinträchtigt wird. Gleichzeitig unterstreiche der Kauf die Bedeutung starker Marken im Portfolio des Unternehmens sowie den Wert eines integrierten Geschäftsmodells, das Produktion, Marketing und Vertrieb miteinander verbindet.

Finanziert wird die Übernahme aus bestehenden Kreditlinien der C&C Group. Nach Einschätzung des Unternehmens soll der Zukauf ab dem Geschäftsjahr 2027 einen kleinen, aber positiven Beitrag zur Gesamtentwicklung leisten.

Auch C&C-Chef Roger White betonte die langjährige Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen. Man habe über viele Jahre eng mit Innis & Gunn zusammengearbeitet, erklärte er. Trotz der schwierigen Umstände freue man sich nun, die Marke vollständig in das eigene Portfolio aufzunehmen.

White bezeichnete die Übernahme als überzeugende und strategisch sinnvolle Gelegenheit, eine beliebte Biermarke zu erhalten. Da C&C bereits den Großteil der Biere der Marke braue, könne die Integration schnell und effektiv erfolgen. Gleichzeitig solle so sichergestellt werden, dass Kunden und Konsumenten weiterhin zuverlässig mit den Produkten von Innis & Gunn versorgt werden.

Mit dem Schritt stärkt die C&C Group ihre Position im Premiumsegment des Biermarktes und bewahrt zugleich eine Marke, die sich über Jahre hinweg eine treue Anhängerschaft aufgebaut hat.

All About … Green Hop Beer

Der Hopfen wird in den Midlands und im Südosten Englands angebaut. Er wird im September und Anfang Oktober geerntet. Die Dolden werden von der Rebe abgetrennt und dann sofort in einer Darre getrocknet und in Ballen gepresst, um bis zur Verwendung gelagert zu werden – das kann mehr als ein Jahr dauern. Der für Grünhopfenbiere verwendete Hopfen wird vor der Verwendung nicht getrocknet. Die Brauer sammeln den Hopfen so schnell wie möglich nach der Ernte ein und geben ihn in weniger als einem Tag in die kochende Würze. Wir erwarten mehr Geschmack und Aroma, genau wie bei der Verwendung von frischen Kräutern aus dem Garten anstelle von getrockneten Kräutern. Chris Gooch von Teme Valley ist seit langem ein Befürworter von Frischhopfenbier und wird von seinen Erfahrungen berichten.

Chris ist seit 1997 Brauer bei der Teme Valley Brewery, arbeitete auf einer Hopfenfarm und hat ein IBD-Diplom in Brauereiwesen. Er organisiert das jährliche Green Hop Festival im Talbot Inn, Worcestershire.

Da das Video für die European Beer Consumers Union (EBCU) aufgenommen und von ihr veröffentlicht wurde, ist es in englischer Sprache.

All About … Best Bitter

Laura Emson und Miranda Hudson diskutieren mit Ihnen, was ein perfektes Bier ausmacht – von der Auswahl der besten Zutaten bis hin zum perfekten Pint. Außerdem erhalten Sie einen Einblick hinter die Kulissen der Brauerei Duration, die zum ersten Mal ein Fassbitter herstellt, und erfahren, worauf die Preisrichter achten, wenn sie bei CAMRA-Wettbewerben die höchsten Auszeichnungen vergeben.

Laura ist Awards Director von CAMRA, nachdem sie 2022 in den nationalen Vorstand gewählt wurde. Sie hat bei Dutzenden von Bierfestivals im ganzen Land ehrenamtlich mitgewirkt und ist normalerweise in ihrem Lieblingskeller anzutreffen, wo sie dafür sorgt, dass jedes ausgeschenkte Bier in bestem Zustand ist.

Miranda ist Mitbegründerin von Duration Brewing, einer fortschrittlichen Hausbrauerei in Norfolk, die frische Biere und wilde Ales herstellt, die von der Natur mit Absicht gebraut werden. Das mehrfach preisgekrönte Unternehmen, das sie zusammen mit ihrem Mann Bates gegründet hat, begann 2017 als Gypsy-Brauerei, bevor es sich in einer Abteiruine in West-Norfolk niederließ und zu einer der angesehensten Brauereien in Großbritannien wurde.

Da das Video für die European Beer Consumers Union (EBCU) aufgenommen und von ihr veröffentlicht wurde, ist es in englischer Sprache.

All About … Mild

Mildes Bier war früher Englands beliebtester Bierstil, macht aber heute weniger als 3 % des in britischen Kneipen verkauften Biers aus. Es ist ein faszinierendes Bier, typischerweise, aber nicht immer, dunkel und mit wenig Bitterkeit. Dieser Vortrag behandelt die Geschichte dieses Getränks und stellt einige großartige Beispiele vor, die es heute gibt. Wir werden auch Informationen über das Brauen dieses besonderen Bierstils erfahren. Seit vielen Jahren nutzt CAMRA den Monat Mai, um für Mild zu werben, und Will Taylor freut sich darauf, dieses großartige Bier mit Ihnen zu feiern.

Will Taylor ist der Gründer und Eigentümer der Woodcote Brewery mit Sitz in Worcestershire. Die 2015 gegründete Brauerei hat im Jahr 2022 sechs Auszeichnungen gewonnen. Ihre Biere werden in Flaschen abgefüllt und sind alle vegan und nicht raffiniert. 

Brett Laniosh ist Projektkoordinator für die EBCU und ehemaliger Direktor von CAMRA. Er führt Kellerschulungen in Pubs und Brauereien durch und betreibt einen Verlag für Bier- und Pub-Magazine.

Da das Video für die European Beer Consumers Union (EBCU) aufgenommen und von ihr veröffentlicht wurde, ist es in englischer Sprache.

Fuller’s – London Pride Outstanding Amber Ale

Dieses „English Special Bitter“ aus der Londoner Traditionsbrauerei Fuller’s wurde nach einer beliebten englischen Zierpflanze (Porzellanblümchen, auch „London Pride“) benannt. An der Quelle und im UK-weiten Vertrieb handelt es sich um ein sogenanntes cask-conditioned ale, ein obergäriges Bier mit natürlicher Zweitgärung im Fass bei knapp 4% Alkohol. Für den weltweiten Export wird es pasteurisiert und mit etwas mehr Alkohol in Flaschen abgefüllt.

Als ich die Flasche öffnen will, fällt mir auf, dass sie nicht ganz voll ist. Das Bier ist nur bis etwa drei Zentimeter unter dem Rand eingefüllt und ich hoffe, dass diese Differenz die Ergebnisse der Verkostung nicht verfälscht. Also öffne ich die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Bernsteinfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine sehr kleine grobporige Schaumkrone, die sich sofort auflöst.

Das Bier duftet intensiv nach Karamell, abgerundet durch Aromen nach Lakritz, Haselnuss und Ananas.

Der Antrunk ist süß und ich stelle fest, dass das Bier nur sehr wenig Kohlensäure enthält. Beinahe wirkt das Bier auf mich abgestanden. Andererseits ist die Restsüße des Malzes durchaus elegant. Schnell gesellt sich auch eine passende Bittere zum Karamell, abgerundet durch den Geschmack nach Lakritz und Haselnüssen. Obwohl das Bier nur 4,7 Volumenprozent Alkohol enthält, schmecke ich doch eine deutliche alkoholische Note, die aber dem samtigen Mundgefühl keinen Abbruch tut. In der Kehle legt die Bittere noch einmal zu und klingt dort einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Malz (Pale, Crystal, Chocolate, Amber), Hopfen (Target, Goldings, Northdown, Challenger)

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Bittereinheiten:

35 IBU

Farbe:

16 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Griffin Brewery
Chiswick Lane South W4 2QB
Großbritannien
www.fullersbrewery.co.uk

Weihenstephan räumt bei der International Beer Challenge ab

Erst bei den World Beer Awards wurde das Hefeweißbier Dunkel als weltbestes Weißbier ausgezeichnet – und der Siegeszug der Weihenstephaner geht weiter. Wie auch der Weizenbock Vitus erhielt das Hefeweißbier Dunkel bei der International Beer Challenge im Vereinigten Königreich die Goldmedaille – und nicht nur das: In der Endrunde gab es zudem den Titel des besten Weißbieres. Drei weitere Male Edelmetall vervollständigen das Sieger-Quintett.

Wieder bestes Weißbier, wieder Gold – wieder das Hefeweißbier Dunkel. Die Bierspezialität der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan wird allmählich zum neuen Seriensieger. Erst kürzlich gab es den Titel als weltbestes Weißbier bei den World Beer Awards im Vereinigten Königreich – jetzt überzeugte das Bier erneut mit seinem Geschmack nach reifer Banane und der erfrischenden Spritzigkeit. Doch damit nicht genug: Auch der Weizenbock Vitus, der jährlich Medaillen aus den obersten Regalen verliehen bekommt, durfte sich Gold umhängen.

Das Original Helle, bekannt als charakterstarker und würziger Vertreter seiner Art, bekam ebenso Silber wie das Hefeweißbier, das Flaggschiff des Weihenstephaner Portfolios. Als fünftes ausgezeichnetes Bier erhielt das Kristallweißbier noch die Bronzemedaille.

„Unser Hefeweißbier Dunkel macht in Sachen Medaillen unserem Vitus und dem Kristallweißbier Konkurrenz“, erklärt Prof. Dr. Josef Schrädler, Direktor der Brauerei, mit einem Schmunzeln im Gesicht. „Wir sind sehr stolz darauf, dass auch unsere vermeintlichen Randsorten immer wieder die Jurys dieser Welt überzeugen können. Das zeigt, dass all unsere Biere von höchster Qualität sind. Besonders aber freut uns, dass das weltbeste Weißbier, das Hefeweißbier Dunkel, in seinem Erfolg bestätigt wurde.“

Technischer Leiter und 1. Braumeister Tobias Zollo versuchte, den Erfolg zu erklären: „Wieder das Hefeweißbier Dunkel und unser Weizenbock Vitus – zwei Biere, die sich sehr unterscheiden, aber doch mehrere Dinge gemeinsam haben: beide verfügen über ausgereifte und intensive Aromen, die trotzdem mit einer hohen Drinkability einhergehen. Diese Kombination macht den Unterschied.“ Zudem lobte er sein Technikteam: „Unsere Brauerinnen und Brauer haben einen großen Anteil an diesem Resultat. Mit viel Liebe zum Detail werden unsere Biere gebraut, gelagert und abgefüllt. Die Auszeichnungen bestätigen uns in unserer Arbeit.“

Maisel & Friends West Coast IPA bei den World Beer Awards als bestes American Style IPA ausgezeichnet

Bei den renommierten World Beer Awards, die jährlich in London verliehen werden, konnte sich das „Maisel & Friends West Coast IPA“ gegen die gesamte internationale Konkurrenz durchsetzen und wurde als weltbestes American Style India Pale Ale ausgezeichnet. Drei weitere Biere der Familienbrauerei sind Deutschland-Gewinner und vier wurden mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.

Tropisch, fruchtig, hopfig – mit diesen Eigenschaften trat das Maisel & Friends West Coast IPA bei den World Beer Awards in London an. Eine Reise, die sich lohnte: Die Bierspezialität konnte sich nicht nur gegen alle American Style India Pale Ales aus Deutschland durchsetzen, sondern wurde auch zum Style Winner gekürt. Damit geht das Bier aus der Bayreuther Familienbrauerei als „World’s Best American Style IPA” aus dem Wettbewerb hervor.

„Freiheit, Lebensfreude, intensive Fruchtnoten und stiltypische Bittere – dafür steht unser West Coast IPA, das wir erst seit vergangenem Jahr im Sortiment haben. Bereits 2023 ging unsere Bierspezialität als Country Winner, also Deutschlandsieger, aus dem Wettbewerb hervor, was wir nun noch toppen konnten. Ich bin sehr stolz auf diese Auszeichnung, da sie uns die hervorragende Qualität auch im internationalen Vergleich bestätigt und zeigt, dass wir uns selbst mit IPAs aus den USA messen können – dem Mutterland der American India Pale Ales“, so der glückliche Jeff Maisel, Inhaber der Brauerei Gebr. Maisel in vierter Generation. “Mein Lob und Dank gilt unserem Team der Braumeister:innen und Brauer:innen, das dafür sorgt, dass nur absolut einwandfreie Biere unseren Brauereihof verlassen und die Gaumen der Bierliebhaber erfreuen.”

Auch in weiteren Wettbewerbskategorien konnten die modernen Bierspezialitäten der Bayreuther Brauer überzeugen. So gab es für Maisel & Friends Pale Ale (Kategorie American Style Pale Ale), Maisel & Friends Chocolate Bock (Kat. Strong Porter) und Maisel & Friends Irish Red (Kat. Pale Beer Amber), nicht nur die Goldmedaille, alle drei Biere sicherten sich auch den Titel des Country Winners in ihrer jeweiligen Kategorie und gehören damit zu den besten Bieren Deutschlands ihres jeweiligen Bierstils. Silbermedaillen gingen ebenfalls an die Familienbrauerei: für Maisel & Friends India Ale (Kat. English Style IPA), Maisel & Friends Hell (Kat. Hoppy Pilsener), Maisel & Friends Alkoholfrei (Kat. No & Low Alcohol Pale) und das limitierte Maisel & Friends Hazy IPA by SUTOSUTO (Kat. Milkshake IPA/New England IPA).

St. Peter’s – India Pale Ale

Die St. Peter’s Brewery, von der das India Pale Ale stammt, das jetzt vor mir auf seine Verkostung wartet, befindet sich in St. Peter South Elmham, einem malerischen Dorf in Suffolk, England. Die Brauerei wurde 1996 von John Murphy gegründet und hat sich seither einen Namen für ihre qualitativ hochwertigen und traditionellen Biere gemacht. Die Brauerei nutzt ein historisches Gebäude aus dem 13. Jahrhundert, was dem Bier eine besondere Aura und Authentizität verleiht.

Das India Pale Ale hat seine Wurzeln der Überlieferung nach im 18. Jahrhundert, als britische Brauer begannen, stärker hopfenbetonte Biere zu brauen, die die lange Seereise nach Indien überstehen konnten. Der höhere Alkoholgehalt und die verstärkte Hopfung trugen zur Haltbarkeit des Bieres bei und gaben ihm seinen charakteristischen bitteren Geschmack. Eigentlich sollte das Bier in Indien wieder auf die normale Stärke verdünnt werden, aber die englischen Soldaten in Indien probierten das Bier in der Form, in der es bei ihnen eingetroffen war. Es schmeckte ihnen so gut, dass sie auf das Verdünnen verzichteten und das Bier weiterhin konzentriert tranken. Das IPA war geboren. Aber genug mit den alten Geschichten, jetzt ist es an der Zeit, dass ich die Flasche öffne, das Glas fülle und mit der Verkostung beginne.

Dunkel orangefarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist für ein IPA nicht sonderlich intensiv. Angenehme Karamelltöne steigen mir in die Nase, gepaart mit einigen Zitrusdüften sowie florale Noten. Abgerundet wird das Aroma durch einen Hauch Harz.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße aus. Die sehr feinperlige Kohlensäure ist leider sehr knapp dosiert. Die Malzsüße bleibt auch auf der Zunge erhalten und es gesellt sich ein Karamellgeschmack dazu. Anschließend kommt auch der Hopfen zum Tragen, allerdings mehr die Aromen der Hopfenöle als die Bittere. Die Bittere kommt erst in der Kehle richtig zum Tragen, dann aber mit Macht. Trotzdem überfordert das Bier den Konsumenten nicht, aber der Geschmack klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5% Vol.

Farbe:

12 EBC

 Brauerei:

St. Peter’s Brewery Co. Ltd
St. Peter’s Hall
St. Peter South Elmham
Bungay
Suffolk NR35 1NQ
Großbritannien
www.stpetersbrewery.co.uk

Fielden from the Fields: Englischer Rye Whisky aus Urgetreide

Das Bild wurde mir zur Verfügung gestellt von Fielden Rye Whisky

Die englische Oxford Artisan Distillery erfindet ihre junge Geschichte neu, zieht nach Yorkshire um und nennt sich ab sofort Fielden. Der Name ist Programm, denn die Whiskys verändern die Landwirtschaft durch ihre Rückbesinnung auf ursprüngliche Getreidesorten. Flüssig verdeutlicht dies das Flaggschiff der Brennerei: Fielden Rye Whisky.

Die 2017 gegründete Oxford Artisan Distillery hat sich in Fielden Whisky of England umbenannt und ihre Produktion aus Kapazitätsgründen an einen neuen Standort in Goole, Yorkshire, verlegt. Denn: Der Whisky kommt gut an – nicht nur bei Genießerinnen und Genießern, sondern auch bei der Natur.

Anders als der Großteil an Brennereien arbeitet die Marke mit ausgewählten Betrieben zusammen, die Englands Felder wiederbeleben: Sie bauen Urgetreidesorten an, die dort zuletzt vor Jahrhunderten wuchsen. In Feldern mit Klee, einem natürlichen Dünger, der die Gesundheit des Bodens erhält, werden Roggen, Weizen und Gerste groß und stark – das soll für Whisky voller Geschmack sorgen.

Fielden Rye Whisky ist das erste Kernprodukt der jungen Brennerei. Er basiert auf Roggen- und Gerstenmalz sowie ungemälztem Roggen und Weizen. Nach Destillation in einer Kombination aus Pot und Column Stills reift er in amerikanischen Eichen- und Weinfässern. Das Ergebnis: schmeckt seidenweich nach warmem Blätterteiggebäck, Butter und Karamell.

Für die urige Mission hat Fielden keine Mühen gescheut. Der Rye wird in eine neue Flasche mit hochwertiger Ausstattung gefüllt. Das folierte, geprägte Getreidemotiv des Etiketts setzt sich dabei auf dem aufwendig individualisierten Kupferdeckel des Korkens aus Mikrogranulat und Aktivkohle fort.

Über Fielden Whisky of England

Die Oxford Artisan Distillery wurde 2017 gegründet und stellte zunächst Gin und Wodka her. Vier Jahre später wurden die ersten Whiskys abgefüllt. Um die Kapazitäten zu erweitern zog die Brennerei 2024 um nach Goole in Yorkshire und benannte sich um in Fielden Whisky of England. Der Anbau von Urgetreide und die Verwendung natürlichen Düngers erhalten die Gesundheit des Bodens und liefern einen einmaligen Whisky. Fielden Rye Whisky ist das erste Flaggschiff des Hauses.