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Perle Hastière

Nun steht mal wieder ein Bier aus Belgien vor mir, das Perle Hastière. Auf dem vorderen Etikett ist die Kleinstadt in der Wallonie abgebildet. Ich kann Ihnen versichern, dass sie einen Besuch wert ist. Oberhalb der Maas befindet sich die Burg mit der Grotte, beides lohnt eine Besichtigung. Aber kommen wir zum Bier.

Bernsteinfarben und hefetrüb ist es, dazu sehr viel feinporiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Dazu sehe ich viel Kohlensäure. Optisch hat die Brauerei keinen Fehler gemacht.

Das Bier duftet intensiv nach Banane, dazu kommen blumige Noten. Offensichtlich hat die Brauerei also beim Hopfen eine gute Wahl getroffen. Der Antrunk ist recht süß, was aber durch die reichlich vorhandene Kohlensäure abgemildert wird. Schnell verdrängt ein kräftiges Bitter die Süße. Ich meine, dass das Bier nicht wirklich ausgewogen ist. Auch im Abgang bleibt das Bitter im Vordergrund und es klingt auch lange nach.

Dieses Bier trifft nicht so ganz meinen Geschmack, aber wer auf wirklich herbe Biere steht, ist damit sicherlich nicht schlecht bedient.

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Brauerei:

Fosca sprl
5644 Ermeton
Belgien
www.cuveelicrochon.be/

Gauloise – Christmas

Und jetzt kommt gleich noch ein Weihnachtsbier aus Belgien, das Gauloise Christmas aus der Brauerei BOCQ. Bislang haben mir die Biere aus dieser Brauerei gut gefallen, so dass ich mich auf dieses Bier ebenfalls freue. Wie so häufig bei belgischen Bieren gibt es zum Gauloise Christmas keine Zutatenliste, weder auf dem Etikett noch auf der Website der Brauerei. Schade.

Kastanienbraun präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber eine sehr voluminöse hellbraune Schaumkrone, die mir auch lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine sehr gute Figur.

Das Aroma wird durch das Malz mit seinen Röststoffen dominiert. Neben süßen steigen mir auch würzige Noten in die Nase. Ich rieche Röststoffe, Schokolade und Gewürznelken. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß. Leider enthält das Bier nur sehr wenig feinperlige Kohlensäure, was mich doch etwas enttäuscht. Schnell gesellen sich auch die Geschmäcker von getrockneten Feigen und dunkler Schokolade sowie einige wenige Bitterstoffe dazu. Jetzt macht das Bier einen runderen Eindruck. Der intensive Geschmack erwärmt Magen und Seele. Im Abgang verstärken sich die Bitterstoffe noch etwas, bleiben dabei aber mild und klingen lange nach.

Abgesehen von der für meinen Geschmack zu gering dosierten Kohlensäure ist das Gauloise Christmas ein wirklich gutes Bier, das hervorragend zu den Gerichten passt, die gerne zum Jahresende gegessen werden, also zu Speisen wie Geflügelbraten oder Karpfen in Biersoße. Das Gauloise Christmas trägt seinen Namen absolut zu Recht.

Alkoholgehalt:

8,1 % Vol.

Brauerei:

Brasserie du Bocq s.a.
Rue de Brasserie 4
5530 Purnode
Belgien
www.bocq.be

Corsendonk – Pater-Dubbel

Nun steht ein Abteibier vor mir, das Corsendonk Pater-Dubbel. Im Gegensatz zu den Trappistenbieren werden Abteibiere in der Regel nicht von den Mönchen im Kloster gebraut, sondern die Biere werden von externen Brauereien in Lizenz gebraut. Das Rezept, das in vielen Fällen seit langer Zeit überliefert wurde, bleibt dabei im Besitz der Mönche, die Lizenzzahlungen von den externen Brauereien erhalten. Normalerweise handelt es sich bei den Abteibieren um komplexe Biere, die einen besonderen Genuss versprechen. Mal sehen, ob das auch für dieses Bier zutrifft. Eine Besonderheit hat die Brauerei. Sie stellt kein Bier mehr selbst her, sondern der Brauvorgang wird in allen Fällen extern an Dienstleister vergeben,

Schwarz und blickdicht steht das obergärige Bier im Glas, darüber recht viel cremiger beiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Doch, dieses Bier macht optisch schon mal einen richtig guten Eindruck.

Das Aroma überrascht mich. Bei der Optik hätte ich erwartet, dass es durch Röststoffe dominiert wird. Tatsächlich halten sich die Röststoffe mit ihrem Duft nach Karamell und dunkler Schokolade diskret im Hintergrund. Stattdessen duftet das Bier eher nach reifen Früchten, ich meine Kirsche zu erkennen.

Der Antrunk ist wie erwartet recht süß und ich bemerke, dass dieses Bier recht viel Kohlensäure enthält. Der Körper ist intensiv und so komplex, wie ich es bei einem Abteibier erwarte. Süße und Bitterstoffe halten sich perfekt die Waage, dazu kommt eine dezente Säure. Kaffee, Schokolade und Karamell dominieren den Geschmack, dazu kommen Noten nach roten Früchten und Weinbrand. Dabei sorgt etwas Hefe, die sich im Bier befindet, für einen milden Geschmack. Der Abgang ist bitter-säuerlich mit mittlerem Nachklang.

Noch besser schmeckt dieses Bier, wenn man zwischen den Schlucken noch ein Stück dunkler Schokolade isst.

Zutaten:

Wasser, Gerste, Hopfen. Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Brouwerij Cosendonk NV/SA
Slachthuisstraat 27
2300 Turnhout
Belgien
www.corsendonk.com

Bush de Noël

Nun steht das erste Weihnachtsbier dieses Jahres vor mir, das Bush de Noël aus der Brasserie Dubuisson im belgischen Pipaix. Die Brasserie Dubuisson, aus der auch die Marke Cuvée des Trolls stammt, ist die älteste Brauerei in der Wallonie. Die Brauerei wurde im Jahr 1769 gegründet und obwohl sich die Brauerei bis heute im Familienbesitz befindet, hat sie eine wechselvolle Geschichte vorzuweisen. Bis zum Jahr 1932 braute sie ausschließlich für die Dorfbewohner sowie die dort tätigen Knechte. Im Jahr 1933 wurde die Produktion ausgeweitet, die Marke Bush wurde aus der Taufe gehoben und das Bier wurde in ganz Belgien sowie in Großbritannien verkauft.

Das Bush de Noël, das jetzt vor mir steht, wurde 1991 erstmals gebraut. Mit einem Alkoholgehalt von zwölf Volumenprozent ist es nach Angaben der Brauerei das stärkste belgische Weihnachtsbier. Das ist doch ein würdiger Anfang für die fast 40 Weihnachts- und Winterbiere aus Belgien, die ich in der letzten Woche eingesammelt habe. Mal sehen, wie das Bush de Noël sich so macht.

Das Bush de Noël wurde erstmals im Jahr 1991 gebraut. Von einem Weihnachtsbier erwarte ich neben der dunkleren Farbe, dass es in der Lage ist, mich von innen zu wärmen oder mir zumindest das Gefühl zu vermitteln, dass es mich innerlich wärmt.

Das Bush de Noël ist ein Belgian Strong Dark Ale. Die Farbe ist in dunkles Bernstein. Darüber bildet sich eine feinporige beige Schaumkrone, die schnell in sich zusammenfällt.

Das komplexe Aroma ist durch eine kräftige Süße geprägt. Ich rieche Banane, Ananas, Rosinen, Vanille und Cognac. Damit duftet das Bier wirklich angenehm.

Auch der Antrunk gefällt mir. Trotz der geringen Menge Kohlensäure ist die Süße nicht unangenehm, sondern passt sich sehr gut an das Aroma an. Das Mundgefühl ist schon fast sirupartig. Die an Trockenfrüchte erinnernde Süße versteckt den Alkohol. Richtig rund erscheint das Bier aber nicht. Der Abgang ist leicht fruchtig und die Bitterstoffe des Hopfens halten sich diskret im Hintergrund. Trotzdem hat das Bier einen langen und wärmenden Nachklang.

Das Bier passt gut zu gebratenem Fisch, zu Geflügel und zu Desserts wie Gießflammeri.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kandiszucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

12 % Vol.

Stammwürzegehalt:

24° Plato

Bitterwert:

24 IBU

Brauerei:

Brasserie Dubuisson Frères
Chaussee de Mons 28
7904 Pipaix
Belgien
www.dubuisson.com

Brasserie des Fagnes – Quatre Cereales

Wieder steht ein Bier aus der Brasserie des Fagnes aus Mariembourg im französischsprachigen Teil Belgiens vor mir, das Quatre Cereales. Der Bierstil lässt sich wohl am besten mit Vierkornbier umschreiben. Wie bei den anderen Bieren aus dieser Brauerei gibt das Etikett nicht viel her, mir fehlt vor Allem die Zutatenliste. Nicht einmal die Allergene sind aufgeführt. Aber damit habe ich glücklicherweise keine Probleme. Und ich bin mal gespannt, wie mir dieses Bier schmeckt.

Kräftig bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier. Darüber sehr viel cremiger Schaum, weiß mit einem leichten Gelbstich. Bei diesem Schaum vermute ich jetzt einmal, dass eine gute Portion Weizenmalz im Bier verbraut wurde.

Das Aroma ist intensiv. Ich rieche Banane, Toffee und im Hintergrund noch Zitrusfrüchte. Ein solcher Duft macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mit seiner sehr feinen Kohlensäure ausgesprochen spritzig. Dabei hält sich die Süße etwas im Hintergrund; bei dem intensiven Aroma hätte ich mehr unvergorenen Zucker erwartet. Der Körper ist fruchtig, kräftig und rund, dabei wirklich süffig. Süße, Säure und die Bitterstoffe sind sehr schön ausgewogen. Der Abgang ist anfangs leicht säuerlich, anschließend wird er angenehm mild. Dieses Bier gehört eindeutig zu den Favoriten aus dieser Brauerei.

Zu diesem Bier passen vegetarische Gerichte mit kräftigem Geschmack, beispielsweise eine Zwiebeltorte, aber auch Gerichte wie Zigeunerschnitzel harmonieren mit ihm.

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie des Fagnes
Route des Nismes 24
8660 Mariembourg
Belgien
www.fagnes.be

La Furetoise

Und wieder steht ein Bier aus Belgien vor mir, das La Furetoise. Außer dass es sich um ein braunes Bier handelt, gibt das Etikett nicht viel her. Positiv fällt mir aber auf, dass die Brauerei immerhin eine Zutatenliste veröffentlicht. Ich habe einmal auf der Website der Brauerei nachgesehen, ob ich dort weitere Informationen über das Bier bekomme, aber dort wird das Bier überhaupt nicht erwähnt. Aber die Brauerei muss in der Wallonie wohl recht bekannt sein, da viele andere Brauereien ihre Biere in diesem Unternehmen brauen lassen. Na ja, dann will ich mal meine Erwartungen etwas hochschrauben und testen, ob das Bier diesen Erwartungen entsprechen kann.

Dunkel Mahagoni steht das steht das Bier im Glas, darüber eine durchschnittliche Menge feinporiger beiger Schaum, der nur langsam in sich zusammenfällt. Von der Optik her hat die Brauerei schon mal nichts verkehrt gemacht.

Das Aroma wird durch den Duft nach Banane geprägt, dazu zeigt es Noten von Röststoffen und Zuckercouleur. Der Antrunk ist süß und ich stelle fest, dass das Bier sehr wenig Kohlensäure enthält, so dass es fast abgestanden wirkt. Mit mehr Kohlensäure würde das Bier nicht nur frischer wirken, sondern auch spritziger. Aber rein vom Geschmack her macht das Bier einen wirklich guten Eindruck. Er ist intensiv, auf der Zunge breiten sich Noten nach dunkler Schokolade aus, die durch etwas Säure unterstützt werden. Dieses Bier zu trinken macht wirklich Spaß. Der Abgang ist mild und bitter mit mittellangem Nachklang. Interessant ist, dass im Abgang noch Kaffeenoten auftauchen, so dass dieses Bier wirklich vielseitig ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Honig, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Brauerei:

La Furetoise
344 A, rue Albert 1
6560 Erquelinnes
Belgien
www.lafuretoise.com

Camba – Amber Ale

Nun will ich mich einmal dem Amber Ale aus der Brauerei Camba Bavaria zuwenden. Die Brauerei selbst beschreibt sich auf ihrer Website wie folgt: „Tief verwurzelt im Chiemgau steht die Camba Bavaria für die beste Kombination aus heimatlichen Werten und innovativen Ideen. Drei der besten Braumeister Deutschlands verbinden Tradition, Kreativität und Expertise, um Biere zu brauen, die über der Norm stehen.“ Ein hoher Anspruch, den die Brauerei da formuliert. Aber dieser Anspruch hat wohl auch seine Berechtigung, denn nicht zu Unrecht wurde Camba im Jahr 2014 bei Meiningers International Award als Craft-Brauer des Jahres ausgezeichnet. Irgendwas müssen die da in Bayern wohl richtigmachen.

Bleibt nur noch zu untersuchen, was der auf den ersten Blick etwas merkwürdig anmutende Name Camba bedeutet. Ich hätte ja eigentlich auf eine Abkürzung getippt oder dass der Inhaber diesen Namen hat. Damit lag ich aber vollständig daneben. Tatsächlich hat das Wort Camba sogar zwei Bedeutungen. Zum einen wurden die Back- und Braustätten in den Klöstern Camba genannt, und im Keltischen bedeutet Camba Braupfanne, der heutige Sudkessel.

Ganz nebenbei bemerkt ist Camba in Truchtlaching im oberbayerischen Landkreis Traunstein ansässig und damit in einer Gegend, in der andere Menschen nicht arbeiten, sondern nach dem Urlaub wieder verschwinden müssen. Allein dafür kann ich die Beschäftigten in der Brauerei beneiden.

Ursprünglich wurde Camba als Forschungs- und Versuchsanlage des Brauanlagenherstellers BrauKon gegründet. Das ist selbstverständlich die optimale Voraussetzung für hervorragende Craft-Biere. Hier steht nicht der Ausstoß im Mittelpunkt, auch nicht der Profit durch den Verkauf des Bieres. Vielmehr ist es unter diesen Voraussetzungen oberstes Ziel, die Anlagen so zu optimieren, dass möglichst hochwertige Biere erzeugt werden, auch wenn dabei die Grenzen der Anlagen erreicht und eventuell auch überschritten werden. Dementsprechend hoch sind meine Erwartungen an das Amber Ale vom Chiemsee.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das obergärige Starkbier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge fester weißer Schaum, der recht lange erhalten bleibt.

Zunächst duftet das Bier nach roten Früchten, nach Kirschen und roten Johannisbeeren, dazu etwas Vanille. Etwas später gesellt sich auch der Duft von Pflaumen dazu.

Auf der Zungenspitze zeigt sich die intensive Malzsüße des Bieres. Ohne die viele sehr feinperlige Kohlensäure wäre mir das Bier vermutlich zu süß. Aber sobald sich das Bier im Mund verteilt, entwickelt sich ein ausgewogener und runder Geschmack mit Noten roter Sommerfrüchte. Dazu kommt ein leichtes Bitter. Der Abgang enthält nur wenige Bitterstoffe und er klingt nur kurz nach.

Dieses komplexe Bier überrascht. Es ist komplex und gut gehopft, dabei aber wirklich mild. Es passt gut zu gegrilltem Fisch oder Meeresfrüchten. Auch zu einem Sauerbraten kann ich mir das Amber Ale von Camba gut vorstellen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Monroe, Select, Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

16,4° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Camba Bavaria GmbH
83376 Truchtlaching
www.camba-bavaria.de

7 PK – Blond

„PferdeStärken in der Waldlandschaft“ ist ein Projekt des Sozialökonomieunternehmens De Winning. Das Ziel ist es die Kaltblutrasse und das zugehörige Handwerk zu erhalten und gleichzeitig Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Das arbeitende Kaltblut bietet Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen. Was hat das mit Bier zu tun? Stijn Pollaris erläutert: „Da die Arbeit mit Kaltblütern nicht mehr so rentabel ist wie früher, haben wir bei De Winning nach Mitteln gesucht, um dieses Projekt unterstützen zu können. Eines dieser Mittel war die Entwicklung eines eigenen lokalen Biers. Das erste 7PK kam im Jahr 2013 auf den Markt. Ein blondes, bitteres und kräftiges Bier, dass die Geschichte und die Leidenschaft des Projekts und von De Winning tragen wird.“

Momentan werden ungefähr 350 Hektoliter in Flaschen abgefüllt und ist 7PK bis über die Grenzen Belgiens erhältlich. Das Bier wird bei der Brauerei Anders gebraut. Gert Poelmans erzählt dazu: „Die Kaltblüter, mit denen alles begann, sind ein fester Wert innerhalb des Unternehmens und unterstützen die Arbeitsgruppen auf verschiedenen Gebieten. Nicht nur bei der Arbeit, sondern auch was die therapeutische Unterstützung betrifft. Es zeigt sich: soziale Ökonomie, Natur und Pferde sind eine Superkombination, die allen Beteiligten nützt. Unsere Kaltblüter werden erneut nützlich eingesetzt und sorgen für eine einzigartige Arbeitsstimmung. Eine Win-Win-Situation für Mensch, Tier und Natur.“

Eine Besonderheit des 7PK ist die Verwendung von Hafer während des Brauens. Bei der Brussels Beer Challenge 2015 wurde es mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet.

Golden und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei viel feinporigen Schaum, der allerdings recht schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist malzbetont und neben dem Duft von Toffee rieche ich etwas Sauerteig sowie holzige Töne. Nicht schlecht, aber auch nicht so, dass mich das Aroma wirklich begeistern könnte.

Der Antrunk ist süß und voll. Auf der Zunge entwickelt sich ein weiches Mundgefühl und mit dem gut abgestimmten Bitter wirkt das Bier vollmundig und rund. Der Abgang ist eher säuerlich als bitter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafer, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Anders
Stadsbeemd 1025
3545 Halen
Belgien
www.brouwerijanders.be

für

VZW De Winning Maatwerk
Sint-Ferdinandstraat 1
3560 Lummen
Belgien
www.pkbier.be

Oscar – Blond

Die Brauerei Eutropius, eine kleine Brauerei in Westflandern, ist ein Projekt von 2 jungen Menschen. Ihr Ziel ist es, ihre Leidenschaft für handwerkliche Biere mit anderen Menschen zu teilen.

Die Geschichte beginnt 2004, als Wouter Vermeersch – im Alter von 16 Jahren – sein erstes Bier trinkt. Allerdings ist der Geschmack nicht genau das, was er erwartet hatte, ein zweites und ein drittes Bier folgt schnell. Am Ende fängt er sogar an, den Geschmack zu mögen. Es dauert nicht lange, bis Wouter merkt, dass er mehr tun will, als nur ein paar Biere zu probieren. Bald gründet er in der Garage seines Elternhauses eine kleine Brauerei als Hobby.

Mit viel Mühe und Rückschlägen beginnt er, seine ersten Biere zu brauen. Der Anfang war eine Katastrophe und viele Biere landeten in der Gosse. Bis….. Nach ein paar Monaten fließt ein Bier aus dem Braukessel mit einem Geschmack, der eigentlich gar nicht so schlecht ist. Um mehr über Biere zu erfahren, beginnt Wouter seine Ausbildung zum Brauereiexperten. Einen Titel, den er im Sommer 2010 erlangt. Ab diesem Moment erscheint die Idee, eine eigene Handwerksbrauerei zu gründen, gar nicht mehr abwegig.

Das einzige Problem ist, dass das Brauen von Bier eine Sache ist, das Aussehen des Bieres attraktiv zu gestalten, ist eine andere Sache… Durch Zufall lernt Wouter im Sommer 2012 Barbara Pratz kennen, eine junge Frau mit Marketinghintergrund. Allerdings ist der Beginn ihrer Beziehung rein amourös (und obwohl Barbara überhaupt kein Interesse an dem verrückten Projekt des Freundes hat), kann Wouter sie ein Jahr später überzeugen, mit an Bord zu kommen.

Im Mai 2014 beginnt Barbara, in der Brauerei zu arbeiten, überarbeitet das Konzept vollständig und gestaltet am Ende die Brauerei, wie wir sie heute kennen. Heute ist das Paar noch immer für die Brauerei verantwortlich und die beiden hoffen, dies auch weiterhin zu tun. Eine Brauerei, in der Freundschaft und Leidenschaft für Bier im Vordergrund stehen. Von dort kommt auch das Oscar Blond, das jetzt vor mir steht.

Oscar war anfangs ein Bier ohne Namen und das erste Bier von Wouter, das erfolgreich war. In Verkostungen mit Freunden, die auch zu Hause brauten, galt Oscar meist als das beste Bier. Testen wir einmal, wie gut es wirklich ist.

Hell-bernsteinfarben und hefetrüb ist das Oscar Blond. Es entwickelt beim Einschenken extrem viel festen Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. Es empfiehlt sich also, das Bier vorsichtig ins Glas laufen zu lassen.

Das Aroma ist malzbetont. Düfte nach Brot, Hefe und Toffee steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige fruchtige und blumige Noten.

Der Antrunk ist süß. Da das Bier nur wenig Kohlensäure enthält, wirkt es im ersten Moment fast etwas abgestanden. Schnell kommt aber ein passend zur Süße dosiertes Bitter dazu, so dass das Bier trotz der nur verhalten vorhandenen Fruchtigkeit rund und süffig ist. Der Abgang ist erstaunlich mild und er klingt nur kurz nach.

Auch wenn das Oscar Blond sicher nicht mein Lieblingsbier wird, hat es einen intensiven Geschmack und passt gut zu gegrilltem Fleisch.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Cascade, Hallertau mittelfrüh), Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Brauerei:

Eutropius Brewery
Hogeweg 263
8930 Menen
www.brouwerij-eutropius.be

Proefbrouwerij – Gouden Pier Kloeffe

Pier Kloeffe war Fischer und wurde am 4. August 1853 geboren und hieß eigentlich Petrus Decreton. Der Name stammt aus dem Bauerndorf Creton im Eure-Tal in der Normandie (Frankreich). Die ganze Familie trug den Spitznamen Kloeffe, weil die Vorfahren noch die Herberge De Kloeffe auf dem Weg nach Veurne betrieben hatten.

Pier Kloeffe ging neunmal mit einer Galette auf Islandfahrt. Dann reichte es ihm und Pier ließ es etwas ruhiger angehen. Er entschied sich nach dem Ersten Weltkrieg für eine neue Wirkungsstätte: den Strand, wo er die „Stellnetzfischerei“ betrieb. Er tauchte jeden Tag in seiner typischen Fischerkleidung auf. Ab und an überkam es ihn und er stach für ein paar Stunden in See, und dies zumeist begleitet von seinem unzertrennlichen Freund, dem Maler Louis Van den Eynde.

Wie von jeher trägt Pier neben dem weißen Kinnbart, der typisch für die alten Islandfahrer ist, die Fischerkleidung der Westhoek: blaue Seemannskappe mit schwarzem Schirm, rotes Leintuchhemd (das ‚Kazuifel‘) und eine dicke dunkelblaue Hose.

Damit wurde Pier ein Original von De Panne, damals ein Fischerort an der belgischen Nordseeküste, unweit der Grenze zu Frankreich gelegen. Aus diesem Grund findet sich in De Panne auch eine Kupferstatue von ihm. Heute lebt De Panne vorwiegend vom Tourismus und verfügt neben dem breiten Sandstrand auch über den großen Freizeitpark Popsaland.

Pier Kloeffe gibt es aber nicht nur als Statue, sondern wie Sie bereits vermuten können Sie ein Pier Kloeffe auch als Bier genießen, am Besten in einem der Cafés an der Strandpromenade von De Panne. Aber da wir nicht alles haben können habe ich mir eine Flasche mit nach Hause ins heimatliche Essen genommen. Beim Betrachten des Etiketts fällt mir auf, dass weder eine Zutatenliste noch die Brauerei angegeben ist. Statt der Brauerei steht auf dem Rückenetikett lediglich deren Postleitzahl.

Honiggelb ist Pier Kloeffe, dabei leicht hefetrüb und mit einer ungeheuren Krone aus weißem sahnigem Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. Sie sollten dieses Bier also sehr vorsichtig einschenken oder sich recht viel Zeit lassen, damit Sie dem Schaum seine Zeit geben können.

Das Aroma wird durch fruchtige Düfte bestimmt, besonders durch Grapefruit, unterstützt durch den Duft von Karamell.

Erstaunlich wenig Süße weist der Antrunk auf, wobei vom ersten Moment an bereits auf der Zungenspitze die Fruchtigkeit durchkommt. Schnell kommt die Fruchtigkeit noch weiter in den Vordergrund, wobei der Geschmack nach Grapefruit das Aroma widerspiegelt. Dazu kommt ein freundliches Bitter. Süße, Säure und Bitterstoffe sind gut ausgewogen und die 8,1 Volumenprozente Alkohol passen sich in die Geschmackskomposition ein. Auch im Abgang mischen sich eine milde Fruchtigkeit und ein leichtes Bitter. Trotzdem klingt der Geschmack sehr lange nach.

Alkoholgehalt:

8,1 % Vol.

Brauerei:

De Proefbrouwerij
Doornzelestraat 20
9080 Lochristi
Hijfte
Belgien
www.proefbrouwerij.com