Archiv der Kategorie: Craft Beer

Camba – Winterzauber

Bei uns in Niedersachsen sind Weihnachts- oder Winterbiere traditionell Doppelböcke. In Bayern ist das nicht immer so, sondern häufig werden Winterbiere als Märzen gebraut. So auch der Winterzauber von Camba aus Seebruck am Chiemsee.

Bernsteinfarben und ungefiltert läuft das Bier ins Glas und erzeugt dabei eine durchschnittlich voluminöse gemischtporige Schaumkrone, die anfangs flott in sich zusammenfällt. Ein Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet angenehm nach Karamell und frischen Haselnüssen und passt damit gut in die kalte Jahreszeit.

Der Antrunk ist recht süß und besticht mit seiner reichlich vorhandenen sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge dominiert der Karamellgeschmack, der durch den Geschmack nach Nüssen und einem Hauch Honig gut abgerundet wird. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Im Abgang wird das Bier trockener und obwohl die Bitterstoffe des Hopfens sehr diskret eingesetzt wurden klingt der Geschmack in der Kehle überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner, Caramellmalz), Hopfen (Tradition, Select), Hefe

Alkoholgehalt‍:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

14,5° Plato

Bittereinheiten‍:

17 IBU

Empfohlene Genusstemperatur‍:

6° – 8° Celsius

Brauerei

Camba Bavaria GmbH
Gewerbering 3
83370 Seeon-Seebruck
www.camba-bavaria.de

Bocq – Tête de Mort Triple

Wieder einmal steht ein Bier aus der Brasserie du Bocq vor mir, das Tête de Mort. Dabei handelt es sich um ein Tripelbiermit einem Alkoholgehalt von 8,1%. Bislang haben mir alle Biere aus dem wallonischen Purnode gut gefallen, so dass ich mich nicht mit einer Vorrede aufhalten und sofort mit der Verkostung beginnen möchte.

Golden und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine voluminöse feste weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. So stelle ich mir ein Triple aus Belgien vor.

Düfte nach Brotkrume und Erde steigen mir in die Nase, abgerundet durch die würzigen Noten des Hopfens.

Der Antrunk ist weniger süß als die meisten anderen Triple, wobei die reichlich vorhandene Kohlensäure für eine tolle Spritzigkeit sorgt. Erst auf der Zunge wird die Süße mit der Erwärmung des Bieres kräftiger und ein passendes Bitter gesellt sich dazu. Jetzt würde ich mir noch etwas Fruchtigkeit wünschen, aber auch so ist das Mundgefühl angenehm weich. Der Abgang ist erstaunlich mild mit einem nur leichten freundlichen Bitter, das aber überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,1 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Brasserie Bocq
Rue de la Brasserie
4530 Purnode
Belgien
www.bocq.be

Ratsherrn – Hamburger Senatsbock 2022

Winterzeit ist Bockbierzeit. Diese Erkenntnis haben viele Brauer schon vor Jahrzehnten gehabt und auch die Brauer aus Hamburg machen da keine Ausnahme. Eine Ausnahme ist aber, dass sich bis in die 1950er Jahre die dortigen Brauer zusammengeschlossen und gemeinsam ein Bockbier gebraut haben, den Senatsbock. Nachdem diese Tradition in den 1950er Jahren eingeschlafen war haben 2015 die Kleinbrauer in der Hansestadt zusammengeschlossen und die Tradition wieder aufleben lassen. Jetzt steht vor mir die 2022er Edition des Senatsbocks aus der Ratsherrn-Brauerei in den Schanzenhöfen.

Dunkelbraun präsentierts sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine haselnussbraune feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Düfte nach dunkler Schokolade und Kandis steigen mir in die Nase, abgerundet durch einen Hauch Vanille. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß und er besticht durch seine sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge geben sich der Geschmack nach dunkler Schokolade und Espresso ein Stelldichein, zur Süße gesellt sich ein mäßiges Bitter. Das Mundgefühl ist cremig und der Alkohol ist sehr gut in den Geschmack eingearbeitet. Das freundliche Bitter wird in der Kehle kräftiger, wo es auch sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener Malz, Röstmalz, Karamellmalz), Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Farbe:

40 EBC

Brauerei:

Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstraße 30a
20357 Hamburg
www.ratsherrn.de

www.senatsbock.de

Bocq – Triple Moine

Das Bier aus der Brasserie du Bocq, das jetzt vor mir steht, wird in der Wallonie unter dem Namen Triple Moine vertrieben. In Flandern und den Niederlanden heißt es Deugniet. Weshalb das so ist kann ich nicht sagen, aber die Brauerei wird schon ihren Grund dafür haben.

Moine ist französisch für Mönch. Übersetzt lautet der Name dieses Biers also in etwa Triple der Mönche. Dabei ist das Triple Moine gar kein Abteibier. Trotzdem wurde das Bier bei den Australian International Beer Awards 2012 mit der Bronzemedaille in der Kategorie Best Abbey Triple ausgezeichnet. Manchmal wünsche ich mir wirklich, dass die Ausrichter der Wettbewerbe die Einreichungen genauer unter die Lupe nehmen würden. Aber kommen wir zur Verkostung des Triple Moine.

Golden und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine sehr voluminöse Schaumkrone, die auch sehr lange erhalten bleibt. Wird das Bier vorsichtig eingeschenkt macht es optisch eine wirklich gute Figur.

Düfte nach Karamell und grünen Äpfeln steigen mir in die Nase, abgerundet durch einen Hauch Honigduft. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß und zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich ein angenehmes Bitter dazu und bringt einen leichten Geschmack von Mandeln mit. Das Mundgefühl ist cremig und das Bier ist sehr gut ausgewogen. Im Abgang wird das Bier trockener, das freundliche Bitter wird kräftiger und klingt sehr lange nach.

Das Triple Moine ist kräftig und reichhaltig, dabei aber einfach und angenehm zu trinken.

Alkoholgehalt:

7,3 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

9 EBC

Empfohlene Genusstemperatur

8° Celsius

Brauerei:

Brasserie Bocq
Rue de la Brasserie
4530 Purnode
Belgien
www.bocq.be

Gehölz-Bräu – Buche

Mathias Bock und Rico Borsitz aus Leipzig haben eine Mission: sie wollen gutes Bier herstellen und verkaufen, bei dem die Rohstoffe aus Bioanbau stammen, und dabei wollen sie etwas gegen das Waldsterben tun. Im Frühjahr 2021 gründeten die beiden in Leipzig ihr Unternehmen. Gehölz Bräu hieß es anfangs nur wegen der Biere, die jeweils nach einem Baum benannt wurden. Inzwischen sind sie dazu übergegangen, für jede Flasche Bier, die sie verkaufen, einen Baum pflanzen zu lassen. Inzwischen wurden auf diese Weise etwa 35000 Bäume gepflanzt und auf diese Weise mehr als 20 Hektar Land aufgeforstet. Für diesen Zweck haben sie sich für das Pflanzen der Bäume mit den kompetenten Menschen des Wiederaufforstungsprojekts „Eden Reforestation Projects“ ausgesucht, die in Afrika, Asien und Zentralamerika heimische Bäume anpflanzen. Für jede verkaufte Flasche Bier wird ein Baum gepflanzt. Auch wenn das nach Greenwashing aussieht, ist es auf jeden Fall besser als nichts.

Mathias und Rico machen aber doch den Eindruck, dass sie es mit dem Umweltschutz ernst meinen. Die Rohstoffe für ihre Biere stammen aus kontrolliert biologischem Anbau, Bierflaschen und Bierkisten sind Poolgebinde, so dass lange Transportwege für das Leergut entfallen. Die Etiketten sind aus recyceltem Papier hergestellt… Aber kommen wir jetzt doch endlich zum Bier.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist recht klein und fällt schnell in sich zusammen. An der Optik könnten die beiden Leipziger wohl noch etwas feilen.

Das Aroma gefällt mir schon deutlich besser. Düfte des hellen Malzes steigen mir in die Nase, nach Biskuit und hellen Früchten. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße und seine Spritzigkeit aus. Die Kohlensäure ist feinperlig und sanft. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter zur Süße und sorgt für ein weiches Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter kräftiger, das Bier wird trockener. Der Geschmack klingt noch lange in der Kehle nach.

Ich muss zugeben, dass ich den Bierstil Helles in der Regel als recht langweilig empfinde. Für die Buche trifft das aber keinesfalls zu.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener), Hopfen (Hallertauer Tradition, Ariana), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Mathais Bock & Rico Borsitz GbR
Am Sonneneck 3a
04207 Leipzig,
www.gbraeu.de

Hofstetten – Hochland

Jetzt steht nach langer Zeit mal wieder ein Bier aus Österreich vor mir. Ich erwarte, dass dieses Bier etwas Besonderes ist. Die Brauer haben sich bereits bei der Auswahl der Rohstoffe viel Mühe gegeben. Hopfen und Malz stammen nicht nur aus dem Bioanbau, sondern sind auch aus der Region, dem Mühlviertel. Ob auch der Hochlandhonig aus dem Mühlviertel stammt entzieht sich meiner Kenntnis, aber selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, sind die Transportwege nicht allzu weit. So groß ist Österreich ja nicht.

Hell goldfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös und bleibt lange erhalten.

Honig und Malz sind die hervorstechenden Aromen dieses Biers.

Der Antrunk ist spritzig und weniger süß als ich es erwartet habe. Allerdings ist meine Erwartung auch von den süßen Mischgetränken geprägt, die so häufig auf Mittelaltermärkten angeboten werden und bei denen einfach ein Bier mit Met gemischt wird. Beim Hochland-Honigbier merke ich vom ersten Moment an, dass dies eine ganz andere Klasse ist. Auf der Zunge ist der Geschmack des Honigs präsent, ohne dass das Bier süß wird. Auch der Hopfen ist passend zum Honig dosiert, so dass das Bier sehr gut ausgewogen ist. Auf der Zunge kann ich auch blumige Noten feststellen und vor Allem ist der Alkohol gut eingeareitet, so dass er nicht hervorsticht. Der Abgang zeichnet sich durch ein mildes Bitter aus. Obwohl der Honiggeschmack jetzt im Vordergrund steht, ist das Bier trocken und der Geschmack klingt sehr lange nach.

Noch eine kleine Empfehlung zum Abschluss: das Bier sollte nicht zu kalt getrunken werden, da erst bei einer gewissen Wärme die Honigaromen voll zum Tragen kommen. Außerdem habe ich festgestellt, dass sich die Aromen beim Kontakt mit der Luft noch entwickeln.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Honig, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

14,5° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 12° Celsius

Brauerei:

Brauerei Hofstetten
Krammer GmbH & Co KG
Adsdorf 5
4113 Sankt Martin im Mühlkreis
Österreich
www.hofstetten.at

Grimbergen – Optimo Bruno

Nun habe ich wieder einmal ein Bier aus Grimbergen vor mir stehen, von der Brauerei mit dem Phönix im Logo. Ursprünglich war das Optimo Bruno ein saisonales Bier. Das zu Ostern gebraut wurde. Da es aber von den Konsumenten sehr gut angenommen wurde, braut Grimbergen das Bier jetzt ganzjährig.

Das Grimbergen Optimo Bruno ist ein Quadrupel, also ein typischer belgischer Bierstil. Die Quadrupel sind Ales, meist dunkel und enthalten ab etwa zehn Volumenprozent Alkohol. Es ist also ein Bierstil ganz nach meinem Geschmack.

In dunklem Braun und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine feinporige elfenbeinfarbene Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier eine Pracht.

Das Bier duftet nach Karamell, nach getrockneten Pflaumen und Feigen, nach Rosinen, Kandis und Likör.

Wie erwartet ist der Antrunk süß und er zeichnet sich durch eine feinperlige aber kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und eine leichte fruchtige Säure gesellt sich dazu. Überhaupt ist die Fruchtigkeit das hervorstechende Merkmal dieses Bieres. Bitter kann ich nicht schmecken. Das Mundgefühl ist schwer; das Bier macht einen öligen und fast dickflüssigen Eindruck. Im Abgang wird die Fruchtigkeit noch einmal kräftiger und sie klingt schier endlos nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Glukosesirup, Zucker, Farbstoff Karamell: E150c, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

10 % Vol.

Bittereinheiten:

22 IBU

Farbe:

30 EBC

Brauerei:

Brasserie Alken-Maes SA
Blarenberglann 3C
2800 Malines
Belgien
www.alken-maes.be

Weiherer – Kräusen Hell

Sie wissen nicht, was ein Kräusen ist? Dann geht es Ihnen wie mir. Ich habe jedenfalls im Internet recherchieren müssen. Die Brauerei beschreibt ihr Kräusen so: „Das Weiherer Kräusen ist ein helles, naturtrübes Zwickelbier, das vor dem Abfüllen mit Jungbier verfeinert wird. Der Braumeister spricht hier in der Fachsprache vom „Aufkräusen“. Das Ergebnis ist ein süffiges und erfrischendes Bier.“

Genauer beschreibt Wikipedia das Kräusen: „Als Kräusen bezeichnet man die sich im Stadium der Hauptgärung befindliche Bierwürze. Der Begriff Kräusen beschreibt die Schaumbildung und das Schaumbild auf der gärenden Bierwürze, es sieht wie krauses Haar aus. Verantwortlich für die Schaumbildung ist die bei der Gärung entstehende Kohlensäure. Man unterscheidet verschiedene Kräusenstadien, begonnen mit dem sogenannten Überweißen (Hefe beginnt zu gären und tritt in das Stadium der Zellteilung ein). In der nächsten Phase wird die Schaumbildung etwas stärker, dieses Stadium wird als Jung- oder Niederkräusen bezeichnet. Sind durch die Vermehrung der Hefe mehr Zellen vorhanden, beginnt die Gärung noch stärker zu werden und zeichnet sich durch kräftige Schaumbildung aus, die Hochkräusen. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem ein Teil der gärenden Bierwürze entnommen werden kann, um im Lagerkeller aufkräusen zu können. Aufkräusen dient der Lagerung und Reifung und führt bereits endvergorenem Jungbier frische gärkräftige Hefezellen zu, die in der Lage sind die Nachgärung durchzuführen. Im Hochkräusenstadium der Hauptgärung werden Hopfen-, Malzreste und bei der Würzekochung koaguliertes Eiweiß von der Gärungskohlensäure nach oben in die Schaumdecke befördert, sie wird mit der Zeit schmutzig braun und fällt gegen Ende der Gärung immer mehr zusammen. Bilden sich in der bisher geschlossenen Schaumdecke Lücken, so spricht man jetzt vom Durchbruch, dem Ende der Hauptgärung.

Als Kräusenbier bezeichnet man fertig vergorenes Bier, dem ein Anteil an hochgärendem Jungbier zur Nachreife in Lagertank, Flasche oder Fass zugesetzt wird.“

Nachdem das geklärt ist, will ich jetzt die Flasche öffnen und das Bier verkosten.

Hell und opalisierend läuft das Bier ins Glas. Die Schaumkrone ist eher klein und sie fällt schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach Brotkrume und Heu, nach Gras und einem Hauch Zitrone.

Der Antrunk offenbart eine reichliche Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge gesellen sich ein grasiger Geschmack und ein leichtes Bitter dazu. Auch hier folgt der Geschmack dem Aroma und der brotige Malzgeschmack steht im Vordergrund. Das Mundgefühl ist weich und das Bier angenehm süffig. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes Bitter mit einem durchschnittlich langen Nachklang aus.

Alles in Allem ist das Weiherer Kräusen ein sehr angenehmes Helles. Ich würde mir aber doch noch etwas mehr Hefe gefallen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Farbe:

5 EBC

Brauerei:

Brauerei-Gasthof Kundmüller GmbH
Weiher 13
96191 Viereth-Trunstadt
www.brauerei-kundmueller.de

 

Vleesmeester – hoogheid

Hoogheit ist der niederländische Ausdruck für Hoheit. Das Bier, das jetzt vor mir auf seine Verkostung wartet, erhebt also den Anspruch, adelig zu sein. Ich bin mir nicht sicher, aus welchem Grund die Brauerei diesen etwas hochtrabenden Namen gewählt hat, aber ich kann mir mehrere Gründe vorstellen. Zum einen ist Hoogheit das Bier von Vleesmaster, das am kräftigsten gehopft ist. Außerdem waren an der Entstehung dieses Bieres viele Parteien beteiligt: Die Brauerei Vleesmaster hat das Bier gemeinsam mit der Bank Your Highness entwickelt und die Brauerei Anders im flämischen Halen hat es dann letztendlich gebraut. Nun steht das Bier vor mir und ich will feststellen, ob sich diese Zusammenarbeit gelohnt hat.

Bernsteinfarben, leicht hefetrüb und mit sehr viel feinporigem Schaum, der sehr lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. Besser kann ein Bier eigentlich kaum aussehen.

Das Aroma von Hoogheid wird durch eine ungeheure Fruchtigkeit dominiert. Ich rieche Zitrusfrüchte und Ananas, Mango und Pfirsich. Abgerundet wird der Duft durch einige blumige Noten.

Der Antrunk ist frisch und mit einer angenehmen Malzsüße ausgestattet. Erst auf der Zunge überdeckt das Bitter sowohl die Süße als auch die Frucht. Fruchtigkeit und Süße sorgen aber aus dem Hintergrund immer noch für ein rundes und volles Mundgefühl. Im Abgang legt das Bitter sogar noch einmal an Stärke zu und es klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra, Simcoe, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Bittereinheiten:

80 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Brouwerij Anders
Stadsbeemd 1400
3545 Halen
Belgien
www.brouwerijanders.be

für

Vleesmeester Brewery
Strijdersstraat 18
2650 Edegem
www.vleesmeesterbrewery.eu

In Zusammenarbeit mit

Your Highness
https://yourhighness.be

Wildwuchs – Senatsbock 2022

Nicht nur in Einbeck, sondern auch in Hamburg ist die Bockbierzeit die fünfte Jahreszeit. Dann schließen sich die die acht Hamburger Kleinbrauereien zusammen und brauen mit viel Liebe zum Handwerk nach guter Hamburger Tradition ihren Senatsbock. Mit von der Partie sind Blockbräu, Brauhaus Joh. Albrecht, Gröninger Privatbrauerei, Kehrwieder Kreativbrauerei, Landgang Brauerei, Ratsherrn Brauerei, Überquell Brauwerkstätten und Wildwuchs. In diesem Jahr hat sich Wildwuchs noch mehr angestrengt und bietet den Senatsbock erstmals als Biobier an.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber zeigt sich eine durchschnittlich voluminöse feinporige und haselnussbraune Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Das Bier ist eine Augenweide.

Aromen nach dunkler Schokolade, nach Kaffee, Karamell, Pumpernickel und Vanille steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge lässt die Süße nach. Der Geschmack dunkler Schokolade dominiert und ich stelle jetzt auch eine leichte fruchtige Säure fest, die an rote Früchte erinnert. Dazu wärmt der Alkohol meinen Magen. Das Mundgefühl ist weich und samtig. Erst in der Kehle kann ich erstmals ein deutliches Bitter feststellen, das gut zum Schokoladengeschmack passt, der das Bitter begleitet und lange nachklingt.

Zu einem passenden Dessert, beispielsweise einem Karamellpudding oder einem Marzipansoufflé ist dieser dunkle Bock ein perfekter Begleiter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hersbrucker Pure), Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 12° Celsius

Brauerei:

Brauwerk Hamburg KG
Jaffestr: 8
21109 Hamburg
www.wildwuchs-brauwerk.de