Archiv der Kategorie: Biertest

Hertl – Vater & Sohn

Hinter dieser Bierkreation steckt eine sehr persönliche Geschichte. David Hertl, Kopf und Herz hinter der Braumanufaktur Hertl, kommt aus einer Winzer-Familie. Sein Vater Bernd Hertl ist mit Leib und Seele Winzer und wünschte sich, dass sein Sohn das Handwerk ebenfalls erlernte. Schon früh wurde der Junge an die Trauben herangeführt, doch so recht wollte keine Begeisterung für die Önologie aufkommen. Man ließ nichts unversucht, doch Sturkopf David konnte nicht überzeugt werden. Um ihn trotzdem zur Fortführung eines Familiengewerbes zu bewegen, schickte man den Jungen mit seinem Großvater mit. Doch auch Elektriker wollte David nicht werden. Beim Besuch einer Brauerei allerdings entdeckte David sein großes Interesse für das Brauhandwerk. Die Familie atmete erleichtert auf, David hatte seine Passion gefunden!

Und weil man bei den Hertls nicht nachtragend ist, hat Bernd das Winzerhandwerk kurzfristig an den Nagel gehängt und unterstützt David seit Tag 1 tatkräftig in Frankens kleinster Brauerei. Diese Familiensaga hätte ein böses Ende nehmen können, doch die Hertls haben das Beste draus gemacht und feiern ihre Leidenschaft nun mit einer gemeinsamen Kreation. Vater & Sohn ist ein Bier, das Brauhandwerk und Winzerei miteinander verbindet: Ein junges Stout wird mit einem jungen Domina-Wein vergoren.

Bereits beim Öffnen der Flasche kommt mir der Inhalt entgegen. Es ist so viel Druck auf der Flasche, dass die Hälfte des Biers heraussprudelt. Schade. Eigentlich wollte ich es ja trinken. Und das Aroma ist wirklich verführerisch. Es erinnert mich an einen guten französischen Rotwein, der sein Aroma mit dem der Hefe vermischt. Auch die Farbe erinnert an einen Bordeaux, der aber durch die Hefe eingetrübt ist.

Der Antrunk ist recht süß und wie ich nach dem Sprudeln des Biers aus der Flasche vermutet hatte, enthält es reichlich Kohlensäure. Auf der Zunge macht das Bier den gleichen Eindruck wie in der Nase. Rotwein und Hefe sind die Geschmackseindrücke, eigentlich ähnlich wie bei einem roten Federweißen. Nur kommen jetzt die Weinnoten noch mehr zum Vorschein. Das Mundgefühl ist weich und rund. Der Rotweingeschmack dominiert auch den Abgang, wobei noch die Bitterstoffe des Hopfens zum Tragen kommen, die einige Zeit nachklingen.

Zutaten:

Bier (Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe), Wein (Wasser, Trauben, Hefe)

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
www.braumanufaktur-hertl.de

 

Wittekerke Rosé

Die Brauerei De Brabandere kann auf eine umfangreiche Geschichte zurückblicken, blickt aber mit gleicher Zuversicht in die Zukunft. Der Traum, den der Gründer Adolphe De Brabandere Ende des neunzehnten Jahrhunderts hegte, als er den Grundstein für seine Brauerei im flandrischen Bavikhove legte, ist im erfolgreichen Unternehmen von heute Wirklichkeit geworden. Mit einem reichhaltigen Sortiment an Bieren, die von Kennern weit über unsere Grenzen Belgiens hinaus genossen werden. Mit Wittekerke Rosé brachte die Brauerei das erste und originale Rosé-Bier auf den Markt. Dieses Bier wird auf Basis von Wittekerke White unter Zusatz von reinem Himbeersaft gebraut. Jetzt steht es vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine recht kleine feinporige Schaumkrone, die aber lange Zeit erhalten bleibt.

Im Aroma ist der Duft der Himbeere sehr dominant und verdrängt die Düfte nach Hopfen und Malz fast vollständig.

Der Antrunk offenbart eine zurückhaltende Süße sowie eine feinperlende Kohlensäure. Wie in der Nase dominiert auch auf der Zunge der Geschmack nach Himbeeren, aber jetzt kommt eine Süße hinzu, die künstlich wirkt. Bitterstoffe kann ich keine feststellen, so dass das Bier trotz des weichen Mundgefühls nicht ausgewogen wirkt. Der Abgang ist fruchtig mit kurzem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Himbeersaft (18 %), Fruktose, Hopfen, Süßmittel (Aspartam), Holundersaft, Aromen

Alkoholgehalt:

4,3 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij de Brabandere
Rijksweg 33
8531 Bavikhove
Belgien
www.brouwerijdebrabandere.be

Unertl – Bio-Weisse mit Dinkel Alkoholfrei

In Mühldorf am Inn in Oberbayern ist die Brauerei Unertl beheimatet, die insgesamt sechs Weißbiere sowie einen Weißbierschnaps im Angebot hat. Noch bayrischer geht es ja wohl kaum noch. Und von dort kommt das alkoholfreie Weizenbier mit Dinkel, das jetzt vor mir steht. So weit ist das Bier ja schon fast normal, aber die Brauerei hat noch einen draufgelegt: die Zutaten für dieses Bier stammen aus biologischem Anbau. Und um die Krone aufzusetzen ist es nicht nur EU-Bio light, sondern echtes von Bioland zertifiziertes Bio. Mehr geht kaum. Das schlägt sich auch in der Qualität nieder, denn dieses Bier hat im Jahr 2010 im World Beer Cup die Silbermedaille erhalten. Dann will ich das Bier mal verkosten und feststellen, wie es mir gefällt.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Dabei entsteht eine für ein Weißbier recht kleine Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet malzig nach Karamell mit einem Hauch Nuss sowie leicht nach Bananen und Hefe.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die feinperlige Kohlensäure wirklich spritzig. Auf der Zunge offenbart sich der für ein alkoholfreies Bier überraschend voller Geschmack. Er ist für ein Weizenbier typisch mit seinem Geschmack nach Biskuit und Banane. Der Abgang ist stiltypisch mild und der Geschmack klingt überraschend lange nach.

In meinen Augen gehört das Unertl Bio-Weisse mit Dinkel zu den besten alkoholfreien Weißbieren.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Dinkelmalz, Hopfen (Tradition, Perle), Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

5° – 7° Celsius

Brauerei:

Unertl GmbH
Weißgerberstr. 7-12
84453 Mühldorf a. Inn
www.unertl.de

Grotten Santé

De Kazematten, die Stadtbrauerei von Ypern, wurde 2013 ins Leben gerufen, als sich zwei Brauer zusammentaten, um ihre Träume zu verwirklichen: Hans Depypere, der Besitzer der Brauerei Sint-Bernardus, und Rudy Ghequire, Manager und Braumeister bei Rodenbach’s. Die von ihnen gegründete Mikrobrauerei wird heute von Julie, der Tochter von Hans, und Rudys Sohn Maarten geleitet.

Die Brouwerij De Kazematten macht ihrem Namen alle Ehre, denn sie befindet sich an einem einzigartigen Ort: den Kasematten von Ypern, befestigten Verteidigungsanlagen, die mit ihren dicken Mauern einen unauslöschlichen Teil der Geschichte dieser Stadt aus dem 17. Jahrhundert darstellen. Vauban, ein berühmter Ingenieur, der für Ludwig XIV. von Frankreich Befestigungsanlagen baute, errichtete diese besonderen Kasematten in Houten Paard im Jahr 1680. Im Laufe der Jahre wurden diese gewölbten Kammern zur Lagerung von Munition und anderen Armeevorräten genutzt. Mit ihren Geschützstellungen heben sie sich von den anderen Souterrains oder unterirdischen Kammern in der Stadt ab.

Die Kasematten waren auch eine Art Zuhause für die Soldaten, die die Stadt im Laufe ihrer Geschichte verteidigt haben. Während des Ersten Weltkriegs – in dem die Stadt Ypern fast in Schutt und Asche gelegt wurde – richtete die britische Armee in den Kasematten ein Offizierskasino ein, einen Kommandoposten, ein Feldlazarett und einen Raum, in dem sich die müden Soldaten vom Kampf erholen konnten.

Die jüngste Brauerei in Ypern produziert jetzt auch das früher als Grottenbier bekannte Bier unter dem neuen Namen Grotten Santé. Das Bier wurde früher von der Brauerei Sint-Bernardus gebraut und reifte in den Mergelsteinhöhlen bei Kanne.

Grottenbier oder „Höhlenbier“ wurde vor vielen Jahren von einem der größten belgischen Brauer, dem (verstorbenen) Pierre Celis, dem legendären Gründer von Hoegaarden, entwickelt. Seine Idee erlangte große Popularität und hat nun ein neues Zuhause in den Kazematten von Ypern gefunden.

Das Grottenbier wurde zu einem bestimmten Zweck kreiert: um herauszufinden, wie sich konstant niedrige Temperaturen, wie sie in einer Höhle herrschen, auf die Geschmacksentwicklung eines Bieres auswirken würden. Die Temperaturen in den bombensicheren Souterrains der ehemaligen Festungsanlagen der Stadt Ypern, in denen dieses Bier nun reift, sind sowohl niedrig als auch stabil.

Als die Produktion von Grottenbier von der Brouwerij Kazematten übernommen wurde, erfuhr das Bier ein Facelifting, das sich in seinem neuen Namen widerspiegelt – Grottenbier ist jetzt unter dem Namen Grotten Santé bekannt. Die Rezeptur ist jedoch unverändert geblieben.

Jetzt reicht es aber mit der Theorie. Lassen Sie uns jetzt die Flasche öffnen und das Bier ins Glas einfüllen.

Blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige und hellbraune Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier damit schon mal wirklich ansprechend.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, Haselnuss und Vanille.

Der Antrunk ist durch die extrem reichlich enthaltene und kräftige Kohlensäure wirklich spritzig. Die Kohlensäure ist so dominant, dass sie den Geschmack des Bieres in den Hintergrund drückt. Erst nachdem sic das Bier auf der Zunge verteilt und einen Teil der Kohlensäure verloren hat, kommen die Röststoffe mit ihrem Geschmack nach Schokolade hervor. Dazu kommen noch einige Noten, die an verbrannten Toast erinnern. Das Bier ist nicht ausgewogen und die verbrannten Eindrücke sorgen zusammen mit der Trockenheit des Bieres für ein eher unangenehmes Mundgefühl. Im Abgang dominiert der Geschmack nach Mokka, der durchschnittlich lange nachklingt.

Noch eines fällt mir auf: Laut der Internetseite der Brauerei sollten beim Brauen des Bieres auch Kräuter zum Einsatz gekommen sein. In der Zutatenliste tauchen sie nicht auf und ich konnte sie auch weder im Aroma noch im Geschmack feststellen. Ich vermute mal, dass die Brauerei kürzlich die Rezeptur geändert hat und deshalb die Angaben noch nicht synchron sind.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Brouwerij De Kazematten
Houten Paard 1
8900 Ieper (Ypres)
Belgien
www.kazematten.be

Bootshaus Pils

Der Dümmer ist Niedersachsens zweitgrößtes Binnenmeer. Dort wird in der kleinen Privatbrauerei Bootshaus gebraut. Das Angebot dieser Brauerei ist überschaubar, da Christopher Franz offensichtlich mehr auf Qualität als auf Quantität achtet. Vor mir steht jetzt aus Pils und möchte nun endlich geöffnet werden.

Weizengelb und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber prangt eine voluminöse schneeweiße Schaumkrone. Sie ist feinporig und bleibt lange erhalten.

Der Hopfen dominiert das Aroma des Bieres mit seinen blumigen Düften und einer leichten Zitrusnote. Das Malz bleibt eher im Hintergrund.

Der Antrunk ist leicht süß und ich stelle fest, dass die Kohlensäure zwar sehr feinperlig ist, aber auch recht knapp dosiert wurde. Auf der Zunge ist das Bitter für ein norddeutsches Pils recht schwach ausgeprägt, aber die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist voll und rund. Ein schön süffiges Bier. Auch der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes freundliches Bitter aus, das lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

13,5 %

Bittereinheiten:

22 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

7° Celsius

Brauerei:

Bootshaus Privatbrauerei
Martinsfeld 7
49401 Dümmerlohausen
www.bootshaus-brauerei.de

Spencer – India Pale Ale

Heute steht mal wieder ein Trappistenbier vor mir, gebraut in der St. Josephs Abbay in den USA, dem einzigen Trappistenkloster in den USA, in dem Bier gebraut wird. Wie zu erwarten handelt es sich um ein IPA.

Intensiv goldfarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

In der Nase rieche ich neben Bitterorangen und Holz auch den Karamellduft des Malzes. Dabei ist das Aroma nicht so kräftig wie bei anderen IPAs, aber die Düfte sind gut aufeinander abgestimmt und machen einen – ich kann es nicht anders ausdrücken – edlen Eindruck.

Der Antrunk ist weniger süß als bei den europäischen IPAs und mir fällt die sehr gering dosierte aber sehr feinperlige Kohlensäure auf. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt, kommt ein freundliches Bitter dazu. Das Bier ist angenehm fruchtig, da sich die Aromen auf der Zunge widerspiegeln und für ein weiches und volles Mundgefühl sorgen. Dies wird auch durch einige blumige Noten unterstützt. Auch der Abgang ist fruchtig und bitter, so dass er sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

10° Celsius

Brauerei:

Brewery at St. Joseph’s Abbey
Spencer
Massachusetts
USA
www.spencerbrewery.com

Weiherer – Weizen Alkoholfrei

Die Brauerei Kundmüller aus Weiher wurde im Jahr 2020 von Meininger zu den Craft-Brauern des Jahres gekürt. Mit ihrem breit gefächerten Sortiment raffinierter Craftbiere haben sie diese Auszeichnung redlich verdient. Doch die fränkischen Brauer können nicht nur modernes Craftbier, auch die Klassiker aus dem Hause Kundmüller sind echte Bierspezialitäten.

Mittlerweile hat die Brauerei ihr Angebot um eine Auswahl alkoholfreier Biere ergänzt. Besonders beliebt ist das alkoholfreie Weizenbier, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große und feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Gegen die Optik dieses Bieres ist wirklich nichts zu sagen.

Düfte nach Banane und Mandarine steigen mir in die Nase und aus dem Hintergrund macht sich auch ein leichter Biskuitteigduft der Hefe bemerkbar. Damit ist das Aroma absolut stiltypisch.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die feinperlige Kohlensäure angenehm frisch. Von Anfang an schmecke ich die Fruchtigkeit nach Zitrusfrüchten, der Geschmack ist deutlich, aber nicht aufdringlich. Auf der Zunge kommt der Geschmack nach Banane in den Vordergrund, abgerundet durch einen Mandarinengeschmack. Obwohl das Bier nur sehr wenig Bitterstoffe enthält, ist das Mundgefühl recht voll und rund, vor allem, wenn ich bedenke, dass ich hier ein alkoholfreies Bier vor mir habe. Der Abgang ist sehr schlank und praktisch ohne Nachklang.

Das Bier hat sehr gut angefangen und die Top-Qualität auch lange gehalten. Leider fällt es im Abgang wirklich ab; sonst wäre es ein Top-Weizenbier unter den alkoholfreien.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei-Gasthof Kundmüller GmbH
Weiher 13
96191 Viereth-Trunstadt
www.brauerei-kundmueller.de

Tusker

Afrikanische Biere kommen mir selten unter die Augen, aber jetzt ist es mir gelungen, ein Bier aus Kenia zu ergattern. Bereits am 8. Dezember 1922 ließen die Gebrüder George und Charles Hurst die Kenya Breweries formell registrieren. Ihr erstes Bier brauten sie der Überlieferung nach in kleinen Kupfergefäßen, beheizt vom tropischen Holzfeuer. Die Flaschen füllten die beiden noch per Hand ab. Wie sich die Geschichten doch gleichen – irgendwie erinnert mich diese Überlieferung sehr an die veröffentlichten Darstellungen der Gründung heutiger Craft-Brauereien. Aber zurück zum Tusker. Das Bier wurde in Ostafrika bald bekannt und beliebt. Für Touristen gehörten Safari und Tusker-Bier bald untrennbar zusammen. 1923 wurde George Hurst – einer der Mitbegründer der Brauerei – von einem Elefantenbullen angegriffen und starb. In Erinnerung an seinen tragischen Tod wurde das Bier Tusker (Tusk = Elefantenzahn) genannt. Heute wird das Bier nach Tansania, Kanada, USA, Großbritannien und bereits seit 1995 auch nach Deutschland verschickt. Nun ist aber Schluss mit der Geschichte, jetzt will ich das Bier verkosten.

Strohgelb und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die leider recht flott in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist malzbetont mit einem leichten Karamellduft, der durch würzige Noten des Hopfens abgerundet wird.

Der Antrunk ist überraschend trocken und offenbart recht viel sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge kommt das Bitter in den Vordergrund. Ansonsten wirkt das Bier schlank und durch die fehlende Süße und Fruchtigkeit auch unausgeglichen. Der Abgang ist mild mit minimalem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Stammwürze:

10,5° Plato

Brauerei:

East African Breweries Group
P.O. Bos 30161
00100 Nairobi
Kenia
www.eabl.com

Cuxhavener Bierbrise – Grün

Ich finde es schon ziemlich mutig – da verkauft die Firma Köhn aus Cuxhaven vier Biere zu jeweils knapp 10 Euro die Flasche und verrät nicht einmal, um was für ein Bier es sich handelt. Auf dem Etikett stehen nur minimale Angaben – die Zutatenliste, auf der linken Seite das Logo des Unternehmens, auf der rechten Seite, dass sich das Unternehmen in Cuxhaven befindet, zusammen mit der Postleitzahl, aber ohne Straße und Hausnummer, der Alkoholgehalt sowie die URL der Website des Unternehmens. Ansonsten wird nur noch mitgeteilt, dass es sich um ein dunkles Bier handele. Auch die Namen der vier Biere aus Cuxhaven sind identisch. Sie unterscheiden sich auf der Flasche nicht und auf der Website des Unternehmens wird lediglich an den Namen noch die Farbe des Plastikkorkens angehängt. Sicherlich sind damit alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt, aber so minimale Angaben kenne ich sonst bei Bieren dieser Preisklasse nicht. Auch als ich auf der Website des Unternehmens nachsehe, erhalte ich keine weiteren Informationen, sondern lediglich die folgende Werbeaussage: „dunkler, naturtrüber, obergäriger Biertyp. Durch einen Anteil an Premium Röstmalz und den Einsatz von feinstem Hopfen entsteht eine vollmundige Bierbrise mit schöner Malznote und würzigem Abklang.“ Ach ja, dass das Bier eine Stammwürze von 15° Plato hat, steht auch noch dort. Aber genug vom Etikett und der Website, wende ich mich endlich dem Bier zu.

Fast blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber eine sehr voluminöse feste beige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist jedenfalls gelungen.

Das Aroma ist malzbetont mit einem deutlichen Schwerpunkt auf den Duft nach Mokka. Allerdings beschleicht mich das Gefühl, dass die Brauerei es etwas übertrieben hat mit dem Röstmalz, denn das Bier riecht auch leicht verbrannt. Aber gut, auch dafür gibt es Liebhaber; eventuell soll es ja so sein.

Der Antrunk offenbart eine angenehme leichte Süße, die durch die reichlich dosierte feinperlige Kohlensäure abgerundet wird. Auf der Zunge sind wie in der Nase die Röstaromen dominant. Ich schmecke jetzt neben der Schokolade auch Kaffee, aber auch hier stört mich ein leichter aber deutlich wahrnehmbarer Geschmack nach verbranntem Getreide. Im Abgang wird der Geschmack nach Kaffee stärker, dazu kommen eine leichte Säure sowie ein freundliches Bitter, das lange nachklingt.

Das Bier gefällt mir nicht schlecht, kann mich aber auch nicht begeistern. Irgendwie erscheint es nicht zu Ende gedacht zu sein.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,9% Vol.

Stammwürze:

15,0° Plato

Brauerei:

Köhnfinefood UG (haftungsbeschrängt)
Heerstr. 101
27478 Cuxhaven
www.koehnfinefood.com

St. Bernardus – Wit

Das St. Bernardus Wit wurde im Jahr 2001 erstmals von der Familienbrauerei Sint Bernardus im westflämischen Watou nahe der französischen Grenze gebraut. Heute wird es weltweit geschätzt und gehört auch meiner Meinung nach zu den besten Witbieren. Deshalb will ich es auch nicht warten lassen und öffne jetzt die Flasche.

Golden mit einem leichten orange Stich und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone löst sich leider recht schnell auf.

Düfte nach Zitrus und Banane, nach Apfel und Orangenschale steigen mir in die Nase, dazu der Duft des Korianders, Aromen nach Gewürznelken und Pfeffer steigen mir in die Nase. Abgerundet wird das Bier durch eine leichte Teignote der Hefe.

Der Antrunk ist mäßig süß mit einer sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge ist das St. Bernardus Wit fruchtig-würzig, der Koriander kommt deutlich kräftiger zum Vorschein als in der Nase. Das Mundgefühl ist voll und fast samtig, dabei aber auch leicht. Der Abgang ist zunächst sehr mild, bev or sich das Bitter entwickelt, das dann lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Farbe:

12 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 8° Celsius

Bittereinheiten:

10 IBU

Brauerei:

Brouwerij St. Bernard
Trappistenweg 23
8978 Watou
Belgien
www.sintbernardus.be