Archiv der Kategorie: Biertest

Grüner Anarchist – Geile Zig

Grüner Anarchist ist eine Brauerei in Franken. Die Philosophie des Unternehmens wird auf der Website der Brauerei so dargestellt: „Bei Grüner Anarchist bringen wir dich endlich wieder zurück zu den echten, inneren Werten. Traditionelles Brauhandwerk trifft auf beste, natürliche und regional angebaute Zutaten, die der Grüne Anarchist zu einem einzigartigen Geschmacksprofil zusammensetzt. Und warum? Weil wir endlich wieder eine Biermarke brauchen, die nicht nur geschmacklich überzeugt, sondern auch die inneren Werte schätzt und pflegt. Denn das ist grüne Anarchie! Echtes Handwerk – Echt Natur – Echt anders. Das ist Grüner Anarchist.

Wir von Grüner Anarchist verbinden ursprüngliche, handwerkliche Braukunst mit den kreativen Ideen der Craft Beer Bewegung. Natürlich gebraut legen wir bei all unseren Sorten besonders viel Wert auf natürliche Rohstoffe – denn die besten Inhaltsstoffe sind für uns gerade gut genug!

Natürliche Bio-Malze und Bio-Hopfen bilden den Körper und die Seele unserer Biere.

Besonders unsere „Alten Landmalzsorten“, die noch nicht zu Hochleistungszüchtungen der Agrarindustrie stilisiert worden sind, bringen einen einzigartigen Geschmack in alle Biere von Grüner Anarchist. Immer ganz nach dem Motto: Echtes Handwerk, Echt Natur, Echt anders!“

Das klingt doch soweit schon mal gut. Nur eines macht mich stutzig – die Brauer schreiben mehrfach von Rohstoffen aus biologischer Erzeugung. Auf den Etiketten ist aber keines der bekannten Biosiegel abgedruckt. Das muss nichts heißen, aber irgendwie hätte ich dafür schon gerne eine Begründung. Aber gut, wende ich mich jetzt dem Bier zu.

Hell goldfarben und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Die Aromen des Hopfens stürmen meine Nase. Ich rieche Düfte nach Zitrusfrüchten und Melone, dazu grasige Noten. Abgerundet wird das Aroma durch die Karamellnoten des Malzes, die sich aber im Hintergrund halten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße aus. Obwohl die sehr feinperlige Kohlensäure vergleichsweise zurückhaltend eingesetzt wurde, wirkt das Bier frisch und angenehm. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider und es gesellt sich noch der Geschmack nach frisch geernteten Kräutern dazu. Die Bitterkeit des Hopfens hält sich überraschend im Hintergrund, während die Süße erhalten bleibt und für ein volles Mundgefühl sorgt. Erst im Abgang kommt das Bitter in den Vordergrund, wo es aber weiterhin mild und diskret bleibt, aber trotzdem überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

12 ° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Brauhaus Binkert
Westring 5
96149 Breitengüßbach
www.mainseidla.de

für

Grüner Anarchist
Am Riegel 3
97783 Karsbach
www.grüneranarchist.de

Pinta – Mini Maxi Red

Jetzt steht mal wieder eine Premiere vor mir – mein erstes alkoholfreies Sauerbier. Es stammt aus Polen, einem Land, in dem die Brauer sehr experimentierfreudig sind und durchaus auch bereit zu sein scheinen, Grenzen zu überschreiten.

Die Jungs von Pinta gehören zu den Urgesteinen der Craft Beer-Bewegung in Polen. Ihre große Reise begann am 28. März 2011, als sie die erste Charge von „Atak Chmielu“ (deutsch: „Angriff des Hopfens“) brauten – das erste kommerzielle IPA in Polen.

Seitdem brauen die drei immer wieder neue Ales, Lagerbiere und Sauerbiere. Dies geschieht entweder alleine oder in Zusammenarbeit mit ihren Freunden aus polnischen und ausländischen Brauereien.

Im Jahr 2015 begannen sie, verschiedene saure Biere zu brauen. Alles begann mit einem Roggen Sour Ale namens Kwas Alfa, gebraut mit Tobias Emil Jensen von der dänischen To Øl Brauerei. Pinta war auch die erste polnische Brauerei, die die Grenze überschritt und internationales Kooperationsbier außerhalb Polens braute. So haben sie Lublin to Dublin produziert – ein Stout, das 2014 in Dublin, Irland, von den Brauereien Pinta und O’Hara’s gebraut wurde. Im Jahr 2015 folgte die bereits erwähnte Zusammenarbeit mit der französischen Brasserie du Pays Flamand und dem dänischen To Øl. Sogar bis nach Japan sind die Brauer gereist, um gemeinsam mir der dortigen Baird Brewing Co ein Bier zu kreieren. Das hat vorher noch keine andere polnische Brauerei geschafft.

Rot, fast wie Johannisbeersaft, und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige rosa Schaumkrone, die sehr stabil erhalten bleibt. Die Optik ist auf jeden Fall schon mal toll.

Das Bier duftet intensiv nach roten Johannisbeeren, Hiumbeeren und Kirschen, dazu kommen würzige Noten des Hopfens, die das Aroma perfekt abrunden. Das Malz kann ich nicht riechen.

Der Antrunk offenbart eine leichte spritzige Süße. Die leichte angenehme Säure kommt auf der Zunge zum Vorschein, wo sie gut mit der Herbheit des Hopfens harmoniert. Jetzt erinnert mich das Bier an einen guten und nicht zu süßen Obstwein. Obwohl es sich beim Mini Maxi Red um ein alkoholfreies Bier handelt, ist das Mundgefühl rund und voll. Der Abgang ist mild-fruchtig mit kurzem Nachklang.

Nach Mini Maxi Mango ist Mini Maxi Red der zweite alkoholfreie Knaller aus dem Hause Pinta. Das fruchtige Sauerbier wird mit frischen Kirschen und Himbeeren und dem Saft roter Johannisbeeren eingebraut und ist dementsprechend köstlich.

Der Antrunk präsentiert einen leichtfüßigen Körper mit feinsinnig ausgewogener Säure. Eine zarte Bittere balanciert die saftig-süße Fruchtsäure von Kirschen, Himbeeren und Johannisbeeren elegant aus, während eine kräftige Hopfennote dem Aromenspiel einen tollen Kick verleiht. Eine leicht prickelnde Kohlensäure lässt die Geschmacksnuancen auf der Zunge tanzen und trägt zum erfrischenden Charakter des Bieres bei. Das Finish ist knackig sauer und schmeckt vollmundig nach saftigen, roten Johannisbeeren.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kirschsaft, Johannisbeersaft, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Browar PINTA Sp. z o.o.
ul. Na Oklu 22
34-300 Żywiec
Polen
www.grupazywiec.pl

H45. kraft

Wieder einmal steht jetzt ein Bier vor mir, dessen Name für mich nicht sofort einen Sinn ergibt. Doch es gibt ihn. Kuehn Kunz Rosen hat dieses Bier als Hausbier für die Eventlocation Halle 45 in Mainz gebraut. Da ich mit den Bieren aus der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz bislang nur gute Erfahrungen gemacht habe, vermute ich auch diesmal ein besonderes Geschmackserlebnis.

Golden und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine überdurchschnittlich große feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist sehr fruchtig. Düfte nach Zitrusfrüchten und Ananas steigen mir in die Nase, abgerundet durch feine Malznoten, die an Kekse erinnern. Das macht Lust auf den ersteen Schuck.

Wie das Aroma ist auch der Antrunk fruchtig-frisch und spritzig. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider und ich meine noch zusätzlich den Geschmack nach Maracuja festzustellen. Bitterstoffe sind nur dezent eingesetzt; trotzdem ist das Mundgefühl voll und rund. Der Abgang wird durch ein mildes freundliches Bitter dominiert, das lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener Malz), Hopfen (Mosaic, Galena, Hüll Melon, Summit), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Kuehn Kunz Rosen GmbH
Weisenauer Str. 15
55131 Mainz
www.kuehnkunzrosen.de

Estaminet 0.0

Ein Estaminet ist eine typisch belgische Gaststätte, die sich allerdings auch im Norden Frankreichs findet. Sie kombiniert Café, Kneipe und Restaurant. Es diente der Bevölkerung als Treffpunkt, quasi das, was wir in Deutschland als Dorf- oder Stadtteilkneipe kennen. Dass das alkoholfrei Bier, das jetzt vor mir steht, so benannt ist, löst bei mir bereits einige Erwartungen an dieses Bier aus.

Golden und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Dabei entsteht nur wenig feinporiger Schaum, der recht flott in sich zusammenfällt.

Die Süße des Malzes steigt mir deutlich in die Nase, begleitet durch das Herbe und Würzige des Hopfens. Im Grunde handelt es sich hier um ein für ein Pils typisches Aroma, das bei alkoholfreien Bieren aber meist nicht so deutlich hervorkommt.

Der Antrunk ist spritzig-frisch mit einer leichten Süße. Passend dazu dosiert gesellt sich afu der Zunge ein leichtes Bitter dazu, das zu einem für ein alkoholfreies Bier überraschend vollen Mundgefühl führt. Im Abgang wird das Bitter kräftiger, so dass es die Süße verdrängt und lange nachklingt.

Das Estiminet ist ein überraschend süffiges Bier ohne Alkohol. So etwas würde ich mir häufiger wünschen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, natürliches Aroma, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

0,0 % Vol.

Bittereinheiten:

17 IBU

Farbe:

6,5 EBC

Brauerei:

Palm nv-sa
Steenhuffeldorp 3
1840 Steenhuffel
Belgien
www.palm.be

Bootshaus – Red Secret

Das Red Secret stammt aus der Kleinbbrauerei Bootshaus am Dümmer. Es handelt sich um ein rotes Lager, womit schon mal der erste Teil des Namens erklärt ist. Der zweite Namensteil weist auf den verwendeten Hopfen hin, den Vic Secret. Zu dieser australischen Hopfensorte schreibt der Hopfenhändler BarthHaas: „Vic Secrets Geschichte beginnt bereits im Jahr 2000: Als Sämling wurde sie angepflanzt und ging mit riesigen Schritten durch das Züchtungsprogramm bis sie letztendlich, von allen sehnlichst erwartet, 2010 freigegeben wurde. Erst seit 2013 wird diese Zuchtsorte kommerziell produziert und trägt als Geheimtipp ihren Namen völlig zurecht. Bei dieser Zuchtsorte stehen starke Ausprägungen von grünen Früchten wie Stachelbeere und Quitte, süßen kandierten Früchten, Zitrusnoten von Grapefruit sowie roten Beeren wie Erdbeeren gegenüber. Besonders herauszuschmecken sind auch Ananas und Maracuja. Zudem runden intensive, blumige Noten von Rose und Apfelblüte das Gesamtgeschmacksprofil ab.“ Na, klingt das nicht verheißungsvoll?

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine sehr voluminöse beige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Leichte Röststoffe unterstützen die Fruchtigkeit. Ich rieche Orange, Ananas, Maracuja und auch die Herbe eines Harzes. Diese Aromen machen richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur feinperligen Kohlensäure dieses Biers passt. Auf der Zunge ist die Fruchtigkeit im Vordergrund, die durch ein gut angepasstes freundliches Bitter abgerundet wird. Das Mundgefühl ist voll und weich. Im Abgang wird das Bitter etwas schwächer und es klingt lange nach.

Das Red Secret ist ein angenehmes leichtes Sommerbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Red X), Hopfen (Vic Secret), Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Bootshaus Brauerei
Inhaber: Christopher Franz
Schützenweg 20
49448 Marl
www.bootshaus-brauerei.de

Coedo Beniaka

Die Japanische Esskultur ist dafür bekannt, ausschließlich makellose Rohstoffe zu verwenden. Wenn alle Rohstoffe optisch einwandfrei sein sollen, führt das selbstverständlich zu einer ungeheuren Verschwendung, da alle Lebensmittelrohstoffe, die die kleinste Stelle aufweisen oder eine falsche Größe haben, vernichtet werden. Die Brauer von Coedo haben daher aussortierte Süßkartoffeln genommen und daraus dieses Bier kreiert, das bereits viele Auszeichnungen erhalten hat:

  • Meininger International Craft Beer Award 2017 Silver Award
  • Australian International Beer Award Bronze Award 2015/2017
  • LA International Beer Competition 2016 Bronze Award
  • Classic Lager Style vor Feb 2015
  • European Beer Star Gold Award 2012
  • 2010 World Beer Cup Silver Award
  • 2010 European Beer Star Gold Award
  • 2009 European Beer Star Silver Award
  • 2007-2009 iTQi Three Stars Award in Folge dann ausgezeichnet „Crystal Taste Award“
  • 2008 Ausgewählt als eine der 88 besten Kooperationen zwischen Landwirtschaft, Handel und Industrie.
  • Monde Selection Grand Gold Award 2007

Bei so vielen Auszeichnungen muss dieses Bier aus Japan ja gut sein.

Rubinrot läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große sahnige und elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist leicht süß, ich vermute, dass dies von der Süßkartoffel kommt. Dazu gesellen sich der Duft nach Karamell und die Würzigkeit des Hopfens. Erstaunlich – insgesamt erinnert das Aroma an einen Rotwein.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur kräftigen und feinperligen Kohlensäure passt. Und auf der Zunge? Ich kann es gar nicht richtig beschreiben. Auf jeden Fall ist der Geschmack ungewönlich. Ist das Bier im Holzfass gereift? Kommt der ungewöhnliche aber ausnehmend gute Geschmack von der Süßkartoffel? Jedenfalls ist das Bier nur gering bitter und enthält wenig Säure. Trotzdem ist es vollmundig und macht einfach einen edlen Eindruck. Eindeutig herauszuschmecken ist nur das Karamellmalz. Im Abgang kommen die Bitternoten deutlicher zum Vorschein und auch mein Eindruck, dass das Bier im Holzfass gereift ist, verstärkt sich. Der Geschmack klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Süßkartoffel, Hopfen

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Brauerei:

Kyodoshoji Corporation Limited
2-20-1 Nakadaiminami
Kawagoe, Saitama
Japan
www.coedobrewery.com

Gampertbräu – Förster-Pils

Die Privatbrauerei Gampertbräu aus Weißenbrunn bei Kronach gehört zu den traditionsreichen Brauereien in Franken. 1514 wurde die Brauerei gegründet und befindet sich seitdem im Familienbesitz.

Die Brauerei beschreibt die Situation, in der sie sich heute befindet, auf ihrer Website wie folgt: „Heute ist die Gampertbräu ein leistungsfähiger, mittelständischer Familienbetrieb auf einem modernen Technologiestand. Ausgezeichnete Produkte, hoher Bekanntheitsgrad, große Akzeptanz beim Verbraucher und engagierte Mitarbeiter lassen die Geschäftsleitung optimistisch und zuversichtlich in die Zukunft schauen. Unter dem Motto „Klasse statt Masse“ erwirbt sich die Gampertbräu in einem hart umkämpften Markt einen Wettbewerbsvorteil, der gerade für eine mittelständische Brauerei von existentieller Bedeutung ist. Die Verbundenheit zu ihrer Kundschaft wird oftmals durch jahrzehnte, ja sogar jahrhunderte lange Treue dokumentiert.“

Hell goldgelb und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Düfte nach Biskuit sowie einige würzige Noten steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist recht süß, was gut zur reichlich dosierten Kohlensäure passt. Auf der Zunge kommt ein passendes Bitter zur Süße. Dabei ist das Bier frisch und vollmundig, kurz gesagt süffig. Im Abgang wird das Bier trockener und ein freundliches Bitter mit langem Nachklang übernimmt das Kommando.

Dieses Bier beweist, dass in Franken nicht nur das Helle von hervorragender Qualität ist, sondern dass auch ein ordentliches Pils gebraut werden kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Gebr. Gampert GmbH & Co. KG
Braustraße 2-4
96369 Weißenbrunn
www.gampertbraeu.de

Novice Black Tripel

Der Ursprung dieser Brauerei soll bis ins18. Jahrhundert zurückreichen. Damals gründete Balthazar De Landtsheer die Brauerei De Halve Maan (die mit der heutigen Brauerei gleichen Namens aber nichts zu tun hatte). Die Brauerei bestand unter wechselnden Namen, bis sie nach dem zweiten Weltkrieg in wirtschaftliche Schieflage geriet und lediglich für andere Brauereien deren Bier abfüllte. Erst im Jahr 1997 nahm Manu De Landtsheer das Brauen wieder auf und benannte die Brauerei in Brouwerij Malheur um. Das Programm dieser Brauerei ist nicht allzu umfangreich, aber das muss ja kein Nachteil sein. Jetzt steht das Novice Black Tripel vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Sehr dunkel mahagonifarben, fast blickdicht schwarz, präsentiert sich das Bier im Blas. Die durchschnittlich große, sahnige und beige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. So lobe ich mir mein Bier.

Die Düfte der Röststoffe halten sich mit denen nach Trockenfrüchten wie Feigen und Rosinen in etwa die Waage. Dazu kommen noch Noten roter Früchte.

Der Antrunk ist frisch mit einer leichten Süße und einer gut dosierten feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge drängen sich zunächst die Röststoffe mit einer leichten Bitterkeit in den Vordergrund, bevor die fruchtigen Noten zum Vorschein kommen. Das Mundgefühl ist leicht und schlank. Im Abgang kommt überraschend ein ordentliches Bitter mit langem Nachklang zum Vorschein.

Sowohl der Antrunk als auch der Körper und der Abgang sind für sich genommen recht langweilig; zusammen sind sie aber doch in der Lage, mich mit ihrem Zusammenspiel zu verwöhnen. Auffällig ist noch, dass die Brauerei diesem Bier eine Mindesthaltbarkeit von drei Jahren zuspricht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Hopfen, Gewürze, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

5° – 8° Celsius

Brauerei:

De Landtsheer Brouwerij Malheur
Mandekensstraat 179
9255 Buggenhout
Belgien
www.malheur.be/

Maisel & Friends – Summercrew Session IPA

Ich habe den Eindruck, dass es sich in Bayreuth zur Tradtion entwickelt, dass die Abschlussjahrgänge der Azubis der Brauerei Maisel ihr eigenes Bier brauen und dieses Bier als Sondersud in den Verkauf kommt. Nach dem Erfolg im letzten Jahr hat die sieben Azubis, die sich selbst den Namen Summercrew gegeben haben, ein Session IPA gebraut.

Das Maisel Project 2021, so der Name des Ausbildungsprogramms, baut im Wesentlichen auf vier Schritten auf. Dazu gehören die Entwicklung des Rezepts für das spätere Bier, das Einbrauen des Sudes, das Design des Etiketts sowie letztendlich das Erschließen der Vertriebskanäle und die Öffentlichkeitsarbeit. So ein vollständiges Projekt bekommen die wenigsten Auszubildenden angeboten. Kommen wir aber zum Bier.

Goldgelb und leicht opalisierend läuft das Bier ins Glas. Die dabei entstehende Schaumkrone ist relativ klein, bleibt aber lange erhalten. Gegen die Optik ist schon mal nichts zu sagen.

Eine Vielzahl fruchtiger Aromen steigt mir in die Nase. Ich rieche neben Zitrusfrüchten und roten Früchten auch bittere Noten, die an Grapefruitkerne erinnern. Bereits in der Nase treffen sich die typischen Eigenschaften eines IPAs mit den Früchten des Sommers. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mäßig süß und sorgt mit der reichlich enthaltenen feinperligen Kohlensäure für eine ungeheure frische. Auf der Zunge sticht zunächst das an Grapefruitkerne erinnernde fruchtige Bitter hervor, während sich der Geschmack nach Zitrus und roten Früchten erst entwickelt. Eine leichte Süße, die an Honig erinnert, rundet den Eindruck ab, so dass ein rundes und weiches Mundgefühl entsteht. Der Abgang ist überraschend mild und die Fruchtigkeit klingt noch lange in der Kehle nach.

Mit der Fruchtigkeit und dem vergleichsweise geringen Alkoholgehalt von 4,3 Volumenprozent ist das Bier der fränkischen Auszubildenden hervorragend für die kommenden heißen Sommertage geeignet. Wie immer gibt es das Bier im Brauereiladen in Bayreuth oder im Versand erhältlich. Und nicht vergessen: Wenn das Bier weg ist, dann ist es weg und wird auch nicht mehr nachgeliefert. Schnell sein lohnt sich also.

Bevor ich es vergesse: Wenn Sie sehen wollen, wer dieses Bier „verbrochen“ hat, lohnt es sich, das Bier zu bestellen. Die Auszubildenden haben sich auf dem Etikett verewigt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Kara Ebenholz, Kara Eiche), Hopfen (Amarillo, Aramis, Callista, Calypso, Barbe Rouge, Monroe, Polaris, Topaz), Hefe

Alkoholgehalt:

4,3 % Vol.

Stammwürze:

9,8° Plato

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Belhaven – Scottish Oat Stout

Die Belhaven Brewery wurde im Jahr 1719 gegründet. Von dort stammt das Stout, das jetzt vor mir steht. Es ist eines der Biere dieser Brauerei, die am Längsten gebraut werden und die sich auch am Besten verkaufen. Eigentlich dürfte bei diesem Bier ja nicht schieflaufen.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine mittelbraune sahnige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont mit Düften nach Mokka, dunkler Schokolade, Karamell und Vanille, aber auch der Alkohol steigt mir leicht in die Nase.

Der Amtriml ist frisch mit reichlich Kohlensäure. Dazu kommt eine kräftige Süße, die gut zur cremigen und seidigen Textur des Bieres passt. Auf der Zunge kommt der Geschmack nach Mokka in den Vordergrund, begleitet durch Noten dunkler Schokolade, Rosinen, Kirschen und Lakritz. Das Mundgefühl ist voll, weich und rund. Im Abgang dominiert der Geschmack nach Espresso mit einem langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Belhaven Brewery
Brewery Lane
EH42 1PE Dunbar
Großbritannien
www.belhaven.co.uk