Archiv der Kategorie: Biertest

Lowlander 0.00 Wit

Das Lowlander 0.00 Wit, das jetzt vor mir steht, stammt aus Amsterdam und ist dem Erfinder Cornelis Drebbel gewidmet, der als erster die Idee für den Bau von U-Booten hatte. Sein erstes Exemplar, das er aus einem Boot und zwei Holzfässern zusammenzimmerte, war zwar noch nicht vollständig funktionstüchtig, lieferte aber das Prinzip, nach dem U-Boote heute noch gebaut werden. Dabei erschien es damals unmöglich, ein Boot unter der Wasseroberfläche fahren zu lassen.

Ähnlich unmöglich erscheint es heute, ein Bier zu brauen, das wirklich keinen Alkohol enthält. Bei der Vergärung des Malzes entsteht immer eine gewisse Menge Alkohol. Nun hat die Brauerei aber versucht, trotzdem ein Bier herzustellen, das wirklich 0,0 Prozent Alkohol enthält. Das Ergebmis ist das Lowlander 0.00 Wit, das seinen Alkoholgehalt damit auch bereits im Namen trägt. Aber die Brauerei hat noch mehr vor. Sie versucht, den ökologischen Fußabdruck des Bieres so klein wie möglich zu halten, indem sie für die Fruchtigkeit in den umliegenden Restaurants und Bars die Schalen der dort verwendeten Zitronen und Orangen einsammelt und diese beim Brauen des Biers einsetzt.

Blassgelb und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine durchschnittlich voluminöse feinporige Schaumkrone, die auch durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet fruchtig nach Zitrusfrüchten. Leider kommt das Malz nicht so richtig zur Geltung, so dass das Aroma eher an eine Limonade erinnert.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine frische Süße aus. Auf der Zunge gesellt sich noch eine fruchtige Säure dazu; bittere Noten vermisse ich. Das Mundgefühl ist schlank. Das Witbier ist durchaus erfrischend, aber es macht eher den Eindruck einer Limonade als den eines Bieres. Auch im Abgang kann ich kein Bitter feststellen und der frisch-fruchtige Geschmack klingt langsam aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Orange, Zitrone

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Lowlander Beer Co.
Hannie Dankbaarpassage 39
1053 RT Amsterdam
Niederlande
www.lowlander-beer.com

Duckstein – Rubin Bock

Nun steht wieder einmal ein Bier vor mir, das nur jahreszeitlich erhältlich ist. Es handelt sich um den Rubin Bock von Ducksteiner in Hamburg. Ducksteiner ist ein Tochterunternehmen von Holsten, das wiederum zu Carlsberg gehört. Um ehrlich zu sein: die deutschen Marken, die zu Carlsberg gehören, können mich nicht so richtig überzeugen. Meiner Meinung nach sind sie eher zum Wirkungstrinken geeignet als zum Genuss oder auch, um nach einem anstrengenden Arbeitstag den Stress abzuschütteln. Andererseits fallen die Standardbiere von Duckstein durchaus etwas aus dem Rahmen und wenn von dort ein Bier kommt, das für einen speziellen Anlass gebraut wurde (in diesem Fall für den Winter), dann kann ich doch einige Qualität erwarten. Dies gilt besonders, weil ich weiß, dass aus Polen einige Biere aus dem Hause Carlsberg stammen, die mich begeistern konnten. Mal sehen, was jetzt auf mich zukommt.

Hell bernsteinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone hat einen leichten Gelbstich und bleibt sehr lange erhalten. Optisch ist das Bier also schon mal wirklich ansprechend.

Das Bier duftet nach Karamell, dazu kommen leichte Töne nach Rauch, Holz und Whiskey. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine stiltypische Süße aus. Leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure eher knapp vorhanden. Da würde ich mir etwas mehr wünschen. Auf der Zunge überrascht die Kraft des Rauchgeschmacks, die deutlich stärker ist als ich es in der Nase wahrgenommen habe. Die Süße wird jetzt durch ein gut abgestimmtes Bitter begleitet, abgerundet durch einen Hauch Vanille. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang ist der Rubin Bock leicht bitter mit durchschnittlichem Nachklang.

Mit diesem leider nur saisonal angebotenen Bier beweisen die Brauer aus Hamburg, dass sie Biere brauen können, die aus dem Mainstream herausstechen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Cara hell, Rauchmalz), Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh, Hüll Melon, Tettnanger Aroma, sowie ein nicht näher benannter Aromahopfen)

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Bittereinheiten:

24 IBU

Brauerei:

Duckstein GmbH
Jürgen-Töpfer-Str. 50, Haus 18
22763 Hamburg
www.duckstein.de

Silly – SWAF Triple

Wieder einmal steht ein Bier aus dem wallonischen Teil Belgiens vor mir, genauer gesagt aus Silly. Es handelt sich um ein helles Triple, das mit Koriandersamen gebraut wurde und auf den etwas merkwürdigen Namen SWAF hört.

Bernsteinfarben und nur leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine voluminöse feinporige Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet intensiv nach Getreide mit blumigen Noten. Langsam entwickelt sich ein Duft nach Zitrusfrüchten, der mit der Zeit immer kräftiger wird und sich mit würzigen Noten vereint. Dazu kommt ein Hauch Banane.

Der Antrunk ist süß mit einer sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge gesellt sich eine fruchtige Säure zur Süße und der Geschmack des Korianders kommt kräftig zum Vorschein. Das Mundgefühl ist voll und weich. Der Abgang ist fruchtig und würzig, aber leider mit nur kurzem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Koriander, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Brauerei:

Brasserie de Silly SA
Rue Ville Basse 2
7830 Silly
Belgien
www.silly-beer.com

Hildesheimer Braumanufaktur – Gesellensud Christopher Gieseke

Im Jahr 2016 wurde die Hildesheimer Braumanufaktur gegründet Mit dem „Gesellensud“, der jetzt vor mir steht, stellt der dort ausgebildete Brauer Christopher Giesecke sein eigenes Bier vor. Es handelt sich um ein Weizenbier mit einem Alkoholgehalt mit 5,3 Volumenprozent Alkohol.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die anfangs üppige feinporige Schaumkrone fällt leider bis auf einen Rest recht schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist malzbetont mit einer verhaltenen Fruchtigkeit nach Banane, ergänzt durch grasige und kräuterige Noten des Hopfens.

Der Antrunk ist recht süß und zeichnet sich durch wenig sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge ist das Bier nicht so fruchtig wie ich es erwartet hätte. Dafür ist das Bier kräftiger bitter, ohne dass dieser Geschmackseindruck übermäßig wird. Das Mundgefühl ist weich und voll, was zumindest teilweise an den verwendeten Haferflocken liegt. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes freundliches Bitter mit überraschend langem Nachklang aus.

Alles in Allem ist Chistophers Gesellensud ein leckeres Weizenbier, das aus der Masse der Weizenbiere hervorsticht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Haferflocken, Hopfen (Premiat, Hildesheimer Gartenhopfen), Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur
Jan Pfeiffer & Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Flying Dutchman – Rose Hipped Hibiscus Dipped Flower Power Funky Sour

So, da hat sich der Fliegende Holländer wieder ein ungewöhnliches Bier einfallen lassen, das einige angesehene Preise gewonnen hat, z.B. The International Beer Challenge 2017 sowie bei den World Beer Awards 2017, 2019 und 2020. Das Bier muss also etwas besonderes sein.

Aber was hat es mit diesem Namen auf sich? Und dann noch ein rosa Etikett! Mann, das muss offiziell das am mädchenhaftesten aussehende Bier aller Zeiten sein. Es wird mit Pilsner- und Weizenmalz und mit frischem Hagebuttensaft im Sudkessel gebraut. Das Bier reift auf Hibiskusblüten und französischen Eichenchips. Die zusätzliche Trockenhopfung mit Nelson Sauvin-Hopfen rundet es ab. Dann will ich doch mal sehen, ob diese ganze Arbeit sich auch gelohnt hat.

Kupferfarben und mit einer durchschnittlich voluminösen festen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas.

Das Aroma ist blumig mit einer angenehmen fruchtigen Säure sowie Noten nach Honig und Toffee. Das macht schon mal Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist durch die reichlich vorhandene Kohlensäure frisch und angenehm. Auf der Zunge verbreitet sich eine fruchtige Säure, die an grüne Äpfel erinnert. Aus dem Hintergrund kommen eine passend dosierte Süße sowie der unverkennbare Geschmack von Hibiskusblüten. Bitterstoffe kann ich nicht feststellen. Auch der Abgang ist mild und durch einen fruchtigen Nachklang geprägt.

Alkoholgehalt:

4,0 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

5° Celsius

Brauerei:

The Flying Dutchman Brewing Co.
Tapolanku 2
Vantaa
Finnland
www.flyingdutchmanbrewingcompany.com

Engel – Hefeweizen naturtrüb

Im baden-württembergischen Teil Frankens liegt Crailsheim und von dort stammt das naturtrübe Hefeweizen, das jetzt vor mir steht.

Bernsteinfarben und mit nur leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die mittelporige Schaumkrone fällt bis auf einen Rest sehr schnell in sich zusammen.

Düfte nach Banane und Nelke steigen mir in die Nase, abgerundet durch den Duft der Hefe sowie das Aroma nach Waldhonig.

Der Antrunk ist fruchtig und frisch, leider mit nur wenig sanfter Kohlensäure. Die Fruchtigkeit, die die Aromen widerspiegelt, bleibt auch auf der Zunge erhalten. Dabei ist das Bier stiltypisch nur wenig bitter. Das Mundgefühl ist voll und rund. Auch der Abgang ist fruchtig und wenig bitter, dafür aber mit überraschend langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Magnum: Spalt Select), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 %

Stammwürze:

12,7° Plato

Farbe:

24 EBC

Brauerei:

Biermanufaktur Engel GmbH & Co. KG
Haller Straße 29
74564 Crailsheim
www.engelbier.de

 

St. Bernardus – Pater 6

Evariste Deconinck gründete die Brauerei St. Bernardus wurde kurz nach dem 2. Weltkrieg im Jahr 1946. Er schloss einen Vertrag mit der Sint-Sixtusabtei Westvleteren ab, die beschlossen hatten, ihr Bier nicht mehr selbst zu brauen. Evariste Deconinck sicherte sich die Rechte an den Trappistenbieren für 30 Jahre und der polnische Braumeister der Abtei Westvleteren verließ die Abtei, um von nun an das Sint-Sixtus Trappistenbier unter dem Label der Brauerei zu brauen. In der Abtei wurde nur noch für den Eigenbedarf gebraut. 1962 wurde diese Lizenz um weitere 30 Jahre verlängert, bis die Trappistenmönche der Abtei Sint-Sixtus Westvleteren 1992 beschlossen, das Bier wieder selbst innerhalb der Mauern der Abtei zu brauen, um ihr Bier mit dem Label „Authentic Trappist Product“ versehen zu können. Die St. Bernardus Brauerei braute die Trappistenbiere unter den denselben Rezepten der Abtei weiter, mussten jedoch in „St. Bernardus“ umbenannt werden. Sie hießen fortan Pater 6, Prior 8 und Abt 12. Später wurden diesem historischen Sortiment weitere Biere hinzugefügt. Die Brauerei trägt das Label „Belgian Family Brewers“.

St. Bernardus Pater 6, das jetzt vor mir steht, ist ein dunkles, obergäriges Dubbel mit Flaschengärung.

Kastanienbraun und mit einer gemischtporigen mittelbraunen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt durchschnittlich lange erhalten, so dass das Bier optisch schon mal einen guten Eindruck macht.

Intensive Karamellnoten steigen mir in die Nase, dazu die Aromen dunkler Schokolade und von roten Früchten.

Der Antrunk ist wie von mir erwartet recht süß imd er weist eine feinperlige Kohlensäure auf. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, wobei sich der Geschmack nach Mokka dazugesellt, genau wie eine leichte Fruchtigkeit, die an Pflaumen und Trockenfrüchte erinnert. Bittere Noten sind kaum zu vernehmen. Das Mundgefühl ist rund und weich. Auch der Abgang ist mild und das freundliche Bitter klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

45 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

St.Bernardus
Trappistenweg 23
8978 Watou
Belgien
www.sintbernardus.be

Maisel & Friends – Bourbon Bock 2021

Seit fünf Jahren stellt die Brauerei Maisel & Friends Jahrgangsbiere her, die in Holzfässern gereift wurden, in denen vorher Spirituosen lagerten. Eines dieser Biere ist der Boubon Bock, von dem jetzt der Jahrgang 2021 vor mir steht.

Die Reifung in den Fässern dauerte mehrere Monate. Die Fässer stammen aus verschiedenen namhaften amerikanischen Destillerien und auch ein paar frisch getoastete Eichenholzfässer kamen für das perfekte Ergebnis zum Einsatz, bevor das Bier in die auffälligen Flaschen mit 0,75 Liter Inhalt gefüllt wurde.

Kupferrot strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die gemischtporige Schaumkrone fällt leider recht schnell in sich zusammen, aber die wunderbare Farbe des Bieres sorgt dafür, dass dies dem optischen Eindruck keinen Abbruch tut.

Das Aroma ist malzbetont, so dass die Düfte nach Whiskey und Karamell mir in der Nase kitzeln, ohne die anderen Aromen zu verdrängen. Im Gegenteil – es bleibt reichlich Platz für Düfte nach Holz, Waldhonig, Mandeln, Vanille sowie einige würzige Noten nach Pfeffer und Muskat. Diese Komposition ist betörend, so dass das Bier fast zu schade zum Trinken ist.

Wie erwartet ist der Antrunk süß und die feinperlige Kohlensäure ist sehr gut dosiert. Auf der Zunge gesellt sich noch der Geschmack nach Karamell zur Süße und verbindet sich mit den Aromen nach Honig, Holz und Vanille sowie einem ganz leichten Bitter zu einem Ganzen. Dazu wärmen die 8,0 Volumenprozent Alkohol. Das Mundgefühl ist voll und sehr weich. Auch der Abgang ist mild mit wenig Bitter. Dafür kommt jetzt die Vanille kräftiger durch. Das Bier klingt durchschnittlich lange nach.

Das streng limitierte Bier ist das perfekte Geschenk für jeden Bier- und Whiskeyliebhaber.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Brauerei:

Brauerei Gebrüder Maisel KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfrends.com

Perla – Export

Von meiner letzten Reise nach Polen habe ich mir das Perla Export mitgebracht. Die Brauerei ist vor allem in Osteuropa bekannt und hat bei vielen osteuropäischen Bierwettbewerben Preise gewonnen. Für mich ist dieses Bier allerdings eine Premiere, weshalb ich mich nicht lange mit der Vorrede aufhalten will und die Flasche öffne.

Bereits beim Öffnen schäumt die Flasche über. Dabei hat sie doch lange genug ruhig gestanden. Erst einmal kurz am Bier riechen – nein, verdorben ist es nicht. Also schenke ich mir das Bier ein. Es ist intensiv golden, fast wie klarer Apfelsaft. Auch im Glas bildet sich eine üppige Schaumkrone, die jetzt aber schnell in sich zusammenfällt.

Das Bier duftet nach Brotkrume, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist überraschend süß und die Kohlensäure ist zwar feinperlig, aber auch sehr kräftig. Auf der Zunge wird die Würzigkeit etwas stärker. Ansonsten ist das Bier aber nur süß, von Bitterstoffen keine Spur. Süße und Würzigkeit – irgendwie wirkt das Bier wie ein Kräuterbonbon. Trotzdem ist das Mundgefühl voll. Erst im Abgang kommt ein leichtes Bitter zum -vorschein und obwohl der Abgang wirklich schlank ist, klingt der Geschmack überraschend lange nach, was beim Kräuterbonbongeschmack nicht sonderlich angenehm ist.

Das Bier könnte mit einer ordentlichen Portion Hopfen sicherlich eine gute Figur machen.

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Perła – Browary Lubelskie S.A.
ul. Bernardyńska 15,
20 – 950 Lublin
Polen
www.perla.pl

Heinder Emmer Weizen

Emmer ist nicht jedem bekannt, daher hier erst einmal die Erklärung von Wikipedia, was das überhaupt ist: „Emmer, auch Zweikorn genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Weizen. Er ist, zusammen mit Einkorn, eine der ältesten kultivierten Getreidearten. Diese Weizenart mit lang begrannten, meist zweiblütigen Ährchen wird heute in Europa kaum noch angebaut – wenn, dann im Wesentlichen der Schwarze Emmer. Daneben gibt es den Weißen und den Roten Emmer. Seine Stammform ist der Wilde Emmer.“

Das Emmer Weizen, das jetzt vor mir steht, stammt aus Heinde, einem Dorf einige Kilometer südlich von Hildesheim, also recht zentral in Niedersachsen gelegen. Dort haben sich sechs Bierenthusiasten zusammengefunden, um ihr eigenes Bier zu brauen und in der Region anzubieten. Bislang haben sie vier unterschiedliche Biere herausgebracht und jetzt steht das Emmer Weizen vor mir, ein mit Emmer veredeltes helles Weizenbier.

Bevor ich das Bier nun öffne werfe ich noch einen Blick auf die Etiketten. Bei der Zutatnelist efällt mir auf, dass dort lediglich Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe vermerkt sind. Weder Weizen noch Emmer werden dort erwähnt. Ich vermute mal, dass bei der Gestaltung des Etiketts einfach etwas schlampig gearbeitet wurde. Ich habe diese Entdeckung heute nach Heinde gemailt und sobald ich eine Antwort erhalten habe, werde ich diesen Artikel entsprechend ergänzen und korrigieren.

Bernsteinfarben und mit kräftiger Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich voluminöse Schaumkrone ist fest und fällt nur langsam in sich zusammen. Alles in Allem ein Weizenbier wie gemalt.

Das Bier duftet nach Banane, Biskuitteig und Gewürznelken. Auch am Aroma kann ich wirklich nichts aussetzen.

Der Antrunk ist frisch und spritzig und obwohl die Kohlensäure feinperlig ist, ist sie doch kräftig. A uf der Zunge entwickelt sich eine fruchtige Säure, die an Zitronen erinnert, gepaart mit einer hintergrkündigen Süße und dem Geschmack der Hefe. Das Mundgefühl ist so voll und rund, dass ich vermute, dass das Emmer als Rohfrucht verarbeitet wurde. Die Fruchtigkeit ist auch im Abgang dominant und klingt recht lange in der Kehle nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

12,0° Plato

Bittereinheiten:

19 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Heinder Naturtrüb GbR
Wulfeskuhle 3
31162 Heinde
www.Heinder-naturtrueb.de