Archiv der Kategorie: Biertest

Timmermans – Framboise Lambicus

Timmermans gehört zur Firmengruppe Anthony R. Martin, die im wallonischen Genval beheimatet ist. Timmermans selbst befindet sich im flandrischen Itterbeek. Dort wurde das Sauerbier, das jetzt vor mir steht, mit 10 % Himbeersaft und 0,8 % Holunderbeersaft gebraut.

Die Himbeeren verleihen dem hefetrüben Bier ein sehr schönes Rot. Die gemischtporige Schaumkrone ist recht klein und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma ist süß-fruchtig nach Himbeeren, unterstützt durch das Holzaroma der Eichenfässer, in denen das Bier gereift wurde.

So verwundert mich auch die Süße im Antrunk nicht, aber die Frische ist für ein Sauerbier doch erstaunlich. Auch auf der Zunge bleibt die Frucht im Vordergrund. Dabei bleibt auch die Malzsüße deutlich zu schmecken; sie wird aber nicht aufdringlich. Der Abgang ist sehr mild und die frische Fruchtigkeit klingt kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Fruchtsaft (Himbeere 10 %, Holunderbeere 0,8 %), Zucker, Weizen, Hopfen, Antioxidationsmittel E300 und E330)

Alkoholgehalt:

4%.

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 6° Celsius

Brauerei:

Brasserie Timmermans
Kerkstraat 11
1701 Itterbeek
www.brtimmermans.be

Belgien

für

Brasserie Anthony R. Martin
Rue du Cerf 191
1332 Genval
Belgien
www.brtimmermans.be

Hoppebräu – Daubern Sour

Daubern ist der bayrische Name für Blaubeeren. Blaubeeren und Bier? Weshalb nicht. Aus Belgien kommen viele Sauerbiere, die mit Früchten vergoren wurden. Ein belgisches Bier mir Blaubeeren habe ich zwar noch nicht gefunden, kann es mir aber gut vorstellen. Dazu kommt noch, dass ich sowohl Hoppebräu als auch Yankee&Kraut als Brauer sehr guter Biere kenne und schätze. Außerdem haben die Brauer satte 600 kg Blaubeeren organisiert, auf denen sie ihr Sauerbier gereift haben. Mit diesem Wissen öffne ich jetzt mal die Dose und schenke mir das Bier ein.

Bonbonrot und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige rosa Schaumkrone, die bis auf einen Rest recht schnell in sich zusammenfällt. Aber das war bei einem Sauerbier nicht anders zu erwarten.

Das Aroma ist süß mit Aromen nach Banane und Heidelbeere, abgerundet durch einen Hauch Vanille.

Der Antrunk ist für ein Sauerbier überraschend süß. Begleitet wird die Süße, die an Honig erinnert, durch eine fruchtige Säure. Wenn ich nicht wüsste, dass das Bier mit Blaubeeren gebraut wurde, würde ich die Frucht vermutlich nicht identifizieren können. Aber das soll jetzt nicht abwertend gemeint sein; bislang habe ich noch kein mit Blaubeeren gebrautes Bier gefunden, das es Geschmacksmäßig mit einem Bier aufnehmen kann, das mit Sauerkirschen oder Schwarzen Johannisbeeren gebraut wurde. Das Daubern Sour ist mit seinem eher schlanken Mundgefühl erfrischend. Der Abgang ist sehr mild mit kurzem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen, Hefe, Laktose, Heidelbeeren

Alkoholgehalt:

6,1 % Vol.

Brauerei:

Yankee&Kraut GbR
Donaustraße 3
85049 Ingolstadt
www.yankeeundkraut.de

gemeinsam mit

Hoppebräu
Edelweißstr. 21
83666 Waakirchen
www.hoppebraeu.de

Schelde Brouwerij – ‘n Toeback 2

Eine der Produktlinien der Schelde Brouwerij im flandrischen Meer heißt ’n Toeback. Die Biere aus dieser Linie haben alle einige Gemeinsamkeiten. Sie wurden alle mir nur einer Hopfensorte gebraut. Diese Hopfensorte wird während des Brauens viermal zugegeben: während des Würzekochens als Bitterhopfen und später als Aromahopfen, im Whirlpool und letztendlich während der Reifung. Damit wird jedes Bier dieser Produktlinie zu einer Ode an den jeweiligen Hopfen. Das Bier, das jetzt vor mir steht, ist das zweite dieser Serie. Hier wurde der Hopfen Idaho 7 verwendet.

Bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine voluminöse feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist hopfenbetont. Neben würzigen Noten kommen vor Allem Zitrusdüfte zum Tragen, besonders nach Mandarine. Aus dem Hintergrund runden harzige Aromen den Duft ab.

Der Antrunk ist süß, unterstützt durch die reichlich vorhandene kräftige Kohlensäure. Auf der Zunge entwickelt sich der Geschmack nach Trockenfrüchten zusammen mit einem leichten angenehmen Bitter, wobei die Süße erhalten bleibt. Das Mundgefühl ist voll und weich. Im Abgang wird der fruchtige Geschmack kräftiger, ebenso das Bitter. Der Nachklang ist recht lang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Idaho 7), Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

9 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 11° Celsius

Brauerei:

Schelde Brouwerij
Wenenstraat 5
2321 Meer
Belgien
info@scheldebrouwerij.com

Hopfmeister – Way Out

Eigentlich ist Marc Gallo ja Grafik Designer und hatte lediglich vor, schöne Etiketten für Brauereien zu entwerfen. Doch dann kam alles anders … Mit den ersten Kontakten zu anderen Brauern und ersten Versuchen am Kessel war die Leidenschaft schnell entfacht. Nach der Bier-Sommelier-Ausbildung 2014 ging das anfängliche Projekt dann in die Zielgerade und mündete schließlich in der Gründung der Hopfmeister Braumanufaktur. Als Gypsy Brauer besitzt er keine eigene Brauerei, sondern er nutzt freie Kapazitäten in regionalen Braustätten. Auf diese Weise hat er mehr Zeit für seine wahre Leidenschaft: neues auszuprobieren um es vielleicht in die Flasche zu bringen, so wie jetzt das Way Out (das dieses Mal leider in der Dose abgefüllt wurde), ein naturtrübes IPA.

Golden und mit kräftiger Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist etwas mehr als durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten. Top!

Das Bier duftet nach Grapefruit, Orange, Ananas und Vanille.

Der Antrunk ist fruchtig frisch und spritzig. Mir fällt die für ein IPA recht kräftige Malzsüße auf, die mir aber zusagt. Auf der Zunge schiebt sich schnell ein kräftiges und freundliches Bitter in den Vordergrund. Das Bitter ist so intensiv, dass es die Fruchtigkeit fast überdeckt. Das Mundgefühl ist voll und rund. Der Abgang zeichnet sich durch ein angenehmes Bitter mit langem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen (Mosaic, Enigma, Galaxy, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Bittereinheiten:

50 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

9° Celsius

Brauerei:

Hopfmeister
Schönchenstraße 4
81545 München
www.hopfmeister.com

Pater Lieven – Wit

Über die Brauerei Van den Bossche habe ich bereits einige Male berichtet und eigentlich habe ich auch bereits oft genug geschrieben, was ein Witbier von einem deutschen Weizenbier unterscheidet. Aber das Pater Lieven Wit hat noch eine Besonderheit: hier wurde auch Hafer mit verbraut. Dieser verleiht dem Bier seine unvergleichliche Milde und Weichheit. Und falls Sie gerade eine Flasche dieses Biers zur Hand haben und sich wundern, dass in der Zutatenliste weder Koriander noch Orangenschalen aufgelistet sind – dabei handelt es sich vermutlich um einen Irrtum – im Internet werden diese beiden Zutaten erwähnt. Sie sind auch erforderlich; schließlich sind Koriander und Orangenschale die typischen Zutaten für diesen Bierstil.

In hellem Gelb und mit leicher Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die größtenteils feimporige Schaumkrone ist durchschnittlich.

Das Bier duftet nach Biskuitteig, dazu nach Zitrusfrüchten, Bananen und anderen Südfrüchten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie reichlich Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine fruchtige Säure zur Süße und die Aromen spiegeln sich auf der Zunge. Obwohl das Bier stiltypisch kaum Bitterstoffe enthält, ist es sehr vollmundig. Ich vermute, dass der Grund für die Vollmundigkeit in der Verwendung von Weizen und Hafer als Rohfrucht beim Brauen liegt. Im Abgang kommt doch noch ein leichtes Bitter zum Vorschein, das mit einer angenehmen fruchtigen Säure daherkommt. Leider klingt der Geschmack nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hafer, Hopfen, Orangenschale, Koriander, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie van den Bossche
St. Lievensplein 16
9550 Herzele
Belgien
www.paterlieven.be

Pinkus Extra

So, jetzt kommt mal wieder ein Biobier in die Verkostung, das Pinkus Extra. Dabei handelt es sich um ein kräftiger gehopftes Pilsener. Eie Website Ecoinform beschreibt dieses Bier wie folgt: „Pinkus Extra ist ein besonders stark gehopftes, extra herbes Bier Pilsener Brauart. Der Hopfen stammt aus ökologisch bewirtschafteten Hallertauer und Tettnanger Gärten. Die sorgsame Pflege der Hopfenpflanzen garantieren Bioland-Hopfenbauern, die seit Jahrzehnten mit dem Ökolandbau vertraut sind. Wir führen deren Arbeit in der Brauerei fort: mit ausgesuchten Malzen aus deutscher ökologischer Landwirtschaft, nach handwerklicher Tradition und durch verantwortungsvollen Umgang mit unserer Natur.“ OK, dann kann ich ja sofort die Flasche öffnen und mir das Bier einschenken.

Intensiv goldfarben und minimal opalisierend strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone ist etwas mehr als durchschnittlich volumniös und bleibt lange erhalten. Die Optik dieses Biers hat schon mal die Qualität, die ich von Pinkus Müller gewohnt bin.

Das Aroma ist weniger hopfenbetont als ich es erwartet habe. Das Malz kommt mit seinen brotigen Noten gut durch und wird durch die blumigen Noten des Malzes angenehm abgerundet.

Im Antrunk fällt neben der leichten Süße die sehr feinperlige Kohlensäure auf. Auf der Zunge kommt der Hopfen dann mit einem für ein Pilsener Bier kräftigen Bitter zurm Tragen. Die blumigen Noten spiegeln sich auf der Zunge. Dazu kommt eine leichte Buttrigkeit, von der ich nicht weiß, ob sie wie bei den böhmischen Pilsener Bieren gewollt ist oder ob das Bier im Handel falsch gelagert wurde. Das Aroma ist aber nicht so kräftig, dass es unangenehm würde. Auf jeden Fall ist das Mundgefühl voll und rund. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenbraumalz, Naturhopfen

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

Pinkus Müller
Kreuzstr. 4-10
48143 Münster
www.pinkus.de

Lagunitas Brewing Company – IPA

Die Lagunitas Brewing Company ist eine der größten und am schnellsten wachsenden Craft Beer Brauereien in den USA. Die Brauerei wurde 1993 in Kalifornien von Tony Magee gegründet. Wie viele der großen Brauer von heute begann er zuhause in seiner eigenen Küche zu brauen. Nach einem großen Küchenbrand (und einem ruinierten Thanksgiving-Essen) verlangte seine Frau Carissa, dass Tony seine Braupraktiken an eine andere Stelle verlegt.

Tony zog mit seiner Minibrauerei in eine alte Scheune, aber auch diese wurde bald zu klein. Der gesamte Betrieb wurde dann nach Petaluma verlegt, wo sich bis heute immer noch die Hauptbrauerei befindet.

Das Bier, das jetzt vor mir steht, wurde zwar nach dem Originalrezept gebraut, allerdings in den Niederlanden, so dass auch der ökologische Fußabdruck für den Transport nach Deutschland nicht so groß ist.

Braumeister Jeremy Marshall verwendet seit 1995 dasselbe Rezept für dieses IPA. Und das aus gutem Grund, denn sein Bier wird heute sowohl von beginnenden Craft Beer Fans als auch von erfahrenen Bierkennern in der ganzen Welt getrunken und bejubelt. Dabei gilt das Lagunitas IPA als eine Ikone, wenn es um amerikanische West Coast IPAs geht. Die Bitterkeit und die fruchtigen Aromen des Hopfens sind perfekt mit der Karamell-Süße des Malzes abgestimmt.

Soweit die Theorie. Jetzt will ich die Flasche öffnen und den Inhalt verkosten, um den Wahrheitsgehalt dieser Aussagen zu überprüfen.

Kupferfarben und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große größtenteils feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik empfinde ich schon mal als sehr ansprechend.

Ein ungeheuer fruchtiges Aroma kitzelt meine Nase. Ich rieche Grapefruit, Ananas und Vanille. Das Sahnehäubchen ist aber der Karamellduft des Malzes, der den Obstsalat wirklich perfekt abrundet.

Der Antrunk ist für ein IPA ungewöhnlich süß. Aber der Karamellgeschmack des Malzes ist wirklich toll. Dazu noch die sanfte und sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge kommen dann die Obstaromen zum Tragen, die sich aber etwas zurückhalten und das Karamell des Malzes nicht überdecken. Dazu ein freundliches Bitter, das gut auf die anfängliche Süße abgestimmt ist. Das Mundgefühl ist weich und samtig, wie ich es bei einem IPA selten erlebt habe. Im Abgang drängt sich das Bitter dann doch in den Vordergrund, verdrängt die Fruchtigkeit und klingt sehr lange nach.

Dieses Bier verdient seinen legendären Ruf wirklich. Ich kann es mir gut zu einem indischen oder thailändischen Essen vorstellen. Aber ich denke auch, dass es sich als Zutat eines Dressings für einen Krabbensalat gut machen würde.

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Bittereinheiten:

51 IBU

Brauerei:

Von einer nicht genannten Brauerei in den Niederlanden unter Aufsicht von

The Lagunitas Brewing Company
1280 N. McDowell BLVD.
Petaluma
USA
www.lagunitas.com

Apostelbräu – 5 Korn

So, jetzt steht wieder einmal ein Bier von Apostelbräu in Hauzenberg vor mir. Dieses Mal ist es das 5 Korn. Diese Bezeichnung kennen wir vermutlich alle vom Bäcker, aber als Bier habe ich die Mischung von Gerste, Weizen, Dinkel, Roggen und Emmer noch nicht erlebt. Was ich erwarte? Die Brauerei teilt mit, dass sie das Bier wie ein Helles gehopft hat; dieses Bier dürfte also mild und malzbetont sein. Allerdings wird das 5 Korn im Gegensatz zum Hellen mit obergäriger Hefe vergoren.

Golden und mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine relativ kleine feinporige Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Ein malzbetontes Aroma steigt mir in die Nase. Ich rieche Karamell, Rosinen, Walnüsse und Honig.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und die Aromen spiegeln sich. Bitter kann ich nicht feststellen. Daher wirkt das Bier eher lasch, erzeugt aber trotzdem ein volles Mundgefühl. Auch der Abgang ist mild. Erstmals kann ich ein leichtes Bitter feststellen, das dann aber überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Gersten-, Weizen-, Dinkel-, Roggen- und Emmermalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5%

Brauerei:

Apostelbräu
Eben 11 – 13
94051 Hauzenberg
www.apostelbraeu.de

Anthony Martin – Waterloo Double Dark

Waterloo liegt etwa zwanzig Kilometer von Brüssel entfernt und ist weltweit als Schauplatz der berühmtesten Schlacht von Napoleon bekannt: der Schlacht von Waterloo. Diese legendäre Schlacht fand am 18. Juni 1815 statt und endete mit dem entscheidenden Sieg der Alliierten (Briten, Deutsche und Niederländer) unter dem Kommando des Herzogs von Wellington und der Preußen – beide standen der französischen Armee unter der Führung von Kaiser Napoleon I. gegenüber. Tatsächlich fanden die Kämpfe nicht in Waterloo statt, sondern etwas weiter südlich, auf dem Gebiet der heutigen Städte Lasne, Braine und Genappe. In Frankreich wurde die Schlacht oft als „Schlacht am Mont-Saint-Jean“ bezeichnet, anstatt des üblichen Titels. Diese Schlacht war die letzte, an der Napoleon persönlich teilnahm, nachdem er während des Hunderttägigen Krieges die Kontrolle über Frankreich übernommen hatte. Trotz seines Wunsches, den Kampf mit neu aufgestellten Truppen fortzusetzen, sah er sich vier Tage nach seiner Rückkehr nach Paris aufgrund mangelnder politischer Unterstützung gezwungen, abzudanken. Die Schlacht von Waterloo gilt als ein bedeutendes historisches Ereignis, das die napoleonische Eroberung Europas beendete und die Grenzen des künftigen Kontinents festlegte.

Heute ist das Schlachtfeld von Waterloo eine der größten historischen Stätten in Europa, die fast vollständig erhalten ist. Jedes Jahr strömen mehr als 300 000 Besucher aus aller Welt dorthin und besteigen den berühmten Löwenhügel, um die Weite des Geländes zu sehen, auf dem die Truppen so hart gekämpft haben.

Im Jahr 2015 wurde in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden ein umfangreiches Projekt zur Feier des zweihundertjährigen Jubiläums der Schlacht durchgeführt. Ein neues unterirdisches Museum, die Renovierung der Hofbrauerei in Mont-Saint-Jean, eine „Napoleonstraße“ und eine noch nie dagewesene Nachstellung mit 6 500 Schauspielern lockten in diesem Sommer rund 200 000 Besucher an.

Sehr dunkel rotbraun mit einer feinporigen mittelbraunen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. Damit hat das Bier seinen Namen mehr als verdient.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, nach Holz sowie nach würzigen Noten des Hopfens. Auch der Alkohol steigt mir in die Nase, unterstützt das Aroma aber und überdeckt es nicht.

Der Antrunk ist süß mit einer sehr feinperligen Kohlensäure. Die Süße war bei dieser Optik und dem Aroma auch zu erwarten. Auf der Zunge gesellt sich ein minimales Bitter dazu und das Bier schmeckt nach Kaffee und dunkler Schokolade, auch wenn der Geschmack nicht zu kräftig ist wie ich es erwartet hätte. Das Mundgefühl ist weich und rund. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger. Es klingt überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Zucker, geröstete Gerste, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 6 ° Celsius

Brauerei:

Anthony Martin
Chaussee de Charleroi 591
1410 Waterloo
Belgien
www.waterloo-beer.com

Insel-Brauerei – Snap IPA

Nun steht vor mir die Flasche Nummer 5707 von 20.000 des Snap IPA aus Rambin auf Rügen. Auf der Rückseite des Papiers, das die Flasche einhüllt, wird das Bier als weinartig, sauer, herb und harzig mit kräftigen Zitrusnoten beschrieben. Ich kann also ein IPA erwarten, das mich etwas fordert, das mir aber auch ein nicht alltägliches Erlebnis verspricht.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich voluminöse feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist sehr fruchtig. Düfte nach Zitrusfrüchten, Mango, Melone und Vanille steigen mir in die Nase. Das Aroma des Malzes hält sich im Hintergrund und begnügt sich damit, die fruchtigen Noten abzurunden.

Der Antrunk ist recht trocken und zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Der trockene Charakter des Bieres bleibt auch auf der Zunge erhalten, während die Aromen auf der Zunge beinahe zu explodieren scheinen. Die 7,5 Volumenprozent Alkohol sind sehr gut eingearbeitet, so dass er nicht durchschmeckt und lediglich die Aromen unterstützt. Dazu kommt ein nicht übertrieben kräftiges freundliches Bitter. Das Mundgefühl ist weich und samtig. Im Abgang wird das Bitter etwas stärker und klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Traubenzucker Naturhopfen (Hallertau Blanc, Magnum, Nelson Sauvin, Huell Melon), Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei GmbH
Hauptstraße 2 c
18573 Rambin auf Rügen
www.insel-brauerei.de