Archiv der Kategorie: Biertest

Budvar – Nealko

Auf dem Etikett des Budvar Nealko veröffentlicht die Brauerei bereits Informationen über Alkoholgehalt, Bittereinheiten und Farbe des Biers.Ich kann mich ja irren, aber ich meine, dass das Budvar Nealko das erste alkoholfreie Bier aus Tschechien ist, das ich verkoste. Bevor ich das Bier im Getränkemarkt gesehen habe, war mir überhaupt nicht bewusst, dass es auch aus dem Mutterland des Pilseners alkoholfreie Biere gibt. So musste ich mich erst einmal über das Nealko schlaumachen.

Die Brauerei schreibt, dass sie für das Nealko das gleiche Malz und den gleichen Doldenhopfen verwendet wie für das Budvar Original Lager, das das Standardbier aus Budweis ist und bereits seit mehreren Jahrzehnten auch nach Deutschland exportiert wird. Da das Standard-Budweiser ein ordentliches Bier ohne Schnörkel ist, kann ich wohl mit Fug und Recht davon ausgehen, dass auch das Nealko ein trinkbares Bier ist. Öffne ich also die Flasche und schenke das Bier ein.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Zumindest optisch ist das Bier weit über dem Durchschnitt.

Das Bier duftet nach Getreide, dazu kommt ein leichtes Karamellaroma. Eher aus dem Hintergrund kommt das frische Zitrusaroma des Saazer Hopfens.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine angenehm sanfte Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt dann mit einem kräftigen Bitter der Hopfen zu seinem Recht und ich meine, eine leichte Buttrigkeit zu schmecken, die für tschechische Biere typisch ist. Besonders das Bitter klingt noch lange in der Kehle nach.

Zutaten:

Brunnenwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saazer)

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

23 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Budweiser Budvar
K. Světlé 512/4
370 04 České Budějovice
Tschechien
www.budweiserbudvar.com

Maisel & Friends – Hopfenreiter #8

Wie in jedem Jahr zeigt das Etikett des Hopfenreiters einen aus Hopfendolden gebildeten Menschen, halt den Hopfenreiter.Die Idee zum Hopfenreiter wurde 2016 geboren. Seitdem startet er jedes Jahr seinen Ritt durch den Doldenwald. Die Idee hinter dem Hopfenreiter ist, dass die Rezeptur immer gleichbleibt. Lediglich die Hopfensorten ändern sich. Immer andere Brauer aus aller Welt steuern eine spannende Hopfensorte bei, wodurch das mittlerweile zur Legende gewordene Bier immer anders riecht und schmeckt. Schon Wochen vorher fiebert die Beer Community auf das Double-IPA hin.

Im Juli 2023 war es wieder so weit: fünf Brauereien besuchten Maisel & Friends in Bayreuth, brachten ihren Hopfen mit und brauten gemeinsam das Double-IPA, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet. Folgende Brauereien waren dabei:

  • Mücke (Essen): Sorachi Ace
  • Unverhopft (Berlin): Motueka
  • Brique House Brewery (Lille, Frankreich): Elixir
  • Lervig (Stavanger, Norwegen): Nelson Sauvin
  • Sori Brewing (Tallinn, Estland): Cashmere
  • Maisel & Friends mit freundlicher Unterstützung von BarthHaas

Orangefarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine durchschnittlich große feste und weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier wirklich was her.

Düfte nach Grapefruit und Zitronenschale, nach Karamell und Gewürzen, nach Melone und gelben Früchten steigen mir in die Nase. Aus dem Hintergrund kommt noch ein leichtes Pinienaroma dazu. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk offenbart eine überraschend kräftige Süße und er besticht durch eine sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge steht die Fruchtigkeit im Vordergrund und eine dazu passende kräftige Bittere kommt dazu. Die Süße des Malzes wird dabei in den Hintergrund gedrängt, bleibt aber präsent. Die immerhin 8,5 Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet und nicht zu schmecken, aber sie unterstützen die anderen Aromen hervorragend. Dazu kommt noch ein cremige bis samtige Mundgefühl. In der Kehle lässt die Süße weiter nach und Fruchtigkeit sowie Bittere übernehmen vollständig das Kommando. Dieser Geschmack klingt auch sehr lange nach.

Eigentlich ist es wie jedes Jahr – wenn der Hopfenreiter kommt kann ich mich auf ein Bier mit einer komplexen Palette an Aromen freuen und der Hopfenreiter hat mich noch nie enttäuscht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Sorachi Ace, Motueka, Elixir, Nelson Sauvin, Cashmere) Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18,6° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Ayinger – Maibock

Die Privatbrauerei Aying ist eine traditionelle bayrische Brauerei und als solche hat sie einen gut gefüllten Festkalender. Und selbstverständlich braucht jedes Fest sein eigenes Bier. So wird Bierkultur gelebt.

Jetzt steht der Maibock aus dem Münchner Umland vor mir. Ich mag diesen Bierstil, ist er doch leichter und frischer als die dunklen Vertreter der Maiböcke und die kräftigere Hopfung mildert die Süße des Bocks. Mal sehen, ob der Maibock aus Aying meine Erwartungen erfüllen kann.

Goldgelb und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feste schneeweiße Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal perfekt.

Das Bier duftet wunderbar nach hellem Malz, abgerundet durch das Aroma nach gelben Früchten und reifen Birnen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme und nicht aufdringliche Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Leider ist die Kohlensäure recht knapp dosiert; da hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Auf der Zunge zeigt sich eine zur Süße passende Bittere. Die Fruchtigkeit, die ich in der Nase noch deutlich festgestellt hatte, tritt in den Hintergrund. Trotzdem ist das Mundgefühl voll und weich. Außerdem bietet das Bier eine für ein Bockbier ungewöhnliche Frische. In der Kehle wird das Bier trockener und die Bittere legt noch zu, um dann sehr lange nachzuklingen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brauerei Aying
Franz Inselkammer KG
Zornedinger Straße 1
85653 Aying
www.ayinger.de

Ale Mania – Honey Ale

Honigwaben sind das hervorstechende Designelement des Etiketts.Seit dem Jahr 2014 wird bei Ale Mania in Bonn bereits Bier gebraut. Das Unternehmen ist für gute Craft Biere bekannt. Da der Verkauf aber hauptsächlich regional stattfindet, kann ich die Biere erst jetzt verkosten. Heute steht das Honey Ale vor mir. Der Honig für diese Kreation liefert Wolfgang Scherer, ein selbsternannter Brauimker, der ebenfalls aus Bonn stammt.

Hell und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist eher klein und fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach hellem Malz und Honig. Zusätzlich kommt aus dem Hintergrund noch eine leichte Fruchtigkeit, die an reife Birnen erinnert.

Für ein Honigbier ist die Süße beim Antrunk angenehm zurückhaltend, was vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass der Honig mit vergoren und nicht einfach in das fertige Bier gemischt wurde. Dazu kommt noch die feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge entwickelt sich eine überraschende fruchtige Säure, die sich zur Süße gesellt und für ein weiches Mundgefühl sorgt. Im Abgang wird die Säure kräftiger, während eine Bittere nur minimal festzustellen ist. Dafür klingt die fruchtige Säure recht lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz), Honig, Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Biersmarck GmbH
Alaunbachweg 10
53229 Bonn
www.alemaniabonn.de

Becher Bräu – Kräußen

Das Etikett zeigt eine Zeichnung von Bayreuth um 1780 und es enthält alle vorgeschriebenen Angaben, so dass kein Rückenetikett erforderlich ist.Bayreuth liegt bekanntlich in Oberfranken und Franken ist die Gegend mit der weltweit größten Brauereidichte. Was mir bis heute nicht bekannt war, dass es in Bayreuth noch mehr Brauereien gibt als Maisel (und die anderen Marken, die dazu gehören). Jetzt steht erstmals ein Bier aus der Brauerei Becher Bräu vor mir, einer von Maisel unabhängigen Brauerei.

Hell und mit einer leichten Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine voluminöse feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Für den Schaum sind die im eingeschenkten Bier aufsteigenden Kohlensäureblasen verantwortlich, die als „Kräußen“ bezeichnet werden. Optisch ist das Bier schon mal einwandfrei.

Das Bier duftet nach hellem Malz, dazu kommen frische Zitrusdüfte. Abgerundet wird das Aroma durch blumige und grasige Düfte.

Der Antrunk ist spritzig und recht süß. Auf der Zunge gesellt sich aber schnell ein freundliches Bitter dazu, das sich dann in den Vordergrund drängt, so dass Süße und Fruchtigkeit nur noch aus dem Hintergrund mitwirken. Das Mundgefühl ist voll und rund. In der Kehle teilen sich die Bittere und die Süße ihren Auftritt, wo sie auch lange nachklingen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

12,0° Plato

Bittereinheiten:

33 IBU

Farbe:

7 EBC

Brauerei:

Manns Bräu
Friedrichstraße 23
95444 Bayreuth
www.mannsbraeu.de

Brau Union Bremen – Bremer Stadtmusikanten Bier

Das Etikett zeigt in schwarz die Bremer Stadtmusikanten auf goldenem Grund.Von Freitag bis Sonntag, 3. bis 5. November, findet in den Hallen der Messe Bremen die Genussmesse Fisch&Feines mit dem Craft Beer Event statt. Für Bierfreunde und -freundinnen haben sich die Veranstaltenden eine besondere Leckerei einfallen lassen: das Bremer Stadtmusikanten Bock. Ein Bockbier, welches extra für das Craft Beer Event gebraut und dort erstmalig ausgeschenkt wird.

„Vor einigen Jahren gab es schon einmal eine Gemeinschaftsproduktion Bremer Brauereien für das Craft Beer Event. Das kam gut an. Nun legen wir die Idee neu auf“, sagt Boris von Schaewen, Lehrer am Schulzentrum Rübekamp in Bremen. Er und seine Brauer-Klasse produzieren eine Charge des Bremer Stadtmusikanten Biers. Die Bremer Braumanufaktur, die Freie Brau Union Bremen sowie die Gasthausbrauerei Schüttinger stellen weitere her.

Alle Beteiligten haben sich im Vorfeld auf die Zutaten geeinigt. Aromahopfen, Hallertauer Tradition und Mittelfrüh. Wiener Malz, Münchener Malz sowie Karamell-Malze. Und untergärige Hefe. „Das ist der Rahmen, den wir uns gesteckt haben“, so von Schaewen. Rubinrot bis Kastanienbraun wird das Bier vermutlich werden. Der Geschmack wird wegen der einmaligen Handwerkskünste der Beteiligten allerdings variieren. Wie sehr die Nuancen abweichen werden, bleibt die Überraschung. Ich habe bereits vorab eine Flasche des Biers von der Freuen Brau Union bekommen und will sie jetzt verkosten.

Bernsteinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine feste Schaumkrone, weiß mit einem Stich ins elfenbeinfarbene, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht der dunkle Bock eine richtig gute Figur.

Karamell und Brotkruste sind die hervorstechenden Aromen, abgerundet durch würzige und blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte freundliche Bittere dazu, die gut auf die Süße abgestimmt ist. Das Mundgefühl ist weich, fast samtig. Insgesamt ein sehr süffiges Bier. In der Kehle wird die Bittere kräftiger und sie klingt sehr lange nach.

Das Bremer Stadtmusikanten Bier der Freien Brau Union Bremen ist ein typisches dunkles Bockbier, traditionell und ohne Schnörkel. Es passt sowohl zu kräftigen Fleischgerichten als auch zu vielen süßen Desserts mit Marzipan oder zusammen mit getrocknetem Obst. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es auch zum Kochen geeignet ist. Das konnte ich aber nicht testen, da mir nur eine Flasche zur Verfügung stand.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener Malz, Münchener Malz, Karamellmalz), Hopfen (Hallertauer Tradition, Mittelfrüh)

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Union Brauerei Bremen GmbH
Theodorstraße 13
28219 Bremen
www.brauerei-bremen.de

Ayinger – Altbairisch Dunkel

Das Etikett der Flasche zeigt zwei Häuser sowie den Kirchturm der bayrischen Gemeinde Aying.Das Altbairisch Dunkel, das jetzt vor mir steht, muss ich eigentlich überhaupt nicht verkosten, denn es hat so viele Auszeichnungen errungen, dass es einfach gut sein muss. Hier die Auszeichnungen im Einzelnen:

  • World Beer Awards 2019: Dark Silber
  • Meiningers International Craft Beer Award 2018: Gold
  • World Beer Awards Country Winners 2016: Lager Dark Silber
  • Canadian international Beer Awards 2016: Amber/Dark/Lager/Bock Gold Best of Germany Silber
  • Meininger International Craft Beer Award 2016: Silber
  • US Open Beer Championship 2016: Bronze Munchner Dunkel/Dark
  • European Beer Star 2014: Bronze
  • World Beer Cup 2014: Bronze

Dabei ist die Brauerei Ayinger aus dem Raum München keine hippe Craft Beer-Schmiede, sondern einfach eine bayrische Traditionsbrauerei, die von Peter und Johann Liebhard bereits im 19. Jahrhundert gegründet wurde und die auch streng nach dem „Reinheitsgebot“ braut. Damit beweisen die Brauer, dass das Reinheitsgebot kein Einheitsgebot ist und sich auch in diesem Rahmen wirklich gute und abwechslungsreiche Biere herstellen lassen.

Was macht nun das Bier so besonders? Das Altbairisch Dunkel aus der Privatbrauerei Ayinger ist eine untergärige Bierspezialität, die mit fünf verschiedenen Malzen eingebraut wird. Zwei dieser Malze sind dunkle Malzsorten, die nach traditionsreicher, altbayerischer Art gedarrt werden. Dieses Verfahren verleiht dem Malz seinen charakteristischen Geschmack und macht das Bier zur besonderen Spezialität. Zudem wird das Bier im Zweimaischverfahren eingebraut. Bei dieser in Bayern traditionellen Technik wird die Maische in zwei Phasen gekocht. Ergebnis dieser aufwändigen Vorgehensweise ist ein dunkles Exportbier mit 5,0% Alkoholgehalt und einer ganzen Palette malzbetonter Geschmacksnuancen. Ob sich dieser Aufwand lohnt, will ich jetzt bei meiner Verkostung feststellen.

Kupferfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feste elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik dieses Bieres gibt es wirklich nichts auszusetzen.

Röststoffe prägen das Aroma dieses Bieres. Ich rieche frisches Brot, dunkle Schokolade, Kandis und Waldhonig. Aus dem Hintergrund kommt zusätzlich ein Hauch Hopfen, der mich an reife Birnen erinnert.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge dominieren wie erwartet die Röstaromen mit dem Geschmack nach Schokolade, gerösteten Haselnüssen und Kaffee. Aus dem Hintergrund kommt noch eine leichte Fruchtigkeit des Hopfens, die an getrocknete Früchte erinnert. Für die fünf Volumenprozent Alkohol ist der Geschmack erstaunlich kräftig. Auch wenn der Geschmack nicht ganz rund ist, kann dieses Bier wirklich begeistern, wenn man wie ich Lust auf ein wirklich malzbetontes Bier hat. Bitterstoffe sind nur sehr dezent vorhanden. Erst in der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger und sie klingen auch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,8° Plato

Bittereinheiten:

21 IBU

Farbe:

20 EBC

Braurei:

Brauerei Aying Franz Inselkammer KG
Zornedinger Straße 1
85653 Aying
www.ayinger.de

Zwei davon sind dunkle Spezialmalze, die nach altbayerischer Tradition gedarrt werden. Diese Ayinger Bierspezialität mit ihren warmen, nussigen Aromen trinkt sich vollmundig und geschmeidig.

Der lange Abgang liefert leichte Noten von Kakaobohne und Kaffee. Ein Bier von wunderbarer Balance im Geschmack.

16. 12. – 17. 12. 2023: Kerstbierfestival

Auf dem jährlichen Kerstbierfestival im flämischen Essen, nur wenige Kilometer nördlich von Antwerpen gelegen, können Sie die große Auswahl an belgischen Weihnachts- und Winterbieren Verkosten. Die Biere werden 15 cl-Gläsern ausgeschenkt, so dass Sie möglichst viele verschiedene Sude richtig beurteilen können. Die Veranstalter tun immer ihr Bestes, um Sie mit den exklusivsten Bieren aus den kleinsten und abgelegensten Brauereien zu überraschen.

Sie bemühen sich, möglichst alle Weihnachts- und Winterbiere anzubieten, die in Belgien gebraut werden. Einige Biere sind vom Fass, andere in Flaschen und auch Spezialitäten wie ein heißer Glühkriek werden angeboten. Insgesamt präsentieren die Veranstalter Ihnen eine Liste mit rund 200 Bieren, davon ca. 20 vom Fass und heiß serviertem Glühkriek. Seit einigen Jahren werden auch viele Winterbiere angeboten, die im Holzfass gereift sind. Immer eine Entdeckung für den Enthusiasten.

Jedes Jahr begrüßen die Veranstalter ca. 2100 durstige Weihnachtsbierliebhaber aus ca. 25 Ländern im Essener Heuvelhal. Für beide Tage gibt es einen exklusiven Online-Vorverkauf über die Website der Veranstalter. Der Ticketverkauf begann bereits am 1. August 2023 um 10 Uhr und leider sind die Tickets bereits ausverkauft. Sollten Sie sich in der Nähe aufhalten, haben Sie am Samstagabend ab 18:00 Uhr noch die Chance auf Tickets an der Abendkasse. Aber da gehen Sie doch das Risiko ein, leer auszugehen. Besser dürfte es sein, sich Anfang August 2024 vorzumerken, um eine Eintrittskarte für das nächste Jahr zu ergattern. Es lohnt sich, denn das Weihnachtsbierfest hat sich einen Ruf als internationales Top-Event erarbeitet, als Treffpunkt für Bierliebhaber aus allen Ecken der Welt und Kontinenten.

Veranstaltungsort:

Heuvelhal
Kapelstraat 7
2910 Essen
Belgien

Augustiner – Heller Bock

Auf dem Etikett ist ein gelber springender Bock auf blauem Grund abgebildet.Über die Augustiner Bräu aus München muss ich wohl nicht viel schreiben; sie wird vermutlich jedem für ihr Weizenbier bekannt sein. Jetzt steht aber das helle Bockbier vor mir und ich kann es kaum erwarten, die Flasche zu öffnen, um das Bier zu verkosten.

Golden und glanzfein präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik hat die Brauerei schon mal perfekt hinbekommen.

Das Bier duftet nach hellem Malz, dazu kommen einige würzige Noten. Für ein helles Bockbier ist dieser helle Bock vergleichsweise wenig gehopft, aber zumindest im Aroma passt das. Mal sehen, ob mir auch der Geschmack gefällt.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Leider ist die Kohlensäure recht gering dosiert. Da hätte ich mir doch etwas mehr gewünscht. Auf der Zunge gesellt sich zur Süße eine passende Bittere. Die Würzigkeit des Aromas wird auf der Zunge in den Hintergrund gedrängt. Trotzdem ist das Mundgefühl weich. Der Alkohol wirkt wärmend. In der Kehle wird das Bier etwas trockener, während die Bittere zunimmt und dann auch lange nachklingt.

Der helle Bock der Augustiner-Brauerei ist angenehm süffig und aufgrund der geringen Hopfung kann ich mir auch durchaus vorstellen, dass er beim Kochen in der Soße Verwendung finden könnte.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Augustiner-Bräu Wagner KG
Landsberger Straße 31-35
80339 München
www.augustiner-braeu.de

Ladenburger – Hefeweizen Hell

Bereits im Jahr 1789 wurde die Brauerei Ladenburger im schwäbischen Neuler gegründet. Auf dem Rückenetikett ist vermerkt, dass das Bier mit belebtem Brauwasser nach Grander gebraut wurde. Mir sagte das nichts, so dass ich mich erst einmal im Internet informieren musste, was das ist. Kurz gesagt handelt es sich um Esoterik. Grundsätzlich halte ich das für Humbug und will mich deshalb auch nicht weiter darüber auslassen. Sich über den Glauben anderer Menschen lustig zu machen ist nicht seriös. Und auch wenn ich von Esoterik und daher auch vom „belebten Wasser“ nichts halte, habe ich doch das Vorurteil, dass Menschen, die sich beim Wasser solche Gedanken machen, sicherlich auch mit den anderen Rohstoffen des Bieres sorgfältig umgehen und so ein gutes Bier herstellen. Für mein Vorurteil spricht, dass das Ladenburger Hefeweizen Hell im Jahr 2019 bei den World Beer Awards die Silbermedaille die Silbermedaille in der Kategorie Germany errungen hat. Ich werde jetzt also eines der besten Weizenbiere der Welt verkosten, Zeit also, die Flasche zu öffnen.

Orangefarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine recht kleine feste schneeweiße Schaumkrone, die aber sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier auf jeden Fall eine gute Figur.

Fruchtig ist der hervorstechende Eindruck des Aromas. Ich rieche Banane und gelbe Früchte, gemischt mit Biskuitteig.

Der Antrunk ist spritzig mit einer leichten Süße. Wie erwartet steht auch auf der Zunge die Fruchtigkeit im Mittelpunkt, aber auch die Hefe fordert auf der Zunge ihr Recht. Dadurch ist das Bier mild und weich, das Mundgefühl ist samtig. Erst in der Kehle kommt noch ein leichtes Bitter mit überraschend langem Nachklang zur Fruchtigkeit.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Brauerei Ladenburger GmbH
Hauptstrasse 16
73491 Neuler
www.ladenburger.beer