Archiv der Kategorie: Biertest

De Dochter van de Korenaar – Extase

Das braune Etikett enthält vom Logo der Brauerei abgesehen nur die Angaben, die der Konsument für den Erwerb des Bieres benötigt.Über die Brauerei De Dochter van de Korenaar im flandrischen Baarle-Hertog habe ich bereits an anderer Stelle alles geschrieben. Damit kann ich jetzt sofort zum Bier übergehen, das jetzt vor mir steht. Es handelt sich um das Extase, ein Imperial IPA mit satten 110 Bittereinheiten, das mit 14 unterschiedlichen Hopfensorten gebraut wurde. Na, da bin ich aber mal gespannt.

Orangefarben und mit kräftiger Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine sehr voluminöse feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier einen richtig guten Eindruck; es sollte lediglich vorsichtig eingeschenkt werden.

Das Aroma ist sehr hopfenbetont und fruchtig. Trotz der hohen Bitterkeit kommt aber auch die Süße des Malzes zu ihrem Recht, wenn auch nur aus dem Hintergrund. Bei 14 Hopfensorten drängt sich keine Fruchtigkeit mehr in den Vordergrund, sondern das Bier duftet wie ein ganzer Obstsalat. Dazu kommt der Duft nach Pinie. Abgerundet ist das Aroma durch grasige und blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine überraschende Malzsüße sowie eine angenehme Karbonisierung aus. Auf der Zunge steht die kräftige und dabei freundliche Bittere im Mittelpunkt, die gut auf die Süße abgestimmt ist. Das Mundgefühl ist weich und voll. In der Kehle lässt die Bittere noch einmal ihre Muskeln spielen und jetzt wird sie auch etwas kratzig. Aber diese leichte Kratzigkeit bildet einen angenehmen Kontrast zum weichen Mundgefühl. Der Geschmack klingt ewig lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Cascade, Millenium, Simcoe, Chinook, Cluster, Columbus, Centennial, Summit, Crystal, Bramling Cross, Aurora, Styrian Goldings, Perlé, Saaz), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Bittereinheiten:

110 IBU

Farbe:

12 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Brouwerij De Dochter van de Korenaar
Oordeelstraat 3
2387 Baarle-Hertog
Belgien
www.dedochtervandekorenaar.be

Hetzelsdorfer Bier

Die Etiketten des Hetzeldorfer Biers sind nostalgisch gestaltet und zeigen neben den erforderlichen Informationen einige traditionelle Werkzeuge der Brauer.Penning ist eine Traditionsbrauerei in der wunderschönen fränkischen Schweiz. Von dort stammt das dunkle Vollbier, das jetzt vor mir steht. Wenn es mir gefallen sollte, werde ich versuchen, noch weitere ganzjährige und saisonale Biere der Brauerei zu finden und hier zu beschreiben. Jetzt aber erst mal zu dem Bier vor mir.

Braun und ohne Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine feinporige Schaumkrone, weiß mit einem leichten Stich ins Elfenbeinfarbene. Da die Schaumkrone sehr lange erhalten bleibt, macht das Bier zumindest optisch eine richtig gute Figur.

Das Bier duftet nach Karamell und Pumpernickel, dazu kommen einige grasige und würzige Noten.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge dominieren Röstmalze und Karamell, abgerundet durch würzige Noten. Dabei ist das Bier nicht wuchtig wie viele andere dunkle Biere, sondern wirklich schlank und süffig. Der Abgang überzeugt mit einem leichten freundlichen Bitter mit sehr langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Farbe:

30 EBC

Brauerei:

Brauerei Penning-Zeissler
Hetzelsdorf 9
91362 Pretzfeld

De Ranke – Guldenberg

Das Etikett zeigt das Eingangstor der Abtei Guldenberg.Die Brauerei wurde im Jahr 1994 von Nino Bacelle unter seinem eigenen Namen gegründet. Am Anfang braute er nur ein Bier, das Guldenberg, benannt nach der Abtei Guldenberg in Wevelgem, wo früher Bier gebraut wurde. Mit einer Geschichte in der Beer World (seit 1930 war die Familie Bacelle-Noffels im Bierhandel und als Limonadenhersteller tätig) begann Nino 1981 mit dem Brauen von Bier zu experimentieren. Nach einer Ausbildung zum Bierbrauer experimentierte er weiter und hielt die Zeit für gekommen, sein Bier zu vermarkten. Nach einer Weile beschloss er, mit dem Brauen als Gypsy-Brauer in einer bestehenden Brauerei zu beginnen. Das Gute an dieser Formel ist, dass es möglich ist, ohne große Investitionen rentabel zu brauen. Die Deca-Brauerei in Woesten wurde dafür ausgewählt und im ersten Jahr wurden 9000 Liter Guldenberg gebraut. Aus der „Brauerei Nino Bacelle“ wird die „Brauerei De Ranke“. Nachdem 11 Jahre lang in der Brauerei Deca gebraut wurde, wurde in Dottignies in der Provinz Hennegau eine völlig neue Brauerei gegründet. Sechs Mitarbeiter produzieren 12 unterschiedliche Biere. Die Jahresproduktion beträgt etwa 10.000 hl (1.000.000 Liter).

Orangefarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist schneeweiß und bleibt lange erhalten. Optisch macht das Bier eine richtig gute Figur.

Aromen nach Karamell und Biskuitteig, nach Harz und Kräutern steigen mir in die Nase, abgerundet durch einige blumige Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge steht eine Fruchtigkeit im Mittelpunkt, die an Birnen erinnert. Die Bittere ist passend zur Süße dosiert. Der Alkohol ist gut eingearbeitet, so dass er nicht hervorschmeckt und lediglich die anderen Aromen unterstützt. Das Mundgefühl ist schwer. Im Abgang wird das Bier trockener und die Bittere legt noch einmal zu. Sie klingt in der Kehle lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh), Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Brouwerij De Ranke
Rue Du Petit Tourcoing 1a
7711 Dottignies
www.deranke.be

Knärzje

Die Verschwendung von Lebensmitteln zu vermeiden, sollte eigentlich für uns alle selbstverständlich sein. Die Idee des Knärzje wie auch aller anderen Brotbiere schließt sich daran an. Es bleiben immer einige Brote beim Bäcker liegen, die nicht verkauft werden konnten. Daraus Bier zu brauen ist naheliegend, denn die Rohstoffe beider Produkte sind weitgehend identisch. Wasser, Getreide, Hefe – mehr braucht es nicht, um handwerklich ein gutes Brot zu backen. Beim Bier sind es Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Und wenn sich noch ein Sonnenblumenkern oder ein Sesamkörnchen aus dem Brot in den Sud verirren macht das das Bier auch nicht schlechter. Knärzje wird in Deutschland aus überschüssigem Brot gebraut. Es ist das erste ökologisch zertifizierte Zero-Waste-Bier Deutschlands. Es ist auch als „Most Sustainable Brand 2023“ ausgezeichnet worden. Dass das Bier auch über Kaufland vertrieben wird, sichert ihm vermutlich recht große Absatzmengen, so dass dieser Bierstil hoffentlich bekannter wird und sich in Zukunft auch Mitbewerber in diesem Segment ansiedeln werden.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige schneeweiße Schaumkrone ist relativ klein und fällt auch anfangs recht flott in sich zusammen, aber ein Rest bleibt lange erhalten.

Brotkrume steht im Aroma im Mittelpunkt, abgerundet durch den Duft nach Karamell sowie einige blumige Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Wie erwartet kommt auf der Zunge der Geschmack nach Karamell in den Vordergrund, begleitet durch eine leichte Hopfenbittere. Das Mundgefühl ist nicht so ganz rund, aber durchaus angenehm, so dass ich ein wirklich süffiges Bier vor mir stehen habe. Auch in der Kehle steht der Karamellgeschmack im Vordergrund. Trotzdem klingt der Geschmack lange nach.

Es liegt in der Natur der Sache, dass jeder Sud einzigartig ist und sich mehr oder weniger von den anderen Suden unterscheidet. Schließlich bleiben nicht jeden Tag die gleichen Brotsorten im Regal liegen. Aber genau diese feinen Unterschiede machen den Reiz dieses Bierstils aus. Ich würde mir nur noch wünschen, dass die Brauerei den Sud auch auf dem Etikett kennzeichnen würde, damit ich als Konsument sofort sehe, dass wieder ein etwas anderes Bier im Regal steht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, getrocknetes Brot (Dinkelbrot, Weizenvollkornbrot), Roggenvollkornmehl, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Knärzje GmbH
Gwinnerstraße 36
60388 Frankfurt

St. GeorgenBräu – Helles

Das Etikett zeigt im oberen Teil den heiligen St. Georg und unten ein Wappen mit der bayrischen Raute, das links und rechts jeweils durch eine goldene Hopfendolde flankiert wird.Buttenheim, die Heimat von St. GeorgenBräu, ist eine Ortschaft in Oberfranken, gelegen zwischen Nürnberg und Bamberg. Es ist im Übrigen auch die Heimat von Levi Strauss, dem Entwickler der Jeans. Als fränkische Brauerei genießt GeorgenBräu bei mir durchaus einen Vertrauensvorschuss.

Golden und glanzfein präsentiert sich das Bier im Glas. Leider löst sich der Schaum schnell auf, so dass die Brauerei an der Optik wirklich noch etwas arbeiten sollte.

Das Bier duftet nach Getreide und Kandis, abgerundet durch einen Hauch Honig sowie einige blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Für meinen Geschmack ist die Kohlensäure etwas zu knapp dosiert. Auf der Zunge kommt zur Süße, die jetzt an einen hellen Honig erinnert, eine leichte Bittere. Abgerundet wird der Geschmack durch einige würzige Noten. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger, wo sie auch einige Zeit nachklingt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition, Spalter Select)

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

St. GeorgenBräu
Marktstraße 12
96155 Buttenheim
www.georgenbraeu.de

Faust – Eisbock

Das Etikett zeigt in hellblau auf dunkelblauem Hintergrund eine Faust, beschreibt kurz den Inhalt und in knappen Worten die Entstehung des Bierstils.Nun wartet ein Eisbock aus dem Brauhaus Faust, beheimatet im bayrischen Miltenberg, auf seine Verkostung. Um die Entstehung dieses Bierstils rangt sich eine Legende. Es heißt, dass der Eisbock seinen Ursprung im Jahr 1890 hat. Schon immer war es die Aufgabe der Gesellen, die Bierfässer vom Hof in den Keller zu räumen. Ein fauler fränkischer Brauergeselle beschloss eines Abends diese Pflicht auf den nächsten Tag zu verschieben und löste damit nicht nur den Zorn seines Meister aus, sondern auch einen ganz besonderen Prozess. Im Laufe der Winternacht gefror das Bockbier in den Fässern fast vollständig. Am nächsten Morgen erwartete der Meister seinen Gesellen mit einer Standpredigt und seiner Strafe: Der widerspenstige Geselle sollte die restliche Flüssigkeit aus den Fässern trinken, eine damals übliche Strafe, wenn ein Brauer einen Sud versaut hatte. Der mutmaßlich schlechte Geschmack sollte ihm eine Lehre sein. Doch anstatt einer Strafe war das Trinken des Bieres eine wahre Freude: Der Vorgang des Gefrierens hatte das Bockbier in eine süße Spezialität verwandelt.

Heute verlassen sich die Brauereien nicht mehr auf die Wetterlage, sondern der Prozess des Gefrierens wird absichtlich herbeigeführt. Dadurch wird der Alkoholgehalt gesteigert. Außerdem entfalten dabei sich intensive Geschmacksebenen. Um diese noch komplexer und ausgefeilter zu machen, wird der Eisbock bei Faust zudem noch mehrere Monate lang in Holzfässern gereift. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der Eisbock des Brauhauses Faust im Jahr 2020 bei Meiningers International Craft Beer Award mit der Platinmedaille ausgezeichnet wurde. Da kann ich mich ja auf eine sehr angenehme Verkostung freuen.

Braun und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die kleine Schaumkrone löst sich sehr schnell auf, was bei einem Eisbock aber typisch ist.

Schon das Aroma ist betörend. Ich rieche Kandis und Marzipan, dunkle Schokolade und Trockenpflaumen, dazu einige würzige Noten. Auch die 12 Volumenprozent Alkohol kann ich riechen; sie kommen aber aus dem Hintergrund und unterstützen die anderen Aromen, ohne dominant zu werden.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine kräftige sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommen kräftige Röstaromen dazu. Jetzt kommt auch der Alkohol stärker in den Vordergrund und brennt leicht auf der Zunge. Das Mundgefühl ist wuchtig, dabei aber auch weich. Bitterstoffe kann ich nur wenige schmecken, dafür sorgt aber eine leichte Holznote für eine angenehme Fülle. In der Kehle stehen die Fruchtnoten zusammen mit dem Alkohol im Vordergrund und erzeugen ein angenehmes warmes Gefühl.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

12,0 % Vol.

Stammwürze:

26,5° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU0

Farbe:

30 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

12° – 16° Celsius

Brauerei:

Brauhaus Faust KG
Hauptstraße 219
63897 Miltenberg
www.faust.de

Blech.Brut

Die Dose fällt durch ihre gelb-weißen Rauten auf.Blech.Brut ist eine Brauerei in Bamberg, die 2018 von Benedikt Steger gegründet wurde. Sie hat ihren Sitz im Brauhaus Binkert. Im Gegensatz zu anderen Gypsy-Brauereien verfügt Blech.Brut über eine eigene Abfüllanlage in Zusammenarbeit mit Atelier Vrai.

Blech.Brut bietet eine Vielzahl von Bieren an, darunter das Dortmunder Dry Hopped, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet. Eigentlich bin ich kein Freund von Dosenbier, aber die Biere aus Bamberg haben mich doch neugierig gemacht. Aber trotzdem wird eine Rezension von Dosenbier in diesem Blog weiterhin eine absolute Ausnahme bleiben.

Dortmunder ist ein Bierstil, der in Dortmund, Deutschland, im späten 19. Jahrhundert entstanden ist. Es handelt sich um ein helles, gut gehopftes Lagerbier, das per Definition in Farbe von golden bis hellbernsteinfarben reicht und Aromen von süßem Malz sowie einen milden Hopfengeschmack aufweist. Dortmunder wurde ursprünglich für die Arbeiter in der Stahl- und Kohleindustrie gebraut und war nie weniger als 5% Alkoholgehalt. Das Dortmunder war der Auslöser für einen wahren Bierboom in Dortmund und legte zudem den Grundstein für die industriellen Großbrauereien. Diese stellten den Sud kostengünstig her und machten ihn zum Alltagsbier für die hart arbeitenden Männer und Frauen im Ruhrpott. Jetzt will ich erfahren, wie sich die moderne Form des Dortmunders so macht.

Goldgelb und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine schneeweiße feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier wirklich was her.

Der Duft nach Biskuitteig steigt mir in die Nase, dazu das Aroma von Grapefruits. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie durch seine Fruchtigkeit und Spritzigkeit aus. Auf der Zunge bildet sich ein kräftiges Bitter, das die Frucht unterstützt, während die Süße in den Hintergrund tritt. Das Mundgefühl ist weich und rund. Der Abgang ist überraschend mild. Das Bitter wird sanfter, sorgt aber trotzdem für einen langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Cascade, Cascade Cryo, Mosaic Cryo), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Blech.Brut GmbH
Heumarkt 5
96047 Bamberg
www.blechbrut.de

Wolters – 0,0 %

Abgesehen vom Wappen des Unternehmens ist das Etikett des Wolters 0,0 % schmucklos.Wolters ist eine norddeutsche Brauerei mit einer fast 400-jährigen Geschichte. Sie wurde 1627 gegründet und ist damit eine der ältesten Brauereien Deutschlands. Wolters hat eine recht breite Produktpalette und ist nach eigenen Angaben Marktführer in der Region Braunschweig Marktführer. Die alkoholfreien Getränke werden in der Brauerei nahe dem Braunschweiger Hauptbahnhof entsprechend den Halal-Bestimmungen produziert und einige der Produkte der Brauerei entsprechen den Kriterien für die Koscher-Zertifizierung.

Jetzt steht vor mir das alkoholfreie Pilsener von Wolters vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Golden und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine kleine feinporige Schaumkrone, die sich leider schnell auflöst. Die fehlende Haltbarkeit des Schaums habe ich schon häufig bei alkoholfreiem Bier erlebt. Bei einigen alkoholfreien Bieren bleibt die Schaumkrone aber auch lange erhalten, so dass das schnelle Zusammenfallen des Schaums durchaus ein Manko darstellt.

Das Bier duftet getreidig mit einigen würzigen Noten. Es ist nichts falsches daran, aber mir fehlt hier sämtliche Komplexität.

Der Antrunk zeichnet sich durh eine leichte Süße sowie eine sanfte feinperlige Kohlensäure aus. Der Körper ist sehr schlank und der Geschmack erinnert eher an Limonade als an Bier. Selbstverständlich ist es aber nicht so süß wie eine Limonade. Auch die übertriebene Bittere, die viele alkoholfreie Biere mitbringen, bleibt mir beim Wolters 0,0 % erspart. Erst in der Kehle wird das Bier langsam bitterer und dieser Geschmack klingt überraschend lange nach.

In meinen Augen ist das Wolters 0,0 % nicht das beste alkoholfreie Bier, aber die Braunschweiger wiederholen nicht die Fehler so vieler anderer alkoholfreier Biere.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

< 0,05 % Vol.

Stammwürze:

3,5° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Hofbrauhaus Wolters GmbH
Wolfenbütteler Straße 39
38102 Braunschweig
www.hofbrauhaus-wolters.de

BierSelect

Ale Mania – Sistamania

Eines habe ich in keiner anderen Branche erlebt, sondern nur bei den Brauereien: Dass Unternehmen, die eigentlich in Konkurrenz zueinander stehen, sich zusammenfinden und gemeinsam ein Projekt verwirklichen. Bei den Brauereien ist das häufig anders, wie die vielen Collaborationsude zeigen. Ein solcher steht wieder einmal vor mir. In diesem Fall haben sich Biersmarck aus Bonn und die Brewsisters aus Köln. Herausgekommen ist ein Pale Ale.

Golden und opalisierend fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine sehr voluminöse feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Es ist also empfehlenswert, das Bier vorsichtig einzuschenken, aber dann sieht es dafür auch aus wie gemalt.

Das Bier duftet fruchtig nach Zitrusfrüchten und Kräutern. Mit diesem Aroma macht es richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist spritzig und er zeichnet sich durch eine verhaltene Süße aus. Auf der Zunge gesellt sich eine angenehme Bittere dazu. Mich überrascht, dass die Fruchtigkeit im Mund nicht so zum Tragen kommt wie in der Nase. Aber das Mundgefühl ist wunderbar samtig. In der Kehle wird die Bittere kräftiger und dort klingt sie relativ lange nach.

Das Sistamania ist für ein Pale Ale ungewöhnlich bitter, aber wirklich gut.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen (Amarillo, Columbus, El Dorado, Ekuanot), Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Brauerei:

Biersmarck GmbH
Gerichtsweg 30
53227 Bonn
www.alemaniabonn.de

gemeinsam mit

Herber, von Klitzing, Moar GbR
(brewsistas GbR)
Antoniastr. 3
51105 Köln
www.brewsistas.de

Kraftpaule – Helles

Das nostalgisch gestaltete Etikett zeigt einen Boxer oder Gewichtheber, der seine Muskeln zeigt.Kraftpaule hat seinen Sitz in Stuttgart und als süddeutsches Unternehmen ist es nicht verwunderlich, dass es auch ein Helles im Sortiment hat. Dieser Bierstil gehört im Süden zu den Klassikern und dient daher dem sanften Einstieg in das Thema Craft Beer. Meist empfinde ich das Helle als etwas langweilig und es gibt relativ wenige Helle, die diese Langeweile durchbrechen können. Mal sehen, ob dieses Helle zu diesen Ausnahmebieren gehört.

Golden mit einem Stich ins Orangefarbene fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine nur kleine feinporige Schaumkrone, die dafür aber sehr lange erhalten bleibt.

Düfte nach Karamell steigen mir in die Nase, dazu kommt eine angenehme Fruchtigkeit, die an gelbe Früchte erinnert.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine angenehme Spritzigkeit aus. Das Karamellaroma, das ich bereits in der Nase festgestellt habe, kommt auf der Zunge in den Vordergrund, gepaart mit der Fruchtigkeit. Bittere kann ich fast nicht feststellen. So ist auch das Mundgefühl nicht wirklich voll. Erst in der Kehle kommt ein leichtes freundliches Bitter richtig zum Vorschein, das dafür aber lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Bittereinheiten:

19 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Kraftpaule GmbH
Neckarstraße 132
70190 Stuttgart
www.kraftpaule.de/