Archiv der Kategorie: Biertest

La Trappe – Nillis 0.0

Die Bierbrauerei de Koningshoeven bringt als erste Brauerei der Welt ein völlig alkoholfreies Trappistenbier auf den Markt: La Trappe Nillis (0,0%). Das Bier ist das Ergebnis des Zusammenspiels von Tradition und Innovation. Das Bier wird nach Angaben der Brauerei nach authentischem Rezept gebraut, wobei nachhaltige Rohstoffe und Energiequellen verwendet werden. Allerdings stellt sich mir durchaus die Frage, wie authentisch ein Bier sein kann, das mit Hopfenextrakt gebraut wurde. Ein Teil des Erlöses geht an Projekte der Brüder der Abtei Onze Lieve Vrouw van Koningshoeven in Uganda.

Angesichts der steigenden Nachfrage nach alkoholfreiem Bier hat sich die Bierbrouwerij de Koningshoeven mit La Trappe Nillis entschlossen, auf diese Anforderung der Konsumenten einzugehen. Es handelt sich um ein völlig alkoholfreies Trappistenbier, das keine Zugeständnisse an die charakteristische Qualität von La Trappe machen soll. Außerdem feiert Abdij Onze Lieve Vrouw van Koningshoeven sein 140-jähriges Bestehen, was der Einführung dieses Bieres einen goldenen Rahmen für seine lange Geschichte gibt.

Der Name ‚Nillis‘ ist abgeleitet vom lateinischen Nihil (nichts) und Nullus (keiner). Damit wird La Trappe Nillis auch im Namen dem gerecht, was er ist: 0,0% Alkohol und traditionell 100% La Trappe. Aber es gibt noch eine andere Bedeutung, die ‚Nillis‘ zu einem passenden Namen macht. „Es ist eine Verballhornung von Nilus, was sich auf den Fluss Nil bezieht“, sagt Bruder Isaac, Prior der Abtei Unserer Lieben Frau von Koningshoeven. Er war maßgeblich an der Entwicklung des alkoholfreien Bieres beteiligt. „Der Nil entspringt in Uganda, wo wir als Trappistengemeinschaft ein Tochterhaus, Onze Lieve Vrouw van Koningshoeven, haben. Der Name dieses neuen Bieres symbolisiert also auch unsere Verbindung zu diesem Land.“ Jetzt ist aber genug mit der Theorie, daher öffne ich die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Braun und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist elfenbeinfarben und bleibt sehr lange erhalten.

Das Bier duftet nach Getreide und Schokolade, abgerundet durch den Duft von Karamell. Dazu kommt noch eine leichte fruchtige Frische.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet hätte und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Getreidige Noten stehen im Vordergrund, was auf eine gestoppte Gärung hinweist. Röstaromen unterstützen  diese Noten mit Geschmack nach dunkler Schokolade Dazu kommt eine leichte fruchtige Säure sowie eine geringe Bittere. Trotzdem fehlt dem Bier die geschmackliche Tiefe. In der Kehle wird die Bittere kräftiger und sie klingt sehr lange nach, was für ein alkoholfreies Bier eher ungewöhnlich ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

0,0 % Vol.

Farbe:

28 EBC

Brauerei:

Bierbrouwerij de Koningshoeven B.V.
Einfovenseweg 3
5056 RP Berkel-Enschot
Niederlande
www.koningshoeven.nl

Maisel & Friends – Hopfenreiter #9

Bereits zum neunten Mal überrascht und die Brauerei Maisel & Friends mit dem Hopfenreiter. In jedes Jahr steuern verschiedene Brauereien aus aller Welt eine spannende Hopfensorte bei, wodurch die Bierspezialität immer wieder unterschiedlich riecht und schmeckt – obgleich das Rezept immer identisch ist. Im Juli 2024 war es wieder so weit: Fünf Brauereien sind zum Brautag nach Bayreuth gefahren und hatten den von ihnen ausgewählten Hopfen gleich mit dabei. Im Gepäck waren:

  • Mosaic von FUERST WIACEK (Berlin)
  • Polaris von Buddelship (Hamburg)
  • Vista von Moersleutel (Alkmaar, Niederlande)
  • Idaho 7 von Wicklow Wolf Brewing (Wicklow, Irland)
  • Strata von To Øl (Kopenhagen, Dänemark)
  • Alora von Maisel & Friends

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber hat sich beim Einschenken eine feinporige Schaumkrone gebildet, die sehr lange erhalten bleibt. Rein optisch macht der Hopfenreiter was her.

Das Aroma ist überwältigend und komplex, sehr fruchtig und herb. Im Vordergrund finden sich Zitrusfrüchte, insbesondere die Grapefruit. Aber wie bei sechs Aromahopfen zu erwarten, bietet das Aroma noch deutlich mehr. Und das Besondere – mit steigender Temperatur ändert sich das Aroma. Ich könnte vor dem Glas sitzenbleiben und einfach nur die Fruchtaromen genießen. Mal rieche ich Pfirsich und Mirabelle, mal eher saure Früchte wie Stachelbeere und Orange, mal dunkle Früchte wie Blaubeere und Cassis. Aber Bier ist zum Trinken da, also nehme ich den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Malzsüße sowie eine sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Schnell übernimmt aber eine kräftige freundliche Bittere das Kommando, die sogar die ungeheure Fruchtigkeit des Hopfenreiters etwas in den Hintergrund treten lässt. Das Bier ist stiltypisch recht trocken und die Aromen der Hopfen sorgen für ein volles Mundgefühl. In der Kehle wird das Bier noch einmal trockener und dort dominiert eine freundliche und fruchtige Bittere mit sehr langem Nachklang.

Manche Double IPAs überfordern den Konsumenten mit ihrer Komplexität. Dies gilt aber nicht für den Hopfenreiter. Für ein Double IPA ist er wirklich einfach zu trinken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Alora, Mosaic, Polaris, Vista, Idaho7, Strata), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18,8° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Farbe:

16 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

Anfangs 6° – 8° Celsius (Kühlschranktemperatur), dann langsam erwärmen lassen

Brauerei:

Gebr. Maisel GmbH & Co. KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Klosterbrauerei Neuzelle – UrCraft Bockbier

Die UrCraft-Biere der Klosterbrauerei Neuzelle sind werden frisch abgefüllt und direkt vom Lagertank unfiltriert und unpasteurisiert in Flaschen handabgefüllt. Kurz darauf an Sie versendet, so dass Sie ein einmalig frisches Geschmackserlebnis erhalten. Sie haben ein recht kurzes Mindesthaltbarkeitsdatum. Bis zum Genuss sollten sie kühl und dunkel aufbewahrt werden und in der Zeit vor größeren Temperaturschwankungen geschützt werden. Da die Biere nicht pasteurisiert wurden, reifen Sie in der Flasche noch nach. Viele Biere, vor allem die mit einem höheren Alkoholgehalt, werden durch eine Lagerung und längere Reifung noch besser, auch wenn dies nicht in allen Fällen garantiert ist. Einen Versuch ist es aber auf jeden Fall wert. Das UrCraft Bockbier, das jetzt vor mir steht, verkoste ist frisch, so wie es bei mir eingetroffen ist.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone löst sich leider recht flott auf.

Das Bier duftet nach Schokolade und Karamell, abgerundet durch fruchtige Aromen, die an Birnen erinnern.

Der Antrunk zeichnet sich durch die stiltypische Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommen die fruchtigen Noten und die Hopfengabe zum Tragen, dazu schmecke ich den Karamellgeschmack. Das Mundgefühl ist weich und da das Bier nur wenig Bittere zu bieten hat, ist es ungeheuer süffig. In der Kehle wird die bittere etwas kräftiger und sie klingt mit der Malzsüße zusammen lange nach.

Das UrCraft-Bockbier gibt es nur etwa viermal im Jahr, wenn es frisch gebraut wurde.

Van Honsebrouck – St. Louis Premium Kriek

Nun haben wir Herbst und das Obst wird wie jedes Jahr im Oktober immer knapper. Da ist es doch sehr angenehm, dass es die belgischen Fruchtbiere gibt – spontan vergoren und mit 25 % Kirschsaft vergoren. Somit freue ich mich auf die Verkostung des St. Louis Premium Kriek, das jetzt vor mir steht. Ein Blick auf die Zutatenliste verrät mir, dass beim Brauen dieses Kriek auch der Süßstoff E950 verwendet wurde, Acesulfam-K genannt. Wikipedia schreibt dazu: „Der Zuckerersatzstoff wurde 1991 vom zuständigen Fachausschuss (JECFA) der Weltgesundheitsorganisation für unbedenklich erklärt. Von Lebewesen wird Acesulfam-K leicht resorbiert und wird über die Nieren ausgeschieden. Bei Menschen wurde der Stoff bereits in der Muttermilch nachgewiesen. In Tierversuchen wurde nachgewiesen, dass es sich bei dem Stoff um ein Klastogen handelt und Schäden an Chromosomen begünstigt. Eine wissenschaftlich fundierte Bewertung wird dadurch erschwert, dass kaum unabhängige Untersuchungen veröffentlicht wurden.“ Nähere Informationen zu diesem Stoff finden Sie unter dem Link zu Wikipedia.

Rubinrot und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine rosafarbene Schaumkrone, die anfangs flott in sich zusammenfällt, aber ein Rest bleibt doch lange erhalten. Optisch macht das Bier einen wirklich guten Eindruck.

Dieser Eindruck verfestigt sich auch in der Nase. Das Bier duftet nach Kirsche und Marzipan, abgerundet durch einen Hauch Vanille. Vielleicht würde ich mir noch etwas mehr Aroma des Malzes wünschen, aber auch so überzeugt die fruchtige Note der reifen Kirschen.

Der Antrunk ist spritzig und süß. Besonders die Süße überrascht mich, da von der Säure der Kirschen und des spontan vergorenen Bieres zumindest anfangs nichts zu schmecken ist. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt, wird die Süße durch einen intensiven Kirschgeschmack mit einer angenehmen fruchtigen Säure abgelöst. Auch wenn ich keine Bittere schmecken kann, ist das Bier doch vollmundig. Auch in der Kehle vermisse ich die Bittere, aber die Fruchtigkeit klingt einige Zeit nach.

Zutaten:

Gerstenmalz, Weizen, Kirschen, Kirsch- Holundersaft, Zucker, Hopfen, Süßstoff E950, Ascorbinsäure

Alkoholgehalt:

3,2 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 5° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Van Honsebrouck
Ingelmunstersestraat 46
8870 Izegem
Belgien
www.vanhonsebrouck.be

Schroll Bräu – Nankendorfer Helles

Die Traditionsbrauerei Schroll liegt inmitten der fränkischen Schweiz und braut mit dem Nankendorfer Hell einen Vertreter des süddeutschen Bierstiles, der in den letzten Jahren auch in Norddeutschland zunehmend seine Freunde findet. Braumeister Georg Schroll braut das Helle ganzjährig, selbstverständlich in Handarbeit bis zur Flaschenabfüllung. Jetzt steht eine Flasche vor mir und wartet auf ihre Verkostung.

Golden und kristallklar strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die weiße Schaumkrone ist relativ klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach Brotkrume und Honig, abgerundet durch einige würzige, kräuterige und grasige Noten. Damit sticht das Nankendorfer aus der Masse der Hellen heraus, die ich persönlich eher langweilig finde.

Der Antrunk kommt mit seiner stiltypischen Süße und er besticht durch die sehr feinperlige Kohlensäure. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten und sie wird dort durch die würzigen Noten des Hopfens unterstützt, so dass ein angenehm vollmundiges Mundgefühl entsteht. Erst in der Kehle kommt eine freundliche und zurückhaltende Bittere zum Vorschein, die aber überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brauerei Schroll
Nankendorf 41
D-91344 Waischenfeld
www.brauerei-schroll.de

The Beer Buddies – Bio Pils

The Beer Buddies wurde 2014 von Andreas Weilhartner und Christian Semper mit Firmensitz in Linz gegründet. Die beiden Brauer machten damit ihr Hobby zum Beruf und wählten als Standort für ihre Brauerei ein landwirtschaftliches Gut in Tragwein. Nachdem die Beer Buddies als Hobbybrauer mit einem Brauset ihre ersten Brauversuche unternommen hatten, ließen sie sich in Tragwein im ehemaligen Waschhaus des Gutes ein gebrauchtes 250-Liter-Sudwerk einbauen, das zuvor bereits in zwei mittlerweile stillgelegten österreichischen Brauereien in Betrieb war und für den Einsatz in Gutau mit neuer Technik ausgerüstet wurde. Die Vergärung der Biere erfolgt in einem Raum hinter dem Sudhaus in zwei offenen Gärwannen je 500 Liter Kapazität, die Nachreifung wird durch vier 500-Liter Gärtanks gewährleistet.

Das Wasser der Brauerei stammt aus dem hauseigenen, 80 Meter tiefen Tiefbrunnen, der Hopfen stammt zum Großteil aus dem Mühlviertel. Des Weiteren bezieht die Brauerei ihr Malz zu 100% aus österreichischer Landwirtschaft.

So, nun ist es aber an der Zeit, die Flasche zu öffnen und mit der Verkostung zu beginnen.

Golden und mit leichter Hefetrübung strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber prangt eine feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier nichts auszusetzen.

Das Bier duftet diskret nach Keksteig, zusammen mit den stiltypischen würzigen Noten des Hopfens.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine angenehme Spritzigkeit aus. Auf der Zunge macht das Bier mit seiner freundlichen Bitteren einen frischen Eindruck. Das Mundgefühl ist schlank. In der Kehle wird die Bittere überraschend kräftig und sie klingt sehr lange nach.

Wer bittere Biere mag, wird dieses ungewöhnliche Pils lieben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

The Beer Buddies GmbH
Rudigierstrasse 1
4020 Linz
Österreich
www.beerbuddies.at

Felsen Bräu – Weizenbock

Die Brauerei Felsen Bräu hat das Ziel, sich von Öl und Gas unabhängig zu machen und vollständig auf erneuerbare Energien umzusteigen, also auf Hackschnitzel, Solarenergie und Ökostrom. Dieses Ziel wurde im Jahr 2007 erreicht. Damit schrieb die Felsen Bräu Biergeschichte.  Am 3. Mai 2007 wurde die Felsen Bräu von der TU München-Weihenstephan als 1. Solarbierbrauerei Deutschlands zertifiziert und ausgezeichnet. Zum ersten Mal hatte es damit eine Brauerei geschafft, dass die gesamte benötigte Energie zur Bierherstellung zu 98 % aus nachwachsenden Rohstoffen kommt. Jetzt will ich feststellen, ob sich das auch in der Qualität des Bieres niederschlägt.

Orangefarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine feste cremefarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal einen sehr guten Eindruck.

Das Bier duftet nach Biskuitteig und Früchten, nach Banane, Nelke und gelben Früchten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine stiltypische Süße sowie eine sehr angenehme Spritzigkeit aus. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Die leichte Teigigkeit von Malz und Hefe mischt sich mit den fruchtigen Noten.  Da die Aromen recht intensiv sind, ist es auch passend, dass die Bittere deutlich kräftiger ist als bei den üblichen Weizenbieren und Weizenböcken. Das Mundgefühl ist samtig und schwer. In der Kehle ist der Felsen Weizenbock vergleichsweise mild, aber trotzdem mit langem Nachklang.

Der Felsen Weizenbock vereint die leichte Trinkbarkeit eines Weizenbieres mit den Aromen eines wirklichen Genussbiers.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Felsenbräu Thalmannsfeld,
W. Gloßner GmbH & Co.KG
Felsenweg 2
91790 Thalmannsfeld
www.solarbier-felsenbraeu.de

Ninkasi – French IPA

Das French IPA von Ninkasi ist die letzte Flasche, die ich mir bei meinem letzten Besuch in Lyon mit nach Hause genommen habe und die ich jetzt verkosten werde. Bei diesem Bier wirbt die Brauerei ausdrücklich damit, dass Hopfen und Malz vollständig aus Frankreich stammen, beim Hopfen wird noch das Elsass als etwas genauere Herkunftsangabe verwendet. Auf jeden Fall freue ich mich jetzt auf mein vorerst letztes französisches Bier.

Bernsteinfarben und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Der feinporige Schaum fällt anfangs recht flott in sich zusammen, aber ein Rest bleibt doch lange erhalten. Damit macht das Bier optisch einen wirklich guten Eindruck.

Das Bier duftet nach Grapefruit und gelben Früchten, die Süße des Aromas erinnert an Waldhonig. Abgerundet wird der Duft durch einen Hauch Harz. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlige und trotzdem sehr kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge überlagert die Bittere sowohl die Fruchtigkeit als auch die Malzsüße. Dadurch wirkt das Bier unausgewogen. Erst in der Kehle kommt der Geschmack nach Grapefruit zum Vorschein. Die Bittere klingt sehr lange nach.

Schade. In der Nase hatte mir das Bier noch sehr gut gefallen. Leider konnte der Geschmack den guten Eindruck nicht halten. Während mir die anderen Biere von Ninkasi gut gefallen haben, ist das
French IPA eine Enttäuschung.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Caramalz, Münchner Malz, Pilsener Malz), Hopfen (Mistral, Aramis), Hefe, Kohlensäure

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Bittereinheiten:

54 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Ninkasi
1 avenue Edouard Herriot
69170 Tarare
Frankreich
www.ninkasi.fr

Kanone – Hell

Jetzt steht wieder einmal ein Bier aus Franken vor mir, ein Helles von der Brauerei Kanone aus Schnaittach im Nürnberger Land. Ich will mich auch nicht lange mit der Vorrede aufhalten und öffne daher sofort die Flasche.

Golden und kristallklar strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber prangt eine feste weiße Schaumkrone, die sich nur langsam auflöst. Optisch macht das Bier richtig was her.

Das Aroma ist malzbetont. Das Bier duftet nach Brotkrume, abgerundet durch einige blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige und doch kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt der Hopfen stärker zum Tragen als ich es aufgrund des Duftes erwartet hätte. Dabei passt sich die Würzigkeit des Hopfens dem Malzkörper sehr gut an. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Im Abgang wird das Bier trockener und die leichte freundliche Bittere klingt lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition, Opal)

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,3° Plato

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Brauerei Kanone Löhr GmbH & Co. KG
Brückenstraße 1A
91220 Schnaittach
www.brauerei-kanone.de

LindemanS – Gueuze

Gueuze wird durch Mischen von jungem, noch nicht komplett vergorenem Lambic und 2-3 Jahre altem Lambic hergestellt. Die Mischung wird in Flaschen abgefüllt, in denen durch die zweite Gärung wieder Kohlensäure entsteht, die durch die Lagerung in Holzfässern beim Lambic verloren gegangen ist. Das Mischen wird „Steken“ (Stechen) genannt. Nach der Flaschenabfüllung muss das Bier mehrere Monate horizontal lagern.

Es gibt mehrere Geschichten, die den Ursprung des Begriffs „Geuze“ erklären. Der Name geht auf die Brüsseler Rue de Gueuze zurück, wo ein Geuze-Brauer sein köstliches Lambic erstmals auf Champagnerflaschen abfüllte. Schon bald sprach man von „lambick de la Rue de Gueuze“. Abgekürzt wurde daraus ‚gueuze‘, oder ‚geuze‘ auf Niederländisch. Anderen Quellen zufolge bedeutet geuze „gazeux“ oder prickelnd.

Orangefarben und opalisierend strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Stiltypisch löst sich der Schaden sofort auf.

Aroma wird durch eine fruchtige Säure dominiert, dir an Apfel und Birne erinnert. Abgerundet wird der Duft durch das Aroma von Waldhonig.

Der Antrunk ist spritzig mit einer angenehmen Süße, die an Kandis erinnert. Der Zunge tritt jetzt die Säure in den Mittelpunkt. Die Fruchtigkeit wird kräftig und das Mundgefühl ist weich. Die fruchtige Säure erinnert an Champagner und Rhabarber. Aus dem Hintergrund sind auch leichte holzige Noten festzustellen, die von der Reifung des Bieres auf Eiche herrühren. In der Kehle legt die Säure noch zu, Bittere ist nur minimal festzustellen.

Ja mir vor uns ein leicht süffiges Sauerbier das einfach zu trinken ist, eigentlich der richtige Beginn für jemanden, der mit Sauerbier nicht vertraut ist.

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

12 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius sind meiner Meinung nach ideal, die Brauerei empfiehlt sogar 2° – 3° Celsius. Mir persönlich ist das aber zu kalt, so dass die Aromen nicht mehr zum Tragen kommen.

Brauerei:

Brewery Lindemans
Lenniksebaan 1479
1602 Vlezenbeek
Belgien
www.lindemans.be