Archiv der Kategorie: Biertest

Sander – Toriginal Hell

Welcher Teufel hat mich eigentlich geritten, dass ich dieses Bier gekauft habe? Eigentlich sollte mich das Etikett schon abschrecken, und das aus mehreren Gründen: Ich bin kein Fußballfan, selten habe ich ein Helles verkostet, das mich begeistern konnte und letztendlich trinkt der Fußballspieler auf dem Etikett aus der Flasche. Auf mich macht das den Eindruck, dass dies ein Bier zum Wirkungstrinken ist, nicht zum Genießen. Den einzigen Pluspunkt, den ich dem Äußeren der Flasche zubilligen kann, sind die Rohstoffe aus biologischem Anbau. Aber mal sehen, eventuell ist der Inhalt der Flasche ja ansprechender als das Äußere.

Golden und glanzfein präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone löst sich leider schnell auf, aber die Farbe des Bieres ist sehr ansprechend.

Düfte nach Brotkrume steigen mir in die Nase. Dazu etwas Karamell und der Geruch sehr reifer Äpfel. Eventuell kann ich mich ja doch mit dem Bier anfreunden.

Der Antrunk zeichnet sich durch die stiltypische Süße sowie eine kräftige Karbonisierung aus. Die Süße bleibt auf der Zunge erhalten, während das Apfelaroma in den Mittelpunkt tritt. Das ist der angenehme Aspekt. Auf der anderen Seite ist das Mundgefühl sehr schlank, beinahe wässerig. Etwas mehr Körper würde dem Bier sicherlich guttun. Leider ist das Bier auch in der Kehle sehr mild, so dass es auch im Nachtrunk bei mir fast keinen Eindruck hinterlässt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition, Mandarina Bavaria)

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Bittereinheiten:

24 IBU

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Braumanufaktur Sander
Apostelbräustraße 27
67549 Worms
www.brauerei-sander.de

Budvar Reserve

Die tschechische Stadt Ceské Budejovice heißt auf Deutsch Budweis. Auf diese Weise erhielt das Budweiser seinen Namen. In Budweis wird nach wie vor nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Das Budweiser Budvar Lager ist eine Rarität, denn es gehört zu den am längsten gereiften Lagerbiere der Welt. Mindestens 200 Tage reifte das Lager in den Bierkellern der Brauerei. Das vielschichtige und komplexe Lager hat einen Alkoholgehalt von 7,5% vol. und 26 Bittereinheiten. So ist es nicht überraschend das es bereits zum „Besten Starkbier der Welt“ gekürt worden ist. Kommen wir also zur Verkostung.

Intensiv goldfarben und glanzfein präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone fällt anfangs flott in sich zusammen, aber ein Rest bleibt sehr lange erhalten.

Düfte nach Karamell und Apfel steigen mir in die Nase. Auch die 7,5 Volumenprozent Alkohol kann ich riechen, genau wie eine leichte Buttrigkeit, die typisch für tschechische Biere ist.

Der Antrunk ist recht süß, aber durch die Spritzigkeit, für die die sehr feinperlige Kohlensäure sorgt, ist er sehr angenehm. Auf der Zunge gesellt sich eine ausgewogene Bittere zur Süße, während die Fruchtigkeit in den Hintergrund tritt. Das Mundgefühl ist weich und voll. Auch der Alkohol fällt jetzt nicht mehr auf; er ist gut eingearbeitet und unterstützt lediglich die an deren Aromen. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger und sie klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saazer Aromahopfen), Hefe

Alkoholgehalt‍:

7,5 % Vol.

Bittereinheiten:

26 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Budějovický Budvar, n. p.
K. Světlé 512/4
370 04 České Budějovice
Tschechien
www.budejovickybudvar.cz

Wildwuchs – X-TRA Imperial Dark Ale

Das Wildwuchs Brauwerk Hamburg, unter der Führung von Braumeister Fiete, ist für seine kreativen Biere bekannt. Die Zutaten seiner Biere sind aus kontrolliert biologischem Anbau, genauer gesagt aus Bioland-Anbau. Die Biere nicht pasteurisiert und unfiltriert, um nicht nur alle wichtigen Nährstoffe im Bier zu bewahren, sondern auch der volle Geschmack wird so gewährleistet und das Bier kann in der Flasche weiter reifen und dadurch noch besser werden. Jetzt steht das X-Tra Imperial Dark Ale vor mir, ein winterliches Bier, das auf seinem Rückenetikett feine Aromen von Gewürznelken, reifer Banane und einem Hauch Lakritze verspricht. Da kann ich mich ja auf eine sehr erfreuliche Verkostung freuen. Also warte ich nicht länger, öffne die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Blickdicht schwarz mit einer haselnussbraunen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Leider löst sich der Schaum sehr schnell auf.

Röststoffe stehen im Mittelpunkt des Aromas. Ich rieche Espresso und Haselnuss, dazu etwas Rauch sowie Gewürznelken und reife Bananen. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist stiltypisch süß und er überzeugt mit einer sehr feinperligen Kohlensäure. Auch auf der Zunge stehen die Röstaromen im Mittelpunkt, aber sie werden durch eine passende Bittere begleitet, die an dunkle Schokolade erinnert. Trotz der 8 Volumenprozent Alkohol wirkt der Körper schlank und weich. In der Kehle wird der Geschmack nach Espresso kräftiger und die Bittere ebenfalls.

Das X-Tra Imperial Dark Ale ist sehr angenehm zu trinken, würde mir persönlich aber mit einer leichten Säure noch besser gefallen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Weizenmalz, Hafer, Hopfen (Tettnanger)

Alkoholgehalt‍:

8,0 % vol.

Bittereinheiten‍:

12 IBU

Empfohlene Trinktemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Wildwuchs Brauwerk Hamburg KG
Jaffestraße 8
21109 Hamburg
www.wildwuchs-brauwerk.de

Néau – Sauvin Saison

Aus dem deutschsprachigen Raum Belgiens stammt das Néau Sauvin Saison, das jetzt vor mir steht, genauer gesagt aus Eupen. Die kleine Brauerei wurde im Jahr 2020 gegründet und seitdem hat sich das ursprünglich kleine Bierangebot konsequent vergrößert. Néau’s Interpretation des wallonischen Klassikers. Maurice verwendet für sein Sauvin Farmhouse Ale französische Saison Hefen und Nelson Sauvin Hopfen für die Kalthopfung.

Bevor ich die Flasche öffne, sehe ich mir noch einmal das Etikett an. Noch nie hatte ich ein Bier mit so wenig Informationen auf der Flasche. Ich kann weder eine Zutatenliste finden noch die Adresse der Brauerei. Alles was auf dem Etikett steht, sind die Allergene, der Bierstil, der Alkoholgehalt des Bieres und die Internetadresse der Brauerei. Auch auf der Website der Brauerei finden sich nicht allzu viele zusätzliche Informationen. Immerhin steht dort die Postadresse und die Preisliste des Brauereipubs. Na gut, dann will ich mal die Flasche öffnen und das Bier einschenken.

Golden mit einem Stichs ins Orangefarbene und mit einer ordentlichen Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine kleine feinporige Schaumkrone, die anfangs flott in sich zusammenfällt, aber von der ein Rest lange erhalten bleibt. Optisch geht das Bier durchaus in Ordnung.

Das Bier duftet nach Brotkrume und Weißwein, abgerundet durch einige fruchtige Noten, die an Pfirsich erinnern.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinporige Kohlensäure aus. Auf der Zunge stehen die Fruchtigkeit und der Weißweingeschmack im Mittelpunkt. Die Süße lässt etwas nach, so dass ich das Bier mit einem halbtrockenen Weißwein vergleiche. Obwohl die Säure nur zurückhaltend vorhanden ist und auch die Bittere sich im Hintergrund hält, ist das Mundgefühl angenehm voll, dabei leicht. In der Kehle ist das Bier mild mit kurzem Nachklang.

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brauerei Neau
Schulstraße 11
4700 Eupen
Belgien
www.brauerei-neau.com

Herbsthäuser – Heller Bock

Herbsthausen ist ein Stadtteil der Kleinstadt Bad Mergentheim im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg. Das einzige Erstaunliche an Bad Mergentheim ist, dass die Kleinstadt mit ihren etwa 24.000 Einwohnern mit nur einer Postleitzahl auskommt, aber für sich fünf Vorwahlen im Telefonfestnetz und sogar zwei KFZ-Kennzeichen in Anspruch nimmt. Aber egal, kommen wir zum Bier.

Intensiv goldfarben und glanzfein fließt das Bier ins Glas. Der Schaum löst sich leider sehr schnell auf.

Das Aroma ist malzbetont mit Düften nach Karamell und Waldhonig, abgerundet durch würzige Noten, die an weißen Pfeffer erinnern.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine nicht allzu kräftige Süße sowie die feinperlige Kohlensäure aus, die dem Bier eine angenehme Spritzigkeit verleiht. Auf der Zunge gesellt sich schnell eine freundliche Bittere zur Süße, so dass das Bier einen ausgewogenen Eindruck macht. Obwohl der Geschmack wirklich intensiv ist, bleibt das Mundgefühl voll und weich. In der Kehle wird das Bier etwas trockener und die Bittere klingt einige Zeit nach, während der Alkohol im Magen wärmt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, <hopfen (Hallertauer Perle, Spalter Select)

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Herbsthäuser Brauerei
Wunderlich KG
Alte Kaiserstraße 28
97980 Bad Mergentheim-Herbsthausen
www.herbsthaeuser.de

Alvinne – Land van Mortagne

Seit mehr als 12 Jahren gibt es die Alvinne Brauerei und sie hat es geschafft sich in dieser kurzen Zeit einen exzellenten Ruf für flämische Sauerbiere aufzubauen. Alvinne arbeitet mit seiner eigenen Hefe, Morpheus genannt. Hiermit werden sowohl die Sauerbiere, als auch die „normalen“ Biere gebraut. Die Hefekultur wurde 2008 von Marc de Keukeleire aus der Natur der französischen Auvergne „gepflückt“. Anschließend selektierte, isolierte und kultivierte er die Hefe bis sie die gewünschten Eigenschaften besaß. Es ist eine Kultur aus 2 Bierhefen (Saccharomyces cerevisae) und Milchsäurebakterien (Lactobacillus). Für das Brauen der normalen Bieren werden letztere inaktiviert. Alvinne Biere sind in über 30 Ländern in Europa, Amerika, Australien und Asien erhältlich.

Land van Mortagne wird obergärig mit 3 verschiedenen Malzsorten und 2 Hopfen (Magnum, EK Golding) eingebraut. Es handelt sich um ein Quadrupel. Kommen wir jetzt aber zur Verkostung.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine haselnussbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Auch wenn wir jetzt Sommer haben und das Land van Mortagne eher ein Winterbier ist, gefällt mir die Optik auch jetzt sehr gut.

Das Aroma ist vielfältig. Anfangs rieche ich Trockenfeigen und Rosinen, später dunkle Schokolade und Espresso. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Wie erwartet ist der Antrunk süß und er überzeugt durch seine sehr feinperlige Kohlensäure. Wie in der Nase stehen auch auf der Zunge die Trockenfrüchte im Vordergrund, begleitet durch einen Schokoladengeschmack, der an eine gute Tafelschokolade erinnert. Die Bittere kommt nur gering zum Vorschein. Das Mundgefühl ist voll und schwer. Auch in der Kehle ist das Bier süß und fruchtig; auch die Bittere ist weiterhin nur wenig zu schmecken. Trotzdem klingt der Geschmack lange nach.

Zutaten:

Wasser, Malz, Hopfen (Magnum, EK Golding), Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

12,8 % Vol.

Bittereinheiten:

34 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° Celsius

Brauerei:

Brauerei Alvinne
Vaartstraat 4a
8552 Moen
Belgien
info@alvinne.be

Maisel & Friends – Taonga

Es war mal wieder so weit: bereits zum sechsten Mal haben die Auszubildenden der Brauerei Maisel ihr eigenes Bier gebraut. Wenig überraschend ist es auch in diesem Jahr ein IPA. Aber das passt ja auch gut jetzt in die warme Jahreszeit. Außerdem haben sich die Azubis viel Mühe mit der Auswahl der Hopfensorten gegeben. Ihre Wahl fiel auf Hopfen aus Neuseeland. Ich kann jetzt also durchaus ein besonderes Bier erwarten.

Nur für den Fall, dass Sie sich über den Namen wundern: Taonga stammt aus der Sprache der Maori und bedeutet Schatz. Nachdem auch das geklärt ist, kann ich jetzt die Flasche öffnen und mir das Bier einschenken.

In hellem Gelb und mit starker Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine eher kleine und gemischtporige schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier damit einen sehr guten Eindruck.

Die Düfte eines ganzen Obstsalats steigen mir in die Nase. Ich rieche Orange, Melone, Pfirsich und tropische Früchte. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist relativ süß, ohne dass die Süße aufdringlich würde. Außerdem passt die kräftige Karbonisierung zur Süße. Auf der Zunge stört mich die kräftige Kohlensäure etwas, die mir beim ersten Kontakt mit dem Bier gut gefallen hat. Wie in der Nase steht auch auf der Zunge die Fruchtigkeit im Mittelpunkt. Die Geschmacksexplosion ist so kräftig, dass ich die einzelnen Früchte nicht auseinanderhalten kann. Die freundliche Bittere ist deutlich zu schmecken, aber für ein IPA doch sehr zurückhaltend. Das Mundgefühl ist voll, dabei aber recht schlank. Auch in der Kehle ist die fruchtige Bittere zurückhaltend, klingt dann aber überraschend lange nach.

Das Taonga ist ein sehr angenehm zu trinkendes Bier. Allerdings fehlt mir die knackige Bittere, die eigentlich für ein IPA typisch ist. Ich werde aber versuchen, ob ich in Hildesheim das Taonga kaufen kann (die verkostete Flasche hat mir die Brauerei geschickt), denn für einen warmen Sommerabend ist dieses Bier perfekt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Nelson Sauvin, Riwaka, Wai-ITI), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Bittereinheiten:

12,9° Plato

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Maisel & Friends
Andreas-Maisel-Weg 1
D-95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Vermeulen – Ypra Hoppy Blond

Ypra ist das dritte Bier der Brauerei Omer Vander Ghinste. Sein Name gehen auf die Stadt Ypern zurück, wo Ypra das wichtigste Bier der 1836 gegründeten Brauerei Vermeulen war. Die Brauerei blieb bis 1976 aktiv, als Charles Vermeulen das Brauen einstellte und nur der Vertrieb von Bieren und alkoholfreien Getränken fortgesetzt wurde. Im Jahr 2021 kamen zwei jahrhundertealte Familienbrautraditionen zusammen: Die Brauerei Vermeulen ging in die Hände der Brauerei Vander Ghinste über. Und das war kein Zufall. Omer Jean Vander Ghinste, die vierte Generation der Omer, ist mit der Familie Vermeulen verwandt. Aber eventuell wollen Sie das alles gar nicht wissen. Eventuell interessiert es Sie aber, dass das Ypra Hoppy Blond zweimal ausgezeichnet wurde: Kommen wir also zum Bier.

Golden und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feste weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Biskuitteig, etwas nach Zitrone, Grapefruit, Apfel und Rauch. Auch der typische Duft belgischer Hefe steigt mir in die Nase.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße und eine angenehme Spritzigkeit aus. Auf der Zunge kommt Geschmack nach Apfel in den Vordergrund, begleitet durch eine leichte Bittere. Das Mundgefühl ist weich und frisch. In der Kehle wird die Bittere kräftiger und klingt sehr lange nach.

Alkoholgehalt:

6% Vol.

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

4° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Vermeulen
Brouwtorenstraat 5
8510 Bellegem,
Belgien
www.omervanderghinste.be

Einbecker Brauhaus – Lager

Über das Einbecker Brauhaus muss ich wohl nichts mehr schreiben. Das habe ich bereits an anderer Stelle getan und die Brauerei sollte eigentlich schon aufgrund ihres Bockbiers bekannt sein. Nur eine kleine Bemerkung soll mir noch gestattet sein: wenn Sie sich einmal in Süd-Niedersachsen aufhalten, sollten Sie es keinesfalls versäumen, die Brauerei in Einbeck zu besuchen und an einer Führung teilzunehmen. Anschließend machen Sie noch einen Spaziergang durch die historische Altstadt von Einbeck, die immerhin eine der schönsten Altstädte in Niedersachsen ist.

Das Einbecker Lager, das jetzt vor mir steht, ist die neueste Kreation der Einbecker Brauer. Jetzt ist es aber auch wirklich an der Zeit, mit der Verkostung zu beginnen.

Golden und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die weiße Schaumkrone ist eher klein und fällt auch recht flott in sich zusammen. Schade. Würde der Schaum länger haltbar sein, sehe das Bier deutlich besser aus.

Das Bier duftet nach frischer Brotkruste, abgerundet durch einige würzige und leichte fruchtige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch seine Spritzigkeit und eine frische leichte Süße aus. Auf der Zunge gesellt sich eine freundliche und leichte Bittere zur Süße. Das Mundgefühl ist leicht. In der Kehle wird das Bittere kurz kräftiger und es klingt etwas nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,4 % Vol.

Stammwürze:

10,4° Plato

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

5° Celsius

Brauerei:

Einbecker Brauhaus AG
Papenstraße 4-7
D-37574 Einbeck
www.einbecker-brauhaus.de

BierSelect

Brasserie Minne – Ardenne Wood Bee Gees

Im Jahr 2008 wurde die Brasserie de Bastogne gegründet, die heute unter dem Namen Brasserie Minne bekannt ist. Aus Platzmangel zog die Brauerei 2019 von Bastogne in ein 50 km nördlich gelegenes Industriegebiet, mit wesentlich besserer Anbindung an das Autobahnnetz und einer perfekten Infrastruktur. Aus diesem Anlass wurde auch der Name der Brauerei geändert, sie wurde nach dem Mitinhaber und Braumeister Philippe Minne benannt.

Die Etiketten der Serie Ardenne Wood besteht aus Bieren, die in unterschiedlichen Holzfässern gereift wurden, im Fall der Bee Gees für 12 Monate in Calvados-Fässern. Und ja, das Bier ist nach der Popgruppe aus den 70er Jahren benannt, die damals mit ihren viel zu engen Hosen die Hitparaden stürmten.

Die Biere der Serie Ardenne Wood sind im Regal des Getränkemarkts einfach zu erkennen. Sie zeigen jeweils ein Wildtier, das in den Wäldern der Ardennen heimisch sind. In diesem Fall präsentieren sich drei Biber. Aber komme ich zur Verkostung, öffne die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Orangefarben und mit kräftiger Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Die weiße Schaumkrone löst sich anfangs recht schnell auf; ein Rest bleibt aber lange erhalten. Optisch weiß das Bier also zu gefallen.

Das Bee Gees duftet nach Biskuitteig, nach reifen Äpfeln und Birnen und Zitrusfrüchten. Diese Duftarie wird durch den Alkohol noch unterstützt. Das macht wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist sehr süß und verwohnt meine Zunge mit einer sehr feinperligen Kohlensäure. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, während die Fruchtigkeit in den Mittelpunkt tritt. Dazu kommt eine leichte Säure, die sich gut mit dem Karamellgeschmack des Malzes verträgt. Obwohl der Alkohol leicht auf der Zunge brennt, ist das Mundgefühl weich und es erinnert an Likör. Auch in der Kehle stehen die Süße und die leichte Säure im Mittelpunkt, während kaum eine Bittere zu schmecken ist. Der Alkohol wärmt angenehm den Magen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Bittereinheiten:

36 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brasserie Minne
Zonierung Nord de Baillonville 9
RN929
5377 Somme-Leuze
Belgien
www.brasserieminne.be