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Statement von Walter König, Geschäftsführer Bayerischer Brauerbund e.V., auf der BrauBeviale 2024

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Vertreter des Bayerischen Brauerbundes und der Gesellschaft für Hopfenforschung freue ich mich, Sie heute bei dieser gemeinsamen Pressekonferenz begrüßen zu dürfen. Die Partnerschaft zwischen der Hopfenwirtschaft und der Brauwirtschaft hat eine lange Tradition und ist eine der tragenden Säulen unseres Erfolges – gerade in Zeiten großer Herausforderungen und Veränderungen.

Deutscher Siegelhopfen ist für uns Brauer nicht nur ein unverzichtbarer Rohstoff, sondern auch ein Symbol für Qualität, Regionalität, Partnerschaft, Tradition und Innovationskraft. 99 % der weltweiten Hopfenproduktion fließen in die Bierherstellung. Damit steht die Hopfenwirtschaft in direktem Dienst unserer Branche und wir sind dankbar für die hervorragende Arbeit, die von den Hopfenpflanzern, Verarbeitern und Vermarktern geleistet wird.

Doch diese Partnerschaft steht vor großen Herausforderungen: Der rasch voranschreitende Klimawandel, politische Rahmenbedingungen und die Dynamik des Marktes verlangen von uns allen ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und Zusammenarbeit.

Herausforderungen der Brauwirtschaft

Die Brauwirtschaft kämpft aktuell mit erheblichen Produktionskostensteigerungen. Personal, Energie, Verpackung und Logistik sind erheblich teurer geworden und vielen Brauereien gelingt es nicht, diese Kosten in den notwendigen Preisanpassungen für ihre Bierspezialitäten im Handel und in der Gastronomie weiterzugeben.

Das stellt uns vor eine doppelte Herausforderung: Einerseits müssen wir wirtschaftlich bestehen, andererseits die Partnerschaft mit der Hopfenwirtschaft weiter stärken, um die Rohstoffversorgung langfristig zu sichern.

Die in den vergangenen Jahren langsam aufgebaute und nach der Ernte 2024 deutliche Überversorgung des Hopfenmarktes macht deutlich, wie wichtig es ist, diese Partnerschaft mit Besonnenheit und Weitsicht zu gestalten. Ein großes Angebot ist aus der Sicht der Brauwirtschaft oberflächlich betrachtet gut, denn es beschert uns Versorgungssicherheit und attraktive Preise. Langfristig birgt es jedoch immense Risiken wie wirtschaftliche Instabilität auf der Produktionsseite oder eine mögliche Überreaktion bei der Flächenanpassung, die gepaart mit einer unterdurchschnittlichen Ernte das Pendel des Marktes schnell in die andere Richtung schlagen lassen können.

Zusammenarbeit als Schlüssel

Gerade in schwierigen Zeiten ist ein wertschöpfungsübergreifender Austausch unverzichtbar. Nur durch Dialog und Verständnis für die Herausforderungen auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette können wir gemeinsam Lösungen finden.

Es ist mir ein Anliegen, heute all jenen zu danken, die sich ehrenamtlich in die Gremienarbeit einbringen. Diese Plattformen des Austauschs – sei es der Agrarausschuss des Deutschen Brauer-Bundes, der Technisch-Wissenschaftliche Ausschuss der Gesellschaft für Hopfenforschung, der Rohstofftag in Spalt oder die Fachkongresse von TUM, VLB und EBC – sind entscheidend, um Brauer, Hopfenpflanzer, Verarbeiter und Wissenschaftler an einen Tisch zu bringen.

Wir brauchen diesen Austausch, um gegenseitiges Verständnis zu fördern und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Denn die Herausforderungen der Hopfenwirtschaft – wie der Klimawandel, politische Restriktionen und Marktvolatilität – sind auch die Herausforderungen der Brauwirtschaft.

Strategische Fortschritte in Forschung und Praxis

Es gibt erfreuliche Fortschritte, die uns Hoffnung geben:

  • Die erfolgreiche Gründung des Bewässerungsverbands Hallertau durch den Hopfenpflanzerverband ist ein Meilenstein. Dieser Schritt ist nicht nur für die Qualitätssicherung und Versorgungssicherheit der Brauwirtschaft von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Hopfenanbaus.
  • Im Hopfenforschungszentrum Hüll wurde kürzlich ein wegweisendes Projekt gestartet. Unter der Leitung des Lehrstuhls für Hydrogeologie der TUM wird untersucht, wie aufbereitetes Oberflächenwasser in Zeiten des Überschusses im Grundwasserleiter gespeichert werden kann. Dieses dreijährige Forschungsprojekt, das sogenannte Infiltrationsbrunnen testet, könnte an vielen Stellen in den Anbaugebieten etabliert werden und zeigt wie Forschung praktische Lösungen für die Zukunft entwickeln kann.

Diese wenigen exemplarischen Beispiele verdeutlichen wie strategische Investitionen und innovative Forschung dazu beitragen können, die Herausforderungen von heute in Chancen für morgen zu verwandeln.

Die Verantwortung der Brauwirtschaft

Als Brauwirtschaft tragen wir eine besondere Verantwortung. Unsere langfristige Rohstoffversorgung hängt von der Stabilität und Innovationskraft der Hopfenwirtschaft ab.

Es ist unsere Aufgabe, diese Partnerschaft zu stärken, indem wir:

  • Nachhaltigkeit fördern, etwa durch die Unterstützung von klimaresistenten Sorten und ressourcenschonenden Produktionsmethoden,
  • Flexibilität zeigen, um Marktvolatilitäten zu begegnen, und
  • uns klar zur heimischen Rohstoffversorgung bekennen.

Denn nur durch ein starkes, partnerschaftliches Miteinander können wir langfristig die Qualität und Vielfalt des deutschen Bieres sichern.

Gemeinsam in die Zukunft

Die Überversorgung nach der Ernte 2024 und die steigenden Kosten in der Produktion sind kein Grund zur Resignation. Vielmehr sollten wir diese Situation als Chance sehen, um die deutsche Hopfenwirtschaft und Brauwirtschaft gemeinsam auf eine solide, zukunftssichere Basis zu stellen.

Lassen Sie uns weiterhin im Dialog bleiben, gegenseitiges Verständnis fördern und gemeinsam an nachhaltigen Lösungen arbeiten. So können wir sicherstellen, dass die deutsche Brau- und Hopfenwirtschaft nicht nur auf ihre Tradition, sondern auch auf ihre Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit stolz sein kann.

Landskron – Winterhopfen

Aus dem östlichsten Zipfel Deutschlands kommt das Bier, das jetzt vor mir steht, genauer gesagt aus Görlitz. Es handelt sich um den Winterhopfen der Brauerei Landskron. Auf dem Etikett teilt die Brauerei mit, dass das Bier von der DLG ausgezeichnet ist und handwerklich gebraut wurde.

Golden und kristallklar strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber prangt eine feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an dem Bier nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach Karamell, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist süß und kräftig, so dass er fast an ein Bockbier erinnert. Die feinperlige und trotzdem kräftige Karbonisierung sorgt für eine gewisse Frische. Auf der Zunge kommt eine überraschend kräftige Bittere dazu, die die Süße beinahe überdeckt. Abgerundet wird der Geschmack durch einige würzige Noten. In der Kehle steht eine nicht allzu angenehme Bittere im Vordergrund, die zum Glück nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenauszüge

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

13,3° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

14° – 16° Celsius

Brauerei:

Landskrone Brau-Manufaktur Görlitz
An der Landskronbrauerei 116
02826 Görlitz
www.landskron.de

Statement Pascal Piroué auf der BrauBeviale 2024

Der Markt für alkoholische Getränke hat seit den 2010er Jahren einige Entwicklungen durchlaufen, die durch verschiedene Trends und Veränderungen im Verbraucherverhalten geprägt sind und die einen erheblichen Einfluss auf die globale Hopfenwirtschaft haben.

Der Trend zu handwerklich hergestellten und qualitativ hochwertigen Produkten ist in den beiden letzten Dekaden stark gewachsen. Die Verbraucher sind bereit, für einzigartige und qualitativ hochwertige Getränke mehr zu bezahlen, was die Nachfrage nach Craft-Bieren, Premium-Spirituosen und Qualitätsweinen angekurbelt hat. Gleichzeitig hat ein gestiegenes Umweltbewusstsein auch die Getränkeindustrie beeinflusst. Viele Marken setzen seitdem auf nachhaltige Beschaffungsmethoden, umweltfreundliche Verpackungen und soziale Verantwortung, um umweltbewusste Verbraucher anzusprechen. Die COVID-19-Pandemie zu Beginn der 2020er Jahre beschleunigte den bis dahin unbedeutenden Online-Handel mit alkoholischen Getränken. Seitdem haben sich die Verbraucher an den bequemen Kauf von Getränken über das Internet gewöhnt, was zu einer Zunahme von Lieferservices und Online-Plattformen geführt hat.

All diese Faktoren haben die Branche dazu veranlasst, neue Geschmacksrichtungen und innovative Produkte zu entwickeln, um die Nachfrage zu befriedigen. Dazu gehören beispielsweise aromatisierte Spirituosen, trinkfertige Cocktails und Hybridgetränke, die leider keinen Hopfen enthalten. Einzig das Segment der alkoholfreien Biere, die vergleichsweise gleich viel Hopfen wie alkoholhaltige Biere brauchen, hat in vielen Regionen noch Wachstumspotential.

Ernte 2024 und voraussichtliche Versorgungslage 2025

Die seit zwei Jahren anhaltend schwache Nachfrage nach Hopfen hat weltweit in den letzten drei Jahren zu einer Reduzierung der Anbauflächen geführt. Vor allem in den US-Anbaugebieten im pazifischen Nordwesten hat eine Reduzierung der Anbaufläche um 4.150 Hektar bzw. 18,5 % gegenüber dem Vorjahr zu einer weiteren deutlichen Korrektur geführt. Damit hat die US-Anbaufläche seit ihrem Höchststand im Jahr 2021 rund 7.370 Hektar bzw. 28,7 % verloren.

Das Ergebnis der US-Ernte 2024 ist mit knapp 40.000 Tonnen als gut zu bezeichnen und entspricht den Erwartungen.

In Europa ist die Anbaufläche in der abgelaufenen Ernte um kaum nennenswerte 460 Hektar bzw. 1,4 % zurückgegangen. Grund dafür war der anhaltend hohe Vorkontrahierungsgrad zwischen Vermarktern und Hopfenpflanzern von nahezu 90 %. Diese Quote verhinderte weiterhin größere Flächenanpassungen, die notwendig gewesen wären, um Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Die Vegetationsperiode 2024 war in Deutschland zwar von meist überdurchschnittlichen Niederschlägen, aber auch von sehr warmen Temperaturen geprägt. Die Erwartung einer qualitativ guten Ernte hinsichtlich der Inhaltsstoffe hat sich leider nicht erfüllt – mit 28 Hitzetagen über 30°C litten vor allem die traditionellen Aromasorten insbesondere im Monat August unter Hitzestress, so dass die Alphawerte unterdurchschnittlich ausfielen.

Die geernteten Rohhopfenmengen waren in vielen Sortengruppen gut oder sogar über Durchschnitt.

In den überseeischen Anbaugebieten wie Argentinien, Australien, China, Neuseeland und Südafrika wurden durchschnittliche Ernten eingefahren. Insgesamt ergab die Welthopfenernte 2024 ein Ergebnis von 113.500 Tonnen, mengenmäßig fast 5.000 Tonnen weniger als die Vorjahresernte, und einen durchschnittlichen Alphasäuregehalt von 9,4 %, was einem leichten Anstieg gegenüber 9,2 % bei der Ernte 2023 entspricht.

Die Nachfrage nach Hopfenprodukten ist sowohl für Vorverträge als für Spothopfen aktuell anhaltend schwach. Auch das für den Hopfeneinsatz wichtige Craft Bier-Segment wird von diesen Einflussfaktoren nicht verschont und weist dieses Jahr nach ersten Hochrechnungen in den USA ein Minus von knapp 5 % aus.

Die massiven Bestände und das Überangebot stellen eine große finanzielle Herausforderung für die Hopfenvermarkter dar. Bei rückläufigen Umsätzen müssen Zins- und Lagerkosten getragen werden, die die Ergebnisse deutlich belasten. Es ist zu erwarten, dass nach den Ernten 2025 und 2026 auch in Europa deutliche Flächenrückgänge und Betriebsaufgaben zu verzeichnen sein werden.

Berechnungen über das Ausmaß der Flächenreduzierung, die zur Wiederherstellung des Marktgleichgewichts erforderlich ist, zeigen, dass kurzfristig weltweit weitere 5.000 – 10.000 Hektar gerodet werden müssten, was wiederum zum Verlust von Marktpartnern in der Lieferkette führen würde.

Ausblick 2025

Im Ergebnis wurde auch in der Ernte 2024 zum neunten Mal in Folge mehr Alphasäure produziert als benötigt, was sich insbesondere in den niedrigen Freihopfennotierungen widerspiegelt.

Aufgrund der geringen Aussicht auf eine auskömmliche Vermarktung wurden die produzierten Spothopfen, wie z. B. die Sorten Perle und Tradition, aber auch Bittersorten von den Vermarktern zu Preisen gehandelt, die oft nicht einmal die variablen Kosten decken.

In den letzten zehn Jahren hat die Anzahl neuer Sorten stark zugenommen. Züchter und Vermarkter sind bestrebt, mit neuen resistenten Hopfensorten zukunftsweisende Optionen zu präsentieren, mit denen nicht zuletzt wichtige Nachhaltigkeitsziele erreicht werden können.

Derzeit gibt es keine Lieferengpässe, aber wenn sich der Marktzyklus wieder dreht und es zu einer Verknappung des Angebots kommt, werden die Brauereien, die über eine breitere Palette an eingeführten Hopfensorten verfügen, die bessere Wahl haben.

Neuzeller Kloster-Bräu – Winterbock

Kloster-Bräu in Neuzelle ist für seine Produktvielfalt bekannt, wobei viele Angebote streng genommen keine Biere sind, sondern Biermischgetränke. Bei der großen Angebotsvielfalt habe ich mich immer gefragt, weshalb die Brandenburger keine jahreszeitlichen Biere anbieten. Nun gibt es aber doch ein Jahreszeitenbier, den Winterbock, der jetzt vor mir steht. Und noch etwas ist neu – zumindest für mich: ich sehe zum ersten Mal, dass die Brauerei in der Zutatenliste vermerkt, welchen Hopfen sie verwendet hat. Es handelt sich um Polaris. Der Hopfenhändler BarthHaas beschreibt diesen Hopfen wie folgt: „Polaris ist eine Sorte aus dem Zuchtprogramm des Hopfenforschungszentrum in Hüll und wurde 2012 zugelassen. Diese Sorte weist intensive, angenehm fruchtige Aromen auf sowie eine erfrischende Note, ähnlich wie ein ‚Gletschereisbonbon‘.“

Orangefarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber sehr lange erhalten. An der Optik dieses Bieres gibt es schon mal nichts zu mäkeln.

Der Duft nach Karamell ist dominant. Auch die 6,3 Volumenprozent Alkohol kommen leicht durch, aber nicht stark genug um zu stören. Aus dem Hintergrund kommt noch die frische Note des Hopfens, die an Minze erinnert.

Der Antrunk ist recht süß, aber durch die kräftige Karbonisierung wirkt das Bier frisch. Auf der Zunge ist das Karamell im Vordergrund, begleitet durch eine leichte Bittere, die die Malzsüße angenehm abrundet. Das Mundgefühl ist weich und voll. In der Kehle ist das Bier mild und der Geschmack klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Polaris)

Alkoholgehalt:

6,3 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

Bayreuther Hell erhält zum 4. mal bei Brussels Beer Challenge Gold

Große Freude in Bayreuth: Bayreuther Hell erhielt zum vierten Mal die Goldmedaille bei der prestigeträchtigen Brussels Beer Challenge und ist damit qualitativer Spitzenreiter in der Wettbewerbskategorie „Lager: Helles”.

Die Brussels Beer Challenge gehört zu den renommiertesten Verkostungswettbewerben der Bierbranche, denn in jeder Kategorie werden nur drei Medaillen vergeben. Bayreuther Hell ist bereits seit 2019 ein Garant für Spitzenplatzierungen: Mit nun viermal Gold und zweimal Bronze findet sich das bayerische Hellbier zum sechsten Mal in Folge auf dem Siegertreppchen ein.

„Seit wir am Wettbewerb teilnehmen, konnte Bayreuther Hell sich eine der hart umkämpften Medaillen sichern – das macht mich unfassbar stolz! Die erneute Bestätigung der Qualität unseres Hellbiers kommt nicht von ungefähr: Ein großes Lob möchte ich all unseren Braumeisterinnen und Braumeistern aussprechen, die jeden Tag mit viel Leidenschaft und Herzblut einfach gutes Bier brauen!“, freut sich Jeff Maisel.

Nicht nur das Helle liegt den Bayreuther Brauern: Auch das Bayreuther Hefe-Weissbier konnte seine Klasse wiederholt beweisen und wurde ebenfalls mit Gold ausgezeichnet.  Damit gehen zwei Medaillen an das Bayreuther Brauhaus, was bei insgesamt lediglich zehn Prämierungen für Biere deutscher Brauereien umso bemerkenswerter ist.

Statement Adolf Schapfl auf der BrauBeviale 2024

Die Hopfenernte 2024 ist in Deutschland leicht überdurchschnittlich ausgefallen.
Damit ist 2024 kein ausgesprochen gutes Jahr, es ist aber besser als die zwei
zurückliegenden, die durch große Hitze und Trockenheit die Hopfenernten gering
ausfallen ließen.
Nach Abschluss der Hopfenzertifizierung am 15. November liegen die offiziellen
Abwaagezahlen vor.
Im Jahr 2024 wurden in ganz Deutschland 46.536 t Hopfen produziert. Das sind
etwa 13% mehr als im Vorjahr 2023 und liegt etwa 3% über einer
Durchschnittsernte.
Die Zahlen aus den einzelnen Anbaugebieten in Deutschland stellen sich wie folgt
dar:

Ernte 2024
in t
Veränderung zu 2023
in %
Ernte 2023
in t
Hallertau40.30215 %34.949
Elbe-Saale2.569-16 %3.056
Spalt7177 %672
Tettnang2.90815 %2.533
Bitburg4074 %23
Bundesgebiet46.53613 %41.234

Das zufriedenstellende Wachstum der deutschen Hopfen in 2024 und die
entsprechende Erntemenge ist stark von der im wesentlichen günstigen Witterung
beeinflusst worden. Zwar war das Frühjahr zu nass, insbesondere die anhaltenden
Regenfälle bis in den Juni hinein machten oftmals ein Befahren der Hopfengärten
unmöglich, allerdings waren dadurch die Bodenwasser-Vorräte hoch und halfen
meist über die Trockenperiode im Juli und August hinweg ohne wieder – wie in den
Vorjahren – große Ernteverluste hinnehmen zu müssen.
In einigen Hopfengärten waren die Niederschläge aber so stark, dass es dort zu
erheblichen Überflutungen kam. Das Wasser stand zum Teil mehrere Tage mehrere
Meter hoch im Hopfengarten, was zu kompletten Ertragsausfällen dort führte und in
einigen Hopfengärten auch zu einer vollständigen Zerstörung der Hopfenpflanzen.
Allein in der Hallertau waren ca. 175 ha Hopfen auf 39 Betrieben überflutet. Die
bayerische Staatsregierung hat ein Hilfsprogramm für entstandene Schäden
aufgelegt, nachdem solche Schäden wenigstens zum Teil ausgeglichen werden.
Dafür danken wir der bayerischen Staatsregierung und der zuständigen
Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber ausdrücklich.
Die bis in den Sommer hinein feuchte Witterung führte leider auch dazu, dass der
Druck von Pilzkrankheiten auf die Hopfenbestände sehr groß war. Wir
Hopfenpflanzer mussten wieder feststellen, dass unser Werkzeugkasten zur
Gesunderhaltung der Hopfen in Deutschland schlecht bestückt ist. Die weiterhin
abnehmende Anzahl verfügbarer Pflanzenschutzmittel zeigt vor allem in einem Jahr
wie 2024 auf, dass immer weniger Einsatz zwar grundsätzlich wünschenswert ist,
aber auch dazu führen kann und in 2024 in Einzelfällen auch tatsächlich dazu
geführt hat, dass Hopfen erhebliche Ernte- und Qualitätsverluste erleiden müssen.
Das gleiche gilt in Einzelfällen auch für Schädigungen durch die Blattlaus im Hopfen
in 2024.
Aus dem Hopfenjahr 2024 kann man mindestens zwei Lehren ziehen:
Zum einen ist festzustellen, dass der Pflanzenschutz im deutschen Hopfen bis an
die Grenze des Praktikablen bereits heruntergefahren wurde. In Jahren wie 2024
reichen die regulär zugelassenen Wirkstoffe nicht mehr aus. Ohne
Notfallzulassungen wäre ein breitflächiger wettbewerbsfähiger Hopfenanbau nicht
mehr möglich.
Zum anderen zeigt ein Jahr mit ausreichend Regenfällen genauso wie die
vergangenen beiden Trockenjahre, dass der Erhalt und die zukünftige Absicherung
der deutschen Hopfenproduktion in großem Maße von der ausreichenden
Versorgung der Pflanzen mit Wasser abhängen wird. Angesichts des
fortschreitenden Klimawandels haben vereinzelt Hopfenpflanzer bereits vor
mehreren Jahren mit der Hopfenbewässerung begonnen. In den kommenden
Jahren müssen wir aber einer Vielzahl von Hopfenpflanzern die Möglichkeit geben,
ihre Hopfen zu bewässern. Deshalb wurden in den Anbaugebieten Spalt und
Hallertau bereits Bewässerungsverbände für Hopfen gegründet. Mit Hilfe dieser
Verbände sollen nachhaltige Bewässerungssysteme geplant, gebaut und betrieben
werden, die nicht auf Grundwasser setzen, sondern überschüssiges
Oberflächenwasser speichern und im Sommer zur Hopfenbewässerung nutzen
werden. Es handelt sich hier um große Vorhaben, um „Generationen-Projekte“, die
uns Hopfenpflanzer viel Anstrengungen und hohe Kosten abverlangen werden. Wir
werden bei der Verwirklichung dieser Vorhaben auf die Unterstützung von Staat und
Behörden angewiesen sein und danken den entsprechenden Stellen bereits jetzt
für ihre konstruktive Begleitung in den vergangenen Monaten.
Große Sorgen bereitet uns aktuell der Hopfenmarkt. Aufgrund hoher Vorräte sind
die Freihopfenpreise bei wichtigen und großen deutschen Hopfensorten bereits im
letzten Jahr gesunken und nach der Ernte 2024 nochmal. Zum Teil fielen die Preise
in den letzten zwei Jahren um 90%!
Der Großteil der Ernte 2024 ist von den Hopfenpflanzern bereits über Vorverträge
verkauft gewesen und deshalb noch nicht von den tiefen Freihopfenpreisen
betroffen. Auch 2025 sind die Preise für viele Hopfen fixiert. Dann aber enden viele
dieser Verträge und wir Hopfenpflanzer müssen befürchten, dass keine oder nur
Verträge mit zu niedrigen Preisen angeboten werden. Ein wirtschaftlicher
Hopfenbau ist so auf keinen Fall möglich. Ein Aufgeben vieler Hopfenpflanzer
Familien wird die Folge sein.
Wozu das führen wird, sehen wir in den USA. Dort geht in einem atemberaubenden
Tempo Hopfenflächen verloren, ganze Hopfen-Farmen werden verschwinden. Die
US Hopfenindustrie schrumpft gewaltig zusammen. Aus einer notwendigen
Anpassung zum Abbau der Überproduktion könnte ein Kahlschlag werden!
Es liegt jetzt an der Brauindustrie und am Hopfenhandel durch vernünftige
Anschlussverträge eine massive Schädigung im deutschen Hopfenbau zu
verhindern. Gemeinsam können wir die derzeitige Krise meistern!
Die deutschen Hopfenpflanzer und die Hopfenindustrie haben in der Geschichte
schon oftmals bewiesen, dass sie Krisen am Hopfenmarkt durchstehen können. Die
Unterstützung der Abnehmerseite ist dazu aber notwendig.
Die deutschen Hopfenpflanzer und deutsche Hopfenindustrie genießen weltweit
einen hervorragenden Ruf für ihre große Innovationskraft, ihren Zusammenhalt und
ihren Hopfen in bester Qualität. Mit unseren Anstrengungen von heute legen wir das
Fundament für unseren Erfolg von morgen. In diesem Sinne werden wir fortfahren
in der ständigen Weiterentwicklung des deutschen Hopfenbaus, um auch in Zukunft
besten Hopfen für die Brauwirtschaft weltweit zur Verfügung stellen zu können.
In diesem Sinne bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit und schließe mit dem
Motto:
Hopfen & Malz, Gott erhalt‘s!

20. 12. – 21. 12. 2024: Kompaan Kerst-Fest, Den Haag

Erleben Sie ein unvergessliches Weihnachtsfest auf dem Kompaan Kerst-Fest am Freitag, 20. und Samstag, 21. Dezember 2024 in Den Haag! Dieses Bierfest ist alles andere als ein gewöhnlicher Weihnachtsmarkt. Genießen Sie mehr als 26 verschiedene Biere von den vier lokalen Brauereien Kompaan Brewery, Crooked Spider (Wassenaar), Roem (Zoetermeer) und Eiber (Den Haag). Während Sie die einzigartigen Biere probieren, können Sie sich mit leckerem Glühwein, Glühbier und der feurigen Tradition des Bierstachelns an knisternden Feuern und duftenden Grills aufwärmen. Vom Marshmallow-Rösten bis zum Stockbrotbacken über dem Feuer gibt es jede Menge Spaß für Jung und Alt.

Neben dem Angebot an tollen Bieren und Heißgetränken werden Sie mit einem überraschenden Grillerlebnis kulinarisch verwöhnt. Genießen Sie Gerichte wie Hasenpfeffer, Flammlachs, saftige Hähnchenschenkel und köstliche vegetarische Optionen wie Tofu-Spieße und gegrillte Portobello-Pilze. Für Naschkatzen gibt es pochierte Birnen mit Schokolade und Apfelstreuseln. Der Weihnachtsmarkt findet im Kompaan Thuishaven & Brewery in Den Haag statt, und sollte das Wetter nicht mitspielen, kein Problem! Der Markt ist überdacht, und Grills und Feuerstellen sorgen für das ultimative Outdoor-Erlebnis. Das sollten Sie nicht verpassen. Der Markt ist an beiden Tagen jeweils von 14:00 Uhr bis 22:00 Uhr geöffnet.