Archiv des Autors: Mathias

Liefmans – Goudenband 2021

Die Brauerei Liefmans wurde im Jahr 1679 in der ostflämischen Stadt Oudenaarde gegründet wo sie bis heute beheimatet ist. Liefmans musste 2007 Insolvenz anmelden und wurde 2008 von Duvel-Moortgat übernommen. Die Brauerei trägt das Label „Belgian Family Brewers“.

Das wohl bekannteste Produkt der Brauerei Liefmans ist das Goudenband, einem „Old Brown“ Sauerbier, das nach wie vor nach traditioneller Rezeptur gebraut wird. Im Anschluss wird junges Bier mit mindestens 12 Monate altem verschnitten, um den Gärprozess wieder anzuregen. Im Schnitt wurde das Goudenband ca. 12 Monate gelagert. Die 75 cl Flaschen werden noch heute manuell mit Papier eingewickelt.

Ostflämische Oud Bruin Biere werden nicht in Holzfässern gereift, sondern in Edelstahltanks. Deswegen kommt es nicht mit den wilden Hefen aus den Holzfässern in Kontakt. Lediglich die Milchsäurebakterien führen zur Säuerung des Biers. Dadurch sind Oud Bruin Biere etwas milder in der Säure.

Intensiv dunkel bordeauxrot präsentiert sich das Bier im Glas. Wie bei Sauerbieren üblich ist der Schaum keiner Erwähnung wert.

Fruchtige Säure steht im Mittelpunkt des Aromas. Ich rieche Kirsche, Birne, Apfel und Rhabarber, begleitet von einem angenehmen Karamellduft und abgerundet durch eine Balsamiconote.

Durch die sehr feinperlige Kohlensäure ist das Bier angenehm spritzig. Die Karamellsüße kommt auf der Zunge stärker zum Tragen als in der Nase. Im Mittelpunkt steht aber das Kirscharoma. Insgesamt ist das Bier sehr ausgewogen und daher angenehm zu trinken. In der Kehle kommt erstmals auch eine leichte Bittere zum Vorschein, die an geröstete Haselnüsse erinnert.

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Bittereinheiten:

8 IBU

Brauerei:

Liefmans Brouwerij
Aalststraat 200
9700 Oudenaarde
Belgien
www.liefmans.com

Einbecker – Null Bock

Seit ich vor einigen Jahrzehnten mein erstes Clausthaler getrunken habe, hat sich im Bezug auf alkoholfreie Biere viel getan. Die Biere sind besser geworden und manche schmecken sogar richtig gut. Dies gilt vor allem für alkoholfreie Starkbiere. Ob es sich um ein alkoholfreies belgisches Tripel handelt, um ein alkoholfreies Imperial Stout (OK, das war reichlich süß, aber es kam auch aus Lagos) oder ein anderes entalkoholisiertes Starkbier – sie sind alle mindestens wirklich gut trinkbar. Ich hoffe, das gilt auch für das alkoholfreie Bockbier, das jetzt vor mir steht.

Kupferfarben und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Die recht kleine gemischtporige Schaumkrone löst sich schnell auf. Schade. Zumindest an der Optik könnten die Einbecker Brauer noch etwas arbeiten.

Das Aroma gefällt mir da schon besser. Ich rieche Karamell und etwas Schokolade, das ganze abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk überzeugt durch eine angenehme Malzsüße und die passende Karbonisierung. Auf der Zunge kommt der Karamell in den Vordergrund. Dass der Körper für ein Bockbier ungewöhnlich schlank ist, kann nicht überraschen, denn bekanntlich fehlt ja der Alkohol. Und obwohl das Bier frisch schmeckt, ist es unverkennbar: es ist ein ordentliches dunkles Bockbier. Eventuell würde etwas mehr Bittere das Bier noch aufwerten. Die Bittere kommt in der Kehle etwas kräftiger durch, bleibt aber eher dezent und klingt trotzdem überraschend lange nach.

Zutatenverzeichnis:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

0,0 % Vol.

Brauerei:

Einbecker Brauhaus AG
Papenstr. 4-7
37574 Einbeck
www.einbecker.de

BierSelect

Van Steenberge – Gentse Tripel

Wenn die Brauerei Van Steenberge von einer uralten Tradition spricht, meint sie damit nicht so sehr feste Rituale oder Rezepte. Ihre Tradition ist die des Mutes, des Experimentierens und der Beharrlichkeit. Diese Tradition besteht seit 6 Generationen. Sie fühlt sich frei, experimentell und traditionell zu arbeiten: getreu der Tradition, neue Dinge mit Entschlossenheit auszuprobieren, ohne viel zurückzublicken. Wie kein anderer brauen die flämischen Brauer obergärige Biere mit eigenen Hefen. Sie beherrschen den Prozess der natürlichen Reifung und zeichnen sich vor allem bei der Nachgärung in der Flasche oder im Fass aus. Das Ergebnis: Biere mit einer langanhaltenden Geschmacksentwicklung.

Bernsteinfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine voluminöse schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik kann auf den Fall schon mal begeistern.

Das Bier duftet nach der typischen belgischen Hefe nach sehr reifer Banane und Aprikose. Dazu kommen einige kräftige würzige Noten sowie aus dem Hintergrund etwas Vanille.

Der Antrunk ist süß und spritzig. Für die 8 Volumenprozent Alkohol bringt das Bier eine überraschende Frische mit. Während die Süße nachlässt, gesellt sich eine freundliche Bittere zur Fruchtigkeit, die auch jetzt im Mittelpunkt steht und die jetzt auch mit einem angenehmen Apfelaroma auftrumpft. Selten ist ein Tripel so süffig wie das Gentse Tripel. In der Kehle wird die Bittere kurz etwas kräftiger, bevor das Bier mild wird. Trotzdem klingt der Geschmack lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

18 IBU

Farbe:

14 EBC

Brauerei:

Br. Van Steenberge
Lindenlaan 25
940 Ertvelde
Belgien
www.vansteenberge.com

Sander – Toriginal Hell

Welcher Teufel hat mich eigentlich geritten, dass ich dieses Bier gekauft habe? Eigentlich sollte mich das Etikett schon abschrecken, und das aus mehreren Gründen: Ich bin kein Fußballfan, selten habe ich ein Helles verkostet, das mich begeistern konnte und letztendlich trinkt der Fußballspieler auf dem Etikett aus der Flasche. Auf mich macht das den Eindruck, dass dies ein Bier zum Wirkungstrinken ist, nicht zum Genießen. Den einzigen Pluspunkt, den ich dem Äußeren der Flasche zubilligen kann, sind die Rohstoffe aus biologischem Anbau. Aber mal sehen, eventuell ist der Inhalt der Flasche ja ansprechender als das Äußere.

Golden und glanzfein präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone löst sich leider schnell auf, aber die Farbe des Bieres ist sehr ansprechend.

Düfte nach Brotkrume steigen mir in die Nase. Dazu etwas Karamell und der Geruch sehr reifer Äpfel. Eventuell kann ich mich ja doch mit dem Bier anfreunden.

Der Antrunk zeichnet sich durch die stiltypische Süße sowie eine kräftige Karbonisierung aus. Die Süße bleibt auf der Zunge erhalten, während das Apfelaroma in den Mittelpunkt tritt. Das ist der angenehme Aspekt. Auf der anderen Seite ist das Mundgefühl sehr schlank, beinahe wässerig. Etwas mehr Körper würde dem Bier sicherlich guttun. Leider ist das Bier auch in der Kehle sehr mild, so dass es auch im Nachtrunk bei mir fast keinen Eindruck hinterlässt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition, Mandarina Bavaria)

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Bittereinheiten:

24 IBU

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Braumanufaktur Sander
Apostelbräustraße 27
67549 Worms
www.brauerei-sander.de

Budvar Reserve

Die tschechische Stadt Ceské Budejovice heißt auf Deutsch Budweis. Auf diese Weise erhielt das Budweiser seinen Namen. In Budweis wird nach wie vor nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Das Budweiser Budvar Lager ist eine Rarität, denn es gehört zu den am längsten gereiften Lagerbiere der Welt. Mindestens 200 Tage reifte das Lager in den Bierkellern der Brauerei. Das vielschichtige und komplexe Lager hat einen Alkoholgehalt von 7,5% vol. und 26 Bittereinheiten. So ist es nicht überraschend das es bereits zum „Besten Starkbier der Welt“ gekürt worden ist. Kommen wir also zur Verkostung.

Intensiv goldfarben und glanzfein präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone fällt anfangs flott in sich zusammen, aber ein Rest bleibt sehr lange erhalten.

Düfte nach Karamell und Apfel steigen mir in die Nase. Auch die 7,5 Volumenprozent Alkohol kann ich riechen, genau wie eine leichte Buttrigkeit, die typisch für tschechische Biere ist.

Der Antrunk ist recht süß, aber durch die Spritzigkeit, für die die sehr feinperlige Kohlensäure sorgt, ist er sehr angenehm. Auf der Zunge gesellt sich eine ausgewogene Bittere zur Süße, während die Fruchtigkeit in den Hintergrund tritt. Das Mundgefühl ist weich und voll. Auch der Alkohol fällt jetzt nicht mehr auf; er ist gut eingearbeitet und unterstützt lediglich die an deren Aromen. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger und sie klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saazer Aromahopfen), Hefe

Alkoholgehalt‍:

7,5 % Vol.

Bittereinheiten:

26 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Budějovický Budvar, n. p.
K. Světlé 512/4
370 04 České Budějovice
Tschechien
www.budejovickybudvar.cz

Der Termin der nächsten drinktec steht fest

Der nächste drinktec Termin ist fixiert. Noch bevor die Tore der drinktec 2025 öffnen, stellt Messeveranstalter YONTEX bereits die Weichen für die Zukunft:  Vom 11. bis 15. September 2028 wird das Messegelände München wieder das Zentrum der internationalen Getränke- und Liquid-Food-Industrie sein. 

In Vorbereitung der drinktec 2025 (die vom 15. bis zum 19. September 2025 stattfindet) zeigt sich der Markt der Getränke- und Liquid-Food-Industrie in ausgezeichneter Form. Zahlen des VDMA – ideeller Träger der drinktec – belegen eindeutig, dass die Branche weiterhin auf Wachstumskurs unterwegs ist.

Bis 2028 prognostiziert das Marktforschungsinstitut Euromonitor weltweit ein Wachstum von 15,8 Prozent für Softdrinks sowie ein Plus von 7,8 Prozent im Sektor alkoholische Getränke, basierend auf den Zahlen von 2024. Insbesondere Asien-Pazifik, Mittlerer Osten/Afrika sowie Lateinamerika gehören zu den Regionen mit den höchsten Wachstumsraten. 

Globale Megatrends rund um Konnektivität, Circular Economy und Hyperpersonalisierung – Schlüsselbegriffe aus zahlreichen Zukunftsstudien – beschleunigen das Innovationstempo der Branche massiv. Entsprechend verkürzen sich die Investitionszyklen. „YONTEX verfolgt diese Perspektiven aufmerksam und entwickelt sein Portfolio kontinuierlich. Dazu stehen wir in engem Austausch mit unseren Stakeholdern. Sie haben uns in unserer Einschätzung vollumfänglich bestätigt. Mit dem Neupositionieren des drinktec-Termins in das Jahr 2028 schaffen wir die Grundlage, der Getränke- und Liquid-Food-Branche eine optimale Plattform zu bieten.“ erläutert Rolf Keller, Geschäftsführer YONTEX. 

Statements der Stakeholder

Richard Clemens, Geschäftsführer Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen im VDMA e.V.:

„Eine solch dynamische Branche braucht ein optimales Umfeld. Durch die Vorverlegung des Termins in das Jahr 2028 werden damit perfekte Rahmenbedingungen geschaffen, um den Wachstumskurs dieser Weltleitmesse fortzusetzen.“

Dr. Reinhard Pfeiffer, Geschäftsführer der Messe München und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der YONTEX:

„Als Weltleitmesse trägt die drinktec maßgeblich zur Entwicklung der Branche bei. Eine Anpassung des Termins für die kommende Ausgabe kommt daher den kürzeren Investitions- und Entwicklungszyklen entgegen. Eine Messeplattform muss dann Änderungen vornehmen, wenn dies die Aussteller wünschen und Mehrwerte entstehen.“

Peter Ottmann, Geschäftsführer NürnbergMesse, Gesellschafter der YONTEX:

„Mit dem neuen Termin der drinktec reagiert YONTEX auf die immer schneller werdenden Innovationszyklen in der Branche. Als Gesellschafter von YONTEX unterstützen wir als NürnbergMesse diese Anpassung an den Messekalender, um unseren Kunden auch weiterhin die weltweit attraktivste Plattform zum Austausch entlang der kompletten Wertschöpfungskette für die Herstellung von Getränken und Liquid-Food bieten zu können.“

Wildwuchs – X-TRA Imperial Dark Ale

Das Wildwuchs Brauwerk Hamburg, unter der Führung von Braumeister Fiete, ist für seine kreativen Biere bekannt. Die Zutaten seiner Biere sind aus kontrolliert biologischem Anbau, genauer gesagt aus Bioland-Anbau. Die Biere nicht pasteurisiert und unfiltriert, um nicht nur alle wichtigen Nährstoffe im Bier zu bewahren, sondern auch der volle Geschmack wird so gewährleistet und das Bier kann in der Flasche weiter reifen und dadurch noch besser werden. Jetzt steht das X-Tra Imperial Dark Ale vor mir, ein winterliches Bier, das auf seinem Rückenetikett feine Aromen von Gewürznelken, reifer Banane und einem Hauch Lakritze verspricht. Da kann ich mich ja auf eine sehr erfreuliche Verkostung freuen. Also warte ich nicht länger, öffne die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Blickdicht schwarz mit einer haselnussbraunen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Leider löst sich der Schaum sehr schnell auf.

Röststoffe stehen im Mittelpunkt des Aromas. Ich rieche Espresso und Haselnuss, dazu etwas Rauch sowie Gewürznelken und reife Bananen. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist stiltypisch süß und er überzeugt mit einer sehr feinperligen Kohlensäure. Auch auf der Zunge stehen die Röstaromen im Mittelpunkt, aber sie werden durch eine passende Bittere begleitet, die an dunkle Schokolade erinnert. Trotz der 8 Volumenprozent Alkohol wirkt der Körper schlank und weich. In der Kehle wird der Geschmack nach Espresso kräftiger und die Bittere ebenfalls.

Das X-Tra Imperial Dark Ale ist sehr angenehm zu trinken, würde mir persönlich aber mit einer leichten Säure noch besser gefallen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Weizenmalz, Hafer, Hopfen (Tettnanger)

Alkoholgehalt‍:

8,0 % vol.

Bittereinheiten‍:

12 IBU

Empfohlene Trinktemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Wildwuchs Brauwerk Hamburg KG
Jaffestraße 8
21109 Hamburg
www.wildwuchs-brauwerk.de

Deutscher Brauertag in Berlin im Zeichen herausragender Biere und Handwerkskunst

Anlässlich des Deutschen Brauertages sind Brauerinnen und Brauer für herausragende Biere und ihre Braukunst ausgezeichnet worden. Zu dem Festakt in Berlin hatte der Deutsche Brauer-Bund (DBB) als Dachverband der Brauwirtschaft in die Kulturbrauerei eingeladen. Der seit mehr als 150 Jahren stattfindende Deutsche Brauertag ist bundesweit das größte Branchentreffen der Brauwirtschaft.

Ein Höhepunkt war erneut die Verleihung der Bundesehrenpreise für Bier. Die Biermanufaktur Engel aus Crailsheim wurde mit dem Bundesehrenpreis für Bier der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) in Gold als „Brauerei des Jahres“ geehrt. Die Hochdorfer Kronenbrauerei Otto Haizmann aus Nagold-Hochdorf erhielt den Bundesehrenpreis in Silber. Der DLG-Bundesehrenpreis ist die höchste Auszeichnung in der deutschen Ernährungswirtschaft.

Der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, erklärte am Rande des Brauertages: „Unsere Bierbrauerinnen und Bierbrauer verbinden Tradition mit Innovation: Aus regionalen, natürlichen Rohstoffen schaffen sie Biere von höchster Qualität – ausgezeichnet, geschätzt und weit über Deutschland hinaus anerkannt. Unsere Brauereien sind außerdem ein starker Motor für die regionale Wirtschaft – in Stadt und Land. Ihre Leistung steht für Handwerk, Wertschöpfung und Zukunftskraft.“

Der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, Christian Weber, betonte: „Dass unsere Brauereien sich in deutschen wie auch internationalen Wettbewerben immer wieder bewähren, unterstreicht die hohe Qualität der deutschen Biere. Die Auszeichnungen belegen nicht nur, dass deutsche Biere höchsten Ansprüchen genügen, sie spiegeln auch die regionale Vielfalt auf dem Biermarkt und das internationale Renommee.“

Ein weiterer Höhepunkt des Brauertages war die Auszeichnung von Brauereien mit dem „World Beer Cup“. Unterstützt wird dieser Wettbewerb von BarthHaas und Sahm – Gläser für Marken. Erstmals wurden in diesem Jahr in Berlin auch die „World Beer Awards“ verliehen, eine globale Auszeichnung, die die besten Biere aller international anerkannten Bierstile kürt. Moderiert wurde die Preisverleihung von Nicola Buchner vom Verband der Diplom-Biersommeliers.

Als Deutschlands beste Auszubildende Brauer und Mälzer wurden Timo Joepen aus Bitburg und Henrik Johansson aus Bremen mit dem Ehrenpreis des Deutschen Braumeister- und Malzmeister-Bundes ausgezeichnet.

Mit dem Henrich-Funke-Pschorr-Stiftungspreis wurde Stefan Hör für seine Dissertation zur Verbesserung der Klimaresilienz von Braugerste geehrt. Die Verleihung dieses Forschungspreises erfolgt im zweijährigen Turnus im Rahmen des Brauertags und fand bereits zum elften Mal statt. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Brauwissenschaftlerinnen und Brauwissenschaftler auszuzeichnen, deren Arbeiten sich als wertvoll für die Praxis erweisen.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde in Berlin der Siegerhopfen des Bundesehrenpreises für Hopfen, auch bekannt als „Hopfen-Champion“, der jährlich vom Bundeslandwirtschaftsministerium in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Hopfenpflanzer vergeben wird. Der Preis würdigt unter Berücksichtigung der Qualität, der Nachhaltigkeit und Innovation die Leistungen der besten Hopfenproduzenten Deutschlands.

Auch die Braukunst der bundesweit rund 10.000 Hobbybrauerinnen und Hobbybrauer wurde auf dem Brauertag gewürdigt. Ausgezeichnet wurden der Deutsche Meister der Hobbybrauer sowie die Deutschen Meister in der Kategorie Kreativbier, Florian Nahrwold aus Hamburg sowie Luise Redetzky und Gregor Gärtner aus Hannover. Jedes Jahr treffen sich Hobbybrauer aus ganz Deutschland im Störtebeker Brauquartier in Stralsund, um den Deutschen Meister zu küren. In diesem Jahr findet die Meisterschaft am 6. September statt.

Folgende Auszeichnungen für Biere wurden im Einzelnen vergeben:

Bundesehrenpreis in Gold und „Brauerei des Jahres“

  • Biermanufaktur Engel, Crailsheim

Bundesehrenpreis in Silber

  • Hochdorfer Kronenbrauerei Otto Haizmann, Nagold-Hochdorf

Weitere Bundesehrenpreise:

  • Privatbrauerei Waldhaus Joh. Schmid, Waldhaus
  • Schlossbrauerei Maxlrain, Tuntenhausen
  • Brauerei Ustersbach Adolf Schmid, Ustersbach
  • Frankfurter Brauhaus, Frankfurt/Oder
  • Privatbrauerei Schwerter Meißen
  • Schwarzbräu, Zusmarshausen
  • Schönbuch Braumanufaktur, Böblingen
  • Privatbrauerei Ernst Barre, Lübbecke
  • Westerwald-Brauerei H. Schneider, Hachenburg
  • Brauerei Ganter, Freiburg

Alle Gewinnerbrauereien können auf https://www.dlg.org/tests/lebensmittel/bundesehrenpreise/bundesehrenpreistraeger-bier eingesehen werden.

Ausgezeichnet im Rahmen des „World Beer Cup“ wurden folgende Brauereien:

  • Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan, Freising
  • Uiltje Brewing, Haarlem/Niederlande
  • Brauerei Aying Franz Inselkammer
  • Brauerei-Gasthof Kundmüller, Viereth-Trunstadt
  • Matuska Brewery, Broumy/Tschechien

Alle Gewinnerbrauereien sind auf https://www.worldbeercup.org/de/winners/current-winners zu finden.

Ausgezeichnet als Preisträger des „World Beer Award“ wurden diese Brauereien:

  • Anheuser-Busch InBev Germany, Bremen
  • Altenburger Brauerei
  • Astra Brauerei St. Pauli, Hamburg
  • Brauerei Aying Franz Inselkammer
  • Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan
  • Bayreuther Bierbrauerei
  • Brauerei Diebels, Issum
  • Brauerei Gebr. Maisel, Bayreuth
  • Brauerei-Gasthof Kundmüller, Viereth-Trunstadt
  • Braumarkt, Hamburg
  • Bürgerliches Brauhaus Saalfeld
  • Gosemanufaktur Ohne Bedenken, Leipzig
  • Kaiserdom Specialitätenbrauerei, Bamberg
  • Kulmbacher Brauerei
  • Rügener Insel-Brauerei
  • Störtebeker Braumanufaktur, Stralsund

Alle Gewinnerbrauereien, einschließlich der Gold-, Silber- und Bronzepreisträger, sind auf der Webseite www.worldbeerawards.com gelistet. Die Weltbesten in Stil und Kategorie werden am 13. August 2025 bekannt gegeben.

Ausgezeichnet im Rahmen der „Hopfen-Champions“ wurden folgende Hopfenpflanzer:

Aromahopfen:

  • Goldmedaille: Andreas Dick, Sorte Tango, Bitburg
  • Silbermedaille: Stefan Elfinger, Sorte Tango, Hallertau
  • Bronzemedaille: Sebastian Kürzinger, Sorte Hallertauer Tradition, Hallertau

Spezial Aromahopfen:

  • Goldmedaille: Ruther GbR, Sorte Mandarina Bavaria, Tettnang
  • Silbermedaille: Martin Bauer, Sorte Mandarina Bavaria, Hallertau
  • Bronzemedaille: Otto Höfter & Söhne, Sorte Hallertau Blanc, Hallertau

Bitterhopfen:

  • Goldmedaille: Anton Huber, Sorte Polaris, Hallertau
  • Silbermedaille: Harald Ostermeier, Sorte Polaris, Hallertau
  • Bronzemedaille: Georg Huber, Sorte Titan, Hallertau

Änderung am Blog

Viele Leser dieses Blogs rufen die Veranstaltungshinweise auf. In letzter Zeit habe ich immer mehr Veranstaltungen gefunden oder sie wurden mir mitgeteilt. Dadurch wurden die Veranstaltungshinweise zunehmend unübersichtlich. Aus diesem Grund habe ich die Veranstaltungen jetzt aus dem normalen Ablauf des Blogs herausgenommen und platziere sie zukünftig unter einem eigenen Menüpunkt. Dadurch spare nicht nur ich mir viel Arbeit, sondern auch die Leser profitieren davon: sie können nicht nur die Veranstaltungen in chronologischer Reihenfolge betrachten, sondern es ist auch möglich, nach bestimmten Kriterien zu filtern. Ich bin überzeugt, dass diese neue Darstellungsweise Ihnen hilfreich ist.

Néau – Sauvin Saison

Aus dem deutschsprachigen Raum Belgiens stammt das Néau Sauvin Saison, das jetzt vor mir steht, genauer gesagt aus Eupen. Die kleine Brauerei wurde im Jahr 2020 gegründet und seitdem hat sich das ursprünglich kleine Bierangebot konsequent vergrößert. Néau’s Interpretation des wallonischen Klassikers. Maurice verwendet für sein Sauvin Farmhouse Ale französische Saison Hefen und Nelson Sauvin Hopfen für die Kalthopfung.

Bevor ich die Flasche öffne, sehe ich mir noch einmal das Etikett an. Noch nie hatte ich ein Bier mit so wenig Informationen auf der Flasche. Ich kann weder eine Zutatenliste finden noch die Adresse der Brauerei. Alles was auf dem Etikett steht, sind die Allergene, der Bierstil, der Alkoholgehalt des Bieres und die Internetadresse der Brauerei. Auch auf der Website der Brauerei finden sich nicht allzu viele zusätzliche Informationen. Immerhin steht dort die Postadresse und die Preisliste des Brauereipubs. Na gut, dann will ich mal die Flasche öffnen und das Bier einschenken.

Golden mit einem Stichs ins Orangefarbene und mit einer ordentlichen Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine kleine feinporige Schaumkrone, die anfangs flott in sich zusammenfällt, aber von der ein Rest lange erhalten bleibt. Optisch geht das Bier durchaus in Ordnung.

Das Bier duftet nach Brotkrume und Weißwein, abgerundet durch einige fruchtige Noten, die an Pfirsich erinnern.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinporige Kohlensäure aus. Auf der Zunge stehen die Fruchtigkeit und der Weißweingeschmack im Mittelpunkt. Die Süße lässt etwas nach, so dass ich das Bier mit einem halbtrockenen Weißwein vergleiche. Obwohl die Säure nur zurückhaltend vorhanden ist und auch die Bittere sich im Hintergrund hält, ist das Mundgefühl angenehm voll, dabei leicht. In der Kehle ist das Bier mild mit kurzem Nachklang.

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brauerei Neau
Schulstraße 11
4700 Eupen
Belgien
www.brauerei-neau.com