Über die Brauerei Van den Bossche habe ich bereits einige Male berichtet und eigentlich habe ich auch bereits oft genug geschrieben, was ein Witbier von einem deutschen Weizenbier unterscheidet. Aber das Pater Lieven Wit hat noch eine Besonderheit: hier wurde auch Hafer mit verbraut. Dieser verleiht dem Bier seine unvergleichliche Milde und Weichheit. Und falls Sie gerade eine Flasche dieses Biers zur Hand haben und sich wundern, dass in der Zutatenliste weder Koriander noch Orangenschalen aufgelistet sind – dabei handelt es sich vermutlich um einen Irrtum – im Internet werden diese beiden Zutaten erwähnt. Sie sind auch erforderlich; schließlich sind Koriander und Orangenschale die typischen Zutaten für diesen Bierstil.
In hellem Gelb und mit leicher Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die größtenteils feimporige Schaumkrone ist durchschnittlich.
Das Bier duftet nach Biskuitteig, dazu nach Zitrusfrüchten, Bananen und anderen Südfrüchten.
Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie reichlich Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine fruchtige Säure zur Süße und die Aromen spiegeln sich auf der Zunge. Obwohl das Bier stiltypisch kaum Bitterstoffe enthält, ist es sehr vollmundig. Ich vermute, dass der Grund für die Vollmundigkeit in der Verwendung von Weizen und Hafer als Rohfrucht beim Brauen liegt. Im Abgang kommt doch noch ein leichtes Bitter zum Vorschein, das mit einer angenehmen fruchtigen Säure daherkommt. Leider klingt der Geschmack nur kurz nach.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hafer, Hopfen, Orangenschale, Koriander, Hefe
Alkoholgehalt:
4,5 % Vol.
Brauerei:
Brasserie van den Bossche
St. Lievensplein 16
9550 Herzele
Belgien
www.paterlieven.be
Brügge liegt genau an der Grenze zwischen Flandern und der Wallonie und ist eine der ganz wenigen zweisprachigen Stadte Belgiens. Bekannt ist die Stadt nicht nur für ihr durch Grachten geprägtes Stadtbild und die Schokolade, sondern dort werden auch hervorragende Biere gebraut. Insbesondere ist diese Region für ihr Witbier bekannt, das mit einer großen Menge Rohweizen gebraut wird. Es ist ein erfrischendes leichtes Bier, gewürzt mit Orangenschale und Koriander. Das verleiht dem Witbier einen süffigen Charakter mit erfrischendem Geschmack. Es ist daher als ein nicht allzu alkoholisches Sommerbier mit nur 5 % Volumenprozent Alkohol bekannt.
Das Witheer stammt aus der Schelde Brouwerij im flandrischen Meer. Auf ihrer Website beschreibt die Brauerei das Witheer als Crossover zwischen einem Weizen und einem belgischen Witbier. Ich weiß allerdings nicht, worin das Crossover bestehen soll. Die Zutatenliste ist für ein Witbier typisch und auch auf dem vorderen Etikett wird das Bier sogar von der Brauerei als Witbier bezeichnet. Interessanter ist vermutlich der Name des Bieres, der sich auf die Mönche bezieht, die 1127 die Abtei Middelburg gründeten und stets weiß gekleidet waren. („Witheer“‚ kann durchaus mit „Weißer Herr“ übersetzt werden). Aber kommen wir zum Bier.
Das Poker Face ist ein weiteres Bier aus der Serie mit den Bildern der Spielkarten aus der flämischen Brauerei Het Nest. Diesmal handelt es sich um ein Witbier. Für dieses Bier verspricht die Brauerei eine besondere Vollmundigkeit, für das sowohl das Weizenmalz als auch besonders edle Hopfensorten aus den USA verantwortlich sein sollen. Na, dann will ich mal.
Witbier, ein ursprünglich belgischer Bierstil, verbreitet sich auch in Deutschland immer weiter. Er kann einfach durch seine unübertroffene Fruchtigkeit überzeugen, ohne dabei das Bitter eines IPA mit sich zu bringen. So verwundert es auch nicht, dass die Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund 2020 erstmals dieses Sommerbier ins Programm genommen hat. Ich bin mir nicht sicher, aber meines Wissens ist das Mittsommer-Wit das erste Witbier, das mit Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau gebraut wurde.
Ich mag die belgischen Witbiere einfach. Von den deutschen Weizenbieren unterscheiden sie sich insofern, dass sie einen geringeren Anteil Weizenmalz enthalten. Außerdem werden sie traditionell mit Koriandersamen und Orangenschale eingebraut. Manchmal kommen auch noch andere Kräuter und Gewürze zum Einsatz, was aber beim Silly Blanche, das jetzt vor mir steht, nicht der Fall ist. Gerade die Orangenschale und der Koriander sorgen für die besondere Fruchtigkeit und Würze der belgischen Witbiere. Jetzt will ich feststellen, ob diese Aussage auch für dieses Bier gilt.
Das St. Bernardus Wit wurde im Jahr 2001 erstmals von der Familienbrauerei Sint Bernardus im westflämischen Watou nahe der französischen Grenze gebraut. Heute wird es weltweit geschätzt und gehört auch meiner Meinung nach zu den besten Witbieren. Deshalb will ich es auch nicht warten lassen und öffne jetzt die Flasche.
