Die Abtei San Pedro de Cardeña liegt rund zehn Kilometer südöstlich von Burgos und zählt zu den geschichtsträchtigsten Klosteranlagen Spaniens. Mehrere Quellen datieren ihre Gründung auf das Jahr 534. Sollte diese Annahme zutreffen, wäre San Pedro de Cardeña das älteste Benediktinerkloster des Landes. Schon allein diese Zahl macht deutlich, dass hier nicht nur religiöse, sondern auch kulturelle Geschichte von außergewöhnlicher Tiefe verwurzelt ist.
Die Jahrhunderte gingen jedoch nicht spurlos an dem Kloster vorbei. Besonders tragisch ist der 6. August 1603, an dem rund 200 Mönche bei einem Überfall ermordet wurden. Ihnen zu Ehren wurde noch im selben Jahr ein Altar für die heiligen Märtyrer errichtet. Bis heute wird dieses Ereignisses jährlich gedacht – ein stilles Mahnmal für die Gewalt, die selbst abgeschiedene Orte des Glaubens erreichen kann. Im 19. Jahrhundert traf die Abtei ein weiterer schwerer Einschnitt. 1836 wurde sie im Zuge der Säkularisation aufgegeben und stand über ein Jahrhundert leer. Während des Spanischen Bürgerkriegs erlebte das Kloster ein besonders dunkles Kapitel: Von 1936 bis 1939 wurde die Anlage als Konzentrationslager missbraucht. Erst nach dem Krieg begann langsam ein neuer Abschnitt.
1942 kehrte das monastische Leben zurück. Zisterziensermönche aus Dueñas bezogen das verfallene Kloster und begannen mit der Restaurierung der Gebäude. 1948 wurde San Pedro de Cardeña offiziell zur Abtei erhoben. Seit 2014 gehören die Mönche zudem der Internationalen Trappistenvereinigung an und sind damit Teil jener Gemeinschaft, die weltweit für eine besondere Verbindung aus Handwerk, Spiritualität und Selbstversorgung steht.
Innerhalb der Klostermauern entstehen bis heute verschiedene Produkte: Bier, Wein, Likör und Käse gehören ebenso dazu wie handgefertigte Keramik aus der klostereigenen Töpferwerkstatt. 2014 erschien mit dem Cardeña Tripel das erste spanische Trappistenbier auf dem Markt. Gebraut wird es allerdings nicht im Kloster selbst, sondern bei der Madrider Brauerei Fábrica de Cervezas MarPal. Aus diesem Grund trägt es auch nicht das ATP-Logo der Trappistenbiere. Langfristig ist jedoch geplant, die Bierproduktion direkt in die Abtei zu holen.
Neben dem Tripel gibt es mit dem Cardeña Dubbel ein weiteres Bier nach klassisch belgischem Vorbild. Es handelt sich um ein obergäriges, dunkles Starkbier, das mit Flaschengärung abgefüllt wird. Damit folgt es stilistisch der traditionellen Klosterbierlinie und verbindet historische Braukultur mit der besonderen Geschichte eines Ortes, der über anderthalb Jahrtausende spanischer Vergangenheit in sich trägt. Dieses Dubbel steht jetzt vor mir und wartet auf seine Verkostung.
Blickdicht schwarz steht das Bier im Glas. Gegen das Licht schimmern rötliche Reflexe durch. Der beigefarbene Schaum baut sich feinporig auf, bleibt stabil und hinterlässt beim Trinken zarte Schlieren am Glas.
In der Nase präsentiert sich das Dubbel vielschichtig, ohne laut zu sein. Noten von dunklem Karamell, Rosinen und getrockneten Pflaumen stehen im Vordergrund. Dazu gesellen sich Anklänge von Karamell, etwas Brotkruste und eine dezente Würze, die an Nelke und einen Hauch Lakritz erinnert. Alkohol ist wahrnehmbar, aber gut eingebunden und eher wärmend als dominant.
Der Antrunk ist weich und vermittelt den Eindruck eines süßen Espresso. Dabei sorgt die sehr feinperlige Kohlensäure für eine angenehme Frische. Schnell entfalten sich Aromen von Karamell, dunklem Toffee und reifer Banane. Auf der Zunge kommen Trockenfrüchte hinzu, begleitet von einer milden, brotigen Malzbasis. Die Bittere hält sich bewusst im Hintergrund und sorgt lediglich für Balance, ohne den malzigen Charakter zu stören. Die Süße bleibt präsent, geht aber nie ins Klebrige über. Eine leichte Würzigkeit der Hefe sorgt für Tiefe und erinnert daran, dass es sich um ein obergäriges Starkbier nach belgischem Vorbild handelt. Der Alkohol trägt die Aromen, ohne hervorzustechen, und verleiht dem Bier eine angenehme Wärme. Der Abgang ist recht mild, aber die Bittere und das Espressoaroma klingen sehr lange nach.
Das Cardeña Dubbel ist kein Bier für Eile. Er passt gut zu ruhigen Abenden, zu kräftigen Käsesorten und Schmorgerichten.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Alkoholgehalt:
6,0 % Vol.
Brauerei:
Lugar San Pedro Cardeña
Castrillo del Val, 09193
Spanien
www.monasteriosanpedrodecardena.com

Vor mir steht jetzt eine Gemeinschaftsproduktion von Kraftpaule in Stuttgart mit Orca Brau in Nürnberg. Guadalupe ist das bedeutendste Marienheiligtum Mexikos und ist auch auf dem Etikett abgebildet. An Mexiko erinnert auch das Rezept dieses Bieres, das mit Salz Limette, Chili und Mais gebraut wurde, also bereits einen Streifzug durch die Küche des mittelamerikanischen Landes bietet. Ob es gut geworden ist? Das will ich gleich herausfinden.
Die Barcelona Beer Company beschreibt La Bella Lola so: „La Bella Lola ist die schönste. Intelligent, verführerisch,
Cerdos Voladores, auf Deutsch fliegende Schweine, ist ein IPA der Barcelona Beer Company. Das erste Mal, dass mir ein fliegendes Schwein untergekommen ist, war die Geschichte, dass Pink Floyd im Jahr 1976 auf einem Plattencover einen Ballon in Form eines fliegenden Schweins abbilden wollten. Ich will die Geschichte hier nicht wiederholen, denn sie wurde schon zu häufig erzählt. Sollten Sie die Story noch nicht kennen, benutzen Sie die Suchmaschine Ihres Vertrauens und dort werden Sie sie sicher schnell finden. Es lohnt sich.
Sr. Lobo ist ein weiteres Bier, das mir die Barcelona Beer Company zugeschickt hatte, nachdem ich auf der Messe ProWein in Düsseldorf erstmals Kontakt mit dem Unternehmen hatte. Lobo ist das spanische Wort für Wolf. Dass es eine ganze Reihe Brauereien gibt, die den Wolf als namensgebendes Tier für ihr Bier verwenden, liegt vermutlich an der Ähnlichkeit der lateinischen Namen für den Echten Hopfen (Humulus lupulus) und für den Wolf (Canis lupus). Dabei handelt es sich meist um kräftige Biere. So auch bei Sr. Lobo. Hier handelt es sich um Milk Stout mit einem Alkoholgehalt von 7,0 Volumenprozent. In diesem Fall wurde beim Brauen auch noch Orange und Schokolade verwendet.
Seit dem Jahr 2011 wird in Valencia Craft Beer gebraut. Die dortigen Brauer haben eine Leidenschaft für guten Geschmack und gute Musik. Diese Leidenschaft treibt sie an. Im Jahr 2019 wurde die Brauerei zum zweitgrößten Craft Beer-Produzenten in der valencianischen Gemeinschaft für Craft Beer. Seit der Gründung hat die Brauerei 24 nationale und internationale Auszeichnungen errungen. So kann ich mich auf die Verkostung freuen, die ich jetzt vornehmen werde.
Bei dem Bier, das jetzt vor mir steht, verwundern zunächst das Bild auf dem Etikett und auch der Name. Ein kleines Mädchen mit einem Rauschebart? Die Brauerei erklärt dies mit einer kurzen Geschichte: „Ramon, der Hipster, traf eine Fee. ‚Ich erfülle dir einen Wunsch‘, sagte sie. Ramon wollte gerade sagen, er wünsche sich, wieder ein kleiner Junge zu sein, aber im letzten Moment überlegte er es sich anders und wünschte sich ein kleines Mädchen zu sein. Jetzt ist Ramon ‚La Niña Barbuda‘.
Die Brauer beschreiben ihre Biere und ihre Arbeit so: „Bier, das mit Liebe, von den Händen guter Braumeister und mit den besten Rohstoffen hergestellt wird. Die authentischen Handwerksbiere. Eines Tages, als wir ein tolles Bier getrunken hatten, beschlossen wir, unsere eigene Brauerei zu gründen und selber auch tolle Biere zu brauen. Ehrliche und hochwertige Biere. Biere, die unserer Stadt, Barcelona, würdig sind. Wir sind die authentische Handwerksbrauerei in Barcelona. Und hier sind die besten Biere, von denen wir wissen, wie man sie herstellt. Mit einer sorgfältigen Auswahl an exzellenten Malzen, Hopfen und Hefe. Ohne Zusatzstoffe, versteht sich. Und mit einem unglaublich reinen Wasser aus dem Naturpark Montseny, dem Agua de Font del Regàs.“ Die Jungs formulieren an sich also hohe Ansprüche, aber bei den Bieren, die ich bislang verkostet habe, wurden diese Ansprüche auch erfüllt. Mal sehen, ob dies auch auf Miss Hops zutrifft, das von der Brauerei als High IPA beschrieben wird. Ich vermte mal, dass das mehr oder weniger einem
Barcelona Beer Company ist eine Initiative einer Gruppe von Freunden aus Barcelona, Carles Vilaseca, David Ferrer und Oriol Renaat. Sie lieben Bier und haben beschlossen, ihr eigenes handwerklich hergestelltes Bier zu kreieren, indem sie den Traditionen folgen und darauf setzen, ihre eigenen Biere mit den besten Rohstoffen zu brauen und auf Zusatzstoffe, Chemikalien und Pasteurisierung zu verzichten. Das sechs Jahre alte Unternehmen ist die drittgrößte Kleinbrauerei Spaniens und exportiert derzeit in mehr als 24 Länder.
Biere aus Spanien sind in Deutschland relativ selten. Dies gilt insbesondere für alkoholfreie Biere. Das Estrella Galicia 0,0 ist das erste Bier dieser Art, das ich verkoste. Die Brauerei beschreibt das Bier wie folgt: „Bei der Herstellung unseres exquisiten alkoholfreien Bieres Estrella Galicia 0,0 setzen wir auf einen unterbrochenen Gärprozess. Das helle Bier hat die typische Farbe der Biere nach Pilsner Brauart und einen leicht süßen Geschmack. Lass dich von der aromatischen Balance von Malz und Hopfen und der charakteristischen Bitterkeit unserer Biere überraschen.“ Na, dann will ich mich mal überraschen lassen.