Schlagwort-Archiv: Pils

Gude – Pilsener

Nikolaus Schönberger, genannt Hirschwirt, eröffnete 1780 in Mossautal eine Brauereigaststätte. Seitdem wurde hier von Hand über viele Generationen Bier gebraut, das in der Region vertrieben wird. Die Region, das ist der Odenwald als Zentrum und erstreckt sich bis Darmstadt, Heidelberg und Aschaffenburg. Die Brauerei betont, dass sie das Wasser für das Bier aus einer eigenen Quelle bezeiht und dass dieses Wasser besonders weich sei. Mit 1° deutscher Härte ist es für das Brauen heller Biere hervorragend geeignet. Aus Mossautal kommen mittlerweile 19 Biere. Eines davon ist das Gude, das jetzt vor mir steht und sich an die jüngere Generation richten soll. Auch wenn ich inzwischen nicht mehr zu dieser Zielgruppe gehöre, will ich das Bier jetzt verkosten.

Hell goldfarben strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Ein Bier wie gemalt.

Neben dem Duft nach Karamell steigt mir eine leichte Würzigkeit in die Nase.

Der Antrunk ist mäßig süß und mir gefällt die feinperlige und milde Kohlensäure. Auf der Zunge entwickelt sich ein gut auf die Süße abgestimmtes angenehmes Bitter. Das Mundgefühl ist weich. Auch im Abgang bleibt das Bitter im Vordergrund und es klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Privat-Brauerei Schmucker GmbH
Hauptstraße 89
64756 Mossautal
www.schmucker-bier.de

Engel – Keller Pils

Wieder einmal steht ein Bier aus der fränkischen Biermanufaktur Engel vor mir. Diesmal handelt es sich um das Keller Pils, also ein naturtrübes Pils.

Golden und mit leichter Hefetrübung steht das Bier vor mir. Die Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber einige Zeit erhalten.

In der Nase stelle ich zunächst die Hefe fest, dazu der Duft des Malzes nach Karamell. Der Hopfen stellt sich mit Düften nach Zitrusfrüchten sowie einigen blumigen Noten vor.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie reichlich Kohlensäure aus. Schnell gesellt sich auf der Zunge ein nicht allzu starkes Bitter dazu, so wie ich es von einem Bier aus Franken auch erwartet habe. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang wird das Bier trockener und obwohl das Bitter auch in der Kehle nur leicht bitter ist, klingt der Geschmack lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Spalter Perle, Spalter Magnum, Spalter Select), Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,9 %

Bittereinheiten:

33 IBU

Brauerei:

Biermanufaktur Engel GmbH & Co. KG
Haller Straße 29
74564 Crailsheim
www.engelbier.de

 

Engel – Premium Pils

Jetzt steht wieder einmal ein Bier aus der Biermanufaktur Engel im fränkischen Crailsheim vor mir. Dieses Mal handelt es sich um das Premium Pils, also um einen Bierstil, für den Franken nicht unbedingt berühmt ist. Andererseits hat die Brauerei 2021 den Bundesehrenpreis erhalten, weil sie bereits neun mal als eine der 12 besten Brauereien Deutschlands ausgezeichnet wurde. Da sollten die Brauer doch wohl ein vernünftiges Pils hinbekommen.

Intnsiv goldfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine recht kleine feinporige Schaumkrone, die aber lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Karamell, abgerundet durch einige blumige Noten. Für mich als Norddeutscher fehlt beim Aroma eindeutig der Hopfen.

Im Antrunk fällt zunächst die reichlich vorhandene kräftige Kohlensäure auf, bevor das Bier seine Süße zur Geltung bringen kann. Auf der Zunge bleibt wie in der Nase das Karamell im Vordergrund, unterstützt durch ein leichtes Bitter. Das Mundgefühl ist weich und angenehm. Im Abgang wird das Bier etwas trockener und das leichte Bitter kommt besser zu Geltung. Es klingt auch lange nach.

Für ein Pils ist das Bier sehr mild. Ich meine, dass es eher als Helles verkauft werden sollte. Meine Erwartungen an ein Pils kann es nicht erfüllen, aber als Helles könnte es mich wirklich begeistern.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Perle, Saphir, Cascade, Tradition, Mittelfrüh)

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 8° Celsius

Brauerei:

Biermanufaktur Engel GmbH & Co. KG
Haller Straße 29
74564 Crailsheim
www.engelbier.de

 

Ratsherrn – Pilsener

Nach wirklich langer Zeit steht jetzt mal wieder ein Bier aus der Ratsherrn-Brauerei im Hamburger Schanzenviertel vor mir. Was wäre eine Brauerei in Norddeutschland ohne ein Pilsener? Lange Zeit war Norddeutschland ja eine reine Pils-Wüste, ein anderes Bier gab es nur selten. Dabei wurden die Pilsener-Biere immer ähnlicher und auch nicht wirklich besser. Das hat sich in den letzten Jahren zum Glück etwas verbessert und so freue ich mich jetzt darauf, das Pilsener von Ratsherrn zu verkosten.

Hell golden und mit lebhafter ohlensäure präsentiert sich das Bier im Flas. Die schneeweiße Schaumkrone ist nicht allzu groß und bis auf einen kleinen Rest löst sie sich recht schnell auf.

Das Bier duftet angenehm nach Zitrus- und grünen Früchten, abgerundet durch den Duft nach Vanille.

Als ich den ersten Schluck nehme, scheint mich das Bier im allerersten Moment scheint enttäuschen zu wollen. Dies gilt zumindest solange, wie es sich auf der Zungenspitze befindet, so außer einen leichten Süße nichts zu schmecken ist. Erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt entsteht ein ausgeglichener Geschmack aus Süße, Bitter und einer leichten fruchtigen Säure. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt lange nach.

Insgesamt ist das Ratsherrn Pilsener ein gelungenes Bier für jeden Tag.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9% Vol.

Brauerei:

Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstraße 30a
20357 Hamburg
www.ratsherrn.de

BierSelect

Traugott Simon – Pilsener

Jetzt steht mal wieder eines der Biere aus der Hausmarke von Trinkgut vor mir und wartet auf seine Verkostung. Diesmal ist es das Pilsener. Wie so viele Billigbiere ist auch dieses ausschließlich mit Hopfenextrakt gebraut, Pellets oder gar Doldenhopfen werden für die Produktion dieses Biers überhaupt nicht verwendet. Da kann ich nur hoffen, dass eine gute Auswahl der Malze dieses Manko ausgleichen kann.

Leuchtend goldfarben und gefiltert präsentiert sihc das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt lange erhalten. Optisch macht das Bier schon mal was her.

Das Aroma ist für ein Pils ungewöhnlich malzbetont. Düfte nach Karamell werden durch einige würzige Noten begleitet, die aber bereits anzeigen, dass hier ausschließlich mit Hopfenextrakt gearbeitet wurde. Das Aroma ist flach und recht langweilig.

Der Antrunk ist recht süß. Diese Süße bleibt erhalten, wenig Bitter kommt dazu und Fruchtigkeit suche ich vergebens. Auch wenn das Mundgefühl recht weich ist, macht das Bier einen unausgegorenen Eindruck. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, klingt aber trotzdem nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Traugott Simon
Brau- und Vertriebsgesellschaft mbH
Chemnitzer Str. 24
47441 Moers
www.traugott-simon.de

Nothelfer Pils

Das Pils, das jetzt vor mir steht, stammt aus Bad Staffelstein in Franken. Auch wenn sich die Franken in der Regel eher darauf verstehen, ein Helles zu brauen, kommen auch so manche ordentliche Pilsbiere von dort. Ich will jetzt mal testen, ob das Hothelfer Pils dazugehört.

Strohgelb und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die durchschnittlich voluminöse Schaumkrone ist feinporig und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Bier duftet nach Getreide, unterstützt durch ein leichtes Zitrusaroma sowie würzige und erdige Noten.

Der Antrunk offenbart eine reichliche Kohlensäure, die mit einiger Süße daherkommt. Auf der Zunge ist das Bier für ein Pils überraschend mild und erinnert eher an ein Helles. Bitterstoffe sind nur wenig zu schmecken. Das Mundgefühl ist weich. Erst im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und klingt überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Trunk GmbH & Co. KG
Vierzehnheiligen 3
96231 Bad Staffelstein
www.brauerei-trunk.de

 

Rittmayer – Bitter 58

Jetzt steht vor mir das Bitter 58 aus der Brauerei Rittmayer, die im oberfränkischen Hallerndorf beheimatet ist. Allerdings bin ich mir beim Bitter 58 etwas unsicher – auf der website der Brauerei ist nur ein Bild dieses Bieres zu sehen, beschrieben wird es nicht. Ich vermute jetzt einmal, dass dieses Bier aus der Produktion genommen wurde.

Den Namen Bitter 58 erklärt die Brauerei auf dem Rückenetikett der Flasche – das Bier enthält schlicht und einfach 5,8 Volumenprozent Alkohol.

Golden und minimal hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste Schaumkrone ist wirklich groß und bleibt sehr lange erhalten.

Das Aroma ist für ein Pils ungewöhnlich fruchtig und mir steigt ein ganzer Fruchtsalat in die Nase. Düfte nach Maracuja, Grapefruit, Zitronenschale und Honig steigen mir in die Nase.

Eine reichliche Portion Kohlensäure sorgt für eine angenehme Spritzigkeit, durch die die Fruchtaromen untertützt werden. Alle Aromen, die mir bereits aus der Nase bekannt sind, spiegeln sich auf der Zunge wider. Dazu kommt ein freundliches Bitter. Das Mundgefühl ist voll, rund und samtig-weich. Im Abgang tritt das Bitter in den Vordergrund und klingt ewig lange nach.

Ein Pils für echte Hopheads.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Brauerei:

Brauerei Rittmayer oHG
An der Mark 1
91352 Hallerndorf
www.rittmayer.de

 

Silly – Bio Pils

Pilsener Biere aus Belgien sind recht selten. Umso erstaunlicher finde ich es, dass dieBrasserie de Silly gleich zwei Pilsener im Angebot hat – eines aus konventionellen Zutaten und ein Biobier. Die Brauerei schreibt, dass das Biobier milder sei als das konventionelle Bier. Mal sehen, ob das stimmt.

Intensiv goldfarben läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Toffee, dazu kommt ein buttriger Duft. Abgerundet wird das Aroma durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist recht süß, wirkt aber durch die gut auf die Süße abgestimmte Karbonisierung auch frisch. Auf der Zunge dominieren neben der Süße des Malzes die würzigen Noten. Bitter ist eher verhalten festzustellen. Dabei ist das Mundgefühl angenehm weich. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt überraschend lange nach.

Das Bio-Pils aus Silly ist ein leichtes Pilsbier mit einem Geschmack, der durchaus Überraschungen bereithält.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Brasserie de Silly
Rue Ville Basse 2
7830 Silly
Belgien
www.silly-beer.com

Beck’s Unfiltered

Die Brauerei Beck’s aus Bremen gehört vermutlich zu den bekanntesten Brauereien in Deutschland. Genau wie die Jever-Brauerei hat sie sich bereits vor dem Erscheinen der Craft-Biere durch einen höheren Hopfenanteil im Bier von den anderen Fernsehbieren abgesetzt. Das neueste Erzeugnis der Hanseaten ist das Unfiltered, ein naturtrübes Pils, das jetzt vor mir steht. Die Brauerei beschreibt es als ein Beck’s in seiner ursprünglichsten Form. OK, dann will ich jetzt mal die Flasche öffnen und das Bier verkosten.

Weizengelb und hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein und sie fällt schnell in sich zusammen. An der Optik könnte die Brauerei noch etwas feilen.

Auch das Aroma ist nicht umwerfend. Es ist schwach ausgeprägt. Mir steigen die Düfte der Hefe sowie einige würzige Noten in die Nase.

Der Antrunk ist durch eine leichte Süße sowie durch reichlich Kohlensäure geprägt. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu. Fruchtigkeit fehlt vollständig, lediglich einen leichten Anklang nach Karamell kann ich schmecken. Der Abgang zeigt ein leichtes Bitter mit recht langem Nachklang.

Wirklich schlecht ist das Beck’s Unfiltered nicht, aber es enthält weder eine Überraschung noch ein Highlight. Es ist gut trinkbar, auch wenn es mir für einen regelmäßigen Genuss zu langweilig ist.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Beck & Co. GmbH
Am Deich 18/19
28199 Bremen
www.becks.de

Dockyard 21 – Pilsen Brew

Das meistgetrunkene Bier der Deutschen ist und bleibt das Pilsener – ein zeitloser Klassiker der Biergeschichte. Jetzt steht vor mir die Interpretation dieses Bierstils der Westindien Compagnie in Flensburg.

Intensiv goldfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma ist hopfenwürzig, abgerundet durch den Duft nach Karamell.

Der erste Eindruck, den das Bier beim Trinken hinterlässt, ist die reichlich vorhandene Kohlensäure. Erst als zweites stelle ich die leichte Süße fest. Dieser Geschmack mischt sich auf der Zunge mit würzigen und bitteren Noten. Dazu kommt ein weiches Mundgefühl. Der Abgang wird durch ein freundliches Bitter dominiert, das lange nachklingt.

Das Pilsen Brew aus Deutschlands nördlichster Stadt ist ein typisches nordisches Pils. Es enthält keine Überraschungen, ist aber wirklich süffig und angenehm zu trinken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Westindien Compagnie Seehandelsgesellschaft mbH
Brauereiweg 21
24939 Flensburg
www.westindien-shop.de

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