Schlagwort-Archiv: Pils

Bruch – Pilsener Alkoholfrei

Die Bruch Brauerei gehört zu den ältesten Brauereien des Saarlandes. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1702 zurück, als in Saarbrücken der Grundstein für das Unternehmen gelegt wurde. Nach über 300 Jahren am selben Standort musste die Brauerei einen neuen Weg einschlagen: Heute wird unter dem Namen „Privatbrauerei Saar GmbH“ in Neunkirchen gebraut. Trotz dieser Umbrüche bleibt Bruch der handwerklichen Biertradition der Region eng verbunden und präsentiert sich als Bestandteil der Regionalmarke „Wertvolles aus der Willkommensregion Neunkirchen“.

Das Sortiment der Brauerei ist breit gefächert – vom klassischen Pilsener über Land- und Festbiere bis hin zu modernen Interpretationen und alkoholfreien Varianten. Gerade letztere gewinnen zunehmend an Bedeutung, denn immer mehr Konsumenten suchen alkoholfreie Biere, die geschmacklich nicht hinter den alkoholischen Vertretern zurückstehen.

Ein solches Produkt ist das Bruch Pilsener Alkoholfrei. Die Brauerei verspricht „vollen Pils-Geschmack ohne Alkohol“. Ob die Brauerei dieses Versprechen einhalten kann, will ich jetzt feststellen.

Golden und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber prangt eine feste schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Das Bier duftet nach hellem Malz, abgerundet durch einige blumige Noten. Es ist eindeutig der Duft eines Pilseners, das mit einem guten Aromahopfen gebraut wurde.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine frische Spritzigkeit aus. Auf der Zunge gesellt sich eine gut auf die Süße abgestimmte Bittere dazu. Dazu kommen die angenehmen Hopfennoten. Mir fällt auf, dass das Bruch Pilsener für ein alkoholfreies Pils überraschend vollmundig und süffig ist. In der Kehle wird das Bier etwas trockener, während die Bittere noch zulegt und sehr lange nachklingt.

Wer regionale Biere schätzt, findet im Bruch Pilsener Alkoholfrei einen authentischen Vertreter seiner Art. Dieses Bier gehört auf jeden Fall zu den besten seiner Art.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Privatbrauerei Saar GmbH
Saarbrücker Str. 1
66538 Neunkirchen
www.bruchbier.de

Uttendorf – Pils

Die Brauerei Vitzthum in Helpfau-Uttendorf (Oberösterreich) blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück: Sie wurde bereits im Jahr 1600 gegründet und befindet sich seit vielen Generationen im Besitz der Familie Vitzthum.  Neben dem reinen Braubetrieb betreibt die Familie auch einen Braugasthof, in dem Gäste das Uttendorfer Bier direkt vor Ort genießen können. Ihr bekanntestes Bier ist das Uttendorf Pils, ein klassisches, untergäriges Pilsner mit einem Alkoholgehalt von 4,9 Volumenprozent Alkohol, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine schneeweiße gemischtporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach hellem Malz und Honig, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine kräftige Karbonisierung aus. Auf der Zunge dominieren die würzigen Noten gemeinsam mit einer ordentlichen freundlichen Bitteren. Das Mundgefühl ist weich und schlank. In der Kehle wird die Bittere kräftiger, wo sie auch sehr lange nachklingt.

Alkoholgehalt.

4,9 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Privatbrauerei Vitzhum GmbH & Co. KG
Uttendorf 25
5261 Uttendorf
Österreich
www.uttendorf-bier.com

Maisel & Friends – Luna Hop

Maisel & Friends richtet jedes Jahr einen großen Hobbybrauerwettbewerb aus, bei dem ambitionierte Heimbrauerinnen und -brauer ihre besten Kreationen einreichen. Das Siegerbier wird anschließend offiziell bei Maisel & Friends eingebraut und deutschlandweit in limitierter Auflage verkauft. 2025 setzte sich Markus Klössinger mit seinem Italian Style Pils durch – und genau daraus wurde Luna Hop. In diesem Jahr hat Markus Klössinger den Wettbewerb gewonnen.

Da der Bierstil Italian Style Pils in Deutschland nicht allzu verbreitet ist, hier eine kurze Beschreibung des Stils: Ein Italian Style Pils ist ein moderner, mediterran interpretierter Pilsner-Stil, der in den 1990er-Jahren in Italien entstand. Er verbindet die knackige Trockenheit und die klare Struktur eines klassischen, deutschen Pils mit einer aromatischeren, oft expressiveren Hopfenblume. Typisch ist der Einsatz von edlen europäischen Hopfensorten – häufig auch Kalthopfung –, die dem Bier florale, kräuterige oder zitrusbetonte Noten verleihen. Im Vergleich zu deutschen Pilsbieren wirkt ein Italian Style Pils oft etwas aromatischer, duftiger und leicht moderner, gleichzeitig bleibt das Malzprofil bewusst schlank und sauber.

So, jetzt bin ich aber bereit, die Flasche zu öffnen und das Bier zu verkosten.

Hellgoldfarben und leicht opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die schneeweiße Schaumkrone ist eher klein und sie fällt recht flott in sich zusammen.

Das Bier duftet nach hellem Malz und bringt zusätzlich kräuterige und florale Noten in meine Nase. Ein Hauch Zitrus verleiht dem Bier eine angenehme Frische.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Ich könnte das Bier auch als angenehm frisch bezeichnen. Auf der Zunge kommen die Aromen des Hopfens stärker zum Vorschein als ich es aufgrund des Aromas erwartet habe. Dazu kommt eine knackige Bittere, die aber nicht aufdringlich wirkt, sondern auf die Aromen gut abgestimmt ist. Das Mundgefühl ist schlank und leicht. In der Kehle tritt die Fruchtigkeit in den Vordergrund und wird von der Bitteren angenehm unterstützt. Der Geschmack klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Gold Ochsen präsentiert das Jahrgangsbier 2025: Ein Brückenschlag zwischen Pils und Doppelbock

Die Ulmer Traditionsbrauerei Gold Ochsen bricht für ihr Jahrgangsbier 2025 bewusst mit Erwartungen und kombiniert zwei Bierstile, die unterschiedlicher kaum sein könnten: das schlanke, hopfenbetonte Pils und den kräftigen Doppelbock mit seiner malzigen Tiefe. Das Ergebnis trägt den Namen Gold Ochsen Ulmator – und zeigt eindrucksvoll, wie modern interpretierte Braukunst aussehen kann.

Die Brauerei beschreibt das Bier wie folgt: Bereits der Antrunk überrascht mit intensiven Malznuancen, bevor das Bier in ein schlankes, vom Alkohol getragenes Aroma übergeht. Zitrus- und Maracujanoten runden das Bouquet ab und geben dem Bier eine außergewöhnliche Frische. Optisch überzeugt der Ulmator mit einem warmen Bernsteinfarbton und einer cremigen, dichten Schaumkrone, die lange stehen bleibt. Mit 7,5 Prozent Alkohol bewegt sich das Jahrgangsbier auf kräftigem Niveau, ohne an Eleganz einzubüßen.

Ein Schwerpunkt der diesjährigen Rezeptur liegt klar auf dem Hopfen. Neben klassischen Tettnanger Sorten spielt vor allem die noch junge Züchtung Tango die Hauptrolle. Sie bringt ein vielschichtiges Aromaprofil in das Bier: Maracuja, Orange, Mandarine und ein Hauch Limette. Um diese intensiven Aromen bestmöglich zu bewahren, wurde zum Teil kaltgehopft – eine Technik, bei der die ätherischen Öle nicht verkochen und dadurch besonders voll erhalten bleiben.

Als Ergebnis können die Genießer ein facettenreiches Geschmacksbild aus Zitrus, Grapefruit, Kräuternoten und einer dezent grüngrasigen Frische erwarten. Dadurch eignet sich der Ulmator als vielseitiger Speisenbegleiter – egal ob zu herzhaften Gerichten, leichten Vorspeisen oder sogar süßen Desserts.

Wie jedes Jahr füllt Gold Ochsen sein limitiertes Jahrgangsbier per Hand in edle 0,75-Liter-Flaschen mit Naturkork ab. Die Stückzahl ist auf 1.597 Flaschen begrenzt – eine bewusste Anspielung auf das Gründungsjahr der Brauerei. Für 15,97 Euro ist der Ulmator 2025 ab sofort im Brauereishop, im Ochsen Shop in der Ulmer Innenstadt sowie bundesweit im Online-Shop erhältlich.

Mit dieser besonderen Edition zeigt Gold Ochsen einmal mehr, dass Tradition und Experimentierfreude keine Gegensätze sein müssen. Ich konnte in den letzten Jahren bereits einige der Jahrgangsbiere aus Ulm verkosten und ich muss sagen, diese Biere waren alle etwas Besonderes und waren den relativ hohen Preis wert. Da ich in der Nähe von Einbeck aufgewachsen bin und auch heute recht dicht an der Heimat der Bockbiere wohne, bin ich auf den Ulmator ganz besonders gespannt.

Scherdel – Premium Pilsner

Fast zwei Jahrhunderte lang gehörte die Scherdel-Brauerei untrennbar zu Hof und seiner Bierkultur. Seit 1831 prägte sie mit ihren Bieren und insbesondere mit dem legendären Schlappenbier das Leben der Region. Nun steht fest: Ende des kommenden Jahres wird in Hof kein Scherdel-Bier mehr gebraut. Die Kulmbacher Gruppe, seit 2003 Eigentümerin der Marke, sieht keine wirtschaftliche Perspektive mehr. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In den letzten zwanzig Jahren hat sich der Absatz der Scherdel-Biere halbiert, während Rohstoff-, Energie- und Personalkosten stark gestiegen sind. Trotz jahrelanger Bemühungen und intensiver Zusammenarbeit mit der Belegschaft ließ sich der Betrieb nicht retten.

Mit der Schließung verlieren 35 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in Hof. Ihnen sollen andere Stellen innerhalb der Kulmbacher Gruppe angeboten werden. Ganz verschwinden wird die Marke Scherdel aber nicht: Ihre Biere sollen künftig im sächsischen Neuensalz weitergebraut werden.

Besonders schmerzlich ist der Abschied für viele Hofer wegen des traditionsreichen Schlappenbiers, das eng mit dem jährlich gefeierten Schlappentag verbunden ist – einem der ältesten Schützen- und Handwerkerfeste Deutschlands. Ob und wie diese Spezialität künftig weiterlebt, ist noch unklar.

Die Schließung der Scherdel-Brauerei steht beispielhaft für die schwierige Lage vieler kleiner und mittelgroßer Brauereien in Deutschland. Steigende Kosten, sinkender Bierkonsum und ein zunehmend harter Wettbewerb setzen der Branche zu. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die Marke Scherdel – trotz des Endes in Hof – als Symbol für oberfränkische Brautradition fortbesteht.

Jetzt steht vor mir das Premium Pilsner. Öffne ich also die Flasche und schenke mir das Bier ein. Golden und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Brotkrume, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist für ein Pils ungewöhnlich süß, dabei aber durch die feinporige Kohlensäure angenehm spritzig. Auf der Zunge tritt die Würzigkeit in den Vordergrund. Für mich als Norddeutschen fehlt einiges an Bittere. Das Mundgefühl ist schlank. Auch wenn ich von diesem Bier nicht restlos begeistert bin, ist es doch angenehm zu trinken und süffig. In der Kehle wird das Bier trockener und eine angenehme würzige Bittere mit recht langem Nachkling übernimmt das Zepter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brauerei Scherdel
Unterkotzauer Weg 14
95028 Hof
www.scherdelbier.de

Warsteiner – Pilsener alkoholfrei

Jetzt steht mal wieder ein alkoholfreies Bier aus Warstein vor mir. Über die Warsteiner Brauerei und auch über alkoholfreie Biere gibt es nicht mehr viel zu sagen, weshalb ich jetzt direkt mit der Versostung des Warsteiner Pilsener alkoholfrei beginne.

Golden und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont nach Brotkrume, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist recht süß, was aber mit der kräftigen Karbonisierung zusammenpasst. Wie erwartet schmeckt das Bier sehr malzbetont und ich würde mir etwas mehr Hopfen wünschen, der ein angenehmes Aroma in das Bier bringen würde. Der Körper ist schlank und das Bier macht einen recht süffigen Eindruck. In der Kehle wird die Bittere kräftiger und sie klingt einige Zeit nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Warsteiner Brauerei
Haus Cramer KG
59564 Warstein
www.warsteiner.de

Bruch – Pilsener

Biere aus dem Saarland finden nur selten den Weg nach Niedersachsen, so dass ich sie auch selten vorstellen kann. Jetzt hat es aber mal wieder eine Flasche geschafft, die ich jetzt verkosten möchte. Ich lasse die Brauerei Bruch jetzt einmal sich selber vorstellen: „Seit 1702 brauen wir von der Bruch Brauerei mit unveränderter Leidenschaft das einzig wahre Lieblingsbier der Saarländer. Unsere Familientradition, die Liebe zum Brauen und die hohe Qualität unserer Biere haben uns zu dem gemacht, was wir heute sind – eine Brauerei für Tradition, Gemeinschaft und Genuss. Wir sind stolz darauf, unser Wissen und unsere Erfahrung von Generation zu Generation weiterzugeben und unser Bier in jedem Glas zu einer Erinnerung werden zu lassen.“ (Quelle: Website der Brauerei Bruch)

Hell und kristallklar fließt das Bier aus der Flasche ins Glas und bildet dabei eine feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Bei der Optik hat die Brauerei ihren Anspruch erfüllt.

Das Bier duftet nach hellem Malz, abgerundet durch einige würzige und blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie durch eine kräftige Karbonisierung aus. Auf der Zunge gesellt sich eine gut auf die Süße abgestimmte Bittere dazu. Auch wenn der Körper recht schlank ist, gefällt das Bier, denn es ist wirklich süffig. In der Kehle lässt die Süße nach, während die Bittere zulegt. Der freundliche Geschmack der Bittere klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Farbe:

5 EBC

Brauerei:

Privatbrauerei Saar GmbH
Saarbrücker Str. 14
66538 Neunkirchen
www.bruch-bier.de

Altenauer Brauerei – Altenauer Freiheit

Altenau ist eine Kleinstadt im Oberharz. Sie recht romantisch, aber auch etwas aus der Zeit gefallen. Dort ist die Altenauer Brauerei beheimatet. Die kleine Brauerei in Altenau blickt auf eine lange Geschichte zurück und arbeitet mit handwerklichen Methoden. Von dort stammen einige Biere, die zwar wirklich gut gelungen sind, bei denen ich aber jegliche Originalität vermisse. Sehr schön, um sie zum Essen zu trinken oder auch im Biergarten, aber halt ohne Überraschungen und Originalität. Ich könnte also sagen, die Brauerei passt genau zu ihrer Heimat.

Von dort stammt das alkoholfreie Bier namens Freiheit, das ich vor Kurzem erstmals in einem Getränkemarkt gefunden habe. Der Name „Freiheit“ soll an die Vergangenheit und den unabhängigen Geist der Region erinnern.

Im Glas präsentiert sich Altenauer Freiheit mit ordentlich Schaum und einer ansprechenden Farbe.

Der Duft bietet malzige Noten und einige würzige Aromen des Hopfens. Damit erfüllt das Bier bis hierhin meine Erwartungen: solide, aber wenig überraschend.

Der Antrunk ist getreidig-süß und mit einer sehr kräftigen Kohlensäure. Auf der Zunge gesellt sich eine Bittere zur Süße, die mich nicht so richtig begeistern kann. Jetzt fehlen mir jegliche Fruchtigkeit und andere Aromen und das Mundgefühl ist sehr schlank. Die Bittere steht auch in der Kehle im Mittelpunkt, wo sie sehr lange nachklingt.

Das alkoholfreie Bier der Altenauer Brauerei kann mich nicht begeistern; im Gegensatz zu den anderen Bieren aus dem Oberharz enttäuscht es mich. Da hätten die Brauer wohl doch noch etwas mehr Zeit in die Entwicklung stecken sollen. Schade. Ansonsten ist die Brauerei mir sehr sympathisch. Allein der Fokus auf nachhaltige Produktion und regionale Rohstoffe, auf kurze Transportwege und der Bezug von Energie aus erneuerbaren Quellen können mich begeistern. Dennoch bleibt die Verbindung zur Landschaft des Harzes vor allem eine Frage der Identität – geschmacklich könnte das Bier mehr Bezug zur Region aufzeigen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

22 IBU

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Altenauer Brauerei GmbH
Breite Str. 29
38707 Altenau
www.altenauer-brauerei.de

Schäffler – Pils

Ich habe mir die Website der Brauerei Schäffler aus Missen im Allgäu angesehen und habe dort die folgende Bemerkung der Brauer über das Pils gefunden, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet:

„Vom Aussterben bedroht? Hoffentlich nicht. Wir mögen den Brauhandwerk-Klassiker viel zu sehr und sagen raus aus der unverdienten Nische. Unser Pils ist typisch-hopfig und hat feine, herbe Bitternoten. So wie es sich gehört! Und ein Pils geht einfach immer.“

Nach Angaben der Getränke Zeitung beträgt der Marktanteil von Pils am Biermarkt immerhin 48,2 Prozent. Ich glaube, so eine Nische würde sich so manche Branche wünschen und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass dieser Bierstil in nächster Zeit vom Markt verschwindet. Aber kommen wir zum Bier.

Golden und glanzfein strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die eher kleine schneeweiße Schaumkrone ist gemischtporig, bleibt aber lange erhalten. Optisch ist das Bier wirklich gelungen.

Düfte nach hellem Malz mit einigen blumigen Noten steigen mir in die Nase, abgerundet durch eine Fruchtigkeit, die an Birnen erinnert.

Der Antrunk ist recht süß und spritzig. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten, aber für ein Pils gesellt sich nur sehr wenig Bittere dazu. Auch die Fruchtigkeit ist eher knapp gehalten. Das Bier hat einen sehr schlanken Körper. In der Kehle ist die Bittere erstmals deutlich zu schmecken, bleibt aber zurückhaltend und klingt nur kurz nach.

Das Pils von Schäffler ist ein durchaus gutes Bier, das gefallen kann. Allerdings hätte ich es nicht als Pils erkannt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnanger)

Alkoholgehalt:       

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,5° Plato

Brauerei:

Brauerei Schäffler
Hanspeter Graßl KG
Hauptstr. 17
87547 Missen
www.schaeffler-braeu.de

Rügener Inselbrauerei – Hiddenseer Pils

Die Insel-Brauerei in Rambin auf Rügen ist eher für seine besonderen Biere bekannt, besonders für seine IPAs. Dass dort auch Standard-Bierstile gebraut werden können, hat mich dann doch erstaunt. Aber nun steht es vor mir, das Hiddenseer Pils. Aber die Insel-Brauerei kommt nicht auf die Idee, ein 08/15-Pils auf den Markt zu bringen. Da müssen schon besondere Zutaten verwendet werden. Dass Naturhopfen verwendet wird, hatte ich schon erwartet. Aber auch beim Malz greifen die Insulaner in die Vollen und verwenden Tennenmalz. Die spezielle Art des Mälzens soll für ein harmonisches Bier mit Honig- und Biskuitnoten sorgen. Da ich keine eigenen Erfahrungen mit Tennenmalz habe, muss ich einfach glauben, was die Firma Weyermann, einer der ganz großen Malzhändler, darüber sagt. Aber kommen wir nun endlich zum Bier.

Hell und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Dabei entsteht eine kleine feinporige Schaumkrone, die aber lange erhalten bleibt. Optisch geht das Bier in Ordnung.

Das Bier duftet nach hellem Malz, zusammen mit einigen blumigen Noten. Eigentlich wirkt das Bier auf mich eher wie ein Helles.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine kräftige Karbonisierung aus. Auch auf der Zunge bleibt die Süße erhalten, während sich eine überraschende Bittere dazu gesellt. Trotzdem ist der Körper schlank. In der Kehle ist das Hiddenseer Pils mild mit einer nur leichten Bitteren und kurzem Nachklang.

Alles in Allem ist das Hiddenseer Pils ein schönes und süffiges Bier, das sich gut trinken lässt. Es entspricht aber nicht meinen Vorstellungen an ein norddeutsches Pilsener.

Zutaten:

Wasser, Gersten-Tennenmalz, Gerstenmalz, Naturhopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Farbe:

5 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei
Hauptstraße 2c
18573 Rambin/Rügen
www.insel-brauerei.de