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Die ProWein findet 2022 wieder offline in Düsseldorf statt

Vom 27. bis 29. März 2022 ist es endlich wieder so weit: Die ProWein, die weltweit wichtigste und größte Fachmesse für Weine und Spirituosen, findet wie in guten, alten Zeiten wieder als Präsenzveranstaltung statt. „Sowohl von unseren weltweiten Austellern als auch unseren Besuchern bekommen wir ein sehr positives Feedback. Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause ist die Sehnsucht der Branche ausgesprochen groß, sich persönlich zu treffen, zu netzwerken, zu verkosten – und natürlich zu ordern“, bringt es Bastian Mingers, Project Director der ProWein, auf den Punkt. Das hat auch die gerade zu Ende gegangene A+A 2021 – internationale Leitmesse für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – bestätigt. 1.204 Aussteller aus 56 Nationen und mehr als 25.000 Fachbesucher aus 100 Ländern – darunter USA/Kanada, Asien, Südamerika und Europa – waren vom 26. bis 29. Oktober persönlich in Düsseldorf.

So bietet die ProWein 2022 wieder ein umfassendes Angebot an Weinen und Spirituosen, das in dieser Breite weltweit einmalig ist. Die internationalen Markenführer sind ebenso vertreten wie Im- und Exporteure, Handelsagenturen, erlesene Winzer oder die regionalen Anbauregionen aus den großen Weinnationen. Um die nötigen Abstandsregeln zu gewährleisten, wird die kommende ProWein um drei auf insgesamt 13 Messehallen erweitert. Rund 5.500 Aussteller werden sich voraussichtlich auf die 13 Hallen verteilen. Die klare Aufteilung nach Ländern und Regionen wird dabei beibehalten. So findet sich dieses Mal das komplette Angebot aus Italien in den Hallen 15 bis 17. Alle Regionen Italiens sind vertreten, darunter die größten Gemeinschaftsbeteiligungen aus dem Veneto, dem Piemonte und der Toscana. Neben den umsatzstärksten Unternehmen Italiens wie Zonin, Botter Vini und Fratelli Martini präsentieren sich viele Top-Erzeuger. Darunter zum Beispiel Castello di Ama aus der Toscana, Elena Walch aus Südtirol oder Elio Altare aus dem Piemonte.

Die Hallen 9 bis 11 sind fest in der Hand der französischen Weinwirtschaft. Alle Anbauregionen zeigen Flagge, ebenso große Namen wie Castel Frère, Albert Bichot, Bernard Magrez, Dourthe, Paul Mas oder Gèrard Bertrand. Abgerundet wird das frankophile Angebot durch die Champagne Lounge. Zur ProWein 2022 treten hier rund 200 Produzenten auf und geben einen umfassenden Überblick über die edlen Schaumweine aus der Champagne.

In den Hallen 1, 4 und 5 präsentieren sich alle relevanten deutschen Anbaugebiete. Voraussichtlich sind rund 800 Aussteller aus Deutschland vertreten, so zum Beispiel Dreissigacker, Schneider, Hensel, Weil Herres Layat, Schlumberger und Weinkontor Freund. Auch der Bio-Bereich mit den internationalen Bioverbänden und einzelnen Ausstellern wie das Weingut Can Axartell ist hier zu finden. Ebenfalls dabei sind die Bioverbände Ecovin, Bioland, Demeter und Biodyvin. Für die beliebte Sonderschau „Organic World“ haben sich 45 Winzer aus Europa wie z.B. Italien, Griechenland, Frankreich, Spanien angemeldet.

Die Wein-Nation Österreich hat auf der kommenden ProWein ihre Heimat in Halle 5, Portugal in Halle 13, Spanien in den Hallen 13 und 14. Die Halle 12 gehört ganz den Produzenten aus Übersee, unter anderem mit dem Wine Institute of California, Wines of Chile und Wines of Argentina. Der Fokus in Halle 11 liegt auf den Spirituosen.

In Halle 7.0, in der Trendshow „same but different“ können Fachbesucher wie in den letzten Jahren schon auf Entdeckungstour gehen und in stylischer Atmosphäre neue Craft-Drinks erkunden. Rund 120 Aussteller sind zur ProWein 2022 dabei. Das Angebot reicht von Gin über Mezcal und Craft Beer bis hin zu Whisky und Rum.

Ticketshop geht Mitte Dezember online

Unter www.prowein.de können sich die Fachbesucher bereits jetzt einen ersten Einblick über das Produktangebot auf der ProWein vom 27. bis 29. März 2022 verschaffen. Die Vorbereitungen – und hier vor allem die Aufplanung der Hallen – laufen auf Hochtouren. Mitte Dezember geht dann auch der Ticketshop online; dort – und auch nur dort/online – können sich die Fachbesucher ihr Tages-Ticket (Kosten: 50,00 Euro) kaufen. Geöffnet ist die ProWein wie gewohnt von Sonntag bis Dienstag, täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr.

Traugott Simon – Pilsener

Jetzt steht mal wieder eines der Biere aus der Hausmarke von Trinkgut vor mir und wartet auf seine Verkostung. Diesmal ist es das Pilsener. Wie so viele Billigbiere ist auch dieses ausschließlich mit Hopfenextrakt gebraut, Pellets oder gar Doldenhopfen werden für die Produktion dieses Biers überhaupt nicht verwendet. Da kann ich nur hoffen, dass eine gute Auswahl der Malze dieses Manko ausgleichen kann.

Leuchtend goldfarben und gefiltert präsentiert sihc das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt lange erhalten. Optisch macht das Bier schon mal was her.

Das Aroma ist für ein Pils ungewöhnlich malzbetont. Düfte nach Karamell werden durch einige würzige Noten begleitet, die aber bereits anzeigen, dass hier ausschließlich mit Hopfenextrakt gearbeitet wurde. Das Aroma ist flach und recht langweilig.

Der Antrunk ist recht süß. Diese Süße bleibt erhalten, wenig Bitter kommt dazu und Fruchtigkeit suche ich vergebens. Auch wenn das Mundgefühl recht weich ist, macht das Bier einen unausgegorenen Eindruck. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, klingt aber trotzdem nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Traugott Simon
Brau- und Vertriebsgesellschaft mbH
Chemnitzer Str. 24
47441 Moers
www.traugott-simon.de

Paderborner – Pilger

Aus Paderborn stammt das Pilgerbier, das jetzt vor mir steht. Es handelt sich um ein naturtrübes Landbier mit 5,0 Volumenprozent Alkohol. Wenn ich mich recht erinnere, kam dieses Bier um das Jahr 2018 auf den Markt. Der Name ist gut nachvollziehbar, den in Paderborn kreuzen sich mehrere Pilgerwege und zumindest ich muss beim Wort „Pilger“ einfach an Klosterbier denken, was dem Bier im Regal schon mal zumindest den Anschein einer höheren Wertigkeit verleiht. Und ganz nebenbei bemerkt: ein Besuch in Paderborn lohnt sich auf jeden Fall, allein ein Spaziergang durch das Quelgebiet der Pader ist die Reise wert. Dieser kleine Fluss, der auf den ersten Blick keinerlei Aufmerksamkeit verdient, hält gleich zwei Rekorde: erstens ist er der kürzeste Fluss Deutschlands, und zweitens ist er der Fluss mit den meisten Quellen. An etwa 100 Stellen kommt das Wasser aus der Erde und das ist schon beeindruckend. Aber kommen wir jetzt endlich zum Bier.

Kupferfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die größtenteils feinporige Schaumkrone ist zwar nicht allzu ausgeprägt, bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet malzbetont nach frischer Brotrinde und Karamell, dazu kommen einige würzige Noten.

Der Antrunk ist recht süß, weswegen ich mir eigentlich etwas mehr Kohlensäure wünschen würde. Im Pilgerbier ist sie etwas schwach vertreten. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter zur Süße. Obwohl das Mundgefühl durchaus voll ist, macht das Bier einen eher langweiligen Eindruck. Erst im Abgang stelle ich ein leichtes Bitter fest, das überraschend lange nachklingt.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass die Stadt mir erheblich besser gefällt als das Bier, das dort gebraut wird. Zwar hat das Pilgerbier einen ordentlichen Malzkörper, aber die Hopfengabekann da nicht mithalten. Irgendwie kann mich das auch nicht überraschen. Obwohl die Brauerei bei der Bescheibung auf der Internetseite von „sorgfältig ausgesuchten Hopfensorten“ schreibt, steht in der Zutatenliste lediglich Hopfenextrakt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,8 %

Brauerei:

Paderborner Brauerei
Haus Cramer GmbH & Co. KG
Halberstädter Str. 45
33106 Paderborn
www.paderborner-brauerei.de

Traugott Simon – Landbier naturtrüb

Traugott Simon ist die Hausmarke der Getränkemarktkette trinkGut. Sie umfasst neben den gängigen Bierstilen auch eine Reihe Bier-Mischgetränke. Bei der Beurteilung der Biere dieser Marke müssen wir auf jeden Fall den Preis im Auge behalten. Von einem wirklich niedrigpreisigen Bier dürfen wir keinen allzu großen Genuss erwarten, auch wenn das Preis-/Leistungs-Verhältnis wirklich gut sein sollte. Aber genug der Vorrede – ich werde jetzt die Flasche öffnen und das Bier einschenken.

Rubinrot mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Die durchschnittlich große Schaumkrone ist sahnig und bleibt sehr lange erhalten.

Das Bier duftet nach Biskuitteig und Kaffee, unterstützt durch eine leicht eFruchtigkeit, die an Trockenfrüchte erinnert.

Der Antrunk ist durch reine reichlich vorhandene Kohlensäure dominiert, dazu der Geschmack der Röststoffe. Auf der Zunge kommt ein dezentes Bitter dazu; das Mundgefühl ist weich und voll. Der Abgang ist schlank, einige Röstaromen melden sich in der Kehle, die aber nur kurz nachklingen.

Diese Eindrücke habe ich nach den ersten Schlucken aufgezeichnet und zu diesem Zeitpunkt war ich von dem Bier angenehm überrascht. Leider lässt der gute Eindruck von Schluck zu Schluck weiter nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Traugott Simon
Brau- und Vertriebsgesellschaft mbH
Chemnitzer Str. 24
47441 Moers
www.traugott-simon.de

Warsteiner – Alkoholfrei Herb

Warsteiner ist seit mehreren Jahrzehnten als Hersteller von Fernsehbieren bekannt. Dabei gehört das Warsteiner Pilsener durchaus zu den besseren Angeboten dieser Kategorie, aber es ist halt austauschbar. Nachdem die alkoholfreien Biere in den letzten Jahren einen Boom erlebten (und das zu Recht, denn die Qualität der alkoholfreien Biere hat sich in dieser Zeit auch deutlich gebessert), wollten auch die Brauer im sauerländischen Warstein nicht abseits stehen und brachten mit dem Warsteiner Alkoholfrei Herb bereits ihr zweites alkoholfreies Bier auf den Markt. Das andere alkoholfreie Bier aus diesem Haus wurde bereits von der Stiftung Warentest als bestes alkoholfreies Bier im Test ausgezeichnet und so erhoffe ich mir auch von diesem Erzeugnis einiges. Öffne ich also die Flasche und schenke mir ein.

Bereits während das Bier ins Glas läuft steigt mir der Duft des Hopfens in die Nase. Auch optisch macht das Bier eine gute Figur. Golden und gefiltert strahlt es mir entgegenund die feinporige und durchschnittlich große Schaumkrone bleibt lange erhalten.

Das Malz dominiert das Aroma mit seinen würzigen Noten auch weiterhin. Das Malz kann ich in der Nase nur erahnen.

Der Antrunk ist überraschend süß und leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert. Da würde ich mir mit Sicherheit mehr wünschen. Die Hopfenaromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist weich und überraschend vollmundig. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Dieses Bier hat durchaus das Zeug, mein Favorit unter den alkoholfreien aus dem Getränkemarkt zu werden.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Warsteiner Brauerei
Haus Cramer KG
Domring 4-10
59581 Warstein
www.warsteiner.de

Startschuss für die ProWein 2022

Die Vorbereitungen für die ProWein – mit zuletzt 6.900 Ausstellern aus 64 Ländern und 61.500 Besuchern aus 143 Nationen die weltweit größte und wichtigste Fachmesse für Weine und Spirituosen – sind angelaufen. Der Startschuss fällt Anfang Mai mit der Online-Anmeldung für die ProWein 2022. Aussteller können sich bis Ende Juni unter diesem Link (www.prowein.de/1330 bzw. www.prowein.de/2330 in englischer Sprache) anmelden. Die Anmeldung für die Trendshow „same but different“ erfolgt separat ab Ende Mai. „Unser Fokus ist ganz klar nach vorne gerichtet, back to business. Denn Präsenzveranstaltungen mit realen Verkostungen und persönlichem Networking sind für die internationale Wein- und Spirituosenbranche unverzichtbar“, unterstreicht Bastian Mingers, Project Director der ProWein. „Digitale Formate wie Online-Verkostungen oder virtuelle Diskussionsrunden sind wichtige Bausteine, können reale Messen aber nicht ersetzen. Das ist ein klares Statement unserer Partner und Aussteller aus aller Welt. Im Sinne der Branche werden wir ein sinnvolles Neben- und Miteinander von realen und virtuellen Formaten umsetzen und hier auch auf unsere Erfahrungen der letzten Jahre zurückgreifen können. Wir werden beispielsweise in diesem außergewöhnlichen Jahr unsere internationale Datenbank früher mit unserem Matchmaking Tool öffnen, um Aussteller und Besucher äußerst effizient zusammenzubringen.“

Auch das Hallenkonzept mit der klaren Strukturierung nach Angebotsbereichen und Produktgruppen wird weiterentwickelt.

Konkret sieht das Hallenlayout der ProWein 2022 demnach wie folgt aus:

  • Halle 9: Übersee
  • Halle 10: Spanien
  • Halle 11 und 12: Frankreich
  • Halle 12: Spirituosen
  • Hallen 13 und 14: Deutschland
  • Halle 13: Organic Wines / Packaging
  • Halle 15: Italien
  • Halle 16: Italien und Europa
  • Halle 17: Österreich und Griechenland
  • Halle 7.0: Trendshow „same but different“ (Anmeldungen auf Anfrage möglich – der offizielle Anmeldestart erfolgt hier separat ab Ende Mai 2021)

Auch die ProWein-Foren mit ihrem hochkarätigen Programm werden wieder im Zentrum der Wein- und Spirituosenprofis stehen und zahlreiche Highlights bieten.

Für Rückfragen steht das ProWein-Team allen Ausstellern zur Verfügung. Die konkreten Ansprechpartner für die einzelnen Themen und Produktgruppe sind:

ProWein World: Ausblick für 2021 & 2022

Nach der ProWine Hong Kong im September 2021 folgt als nächste Veranstaltung der ProWein-Familie die ProWine Sao Paulo. Sie findet vom 5. bis 7. Oktober 2021 statt. Die ProWine Shanghai kehrt nach dem Erfolg in Festlandchina vom 9. bis 11. November 2021 in das Shanghai New International Expo Center zurück. Die ProWein 2022 geht vom 27. bis 29. März 2022 in Düsseldorf an den Start, gefolgt von der ProWine Singapore vom 10. bis 13. Mai 2022.

Mücke – Himbeer Gose

Die Gose ist ein Bierstil, der schon im Mittelalter in Goslar gebraut wurde. Der Name stammt von dem Flüsschen, nach dem auch die Stadt Goslar benannt wurde. Lange Zeit gab es die Gose nur aus Leipzig, aber in der letzten Zeit befassen sich mehr und mehr Craftbrauer mit diesem Bierstil. Traditionell werden der Würze bei diesem Sauerbier Salz und Koriandersamen hinzugefügt. Das Salz verstärkt die Säure noch etwas.

In hellem Goldgelb präsentiert sich das Bier im Glas mit einer durchschnittlichen Menge feinporigem Schaum, der relativ schnell in sich zusammenfällt. Das ist aber für eine Gose typisch.

Das Aroma ist malzbetont und das Aroma nach Himbeeren ist eher zurückhaltend. Auch saure Düfte sind nur wenig vorhanden. Dafür ist aber die Koriandersaat zu riechen.

Der Antrunk ist mäßig süß und durch die reichlich dosierte Kohlensäure frisch. Auf der Zunge kommt eine diskrete Fruchtigkeit dazu; in erster Linie überwiegt die Frische dieses Bieres. Erst im Abgang kommt ein leichtes Bitter dazu und auch das Salz kommt jetzt zu seinem Recht.

Mit 4,4 Volumenprozent und der ungeheuren Frische ist das Bier gut für einen warmen Sommerabend geeignet oder auch für einen langen Winterabend, an dem wir vom Sommer träumen.

Zutaten:

Gerstenmalz, Hefe, Hopfen (Lemondrop, Summit), Wasser, Weizenmalz, Himbeeren, Koriander, Milchsäure, Salz

Bittereinheiten:

14 IBU

Stammwürze:

11° Plato

Brauerei:

Kesseböhmer-Mai & Pfahl GbR
MÜCKE – Craft Beer
Hölderlinstr. 28
45147 Essen
www.muecke-craftbeer.de

Dortmunder Union – Jubiläumsbier

Jetzt verkosteich wieder einmal ein besonderes Bier, das Dortmunder Union Jubiläumsbier aus der Brauerei Brinkhoff. Dieses Bier wurde speziell für die Ausstellung Neugold gebraut. Neugold ist eine Ausstellung im Dortmunder U, einem Kulturzentrum in der Nähe des Dortmunder Hauptbahnhofs, das in einem Gebäude der ehemaligen Brauerei Dortmunder Union untergebracht ist. Sie findet bis zum 1. Mai 2016 anlässlich des 500jährigen Reinheitsgebots statt. Dieses Exportbier wird in der klassischen 1 Liter-Flasche mit Bügelverschluss exklusiv im U verkauft.

Golden steht das Bier im Glas. Die Farbe ist für Exportbier typisch, allerdings etwas intensiver als die meisten anderen Exportbiere. Der Schaum ist nicht üppig und löst sich auch schnell auf. Trotzdem macht dieses Bier optisch einen recht guten Eindruck.

Das Aroma ist eindeutig malzbetont und leicht süßlich. Der Hopfen hält sich diskret im Hintergrund, lediglich ein Hauch heller Früchte kommt durch. Damit passt das Aroma gut zur Optik.

Der Antrunk ist durch den noch vorhandenen Malzzucker süßlich, aber nicht unangenehm. Schnell macht sich im Mund der volle Geschmack des Malzes breit, rund und intensiv. Der Malzgeschmack verbindet sich hervorragend mit dem der 5,5 Volumenprozent Alkohol, so dass der Alkohol kaum hervorsticht. Auch wenn ich in der Regel Exportbiere nicht sonderlich schätze, muss ich sagen, dass dieses Bier mit seinem runden Geschmack eine positive Ausnahme ist. Der Abgang ist mild, für meinen Geschmack zu mild, da kaum Bitterstoffe zu schmecken sind. Mein Fazit ist, dass Liebhaber milder Biere mit dieser Kreation wirklich gut beraten sind.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Brinkhoff GmbH
Steigerstr. 20
44145 Dortmund
www.brinkhoffs.de

Liebhart’s – Dunkel Landbier

Nun wartet mal wieder eines der Biobiere aus der ostwestfälischen Brauerei Liebharts vor mir, das Bio Dunkel Landbier. Die meisten Biere aus biologischen Grundstoffen werden mit viel Sorgfalt gebraut, was sich auch im Geschmack niederschlägt. Dementsprechend hoch sind jetzt meine Erwartungen.

Die Farbe des Bieres gefällt mir schon mal. Das Bier zeigt sich in einem sehr dunklen Rot, dazu reichlich Kohlensäure. Der sehr knapp bemessene Schaum ist hellbraun, gemischtporig und er verschwindet sehr schnell.

Das süßliche Aroma wird vom Malz bestimmt, unterstützt vom Duft nach Datteln und anderen Trockenfrüchten. Bei der dunklen Farbe hätte ich mehr Röstaromen erwartet, aber der Duft ist durchaus sehr angenehm.

Der Antrunk ist süßlich. Nach kurzer Zeit kommen die Röststoffe zum Vorschein. Leider hält sich der Hopfen sehr im Hintergrund, er ist eher zu erraten als zu erschmecken. Auch der sehr lange Abgang wird durch die Röststoffe bestimmt. Aber insgesamt bin ich von diesem Bier eher enttäuscht, ich empfinde es eher als langweilig.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Liebhart’s Privatbrauerei
Am Gelskamp 6
32758 Detmold
http://www.residenz-biere.de

Walter Bräu – Weizen

Nun steht das Weizenbier von Walter Bräu in Wesel-Büderich vor mir. Die kleine Brauerei wurde 2005 im Keller eines Reihenhauses als Hobby gestartet. Nachdem das Bier immer mehr Freunde fand entschloss sich Walter Hüsges im Jahre 2007 die Brauerei in Wesel-Büderich aufzubauen und offiziell eine Hausbrauerei zu eröffnen. Vor diesem Hintergrund erschließt sich das Motto: „Vom Hobby zum Beruf, zurück zu den Wurzeln.“

Ziemlich einmalig ist die Braustube. Ich kenne keine andere Gaststätte, in der die Gäste ihr eigenes Essen mitbringen dürfen, um es bei einem Bier (das dann selbstverständlich dort erworben werden muss) zu genießen. Dabei können die Gäste den Brauer bei seiner Arbeit beobachten. Auch der Garten ist etwas Besonderes. Dort können die Gäste grillen, ein Fondue oder ein Raclette zubereiten. Grill, Fondue oder Raclette-Gerät stellt die Brauerei für kleines Geld zur Verfügung. Nur die Lebensmittel bringen die Gäste selbst mit. Aber kommen wir zum Bier, wegen dem die meisten Menschen eine Brauereigaststätte besuchen.

Goldgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine feinporige Schaumkrone. Diese fällt allerdings im Vergleich zum Schaum anderer Weizenbiere recht schnell in sich zusammen. Aber die Optik passt.

Das Bier duftet nach Weizen, Banane und Zitrusfrüchten. Bei der Auswahl der Hopfensorten hat der Brauer ein gutes Händchen gehabt.

Der Antrunk ist leicht süß und die feinperlige Kohlensäure sorgt für eine ordentliche Frische. Auf der Zunge ist aber Schluss mit dem guten Eindruck. Die Säure kommt in den Vordergrund und überdeckt jeden anderen Geschmack. Lediglich die Hefe kann sich noch einigermaßen gegen den sauren Geschmack behaupten. Der Abgang ist dann wieder mild, es sind kaum Bitterstoffe zu schmecken und ein Nachklang ist praktisch nicht vorhanden.

Die anderen Biere aus Büderich haben mir eigentlich recht gut gefallen. Das Weizenbier enttäuscht mich aber.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Walter Bräu Büderich
Perricher Weg 54c
46487 Wesel
www.walterbrau.de