Nun steht mal wieder ein Bier aus der Brouwerij 100 Watt in Eindhoven vor mir. Da ich derzeit etliche Biere von dort bei mir stehen habe, halte ich es durchaus für angemessen, auch die Brauerei einmal vorzustellen. Oder nein, lassen wir doch einfach die Brauer sprechen:
„Aus Eindhoven, der Stadt des Lichts! Im Herzen des Centrum aan de Dommel wird all diese Schönheit von einem unübertroffenen Brauteam erdacht und umgesetzt, das sich keine Pause gönnt, um die tollsten Dinge zu erfinden. Unsere Tanks sind nie leer und werden ständig aufgefüllt, wie eine nicht enden wollende Playlist mit unglaublich leckerer und abwechslungsreicher Musik. Das schwingt buchstäblich aus der Pfanne! Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, sonst sterben unsere Brauer an der Einheitswurst, brauen wir oft, worauf wir Lust haben. Wir haben uns alle etwas einfallen lassen, womit wir das Land bombardieren, erziehen oder einfach ein Bedürfnis befriedigen wollen, meist das eigene. Kein knackig-bitteres Bier zu finden? Wir brauen es. Keine Lust mehr auf zuckerhaltiges, überteuertes Gebäck? Dann gehen wir zum besseren Konditor für einen Kuchen zum Mittagessen. Echte Aromen in Ihrem Bier? Wir schon, aber nur mit 100% natürlichen Zutaten. Reinheitsgebot? Ein überholtes Konzept, aber gegen ein gut gebrautes Wiener Lager ist nichts einzuwenden. Die Bereicherung Ihrer Welt beginnt mit der Bereicherung Ihres Biergeschmacks, dann kommt der Rest.“
Orangefarben und mit kräftiger Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Obwohl die voluminöse Schaumkrone grobporig ist, bleibt sie doch sehr lange erhalten.
Das Bier duftet frisch nach Zitrusfrüchten, Ananas, Karamell und Mango, abgerundet durch das Aroma der Hefe.
Trotz der kräftigen Fruchtaromen des Hopfens kommt beim Antrunk auch eine angenehme Malzsüße zum Tragen, die zusammen mit der feinperligen und doch kräftigen Kohlensäure für eine angenehme Frische sorgt. Auf der Zunge gesellt sich eine fruchtige Bittere zu den Südfruchtaromen. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang wird die Bittere kräftiger und das Bier wird trocken. Dieser Geschmack klingt sehr lange nach.
Zum Euforie 3 kann ich mir gut eine Muschelmalzeit oder einen Meeresfrüchtesalat vorstellen.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Maris Otter, Carapils, Bisquit), Gerstenflocken, Hopfen (Premiant, Hallertau Blanc, Belma, Talus), Hefe
Alkoholgehalt:
6,2 % Vol.
Bittereinheiten:
63 IBU
Farbe:
12 EBC
Empfohlene Genusstemperatur:
6° – 8° Celsius
Brauerei:
100 Watt Brewery BV
Bleekweg 1
5611 CZ Eindhoven
Niederlande
www.100watt.nl


Die Stadsbrouwerij Eindhoven existiert seit 2012 im Zentrum von Eindhoven. Die Brauerei befindet sich in den Räumlichkeiten der Schellens-Fabrik und ist mit einer großen und modernen Brauanlage ausgestattet, um ausreichend viele Biere für den eigenen Verkostungsraum und für verschiedene Gastronomiebetriebe in Eindhoven zu brauen. Das Ziel der Brauerei ist es, die Biere aus Eindhoven so in den Eindhovener Gaststättenbetrieb zu bringen, genau wie es früher der Fall war. Und mit der Liste der Biere im Sortiment kann ich mir durchaus vorstellen, dass sie dieses Ziel erreichen. Heute steht aus Hop Demand vor mir, ein
Die Stads Brouwerij 013 in Tilburg an der Südspitze der Niederlande gelegen wurde im November 2017 gegründet. Seit 2015 betreiben die Initiatoren die Eindhoven City Brewery und das dazugehörige Café 100 Watt. Am 23. Oktober 2023 war es dann schon wieder vorbei. Die Stadsbrouwerij 013 musste Insolvenz anmelden. Der Verkostungsraum war bankrott, aber die Biermarke soll weiter existieren. Ich habe noch eine Flasche Lumulus, ein IPA, bekommen können und werde sie jetzt verkosten. Es dürfte ein würdiger Abgesang auf die Brauerei sein, denn bei der Brussels Beer Challenge 2020 wurde das Bier mit der Silbermedaille ausgezeichnet, genau wie bei den World Beer Awards 2021, wo dieses Bier ebenfalls mit der Silbermedaille als das zweitbeste Bier der Niederlande ausgezeichnet wurde.
Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Brauerei De Dochter van de Korenaar vor mir. Über die Brauerei habe ich bereits an verschiedenen Stellen geschrieben, aber der Ort Baarle-Hertog, in dem die Brauerei beheimatet ist, weist eine kuriose Besonderheit auf: Es handelt sich um eine Exklave Belgiens, die vollständig von niederländischem Staatsgebiet umschlossen ist. Mehr noch: Laut Wikipedia besteht Baarle-Hertog aus insgesamt 24 separaten Landstücken. Abgesehen vom Hauptgebiet Zondereigen nördlich der belgischen Gemeinde Merksplas befinden sich 20 belgische Exklaven innerhalb der niederländischen Hauptgrenzen und drei andere Gebiete dicht an der niederländisch-belgischen Grenze. Innerhalb der belgischen Exklaven liegen wiederum sieben niederländische Enklaven, davon sechs im größten belgischen Gebiet und eine siebte im zweitgrößten. Eine achte niederländische Enklave liegt in Zondereigen. Das klingt bereits kurios, ist aber noch steigerungsfähig: die Staatsgrenze verläuft nicht nur durch die Stadt, sondern sogar durch einige Gebäude und mitten durch einige Zimmer innerhalb der Gebäude. Sie wünschen sich noch eine Steigerung des Kuriosen? Kein Problem. Hier ist sie: Früher legten die niederländischen Gesetze eine frühere Schließung der Gaststätten fest als die belgischen Gesetze. Somit mussten die Gäste, die zur niederländischen Polizeistunde noch nicht genug getrunken hatten, den Tisch wechseln, kamen damit nach Belgien und durften weitertrinken. Wahnsinn. Jetzt ist es aber an der Zeit, das Crime Passionnel, ein Weizen-IPA, zu öffnen und mit der Verkostung zu beginnen.
Einmal im Jahr bringt die Bayreuther Brauerei Maisel & Friends einen Sondersud auf den Markt, dessen Etikett von einem Street Art-Künstler gestaltet wurde. In diesem Jahr ist bereits die fünfte Ausgabe des Artbier erschienen. Diesmal wurde das Etikett von Stefan Thelen entworfen, besser bekannt als Super A. Aber zumindest für mich ist das Bier wichtiger als das Design des Etiketts, also öffne ich sofort die Flasche und schenke mir das Bier ein.
Über die Brauerei De Dochter van de Korenaar im flandrischen Baarle-Hertog habe ich bereits an anderer Stelle alles geschrieben. Damit kann ich jetzt sofort zum Bier übergehen, das jetzt vor mir steht. Es handelt sich um das Extase, ein Imperial IPA mit satten 110 Bittereinheiten, das mit 14 unterschiedlichen Hopfensorten gebraut wurde. Na, da bin ich aber mal gespannt.
Im flämischen Baarle Hertog ist die kleine Brauerei De Dochter van de Korenaar beheimatet. Sie ist bekannt dafür, nur ein einziges Ziel zu verfolgen – einfach nur das beste Bier zu brauen. Dabei bleibt die Brauerei nicht auf den eingefahrenen Straßen, sondern sie geht ständig neue Wege, um Grenzen auszuloten und zu überschreiten. Der Erfolg gibt den Brauern recht. Diese Meinung vertrete nicht nur ich, auch bei diversen Bierwettbewerben wird die Brauerei immer wieder ausgezeichnet, so dass kaum ein Jahr vergeht, in dem sie keine neuen Medaillen erhält. Das ist auch der Grund, weshalb ich mich auf diese Verkostung freue. Ich will auch nicht länger warten und öffne jetzt die Flasche.
Die Idee zum Hopfenreiter wurde 2016 geboren. Seitdem startet er jedes Jahr seinen Ritt durch den Doldenwald. Die Idee hinter dem Hopfenreiter ist, dass die Rezeptur immer gleichbleibt. Lediglich die Hopfensorten ändern sich. Immer andere Brauer aus aller Welt steuern eine spannende Hopfensorte bei, wodurch das mittlerweile zur Legende gewordene Bier immer anders riecht und schmeckt. Schon Wochen vorher fiebert die Beer Community auf das Double-IPA hin.