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Fränkisches Bierfest in Nürnberg soll in diesem Jahr wieder stattfinden

Es ist mit Sicherheit eines der schönsten Bierfeste Deutschlands – das Fränkische Bierfest in Nürnberg. Allein schon, dass die Veranstaltung im mittelalterlichen Burggraben stattfindet, macht das Event zu etwas ganz Besonderen. Wegen Corona musste das Fest aber zwei Jahre lang ausfallen. Umso größer ist die Freude bei Brauern und Besuchern, dass es im Sommer wieder losgeht.

Mike Schmitt von Nikl Bräu in Pretzfeld erklärte gegenüber dem Onlinemagazin InFranken.de: „Das ist unten im Burggraben. Normalerweise sind dort rund 40 kleine, fränkische Brauereien vertreten – wegen Corona musste das Fest jedoch die letzten zwei Jahre ausfallen. Nach zwei Jahren Zwangspause freuen wir uns jedoch wahnsinnig, dass 2022 das Fränkische Bierfest wieder stattfinden kann.“

„Es gibt Musikbühnen und Essensbuden und natürlich viel Bier“, fährt Schmitt fort. „Das ist eines meiner Lieblingsfeste, weil das Ambiente im Burggraben wirklich toll ist.“ Was Schmitt besonders freut: „Das ist ein Bierfest, das heißt, es gibt fünf Tage lang wirklich viel Bier. In all den Jahren hat es dort jedoch noch nie Streit gegeben. Das ist so ein friedliches Fest, das ist wirklich unglaublich.“

Normalerweise gebe es bei derartigen Veranstaltungen „oft Stress und Schlägereien“ – das komme auf dem fränkischen Bierfest jedoch nicht vor. „Die Planungen der Kollegen laufen auf Hochtouren und die Zeit rast“, schreibt die Brauerei voller Vorfreude auf Facebook. „Das muss man einfach erlebt haben.“

Alle Infos zum Bierfest im Nürnberger Burggraben gibt es auch auf der Website der Veranstalter. Ach ja, bevor ich es vergesse: vom 15. bis 19. Juni soll es soweit sein.

Maisel & Friends – Rum Bock 2021

Neben ihrem ausgefeilten Sortiment feinster Craftbiere überlegen sich die Brauer bei Maisel & Friends Jahr für Jahr ganz besondere Bierspezialitäten, die ihrem Angebot die Krone aufsetzen. Auch die Bourbon Bock-Reihe gehört zu diesen Highlights. Das Bockbier wird nach Vollendung des Brauprozesses in hocharomatische Fässer gefüllt, in denen zuvor Bourbon reifte. Im Lagerkeller entfaltet der Bock sein volles Potenzial, während das feine Holz dem Bier seinen unvergleichlichen Charakter verleiht. Nach der Veredlung wird der fertige Bourbon Bock in schicke 0,75l-Flaschen abgefüllt und ist genussbereit. Nachdem dann eine Flasche ihren Weg zu mir gefunden hat, will ich dieses Bier jetzt verkosten und beschreiben.

Kupferfarben und opalisierend läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große und größtenteils feinporige Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Düfte nach Biskuit und Rum steigen mir in die Nase, angereichert mit Aromen nach Vanille, Rosinen, Honig und Marzipan. Wahnsinn – das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist stiltypisch süß und obwohl die Kohlensäure angenehm feinperlig ist, ist sie doch recht kräftig. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und die Aromen, die ich bereits in der Nase festgestellt habe, spiegeln sich auf der Zunge. Der Alkohol wärmt und das Mundgefühl ist seidenweich und schwer. Der Abgang ist mild und der Geschmack nach Rosinen tritt in den Mittelpunkt. Er klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Brauerei:

Brauerei Gebrüder Maisel KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth,
www.maiselandfriends.com

Maisel & Friends – Artbeer #4 – Elle

Bereits zum vierten Mal unterstützt die Brauerei Maisel & Friends aus Bayreuth einen Streetart-Künstler, mit dem die Brauer gemeinsam eine Bieridee entwickeln und der ein Etikett gestaltet, bevor die Brauer das dazu passende Bier brauen. In diesem Jahr ist ELLE die Künstlerin.

ELLE begann ursprünglich als illegale Graffiti-Künstlerin in New York. Inzwischen gilt sie als eine der besten Street-Artists, ist eine der gefragtesten Frauen der Szene und arbeitet überall auf der Welt. ELLE ist eine von 50 Künstler*innen, die unser Liebesbier Urban Art Hotel zu einem weltweit einzigartigen Kunstwerk gemacht hat. Sie liebt Bier und schnell entstand die Idee, dass sie genau die Richtige für unser nächstes Artbeer-Projekt ist und wir haben zusammen einen Bierstil ausgesucht, den sie selbst sehr gerne mag: es sollte ein Juicy IPA werden.

Stark und kantig wie das IPA sollte auch das Etikett werden und deshalb hat ELLE ihre Collage extra zackig und dynamisch dargestellt. Die fünf verwendeten Hopfensorten finden sich auf dem Etikett ebenso wieder, wie der cremige-Touch, der durch die soften Lippen dargestellt wurde. Soweit die Theorie. Mache ich jetzt die Flasche auf und schenke mir das Bier ein.

Goldgelb und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein, bleibt dafür aber lange erhalten.

Das Aroma eines ganzen Obstkorbes steigt mir in die Nase. Ich rieche Düfte nach Grapefruit, Orange, Mango und anderen Südfrüchten, und die Hefe vervollständigt das Bouquet zu einem Duft, der an Biskuitteig erinnert. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist wie erwartet süß und die feinperlige Kohlensäure sorgt von Anfang an für ein angenehmes Mundgefühl. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Besonders Orange und Grapefruit stehen im Mittelpunkt, abgerundet durch einen Hauch Vanille. Dazu kommt das stiltypische kräftige Bitter. Das Mundgefühl ist weich und fast samtig. Im Abgang wird das Bier etwas trockener und meine Kehle wird durch ein fruchtiges Bitter mit langem Nachklang verwöhnt.

Die Brauerei hat schon Recht, wenn sie schreibt: „Das Artbeer #4 von und mit Künstlerin ELLE ist definitiv ein Kunstwerk!“

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hafermalz, Hopfen (Idaho 7, Callista, Citra, Mosaic, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

7.4% Vol.

Stammwürze:

15,5° Plato

Bittereinheiten:

42 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Hausbrauerei zur Sonne – Urtyp Hell

Nur etwa fünf Kilometer von Bamberg entfernt liegt Bischberg. Dort ist die Hausbrauerei zur Sonne beheimatet, von der das Helle stammt, das jetzt vor mir steht. Auch wenn ich kein ausgesprochener Fan dieses Biertyps bin, erwarte ich von einer kleinen fränkischen Brauerei auf jeden Fall doch ein Bier, das aus der Masse der langweiligen Hellen hervorsticht. Mal sehen, ob es diesem Bier gelingt.

Zumindest bei der Farbe des Bieres macht die Hausbrauerei zur Sonne ihrem Namen alle Ehre. Sonnengelb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine ordentliche feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Bei der Optik erfüllt das Bier meine Erwartungen.

Düfte nach Brotkrume und Stroh, dazu gut dosierte würzige Noten und ein minimales Zitrus steigen mir in die Nase. Das macht schon mal Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine verhaltene Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge vergnügt sich karamellisiertes Getreide mit den würzigen Noten. Die Aromen sind gut aufeinander abgestimmt. Auch wenn das Mundgefühl eher schlank ist, ist das Bier sehr süffig und es hat Charakter. Erst im Abgang macht sich auch ein leichtes Bitter bemerkbar, das überraschend lange nachklingt.

Na, wer sagt es denn – auch ein Helles kann überraschen und muss nicht langweilig sein.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Brauerei & Gasthof „Zur Sonne“
Regnitzstraße 2
96120 Bischberg
www.sonnenbier.de

BroBier – Vokuhila Summer Ale

Aus der Leidenschaft zum Trinken guter Biere entstand diese ganz besondere kleine Brauerei. BroBier ist eine sogenannte Gypsybrauerei. BroBier, das sind die Freunde Andreas Eckschmidt und Johannes Lurz, die sich dieses Geschäftsmodell zu Nutzen gemacht haben um ihre Heimbrauerei vom Hobby zum professionellen Unternehmen zu pushen.

Vom Glühweinkocher zum Braukessel

Wer gerne Bier trinkt, der sollte sich auch damit auskennen. So oder so ähnlich lautete der Grundgedanke der Brauer und Gründer von BroBier. Mittels zahlloser Bücher arbeiteten sich Andreas und Johannes so lange in die Thematik ein, bis sie soweit waren ihren allerersten Brauversuch zu starten. In einem Glühweinkocher setzten sie ihren ersten Sud an und wurden mit einem soliden Amber belohnt. Auf Basis dieser guten Erfahrung wurde von nun an experimentiert, probiert und verbessert. Die Jungs wollten keinesfalls einfach etwas nachbrauen, sie wollten von Anfang an ihr eigenes Ding machen und ihr Bier nach neuen Rezepten brauen. Aus diesem Ehrgeiz erwuchs ein dicker Ordner mit eigenen Rezepturen und die Nachfrage im Freundes- und Bekanntenkreis, der sie schon bald nicht mehr gerecht wurden. 2017 wichen die Brauer von BroBier deshalb erstmals auf eine professionelle Brauerei aus und brauten fortan dort ihr zunehmend beliebter werdendes Bier, so auch das Vokuhila, das jetzt vor mir steht.

Bernsteinfarben und opalisierend strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine voluminöse feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier ist wie erwartet sehr fruchtig. Düfte nach Grapefruit, Ananas und Waldhonig steigen mir in die Nase, abgerundet durch den Duft frisch gebackenen Brotes.

Der Antrunk ist recht süß und dazu passen carbonisiert. Vom ersten Moment an macht das Bier einen absolut vollmundigen Eindruck. Auf der Zunge gesellt sich zur an Karamell erinnernden Malzsüße ein passendes Bitter und zusammen mit den Aromen, die ich bereits in der Nase wahrgenommen habe, ist das Bier sehr fruchtig. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bitter kommt stärker zur Geltung, so dass es lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

32 IBU

Brauerei:

BroBier UG (haftungsbeschränkt)
Im Grund 7
96182 Reckendorf
www.brobier-brewing.com

 

Markus Stüttgen aus Dormagen gewinnt den fünften Hobbybrauerwettbewerbs von Maisel & Friends und BrauBeviale

Den fünften Hobbybrauerwettbewerb von Maisel & Friends und der BrauBeviale gewinnt Markus Stüttgen. Sein „Flaming Amber“ stach aus insgesamt 106 eingereichten Amber/Red Ales heraus und damit geht der Hobbybrauerpokal ins nordrhein-westfälische Dormagen. Auf den Erstplatzierten wartet ein Brautag bei Maisel & Friends in Bayreuth, an dem er seine Kreation auf dem professionellen Sudwerk nachbrauen darf. Das Gewinnerbier wird ab November erhältlich sein.

Wie schon 2021, konnte auch der Hobbybrauerwettbewerb 2022 aufgrund der Corona-Pandemie nicht im Rahmen des Hobby- und Heimbrauerevents „HOME BREW Bayreuth“ stattfinden. Trotzdem traf sich die Expertenjury am Freitag, 4. Februar bei Maisel & Friends in Bayreuth, um die 106 eingereichten Biere professionell zu bewerten und daraus die Gewinner zu ermitteln. Hobby-, Heim- und Garagenbrauer aus dem gesamten Bundesgebiet haben ihre Amber und Red Ales im American-Style eingereicht und diese wurden von der zwölf-köpfigen Jury – bestehend aus Braumeistern, Brauern, Biersommeliers, Hobbybrauern und Fachpresse – nach Optik, Geruch, Geschmack, Bittere, Rezenz und persönlichem Eindruck verkostet und bewertet. Die besten zehn Biere kamen in eine Finalrunde und wurden von allen Jurymitgliedern nochmals beurteilt. Am Ende der Verkostung war sich die Jury sehr schnell einig, welche Biere auf das Treppchen gehören.

Klassisches Amber Ale gewinnt

Die Siegerehrung fand am Samstag, 5. Februar live auf dem YouTube und Facebook-Channel von Maisel & Friends statt. Brauereichef Jeff Maisel, Braumeister Markus Briemle und Biersommelier Michael König führten durch das Programm und schalteten den Mitveranstalter BrauBeviale, die Sponsoren Barth Haas, Braupartner und „Hopfen & mehr“ sowie die zehn Erstplatzierten zu. Der dritte Platz ging an Florian Erdel von Chaos Homebrewing und Rang zwei erreichte Johst Dallmann von Hobbybrauer Nordheide. Beide Biere sind moderne Amber/Red Ales, die mit Hopfen gestopft wurden. Das Gewinnerbier ist ein klassisches und sehr süffiges Amber Ale mit schönem Malzcharakter und dezenten Aromen nach roten Beeren, Honig und Karamell. Kreiert hat es Markus Stüttgen von der Hausbrauerei Bestes! in seinem Keller. Dort braut der 35-Jährige seit Beginn der Pandemie manchmal alleine und manchmal zusammen mit seinen Freunden, die bei der Preisverleihung mit ihm um die Wette jubelten. Als ehemals selbstständiger Gastronom hat Markus eine große Affinität zu Lebensmitteln und trug schon lange die Idee mit sich herum, einmal sein eigenes Bier zu brauen. Niemals hätte er damit gerechnet, beim Hobbybrauerwettbewerb direkt den ersten Platz zu erreichen. Sein „Flaming Amber“ hat er mit 5,8 % Vol. Alkohol, 38 Bittereinheiten und 14° Plato Stammwürze angegeben und hat es mit den Hopfensorten Mittelfrüh, Magnum, Hallertauer Blanc, Pacific Gem, Motueka und Zamba gebraut.

Im September wird Markus Stüttgen nach Bayreuth kommen, um gemeinsam mit dem Team von Maisel & Friends sein Bier im 25 Hektoliter-Sudhaus nachzubrauen und bei der Etikettengestaltung mitzuwirken. Als Gewinn bekommt er eine Palette seines Gewinnerbieres nach Hause geliefert und darf seine Kreation im Herbst auf myBeviale.com der interessierten Getränke-Community präsentieren. Das streng limitierte Bier wird dann über den Onlineshop von Maisel & Friends käuflich zu erwerben sein.

Maisel & Friends – Slyrs Bock 2021

Holzfassgereifte Biere haben vielschichtige Aromen und einen außergewöhnlichen Geschmack. Wie edle Weine sollen sie nicht vorrangig den Durst löschen, sondern den Genießer in neue, komplexe Geschmacksdimensionen entführen. Für den Großteil der deutschen Bierliebhaber sind fassgereifte Bierspezialitäten ein vollkommen neues Genusserlebnis, aber das Interesse an der noch kleinen Kategorie wächst stetig.

Bereits 2015 hat die Brauerei Maisel & Friends sich ein Fasslager eingerichtet, das sich inmitten ihres Restaurants Liebesbier befindet. Seitdem experimentieren die Brau- und Kellermeister mit verschiedenen Kombinationen aus höherprozentigen Bieren und Holzfässern. Verwendet werden zum Teil frische getoastete Eichenholzfässer, zum Teil aber auch Fässer, die zuvor mit schweren Rotweinen, andalusischem Sherry, feinen Whiskys, süßen Likören und anderen Spirituosen belegt waren. Während der mehrmonatigen Ruhezeit nimmt das Bier die Aromen des Fasses an und es entstehen ganz spannende neue Geruchs- und Geschmackserlebnisse. Abgefüllt werden die Barrel Aged Bierspezialitäten in 0,75 Liter-Flaschen, so dass die Spezialitäten zu einem besonderen Anlass oder Genussmoment zelebriert werden können. Jetzt steht vor mir der Slyrs Bock der Bayreuther.

Rotbraun und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist nur klein und sie bleibt durchschnittlich lange erhalten. Mehr ist bei knapp zehn Volumenprozent Alkohol aber auch nicht zu erwarten.

Florale Noten stehen im Aroma im Vordergrund. Aber erst beim zweiten Riechen erschließt sich mir die Komplexität der Aromen. Der Duft nach Brotkrume mischt sich mit Düften nach Karamell und Kandis, dazu leichte rauchige und erdige Noten. Auch der Duft des Alkohols steigt mir in die Nase, allerdings drängt er sich nicht in den Vordergrund, sondern er unterstützt die anderen Aromen. Wow, das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist stiltypisch süß und die feinperlige Kohlensäure umschmeichelt meinen Gaumen. Auch auf der Zunge übernehmen wie in der Nase die floralen Noten die Führung, aber auch die anderen Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Jetzt kommt auch deutlich zum Ausdruck, dass das Bier im Whiskeyfass gereift wurde. Außerdem stelle ich jetzt auch den Geschmack von Mandeln fest. Bitter ist stiltypisch nur wenig vorhanden. Der Alkohol wärmt. Trotzdem ist das Mundgefühl samtig und weich. Im Abgang wird das Bier etwas trockener und die floralen Noten klingen lange nach.

Damit ist der Slyrs Bock 2021 ein Bier, das mich begeistern kann. Eine Warnung muss ich allerdings doch loswerden: obwohl ich vor dem Verkosten dieses Bieres eigentlich recht gut zu Abend gegessen habe, hat es doch meinen Appetit angeregt und bei mir die Lust auf etwas Süßes geweckt. Eine Tüte getrocknete Ananas passte gut zu diesem Bier und sie war auch fast gleichzeitig mit dem Bier leer. Also – dieses Bier ist nichts für eine Diät.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,7 % Vol.

Brauerei:

Maisel & Friends
Brauerei Gebr. Maisel GmbH & Co. KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Brehon – Irish Ember

Das war ja gestern eine Überraschung, als ich im Kühlschrank tatsächlich noch eine Flasche Weihnachtsbier gefunden habe. Es handelt sich um ein Porter mit 7,7 Volumenprozent Alkohol, das als Collaboration Brew von St. Erhard aus Bamberg und dem Brehon Brewhouse aus dem irischen Carrickmacross entstanden ist. Und auch wenn die Brauer auf dem Etikett von „feinen Gewürznoten“ schwärmen, wurden beim Brauen dieses Bieres keine Gewürze oder Kräuter verwendet, sondern ausschließlich Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine sehr kleine mittelbraune Schaumkrone, die aber sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, nach Lakritz und Brotkruste.

Der Antrunk ist weniger süß als erwartet und ich stelle fest, dass die sehr feinperlige Kohlensäure wirklich knapp bemessen ist. Aber irgendwie passt die Kohlensäure doch zum Rest des Bieres. Die Aromen, die ich bereits in der Nase festgestellt habe, spiegeln sich auf der Zunge. Überraschend ist, dass sie auf der Zunge auch in der gleichen Intensität wie in der Nase auftreten. Dazu kommt ein leichtes Bitter, das sich aber im Hintergrund hält. Der Alkohol ist gut eingearbeitet, so dass er nicht hervorsticht, sondern die anderen Aromen unterstützt. Das Mundgefühl ich voll und weich. Den Abgang teilen sich der Geschmack nach Lakritz sowie ein leichtes Bitter. Beide Aromen klingen lange nach.

Das Irish Ember ist ein Dessertbier, das sich gut zu einem Vanille- oder Karamellpuddig passt, aber auch ein Tiramisu wird sich gut mit diesem Bier verstehen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Brauerei:

Brehon Brewhouse Ltd.
Dunelty
Iniskeen
Carickmacross
Co Monaghan
Irland
www.brehonbrewhouse.ie

in Zusammenarbeit mit

St. ERHARD GmbH
Hafenstraße 13
96052 Bamberg
http://www.st-erhard.com/

Nothelfer Bio-Weisse

Das Vierzehnheiliger Bier wird bereits seit 1803 oberhalb der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen gebraut – ein „Nothelfer“ im wahrsten Sinne des Wortes. Denn wenn die Pilger oberhalb der Kirche aus dem Wald kommen, begeben sich nur die wenigsten sofort in die Kirche, sondern stärken sich zuvor lieber bei einem Seidla und einer hausgemachten Brotzeit. Seit die Familie Trunk 1989 als Brauerei übernahm und entsprechend modernisierte, fließen aus den Zapfhähnen nicht nur das weit bekannte Nothelfer Dunkle, sondern vom Bioweizen bis zu saisonalen Spezialitäten vielfältige unter- und obergärige Biere.

Sonnengelb und kräftig hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine leicht überdurchschnittlich voluminöse feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. So muss ein Hefeweizen aussehen.

Das Bier duftet intensiv nach Banane und Birne, dazu das Aroma der Hefe, die an Biskuitteig erinnert.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße aus. Die Kohlensäure ist eher knapp vertreten, dafür aber feinperlig und sanft. Auf der Zunge ist das Bier fruchtig nach Banane. Das Mundgefühl ist weich und samtig. Der Abgang ist durch ein mildes Bitter geprägt, das stärker ist als bei den meisten anderen Weizenbieren, aber durchaus noch stiltypisch. Der Geschmack klingt recht lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Brauerei:

Brauerei Trunk
Vierzehnheiligen 3
96231 Bad Staffelstein,
www.brauerei-trunk.de

Maisel & Friends – Stefan’s Indian Ale

Die Brauerei Maisel wurde 1887 in Bayreuth von Hans und Eberhart Maisel gegründet. Später übernahmen deren Söhne das Unternehmen, dann deren Enkel und heute wird diese Brauerei in der vierten Generation von den Brüdern Maisel geleitet und das recht erfolgreich. Mit ihrem Weißbier eroberten sie nicht nur Deutschland sondern machten das Weißbier auch international bekannt. Heute wird die Brauerei von Jeff Maisel geleitet, einer seiner Freunde ist Stefan Sattran.

Stefan Sattran ist ein Genussmensch durch und durch, eigentlich gehört seine Liebe dem Wein, er ist Sommelier und betreibt mit zwei Freunden mit großem Erfolg einen kleinen Weinberg bei Würzburg. Mit Jeff Maisel ist er bereits seit seiner Kindheit befreundet. Natürlich durfte der Weinliebhaber Stefan Sattran auch ein Bier interpretieren. Dieses Bier heißt Stefan`s Indian Ale, das die Brauerei als ein India Pale Ale mit einer angenehmen Hopfenbittere und einem fruchtig frischen Geschmacksprofil beschreibt.

Das Bier leuchtet mir in hellem Bernstein entgegen mit einer durchschnittlich großen sahnigen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist fruchtig nach Grapefruit, Mandarine und Honig, wobei die süßen Noten des Malzes eher aus dem Hintergrund kommen und die Fruchtigkeit lediglich untersteichen.

Der Antrunk ist süßer als ich es aufgrund des Aromas erwartet habe und er belohnt mich mit einer reichlich dosierten Kohlensäure. Im Mittelpunkt steht aber auch hier wie im Aroma die Fruchtigkeit. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider und ein freundliches Bitter kommt dazu, das für ein IPA ungewöhnlich zurückhaltend ist. Das Mundgefühl ist weich und voll. Erst im Abgang wird das Bier trockener, ein Hauch Karamell taucht auf und das Bitter verstärkt sich. Der Geschmack klingt lange nach.

Stefan’s India Ale ist ein mildes IPA, das sich gut trinken lässt und das auch Konsumenten begeistern kann, denen IPAs ansonsten zu bitter sind.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,3% Vol.

Stammwürze:

17,3° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Maisel & Friends
Brauerei Gebr. Maisel GmbH & Co. KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com