Schlagwort-Archiv: Flandern

Verzet – Oud Bruin

Oud Bruin ist ein typischer Bierstil für Flandern, die Region, in der er gebraut wird. Eine Mischung aus gereiftem Braunbier, das bereits seit sechs Monaten in Eichenfässern gelagert wurde, und etwas jungem Braunbier. Jedes Fass wird separat probiert und nach Belieben gemischt, um die perfekte Kombination zu erhalten. Der Geschmack ist jedes Jahr etwas anders, obwohl die Hauptmerkmale immer gleichbleiben: Das Aroma wird von grünem Apfel, roten Früchten und Eiche dominiert.

Kupferfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittliche hellbraune Schaumkrone, die sich schnell auflöst. Aber gut, das ist ja bei Sauerbieren stiltypisch.

Das Aroma ist fruchtig-säuerlich nach Kirschen, Mango und Zitrusfrüchten.

Der Antrunk ist trocken und spritzig. Auf der Zunge entsteht der Geschmack nach Kirschen und Äpfeln, unterstützt durch eine Holznote. Dabei bleibt der Eindruck aber frisch. Auch im Abgang bleibt die Fruchtigkeit bestehen und der Geschmack klingt einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij ‚t Verzet
Grote Leiestraat 117
8570 Anzegem
Belgien
www. http://brouwerijtverzet.be/

Piraat Triple Hop

Belgien hat viele hochprozentige Biere anzubieten. Der Grund dafür war ein Gesetz, das Bars und Restaurant verbot, Spirituosen auszuschenken. Deshalb entwickelten die Brauer eine große Vielfalt stärkerer Biere. Das Gesetz ist schon lange nicht mehr gültig, die Biervielfalt blieb uns aber erhalten und wächst ständig. Dazu gehört auch das Piraat Triple aus der Brouwerij Van Steenberge aus Flandern mit 10,5% Alkohol. Neben Gulden Draak zählt Piraat mit zu den Topbieren der Brouwerij Van Steenberge, die weltweit einen sehr guten Ruf hat. Jetzt will ich mal testen, ob dieser Ruf zu Recht besteht. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass ich ein gutes Bier vor mir stehen habe, denn es hat bereits einige Awards gewonnen: 2015 die Goldmedaille beim World Beer Cup, 2015 gab es Silber beim European Beer Star (Belgian-Style Tripel) und 2017 gewann das Bier Gold bei der New York International Beer Competition. Basis des Piraat Triple Hop ist das Piraat Ale, von dem der Malzkörper stammt und fügt während des Brauens drei Hopfengaben aus vier verschiedenen Hopfen hinzu.

Hell goldfarben zeigt sich das Piraat im Glas und obwohl die sehr voluminöse Schaumkrone grobporig ist bleibt sie lange erhalten.

Die Fruchtigkeit ist das hervorstechende Aroma dieses Biers. Düfte nach Grapefruit, Ananas und Birne steigen mir in die Nase, aber auch der Malzkörper kommt zu seinem Recht. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist fisch und spritzig, dabei überraschend süß. Die Leichtigkeit dieses Biers verliert sich aber auf der Zunge schnell und ich schmecke die Schwere der gut zehn Volumenprozent Alkohol. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider und mich verwundert das geringe Bitter. Ich hätte bei den reichlichen Hopfengaben mehr Bitterstoffe erwartet. So habe ich hier ein vollmundiges und süffiges Bier vor mir, bei dem der Alkohol gut eingearbeitet ist und sich in die Vielfalt der Aromen gut einpasst. Im Abgang lässt die Süße nach und macht einem milden Bitter mit langem Nachklang Platz. Das Piraat Triple Hop ist ein unvergessliches Bier, das ich sicher wieder kaufen werde, wenn ich es in einem Regal sehe.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Münchner Malz, Pale Ale, Pilsner, Spezialmalze), Hopfen (Saazer, Tetra, Aurora, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

10,5 % Vol.

Stammwürze:

23° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Bios Van Steenberge
Lindenlaan 25
9940 Evergem
Belgien
www.vansteenberge.com

Liefmans Kriek Brut

Die Grundlage für Liefmans Kriek Brut wurde bereits in den Jahren 1900 bis 1930 gelegt, als die Bauern aus der Umgebung bei Liefmans anfingen, nach einem Fass Bier zu fragen, mit dem sie ihren Überfluss an Krieken ( also Kirschen) verarbeiten konnten.

Aber Pierre Van Geluwe-De Berlaere machte es andersherum. Er kaufte die Kirschen und gab sie dem Bier, das in den Tanks reifte, direkt hinzu.

Ein Liefmans Kriek wird nur einmal im Jahr gebraut, wobei ausschließlich belgische Früchte verwendet werden, und – als Krönung des Ganzen – reift das Bier 18 Monate, bevor es die Brauerei verlässt.

Dunkel rubinrot fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittliche elfenbeinfarbene und feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist sehr fruchtig, süß und intensiv nach Kirsche. Dabei ist auch der Alkohol deutlich wahrnehmbar. Insgesamt erinnert der Duft eher an einen Likör als an ein Bier.

Der Antrunk überrascht durch die extrem reichlich dosierte Kohlensäure. Dabei ist das Bier recht süß, auch wenn das Etikett als als „brut“ kennzeichnet. Auf der Zunge nimmt die Süße noch zu. Dabei ist das Bier extrem fruchtig, fast wie ein guter Kirschwein. Auch eine diskrete Mandelnote ist feststellbar, die eine leichte Bitterkeit mit sich bringt. Die Vollmundigkeit ist kaum zu übertreffen. Im Abgang wird das Bitter etwas stärker, auch wenn weiterhin die Fruchtigkeit dominiert. Leider ist der Abgang recht kurz.

Zutaten:

Wasser, helles und dunkles Gerstenmalz, Hopfen (Herkules), 6 % Kirschen

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Brauerei:

Brouwerij Liefmans
Aalststraat 200
9700 Oudenaarde
www.liefmans.be

Excuse Me While I Kiss my Stout

Hedonis Craft Bier wurde im Jahr 2015 aus Leidenschaft zum guten Bier gegründet. Hedonis ist von Hedonismus abgeleitet, der philosophischen Lehre, in der das Streben nach Vergnügen das höchste Gut ist. Ziel von Hedonis Craft Bier ist es, den Verbrauchern innovative Biere anzubieten, die mit Respekt für die belgische Biertradition gebraut wurden.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große mittelbraune gemischtporige Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Röstaromen mit einem Hauch Rauch dominieren das Aroma. Auffällig ist, dass das Aroma für ein Stout überraschend trocken ist. Düfte nach Trauben und Vanille runden zusammen mit einem Hauch Zimt das Aroma sehr angenehm ab.

Der Antrunk ist für ein Stout ziemlich trocken, so dass es auch nicht weiter stört, dass das Bier recht wenig Kohlensäure enthält, die aber sehr feinperlig ist. Auf der Zunge ist das Bier mild und nur leicht bitter. Das Mundgefühl ist voll und cremig. Im Abgang wird das Bier noch einmal trockener und das Bitter wird stärker, so dass es durchschnittlich lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Malz (Golden Promise, Röstmalz, Chocolate Malz), Hopfen (East Kent Golding), Hefe, Zimt, Kokosnuss, Vanille

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

150 EBC

Brauerei:

hedonis ambachtsbier BVBA
Boekelbaan 85
9630 Zwalm
Belgien
www.hedonisambachtsbier.com

Préaris Quadrocinno

Das Préaris Quadrocinno ist, wie sein Name bereits aussagt, ein Quadrupel und wird von den Vliegende Paard Brouwers aus dem beschaulichen Oedelem in Flandern gebraut. Erst 2011 aus einer Hobbybrauleidenschaft entstanden hat sich die Brauerei inzwischen sogar bis in den westdeutschen Fachhandel vorgekämpft. Dabei gibt das Sortiment einen bunten Mix aus belgischen und internationalen Bierstilen her. Die Besonderheit des Quadrocinno ist die Zugabe von Espresso-Bohnen aus Costa Rica zum Sud. Irgendetwas müssen die Brauer dabei richtig gemacht haben, denn es hat immerhin für Silber bei der Barcelona Beer Challenge 2016 gereicht.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Die sehr voluminöse Schaumkrone ist fest und hellbraun und sie bleibt sehr lange erhalten.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, Espresso, Toffee und Vanille. Der Alkohol ist auch zu riechen, er passt sich aber gut in die anderen Aromen ein. Das macht wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß, dabei aber auch spritzig. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Die Süße bleibt erhalten, während sich ein passendes Bitter dazugesellt. Das Mundgefühl ist schwer und weich. Im Abgang kommen die Röstaromen in den Vordergrund und mischen sich mit der Süße. Jetzt kommt auch der Alkohol durch und wirkt wärmend.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker, Kaffeebohnen

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Bittereinheiten:

45 IBU

Brauerei:

Vliegende Paard Brouwers
Beverhoutsveldstraat 33
8730 Oedelem
Belgien
www.prearis.be

Gulden Draak – Classic

Ich habe bislang wenige Biere getrunken, die so viele Auszeichnungen erhalten haben wie das Gulden Draak Classic aus der flämischen Brouwerij van Steenberge, das jetzt vor mir steht. Ich habe die Auszeichnungen hier einmal aufgelistet:

  • 2020 – USA Beer Ratings, Historical beer – Silber
  • 2019 – World Beer Awards, Belgium Winner, dark style strong – Bronze
  • 2019 – European Beer Challenge, London – Silber
  • 2019 – London Beer Competition – Silber
  • 2019 – Cathay Pacific Hong Kong International Wine & Spirit competition – Gold
  • 2019 – World Beer Award – Belgium style strong, Belgium – Gold
  • 2019 – World Beer Challenge – Gold
  • 2019 – World Beer Championships – Silber
  • 2018 – International Beer Challenge – Gold
  • 2016 – International beer challenge – Gold
  • 2016 – New York International Beer Competition – Silber
  • 2016 – Canada: Alberta Beverage Awards – Judges‘ selection
  • 2015 – World beer Awards – Belgium Barley Wine Pale Beer – Bronze
  • 2014 – World Beer Challenge – Strong Ale – Barley Wine – Silber
  • 2014 – world beer awards – Gold
  • 2013 – Brussels Beer Challenge – Gold
  • 2013 – New York International Beer Competition – Bronze
  • 2013 – world Beer Challenge – Strong Ale Barley Wine – Gold
  • 2011 – Copa Cervezas De America – Belgian Strong Ale – Bronze
  • 2004 – Stockholm Beer & Whisky Festival – Silber

Diese beeindruckende Liste beweist, dass ich jetzt eines der besten Biere der Welt vor mir stehen habe. Es handelt sich um ein dunkles Tripel, wobei für die letzte Gärung eine Weinhefe verwendet wurde. Das könnte ein Grund für den besonderen Geschmack sein, den ich bei diesem Bier erwarte. Ein weiterer Grund ist, dass das Bier nicht pasteurisiert wurde. Es ist also ein lebendiges Bier, von dem ich hoffe, dass es durch eine Reifung noch an Qualität gewinnt. Jetzt habe ich aber genug theoretisiert, es ist an der Zeit, das Bier zu öffnen.

Leben ist auf jeden Fall reichlich in diesem Bier, denn als ich den Kronkorken löse sprudelt es gleich aus der Flasche. Das Bier ist rubinrot und der gemischtporige hellbraune Schaum löst sich sehr schnell auf. Die Farbe ist sehr ansprechend, aber den Schaum hätte ich mir durchaus etwas länger gewünscht.

Das Aroma ist sehr komplex. Ich rieche Rübensirup, Pumpernickel, Karamell, aber auch fruchtige Düfte nach Kirschen und Pflaumen. Und obwohl das Bier mehr als zehn Volumenprozent Alkohol enthält ist dieser gut in das Aroma eingearbeitet, so dass er nicht wie bei anderen Bieren störend hervorsticht. Diese Aromenvielfalt macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Im Antrunk steht das Malz im Mittelpunkt, das kräftige Noten nach Karamell und Toffee mitbringt. Gleichzeitig sorgt die sehr reichlich vorhandene Kohlensäure für eine angenehme Frische. Auf der Zunge kommt ein passendes Bitter dazu, das auch die Fruchtigkeit von Kirschen, roten Beeren und Pflaumen mit sich bringt. Das Mundgefühl ist sehr voll und zusammen mit der Süße und dem wärmenden Geschmack des Alkohols macht das Bier einen fast likörartigen Eindruck. Dabei bleibt das Bier aber überraschend leicht. Der Abgang ist mild, der Alkohol schmeckt stärker durch und sorgt für ein angenehmes Brennen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe, Karamell

Alkoholgehalt:

23° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

12° -14° Celsius

Brauerei:

Brouwerij van Steenberge
Lindenlaan 25
9940 Ertvelde
Belgien
www.guldendraak.be

Verzet – Moose Blues

Selten preist eine Brauerei ihr Bier so vollmundig an wie es tVerzet hier mit dem Moose Blues tut: „Wenn du den Blues hast, verlasse dich auf den Elch. Vergiss deine Sorgen dank seines Aromas nach getrockneten Früchten und dunkler Schokolade. Wenn du dann immer noch den Blues fühlst – dabadee, dabadoo – nimm einfach einen großen Schluck von diesem dunklen wohlschmeckenden Bier. Genieße den Geschmack von geräuchertem Malz und Karamell. Die Zugabe von kanadischem Ahornsirup gibt ein komplexeres Gefühl im Mund. Genieße dieses faszinierende Bier langsam, so dass es alle seine Geheimnisse nacheinander verraten kann und du eine andere Art von Blues entdecken kannst.“ Ob dieses Bier dies alles wirklich leisten kann?

Sehr dunkel rubinrot präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige hellbraune Schaumkrone ist nur klein und löst sich schnell auf. Da kann man wirklich den Blues bekommen.

Das Aroma ist süß mit dem Duft nach getrockneten Feigen und anderen Trockenfrüchten. Dazu kommen die Röstnoten von Kaffee, begleitet durch den Duft frischen Brotes.

Auch der Antrunk ist süß und mir fällt die überaus kräftige Kohlensäure auf. Auf der Zunge ist das Bier fruchtig-bitter, unterstützt durch einen leichten Kaffeegeschmack, dabei aber ausnehmend frisch. Die Süße bleibt erhalten. Das Mundgefühl ist voll und weich. Erst im Abgang wird das Bier trockener, die Bitterstoffe kommen in den Vordergrund und klingen lange nach.

Das Moose Blues mit dem Untertitel B Beer King eignet sich hervorragend als Dessert. Lediglich die Schaumbildung könnte die Brauerei noch optimieren.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij tVerzet
Grote Leistraat 117
8570 Anzegem
www.brouwerijtverzet.be

Piraat Red

Das Piraat Red wurde im Jahr 1982 auf Anfrage eines italienischen Importeurs entwickelt und gehört heute zu den weltweiten Erfolgen der ostflämischen Brouwerij Van Steenberge, die es inzwischen zusammen mit ihrem Flaggenschiff Gulden Draak in mehr als 50 Länder exportiert. So hat das Bier auch seinen Weg zu mir gefunden und wartet jetzt auf seine Verkostung.

Rubinrot mit einer voluminösen festen rosa Schaumkrone, die lange erhalten bleibt, strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Selten sieht ein Fruchtbier so einladend aus.

Das Aroma ist fruchtig süß. Der Duft von Kirschen und Marzipan steigt mir in die Nase und ich meine. Aus dem Hintergrund einen Hauch nach Johannisbeeren wahrzunehmen.

Der Antrunk ist wie erwartet recht süß, dabei aber spritzig. Auch als sich auf der Zunge der Geschmack der Sauerkirschen ausbreitet bleibt die Süße vorhanden. Während bei anderen Bieren der Fruchtgeschmack manchmal künstlich erscheint ist er hier wirklich natürlich. Dabei ist der Alkohol gut in den Geschmack eingearbeitet, so dass er zwar wärmt, aber nicht hervorsticht. Das Mundgefühl ist weich und schwer. Der Abgang ist mild und er bringt den Geschmack des Marzipans in den Vordergrund, der aber nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Pilsner, Münchner Malz, Spezialmalze), Hopfen (Saazer, Hallertauer, Aurora, Petra), Hefe

Alkoholgehalt:

10,5 % Vol.

Stammwürze:

23° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 11° Celsius

Bittereinheiten:

30 IBU

Auszeichnungen:

2015 Gold World Beer Cup, 2015 Silber European Beer Star (Belgian-Style Tripel), 2017 Gold New York International Beer Competition

Brauerei:

Brouwerij Van Steenberge
Lindenlaan 25
9940 Ertvelde
Belgien
www.vansteenberge.com

Verhaeghe – Barbe Noire

Das Barbe Noire, das jetzt vor mir steht, stammt aus der Brouwerij Verhaeghe im flämischen Vichte. Der Name des Bieres geht aber auf die alte Brauerei „Barbe d’Or in Lüttich zurück, die im Zentrum vom Lüttich beheimatet war und der Familie de Romsée gehörte. Deren Wappen ist heute Teil des Logos der Barbe-Biere.

Blickdicht schwarz steht das Bier im Glas. Die überdurchschnittlich große feste Schaumkrone ist mittelbraun und bleibt sehr lange erhalten. So soll ein Stout aussehen.

Düfte nach dunkler Schokolade und Mokka steigen mir in die Nase, abgerundet mit Aromen nach Vanille und Pumpernickel.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe und das Bier macht einen überraschend leichten Eindruck. Auf der Zunge kommt zur Süße noch ein passendes Bitter, begleitet durch den Geschmack der Röststoffe. Das Bier ist vollmundig und der Alkohol ist sehr gut eingearbeitet. Im Abgang wird das Bier trockener, der Geschmack nach Espresso kommt in den Vordergrund und er klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Stammwürze:

20° Plato

Brauerei:

Brouwerij Verhaeghe Vichte
Sint-Dierikserf 1
8570 Vichte
Belgien
www.brouwerijverhaeghe.be

Kasteel – Cuvée du Chateau

Die Geschichte der Brouwerij Kasteel beginnt 1865 mit Amandus Van Honsebrouck. Er besaß nicht nur diese Brauerei, sondern auch noch einen Bauernhof, eine Molkerei und Brennerei und war auch noch der Bürgermeister des Ortes Werken. Nach dem Tod Amandus übernimmt sein Sohn Emile die Brauerei, da seine Frau Louise mit der Schwiegermutter nicht so richtig warm wurde, deshalb eröffneten sie ihre Brauerei auf einen kleinen Bauernhof in Ingelmunster, dem Geburtsort von Louise im Jahre 1900. Die Brauerei entwickelte sich prächtig, es wurden Spezialbiere gebraut, die Brauerei vergrößert, das Schloss und der Park in Ingelmunster gekauft. Im Jahre 2010 wurde das Castel Cuveè entwickelt, ein Bier, das mit Noten von Portwein hergestellt wird und nach einen 10 Jahre lang gelagerten Kasteel schmecken soll, das Cuvée du Chateau. Die Brauerei legt also die Latte sehr hoch und ich will jetzt mal prüfen, ob das Bier diesen Ansprüchen auch genügen kann.

Tiefrubinrot präsentiert sich das Bier im Glas, fast blickdicht schwarz. Die mittelbraune Schaumkrone ist durchschnittlich groß und feinporig. Sie bleibt lange erhalten.

Das Aroma des Bieres ist sehr komplex. Düfte nach dunkler Schokolade, Kaffee und nach Trockenfeigen steigen mir in die Nase. Diese Aromen vereinen sich mit dem Geruch des Alkohols zu einem Eindruck, der an Portwein erinnert. Zusammen mit der Malzsüße macht das alles richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk weist eine angenehme Süße auf, die zusammen mit der extrem feinperligen Kohlensäure ein sehr edles Gesamtbild ergibt. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt die Fruchtigkeit in den Vordergrund. Ich schmecke die Feigen, die ich bereits in der Nase festgestellt hatte. Der Geschmack nach Schokolade kommt dazu, abgerundet durch einen Hauch Lakritz. Das Mundgefühl ist samtig und schwer. Im Abgang wird das Bier trockener und die Süße wird teilweise durch ein freundliches Bitter ersetzt. Der Alkohol, der auf der Zunge noch recht zurückhaltend war, sorgt jetzt für ein wärmendes Gefühl. Der Geschmack klingt noch lange nach.

Das Cuvée du Chateau ist ein sehr schönes Weihnachtsbier, das prima zu Lebkuchen oder Pfeffernüssen passt. Aber auch Wildgerichte passen gut zu diesem Bier.

Zutaten:

Gerstenmalz, Hopfen, Zucker, Hefe, Wasser

Alkoholgehalt:

11,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

12° Celsius

Brauerei:

Kasteel Brouwerij Vanhonsebrouck
Brouwerijstraat 1
8870 Izegem
Belgien
www.vanhonsebrouck.be