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Brasserie Bocq – Tete de Mort X-MAS

Tête de Mort – X-MAS braut die Brasserie du Bocq in Purnode aus Namur in der Wallonie als ein klassisches belgisches Winter-/Weihnachtsbier. Es handelt sich um ein kräftiges, obergäriges Bier mit 8,1 % Alkohol, das speziell für die kalte Jahreszeit und festliche Anlässe gebraut wird und jetzt für eine Verkostung vor mir steht.

Das X-MAS präsentiert sich dunkelbraun und gefiltert im Glas mit einer feinporigen, weißen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt – ein typisches Erscheinungsbild für saisonale Winterbiere.

In der Nase öffnen sich reichhaltige Aromen, in denen süße Malznoten auf Gewürznuancen wie Koriander und Süßholz (Lakritz) treffen; dazu gesellen sich Noten von dunklem Karamell.

Der Antrunk ist stiltypisch süß mit einer feinperligen aber kräftigen Kohlensäure. Vom ersten Moment an erinnert die Süße an Melasse. Auf der Zunge gesellt sich zur Süße das Aroma von Trockenfrüchten, das an getrocknete Pflaumen erinnert. Das Mundgefühl ist samtig und voll. In der Kehle ist das Bier sehr mild.

Das Bier macht seinem Stil – einem Weihnachtsbier – alle Ehre. Es passt hervorragend zu winterlichen und herzhaften Speisen wie geschmortem Fleisch, Wildgerichten oder kräftigen Käseplatten – ideal für gemütliche Abende im Kreise von Familie und Freunden in der festlichen Jahreszeit.

Alkoholgehalt:

8,1 % Vol.

Farbe:

30 EBC

Brauerei:

Brasserie Bocq
Rue de la Brasserie
4530 Purnode
Belgien
www.bocq.be

Cardeña – Cardeña Dubbel

Die Abtei San Pedro de Cardeña liegt rund zehn Kilometer südöstlich von Burgos und zählt zu den geschichtsträchtigsten Klosteranlagen Spaniens. Mehrere Quellen datieren ihre Gründung auf das Jahr 534. Sollte diese Annahme zutreffen, wäre San Pedro de Cardeña das älteste Benediktinerkloster des Landes. Schon allein diese Zahl macht deutlich, dass hier nicht nur religiöse, sondern auch kulturelle Geschichte von außergewöhnlicher Tiefe verwurzelt ist.

Die Jahrhunderte gingen jedoch nicht spurlos an dem Kloster vorbei. Besonders tragisch ist der 6. August 1603, an dem rund 200 Mönche bei einem Überfall ermordet wurden. Ihnen zu Ehren wurde noch im selben Jahr ein Altar für die heiligen Märtyrer errichtet. Bis heute wird dieses Ereignisses jährlich gedacht – ein stilles Mahnmal für die Gewalt, die selbst abgeschiedene Orte des Glaubens erreichen kann. Im 19. Jahrhundert traf die Abtei ein weiterer schwerer Einschnitt. 1836 wurde sie im Zuge der Säkularisation aufgegeben und stand über ein Jahrhundert leer. Während des Spanischen Bürgerkriegs erlebte das Kloster ein besonders dunkles Kapitel: Von 1936 bis 1939 wurde die Anlage als Konzentrationslager missbraucht. Erst nach dem Krieg begann langsam ein neuer Abschnitt.

1942 kehrte das monastische Leben zurück. Zisterziensermönche aus Dueñas bezogen das verfallene Kloster und begannen mit der Restaurierung der Gebäude. 1948 wurde San Pedro de Cardeña offiziell zur Abtei erhoben. Seit 2014 gehören die Mönche zudem der Internationalen Trappistenvereinigung an und sind damit Teil jener Gemeinschaft, die weltweit für eine besondere Verbindung aus Handwerk, Spiritualität und Selbstversorgung steht.

Innerhalb der Klostermauern entstehen bis heute verschiedene Produkte: Bier, Wein, Likör und Käse gehören ebenso dazu wie handgefertigte Keramik aus der klostereigenen Töpferwerkstatt. 2014 erschien mit dem Cardeña Tripel das erste spanische Trappistenbier auf dem Markt. Gebraut wird es allerdings nicht im Kloster selbst, sondern bei der Madrider Brauerei Fábrica de Cervezas MarPal. Aus diesem Grund trägt es auch nicht das ATP-Logo der Trappistenbiere. Langfristig ist jedoch geplant, die Bierproduktion direkt in die Abtei zu holen.

Neben dem Tripel gibt es mit dem Cardeña Dubbel ein weiteres Bier nach klassisch belgischem Vorbild. Es handelt sich um ein obergäriges, dunkles Starkbier, das mit Flaschengärung abgefüllt wird. Damit folgt es stilistisch der traditionellen Klosterbierlinie und verbindet historische Braukultur mit der besonderen Geschichte eines Ortes, der über anderthalb Jahrtausende spanischer Vergangenheit in sich trägt. Dieses Dubbel steht jetzt vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Blickdicht schwarz steht das Bier im Glas. Gegen das Licht schimmern rötliche Reflexe durch. Der beigefarbene Schaum baut sich feinporig auf, bleibt stabil und hinterlässt beim Trinken zarte Schlieren am Glas.

In der Nase präsentiert sich das Dubbel vielschichtig, ohne laut zu sein. Noten von dunklem Karamell, Rosinen und getrockneten Pflaumen stehen im Vordergrund. Dazu gesellen sich Anklänge von Karamell, etwas Brotkruste und eine dezente Würze, die an Nelke und einen Hauch Lakritz erinnert. Alkohol ist wahrnehmbar, aber gut eingebunden und eher wärmend als dominant.

Der Antrunk ist weich und vermittelt den Eindruck eines süßen Espresso. Dabei sorgt die sehr feinperlige Kohlensäure für eine angenehme Frische. Schnell entfalten sich Aromen von Karamell, dunklem Toffee und reifer Banane. Auf der Zunge kommen Trockenfrüchte hinzu, begleitet von einer milden, brotigen Malzbasis. Die Bittere hält sich bewusst im Hintergrund und sorgt lediglich für Balance, ohne den malzigen Charakter zu stören. Die Süße bleibt präsent, geht aber nie ins Klebrige über. Eine leichte Würzigkeit der Hefe sorgt für Tiefe und erinnert daran, dass es sich um ein obergäriges Starkbier nach belgischem Vorbild handelt. Der Alkohol trägt die Aromen, ohne hervorzustechen, und verleiht dem Bier eine angenehme Wärme. Der Abgang ist recht mild, aber die Bittere und das Espressoaroma klingen sehr lange nach.

Das Cardeña Dubbel ist kein Bier für Eile. Er passt gut zu ruhigen Abenden, zu kräftigen Käsesorten und Schmorgerichten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Lugar San Pedro Cardeña
Castrillo del Val, 09193
Spanien
www.monasteriosanpedrodecardena.com

Leffe – 0.0 Bruin

Leffe ist schon lange keine kleine Brauerei mehr, sondern eine international bekannte Marke mit Wurzeln im mittelalterlichen Klosterbrauen. Wer ein ausgewogenes belgisches Abteibier sucht – mit soliden Malz- und Hefenoten, ohne extremen Hopfenfokus – ist hier gut aufgehoben. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf kleinere Abteibrauereien, wenn man eine weniger industrialisierte Alternative sucht. Leffe verbindet das Narrativ einer jahrhundertealten klösterlichen Tradition mit moderner Großproduktion. Für viele Genießer ist der Name Synonym für belgisches Abteibier mit einem gewissen Massentalent und Eingängigkeit. Es überrascht mich nicht wirklich, dass Leffe jetzt auch begonnen hat, alkoholfreie Biere zu brauen. Ob das in der gleichen Qualität gelingt wie bei den „richtigen“ Biere, will ich jetzt herausfinden.

Tiefbraun und mit einer festen leicht farbstichigen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt sehr lange stehen. Damit ist an der Optik des Bieres schon mal nichts auszusetzen.

Die Aromen gerösteten Malzes stehen im Mittelpunkt des Duftes des Leffe 0.0. Ich rieche dunkle Schokolade und etwas Rauch, abgerundet durch einen Hauch Lakritz.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommen die Geschmacksnoten nach dunkler Schokolade und Karamell in den Vordergrund, begleitet durch einen Hauch Rauch. Die Bittere des Hopfens ist nicht zu schmecken. Trotz dieses Aromenspektrums ist das Mundgefühl weich und angenehm. Für ein alkoholfreies Bier hat das Leffe 0.0 einen überraschend kräftigen Geschmack. In der Kehle kann ich erstmals die Bittere des Hopfens schmecken. Auch wenn die Bittere zurückhaltend bleibt und nicht kräftig wird, klingt sie doch erstaunlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Gerste, Zucker, Hopfen, Hopfenextrakt, natürliches

Alkoholgehalt:

< 0,05 % Vol.

Farbe:

30 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6 – 8° Celsius

Brauerei:

Abbaye Notre-Dame de Leffe
Place de l’Abbaye 1
5500 Dinant
Belgien
www.leffe.com

Brouwerij `t IJ – Natte

Die Brouwerij ´t IJ braut seit 1985 skurrile Amsterdamer Bierspezialitäten. Der Musiker Kasper Peterson gründete das Unternehmen, nachdem er die belgischen Bierstile kennengelernt hatte. Als Mitglied der Band Door Mekaar trat er regelmäßig in Belgien auf und entwickelte ein starkes Interesse an den Bieren der Flamen und Wallonen. Da ähnliche Bierspezialitäten in den Niederlanden kaum gebraut wurden, beschloss er, es selbst zu versuchen.

Das Bier, das er anfangs in einem besetzten Haus gebraut hatte, fand schnell Anklang. Auf der Suche nach einem größeren Standort stieß er auf das leerstehende städtische Badehaus Fünen. Das Gebäude verfügt über ein umfangreiches Wasserzu- und -abflusssystem sowie einen Dampferzeuger und ist daher ideal zum Brauen. Die angrenzende Windmühle De Gooyer ist kein Teil des Gebäudes, diente aber von Anfang an als ultimatives markantes Wahrzeichen. Nicht lange nach Beginn des Brauens verfügte das Badehaus auch über einen eigenen Verkostungsraum und über eine Terrasse.

Die Terrasse entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt der Amsterdamer und das Bier begann sich auch außerhalb der Hauptstadt einen Namen zu machen. Die Brouwerij ‚t IJ wuchs und braute immer mehr unterschiedliche Biere.

Nach mehr als zwanzig Jahren des Aufbaus der Brauerei beschloss Kasper, seiner Arbeit ein Ende zu setzen. Bart Obertop und Patrick Hendrikse wurden die neuen Besitzer und setzten die Tradition des Brauens von Bier mit der Einführung neuer Bierstile wie dem IPA. und verschiedenen Pale Ales fort.

Da die Brauerei an der Fünenkade die Nachfrage nach IJbier nicht mehr befriedigen konnte, eröffneten sie im Januar 2013 einen zweiten Standort. In der Brauerei an der Fünenkade wird das gesamte Fassbier für den Verkostungsraum gebraut.

Das Natte (deutsch: Nasse) ist nach der Zatte das älteste Bier der Brouwerij ‚t IJ. De Natte ist ein Dubbel, eine belgische Art von weichen dunklen Bieren. Die Verwendung von dunklem Malz verleiht diesem Bierstil eine rötlich-braune Farbe. Dieses Malz sorgt auch für den schonenden Röstgeschmack.

Bernsteinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die recht kleine Schaumkrone hat einen leichten Gelbstich und fällt flott in sich zusammen. An der Optik könnte die Brauerei noch etwas optimieren.

Das Aroma ist stiltypisch malzbetont mit Aromen nach Kaffee, Karamell und dunklen Früchten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße und Karbonisierung aus. Auf der Zunge stehen die Röstaromen im Mittelpunkt, die an Kaffee und Karamell erinnern. Da die Bittere des Hopfens nur zu ahnen ist, ist das Mundgefühl schlank. Auch in der Kehle ist das Bier mild mit einer geringen Bitteren, aber die Röstaromen klingen lange in der Kehle nach.

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Brouwerij ‘t IJ
Funenkade 7
1018 Al Amsterdam
www.brouwerijhetijl.nl

Val-Dieu – Brune

Auf dem Etikett, das in Form von zwei sich überschneidenden Kreisen geformt ist, ist die Abtei Val-Dieu abgebildet.Die Zisterzienserabtei Val-Dieu existiert bereits seit Anfang des 13. Jahrhunderts im flämischen Aubel. Es liegt nicht weit vom Dreiländereck mit den Niederlanden und Deutschland entfernt. Ursprünglich hieß das Stück Land „Tal des Teufels“. Nachdem die Mönche das Tal in fruchtbares Land verwandelt hatten, nannten sie es Tal Gottes – Val Dieu. Ein Großteil der noch heute genutzten Gebäude stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Im Jahr 2002 verließen die letzten drei Mönche die Abtei und ihr Platz wurde von einer von der Zisterziensertradition inspirierten christlichen Laiengemeinschaft eingenommen. Der Bierversandhändler Belgoshop.de schreibt: „Auf einem alten Hof innerhalb des Klosters wurde Ende der 1990er Jahre eine neue Brauerei eingerichtet, in der seit 1997 wieder auf traditionelle Rezepturen basierendes Abteibier gebraut wird. Man fing mit einem hellen und einem dunklen Starkbier an und das Sortiment wurde mittlerweile auf 6 Biere ausgebaut. Die verbundenen Ringe auf den Bieretiketten symbolisieren den Bund des Friedens „In Vinculo Pacis“, dem Motto des Klosters seit mehr als 800 Jahren.“ Jetzt reicht es aber mit der Vorrede und es ist an der Zeit, dass ich die Bierflasche öffne und mit der Verkostung beginne.

Dunkelbraun fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine sehr voluminöse feinporige und elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier eine wirklich gute Figur.

Das Bier duftet kraftvoll nach Kaffee, Lakritz und Kandis. Aus dem Hintergrund kommen auch Anklänge nach roten Früchten.

Der Antrunk ist wie erwartet süß und würzig. Das würde mir durchaus gefallen, wäre die sehr feinperlige Kohlensäure nicht so knapp dosiert. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Auf der Zunge dominiert der Geschmack nach dunkler Schokolade und von Lakritz. Dabei kommt aber die Bittere zu kurz, so dass ein unrundes Mundgefühl entsteht. Lakritz ist auch in der Kehle das hervorstechende Aroma. Die Bittere ist auch hier gering, aber der Geschmack klingt doch überraschend lange nach.

Zutaten:

Gerstenmalz, Hopfen, Wasser, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

19 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Braurei:

Brasserie de l’Abbaye du Val-Dieu
Val-Dieu 225
4880 Aubel
Belgien
www.val-dieu.com

Brasserie de l‘Abbaye des Rocs – Blanche des Honnelles 1979

Aus Montignies-sur-Roc in der Wallonie stammt das Blanche des Honnelles 1979, das als „Dubble Wit“ angeboten wird. Ein Dubble Wit bzw. Blanche Double habe ich vorher noch nicht gesehen. Dass die Brauerei noch angibt, dass das Bier dreifach vergoren ist, macht die Sache nicht einfacher. Eigentlich müsste es dann doch wohl als Triple Wit beworben werden.

Golden und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine nur kleine Schaumkrone, die sich sofort auflöst. An der Optik muss die Brauerei aber wirklich noch arbeiten.

Das Aroma ist vollkommen anders als erwartet. Ich rieche keine Orangenschale und nur wenig Koriander. Dafür dominieren für ein Wit untypische Aromen nach Karamell, Walnuss und hellen Früchten. Auch die 6,0 Volumenprozent Alkohol sind deutlich zu riechen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine anfangs reichliche Karbonisierung aus. Die Kohlensäure verflüchtigt sich aber schnell. Übrig bleibt eine leichte Fruchtigkeit, die an helle Früchte erinnert. Obwohl das Mundgefühl recht schlank ist, bietet das Bier eine ordentliche Süffigkeit. Nur die Bittere ist eher knapp ausgefallen. Auch der Abgang ist fruchtig und schlank mit kurzem Nachklang.

In der Regel ist ein Witbier leicht mit einem deutlichen Geschmack nach Orangenschale und Koriander. Der Koriander ist bei diesem Bier in Anklängen vorhanden, die Orangenschale vermisse ich vollständig. Von einem Dubbel Wit würde ich eine schwerere Version eines Witbiers erwarten. So ist das Blanche des Honnelles 1979 ein gut trinkbares Bier, das meine Erwartungen aber leider absolut nicht erfüllt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafer, Hopfen, Gewürze, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 6° Celsius

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Brasserie de l’Abbaye des Rocs s.a.
Chaussée Brunehault 37
7387 Mentignies-sur-Roc
Belgien
www.abbayedesrocs.com

Schelde Brouwerij – Dulle Griet

Dulle Griet ist in der flämischen Folklore in mehrfacher Bedeutung zu finden. Da gibt es einerseits die Jungfer Dulle Griet, die ein Frauenheer anführt, um die Hölle zu plündern. Diese Dulle Griet ist Gegenstand eines Ölgemäldes des Renaissancekünstlers Pieter Bruegel des Älteren aus dem Jahr 1563. Es ist im Museum Mayer van den Bergh in Antwerpen ausgestellt und wenn Sie einmal dort in der Nähe sind, sollten Sie nicht versäumen, sich dieses Bild anzusehen.

In Gent gibt es ein weiteres Dulle Griet. In diesem Fall handelt es sich um ein mittelalterliches Riesengeschütz. Das schmiedeeiserne Stabringgeschütz stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Es wurde aus insgesamt 32 Längsstäben konstruiert, die von 61 Eisenringen umfasst werden. Die Kanone steht heute in Gent etwas abseits vom Freitagsmarkt unter freiem Himmel. Auch diesen Anblick sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Und dann gibt es noch ein Bier mit diesem Namen. Wie sollte es auch anders sein. Es handelt sich um ein dunkles Dubbel und steht jetzt vor mir.

Dunkel ist untertrieben. Tatsächlich präsentiert sich das Dulle Griet pechschwarz im Glas. Die haselnussbraune Schaumkrone ist recht klein und fällt bis auf einen Rest recht flott in sich zusammen. Dieser Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet nach Kaffee und Trockenfeigen.

Wie das Aroma erahnen lässt, ist der Antrunk recht süß, was aber gut zur reichlich dosierten kräftigen Kohlensäure passt. Auf der Zunge drängt sich die Fruchtigkeit in den Mittelpunkt. Gleichzeitig lässt die Süße etwas nach und der Kaffee würzt das Bier. Dies alles zusammen sorgt für ein volles Mundgefühl. Der Abgang ist überraschend schlank, wobei die Frucht im Mittelpunkt bleibt. Erstmals schmecke ich jetzt ein leichtes Bitter, das dann aber lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

16 IBU

Farbe:

75 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 11° Celsius

Brauerei:

Scheldebrouwerij
Wenenstraat 7
2321 Meer
Belgien
www.scheldebrouwerij.com

St. Bernardus – Pater 6

Evariste Deconinck gründete die Brauerei St. Bernardus wurde kurz nach dem 2. Weltkrieg im Jahr 1946. Er schloss einen Vertrag mit der Sint-Sixtusabtei Westvleteren ab, die beschlossen hatten, ihr Bier nicht mehr selbst zu brauen. Evariste Deconinck sicherte sich die Rechte an den Trappistenbieren für 30 Jahre und der polnische Braumeister der Abtei Westvleteren verließ die Abtei, um von nun an das Sint-Sixtus Trappistenbier unter dem Label der Brauerei zu brauen. In der Abtei wurde nur noch für den Eigenbedarf gebraut. 1962 wurde diese Lizenz um weitere 30 Jahre verlängert, bis die Trappistenmönche der Abtei Sint-Sixtus Westvleteren 1992 beschlossen, das Bier wieder selbst innerhalb der Mauern der Abtei zu brauen, um ihr Bier mit dem Label „Authentic Trappist Product“ versehen zu können. Die St. Bernardus Brauerei braute die Trappistenbiere unter den denselben Rezepten der Abtei weiter, mussten jedoch in „St. Bernardus“ umbenannt werden. Sie hießen fortan Pater 6, Prior 8 und Abt 12. Später wurden diesem historischen Sortiment weitere Biere hinzugefügt. Die Brauerei trägt das Label „Belgian Family Brewers“.

St. Bernardus Pater 6, das jetzt vor mir steht, ist ein dunkles, obergäriges Dubbel mit Flaschengärung.

Kastanienbraun und mit einer gemischtporigen mittelbraunen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt durchschnittlich lange erhalten, so dass das Bier optisch schon mal einen guten Eindruck macht.

Intensive Karamellnoten steigen mir in die Nase, dazu die Aromen dunkler Schokolade und von roten Früchten.

Der Antrunk ist wie von mir erwartet recht süß imd er weist eine feinperlige Kohlensäure auf. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, wobei sich der Geschmack nach Mokka dazugesellt, genau wie eine leichte Fruchtigkeit, die an Pflaumen und Trockenfrüchte erinnert. Bittere Noten sind kaum zu vernehmen. Das Mundgefühl ist rund und weich. Auch der Abgang ist mild und das freundliche Bitter klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

45 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

St.Bernardus
Trappistenweg 23
8978 Watou
Belgien
www.sintbernardus.be

Tongerlo Nox – Bruin

Aus der Brauerei Haacht in Flandern stammt das Tongerlo Nox, das jetzt vor mir steht. Der Name leitet sich vom lateinischen Nox für Nacht ab. Es soll halt an eine gemütliche Nacht erinnern.

Und wirklich, das dunkle Rubinrot, das schon fast ins Schwarze übergeht, erinnert an die letzten Lichtstrahlen eines Sonnenuntergangs an einem lauen Sommerabend. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist sehr voluminös und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Die Röststoffe dominieren das Aroma dieses Biers. Ich rieche dunkle Schokolade und Vanille, abgerundet durch einen Hauch Lakritz.

Der Antrunk offenbart eine kräftige Süße, die mmit einer reichlichen Portion Kohlensäure einhergeht. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase fesgestellt habe. Zur dunklen Schokolade und Vanille kommt der Geschmack nach Rosinen. Bittere und säuerliche Noten fehlen. Dadurch ist das Bier nicht wirklich rund, sondern eher schlank und es erinnert an ein Lightbier. Im Abgang dominiert zunächst der Schokoladengeschmack und erstmals stelle ich ein leichtes und diskretes Bitter fest, das überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Malz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 9° Celsius

Brauerei:

Brauerei Haacht
Provinciensteenweg 28
3190 Boortmeerbeek
Belgien
www.haacht.com

Texels Dubbel

Jetzt habe ich bereits länger kein Bier mehr von der westfriesischen Insel Texel getestet. Es wird also mal wieder Zeit. Vor mir steht das Dubbel aus der Texelse Bierbrouwerij. Dubbels sind eher dunkle Starkbiere mit einem Alkoholgehalt von meist sechs bis acht Volumenprozent. Ursprünglich stammt der Bierstil Dubbel aus der Brautradition der Trappistenklöster, aber beretis seit den Tagen des zweiten Weltkriegs werden diese Biere nachgebraut.

Kupferfarben läuft das Bier ins Glas. Die feinporige Schaumkrone hat die Farbe von Elfenbein und bleibt lange erhalten.

Das Aroma wird durch die Röststoffe des Malzes dominiert. Düfte nach Schokolade und dunklen Trockenfrüchten wie Rosinen und Pflaumen steigen mir in die Nase. So weit gefällt mir das Aroma, aber leider steigt mir auch der Alkohol deutlich erkennbar in die Nase.

Der Antrunk ist recht süß, so dass ich denke, dass dieses Dubbel als Dessertbier geeignet ist. Zu diesem Eindruck trägt auch die feinperlige Kohlensäure bei. Auf der Zunge kommt noch der Geschmack nach Schokolade zur Süße, gemeinsam mit Karamell- und Nussnoten. Das Mundgefühl ist weich und der Alkohol wärmt. Im Abgang ist das Texels Dubbel mild und es kommt jetzt auch erstmal eine leichte Fruchtigkeit auf. Leider ist der Nachklag nur kurz.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,4 % Vol.

Brauerei:

Texels Bierbrouwerij BV.
Schilderweg 214b
1792 CK Oudeschild
Niederlande
www.texels.nl