Schlagwort-Archiv: Bockbier

Weiherer Rauchbock

Bier verbindet. Rauchbier noch mehr. Deshalb haben sich der brasilianische Craft Brewer Alexandre Bazzo und Braumeister Roland Kundmüller erstmals 2014 zusammengetan und einen Rauchbock gebraut. Rauchig wärmend und mit Hopfen aus dem eigenen Garten war er. Dieses Ergebnis ist ein Zeichen ihrer Freundschaft und ein Genuss, den beide lieben. Der Rauchbock wird auch weiterhin saisonal nach diesem Vorbild mit den 4 Malzsorten Carared, Melanoidin-, Rauch-, und Pilsner Malz sowie den Hopfen Hallertauer Gold, Saphir und Spalter Select gebraut. Und irgendetwas müssen die beiden auch richtig gemacht haben, denn ihr Bier wurde vielfach ausgezeichnet: International Craft Beer Award Platin 2019, European Beer Star in Gold 2018, International Craft Beer Award Silber 2018, selection Gold-Medaille 2015. Und jetzt steht das Bier vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Kräftig goldfarben mit einem leichten Rotstich fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große sahnige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. So stelle ich mir ein Bockbier vor.

Der Duft des Rauches ist nicht so kräftig wie bei anderen Rauchbieren, so dass neben dem typischen Schinkenduft auch Platz für den Karamellduft des Malzes bleibt. Wie zu erwarten ist das Bier schwach gehopft, so dass die Aromen des Hopfens nicht wahrnehmbar sind, sondern sie unterstützen das Aroma vollständig aus dem Hintergrund.

Beim ersten Kontakt des Bieres wundert mich etwas die geringe Süße, auch die feinperlige Kohlensäure ist eher zurückhaltend dosiert. Die Süße entwickelt sich dann erst auf der Zunge, dazu kommen leichte Raucharomen und jetzt stelle ich auch erstmals den Hopfen fest, der sich durch ein leichtes Bitter zu Wort meldet. Das Bier ist vollmundig, rund und weich, kurz: ungeheuer süffig. Der Abgang ist erstaunlich mild mit durchschnittlichem Nachklang und wie für ein Bockbier typisch wenig bitter. Auch in der Kehle kommt der Rauch leicht, aber deutlich, zur Geltung.

Der Weiherer Rauchbock ist ein Bier, das sowohl den Einsteiger in die Welt der Rauchbiere abholt als auch den erfahrenen Konsumenten von Rauchbieren begeistern kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Carared, Melanoidin), Gerstenrauchmalz, Hopfen 8 Hallertauer Tradition, Spalter Select, Spslter Saphir9, Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Brauerei:

Brauerei-Gasthof Kundmüller GmbH
Weiher 13
96191 Viereth-Trunstadt
www.brauerei-kundmueller.de

Mönchshof Maibock

Wie so viele Brauereien bringt auch die fränkische Brauerei Kulmbacher in jedem Jahr ein Maibock auf den Markt. Und im Gegensatz zu den meisten Maiböcken gehört der Mönchshof Maibock zu den wenigen saisonalen Bieren, die es bis ins Ruhrgebiet schaffen und hier angeboten werden. Dann will ich mal testen, ob dieses Bier es zu Recht in die Regale des regionalen Getränkehandels geschafft hat.

Kupferfarben und klar strahlt mir das Mönchshof aus dem Glas entgegen. Die Schaumkrone ist überdurchschnittlich groß, fest und in hellem Beige. Der Schaum bleibt lange erhalten. Optisch gibt es schon mal an diesem Bier nichts zu meckern.

Das Aroma ist malzbetont. Düfte von Röstaromen steigen mir mit Düften nach Rübenkraut und leichten Schokoladennoten in die Nase. Der Hopfen hält sich, wie es sich für ein Bockbier gehört, diskret im Hintergrund und ist höchstens zu erahnen.

Auch der Antrunk ist für einen Maibock stiltypisch, halt recht süß, aber die Kohlensäure ist gut dosiert und sorgt für eine angenehme Frische. Auch auf der Zunge bleiben die Süße und die Frische erhalten, wobei die Schokoladennoten kräftiger werden. Das Mundgefühl ist rund und voll. Der Abgang ist mild mit leichten Röstnoten; Bitterstoffe sind auch in der Kehle kaum zu schmecken. Der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Stammwürze:

16,3° Plato

Brauerei:

Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft
Lichtenfelser Straße 9
95326 Kulmbach
www.mönchshof.de

Belli Bock

Bereits seit dem Jahr 1308 ist die Brautradition in Kaufbeuren verbürgt. Heute ist davon nur noch die Aktienbrauerei Kaufbeuren übrig, die bereits seit dem Mittelalter aktiv ist und sich schon seit 1799 im Besitz der Familie befindet. Jetzt steht vor mir ein helles Bockbier aus dieser Brauerei im Allgäu.

Kräftig goldfarben mit leichtem Rotstich fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine kleine Schaumkrone, die schnell in sich zusammenfällt. Mit mehr und länger haltbarem Schaum würde mir die Optik erheblich besser gefallen.

Das Aroma ist malzbetont. Das Bier duftet nach Karamell, wobei auch die Fruchtigkeit getrockneter Birnen zum Vorschein kommt. Das Aroma gefällt mir schon mal erheblich besser als das Aussehen.

Der Antrunk ist stiltypisch süß und trotz der erheblichen Süße frisch und prickelnd. Auf der Zunge kommt ein leichtes und auf die Süße abgestimmtes Bitter dazu. Die Fruchtigkeit hält sich diskret im Hintergrund und greift nur unterstützend in den Geschmack ein. Das Mundgefühl ist voll und schwer. Trotzdem schafft es das Bier, einen frischen Eindruck zu hinterlassen. Der Abgang wird durch ein leichtes und angenehmes Bitter geprägt, das lange nachklingt.

Das Belli Bock ist ein Bier, das zu überraschen und zu gefallen weiß. Ich würde es zu kräftigen Käsesorten empfehlen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Herkules, Hallertauer Tradition)

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Stammwürze:

16,2° Plato

Farbe:

9 EBC

Bittereinheiten:

26

Brauerei:

Aktienbrauerei Kaufbeuren GmbH
Hohe Buchleuthe 3
87600 Kaufbeuren
http://www.aktienbrauerei.de/

BierSelect

Zwönitzer Urbock

Im Erzgebirge liegt die Bergstadt Zwönitz, aus der das Bier stammt, das ich jetzt verkosten will.

Bernsteinfarben mit einer durchschnittlichen sahnigen Schaumkrone zeigt sich das Bier im Glas. So weit so gut, aber auf dem Etikett steht etwas von naturtrüb. Hefe ist aber leider nur in Spuren vorhanden.

Das Bier duftet nach Karamell, begleitet vom Duft nach Vanille, die 6,8 Volumenprozent Alkohol finden sich im Aroma ebenfalls wieder, wenn auch nur in Spuren.

Der Antrunk ist stiltypisch süß. Obwohl die Kohlensäure eher zurückhaltend dosiert ist, passt die Menge aber mit der Süße zusammen. Auf der Zunge wundert mich dann das für ein Bockbier kräftige Bitter. Auch wenn das nicht unbedingt typisch für ein Bockbier ist, mag ich die Bittere, vor allem, weil sie recht gut auf die Süße abgestimmt ist. Der Alkohol ist gut eingearbeitet, so dass er nicht herausschmeckt. Das Mundgefühl ist rund und schwer. Auch der Abgang wird durch ein angenehmes Bitter dominiert. Auch hier gilt, dass es für ein Bockbier recht kräftig und ungewohnt ist, aber wirklich gut schmeckt. Auch der lange Nachklang spricht mich an.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Gasthof Zwönitz
Dominik Naumann
Grünhainer Straße 15
08297 Zwönitz/Erzgebirge
www.brauerei-zwoenitz.de

BierSelect

Barbãr Bok

Auf der Suche nach Informationen zur Brauerei Lefebvre, aus der das Bier stammt, das ich jetzt verkosten will, bin ich auf Wikipedia über einen Eintrag gestolpert, der die Herkunft des Namens Barbãr erklärt: „Barbar (von altgriechisch βάρβαρος bárbaros, Plural βάρβαροι bárbaroi) war die ursprüngliche Bezeichnung im antiken Griechenland für alle diejenigen, die nicht (oder schlecht) griechisch und damit unverständlich sprachen (wörtlich: Stammler, Stotterer, eigentlich: br-br-Sager). Parallel wurde von den Indern das Sanskrit-Wort barbarāh (Plur.) ‚Stammler, Laller‘ zur Bezeichnung fremdartiger Völker verwendet.“ Da meine Kenntnisse der griechischen Sprache mit „rudimentär“ noch sehr wohlwollend beschrieben sind und ich ein Freund eines guten Bockbiers bin, sollte das Barbãr Bok eigentlich genau das richtige für mich sein.

Ganz dunkel rubinrot läuft das Bier ins Glas, fast schwarz, Dabei bildet es eine kleine feinporige Schaumkrone, die aber leider praktisch sofort in sich zusammenfällt. Sollte ich mich vergebens auf dieses Bier gefreut haben?

Auch das Aroma ist eher enttäuschend. Der Duft der Röststoffe mischt sich mit alkoholischem Geruch und nur aus dem Hintergrund kommen einige Trockenfrüchte zum Vorschein. Der Fairtrade-Honig aus Mexiko ist eher zu ahnen; wüsste ich nicht, dass bei diesem Bier der Zucker durch Honig ersetzt wurde, würde ich ihn vermutlich nicht bemerken.

Der Antrunk ist weniger süß als ich erwartet hätte und durch die reichlich enthaltene feinperlige Kohlensäure auch angenehm frisch. Auf der Zunge vermittelt das Bier ein weiches Mundgefühl. Süße und Alkohol sind jetzt die vorherrschenden Geschmacksrichtungen. Bitter und Fruchtigkeit sind praktisch nicht vorhanden. Der Abgang ist mild, der Geschmack des Alkohols dominiert und der Geschmack klingt nur sehr kurz nach.

Ich kann durchaus nachvollziehen, dass dieses Bier seine Liebhaber hat, aber für mich ist es absolut nichts.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Glucose-Fructose-Sirup, Honig (2 %), Hopfen, Bitterorangenschale, Koriander, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

5° Celsius

Brauerei:

Brasserie Lefebvre
Chemin du Croly 54
1430 Rebecq-Quenast
www.brasserielefebvre.be

Fürst Carl – Josefi Bock

In Ellingen, also quasi am Eingang zum Altmühltal, ist die Schlossbrauerei Fürst Carl beheimatet, aus der der Josifi Bock stammt, der jetzt vor mir steht. Er wird in jedem Jahr zu Ehren des Patrons der Brauer, dem Heiligen Josef, gebraut. Die Brauerei legt viel Wert auf Regionalität. So wurde für den Josefi Bock nur Hopfen der Sorte Select aus Ellingen verbraut, das Malz stammt aus fränkischen Mälzereien und das Wasser aus dem eigenen Brunnen.

Kastanienbraun und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Auffällig ist, dass sich nur wenig beiger Schaum gebildet hat, der dann aber lange erhalten bleibt. Damit kann ich über die Optik dieses Biers schon mal nicht meckern.

Das Bier duftet nach Karamell und Honig, unterstützt durch einige blumige Noten. Der Alkohol meldet sich im Aroma ebenfalls, passt sich aber den anderen Düften an. Insgesamt macht das Aroma des Josefi Bock einen richtig edlen Eindruck.

Das Aroma lässt mich eigentlich ein recht süßes Bier erwarten, was ja auch stiltypisch wäre. Deshalb überrascht es mich, dass der erste Eindruck nicht so süß ist wie ich erwartet hatte. Die feinperlige Kohlensäure sorgt dabei für eine tolle Frische. Das ändert sich aber, während sich das Bier auf der Zunge verteilt. Jetzt wird das Bier eher schwer und likörartig. Außerdem kommen jetzt auch die Bitterstoffe zu ihrem Recht, wobei Süße und Bitter ausgewogen nebeneinander stehen. Das Mundgefühl ist weich. Der Abgang wird durch ein freundliches Bitter mit langem Nachklang dominiert.

Wenn Sie fränkische Braukunst vom Feinsten erleben wollen sind Sie beim Josefi Bock genau richtig. Er passt auch gut zur typischen fränkischen Küche, besonders zu Gerichten mit Rotkohl.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Select), Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

17,5° Plato

Brauerei:

Fürst von Wrede GmbH & Co. Unternehmens KG
Schlossbrauerei Ellingen
Schlossstraße 10
91792 Ellingen
www.fuerst-carl.de

Feldschlößchen – Urbock

Die Brauerei Feldschlößchen aus Dresden gehört zu den größten Braustätten Sachsens und blickt auf eine lange Geschichte zurück, die durch viele wechselnde Eigentumsverhältnisse geprägt ist. Bereits im Jahr 1644 erhielt ein einzelnstehender Bauernhof am Fuße des Hahnebergs in der Südvorstadt die Erlaubnis zum Bier- und Weinausschank. Etwa Vierzig Jahre später wurde hier außerhalb des Hofes, auf dem Felde, das „Schlösschen“ im Felde gebaut, ein beliebtes Ausflugslokal. Seitdem haben die Besitzer häufig gewechselt. Zuletzt verkaufte 2011 der Konzern Carlsberg die Brauerei an eine mittelständische Brauereigruppe, zu der auch das Frankfurter Brauhaus und die französische Brauerei Brasserie Champigneulles gehörten. Seit 01.01.2016 ergänzt außerdem die Gilde Brauerei GmbH aus Hannover die Braugruppe. Jetzt reicht es aber mit den Bemerkungen über die Brauerei, schließlich geht es hier um das Bier. Und von diesem Bier erwarte ich einiges, schließlich hat es im Jahr 2013 beim World Beer Awards die Geldmedaille verliehen bekommen.

Sehr dunkel Rubinrot steht das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Bei der Optik hat die Brauerei schon mal alles richtig gemacht.

Das Aroma ist stiltypisch durch das Malz leicht süß. Dazu kommen Röststoffe, der Duft von Karamell, Pumpernickel und Schokolade, ergänzt durch Trockenfrüchte und Vanille.

Der Antrunk ist leicht süß-malzig. Trotz der eher gering dosierten Kohlensäure macht das Bier mit seinen nussigen Noten einen guten Eindruck. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt verstärken sich die Röstnoten noch. Der Geschmack nach Espresso und dunkler Schokolade füllt meinen Mund, zusammen mit einer fruchtigen Säure, die den Geschmack roter Früchte beiträgt. Der Alkohol ist gut eingearbeitet und schmeckt leicht durch, wodurch er den Geschmack unterstützt. Stiltypisch ist das minimale Bitter. Das Mundgefühl ist angenehm und halbwegs voll. Der Abgang ist eher schlank mit wenigen Bitterstoffen, so dass die Fruchtigkeit noch einmal gut durchkommt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Stammwürze:

16,3° Plato

Brauerei:

Feldschlösschen AG
Cunnersdorfer Str. 25
01189 Dresden
www.feldschloesschen.de

Leute Bokbier

Nun steht ein Bier aus Entvelde im östlichen Teil von Flandern vor mir. Das Etikett erfordert einige Erklärungen, denn es lädt zu einigen Missverständnissen geradezu ein. Zunächst einmal handelt es sich nicht um ein Bockbier. Der Name könnte zwar darauf hinweisen, aber er bezieht sich nicht auf den Bierstil, sondern auf den im Etikett abgebildeten Ziegenbock. Das Bokbier ist ein Belgian Strong Ale, es könnte sich auch um ein Strong Dark Ale handeln. Und dann steht da noch etwas von „Anno 1927“. In diesem Jahr wurde erstmals ein Bier mit dem Namen Leute Bokbier gebraut. Es hat aber mit dem heutigen Bier gleichen Namens nichts gemeinsam. 1927 wurde unter diesem Namen ein Lagerbier gebraut, das aber nicht sonderlich gut angenommen wurde, weshalb die Produktion nach einigen Namen eingestellt wurde. Erst seit 1997 gibt es wieder ein Bier dieses Namens. Und genau dieses Bier möchte ich jetzt verkosten.

Dunkel kastanienbraun mit einer ordentlichen feinporigen hellbraunen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone bleibt recht lange erhalten, so dass die Optik schon mal keinen Anlass für Kritik gibt.

Das Aroma ist malzbetont, fast sirupartig. Düfte nach Trockenfrüchten mischen sich mit Sauerkirscharomen und dunkler Schokolade.

Der Antrunk ist relativ süß, was aber gut zur reichlich vorhandenen feinperligen Kohlensäure passt. Auf der Zunge erscheint das Bier zunächst sehr röststofflastig, aber dann spiegeln sich die Aromen auf der Zunge wider. Dabei wirkt das Bier erstaunlich frisch. Das Mundgefühl ist vollmundig und rund. Im Abgang kommt zunächst die Schokolade in den Vordergrund bevor ein leichtes freundliches Bitter lange nachklingt.

Zu einem gebratenen Steak oder auch zu Wildgerichten ist dieses Bier ein guter Begleiter.

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij van Steenberge
Lindenplaan 25
9940 Ertvelde
Belgien
www.vansteenberge.com

Brauhaus Wiesen – Frühlingsbock

In Unterfranken im Landkreis Aschaffenburg liegt die Gemeinde Wiesen, aus der der Frühlingsbock stammt, der jetzt vor mir steht. Bei Meiningers Craft Beer Award 2018 wurde dieses Bockbier mit der Silbermedaille ausgezeichnet, zwei Jahre vorher sogar mit Gold. Da kann ich mich wohl mit Fug und Recht auf ein richtig gutes Bier freuen.

Intensiv goldfarben mit einem leichten Rotstich präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist nur klein und sie löst sich auch schnell auf.

Das Aroma ist malzbetont und wird durch den Duft nach Karamell dominiert. Dazu kommen fruchtige Noten mit den Düften roter Früchte.

Bei der ersten Berührung der Zunge überrascht mich das Bier durch eine für ein Maibock geringen Süße. Die stiltypische Süße entwickelt sich erst auf der Zunge, wobei der Hopfen diskret im Hintergrund bleibt. Das Mundgefühl ist voll, obwohl mir das Aroma der Früchte, das ich in der Nase festgestellt habe, jetzt doch etwas fehlt. Die 7,5 Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet. Sie unterstützen den Geschmack dieses Bieres ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen. Der Abgang ist mild und malzbetont und er klingt durchschnittlich nach.

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

17,5° Plato

Brauerei:

Bürgerliches Brauhaus Wiesen
Christof Hartmann Gmbh & Co. KG
Hauptstraße 97
63831 Wiesen
www.brauhaus-wiesen.de

Hohenthanner Maibock

Im Landkreis Landshut liegt die Gemeinde Hohenthann. Sie wurde bereits im Jahr 1125 erstmals urkundlich in der Monumenta Augensia erwähnt und zählt heute etwas mehr als 4000 Einwohner. Von dort stammt auch der Maibock, der jetzt vor mir steht.

Wunderbar golden und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Leider löst sich der sehr wenige Schaum, der beim Einschenken entstanden ist, praktisch sofort wieder auf. Die Optik enttäuscht mich daher.

Das Aroma ist stiltypisch malzbetont, unterstützt durch eine leichte Fruchtnote nach Pfirsich. Langsam werden das Bier und ich uns sympathisch.

Der Antrunk ist recht süß, genau wie ich es von einem Maibock erwarte. Dass die Kohlensäure sehr sanft ist macht mir das Bier wirklich sympathisch. Das Mundgefühl ist voll und rund und während sich das Bier im Mund erwärmt kommt die Fruchtigkeit des Biers stärker in den Vordergrund. Die 6,4 Volumenprozent Alkohol sind gut eingebettet und fallen absolut nicht auf. Der Abgang ist mild, die Bitterstoffe des Hopfens halten sich diskret im Hintergrund. Dafür schmeckt der Alkohol in der Kehle erstmals durch. Der Nachklang ist kurz.

Nachdem mich die Optik des Maibocks aus Hohenthann zunächst enttäuscht hat, konnte es dann doch in der Nase und auf der Zunge begeistern. Das Bier bringt alles mit, was ein wirklich guter Maibock braucht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition)

Alkoholgehalt:

6,4 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Brauerei:

Hohenthanner Schlossbrauerei GmbH & Co. KG
Brauhausstraße 1
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de