Archiv der Kategorie: Craft Beer

Hirsch – Hefe Weiße

Wenig überraschend nimmt ein gezeichneter Hirsch den Großteil des Etiketts ein.Die Hirsch Brauerei Honer, aus der das vor mir stehende Weißbier stammt, ist Mitglied bei „Die Brauer mit Leib und Seele„. Die Brauer mit Leib und Seele sind eine kleine Vereinigung von aktuell neun Brauereien in Baden-Württemberg, die ihre Biere mit regionalen Zutaten brauen und – aus Konsumentensicht noch wichtiger – mit natürlichen Rohstoffen arbeiten, nicht mit Extrakten, die industriell gefertigte standardisierte Rohstoffe sind. Im Grunde arbeiten diese Brauereien entsprechend dem Geist des Reinheitsgebots, wie es in der Werbung immer dargestellt wird. Ich vermute daher, dass mir auch dieses Bier gefallen wird.

Hell und hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber prangt eine feste weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier perfekt.

Das Bier duftet nach Biskuitteig und Banane, abgerundet durch einen Hauch Zitrone. Dazu kommt noch eine angenehme Frische.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge dominiert der Geschmack nach Banane, dazu kommt ein Hauch Gewürznelke. Außerdem kommt noch eine leichte fruchtige Säure zum Vorschein. Das Mundgefühl ist weich und rund, so dass das Bier wirklich süffig ist und runtergeht wie Öl. Im Abgang gesellt sich noch kurz ein minimales Bitter zu den Aromen, das aber schnell wieder verschwindet. Dafür klingt der Geschmack nach Banane lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

12,6° Plato

Farbe:

5 EBC

Brauerei:

Hirsch-Brauerei Honer
Friedrichstraße 34
78573 Wurmlingen
www.hirschbrauerei.de

Ratsherrn – Hamburg Hell

Das schlichte Etikett zeigt einen Ratsherren und informiert, dass es sich um ein nicht filtriertes Helles handelt.Nach langer Zeit habe ich mal wieder ein Bier aus der Ratsherrn-Brauerei im Hamburger Schanzenviertel vor mir stehen. Es ist das Helle, ein Bierstil, der in der Regel durch seine Eintönigkeit auffällt und nur wenige Biere stechen aus dieser Tristesse hervor. Mal sehen, zu welcher Kategorie dieses Bier gehört.

Golden und mit einem Stich ins Orangefarbene sowie einer leichten Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber sehr lange erhalten.

Das Bier duftet nach Karamell und gelben Früchten, abgerundet durch den Duft der Hefe.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge hält sich die Fruchtigkeit zurück und sie wird durch ein leichtes freundliches Bitter begleitet. Für ein Helles ist das Bier sehr vollmundig. Im Abgang kitzelt ein diskretes Bitter meine Kehle, wo es lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Karamellmalz), Hopfen (Callista, Mistral), Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° Celsius

Brauerei:

Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstr. 30a
Schanzenhöfe
20357 Hamburg
www.ratsherrn.de

BierSelect

Brasserie de l’Abbaye des Rocs – Triple Imperiale

Die 1970er Jahre waren für die belgischen Brauereien eine schwierige Zeit. Die Brauereikonzerne AB-Inbev und Heineken drängten immer mehr kleine Brauereien aus dem Markt oder kauften sie auf. In dieser Situation hatte das Ehepaar Eloir den Mut, eine neue Mikrobrauerei zu gründen. Die Brasserie Abbaye des Rocs im wallonischen Montignies-sur-Roc, einen Steinwurf von der französischen Grenze entfernt, war entstanden. Heute wird die Brauerei in 2. Generation von der Tochter Nathalie zusammen mit ihrem Ehemann Georges geführt. Sie bieten hervorragende Biere an, auch das Triple Imperiale, das jetzt zur Verkostung vor mir steht.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Eine Schaumkrone bildet sich in nur sehr geringem Maße und sie löst sich schnell auf, so dass sie eigentlich keine Erwähnung wert ist.

Die Aromen nach Trockenfrüchten und Kandis sind anfangs dominierend, etwas später tauchen auch blumige Noten auf. Der Alkohol kommt ebenfalls zu seinem Recht; er drängt sich aber nicht in den Vordergrund.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch die reichlich dosierte sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge steht die Fruchtigkeit im Vordergrund, die Trockenpflaumen, Brombeeren und Blaubeeren erinnert. Der Alkohol brennt leicht auf der Zunge und er wärmt im Magen. Trotzdem ist das Mundgefühl weich und samtig. Der Abgang ist mild und die süße Fruchtigkeit klingt überraschend lange in der Kehle nach.

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 14° Celsius

Brauerei:

Brasserie de l’Abbaye des Rocs S.A.
Chaussee Brunehault 31
Montignies-sur-Roc
Belgien
www.abbayedesrocs.com

Ale Mania – Ginger Ninja

Das Etikett zeigt eine offensichtlich asiatische Landschaft mit einem Ninja in Aktion.Das Ginger Ninja steht jetzt zur Verkostung an. Es stammt von der Brauerei Ale Mania aus Bonn und es handelt sich um ein Witbier, dem die Brauer noch Ingwer zugegeben haben.

Dunkel orangefarben und mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Die gemischtporige Schaumkrone bleibt lange erhalten, so dass ich an der Optik dieses Bieres nichts auszusetzen habe.

Das Bier duftet fruchtig nach Ingwer und Orange, nach Orangenschale und Koriander. Malz kann ich nicht riechen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße aus. Leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure eher knapp dosiert. Da würde ich mir mehr wünschen. Auf der Zunge kommt wie in der Nase der Ingwer in den Vordergrund. Auch wenn ich ein leichtes Hopfenbitter schmecken kann, erinnert das Ginger Ninja weniger an Bier, sondern es schmeckt eher wie eine Limonade. Auch im Abgang ist der Ingwer nach wie vor dominant, aber auch der Koriander ist deutlich zu schmecken. Besonders der Geschmack des Korianders klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Karamellmalz), Hopfen (Perle, Hersbrucker, Tettnanger), Orangenschalen, Ingwer, Koriander, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Bersmarck GmbH
Alaunbachweg 10
53229 Bonn
www.alemaniabonn.de

De dolle Brouwers – Extra Export Stout

Das Etikett zeigt die Brauerei und ist bis auf die rote Unterschrift des Brauers vollständig in schwarzweiß gehalten. Das Halsetikett zeigt eine rote Fliege, was dem Bier ein etwas feierliches Aussehen verleiht.Drei Jahre lang haben De Dolle Brouwers gebraut, ehe sie Ende 1980 offiziell ihr Geschäft eröffneten. Zu diesem Zeitpunkt erwarben sie eine alte, etwas heruntergekommene Brauerei in Esen, Westflandern. Louis Nevejean, ein ortsansässiger Arzt, hatte diese Brauerei (und spätere Brennerei) im Jahr 1835 gegründet, also etwa vier Jahre nach der Gründung des Staates Belgien. Nach dem Tod des Arztes wurde die Brauerei schließlich im Jahr 1882 an Aloïs Costenoble verkauft. Die Familie Costenoble leitete die Brauerei dann über drei Generationen hinweg und stellte Biere wie Cosmos, Oud Bruin und Coq Pils her. In den 70er Jahren braute Costenoble auch das noch heute existierende Abteibier Steenbrugge, das heute von Palm Breweries hergestellt wird. Enkel Louis beendete die Familientradition im Jahr 1980, als die Dolle Brouwers die Leitung übernahmen. In diesem Jahr, am 11. November, brauten sie ihr erstes erfolgreiches Bier in Esen: Oerbier.

De Dolle Brouwers brauen etwa 40 bis 50 Mal im Jahr und produzieren dabei circa 1.000 hl. Das sind etwa 300.000 Flaschen Oerbier, Arabier, Dulle Teve, Stille Nacht, Boskeun und Special Extra Export Stout. Dies sind die 6 wichtigsten Marken der Brauerei, die derzeit produziert werden. Zusätzlich brauen sie noch etliche Sondersude. Aber jetzt wollen wir und mit dem Special Extra Export Stout befassen.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine voluminöse feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. So muss ein Stout aussehen.

Das Bier duftet nach Mokka und gerösteten Nüssen. Auch eine leichte Säure steigt mir in die Nase.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Außerdem ist er für ein Stout überraschend frisch durch eine feine fruchtige Säure, die an Birnen erinnert. Die 8 Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet, so dass sie nur wenig durchschmecken, aber die anderen Aromen perfekt unterstützen. Das Mundgefühl ist seidig weich. Bitter ist nur wenig zu schmecken. Auch der Abgang ist mild mit wenig Bitter, aber der Geschmack nach dunkler Schokolade klingt überraschend lange nach.

Eine Besonderheit dieses Bieres gilt es noch zu erwähnen: Da es sich um ein Exportbier handelt, ist es im Ausland in den USA und online fast leichter zu finden als in Belgien selbst.

Zutaten:

Wasser, Hefe, Gerstenmalz (Pilsener, Röstmalz, Karamellmalz), Nugget-Hopfen.

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

12° – 15° Celsius

Brauerei:

De dolle Brouwers
Roeselarestraat 12B
8600 Esen
Belgien
www.dedollebrouwers.be

Riegele – Weizen Doppelbock

Auf dem Etikett bewirbt Riegele den Weizen Doppelbock als fruchtig und stark.Der starke Fruchtige, so nennt die Riegele BierManufaktur aus Augsburg Ihren obergärigen Weizen Doppelbock. Dies drückt die Leidenschaft und Lebensfreude zum kreativen Brauen von Biersommelier-Weltmeister Sebastian Priller-Riegele und seinem Team um den 1. Braumeister Frank Müller aus. Der obergärige, unfiltrierte Doppelbock hat einen starken Alkoholgehalt von 8 Volumenprozent und ist heutzutage eine echte Rarität unter Bierkennern. Im Brauhaus Riegele pflegt man die alte Starkbiertradition noch mit Leidenschaft und ich will hoffen, dass dies auch noch lange so bleibt.

Bernsteinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die cremige Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös und bleibt sehr lange erhalten. Optisch macht das Bier schon mal einen sehr guten Eindruck.

Das Bier duftet angenehm nach Banane, Karamell und Vanille. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge zeigt sich die ganze Fruchtigkeit dieses Bieres. Besonders das Bananenaroma sticht hervor. Die 8 Volumenprozent Alkohol halten sich diskret im Hintergrund und unterstützen die Fruchtigkeit. Das Mundgefühl ist samtig. Auch der Abgang ist fruchtig und mild und der Geschmack klingt in der Kehle lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Weizenmalz

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° Celsius

Brauerei:

Riegele Biermanufaktur
Frölichstraße 26
86150 Augsburg
www.riegele.de

Neumarkter Dunkle Weiße alkoholfrei

Außer dem Wasser und der Kohlensäure stammen alle Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau, (Naturland wertet die Einhaltung der eigenen Richtlinien strenger als die EG-Öko-Verordnung). Aber jetzt will ich sofort mit der Verkostung beginnen.

Beim Einschenken fällt auf, dass das Bier nicht so stark schäumt wie beim Weizenbier üblich. Dies ist aber bei alkoholfreien Bieren und besonders beim alkoholfreien Weizenbier typisch. Er ist feinporig, elfenbeinfarbig und bleibt recht lange stehen.

Auffällig ist ein intensiver Duft nach Malz und Hefe.

Der Geschmack ist leicht süßlich nach Weizenmalz mit einem schwachen Anklang von Waldhonig. Mir fehlt etwas die leichte weizenbiertypische Säure. Die Alkoholfreiheit (0,5 % Alkohol dürfen im alkoholfreien Bier vorhanden sein) wird durch Gärungsstopp erreicht.

Alles in Allem eines der besten alkoholfreien Weißbiere das ich kenne.

Zutaten:

Natürliches Mineralwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Neumarkter Lammsbräu
Amberger Str. 1
92318 Neumarkt
www.lammsbraeu.de

Lupulus Fructus

Das Etikett des Lupulus Fructus zeigt einen stilisierten Wolfskopf in roter Farbe auf schwarzem Grund.Bei den meisten Fruchtbieren aus Belgien handelt es sich um Sauerbiere. Die Brauer in der Brasserie Lupulus sind beim Lupulus Fructus einen anderen Weg gegangen. Bei diesem Bier handelt es sich um ein Witbier, das mit Kirsch- und Himbeersaft gebraut wurde. Das ist doch mal etwas anderes.

In einem hefetrüben Rot präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich voluminöse feste und hellrosa Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist sehr fruchtig nach Himbeeren und Kirschen. Die Fruchtigkeit drängt alle anderen Aromen in den Hintergrund.

Der Antrunk ist recht süß und wie erwartet von Anfang an sehr fruchtig. Auf der Zunge stehen die Himbeeren im Vordergrund und werden von den Sauerkirschen unterstützt. Das Bier wird trockener. Das Mundgefühl ist voll, so dass ein wirklich süffiges Bier vor mir steht. Der Abgang ist mild und trocken und der Geschmack klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Zucker, Haferflocken, Kirschsaft, Himbeersaft, Hopfen, Hefe, Gewürz, Naturaroma

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Brauerei Lupulus SPRL
Courtil 50
6671 Gouvy
Belgien
www.lupulus.be

Brasserie de la Senne – Brusseleir Zwet IPA

Brusselian ist ein niederländischer Dialekt, der in der belgischen Hauptstadt Brüssel beheimatet ist. Es handelt sich im Wesentlichen um einen brabantischen Dialekt mit starken französischen Einflüssen sowie einigen spanischen Lehnwörtern. Auch wenn dieser Dialekt heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist, können Sie ihn, wenn Sie das wollen, auch heute noch erleben. Wie Wikipedia schreibt, führt das Königliche Theater Toone, ein folkloristisches Marionettentheater im Zentrum Brüssels, noch immer Puppenspiele auf Brusselisch auf.

Die Brasserie de la Senne braut seit dem Jahr 2003 professionell Bier und seit 2010 auf ihren eigenen Brauanlagen auf Brüsseler Stadtgebiet. Brasserie de la Senne war damit die 2. Brüsseler Stadtbrauerei. Die andere ist die ikonische Lambicbrauerei Cantillon, die seit mehr als 120 Jahren in Brüssel Lambic braut. Die Brasserie de la Senne identifiziert sich sehr stark mit ihrer Heimatstadt, weswegen es ihnen so wichtig war auf Brüsseler Stadtgebiet zu brauen und nicht in einem Vorort. Die Brauerei ist nach dem Fluss benannt, an deren Ufern die Stadt Brüssel vor über 1.000 Jahren hervorging: die Senne. Brasserie de la Senne war maßgeblich beteiligt an der „New Wave“ des Brüsseler Craftbiers. Sie setzten sich schon für stark gehopfte Biere ein, bevor sich dieser Trend in Belgien etablierte. Neben hopfigen Ales werden auch barrelaged Biere, Biere gemischter Gärung und Biere mit wilden Hefen (Brüsseler Brettanomyces) gebraut. In der Produktion setzen sie auf ausschließlich natürliche Zutaten, die nach strengen Qualitätskriterien selektiert und eingekauft werden.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine hellbraune feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal 1A.

Das Bier duftet angenehm nach Kaffee und dunkler Schokolade, nach Karamell und Vanille.

Der Antrunk ist wider Erwarten nur mäßig süß und er wird durch eine sehr feinperlige Kohlensäure begleitet. Auf der Zunge kommt der Geschmack nach Zartbitterschokolade massiv in den Vordergrund und er verdrängt die anderen Aromen fast vollständig. Die Süße tritt weiter in den Hintergrund. Langsam kommt bei mir auch eine fruchtige Note nach schwarzen Johannisbeeren an. Obwohl Bitterstoffe nur dezent vorhanden sind, ist das Bier doch wirklich vollmundig. Der Abgang ist recht trocken und jetzt wird auch die Bittere kräftiger. Zum Schokoladengeschmack gesellen sich Noten nach Espresso. Der Geschmack klingt lange in der Kehle nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker zur Flaschengärung, Hopfen, Roggenmalz, Hefe

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Brasserie de la Senne
Drève Anna Boch 19-21
1000 Brüssel
Belgien
www.brasseriedelasenne.be

CrossBeau – Smokey Joe

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber wenn ich an Bier aus dem Sauerland denke, fallen mir nur Veltins und Warsteiner ein. Aber es gibt dort noch mehr Brauereien. Eine ist die CrossBeau Brewing in Wenden, von der das Bier stammt, das jetzt vor mir steht. Dabei handelt es sich wie der Name bereits aussagt um ein Rauchbier. Da bin ich ja mal gespannt.

Kupferfarben mit einer kräftigen Hefetrübung zeigt sich das Bier im Glas. Die anfangs überdurchschnittlich große Schaumkrone fällt leider schnell in sich zusammen. Da sollten die Sauerländer noch einmal nachjustieren.

Rauch kann ich nur wenig riechen. Das Schinkenaroma, das ich an den Bieren aus Bamberg so mag, fehlt hier weitgehend. Dafür duftet das Bier nach Kaffee und es strahlt eine für ein Rauchbier ungewöhnliche Frische aus. Das ist zwar nicht das, was ich erwartet habe, aber es gefällt mir.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Der Rauchgeschmack kommt auf der Zunge überraschend kräftig in den Vordergrund, begleitet durch den Duft nach Kaffee und Vanille. Dazu kommt ein angenehm weiches Mundgefühl. Der Rauch wird in der Kehle noch einmal kräftiger, während die Bittere eher verhalten zum Ausdruck kommt. Dafür klingt der Geschmack sehr lange nach.

Smokey Joe ist ein süffiges Bier mit mildem Rauch, das auch für Einsteiger in die Rauchbiere geeignet ist. Am Abend könnte ich mir dieses Bier zu einer deftigen Aufschnittplatte gut vorstellen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

15° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

CrossBeau Brewing UG
Schwalbenweg 5
57482 Wenden
www.crossbeau-brewing.de