Archiv der Kategorie: Biertest

Brewdog – Punk AF

Über die schottische Brauerei Brewdog habe ich bereits mehrfach geschrieben, beispielsweise hier. Da mir keine neuen Infos über die Brauerei vorliegen, komme ich direkt zum Bier Punk AF, das jetzt vor mir steht. AF steht für „alkoholfrei“, und das Bier ist ein IPA.

Golden und opalisierend präsentiert sic das Bier im Glas. Die größtenteils feinporige Schaumkrone ist eher klein, bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet nach Orangenschale, Honig, Vanille und Pfirsich, wobei die süßen Töne deutlich überwiegen.

Der Antrunk ist frisch und weist nur eine leichte Süße auf. Dafür ist die Karbonisierung kräftig. Auf der Zunge gesellt sich ein ordentliches Bitter zur Süße. Dazu spiegeln sich die Aromen auf der Zunge wider. Das Punk IPA gefällt mir recht gut, aber trotzdem ist das Mundgefühl nicht ganz vollmundig. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches Bitter mit einem mittellangen Nachklang aus.

Das Punk IPA gehört eindeutig zu den besseren alkoholfreien Bieren, auch wenn es, wie bei den meisten alkoholfreien Bieren im Mundgefühl noch Luft nach oben gibt. Aber eventuell ist für das Füllen dieser Lücke dann doch der Alkohol erforderlich.

Zutaten:

Wasser, Laktose, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Hafermalz, Weizenmalz, Milchsäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

BrewDog plc
Balmacassle Commercial Park
Ellon
AB41 8BX
Großbritannien
www.brewdog.com

für

BrewDog GmbH
Im Marienpark 23
12107 Berlin

O’Hara’s – Irish Pale Ale

Gelegen in Irlands traditionellem Malz- und Hopfenanbaugebiet, dem „Barrow Valley“, hat sich die O’Haras Brewery einen Namen als Pionier der Craft Beer Bewegung in Irland gemacht. Das Unternehmen wurde im Jahr 1996 durch Seamus O’Hara gegründet. Seitdem wird dort Bier auf traditionelle Art und Weise und unter Verwendung traditioneller Zutaten hergestellt.

Das Irish Pale Ale, das jetzt vor mir steht, beschreibt die Brauerei wie folgt: „Bei unserer Interpretation eines India Pale Ale stiehlt der Hopfen dem Malz die Show. Eine klug gewählte Kombination aus Malz und Weizen sorgt für einen vollen Körper und ein großzügiges Mundgefühl. Die späten Hopfenzugaben im Kessel einschließlich des Amarillo-Hopfens bilden die Grundlage für die lebhaften und würzigen Aromen, die man danach findet. Eine abschließende Trockenhopfung nach dem Kochen kurbelt das Niveau der fruchtigen Hopfenaromen an, die alle Liebhaber alle Liebhaber des IPA-Stils genießen.“ Na, das klingt doch gut, dann will ich die Flasche mal öffnen.

Kupferfarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt. Die Optik gefällt mir schon mal.

Düfte nach Karamell steigen mir zusammen mit holzigen Noten in die Nase. Abgesehen vom Zitronenschalenduft enthält das Aroma überraschend wenig Fruchtigkeit, aber insgesamt ist es schon in der Lage, mich neugierig auf den ersten Schluck zu machen.

Der Antrunk ist frisch mit leichter Süße. Auffällig ist die sehr kräftige Karbonisierung. Auf der Zunge breitet sich ein kräftiges fruchtiges Bitter aus; das Mundgefühl ist voll und schwer. Bitter ist auch im Abgang der hervorstechende Eindruck, der lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

13.5° Plato

Bittereinheiten:

45 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Carlow Brewing Company Ltd
Royal Oak Road
Bagenalstown
Co. Carlow
Irland
www.carlowbrewing.com

Hertl – Papa’s Weißheit

Die Braumanufaktur Hertl nennt sich selbst die kleinste und geilste Brauerei Frankens. Ich kann aus eigener Erfahrung weder bestätigen, wie klein die Brauerei ist noch wie geil. Eine Besonderheit von David Hertl ist, dass er seine Biere immer seinen Familienmitgliedern widmet. Heute geht es um Papas Weißheit, ein Weizenbier. Damit kann ich was anfangen. Beschäftige ich mich also lieber mit dem Bier.

Golden und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Bereits beim Einschenken steigt mir der für ein Weizenbier typische Duft nach Bananen in die Nase. Die sahnige Schaumkrone, die sich beim Einschenken bildet, ist durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten.

Das Bier duftet angenehm nach Banane, Nelke und frisch gemahlenem Getreide.

Der Antrunk ist stiltypisch spritzig-süß, passend zur reichlich enthaltenen Kohlensäure. Auf der Zunge ist das Bier fruchtig mit einer leichten Säure, dazu kommt der Geschmack der Hefe, die an Biskuitteig erinnert. Das Mundgefühl ist weich und voll. Der Abgang ist mild und ich kann nur wenige Bitterstoffe feststellen, die kurz nachklingen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Bittereinheiten:

ca. 20 IBU

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
www.braumanufaktur-hertl.de

 

Belgoo – Extra IPA

Nun steht mal wieder ein Bier aus der Brouwerij Belgoo in Sint-Pieters Leeuw, südwestlich von Brüssel, vor mir. Bislang haben mir alle Biere aus dieser Brauerei gut gefallen, so dass ich mich jetzt auf ein angenehmes Trinkerlebnis freue.

Weizengelb und opalisierend läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine leicht überdurchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Düfte nach Zitrusfrüchten, Ananas und Harz steigen mir in die Nase, dazu grasige und blumige Noten. Abgerundet wird das Aroma durch einen Hauch Karamell, der sich aus dem Hintergrund meldet.

Der Antrunk ist trocken und mir fällt die sehr feinperlige Kohlensäure auf. Die Zunge meldet mir ein kräftiges Bitter, wobei auch die Süße kräftiger wird. Die Fruchtigkeit ist für ein IPA überraschend zurückhaltend. Dafür ist das Mundgefühl voll. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches Bitter mit langem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafer, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Belgoo
G. Wittoickstraat 61
1600 Sint-Pieters-Leeuw
Belgien
www.belgoobeer.com

And Union – Saturday

So, jetzt steht das Bier vor mir, das And Union für den Samstag vorgesehen hat, ein helles und naturtrübes Lagerbier mit ganz durchschnittlichen 5 Volumenprozent Alkohol. Dann will ich mich mal überhaupt nicht mit der Vorrede aufhalten und die Flasche öffnen.

Strohblond und opalisierend mit deiner durchschnittlich voluminösen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas.

Düfte nach Biskuit, Heu und Zitronenschale steigen mir in die Nase. Da hoffe ich auf ein richtig leckeres Bier.

Der Antrunk ist leicht süß, was zur geringen Carbonisierung des Saturday passt. Auf der Zunge übernimmt schnell das Bitter das Zepter, unterstützt durch die Fruchtigkeit des Hopfens. Das Mundgefühl ist weich. Der Abgang ist überraschend mild mit einem durchschnittlichen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Perle, Select, Tradition, Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten‍:

25 IBU

Brauerei:

And Union GmbH
Lindwurmstr. 114
80337 München
www.andunion.com

DjuDju – Mango Beer

Dju Dju Mango ist ein exotisches Fruchtbier mit Mango nach afrikanischer Rezeptur. Gebraut wurde das Bier in Flandern, allerdings ist nicht wie bei den meisten belgischen Fruchtbieren ein Sauerbier die Grundlage, sondern ein Witbier. Mal sehen, wie sich das so macht.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone bleibt lange erhalten. Optisch gefällt mir das Bier schon mal besser als die Fruchtbiere auf Sauerbierbasis.

Das Aroma duftet intensiv fruchtig nach Mango, während der Duft nach Karamell sich diskret im Hintergrund hält.

Auch der Antrunk ist fruchtig-süß mit einer feinperligen und sanften Kohlensäure. Auf der Zunge bleibt dieser Eindruck erhalten, wird mir persönlich aber fast zu extrem. Der Geschmack erinnert eher an einen Fruchtcocktail als an ein Bier. An einem warmen Sommerabend kann das aber durchaus passend sein. Der Abgang ist sehr mild und der Fruchtgeschmack klingt kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Mango, Hefe, Hopfen, Aroma

Alkoholgehalt:

3,6 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

3° – 6° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Huyghe
Geraardsbergsesteenweg 4/B
9090 Melle
Belgien
www.delirium.be

im Auftrag von:

New Allied African Breweries
P.O.Box 674
Tema
Ghana

Sarstedterin

Dasfünfte und (vorläufig) letzte Bier aus der Sarstedter Braumanufaktur von Maik-Oliver Towet und Stefan Böker ist die Sarstedterin, ein dunkles Lager, das jetzt vor mir steht und mich verführen möchte.

Dunkelrot mit einer sahnigen hellbraunen Schaumkrone, die sehr lange erhalte bleibt, sieht die Sarstedterin schon mal sehr anziehend aus.

Düfte nach Karamell, dunkler Schokolade und Trockenfrüchten steigen mir in die Nase. Bei der Auswahl der Zutaten scheinen Maik-Oliver und Stefan wirklich nicht kleinlich gewesen zu sein.

Der Antrunk ist recht süß, was aber durch die kräftige Kohlensäure gut ausgeglichen wird. Die Süße bleibt auch auf der Zunge bestehen, während das Aroma der Trockenfrüchte als Feigengeschmack in den Vordergrund rückt. Der Geschmack erinnert mich auch an eine Reifung auf Holz. Einige Bitterstoffe unterstützen den Geshcmack, so dass ein volles und rundes Mundgefühl entsteht. Der Abgang ist fruchtig mit langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Bierhefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Reimot Braumanufaktur
Voss-Str. 35B
31157 Sarstedt
www.sarstedter-bier.de

Troubadour – Imperial Stout

Manchmal frage ich mich bei einem Bier, was sich die Brauer wohl dabei gedacht haben, als sie das Bier entwickelt haben, das gerade vor mir steht. Beim Troubadour Imperial Stout wird diese Frage bereits auf der Website beantwortet: „Wir dachten, wir sollten einmal ungezogen sein. Und zwar so stark, dass wir ein Bier gebraut haben, das die Herausforderung des Trinkers annimmt. Wir trinken unser Troubadour Imperial Stout gerne am Ende des Abends: ein kleines Nachglühen, um dem Ganzen das i-Tüpfelchen aufzusetzen.“ Na, dann weiß ich ja schon mal, welchen Maßstab ich bei der Beurteilung dieses Biers anlegen muss.

Blickdicht schwarz mit einer voluminösen festen und haselnussbrauen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, abgerundet durch Vanille.

Der Antrunk ist nicht so süß wie ich es erwartet habe, die S üße wird erst auf der Zunge kräftiger. Begleitet wird sie durch eine leichte Säure und ein passendes Bitter. Das Mundgefühl ist schwer und weich. Im Abbgang wird das Bier trockener und ein sanftes Bitter klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Bittereinheiten:

45 IBU

Farbei:

110 EBC

Brauerei:

Brouwerij The Musketeers
Tramstraat 8
9910 Ursel
Belgien
www.themusketeers.be

Munich Brew Mafia – Das kriminelle Helle

Die Brauer geben an, dass sie sich richtig viel Mühe gegeben haben, um dieses Helle zu entwickeln. Aber nicht nur Mühe ist dafür erforderlich, sondern es vergeht auch dementsprechend viel Zeit. Nach fünf Jahren was es dann endlich soweit und das Helle ging in die Produktion. Jetzt steht es auch endlich vor mir.

In hellem Gelb und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier entgegen. Die Schaumkrone ist feinporig und voluminös und sie bleibt sehr lange erhalten.

Das Malz steht im Mittelpunkt des Aromas, unterstützt durch eine leichte Fruchtigkeit des Hopfens. Damit ist das Bier wirklich stiltypisch, aber da der Hopfen angenehm nach Maracuja und Aprikose duftet, kann von Langweiligkeit keine Rede sein. Hoffentlich ist der Geschmack so gut wie das Aroma.

Und wirklich – der Antrunk ist leicht süß und dabei frisch und spritzig. Wie in der Nase steht auch auf der Zunge das Malz im Zentrum, jetzt unterstützt durch einen leichten Geschmack nach Zitrusfrüchten. Das Mundgefühl ist weich und voll. Im Abgang wird die Fruchtigkeit etwas kräftiger. Außerdem kommt jetzt ein leichtes Bitter dazu.

Das Helle hat es bei mir nicht leicht, denn die meisten Hellen sind in meinen Augen wirklich langweilig. In der Regel sind sie sauber, aber sie können nicht überraschen. Das kriminelle Helle ist hier eine Ausnahme, so dass ich es jederzeit erneut trinken würde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz), Hopfen (Hallertauer Tradition)

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

MBM Braugesellschaft mbH
Gerhardstraße
81543 München
www.munichbrewmafia.de

Viven – Smoked Porter

Tony und Krystle Traen sind die treibenden Kräfte hinter der Brauerei Viven und engagieren sich seit über zwanzig Jahren leidenschaftlich für das Unternehmen.

Krystle, eine der wenigen weiblichen Bierbrauerinnen in Belgien, ist für den Geschmack und die Herstellung der verschiedenen Biere des Sortiments verantwortlich. Sie stellt die Rezepte zusammen und braut die ersten Testchargen in den Kesseln in Damme. Wenn ein neues Bier von Krystle verkostet und für gut befunden wird, wird die Produktion in die Pilotbrauerei in Lochristi verlegt, um größere Mengen brauen zu können. Tony ist für die Bereiche Verwaltung, Transport und Verkauf zuständig. Er begann die Geschichte von Viven vor mehr als zwanzig Jahren rund um den Kirchturm der Vivenkapelle und entwickelte sie nach und nach zu einer international anerkannten Marke. Jetzt steht vor mir das Smoked Porter aus der Brauerei in Flandern.

Schwarz mit einer durchschnittlich großen mittelbraunen Schaumkrone steht das Bier vor mir. Obwohl der Schaum eher gemischtporig ist bleibt er mir doch recht lange erhalten. Ich finde, so muss ein Porter aussehen.

Bei der Farbe und mit dem Hinweis auf Rauchmalz im Namen ist wohl klar, dass das Aroma nach Espresso im Vordergrund steht, dazu der Duft nach Schinken und dunkler Schokolade. Auch der Alkohol meldet sich in meiner Nase zu Wort und sorgt für eine Ahnung von Likör.

Der Antrunk ist süß und sehr rezent. Auf der Zunge steht das Malz absolut im Vordergrund. Die Röststoffe sind sehr präsent, fast an der Grenze zu verbrannt. Dabei bleibt die Süße erhalten und der intensive Geschmack nach dunkler Schokolade und Röststoffen zwingt mich dazu, das Bier in kleinen Schlucken zu genießen. Die Geschmacksexplosion macht das Bier zu einem reinen Genießerbier, zum Durstlöschen ist es weniger geeignet. Im Abgang kommt noch ein kräftiges aber angenehmes Bitter dazu, das sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7%

Brauerei:

Viven
Stationsstraat 89
8340 Sijsele/Damme
Belgien
www.viven.be