Archiv der Kategorie: Biertest

Val-Dieu – Noël

Ein Weihnachtsbier aus der Abtei Val-Dieu steht jetzt vor mir. Und ich meine, dass es das erste Weihachtsbier ist, das ich trinke, das bei einem renomierten Wettbewerb einen Preis gewonnen hat: 2018 hat es bei den World Beer Awards die Bronzemedaille errungen. Dann bin ich ja mal gespannt auf diesen Genuss.

Bernsteinfarben glänzt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber prangt eine sehr voluminöse feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet angenehm nach Malz und Karamell, unterstützt durch fruchtige Noten, die an grüne Äpfel erinnern sowie durch die Würzigkeit von Zimt.

Im Antrunk besticht das Bier durch eine mäßige Süße, die mit einer sehr feinperligen und doch kräftigen Kohlensäure einhergeht. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Die Fruchtigkeit nnach grünem Apfel wird kräftiger und mischt sich mit der Süße. Das Mundgefühl ist voll und weich, der Alkohol entfaltet seine wärmende Wirkung. Der Abgang ist mild und fruchtig. Leider klingt der Geschmack nur kurz nach.

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Brauerei:

Brasserie de l’Abbaye du Val-Dieu
Val-Dieu 225
4880 Aubel
Belgien
www.val-dieu.com

Leikeim – Wintertraum

Von Leikeim im fränkischen Altenkunstadt kommt das Winterbier, das jetzt vor mir steht. Von Marketing und Design habe ich überhaupt keine Ahnung, weshalb ich auch nur selten auf die Gestaltung der Biere eingehe, die ich hier verkoste. Aber beim Wintertraum von Leikeim mache ich mal eine Ausnahme. Ich finde, dass Leikeim bei der Gestaltung des Etiketts ein wirklich gutes Händchen bewiesen hat. Eine traditionele Gestaltung so hinzubekommen, dass sie auch noch modern wirkt, das ist schon eine Leistung. Nach dem Lob muss ich aber an anderer Stelle kritisieren, genauer gesagt, dass es sich bei der Flasche um eine Reliefflasche handelt. Auf der Vorderseite prangt in der Flasche das Logo der Brauerei und auf der Rückseite der Name. Aus diesem Grund kann die Flasche nur in der Leikeim-Brauerei wiederbefüllt werden. Für Biere, die in der Umgebung der Brauerei verkauft werden, kann ich das ja durchaus verstehen, denn die Brauerei will ihre Flaschen zurückerhalten und das Flaschenpfand ist deutlich niedriger als der Kaufpreis der Flasche. Aber wenn das Bier durch (fast) ganz Deutschland hierher in den Norden gekarrt wird, muss das Leergut auch wieder nach Franken zurückgefahren werden und kann nicht in einer norddeutschen Brauerei wiederbefüllt werden. Wenn wir bedenken, dass die leere Flasche fast so schwer ist wie das Bier, das darin enthalten war, wird uns klar, dass hier wirklich unnötige Transporte anfallen. Aber kommen wir zum Bier.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich voluminöse größtenteils feinporige Schaumkrone ist schneeweiß und bleibt sehr lange erhalten.

Das Aroma zeigt mir bereits, dass das Bier über einen kräftigen Malzkörper verfügt, aber auch der Hopfen kommt mit seiner Würzigkeit zum Einsatz.

So ist auch der Antrunk würzig-frisch. Leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure etwas sehr knapp dosiert. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und die Würzigkeit des Hopfens gesellt sich dazu, allerdings ohne ein besonderes Bitter. Das Mundgefühl ist voll und weich. Im Abgang kommt das Bitter etwas mehr in den Vordergrund und klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Brauerei:

Brauhaus Altenkunstadt
Andreas Leikeim GmbH & Co KG
Gewerbegebiet 4
96264 Altenkunstadt
www.leikeim.de

Het Nest – SchuppenBoer Winter 2020

Nun steht das SchuppenBoer Winter 2020 vor mir, ein saisonales Bier aus der Brauerei Het Nest im flandrischen Oud-Turnhout. Das Bier wurde im Rumfass gereift, ein Grund, weshalb ich mich auf dieses Bier besonders freue.

Bernsteinfarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist opuent und bleibt lange erhalten. Ein Bier wie gemalt.

Das Bier duftet nach Biskuit mit fruchtigen Noten nach Zitrusfrüchten. Abgerundet wird der Duft durch das Aroma des für die die Reifung verwendeten Holzfasses, das sowohl den Duft des Rums als auch von Vanille auf das Bier überträgt.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine diskrete Süße aus, die durch die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure ergänzt wird. Auf der Zunge verstärkt sich die Süße und der Geschmack des Rums kommt zum Tragen. Die zehn Volumenprozent Alkohol wärmen den Körper. Das Mundgefühl ist dickflüsig und likörartig. So geht es auch in der Kehle weiter. Der Geschmack des Rums und die Bitterstoffe halten sich in etwa die Waage und besonders der Rum klingt lange nach.

Auch wenn es sich beim SchuppenBoer Winter 2020 um ein recht komplexes Bier handelt, ist es doch einfach zu trinken und der Alkohol ist gut eingearbeitet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker, Kräuter

Alkoholgehalt:

10 % Vol.

Brauerei:

Het Nest
Beyntel 17
2360 Oud Turnhout
Belgien
www.brouwerijhetnest.be

Das Gold Ochsen Jahrgangsbier 2021 ist der Ulmer Rotbock

Wie in jedem Jahr haben die Brauer von Gold Ochsen in Ulm auch in diesem Jahr einen Sondersud kreiert, ein rotes Bockbier, das dem berühmten Rotbier aus Nürnberg nachempfunden wurde. Ich habe das Bier zwar noch nicht verkosten können, aber nachdem ich bereits einige Sondersude aus der Ulmer Traditionsbrauerei trinken konnte, die mich alle begeistern konnten, stelle ich dieses Bier einfach mit Hilfe der Pressemitteilung vor. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass auch dieses Jahrgangsbier sich als besonderes Weihnachtsgeschenk für jeden Bierliebhaber eignet.

Für die limitierte 9. Sonderedition ihrer beliebten Reihe an einzigartigen Jahrgangsbieren hat sich die Brauerei Gold Ochsen wie bereits die Jahre zuvor etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Liebhaber außergewöhnlicher Bierspezialitäten dürfen sich auf den Gold Ochsen Ulmer Rotbock freuen – ein intensiv-aromatisches Starkbier mit leuchtend rotbrauner Farbe und einem Alkoholgehalt von 7,2 Volumenprozent. Das Jahrgangsbier 2021 ist eine Hommage an das traditionsreiche untergärige Nürnberger Rotbier, das bereits im frühen Mittelalter gebraut wurde – noch lange vor dem Weißbier. „Die Interpretation unserer Braumeister als Bockbier führt die Reihe unserer beliebten Jahrgangsbiere optimal fort. Der Gold Ochsen Ulmer Rotbock wird Bierkenner mit seinem markanten, ausbalancierten Geschmack, dem Duft nach Karamell- und Trockenfrüchten sowie dem feinporigen, cremefarbigen Schaumpolster begeistern“, ist sich Gold Ochsen-Geschäftsführerin Ulrike Freund sicher. Das Jahrgangsbier 2021 passt wunderbar zu deftigen Fleischgerichten sowie zu pikanten Gemüse- und Käsevariationen. Außerdem lässt sich diese einzigartige Bierspezialität auch ideal als Aperitif genießen. Der in limitierter Auflage von 1.597 – angelehnt an das Gründungsjahr 1597 der Brauerei – per Hand in elegante 0,75-Liter-Flaschen abgefüllte Gold Ochsen Ulmer Rotbock ist im Brauerei Shop, im Ochsen Shop in der Ulmer Innenstadt sowie bundesweit über den Gold Ochsen Online Shop erhältlich.

Wie schon im Mittelalter haben die Gold Ochsen-Braumeister für das untergärige Starkbier ausschließlich Gerstenmalz verwendet. Die Wahl fiel dabei auf ausgesuchte Braumalzsorten, die dem Bockbier seine intensive, rotbraun leuchtende Farbe verleihen. Diese Optik ist nicht nur namensgebend für den Ulmer Rotbock, sondern steht auch für seinen kräftigen, ausgewogenen malzaromatischen Körper, der Zunge und Gaumen erfreut. Verfeinert wird das Bockbier durch die Verwendung von vier sorgfältig ausgesuchten Aromahopfensorten.

Seine harmonisch herbe Note, die sich vor allem durch zitrusartige und grasig-grüne Nuancen auszeichnet, verdankt das Bockbier dem edlen Tettnanger Aromahopfen. Ihm zur Seite steht die wiederentdeckte Hopfensorte „Rottenburger“, die Töne von Zedernholz, Sandelholz, Kiefer, Lavendel, grüner Paprika und Pfefferminze in die Komposition einbringt. „Diese Hopfensorte ist Anfang der 1970er-Jahre mit dem Niedergang des Hopfenanbaus in Rottenburg am Neckar und der Umstellung auf neue Sorten von der Bildfläche verschwunden. Nur eine Pflanze überlebte und wurde vom Hopfenanbaubetrieb Ludwig Locher über 40 Jahre liebevoll gepflegt, bis sie in den Jahren 2012 bis 2014 wieder kultiviert wurde“, erzählt Stephan Verdi, 1. Braumeister und technischer Betriebsleiter bei Gold Ochsen. Die Hopfenpflanzerfamilie Locher baut bereits seit 1936 Hopfen für die Brauerei Gold Ochsen an. Sie war es auch, die die dritte Hopfensorte – den fast verloren gegangenen „Petit Blanc“ aus der Champagne – während einer Wein- und Käseverkostung in Frankreich im Hof eines ehemaligen Hopfenbauern wiederentdeckte. Dieser besondere Hopfen verleiht dem Jahrgangsbier 2021 intensive Aromen von Papaya, Melone, Kirsche, Piña Colada, Zitronenblüten-Grüntee und Bienenwachs. „Die vierte und letzte Hopfenbeigabe – der Aromahopfen „Perle“ – stammt aus dem Hopfengarten der Brauerei Gold Ochsen. Sie wurde zur Abrundung des Hopfenbouquets am Tag des Einbrauens des Jahrgangsuds abgeerntet und als Grünhopfen in den Whirlpool gegeben. Mit ihren blumigen, zitrusartigen, fruchtigen, johannisbeerigen und würzigen Aromen sorgt sie für den letzten Schliff des Ulmer Rotbocks“, so Verdi abschließend.

Traugott Simon – Winterbier

Wenn die jahreszeitlichen Biere, jetzt also das Weihnachts- und Winterbier, auf den Markt kommen, will auch die zu Edeka gehörende Getränkemarktkette Trinkgut nicht abseits stehen und bietet ein Winterbier an, das jetzt vor mir steht. Die Kette bewirbt dieses Bier wie folgt: „Diese Spezialität, das festliche Winterbier, gibt’s jedes Jahr zur „dunklen“ Jahreszeit. Ein vollmundiges und herzhaftes Geschmackserlebnis perfekt passend zu kalten Winterabenden. Erhältlich von Ende Oktober bis Februar.“ Na gut, dann will diese Spezialität mal verkosten.

Bernsteinfarben und gefiltert, mit einer durchschnittlich großen feinporigen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. Für ein Bier mit einem derart niedrigen Preis macht es wirklich was her.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, abgerundet durch einige würzige Noten, die ich aber nicht genauer bestimmen kann.

Der Antrunk ist recht süß und die Kohlensäure ist zwar feinperlig, nichtsdestotrotz aber wirklich kräftig. Auf der Zunge bleibt die Süße bestehen und ein Bitter in passender Stärke gesellt sich dazu. Fruchtigkeit, besondere Röstnoten oder Säure kann ich nicht feststellen. Damit macht das Bier einen unrunden Eindruck. Im Abgang wird es trockener und der Geschmack nach dunkler Schokolade kommt mehr in den Vordergrund. Dieser Geschmack klingt auch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Traugott Simon
Brau- und Vertriebsgesellschaft mbH
Chemnitzer Str. 24
47441 Moers
www.traugott-simon.de

Bertinchamps – Hiver

Die Familie Humblet war auf der Suche nach einem Standort für den Bau einer neuen Brauerei, um die Tradition und die lange Liste der von ihrem Vater Benoit Humblet gebrauten Biere fortzusetzen.

Im Jahr 2011 entdeckten sie den Bauernhof von Bertinchamps, nicht weit von Gembloux in der Wallonie entfernt. Der Hof war sehr alt und auch ziemlich verfallen. Aber er verfügte über erstaunlichen Charakter und lag in einer Umgebung, die den Vorstellungen der Familie entsprach. Es war Zeit für eine Verjüngungskur und das Renovierungsprojekt begann sofort. Nach fast 2 Jahren harter Arbeit wurde schließlich im März 2013 die Brauanlage in den alten Scheunen installiert. Hochmoderne Gärtanks mit einem Fassungsvermögen von 6.000 hl, ein erstaunlicher Kontrast zwischen moderner Technologie und dem mehr als 7 Jahrhunderte alten Bauernhof. Dort werden inzwischen acht unterschiedliche Biere gebraut. Dazu gehört auch das Hiver, das nur im Winter erhältlich ist und das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Bernsteinfarben, hefetrüb und mit einer leicht überdurchschnittlichen Schaumkrone strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Da der Schaum sehr lange erhalten bleibt, ist an der Optik schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma ist würzig. Die Gewürze, die beim Brauen verwendet wurden, stehen eindeutig im Vordergrund. Ich kann sie nicht im Einzelnen identifizieren, aber eine gewisse Tendenz zu den Kräutern der Provence ist nicht zu übersehen. Dazu kommt die Malzsüße mit einem Karamellduft, so dass das Bier einerseits an einen Kräuterbonbon erinnert, was aber diesmal nicht abwertend gemeint ist, sondern wirklich Lust macht auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß, aber die Kräuter geben dem Bier eine sehr angenehme Würzigkeit. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten und die Kräuter kommennoch weiter in den Vordergrund. Bitterstoffe kann ich kaum feststellen. Obwohl das Bier mit seinen acht Volumenprozent für ein Weihnachts- oder Winterbier nicht übertrieben kräftig und der Alkohol sehr gut in den Geschmack eingearbeitet ist, erinnert es mich doch an einen Likör. Das Mundgefühl ist weich und voll. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter wird etwas kräftiger. In der Kehle stehen zunächst besonders die Kräuter im Vordergrund, aber das Bitter klingt länger nach.

Dieses Bier eignet sich hervorragend zu Wildgerichten, aber auch zur Weihnachtsgans.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Gewürze

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Stammwürze:

18° Plato

Farbe:

20 – IBU 30

Brauerei:

Brasserie de Bertinchamps
4, Rue de Bertinchamps
5030 Gembloux
Belgien
www.bertinchamps.be

Maisel & Friends – Tropical Coast

Der Sieger des vierten Hobbybrauerwettbewerbs von Maisel & Friends und der BrauBeviale heißt Fernando Coppi. Sein „Tropical Coast“ hat sich in der Juryverkostung gegen 160 andere West Coast IPAs durchgesetzt. Fernando durfte als Preis sein Bier auf der Anlage von Maisel & Friends nachbrauen und kürzlich hat die Brauerei mit dem Versand des Bieres begonnen. Eine Flasche habe auch ich bekommen, die ich jetzt verkosten werde.

Golden und opalisierend strahlt mich das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber prangt eine durchschnittlich voluminöse feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an dem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma ist sehr komplex und betörend. Düfte nach Grapefruit, Ananas Litschi und anderen tropischen Früchten steigen mir in die Nase, unterstützt durch den Duft nach Nüssen. Aber auch das Malz kommt zu seinem Recht und steuert aus dem Hintergrund einige süßere Düfte bei.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt, beginnt das Spiel der Hopfenaromen: Zusammen mit einer angenehmen Bitterkeit stürmt ein ganzer tropischer Obstsalat meine Geschmacksknospen. Ich schmecke Aromen nach Ananas, Grapefruit, Orange und Maracuja. Dazu ist das Mundgefühl weich und voll. Im Abgang teilen sich die Süße und das Bitter die Eindrücke in meiner Kehle, wo sie auch lange nachklingen.

Das Bier ist ab sofort im Versand unter www.maiselandfriends.com/shop erhältlich und wie bei allen Sondersuden gilt: wenn weg, dann weg. Schnell sein lohnt sich also.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Idaho 7, Citra, Simcoe, Herkules), Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

14,7° Plato

Bittereinheiten:

60 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

7° Celsius

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

La Botteresse – Noël

Lüttich (Liége) ist die Hauptstadt und auch das kulturelle Zentrum der Wallonie. Die Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Und noch ein Tipp, wenn Sie dort sind: Nicht weit davon entfernt liegt Saint Georges sur Meuse, der Sitz der Brauerei La Botteresse, aus der das Weihnachtsbier stammt, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große Schaumkrone ist haselnussbraun und fällt relativ schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet röstig-süß nach Kaffee und Nuss, auch der Alkohol macht sich bereits in der Nase bemerkbar.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe und obwohl die Kohlensäure feinperlig ist, ist sie doch wirklich kräftig. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, dazu kommt eine leichte fruchtige Säure, die an Birnen erinnert. Das Mundgefühl ist weich und voll. Der Abgang ist überraschend schlank. Auch in der Kehle macht sich die leichte Säure bemerkbar, die recht lange nachklingt.

Alkoholgehalt:

10,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie La Botteresse SCRL
6 Rue Fond Méan
4470 Saint-Georges-sur-Meuse
Belgien
www.labotteresse.be

Engel – Weihnachtsbier

Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt das beschauliche Crailsheim, wo auch die Biermanufaktur Engel ihren Sitz hat, von der das Weihnachtsbier stammt, das jetzt vor mir auf seine Verkostung wartet.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich voluminöse Schaumkrone, die auch durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Biskuitteig, unterstützt durch eine leichte Fruchtigkeit, die an Zitrusfrüchte erinnert.

Der Antrunk ist leicht süß mit einer feinperligen aber kräftigen Kohlensäure. Auf der Zunge tritt ein überraschend kräftiges Bitter dazu, das aber der Malznote durchaus ihren Platz überlässt und sie nicht in den Hintergrund drängt. Der Abgang ist recht schlank. Obwohl das Bitter in der Kehle schwächer wird, klingt es überraschend lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Perle, Magnum), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,9° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

8° Celsius

Brauerei:

Biermanufaktur Engel GmbH & Co. KG
Haller Straße 29
74564 Crailsheim
www.engelbier.de

 

Boucanier – Christmas Ale

Das Wort Boucanier ist von dem Begriff Boucan abgeleitet, einer alten Grillmethode, die auf den haitianischen Inseln verwendet wird. Dort gab es in der Vergangenheit viele Deserteure, die sich zusammentaten, um vorbeifahrende Schiffe auszurauben. Sie nannten sich Boucanier. Das Bier, das diesen Namen trägt, wird seit 40 Jahren von Vansteenberge gebraut, steht jetzt vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Bernsteinfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine durchschnittlich große elfenbeinfarbene und feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Karamell. Die Süße des Aromas erinnert an Rübensirup. Auch der Duft des Alkohols steigt mir in die Nase und gibt dem Bier eine Likörnote.

Der Antrunk überzeugt durch die Süße der Karamellmalze sowie die feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und ein passendes Bitter kommt zusammen mit der Würzigkeit des Hopfens dazu. Aus dem Hintergrund meine ich, auch den Geschmack von Nüssen wahrzunehmen. Das Mundgefühl ist cremig und rund und der Alkohol wirkt wärmend. Auch den trockneren Abgang teilen sich bittere und süße Geschmacksnoten, die durchschnittlich lange nachklingen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Brauerei:

Icobes b.v.b.a.
Durmakker 23
9940 Evergem
Belgien