Archiv der Kategorie: Biertest

Klosterbrauerei Weißenohe – Pils

Die fränkische Weißenoher Klosterbrauerei geht auf ein Benediktinerkloster aus dem 11. Jahrhundert zurück. Vermutlich wurde sie bereits um das Jahr 1050 gemeinsam mit dem Kloster gegründet, so dass die heute zu den ältesten Brauereien in Deutschland zählt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Brauerei privatisiert und wird heute als klassische Familienbrauerei von Familie Winkler geführt. Der Name Weißenohe leitet sich ab von der Bedeutung ‚Ort am weißen Bach‘, womit der Bach Kalkach gemeint ist.

Hell goldfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die schneeweiße Schaumkrone ist feinporig und bleibt sehr lange erhalten. So muss ein Pils aussehen.

Düfte nach hellem Malz mit einer leichten Honigsüße und kräftigen feinwürzigen Noten steigen mir in die Nase. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass dieses fränkische Pilsener weniger gehopft ist als ein norddeutsches Bier.

Der Antrunk ist für ein Pils recht süß. Die Süße wird durch eine dazu passende Karbonisierung begleitet. Auf der Zunge entwickelt sich ein überraschend kräftiges Bitter. Trotzdem ist das Mundgefühl schlank und das Bier ist angenehm süffig. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches Bitter mit sehr langem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hersbrucker)

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Farbe:

6 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Klosterbrauerei Weißenohe GmbH & Co.KG
Klosterstraße 20
91367 Weißenohe
www.klosterbrauerei-weissenohe.de

 

Vleesmeester – Black Pudding

Tatsächlich – ein belgisches Bier, das Black Pudding heißt. Black Pudding hat nichts mit den in Deutschland bekannten Puddingsorten zu tun, sondern es handelt sich um ein Rezept aus der englischen Küche, im Grunde eine Grützwurst, deren Hauptzutat Schweineblut ist und die warm gegessen wird. Ähnliche Rezepte gibt es auch in deutschen Küchen. Hier heißen sie Pfefferpotthast, Pfannenschlag oder auch Knipp. Sicherlich gibt es in anderen Gegenden Deutschlands noch weitere Bezeichnungen für ähnliche Rezepte, diese sind mir aber nicht bekannt.

Auch wenn das Bier den gleichen Namen hat, hat es selbstverständlich nichts mit einer Grützwurst zu tun, es handelt sich um ein Imperial Stout mit elf Volumenprozent Alkohol, das mit Vanille und in Bourbon getränkten Eichenspänen gereift wurde. Klingt interessant? Ist es auch. Also höchste Zeit, die Flasche zu öffnen.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine haselnussbraune feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. So stelle ich mir ein Imperial Stout vor.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade und Mokka, dazu kommen leichte Rauchnoten und Vanille. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist stiltypisch süß. Die Kohlensäure ist angenehm sehr feinperlig, aber leider nur in sehr geringer Menge vorhanden. Auf der Zunge dominiert der Geschmack nach dunkler Schokolade und Vanille. Er ist sehr angenehm und nicht überwältigend intensiv. Die elf Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet, so dass sie den Geschmack nach Schokolade unterstützen und wärmend wirken, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Jetzt meine ich auch, eine leichte Säure zu schmecken. Der Abgang ist mild, der Geschmack nach Schokolade bleibt auch in der Kehle im Vordergrund. Obwohl auch jetzt nur wenig Bitter zu schmecken ist, klingt der Geschmack einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Roggen, Weizen, Hafer, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

11,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Anders
Stadsbeemd 1400
3545 Halen
Belgien

für

Vleesmeester Brewery
Strijdersstraat 18
2650 Edegem
Belgien
www.vleesmeesterbrewery.eu

Weserländer – Premium Pils

Weserländer ist eine Handelsmarke, die von der Brauerei Wolters in Braunschweig für die Firma Getränke Ahlers in Achim in der Nähe von Bremen gebraut wird. Nun ist Wolters nicht unbedingt für Genussbiere bekannt, aber ich will dem Weserländer Premium Pils trotzdem eine Chance geben.

Hell goldfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die aber leider sehr schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist hopfig-würzig, so wie ich es bei einem norddeutschen Pils erwarte.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine stiltypische Süße aus, die durch eine sehr feinperlige Kohlensäure begleitet wird. Leider ist die Kohlensäure eher knapp bemessen. Auf der Zunge überwiegt ein nicht sehr angenehmes Bitter, das alle anderen Geschmackseindrücke verdrängt. Das Mundgefühl ist eher schlank. Der Abgang zeichnet sich durch ein kratziges Bitter aus, das zum Glück nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Hofbrauhaus Wolters GmbH
Wolfenbütteler Straße 39
38102 Braunschweig
www.hofbrauhaus-wolters.de

Für

Getränke Ahlers GmbH
Industriestraße 15
28832 Achim
www.ahlersgetraenke.de

De Leite – Ma mère Spéciale

Luc Vermeersch ist fasziniert von alten Handwerkstechniken. So begann er im Jahr 1997 in seinem Gartenhaus eine kleine Brauereianlage zu installieren. Die damalige Anlage, mit der er pro Sud 30 Liter Bier brauen konnte, hat er in Finnland erworben. Dazu kam eine zweitägige Einweisung in das Bierbrauen. In den folgenden zehn Jahren hat er durch viel Übung und Selbststudium seine Kenntnisse erweitert, so dass er im April 2008 die Brauerei De Leite anmelden konnte.

Seine Biere wurden stark nachgefragt, so dass er Anfang 2011 seine Brauerei vergrößern musste und nun 60 Hektoliter pro Brauvorgang herstellen konnte. Trotzdem musste er die Brauerei schnell weiter ausbauen und heute kann er 110 Hektoliter auf einen Schlag brauen.

Heute braut er 14 verschiedene Biere, darunter der Ma Mère Spéciale, ein helles Bitter. Der Name ist dabei ein Wortspiel. Das französische Wort für bitter ist „amère“, und so lag es nahe, das Bier „Ma Mère Speciale“ zu nennen. Es ist der Mutter des Braumeisters Luc gewidmet

Gold-orangefarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine sehr voluminöse feste Schaumkrone, die auch sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist sehr hopfenbetont und würzig, so dass die Aromen des Malzes kaum noch zum Tragen kommen. Aber es steht ja bereits auf dem Etikett, dass das Bier ein goldenes blondes Bitter ist.

Im Antrunk kommt eine leichte Malzsüße zum Tragen, die von einer sehr feinperligen und dabei doch kräftigen Kohlensäure begleitet wird. Auf der Zunge drängt sich das Bittere in den Vordergrund, so dass das Bier durchaus an ein IPA erinnert, dem aber die Fruchtigkeit fehlt. Trotz des kräftigen und kantigen Geschmacks ist das Mundgefühl angenehm weich. Im Abgang wird das Bitter zurückhaltender und freundlicher, klingt aber trotzdem sehr lange nach.

Das Ma Mère Speciale würde ich nicht noch einmal trinken, ohne dass ich das passende Essen dazu habe. Aber zusammen mit einem indischen Curry oder thailändischen Speisen kann ich es mir sehr gut vorstellen.

Bislang habe ich knapp 3000 Biere beschrieben und ich glaube, dass ich in noch keiner Beschreibung so häufig das Wort „sehr“ verwendet habe. Aber es stimmt: dieses Bier aus der Brauerei De Leite geht in jeder Hinsicht an die Grenzen. Man muss es nicht unbedingt mögen, aber es hat wirklich Charakter und ist auf seine Art einzigartig.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Bittereinheiten:

65 IBU

Farbe:

9 EBC

Brauerei:

Brouwerij De Leite
De Leiteweg 32A
8020 Oostkamp
Belgien
www.deleite.be

Maisel & Friends – Bourbon Bock 2022

Mittlerweile ist es bereits fast eine Tradition: in jedem Jahr wird der Bourbon Bock von Maisel & Friends neu aufgelegt. Jetzt steht der Jahrgang 2022 vor mir, es ist immerhin bereits der fünfte Bock, der in den Holzfässern in Bayreuth unter den Augen der Gäste der Brauereigaststätte Liebesbier gereift ist. Der Jahrgang 2021 war der erste, den ich verkostet habe, und er hat mir sehr gut gefallen. Jetzt will ich herausfinden, ob der Jahrgang 2022 ebenso gut gelungen ist.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Der feinporige Schaum ist elfenbeinfarben, fällt aber leider recht schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist betörend. Ich rieche Karamell, intensive Whiskeynoten und Trockenpflaumen, dazu Marzipan und einige würzige Noten, aus denen ich Muskat herauszuriechen meine. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Wie erwartet zeichnet sich der Antrunk durch eine kräftige Karamellsüße aus und er besticht durch seine sehr feinperlige Kohlensäure. Allerdings würde ich mir eine etwas kräftigere Karbonisierung wünschen.

Auf der Zunge kommt der Geschmack nach getrockneten oder karamellisierten Früchten in den Vordergrund. Sehr gut darauf abgestimmt ist der Geschmack nach Whiskey und Eichenholz, den das Whiskeyfass auf das Bier übertragen hat. Abgerundet wird der Geschmack durch Aromen nach Vanille und würzige Noten. Die 8,0 Volumenprozent Alkohol wärmen Körper und Geist. Dazu kommt ein cremiges und volles Mundgefühl. Bitter ist stiltypisch nur wenig vorhanden. Obwohl die Bittere im Abgang etwas kräftiger wird, bleibt doch auch in der Kehle die Fruchtigkeit dominant. Der Geschmack klingt noch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Abbaye des Rocs – Brune

Ende der 1970er Jahre war eine schwere Zeit für die Brauereien in Belgien. Gleich zwei multinationale Konzerne verdrängten sie vom Markt oder kauften sie auf – InBev und Heineken. In dieser Situation hatte das Ehepaar Eloir den Mut, eine neue Mikrobrauerei zu gründen. Die Brasserie Abbaye des Rocs im wallonischen Montignies-sur-Roc, einen Steinwurf von der französischen Grenze entfernt, war geboren. Heute wird die Brauerei in 2. Generation von der gemeinsamen Tochter Nathalie und ihrem Ehemann Georges geführt. Beim Abbaye des Rocs Brune hat sich das Team besondere Mühe bei der Entwicklung des Rezepts gegeben und braut das Bier mit einer zweifachen Vergärung, mit sieben verschiedenen Malzen und drei unterschiedlichen Hopfenarten aus Belgien, Deutschland und Tschechien.

Braun läuft das Bier ins Glas. Die Schaumkrone löst sich sofort auf und ist daher keiner Erwähnung wert.

Das Bier duftet nach Karamell, Trockenfrüchten wie Rosinen, nach Vanille und leicht nach Rauch. Abgerundet und unterstützt werden die Aromen durch die 9,0 Volumenprozent Alkohol.

Im Antrunk fällt zunächst die kräftige Kohlensäure auf, die aber durchaus zur Süße des Bieres passt. Auf der Zunge dominiert vor Allem der Geschmack nach Rosinen, dazu kommt eine leichte fruchtige Säure. Der Alkohol ist in den Geschmack sehr gut eingearbeitet. Er unterstützt die anderen Aromen und krängt sich nicht in den Vordergrund. Aber er wärmt, besonders im Abgang. Jetzt kommt auch ein leichtes Bitter zur Fruchtigkeit, das lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Gewürze, Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Farbe:

20 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 12° Celsius

Brauerei:

Brasserie de l’Abbaye des Rocs s.a.
Chaussée Brunehault
7387 Mintignies-sur-Roc
Belgien
www.abbayedesrocs.com

Hofmühl – Hell

Die Privatbrauerei Hofmühl wurde im Jahr 1492 in Eichstätt gegründet. Das ist zwar schon sehr lange her, aber noch nicht weiter erwähnenswert. Aber Hofmühl gehört zu den ersten Solarbrauereien weltweit und spart durch den Einsatz der Sonnenenergie in jedem Jahr etwa 80.000 Liter Heizöl ein. Das ist doch schon was.

Aber die Brauerei ist nicht nur alt und umweltfreundlich, sondern von dort stammt auch gutes Bier. Hier die Auszeichnungen für das Helle, das jetzt vor mir steht:

  • 2006 World Beer Cup: Gold
  • 2013 Monde Selection: Silber
  • 2015: World Beer Awards: Gold

Na, dann kann ja eigentlich nicht viel schiefgehen. Öffne ich also die Flasche und schenke das Bier ein.

Orangefarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große gemischtporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Das Aroma ist nicht allzu ausgeprägt, aber das Bier duftet angenehm nach Karamell und gelben Früchten, abgerundet mit einige würzigen Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine angenehme Karbonisierung aus. Das Mundgefühl ist sanft und weich und voller, als ich es aufgrund des Aromas erwartet hätte. Das Bitter ist gut auf die Süße abgestimmt. Das milde Bitter dominiert mit seinem überraschend langen Nachklang auch den Abgang.

Alles in Allem ist das Hofmühl Hell wunderbar süffig. Auch wenn ich die Hellen sonst eher meide, weil ich sie in der Regel für langweilig halte – an das Hofmühl Hell könnte ich mich gewöhnen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Privatbrauerei Hofmühl GmbH
Hofmühlstr. 10
85072 Eichstätt
www.hofmuehl.de

Dunekeun – Tripel

Nach langer Zeit steht mal wieder ein Bier aus der Kustbrouwerij im flämischen Middelkerke vor mir. Die Brauerei steht für originelle und hochwertige Biere, die überraschen. Beim Dunekeun, das jetzt vor mir steht, verstehe ich bereits den Namen nicht so ganz. Dune ist das niederländische Wort für Düne, der zweite Wortteil Keun erinnert an das niederländische Konijn, Kaninchen. Da neben dem Namen ein Hase abgebildet ist, nehme ich mal an, dass meine Interpretation stimmt und da bald Ostern ist, passt das Bier auch genau in die Jahreszeit.

Bernsteinfarben und mit kräftiger Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei entsteht eine durchschnittlich voluminöse Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik des Dunekeun ist schon mal sehr ansprechend.

Das Bier duftet nach Biskuitteig und Banane, abgerundet durch kräftige würzige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie eine durch die reichlich vorhandene Kohlensäure angenehme Spritzigkeit aus. Auf der Zunge kommt schnell der Hopfen in den Vordergrund. Dabei ist das Bier eher gering bitter, die Würzigkeit steht im Vordergrund. Der Geschmack ist stiltypisch intensiv, das Mundgefühl voll und rund. Die 8,5 Volumenprozent Alkohol sind sehr gut in das Bier eingearbeitet, so dass sie den Geschmack des Bieres unterstützen. Der Abgang ist recht mild mit einem geringen freundlichen Bitter, das aber trotzdem sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Gewürze

Alkoholgehalt:

8,5% Vol.

Bittereinheiten:

34 IBU

Farbe:

18 EBC

Brauerei:

Kustbrouwerij

Kuipersstraat 9
8432 Middelkerke
Belgien
www.kustbrouwerij.be

Lang-Bräu – Pils

In Oberfranken liegt Wunsiedel-Schönbrunn, die Heimat des Lang-Bräu Pils, das jetzt vor mir steht. Pils ist nicht gerade die Spezialität der Franken, aber eventuell schafft es die Brauerei ja trotzdem, ein Pils zu brauen, das mich begeistern kann.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feinporige schneeweiße Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal 1a.

Das Bier duftet angenehm nach Getreide und Karamell, abgerundet mit kräftigen würzigen Noten. Offensichtlich handelt es sich hier um eine gelungene Umsetzung eines traditionellen Pilseners.

Im Antrunk ist das Bier etwas süßer als ich es erwartet habe. Die Karbonisierung ist etwas knapp ausgefallen, dafür ist die Kohlensäure aber sehr schön feinperlend. Das Mundgefühl ist weich und voll. Außerdem ist die Bittere gut auf die Süße abgestimmt. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes freundliches Bitter mit recht langem Nachklang aus.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,7° Plato

Bittereinheiten:

29 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Lang-Bräu OHG
Bayreuther Str. 19
95632 Wunsiedel-Schönbrunn
www.lang-braeu.de

 

Brasserie de l‘Abbaye des Rocs – Blanche des Honnelles 1979

Aus Montignies-sur-Roc in der Wallonie stammt das Blanche des Honnelles 1979, das als „Dubble Wit“ angeboten wird. Ein Dubble Wit bzw. Blanche Double habe ich vorher noch nicht gesehen. Dass die Brauerei noch angibt, dass das Bier dreifach vergoren ist, macht die Sache nicht einfacher. Eigentlich müsste es dann doch wohl als Triple Wit beworben werden.

Golden und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine nur kleine Schaumkrone, die sich sofort auflöst. An der Optik muss die Brauerei aber wirklich noch arbeiten.

Das Aroma ist vollkommen anders als erwartet. Ich rieche keine Orangenschale und nur wenig Koriander. Dafür dominieren für ein Wit untypische Aromen nach Karamell, Walnuss und hellen Früchten. Auch die 6,0 Volumenprozent Alkohol sind deutlich zu riechen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine anfangs reichliche Karbonisierung aus. Die Kohlensäure verflüchtigt sich aber schnell. Übrig bleibt eine leichte Fruchtigkeit, die an helle Früchte erinnert. Obwohl das Mundgefühl recht schlank ist, bietet das Bier eine ordentliche Süffigkeit. Nur die Bittere ist eher knapp ausgefallen. Auch der Abgang ist fruchtig und schlank mit kurzem Nachklang.

In der Regel ist ein Witbier leicht mit einem deutlichen Geschmack nach Orangenschale und Koriander. Der Koriander ist bei diesem Bier in Anklängen vorhanden, die Orangenschale vermisse ich vollständig. Von einem Dubbel Wit würde ich eine schwerere Version eines Witbiers erwarten. So ist das Blanche des Honnelles 1979 ein gut trinkbares Bier, das meine Erwartungen aber leider absolut nicht erfüllt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafer, Hopfen, Gewürze, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 6° Celsius

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Brasserie de l’Abbaye des Rocs s.a.
Chaussée Brunehault 37
7387 Mentignies-sur-Roc
Belgien
www.abbayedesrocs.com