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Europas Bierbranche unter Druck: Zwischen Absatzrückgang, Regulierung und neuen Chancen

Die weltweite Bierbranche erlebt seit einigen Jahren eine Phase der Ernüchterung. In Nordamerika meldete die Brewers Association zuletzt erneut rückläufige Absatzzahlen und eine sinkende Zahl an Craft-Brauereien in den USA. Auch Kanada verzeichnete 2024 zum zweiten Mal in Folge einen Rückgang: Laut Berechnungen von Jason Foster (On Beer) sank die Zahl der Brauereien um 2,9 Prozent. In Mexiko kommen zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten zusätzlich neue US-Zölle, die die Lage weiter verschärfen.

Besser sieht es auch in Europa nicht aus. Das zeigt ein aktueller Bericht der Brewers of Europe, des europäischen Brauereiverbands mit Sitz in Brüssel. Zwar ist die Zahl der Brauereien mit rund 9.700 Betrieben stabil geblieben, doch die Absatzmengen gehen weiter zurück und liegen inzwischen deutlich unter dem Niveau von 2019, also vor der Pandemie.

Für Julia Leferman, Generalsekretärin der Brewers of Europe, geht es dabei um mehr als wirtschaftliche Kennzahlen. Ihrer Ansicht nach steht ein Teil der europäischen Alltagskultur auf dem Spiel.

„Wir sagen gerne, dass Bier mehr ist als nur ein Produkt“, erklärt Leferman. „Es ist seit Jahrhunderten Teil des europäischen Lebens. Es geht nicht nur darum, die Bierwirtschaft zu schützen, sondern Lebensgrundlagen, Gemeinschaften und die Verbindung zwischen Menschen zu bewahren.“

Rückgänge mit regionalen Unterschieden

Wie der Bericht zeigt, ähneln die Herausforderungen in Europa denen in Nordamerika: schwächelnde Konjunktur, steigende Kosten und ein veränderter Umgang mit Alkohol. Gleichzeitig ist die Situation nicht überall gleich. Während viele Länder Rückgänge melden, gibt es einzelne Ausnahmen wie Italien, wo bestimmte Segmente noch leicht wachsen.

Hinzu kommt eine Besonderheit des europäischen Marktes: mögliche neue Regulierungen auf nationaler und EU-Ebene. Die Brewers of Europe fordern daher „regulatorische Stabilität und Unterstützung“. Wie diese konkret aussehen könnte, bleibt allerdings offen.

Große Brauereien verlieren stärker

In Polen lassen sich die Verschiebungen gut beobachten. Marek Kamiński, Inhaber von Browar Kingpin und Berater der Brauerei Browar Wąsowo nahe Poznań, beschreibt die Lage nüchtern:

„Aus Sicht des Gesamtmarktes geht es nach unten“, sagt Kamiński. „Den Höchststand bei Produktions- und Verkaufszahlen haben wir 2018 erreicht.“

Seitdem sind Produktion und Konsum in Polen um rund 20 Prozent gesunken. Die Verluste verteilen sich jedoch ungleich.

„Man kann klar sagen, dass vor allem die Großen verlieren“, so Kamiński weiter. „Sie verlieren Volumen bei klassischem Lagerbier und bei starkem Lager.“

Während diese traditionellen Kategorien schrumpfen, wächst alkoholfreies Bier weiter und macht inzwischen etwa zehn Prozent des polnischen Marktes aus. Internationale Konzerne wie Heineken, Carlsberg oder Asahi verlieren Marktanteile und schließen teilweise traditionsreiche Standorte. Kleinere Brauereien sind davon bislang weniger stark betroffen.

„Dem Craft-Bier-Segment geht es sichtbar besser“, erklärt Kamiński. „Vor der Pandemie ist es sehr dynamisch gewachsen. Heute hat sich das Wachstum verlangsamt, aber der Markt ist weitgehend stabil.“

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Tschechien. Dort trifft der Rückgang des Pro-Kopf-Konsums vor allem industrielle Brauereien. Die großen Anbieter reagieren mit Exportoffensiven sowie einem stärkeren Fokus auf alkoholfreie Biere, Radler und andere Getränke. Kleinbrauereien halten sich trotz steigender Kosten für Rohstoffe, Energie und Personal bislang vergleichsweise gut.

Auch in Ungarn zeigt sich eine Sättigung an der Spitze des Marktes. Nathan Ford, Export Sales Manager bei Horizont Brewing in Budapest, beobachtet deutliche Verluste bei den größten Produzenten, während kleinere Brauereien stabile oder leicht steigende Zahlen melden.

„Für alle wird es schmerzhaft und finanziell anspruchsvoll, zu überleben“, sagt Ford.

Wirtschaft, Konsumverhalten und Regulierung

Die Probleme der europäischen Brauereien haben mehrere Ursachen. Zum einen erholt sich die Wirtschaft in vielen EU-Ländern nur langsam. Besonders deutlich ist das in Deutschland, dessen Wirtschaft seit Jahren stagniert. Laut einem Bericht der New York Times haben allein dort innerhalb von zwölf Monaten mehr als 50 der rund 1.500 Brauereien geschlossen.

Zum anderen verändert sich das Trinkverhalten. Der Absatz in Kneipen, Cafés und Restaurants ist seit 2018 in vielen Ländern deutlich zurückgegangen, während mehr Bier zu Hause konsumiert wird. Gleichzeitig verschwinden spezialisierte Getränkefachgeschäfte, etwa in Deutschland und Polen. Gerade kleinere Brauereien geraten dadurch unter Druck, da sie oft keine eigenen Vertriebsstrukturen haben.

Eine weitere Herausforderung sind neue gesetzliche Regelungen, häufig vorangetrieben von alkoholkritischen Bewegungen. In Polen wird über ein Gesetz diskutiert, das Alkoholwerbung stark einschränken oder vollständig verbieten könnte – ähnlich wie eine Regelung, die im Sommer in Lettland in Kraft trat.

„Wenn das kommt, können wir nicht einmal mehr unsere sozialen Medien nutzen oder öffentlich über unsere Biere sprechen“, sagt Kamiński.

Andere Regulierungen, etwa zu nachhaltiger Verpackung und Recycling, erscheinen sinnvoll, können aber je nach Umsetzung unterschiedlich wirken. In Polen beantragten kleine Brauereien Ausnahmen von einem neuen Pfandsystem, da sie nur etwa zwei Prozent Marktanteil haben. In Ungarn hatten große Brauereien vor Einführung eines ähnlichen Systems pfandfreie Verpackungen auf Vorrat gekauft und konnten Preise länger stabil halten. Kleine Betriebe mussten die Mehrkosten sofort weitergeben.

Strengere Vorhaben wie Irlands geplante Gesundheitswarnhinweise auf Alkohol – vergleichbar mit Zigarettenpackungen – wurden inzwischen verschoben. Die Einführung ist nun erst für 2028 geplant. Als Begründung nannte die Regierung unter anderem wirtschaftliche Belastungen durch neue US-Zölle und andere Schwierigkeiten der Getränkeindustrie.

Anpassungsfähigkeit als Vorteil

Trotz aller Probleme sieht Sam Fleet vom Brussels Beer Project Chancen für kleinere Brauereien. Diese seien oft flexibler als große Konzerne. BBP brachte zuletzt mit Delta Zero ein alkoholfreies Bier auf den Markt, basierend auf dem erfolgreichen Delta IPA – als Ergänzung zum bisherigen NA-Bier Pico Bello.

„Das macht inzwischen zehn Prozent unseres Umsatzes aus“, sagt Fleet. „In unserer Größenordnung können wir sehr schnell reagieren.“

In Budapest setzt Horizont Brewing ebenfalls auf neue Wege. Neben Bier produziert die Brauerei inzwischen auch botanische Limonaden, Tees und Cold-Brew-Getränke.

„Wir haben gerade eine Reihe alkoholfreier Cold-Brew-Getränke veröffentlicht“, erklärt Ford. „Viele Craft-Brauereien entwickeln sich aktuell zu allgemeinen Getränkeherstellern.“

Bier als Teil europäischer Kultur

Auch Julia Leferman sieht langfristige Chancen. Bier habe im Vergleich zu Wein und Spirituosen einen moderateren Alkoholgehalt, und alkoholfreie Varianten gewinnen weiter an Bedeutung. Zudem verfüge die Branche mit Mehrwegfässern über besonders nachhaltige Verpackungen.

„Unsere Mitglieder haben die umweltfreundlichste Verpackung überhaupt – das Fass“, sagt Leferman. „Es hat eine Lebensdauer von 25 Jahren, kann immer wieder genutzt werden und bietet enorme Vorteile.“

Was die Branche aus ihrer Sicht vor allem brauche, sei weniger finanzielle Unterstützung als flexible, differenzierte Gesetzgebung. Einheitliche Lösungen seien nicht für alle Länder sinnvoll – etwa bei Pfand- oder Recyclingsystemen.

Dabei sollte die Politik nicht vergessen, welche Rolle Bier in Europa spielt. Laut dem Bericht der Brewers of Europe beschäftigt die Branche direkt rund 120.000 Menschen, hinzu kommen zahlreiche Arbeitsplätze in Gastronomie, Landwirtschaft und Logistik.

„Wir sind Teil der europäischen Geschichte“, sagt Leferman. „Genau das verteidigen wir – um zu verhindern, dass ein Sektor stigmatisiert wird, der tief in Europas Landwirtschaft, Kultur und Zukunft verwurzelt ist.“

Störtebeker Brauspezialitäten zum Jahresbeginn mit überarbeitetem Design

Die Brauspezialitäten aus Stralsund starten ins neue Jahr mit einem überarbeiteten Markenauftritt. Bewährte Elemente wie die rote Fahne und die Kraweele bleiben erhalten, gleichzeitig wirkt das Design klarer, moderner und prägnanter. Ziel ist es, die Marke zeitgemäß zu präsentieren und zugleich die Verbindung zu bestehenden Fans zu erhalten.

Nach fast zehn Jahren hat Störtebeker sein Erscheinungsbild angepasst. Der nordische Charakter und die bekannten Markenzeichen wurden nicht ersetzt, sondern in ihrer Wirkung neu kombiniert. So ist das Logo nun als Wort-Bild-Marke vertikal angeordnet, die rote Fahne nimmt eine zentrale Position ein, und die Kraweele auf den Bauchetiketten rückt stärker ins Zentrum. Auch die Sortenlabels auf den Flaschen sind größer gestaltet, während die typischen farbigen Kronkorken die Sortenlogik beibehalten. Insgesamt ergibt sich ein klar strukturiertes und aufgeräumtes Erscheinungsbild.

Die Veränderungen wirken sich auch auf die Sortenkategorien aus: Die fruchtig-herben Ale-Biere wie Atlantik-Ale, New England IPA und Pazifik-Ale präsentieren sich künftig als eigenständige Familie mit roter Fahne am Flaschenhals. Die alkoholfreien Brauspezialitäten sind nun klarer als eigene Kategorie erkennbar, unter anderem durch weiße Kronkorken und Halsetiketten. Die farblich geteilten Labels verbinden dabei die alkoholfreien Sorten mit den entsprechenden alkoholhaltigen Varianten.

Der Relaunch entstand in einem rund einjährigen Prozess, an dem interne und externe Teams beteiligt waren. Jedes Detail wurde überprüft, diskutiert und angepasst. Laut Marketingsprecher Aljoscha Taukel ging es dabei darum, die Stärken der Marke sichtbar zu machen, ohne das Bekannte zu verlieren: klare Haltung, nordische Herkunft und ein charakterstarker Auftritt.

Die ersten Flaschen im neuen Design werden Ende Januar im Handel erhältlich sein. Parallel wird das überarbeitete Markenbild auch in anderen Bereichen umgesetzt, etwa in Anzeigen und auf der Website. Mit dem Relaunch zeigt Störtebeker, dass sich eine etablierte Marke modernisieren kann, ohne ihre Wurzeln aufzugeben.

Krombacher Gruppe erzielt 2025 ein stabiles Ergebnis

Die Krombacher Gruppe blickt auf ein schwieriges Geschäftsjahr 2025 zurück. Die allgemeine Konsumlaune blieb gedämpft, der Handel agierte zurückhaltend und die Gastronomie stand weiterhin unter erheblichem Druck. Vor diesem Hintergrund konnte das Unternehmen sein Ergebnis insgesamt stabil halten. Maßgeblich dazu beigetragen haben die weiterhin solide Entwicklung der Dachmarke Krombacher sowie das wachsende Gewicht alkoholfreier Getränke im Sortiment.

Der Gesamtausstoß der Krombacher Gruppe lag 2025 bei 7,553 Millionen Hektolitern und damit leicht unter dem Vorjahreswert. Die Dachmarke Krombacher entwickelte sich dagegen positiv und kam auf 5,702 Millionen Hektoliter, was einem leichten Zuwachs entspricht. Die alkoholfreien Getränke rund um Schweppes, Orangina und Dr Pepper erreichten zusammen 1,605 Millionen Hektoliter und blieben damit hinter den starken Ergebnissen der Vorjahre zurück. Dennoch machen alkoholfreie Produkte inzwischen rund 40 Prozent des gesamten Portfolios aus – ein deutlicher Hinweis auf die veränderten Konsumgewohnheiten.

Nach Einschätzung des Unternehmens war 2025 vor allem für alkoholhaltige Getränke ein schwieriges Jahr. Die Nachfrage ging weiter zurück, während die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Gastronomie und Handel angespannt blieben. Umso wichtiger erwies sich die breite Aufstellung der Gruppe mit alkoholischen und alkoholfreien Marken.

Im Biermarkt, der weiterhin unter Druck steht, konnte sich Krombacher gegen den Trend behaupten. Die Marke blieb Marktführer in Deutschland und baute ihre Anteile sogar aus. Krombacher Pils zeigte eine stabile Entwicklung, während das alkoholfreie Sortiment erneut für Wachstum sorgte. Produkte wie Krombacher o,0% Pils, NaturRadler o,0%, Spezi und Fassbrause legten teilweise deutlich zu und bestätigten die strategische Ausrichtung der Marke.

Begleitet wurde diese Entwicklung von einem Marken-Relaunch, der 2025 umgesetzt wurde. Mit einer überarbeiteten Optik und einer klareren Positionierung sollte die Marke zeitgemäß weiterentwickelt werden. Für 2026 ist mit Krombacher o,0% Herb bereits eine weitere alkoholfreie Neuheit angekündigt.

Ein gemischtes Bild zeigt sich bei Schweppes. Nach Jahren starken Wachstums fiel 2025 schwächer aus, unter anderem aufgrund der nachlassenden Nachfrage nach klassischen Tonic-Varianten infolge des rückläufigen Gin-Booms. Trotz sinkender Absätze konnte die Marke jedoch Marktanteile gewinnen. Gleichzeitig entwickelten sich die Schweppes Virgin Range sowie die Zero-Produkte sehr positiv, insbesondere im direkten Konsum ohne Alkohol. Für 2026 ist mit Schweppes Virgin Mojito Zero eine weitere alkoholfreie Variante geplant.

Erfreulicher verlief das Jahr für Orangina, das 2025 ein Rekordergebnis erzielte. Auch Dr Pepper setzte seinen Wachstumskurs fort und gehört weiterhin zu den dynamischsten Marken im Portfolio der Gruppe.

Parallel zum Marktgeschehen setzte die Krombacher Gruppe ihre umfangreichen Investitionen fort. Bereits 2024 begonnene Modernisierungen wurden 2025 weitergeführt. Dazu zählen der Umbau zentraler Abfüllanlagen, technische Anpassungen an die zunehmende Sortenvielfalt sowie Investitionen in Logistik und Produktionskapazitäten am Standort Krombach. Insgesamt investierte das Unternehmen dafür über 100 Millionen Euro. Ziel ist es, sowohl das wachsende Segment alkoholfreier Getränke als auch das klassische Biergeschäft langfristig auf hohem Qualitätsniveau abzusichern.

Für 2026 kündigt die Krombacher Gruppe an, diesen Kurs fortzusetzen. Neue Produkte, weitere Modernisierungen und die Pflege der Marken sollen auch im kommenden Jahr im Mittelpunkt stehen. Damit versteht sich das Unternehmen zunehmend als breit aufgestellter Getränkeanbieter, der auf veränderte Konsumgewohnheiten reagiert, ohne seine Wurzeln im Biergeschäft aus dem Blick zu verlieren.

Brasserie de la Senne – Schieve X-MAS

Die Brasserie de la Senne ist eine belgische Kleinbrauerei aus Brüssel (Molenbeek-Saint-Jean), gegründet 2003 von Yvan De Baets und Bernard Leboucq. Sie ist nach dem Fluss Senne benannt und hat sich einen Namen gemacht mit charaktervollen, unfiltrierten Ales, die traditionell gebraut werden und sich durch eine ausgewogene Bitterkeit auszeichnen. Die Biere werden ohne Pasteurisierung und Zusätze hergestellt und zeigen ein klares Profil, oft mit malzigen und hopfigen Noten, statt übertrieben süßlicher oder stark gewürzter Weihnachtsstile. Jetzt steht das Schieve X-MAS vor mir. Dabei handelt es sich um ein saisonal angebotenes Winter Ale bzw. ein Belgian Strong Ale mit 8 Volumenprozent Alkohol. Es ist ein Weihnachts- bzw. Winterbier, das sich von klassischen stark gewürzten Festbieren abhebt, da es ohne zusätzliche Gewürze oder Früchte gebraut wird. Allein das macht mich neugierig. Daher öffne ich jetzt die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Dunkel bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine cremige beige Schaumkrone, die sehr lange stabil bleibt.

Das Aroma des Bieres ist angenehm und ausgewogen. Ich rieche Biskuit und Karamell, Banane und einen Hauch Zitrusfrüchte. Trotz seines Festbierstils ist das Bouquet eher dezent und ausgewogen, ohne dominierende Gewürz- oder Zuckeraromen.

Der Antrunk ist recht süß, aber durch die reichliche Karbonisierung durchaus spritzig. Auf der Zunge verhält sich das Bier, wie ich es von einem belgischen Winter- bzw. Weihnachtsbier erwarte: das Mundgefühl ist samtig, dabei wirkt das Bier schwer und enthält nur wenige Bitterstoffe. Der Geschmack ist intensiv und malzbetont, aber auch die Fruchtnuancen nach Bitterorange und Mandarine kommen zum Tragen. Etwas Lakritzgeschmack sorgt für die nötige Komplexität. Auch wenn ich sonst den Geschmack mit verbrauter Gewürze mag, empfinde ich es in diesem Fall als angenehm, dass die Brauer in diesem Fall keine Gewürze verwendet haben. In der Kehle wird das Bier trockener und die Bittere legt etwas zu und sie klingt sehr lange nach.

Zu diesem Bier passen winterlich-kräftige Speisen wie Gänsebraten und Wildgerichte, aber auch Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und selbstverständlich Lübecker Marzipan.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, vergorener Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Brasserie de la Senne
Drève Anna Boch 19-21
1000 Brüssel
Belgien
www.brasseriedelasenne.be

Das Geheimnis spannender alkoholfreier Cocktails? Bier – ganz ohne Alkohol

Alkoholfreies Bier hat in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Entwicklung hingelegt. Wo früher dünne, süßliche Kompromisse dominierten, stehen heute aromatische Lager, Pale Ales oder sogar Stouts im Regal, die ihrem alkoholhaltigen Vorbild erstaunlich nahekommen. Doch das neue alkoholfreie Bier kann mehr, als nur pur getrunken zu werden: In Bars und Restaurants entdeckt man es zunehmend als kreative Zutat für alkoholfreie Cocktails.

Denn alkoholfreies Bier bringt etwas mit, das vielen „klassischen“ alkoholfreien Drinks fehlt: Tiefe, Struktur und Charakter. Statt Saft, Sirup und Limonade liefert es Bitterkeit, Hefearomen, Malzsüße, Säure oder Hopfenfrische – je nach Stil. Genau diese Vielfalt macht es für Bartender so interessant.

Während alkoholfreie Cocktails lange Zeit eher wie eine Pflichtübung wirkten, wächst heute der Anspruch, auch Gästen ohne Alkohol komplexe, erwachsene Geschmackserlebnisse zu bieten. Alkoholfreies Bier hilft dabei, diese Lücke zu schließen. Es sorgt nicht nur für Aroma, sondern auch für ein Mundgefühl, das näher an klassischen Cocktails liegt – weniger Limo, mehr Drink.

Ein weiterer Vorteil: Bier ist geschmacklich leichter zu „ersetzen“ als hochprozentige Spirituosen. Während alkoholfreie Alternativen zu Whisky oder Gin oft ein deutlich anderes Profil haben, bleibt alkoholfreies Bier seinem Ursprung erstaunlich treu. In gemixten Drinks wirkt es deshalb harmonischer und weniger künstlich.

Dabei muss alkoholfreies Bier nicht einmal zwingend flüssig ins Glas kommen. Einige Bars arbeiten mit Sirupen aus alkoholfreiem Bier, die durch langsames Entgasen und Einkochen entstehen. Besonders malzbetonte Stile wie Porter oder Stout liefern so intensive Noten von Kaffee, Schokolade oder Karamell – ideal für alkoholfreie Varianten klassischer Drinks wie Old Fashioned oder Manhattan. Hopfenbetonte Biere wiederum bringen Bitterkeit und Frische ins Spiel, ersetzen Alkoholbiss und verlängern den Drink, ohne ihn wässrig wirken zu lassen.

Wichtig ist dabei Fingerspitzengefühl. Alkoholfreies Bier sollte nicht überdeckt werden, sondern mit anderen Zutaten zusammenspielen. Ein vorsichtiger Kontrast funktioniert meist besser als ein aromatisches Feuerwerk. Wird der Biercharakter respektiert, bleibt er präsent und verleiht dem Cocktail seine Identität.

Auch Kohlensäure spielt eine größere Rolle, als man denkt. Feinperlige, gut karbonisierte alkoholfreie Biere bringen Lebendigkeit, Textur und optische Effekte ins Glas – von üppigen Schaumkronen bis hin zu prickelnder Frische. Gerade bei modernen, leichteren Drinkkonzepten ist das ein echter Pluspunkt.

Ganz neu ist die Idee übrigens nicht. Biermischgetränke wie Shandy, Radler oder Michelada zeigen seit Jahrzehnten, wie gut Bier mit anderen Zutaten harmonieren kann. Neu ist eher der Anspruch: weg vom einfachen Durstlöscher, hin zum bewusst gestalteten alkoholfreien Cocktail mit Charakter.

Während alkoholfreie Biercocktails gerade erst breiter wahrgenommen werden, zeichnet sich bereits der nächste Schritt ab: Drinks mit reduziertem Alkoholgehalt. Mischungen aus alkoholfreiem Bier und klassischen Aperitif-Komponenten ergeben überraschend vielschichtige Getränke mit deutlich weniger Alkohol – ideal für lange Abende, bei denen Genuss und Maßhalten zusammenfinden sollen.

Am Ende geht es um Vielfalt und Gleichberechtigung im Glas. Alkoholfreie Gäste wollen keine Notlösung sein, sondern echte Alternativen. Alkoholfreies Bier kann genau das liefern: erwachsene Aromen, Tiefe und Trinkfreude – ganz ohne Promille. Und vielleicht ist es genau diese Selbstverständlichkeit, die alkoholfreien Cocktails in Zukunft ihren festen Platz auf jeder guten Getränkekarte sichern wird.

Alkoholfreies Bier: Auf dem Weg vom Nischenprodukt zum festen Bestandteil der Bierkultur

Der Trend zu alkoholfreien Getränken ist längst kein kurzfristiges Phänomen mehr. Was für viele mit dem „Dry January“ beginnt, setzt sich über das gesamte Jahr fort. Alkoholfreies Bier hat sich dabei von einer Nische zu einem festen Bestandteil des Biermarkts entwickelt – mit stetig wachsenden Marktanteilen.

Auch große Brauereien reagieren auf diese Entwicklung. Die Krombacher Brauerei etwa verzeichnet seit Jahren einen kontinuierlichen Zuwachs bei alkoholfreien Produkten. Laut Unternehmensangaben wächst dieses Segment dynamischer als viele andere Bereiche des Biermarkts. Besonders jüngere Konsumentengruppen, häufig der Generation Z zugerechnet, greifen vermehrt zu Getränken ohne Alkohol – sei es aus gesundheitlichen, sozialen oder schlicht pragmatischen Gründen.

Interessant ist dabei, dass alkoholfreies Bier längst nicht mehr nur als Ersatzprodukt wahrgenommen wird. Stattdessen differenziert sich das Angebot zunehmend nach Anlass und Geschmack. Krombacher unterscheidet beispielsweise zwischen einem alkoholfreien Pils, das sich bewusst am klassischen Biergeschmack orientiert, und einem 0,0-Prozent-Produkt, das stärker auf Erfrischung und Alltagstauglichkeit setzt. Diese Trennung zeigt, dass alkoholfreie Biere nicht mehr als einheitliche Kategorie gedacht werden, sondern unterschiedliche Bedürfnisse bedienen sollen.

Auch auf der technischen Seite ist alkoholfreies Bier deutlich komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Für die Herstellung kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, etwa eine frühzeitig gestoppte Gärung oder die nachträgliche Entalkoholisierung durch Umkehrosmose. Beide Methoden erfordern zusätzlichen Aufwand und beeinflussen das sensorische Ergebnis spürbar. Ziel ist es, je nach Produkt entweder möglichst nah an den Geschmack eines klassischen Bieres heranzukommen oder bewusst leichtere, weniger bierige Profile zu erzeugen.

Begleitend zum wachsenden Markt wird auch das Sortiment weiterentwickelt. Neue Sorten, veränderte Designs und eine stärkere Sichtbarkeit alkoholfreier Biere in der Öffentlichkeit zeigen, welchen Stellenwert das Segment inzwischen für große Brauereien hat. Alkoholfrei ist nicht mehr bloß Ergänzung, sondern Teil langfristiger Strategien.

Unabhängig von einzelnen Marken lässt sich festhalten: Alkoholfreies Bier ist gekommen, um zu bleiben. Die wachsende Vielfalt, verbesserte Brautechnik und veränderte Konsumgewohnheiten sorgen dafür, dass alkoholfreie Biere heute deutlich selbstbewusster auftreten als noch vor einigen Jahren – und zunehmend auch von Biertrinkerinnen und Biertrinkern akzeptiert werden, die früher einen Bogen darum gemacht hätten.

Hoppen un Molt – Pale Ale

Hoppen un Molt ist eine kleine, unabhängige Brauerei, die im Rostocker Ortsteil Warnemünde beheimatet ist, und die sich klar der handwerklichen Braukultur verschrieben hat. Der Name ist plattdeutsch und steht ganz bewusst für das, worum es der Brauerei geht: Hopfen und Malz, ohne Schnickschnack, dafür mit viel Charakter. Die Biere sind meist unfiltriert, nicht pasteurisiert und klar am Stil orientiert, ohne dabei beliebig zu wirken. Jetzt will ich das Pale Ale der Warnemünder Brauer verkosten.

Hell Golden und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine voluminöse feinporige Schaumkrone aus, die sich lange hält. Optisch ist das Bier 1A.

In der Nase stehen stiltypisch die frischen Hopfenaromen im Vordergrund. Zitrusnoten wie Grapefruit und Limette steigen mir in die Nase, abgerundet durch den Duft der Hefe, so dass beinahe der Duft nach Biskuitteig entsteht. Aber auch der Malzkörper kommt aus dem Hintergrund zur Geltung.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie eine reichliche und kräftige Karbonisierung aus. Auf der Zunge zeigt sich eine überraschend kräftige und dabei freundliche Bittere, die aber der Fruchtigkeit die Pole Position überlässt. Bei aller Intensität bleibt das Mundgefühl schlank. In der Kehle wird das Bier trockener und sowohl Bittere als auch Fruchtigkeit klingen lange nach.

Das Pale Ale von Hoppen un Molt ist ein stilsicheres, ehrliches Pale Ale mit norddeutschem Charakter. Es eignet sich sowohl als Einstieg in hopfenbetonte Biere als auch als verlässlicher Begleiter für alle, die ausgewogene Craftbiere schätzen – pur, zum Grillen oder zu unkomplizierten Speisen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,5° P

Bittereinheiten: 

27 IBU

Farbe:

6 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 10° Celsius

Brauerei:

Hoppen un Molt
Alexandrinenstraße 49
18119 Rostock-Warnemünde
https://hoppen-molt.de/

Verteidigung der Wahlfreiheit der Verbraucher und der Zusammenarbeit in Finnlands Bierkultur

Stellungnahme der European Beer Consumers Union (EBCU) zur geplanten Änderung der Biersteuer in Finnland (Übersetzung von mir):

Finnland erwägt derzeit neue Leitlinien zur Verbrauchsteuer, die viele Collaboration Brews für kleine Brauereien faktisch unmöglich machen würden. Nach der vorliegenden Entwurfsinterpretation könnte ein Bier, das mehr als die Namen oder Logos von mehr als einer Brauerei trägt (wie es bei Kollaborationen üblich ist), als „Produktion unter Lizenz“ eingestuft werden. In diesem Fall könnten die beteiligten Brauereien ihre Steuererleichterungen für kleine Brauereien für das gesamte Jahr verlieren. Dies würde nicht nur finnische Brauereien betreffen, sondern auch Importe und internationale Kooperationen – und letztlich die Auswahl für Bierkonsumenten deutlich verringern.

Kollaborationsbiere gehören zu den Besonderheiten der modernen Bierkultur. Wenn zwei oder mehr unabhängige Brauereien gemeinsam ein Bier brauen, teilen sie Ideen, Fachwissen und Leidenschaft – oft auch über Landesgrenzen hinweg. Diese Gemeinschaftsbiere machen in der Regel niemanden reich; es handelt sich meist um kleine Sude, die Bierliebhabern etwas Neues und Spannendes bieten und Brauereien helfen, neue Zielgruppen zu erreichen. Das europäische Recht erkennt an, dass kleine Brauereien gelegentlich zusammenarbeiten, und erlaubt den EU-Mitgliedstaaten, unabhängigen kleinen Brauereien Steuererleichterungen zu gewähren. In vielen Ländern hat dies Zusammenarbeit und Innovation gefördert, ohne steuerliche Regeln auszuhöhlen.

Finnlands Entwurf zur Verbrauchsteuer-Leitlinie schlägt den entgegengesetzten Weg ein. Er würde jedes Bier, das mehr als ein Brauereilogo trägt, als „lizenzierte Produktion“ behandeln und allen beteiligten Brauereien die Steuererleichterung für kleine Brauereien für ein ganzes Jahr entziehen. Selbst wenn kein Geld fließt und das Bier in den eigenen Räumlichkeiten einer Brauerei gebraut wird, würde allein das Vorhandensein eines Partnerlogos ausreichen, um diese Sanktion auszulösen. Das käme einem faktischen Verbot von Kollaborationsbieren für Finnlands kleine Brauereien gleich, würde internationale Kooperationen entmutigen und Finnland zu einem Sonderfall in Europa machen.

Als Europäische Bierkonsumenten-Vereinigung sind wir der Auffassung, dass Verbraucher Auswahl, Vielfalt und Fairness verdienen. Kollaborationsbiere bereichern die Bierlandschaft, stärken grenzüberschreitende Freundschaften und bringen Konsumenten neue Stile und Geschmacksrichtungen näher. Kleine Brauereien daran zu hindern, solche Biere zu brauen, würde Vielfalt und Innovation für Biertrinker in Finnland und darüber hinaus einschränken. Zudem könnten die Exportchancen finnischer Brauereien leiden, während ausländische Brauereien den finnischen Markt meiden könnten – aus Angst, ihren Status als kleine Brauerei zu verlieren. Am Ende hätten Verbraucher weniger Auswahl in den Regalen.

Wir fordern die finnischen Behörden auf, ihren Leitlinienentwurf zu überdenken. Regelungen zur Steuererleichterung für kleine Brauereien sollten klar zwischen echter Auftragsbrauerei (bei der ein Unternehmen die Marke eines anderen produziert) und kreativer Zusammenarbeit unterscheiden, die Verbrauchern neue Erlebnisse bieten. Gleichzeitig appellieren wir an die EU-Politik, dafür zu sorgen, dass der Kooperationsgedanke der Richtlinie 92/83/EWG in allen Mitgliedstaaten einheitlich angewendet wird. Bierkonsumenten in Finnland und ganz Europa verdienen politische Rahmenbedingungen, die Vielfalt, Innovation und faire Behandlung unterstützen.

EBCU: Verteidigung der Wahlfreiheit der Verbraucher und der Zusammenarbeit in der finnischen Bierkultur

Finnland erwägt derzeit einen Gesetzentwurf, der, wenn er in der jetzigen Form beschlossen würde, zur Folge hätte, dass gemeinsame Sude mehrerer Brauereien deutlich erschwert würden, da die beteiligten Brauereien mit deutlich höheren Steuern belegt würden. Die European Beer Consumers Union (EBCU) hat aktuell die folgende Stellungnahme zu diesem Gesetzentwurf herausgegeben (die Übersetzung aus dem Englischen stammt von mir):

Finnland erwägt derzeit neue Leitlinien zur Verbrauchsteuer, die viele Kollaborationsbiere für kleine Brauereien faktisch unmöglich machen würden. Nach der vorliegenden Entwurfsinterpretation könnte ein Bier, das mehr als den Namen oder das Logo einer Brauerei trägt (wie es bei Kollaborationen üblich ist), als „lizenzierte Produktion“ eingestuft werden. In diesem Fall könnten die beteiligten Brauereien ihre Steuererleichterungen für kleine Brauereien für das gesamte Jahr verlieren. Dies würde nicht nur finnische Brauereien betreffen, sondern auch Importe und internationale Kooperationen – und letztlich die Auswahl für Bierkonsumenten deutlich verringern.

Kollaborationsbiere gehören zu den großen Freuden der modernen Bierkultur. Wenn zwei oder mehr unabhängige Brauereien gemeinsam ein Bier brauen, teilen sie Ideen, Fachwissen und Leidenschaft – oft auch über Landesgrenzen hinweg. Diese Gemeinschaftsbiere machen in der Regel niemanden reich; es handelt sich meist um kleine Sude, die Bierliebhabern etwas Neues und Spannendes bieten und Brauereien helfen, neue Zielgruppen zu erreichen. Das europäische Recht erkennt an, dass kleine Brauereien gelegentlich zusammenarbeiten, und erlaubt den EU-Mitgliedstaaten, unabhängigen kleinen Brauereien Steuererleichterungen zu gewähren. In vielen Ländern hat dies Zusammenarbeit und Innovation gefördert, ohne steuerliche Regeln auszuhöhlen.

Finnlands Entwurf zur Verbrauchsteuer-Leitlinie schlägt den entgegengesetzten Weg ein. Er würde jedes Bier, das mehr als ein Brauereilogo trägt, als „lizenzierte Produktion“ behandeln und allen beteiligten Brauereien die Steuererleichterung für kleine Brauereien für ein ganzes Jahr entziehen. Selbst wenn kein Geld fließt und das Bier in den eigenen Räumlichkeiten einer Brauerei gebraut wird, würde allein das Vorhandensein eines Partnerlogos ausreichen, um diese Sanktion auszulösen. Das käme einem faktischen Verbot von Kollaborationsbieren für Finnlands kleine Brauereien gleich, würde internationale Kooperationen entmutigen und Finnland zu einem Sonderfall in Europa machen.

Als Europäische Bierkonsumenten-Union sind wir der Auffassung, dass Verbraucher Auswahl, Vielfalt und Fairness verdienen. Kollaborationsbiere bereichern die Bierlandschaft, stärken grenzüberschreitende Freundschaften und bringen Konsumenten neue Stile und Geschmacksrichtungen näher. Kleine Brauereien daran zu hindern, solche Biere zu brauen, würde Vielfalt und Innovation für Biertrinker in Finnland und darüber hinaus einschränken. Zudem könnten die Exportchancen finnischer Brauereien leiden, während ausländische Brauereien den finnischen Markt meiden könnten – aus Angst, ihren Status als kleine Brauerei zu verlieren. Am Ende hätten Verbraucher weniger Auswahl in den Regalen.

Wir fordern die finnischen Behörden auf, ihren Leitlinienentwurf zu überdenken. Regelungen zur Steuererleichterung für kleine Brauereien sollten klar zwischen echter Auftragsbrauerei (bei der ein Unternehmen die Marke eines anderen produziert) und kreativen Kollaborationen unterscheiden, die Verbrauchern neue Erlebnisse bieten. Gleichzeitig appellieren wir an die EU-Politik, dafür zu sorgen, dass der Kooperationsgedanke der Richtlinie 92/83/EWG in allen Mitgliedstaaten einheitlich angewendet wird. Bierkonsumenten in Finnland und ganz Europa verdienen politische Rahmenbedingungen, die Vielfalt, Innovation und faire Behandlung unterstützen.

Brasserie des Trévires – Brune d’un Noël en Gaume

Die Brasserie des Trévires ist eine relativ junge, unabhängige belgische Handwerksbrauerei mit Sitz in der Gaume-Region (Lamorteau/Rouvroy, nahe der luxemburgischen Grenze). Sie wurde 2018 von einer Gruppe leidenschaftlicher Brauer gegründet, die Tradition, Kreativität und regionalen Charakter miteinander verbinden wollen. Der Name der Brauerei bezieht sich auf die keltische Volksgruppe der Trévires, die einst in der Gegend ansässig war – ein lokales Erbe, das die Identität und Verbundenheit mit der Region betont.

Die Brauerei stellt ein breites Sortiment verschiedenster Biere her, das mehrfach bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnet wurde und traditionelle Stile neu interpretiert. Neben klassischen Sorten gehören auch experimentelle Brauvarianten und saisonale Spezialitäten zur Palette. Besucher können die Brauerei besichtigen, an Verkostungen teilnehmen und im eigenen Shop oder angeschlossenen Restaurant Biere und lokale Küche genießen.

Brune d’Un Noël en Gaume ist Weihnachts-/Winterbier und steht jetzt zur Verkostung vor mir. Die belgischen Weihnachtsbiere zeichnen sich typischerweise durch reichhaltige, komplexe Aromen aus, so dass ich mich auf eine angenehme Verkostung freue.

In einem sehr dunklen braun präsentiert sich das Bier im Glas. Die haselnussbraune Schaumkrone ist feinporig, fällt aber trotzdem recht schnell in sich zusammen.

In der Nase wirkt das Bier sofort weihnachtlich, ohne aufdringlich zu sein. Aromen von Karamell, dunklem Brot und Toffee stehen im Vordergrund. Dazu kommen Trockenfrüchte wie Rosinen und Pflaumen sowie eine dezente Würzigkeit, die an Nelken, Zimt, Lakritz und einen Hauch Muskat erinnert. Der Alkohol ist wahrnehmbar, aber gut eingebunden.

Der Antrunk ist weich und malzbetont. Eine angenehme Süße eröffnet gemeinsam mit der sehr feinperligen Kohlensäure das Geschmackserlebnis, getragen von Noten nach Karamellmalz, braunem Zucker und dunklem Honig. Auf der Zunge entwickeln sich erneut Trockenfrüchte und eine feine, zurückhaltende Würze. Die Kohlensäure unterstützt das volle, runde Mundgefühl. Eine spürbare Bittere fehlt weitgehend, stattdessen sorgt eine leichte Röstigkeit für Balance. Der Alkohol ist weiterhin gut eingebunden und unterstützt die anderen Aromen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. In der Kehle zeigt sich das Bier warm und leicht alkoholisch, mit Noten von Karamell, getrockneten Früchten und einem Hauch Kakao. Die Süße klingt langsam aus, ohne klebrig zu wirken, und hinterlässt einen angenehm wärmenden Eindruck.

Das Brune d’Un Noël en Gaume ist ideal für ruhige Abende, gut passend zu kräftigem Käse, Desserts mit Nüssen oder einfach solo als winterlicher Genuss.

Das Brune d’Un Noël en Gaume umfasst die kreative Bandbreite der Brasserie des Trévires: ein Bier, das lokale Braukunst mit saisonaler Stimmung verbindet und sowohl Biertradition als auch Genuss in den Fokus stellt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Rohzucker, Hopfen, Kakaobohnen, Hefe, Zimt, Rum, Vanille

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

35 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Brasserie des Trévires
Zone artisanale de Lamorteau Nr. 2
6767 ROUVROY (Lamorteau)
Belgien
www.trevires.be