Schlagwort-Archiv: Schwarzbier

Budweiser Dark

Tschechische Brauereien sind ja eher für ihr Pils bekannt. Schließlich wurde das Pilsener in Pilsen erfunden. Aus Budweis kommt seit jeher Lagerbier. Das dunkle Lagerbier ergänzt seit dem Jahr 2004 das traditionelle Bierangebot der Brauerei Budějovický Budvar. Es wird auf eine ähnliche Weise hergestellt wie das originale helle Lagerbier. Bei der Produktion wird Saazer Doldenhopfen verwendet, helles mährisches Malz, Wasser aus 300 m tiefen artesischen Brunnen und drei Sorten von speziellem Gerstenmalz mit besonderer Färbung, in erster Linie Münchener und Röstmalz. Das Dark aus Budweis ist in Deutschland nur selten zu finden und ich bin mal gespannt, wie es sich so macht. Tiefschwarz ist diese Rarität, lediglich als ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert noch ein leichtes Rubinrot durch. Über dem Bier bildet sich eine feinporige hellbraune Schaumkrone, die lange Zeit stabil bleibt. Die Optik dieses Bieres gefällt mir. Das Aroma ist malzig und fruchtig. Düfte von Schokolade und Kaffee steigen mir in die Nase, auch von Trockenfrüchten sowie einige würzige und grasige Noten. Der Antrunk ist recht süß, was aber zusammen mit der feinperligen Kohlensäure durchaus in Ordnung ist. Auf der Zunge lassen die Röststoffe ihre Muskeln spielen. Der Geschmack nach dunkler Schokolade steht eindeutig im Vordergrund, gemischt mit einer feinen Karamellnote. Dazu kommt ein überraschend kräftiges Bitter, das ich aufgrund des Aromas nicht so kräftig erwartet hätte. Der Abgang ist recht wenig bitter, aber der Geschmack nach Schokolade klingt noch lange nach. Mir erscheint das Bier nicht wirklich ausgewogen, aber zu einem deftigen Essen ist es ein guter Begleiter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Helles Malz, Münchner Malz, Karamellmalz, Röstmalz), Hopfen (Saazer)

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

Budweiser Budvar, N.C.
České Budějovice 3
370 04 České Budějovice
Tschechien
www.budejovickybudvar.cz

Leikeim – Feines Schwarzes

Tiefschwarz ist es, das Feine Schwarze von Leikeim aus Altenkunstadt in Oberfranken. Darüber bildet sich ein cremiger hellbrauner Schaum, der nur langsam in sich zusammenfällt.

Das Aroma wird durch Röststoffe dominiert. Ich rieche Kaffee und im Hintergrund einige fruchtige Noten und etwas Vanille.

Der Antrunk ist recht süß mit dem Geschmack nach Karamell und etwas dunkler Schokolade. Leider ist die Kohlensäure nur sehr gering vertreten. Schnell kommt der Geschmack nach Kaffee durch, aber zusätzlich schmeckt das Bier etwas angebrannt. Zumindest für meinen Geschmack hat die Brauerei hier zu viel Röstmalz verwendet. Aber gut, anderen Menschen kann das ja durchaus schmecken. Der Abgang ist leicht bitter, dazu kommt eine leichte Säure. Dafür klingt er aber recht lange nach.

Ich kann mir nicht helfen, aber das können die Franken wirklich besser. Ein Blick auf das Etikett verrät mir, dass das Bier „nach Pilsener Brauart“ gebraut wurde. Ich vermute jetzt mal, dass es sich um ein Pils handelt, das mit Farbebier zu einem Schwarzbier umgeformt wurde und dass die Brauerei bei diesem Sud einfach zu viel Farbebier zugegeben hat. Das ist vom Prinzip her nichts Falsches und muss auch nicht in der Zutatenliste deklariert werden (auch wenn einige Brauereien dies freiwillig tun). Ich glaube, wenn ich mal wieder in die Gegend komme und dieses Bier in einem Regal finde, werde ich es noch einmal testen. Ein zweiter Test kann eigentlich nur besser ausfallen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Röstmalz

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,5° Plato

Brauerei:

Brauhaus Leikeim
Gewerbegebiet 4
96264 Altenkunstadt
www.leikeim.de

Maxlrainer – Aiblinger Schwarzbier

Maxlrain ist ein Ortsteil von Tuntenhausen, gelegen im Landkreis Rosenheim. Ich selbst war nie dort, aber wenn ich mir die Bilder im Internet ansehe, könnte der kleine Ort mit seinem Schloss, seiner Schlossbrauerei und den Heimatfesten einem bayerischen Heimatfilm entsprungen sein. Wenn mir das Bier so gut gefällt wie die Bilder von Maylrain, kann eigentlich nichts schiefgehen. Immerhin wurde die 1636 gegründete Brauerei 2016 bei der DLG 16 x mit der Goldmedaille ausgezeichnet.

Dunkel mahagonifarben steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich ein fester hellbrauner Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier nichts auszusetzen.

Das Aroma enthält erstaunlich wenige Röststoffe, die sich durch einen leichten Kakaoduft zeigen. Stattdessen dominieren neben dem Malz eher blumige Noten. Das ist nicht das, was ich erwartet hatte, aber es gefällt mir nicht schlecht.

Der Antrunk ist leicht süß und die Kohlensäure ist für meinen Geschmack gut dosiert. Schnell gesellt sich der Geschmack dunkler Schokolade zur Süße, gepaart mit einer leichten Säure. Insgesamt ist das Bier rund und recht süffig. Der Abgang ist leicht bitter und auch die Schokoladennoten bleiben erhalten. Der Geschmack klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Brauerei:

Schlossbrauerei Maxlrain GmbH & Co. KG
Aiblinger Str. 1
83104 Maxlrain
www.maxlrain.de

Klosterbrauerei Neuzelle – Schwarze Äbtin

Nun ist es bereits etwas mehr als zwei Jahre her, dass die Klosterbrauerei im brandenburgischen Neuzelle dem Schwarzen Abt die Schwarze Äbtin zur Seite gestellt hat (ich konnte bis heute nicht herausfinden, ob die „Äbtin“ statt der orthografisch korrekten „Äbtissin“ ein Irrtum oder ein bewusster Gag ist). Nun ist das leichte Schwarzbier mit seinen 1,9 Volumenprozent Alkohol endlich zu mir gekommen und wartet auf seine (oder ihre) Verkostung.

Fast blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Nur wenn ich es gegen das Licht halte, schimmert ein leichtes Rubinrot durch. Die sahnige und durchschnittlich große Schaumkrone ist hellbraun und bleibt lange erhalten. Mehr kann ich von der Optik eines Lightbiers wirklich nicht erwarten.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Die Hauptnote ist der Duft nach Kaffee.

Die erste Überraschung kommt, als das Bier erstmals meine Zunge erreicht. Ich habe den Schwarzen Abt als recht süß in Erinnerung, so dass ich mich jetzt wundere, dass die Schwarze Äbtin überraschend trocken ist. Dafür ist aber die Kohlensäure reichlich dosiert, so dass trotz des geringen Alkoholgehalts keine Langeweile aufkommt, denn das Bier ist wirklich spritzig und frisch. Erst auf der Zunge entwickelt sich eine leichte angenehme Süße. Da der Hopfen ziemlich sparsam eingesetzt wurde ist das Bier nicht wirklich vollmundig, sondern es erinnert an einen Malztrunk, ist aber bei Weitem nicht so süß. Auch der Abgang ist röstig und mild.

Insgesamt ist es ein schönes Sommerbier, bei dem ich mir aber durchaus mit dem richtigen Hopfen noch eine deutliche Steigerung vorstellen könnte.

Zutaten:

Schwarzbier (Wasser, Gerstenmalz, Hopfen), Invertzuckersirup

Alkoholgehalt:

1,9 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

Störtebeker Schwarzbier

Nun steht mal wieder ein Bier aus der Hansestadt Stralsund vor mir, das Störtebeker Schwarz-Bier. Dieses Bier ist es auch, das ich vor vielen Jahren erstmals von dieser Brauerei kennengelernt habe und es hat mir von Anfang an gefallen. Nicht umsonst ist es sowohl beim European Beer Star als auch bei Meiningers International Craft Beer Award ausgezeichnet worden. War es ursprünglich nur manchmal in Norddeutschland erhältlich, finden wir es inzwischen in fast ganz Deutschland im Angebot, sogar bei uns im Dorfladen. Grund genug, es jetzt endlich einmal zu beschreiben.

Nahezu blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große hellbraune Schaumkrone, größtenteils feinporig, die lange erhalten bleibt.

Düfte nach Schokolade und Kaffee steigen mir in die Nase, begleitet von Aromen nach Trockenfrüchten sowie einigen blumigen Noten.

Der Antrunk ist recht trocken und die Röststoffe kommen schnell in den Vordergrund. Dabei werden Sie von einer leichten fruchtigen Säure unterstützt, während die Bitterstoffe des Hopfens sich diskret im Hintergrund halten. Zusammen mit dem weichen Mundgefühl ergibt sich ein wunderbar süffiges Bier. Der Abgang ist mild und ebenfalls durch die Röststoffe dominiert. Der Geschmack klingt überraschend lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,9° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

80 EBC

Brauerei:

Störtebeker Braumanufaktur GmbH
Greifswalder Chaussee 84-85
18439 Stralsund
www.stoertebeker.com

BierSelect

Schwaben Bräu – Das Schwarze

Aus Stuttgart kommt das Bier, das jetzt vor mir steht – Das Schwarze von der Brauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu. Die Brauerei bewirbt dieses Bier vollmundig: „Das Schwarze ist ein Vollbier für Kenner und Liebhaber des besonderen Geschmacks. Gebraut mit speziell ausgewählten Naturprodukten von bester Qualität, eigenständig und edel in der Ausstattung. Das ist Braukunst höchster Güte.“ An diesem formulierten Anspruch muss sich das Bier jetzt messen lassen.

Fast blickdicht schwarz und mit einem hellgrauen festen Schaum kommt das Bier daher. Die Optik erinnert schon fast an ein Porter. Damit macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Pumpernickel und Röstnoten nach Schokolade und Kaffee prägen zusammen mit einigen würzigen Noten das Aroma des Schwarzen. Bis hierhin lässt dieses Bier keine Wünsche offen.

Frische ist der erste Eindruck, den das Bier aufgrund der reichlich vorhandenen Kohlensäure an der Zunge hinterlässt. Für ein so malzbetontes Bier ist das schon erstaunlich und überraschend. Der Geschmack des Malzes kommt erst an die Oberfläche, als sich das Bier auf der Zunge verteilt. Die Röststoffe dominieren mit ihrem Geschmack nach Kaffee und dunkler Schokolade. Dazu kommt ein diskretes Bitter sowie eine gewisse Fruchtigkeit, die ich in den Aromen nicht festgestellt habe, so dass das Bier angenehm vollmundig ist. Der Abgang ist durch ein freundliches leichtes Bitter geprägt, das leider nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,5° Plato

Brauerei:

Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG
Tübinger Straße 46
70178 Stuttgart
www.schwabenbraeu.de

Burgdorfer Schwarzbier

Jetzt habe ich mal wieder ein Bier aus der Brauerei Burgdorf in der Nähe von Hannover vor mir stehen. Es handelt sich um ein Schwarzbier, einen Bierstil, der bis zur Wende eher in der DDR beheimatet war, jetzt aber auch im Westen immer mehr Anhänger findet. Mal sehen, wie sich dieses Bier so macht.

Dunkelbraun und mit wenig grobporigem Schaum, der sich auch schnell auflöst, präsentiert sich das Bier im Glas. Mit dieser Farbe und ganz ohne Schaum erinnert es eher an Cola.

Düfte nach dunkler Schokolade und Brotkrume steigen mir in die Nase. Aromen des Hopfens kann ich in der Nase nicht feststellen.

Der Antrunk ist leicht süß, die Kohlensäure sehr feinperlig. Auf der Zunge entwickelt sich ein Schokoladengeschmack, dazu eine leichte Säure. Das Bier ist recht schlank und unausgeglichen. Mir fehlen Körper und die Weichheit, die ich von einem Schwarzbier erwarte. Erst im Abgang macht sich eine leichte Hopfenbittere bemerkbar, aber auch hier verschwindet der Geschmack sehr schnell.

Das Burgdorfer Schwarzbier ist absolut nicht meins. Schade. Andere Biere aus der Brauerei können mich durchaus begeistern. Ich habe keine Ahnung, weshalb das Schwarzbier dermaßen verunglückt ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Farbe:

62,9 EBC

Brauerei:

Brauerei Burgdorf GmbH & Co. KG
Lise-Meitner-Str. 8
31303 Burgdorf
www.brauerei-burgdorf.de