Schlagwort-Archiv: Schleswig-Holstein

Klüvers – Rotbier

Mein letzter Besuch in Neustadt/Holstein ist sicher schon 30 Jahre her. Nach meinem Wissen gab es die Firma Klüver damals noch nicht, aber in der Zwischenzeit scheinen die Klüvers dort ein kleines lokales Imperium aufgebaut zu haben. So betreibt das Familienunternehmen dort nicht nur eine Hausbrauerei mit angeschlossener Gastronomie, sondern auch eine Fischräucherei sowie eine Delikatessen-Manufaktur. Dass hier regionale Grundstoffe verwendet werden macht das Unternehmen nur noch sympathischer. Jetzt steht das Rotbier der Nordlichter vor mir.

Seinen Namen hat das Rotbier schon mal zu Recht. Kupferfarben und leicht hefetrüb präsentiert es sich im Glas. Darüber bildet sich viel sahniger Schaum mit einem leichten Gelbstich, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont. Ich rieche Karamell, gepaart mit einer angenehmen Fruchtigkeit sowie einem Hauch Vanille.

Wie ich es bei einem Rotbier erwarte ist der Antrunk leicht süß mit fruchtigen Noten. Dazu ist die sehr feinperlige Kohlensäure für meinen Geschmack perfekt dosiert. Im Mund entwickelt sich der Geschmack nach Zitrusfrüchten, de aber gleichzeitig durch blumige Einflüsse abgemildert wird. Dadurch ist das Bier recht komplex. Der Abgang ist angenehm bitter und würzig. Er klingt mittellang nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Carared, Melanoidinmalz, Pilsner Malz, Sauermalz), Hopfen (Northern Brewer, Perle). Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

11,5° Plato

Bittereinheiten:

10 IBU

Brauerei:

Klüvers Delikatessen Manufaktur GmbH & Co. KG
Schiffbrücke 2-4
23730 Neustadt in Holstein
www.kluevers.com

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Klüvers – Bock

Im Jahr 1993 hat die Familie Klüver die Fischhalle am Hafen in Neustadt/Holstein gepachtet und zunächst als reine Gaststätte bewirtschaftet. Als 2000 die Neuverpachtung anstand wurde in der Fischhalle eine Gasthofbrauerei eingerichtet, in der seitdem Craft-Biere gebraut werden. Parallel wird auch die Gastronomie weitergeführt. Ich habe den Betrieb noch nicht besucht, aber die Speisekarte mit den regionalen Spezialitäten liest sich wirklich vielversprechend. Wenn Sie einmal in Neustadt sind, sollten Sie unbedingt einen Besuch der Gaststätte einplanen. Ich habe jetzt mal wieder ein Bier von Klüver vor mir stehen, ein Bockbier.

Bernsteinfarben zeigt sich das Bier im Glas und darüber bildet sich viel feinporiger elfenbeinfarbener Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Ungewöhnlich ist, dass mir bereits beim Einschenken die Röstaromen des Malzes in die Nase steigen. Ungewöhnlich, aber eine wirklich gute Einstimmung auf dieses Bier.

Im Glas kommen die Röststoffe dann aber nicht so kräftig zur Geltung wie ich es beim Einschenken erwartet habe. Im Gegenteil. Sie nehmen sich zurück und das Bier duftet nach Toffee und Rosinen, gepaart mit leichten grasigen Noten des Hopfens.

Der Antrunk ist stiltypisch süß, was mir zusammen mit der guten Menge sehr feinperliger Kohlensäure ausgesprochen gut gefällt. Sobald sich das Bier im Mund verteilt, gesellt sich zur Süße noch eine gewisse Blumigkeit des Hopfens, wodurch insgesamt ein intensiver, runder und ausgewogener Geschmack entsteht, in den sich auch die 6,5 % Alkohol gut einpassen. Der Abgang ist mild und er klingt mitellang nach.

Dieses Bockbier von der Küste kann jeden Dessertwein ersetzen. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass es sich als Zutat zu einer Soße zum Fisch gut eignen würde.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

16,5 %

Brauerei:

Klüvers Delikatessen Manufaktur GmbH & Co. KG
Schiffsbrücke 2-4
23730 Neustadt
www.kluevers.com

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Dithmarscher – Urtyp

Würden Sie mich jetzt fragen, wie viele unterschiedliche Biere es von der Westküste Schleswig-Holsteins es gibt, würden mir nur das Dithmarscher und das Husumer einfallen – und ich kann gleich vom Start weg sagen, dass mir beide Biere gefallen. Aber eventuell liegt das ja auch daran, dass ich einige Jahre in Schleswig-Holstein gewohnt habe und bei diesen Bieren bei mir einfach Heimatgefühle aufkommen.

Hellgelb mit einem leichten Goldton steht das Bier im Glas. Darüber eine nicht allzu üppige Schaumkrone, diese ist aber feinporig und hält sich lange. Im Duft harmonieren der Hopfen und die Süße des Malzes miteinander. Doch, zumindest optisch hält das Bier, was ich mir von ihm versprochen habe.

Der Antrunk ist angenehm würzig und trotzdem frisch. Wem andere norddeutsche Biere zu herb sind, wird hier angenehm überrascht. Der Körper ist angenehm weich mit einer sehr schönen Süße des Malzes und richtig süffig. Hopfen und Malz spielen hier sehr gut zusammen. Im Abgang dominiert der Hopfen, dabei wird er aber nicht aufdringlich. Alles in Allem ein gelungenes Bier. In Dithmarschen gibt es doch nicht nur Kohl.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Dithmarscher Privatbrauerei
Oesterstr. 18
25709 Marne
http://www.dithmarscher.de/

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Klüvers – Amber Mandarina Bock

Als ich kürzlich in Neustadt/Holstein war, habe ich selbstverständlich auch Klüvers Brauerei besucht. Neben der Brauereigaststätte ist auch ein kleiner Laden, in dem die Brauerei neben Fischbrötchen auch ihre Biere verkauft. Und dort fiel mir sofort der Amber Mandarina Bock auf. Die Flasche sieht ja auch schon mal edel aus. Die Beschriftung der Flasche ist direkt auf das Glas aufgedruckt, statt eines Etiketts sind die Angaben zum Bier auf einem kleinen Anhänger vermerkt, der mit einem Gummiband am Flaschenhals hängt. Offensichtlich handelt es sich also um einen Sondersud und gerade Sondersude ziehen mich immer an, da es sich dabei meist um besondere Biere handelt. Und auch die Beschreibung ist ansprechend: „Hellgoldene Farbe, fester, weißer bis cremefarbener Schaum kombiniert mit leichten fruchtigen Noten von Orange und Mandarine prägen den kräftigen und vollmundigen Geschmack dieses Bieres.“ Da konnte ich einfach nicht anders als dieses Bier zu kaufen und mit nach Hause zu nehmen.

Nicht hellgelb wie angegeben, sondern bernsteinfarben und leicht hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine recht voluminöse weiße Schaumkrone, die anfangs recht schnell in sich zusammenfällt. Das letzte Drittel bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont und intensiv. Leichte Röstaromen steigen mir in die Nase, zusammen mit einigen fruchtigen Noten, die ich aber nicht näher definieren kann. Orange und Mandarine kann ich nicht feststellen. Jetzt fällt mir auch auf, dass auf dem Anhänger kein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben ist. Eventuell hat das Bier bereits länger im Laden gestanden, so dass sich die Hopfenaromen bereits zum großen Teil abgebaut haben.

Der Antrunk ist stiltypisch recht süß und für meinen Geschmack könnte die feinperlige Kohlensäure etwas großzügiger dosiert sein. Trotzdem ist das Bier angenehm und rund und obwohl der Zitrusgeschmack recht verhalten ist, ist das Bier vollmundig und kann mich begeistern. Die Fruchtigkeit bleibt auch im Abgang erhalten und wird von nur wenigen Bitterstoffen begleitet. Der Geschmack klingt mittellang nach.

Der Amber Mandarina Bock ist sicherlich ein großes Bier, das seinen Preis von 7,50 Euro auf jeden Fall wert ist. Würde ich wie andere Blogger an dieser Stelle Sterne oder Kronkorken verteilen, würde ich es aber trotzdem abwerten, da die fruchtigen Aromen zu verhalten sind und das Bier auch nicht hellgelb, sondern bernsteinfarben ist. Dieses Bier würde mit Sicherheit auch bei der Beschreibung auf dem Anhänger etwas mehr Sorgfalt verdienen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 %

Stammwürze:

15,9° Plato

Brauerei:

Klüvers Delikatessen Manufaktur GmbH & Co. KG
Schiffbrücke 2-4
23730 Neustadt in Holstein
www.kluevers.com

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Wacken – Surtr

Ich muss zugeben, dass Biere aus Wacken bei mir einen schweren Stand haben, denn ich werde ein Vorurteil nicht los. Jedes Jahr fallen in das 2.000 Seelen-Dorf im Südwesten Schleswig-Holsteins etwa 70.000 Metalheads ein, stellen den Ort auf den Kopf und geben sich die Kante. Aber so richtig. Wenn ich den Berichten im NDR und auf Spiegel TV glauben darf, geht der Konsum von billigem Dosenbier bis zum Exzess. Und aus so einer Umgebung soll ein gutes Bier kommen können? Mein Vorurteil verneint die Frage, aber ich werde mich jetzt einmal bemühen, es zur Seite zu schieben und zu ignorieren, denn jetzt steht erstmals ein Bier aus Wacken vor mir, das Surtr.

Der Name klingt für deutsche Ohren etwas seltsam. Deshalb habe ich mal bei Wikipedia nachgesehen um eine Definition zu finden. Hier ist sie: „Surt (altnordisch Surtr „der Schwarze“) ist in der nordischen Mythologie ein Feuerriese und ein Feind der Asen. Er ist der Herrscher über Muspellsheim. In den Ragnarök zertrennt er mit seinem Feuerschwert Surtalogi die Brücke Bifröst, die Verbindung zwischen Midgard und Asgard. Mit den Söhnen Muspels steckt er die Welt in Brand, schleudert Feuer in alle Richtungen und vernichtet alles Leben (Weltenbrand).“ Eine Darstellung von Surt, des englischen Zeichners John Charles Dollman findet sich auch auf dem vorderen Etikett der Flasche. Nachdem nun die Namensgebung geklärt ist, können wir uns endlich dem Bier zuwenden. Ich bin ja mal gespannt, ob das Bier den gleichen Charakter hat wie die Gestalt aus der nordischen Sage.

Blickdicht schwarz steht es im Glas, mit einer enormen Krone aus haselnussbraunem sahnigem Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. An der Optik habe ich schon mal nichts auszusetzen.

Allerdings toppt der Duft des Bieres die Optik mit Leichtigkeit. Röst- und Raucharomen dominieren. Ich kann Espresso, dunkle Schokolade, Rauch riechen, abgerundet durch einen Hauch Toffee. Langsam ahne ich, dass dieses Bier seinen Namen zu Recht trägt.

Der Antrunk ist süß nach Röstmalz. Dabei steht die Süße in einem interessanten Kontrast zu den Rauchnoten des Surtr. Komplettiert wird der Geschmack durch die Geschmäcker, die ich bereits im Aroma festgestellt habe. Schokolade, Kaffee und Toffee formen sich zu einem komplexen Geschmackserlebnis. Der Körper ist cremig und mit sehr intensivem Geschmack. Kaffee und Rauch treten etwas in den Hintergrund, während eine leichte Säure und Fruchtigkeit auf der Bildfläche erscheint und zusammen mit der intensiven Malzsüße ein geändertes Geschmacksbild formt. Der Abgang ist überraschend mild und die Rauchnoten klingen noch lange nach.

Mein Vorurteil hat sich also nicht bestätigt. Mit dem Surtr kommt ein Bier aus Wacken, das neugierig auf mehr macht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Stammwürze:

15° Plato

Bitterwert:

24 IBU

1Brauerei:

Wacken Brauerei GmbH & Co. KG
Gehrn 13
25596 Wacken
www.wacken.beer

Klüvers – Alkoholfreies Weizen

Bis in die 1980er Jahre war Weizenbier eigentlich nur in Bayern bekannt. Dann machte es sich aber auf, ganz Deutschland zu erobern und besonders in den Sommermonaten erreichen die Weizenbiere in den Biergärten einen erheblichen Marktanteil. Jetzt steht ein Weizenbier aus Schleswig-Holstein vor mir, das aus der Braumanufaktur Klüvers in Neustadt/Holstein stammt. Dort betreibt die Familie Klüver seit dem Jahr 1993 in der alten Fischhalle das Neustädter Brauhaus, in dem es neben einer regional geprägten Brauhausküche auch neun ständige Biersorten sowie einige saisonale Sondersude zu verkosten gibt. Ein Besuch lohnt sich sicher. Jetzt steht das erste Bier aus der Braumanufaktur vor mir, das alkoholfreie Weizen.

Strohgelb und kräftig hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Beim Einschenken bildet sich sehr viel weißer cremiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch hat Braumeister Steve Michalak schon mal alles richtiggemacht.

Das Aroma überrascht mich, ja, es irritiert mich sogar etwas. Eigentlich hatte ich einen fruchtigen Duft nach Malz, Banane und eventuell noch anderen Südfrüchten erwartet. Aber wonach duftet dieses Weizenbier? Die zweite Nase bringt es an den Tag: dieses Bier duftet intensiv nach Weizen, genauer gesagt nach frisch gemahlenem Weizenmehl. Ungewohnt, überraschend, aber wirklich gut. Hoffentlich kann das Bier diesen Eindruck auch weiter durchhalten.

Der Antrunk ist kaum süß und auch die Fruchtigkeit hält sich vornehm im Hintergrund. Wie beim Aroma steht auch hier eine kräftige Getreidigkeit im Vordergrund. Dazu kommen der sanfte Geschmack der Hefe und schnell auch eine leichte Bitternote. Insgesamt ist das Bier vollmundig, süffig und ausgewogen, aber mit einem eigenen Charakter. Der Abgang ist fruchtig und nur leicht bitter, klingt aber überraschend lange nach.

Dieses Weizenbier ist absolut anders als ich es erwartet hatte, aber es ist in seiner Unverwechselbarkeit wirklich gut.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt,  Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5°Plato

Brauerei:

Klüvers Delikatessen
Manufaktur GmbH & Co. KG
Schiffbrücke 2-4
23730 Neustadt in Holstein
www.kluevers.com

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Dithmarscher – Maibock

Der Frühling ist ausgebrochen und damit gibt es auch wieder den Maibock. Leider ist dieser Bierstil hier im Ruhrgebiet nicht allzu beliebt, was sich in der Auswahl dieser saisonalen Bierspezialität niederschlägt. Aber immerhin habe ich in meinem Getränkemarkt den Maibock aus Dithmarschen bekommen, den ich jetzt verkosten möchte. Er kommt aus der einzigen Privatbrauerei an der Westküste Schleswig-Hosteins, die seit fast zweieinhalb Jahrhunderten für gute Biere bekannt ist.

Satt bernsteinfarben ist das Bier und es enthält recht viel Kohlensäure. Im Glas bildet sich leicht überdurchschnittlich viel weißer Schaum, größtenteils feinporig, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Die Optik ist also schon mal nicht verkehrt.

Das Aroma ist kräftig malzig. Ich rieche leichte Röststoffe, dazu Kräuter und im Hintergrund helle Früchte, ich meine, den Duft von Birnen wahrzunehmen.

Der Antrunk ist kräftig und stiltypisch süß. Aber das ist erst der Anfang. Auf der Zunge entwickelt sich schnell eine ordentliche Fruchtigkeit, das Bier ist rund und süffig. Die immerhin 6,8 Volumenprozente Alkohol versteckt die Brauerei geschickt hinter dem intensiven Geschmack. An den Zutaten hat die Brauerei wahrlich nicht gespart. Lediglich der Abgang enttäuscht mich etwas; der Nachklang ist kurz und mir persönlich ist er zu mild. Etwas mehr Bitterstoffe würden diesem Bier sicher guttun.

Ansonsten könnte ich mich an dieses Bockbier aber durchaus gewöhnen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Brauerei:

Dithmarscher Privatbrauerei
Oesterstr. 18
25709 Marne
www.dithmarscher.de

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Flensburger – Frühlingsbock

Jetzt ist Mitte März und damit die Hochzeit der Bockbiere. Viele Brauereien stellen Maiböcke her, die jetzt auf den Markt kommen. Dass die Brauerei aus Flensburg ihr Bockbier nun Frühlingsbock nennt, macht da keinen Unterschied. Immerhin wurde der Frühlingsbock bereits mehrfach ausgezeichnet, 2014 beim World Beer Award, 2015 bei Meiningers International Award mit der Silbermedaille und 2016 mit dem goldenen Preis der DLG. Es muss sich hier also um ein recht gutes Bier handeln. Die Brauerei verspricht, dass der Frühlingsbock angenehm kräftig und lebendig ist.

Goldgelb mit einem Stich ins orange präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge recht grobporiger Schaum, der aber recht lange erhalten bleibt.

Der Antrunk ist süß und ich stelle fest, dass der Frühlingsbock recht wenig Kohlensäure enthält. Er ist nicht so kräftig wie ich es bei einem Maibock mit 6,9 % Vol. erwarten würde. Weiter geht es wie bei einem durchschnittlichen Bockbier. Der Frühlingsbock ist süffig, recht rund und mild. Auch der Abgang ist mild und praktisch nicht bitter. Damit entspricht der Frühlingsbock ziemlich genau seinem Bierstil. Er ist gefällig ohne dass ich irgendwelche Highlights feststellen konnte. Das mag aber auch daran liegen, dass ich vorher den Hopfenbock von Maisel & Friends getrunken habe. Gegen diesen Sondersud wirken die meisten anderen Biere eher fad. Meine fehlende Begeisterung für dieses Bier mag eventuell auch daher rühren.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Brauerei:

Flensburger Brauerei
24937 Flensburg
www.flens.de

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Flensburger – Dark Amber

Bereits seit 1888 braut die heute noch inhabergeführte Flensburger Brauerei Biere und hält sich dabei natürlich an das deutsche Reinheitsgebot. Heute zählt die unabhängige und nördlichste Brauerei Deutschlands zu einer der weltweit erfolgreichsten Anbieter im Segment der Bügelverschlussflaschen. Teil des Erfolgs ist wohl auch das typische „Plop“ bei ersten Öffnen der Flasche. Lange Zeit kam aus Flensburg nur das Pilsener, das vermutlich auch das bekanntes Erzeugnis von de Grenze nach Dänemark ist. Mittlerweile gehören auch andere Bierstile zum Flensburger Sortiment. Jetzt steht das Dark Amber vor mir, das bereits seit einiger Zeit auch in den Getränkemärkten des Ruhrgebiets zu erhalten ist.

Dunkel rubinrot präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich viel feinporiger hellbrauner Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch lässt sich nichts sagen gegen dieses Bier.

Das Aroma ist leicht süß und enthält vom Malz Düfte nach Karamell, Biskuitteig und etwas Kaffee. Der Hopfen trägt einige leichte Aromen nach roten Beeren und Zitrusfrüchten bei.

Der Antrunk ist recht süß, was die viele sehr feinperlige Kohlensäure aber gut ausgleichen kann. Schnell gesellt sich ein leichtes Bitter dazu, das von einem Hauch bitterer Schokolade begleitet wird. Das gefällt mir im Prinzip, allerdings würde ich mir etwas mehr Fruchtigkeit wünschen würde. Aber auch so ist das Dark Amber vollmundig und es gefällt meiner Kehle. Der Abgang ist nur wenig bitter und er klingt recht kurz nach.

Das Dark Amber überrascht mich, ist es doch sehr mild und es kommt mit wenigen Bitterstoffen. Damit wirkt es gar nicht so richtig nordisch. Trotzdem lässt es sich gefällig trinken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Bittereinheiten:

15,3° Plato

Brauerei:

Flensburger Brauerei
24937 Flensburg
www.flens.de

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Flensburger – Dunkel

Nun habe ich ein Bier aus der vermutlich nördlichsten Brauerei Deutschlands vor mir stehen, ein Flensburger Dunkel. Bekannter ist das Flensburger Pilsener und auch der Bölkstoff kommt von dort. Eine Besonderheit der Brauerei in Flensburg ist, dass sie mit regional angebauter Gerste arbeitet.

Rotgolden und kristallklar steht das Bier im Glas, ich könnte auch sagen, es hat die Farbe von dunklem Bernstein. Darüber eine durchschnittliche Menge gemischtporiger Schaum mit einem leichten Geldstich. Der Schaum bleibt auch recht lange erhalten. Dazu kommt eine lebhafte Kohlensäure, so dass es an der Optik schon mal absolut nichts zu meckern gibt.

Intensive Karamellaromen bestimmen den Duft. Vom Hopfen ist nichts zu riechen, was aber auch kein Wunder ist, da das Bier ausschließlich mit Hopfenextrakt gebraut wurde.

Der Antrunk wird durch das Malz bestimmt und er ist leicht süß. Auch der Körper wird durch das recht scharf geröstete Malz bestimmt, jetzt kommen aber auch die Bitterstoffe des Malzextrakts kräftig zum Vorschein. Mir persönlich fehlt etwas Süße und das Bier wirkt unrund und nicht wirklich ausgewogen. Auch der Abgang ist recht bitter, immerhin bleibt der Geschmack einige Zeit erhalten.

Alles in Allem ist es kein Bier, das solo getrunken und intensiv genossen werden will. Es eignet sich eher im Sommer, um beim Grillen eine leicht angebrannte Bratwurst herunterzuspülen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,8 %

Brauerei:

Flensburger Brauerei
24937 Flensburg
http://www.flens.de

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