Schlagwort-Archiv: Hamburg

Ratsherrn – Summer Ale

Passend zu den derzeitigen Temperaturen steht jetzt das Summer Ale aus der Ratsherrn-Brauerei in den Hamburger Schanzenhöfen. Komponiert aus sechs Hopfen- und vier Malzsorten macht es wirklich neugierig. Und da aus dieser Brauerei bislang immer wirklich gute Biere kamen sind meine Erwartungen entsprechend hoch.

Rotgolden und hell ist das Bier im Glas, darüber ein feinporiger reinweißer Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Das Aroma ist würzig und fruchtig mit einigen Zitrusaromen. Doch, das Bier macht den erwarteten guten Eindruck. Zeit also für den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß und mir fällt sofort die lebhafte und feinperlige Kohlensäure auf. Schnell füllt sich der Mund mit einer fruchtigen Säure, unterstützt von einer ausgewogenen Menge an Bitterstoffen. Das Bier ist für warme Sommerabende hervorragend geeignet. Der Abgang ist angenehm bitter und der Geschmack bleibt lang erhalten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Weizenmalz hell, Carahell, Caramünch), Hopfen (Cascade, Herkules, Tradition, Simcoe, Saphir, Mittelfrüh), Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Stammwürze:

11,3 %

Bittereinheiten:

24 IBU

Brauerei:

Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstr. 30a
20357 Hamburg
www.ratsherrn.de

BierSelect

elbPaul – Brown Ale

Bevor wir zu diesem Bier aus dem Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg kommen, will ich erst einmal Dirk Paul, dem Brauer, die Möglichkeit, geben, sich vorzustellen. Auf seiner Website klingt das so: „ICH, DIRK, erhielt meine Brau- und Mälzerausbildung bei Neumarkter Lammsbräu in der Oberpfalz. Während der daran anschließenden Meisterschule, die ich als Brau- und Malzmeister abschloss, war ich in der Hausbrauerei Altstadthof in Nürnberg als Brauer tätig. In dieser Zeit habe ich erkannt, dass mir das Experimentieren mit kleineren Mengen immer gut gelang und ich wusste: Das Schaffen neuer Biersorten und Geschmacksrichtungen und ebenso das Brennen von Schnäpsen, das ist mein Weg. In dieser Zeit fehlte mir Hamburg mit seiner Elbe. So kehrte ich unmittelbar nach Ablegen der Meisterprüfung nach Hamburg zurück und war in Gröninger’s Privatbrauerei als Brauer tätig, bis ich meinen Traum wahr und mich selbstständig machte. Ich wollte endlich meine Ideen verwirklichen und mich ausleben! Aus Verbundenheit mit Hamburg und seiner Elbe habe ich mein erstes Bier, ein Pils, elbPaul genannt. Inzwischen sind weitere Biere entstanden, Weizen und das saisonale Doppelbock, die ebenso wie mein Pils in Restaurants und Kneipen aber auch im lokalen Handel sowie im Webshop erhältlich sind. Derzeit experimentiere ich an weiteren Saisonbieren. Dabei bleibe ich aber bei meinen Werten: Meine Biere sind handwerklich hergestellte Biere in kleinen Mengen. Alle meine Biere erstelle ich nach eigenen Rezepten.“ Dann wollen wir doch mal nachsehen, was in diesem Fall dabei herausgekommen ist.

Brown Ale scheint mir doch untertrieben zu sein. Tatsächlich ist das Brown Ale praktisch blickdicht schwarz mit einer durchschnittlichen Menge beigem Schaum, der uns sehr lange erhalten bleibt. Wow.

Neben Röststoffen mit dem Duft nach Kaffee steigen mir einige fruchtige Noten in die Nase. Nicht schlecht. Da bekomme ich glatt Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Kontakt mit der Zunge zeichnet sich durch eine leichte Süße aus, die im Dialog mit reichlich vorhandener sehr feinperliger Kohlensäure auftritt. Schnell kommt ein angenehmes Bitter dazu und auch die Röststoffe melden sich mit einem leichten Kaffeegeschmack zu Wort. Das alles wird durch eine diskrete Fruchtigkeit begleitet, die aber im Hintergrund bleibt und die anderen Geschmackskomponenten so unterstützt. Der Abgang ist leicht bitter und klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Magnum, Fuggles), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Pauls Spezialitätenbrauerei & Destille GmbH
Jaffestr. 8
22861 Hamburg
www.elbpaul.de

Landgang Prollbock

Bockbier wurde in Einbeck „erfunden“ und war im Mittelalter ein Luxusartikel, der bis nach Bayern exportiert wurde. Die Brauerei Landgang aus Hamburg, ehemals als Hopper Bräu bekannt, ist der Meinung, dass es genug Oberklassenbrausen gibt und Bier allen gehören sollte. Deshalb wird dieses saisonal limitierte Starkbier aus Hamburg all denjenigen gewidmet, die Bock darauf haben und Spaß an komplexen Geschmäckern haben sowie etwas mehr Geschmack vertragen können. Dann will ich mal testen, ob die Hanseaten diesem Anspruch auch gerecht werden.

Edel sieht dieses Bockbier ja wirklich aus, in dunklem Braun mit seinen roten Reflexen. Die Schaumkrone ist durchschnittlich groß, feinporig und hellbraun. Sie bleibt auch lange erhalten. So gefällt mir ein dunkler Bock.

Düfte nach Rosinen, nach Blumen und Honig steigen mir in die Nase. Dazu kommen noch Noten nach roten Früchten und auch ein würziger Hauch, der mich an Pfeffer erinnert. Jetzt bin ich überzeugt: bei so einem komplexen Aroma kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Der erste Kontakt des Prollbock mit der Zunge ist wie erwartet recht süß. Dieser Eindruck wird aber durch die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure ausgeglichen. Aber als sich das Bier auf der Zunge verteilt, zeigt es erst seine ganze Fülle. Malzbetont ist der Prollbock auf jeden Fall und die Röststoffe zaubern einen angenehmen Schokoladen- und Biskuitgeschmack auf die Zunge, der durch den Geschmack nach Trockenfrüchten unterstützt wird. Wie ich es bei einem Bockbier, besonders bei einem wirklich dunklen Bockbier erwarte, enthält es nur wenige Bitterstoffe. Erst im Abgang kommt das Bitter etwas deutlicher zum Vorschein. Es ist freundlich und klingt lange nach.

Der Prollbock ist absolut stiltypisch und dabei doch ungewöhnlich. So liebe ich mein Bier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Münchner, Pilsener, Röstmalz, Spezial Typ 1), Hopfen (El Dorado, Northern Brewer), Hefe

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

16,3° Plato

Bitterwert:

20 IBU

Brauerei:

Landgang Brauerei GmbH & Co. KG
Beerenweg 12
22761 Hamburg
www.landgang-brauerei.de

Überquell – Lieblings Imperial Lager

Bei meinem letzten Besuch in Hamburg war ich kurz in der Brauerei-Gaststätte von Überquell am Fischmarkt. Ich kann nur sagen, es lohnt sich. Es war herrliches Wetter, der Außenbereich mit dem Blick auf den Hamburger Hafen wirkt etwas improvisiert, ist aber perfekt professionell bewirtschaftet. Dazu die hervorragenden Biere – besser kann sich Hamburg nicht präsentieren.

Das Imperial Lager eine besonders intensive Version eines Lagers. Neben knackigen den 5,6 Volumenprozenten Alkohol bedeutet dies vor allem eine besonders kräftige Hopfengabe. Soweit die Beschreibung, die ich von dem Bier, das jetzt vor mir steht, im Netz gefunden habe. Mal sehen, wie es mir gefällt.

Rotgolden präsentiert sich das Bier mit einer durchschnittlich großen gemischtporigen Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt.

Das fruchtige Aroma ist betörend. Düfte nach Orange, Mandarine und Hefe steigen mir in die Nase, aber auch der Malzkörper kommt durch. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht trocken und spritzig. Schnell gesellt sich eine ordentliche Fruchtigkeit dazu, so dass sich die Aromen auf der Zunge widerspiegeln. Dazu kommt ein gut abgestimmtes kräftiges Bitter. Insgesamt macht das Bier jetzt einen vollmundigen runden Eindruck. Im Abgang lässt das Bitter überraschend nach. Trotzdem klingt er lange nach.

Das Lieblings Imperial Lager überrascht positiv. So viel Fruchtigkeit und Bitterstoffe finden sich bei einem Lager nur selten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Münchner, Cara Dunkel), Hopfen (Ariana, Mosaic), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Privatbrauerei Schnitzlbaumer GmbH
Mühlenstr.8
83278 Traunstein
www.schnitzlbaumer.de

nach einer Rezeptur von und für

Überquell
St.-Pauli-Fischmarkt 28-32
20359 Hamburg
www.ueberquell.com

Lüneburger Pilsener

Dieses Pilsener trägt zwar den Namen der Hansestadt Lüneburg mit ihrem historischen Stadtkern in Niedersachsen, wird aber von der Holsten-Brauerei in Hamburg gebraut. Sehen Prüfen wir einmal, was die Hanseaten uns hier anbieten.

Goldgelb, klar und mit einem nicht ganz feinen, aber gleichmäßigen weißen Schaum steht das Bier im Glas vor mir. Der Schaum fällt auch nur recht langsam in sich zusammen. Optisch gibt es an diesem Bier also schon mal nichts auszusetzen.

Der Duft wird von Hopfen dominiert mit einer zurückhaltenden Note des Malzes. Auch hier gibt es nichts zu meckern.

Der erste Schluck weiß dann bereits richtig zu begeistern. Frisch, bitter und mit der richtigen Menge Kohlensäure kommt das Lüneburger Pilsener im Mund an, genau wie ich es von einem norddeutschen Pils erwarte. Auch der lange Abgang ist angenehm bitter.

Wenn Sie einmal in Lüneburg sind, sollten Sie diese Brauspezialität unbedingt zu einem deftigen Essen probieren.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Holsten-Brauerei AG
22755 Hamburg
http://www.holsten-pilsener.de

Buddelship – High on Rye

Das Buddelship HIgh on Rye ist ein traditionelles schottisches Bier, das mit Roggen eingebraut wird. Nicht nur die Blütezeit der Hanse, auch die der Heide verbindet Hamburg und Schottland – dieses Roggenbier ist mit beiden eng verwurzelt. Leider ist dieses Roggenbier nur saisonal verfügbar.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb ist das High on Rye. Darüber bildet sich sehr viel cremiger elfenbeinfarbener Schaum, der sehr langsam in sich zusammenfällt.

In die Nase steigen mir Düfte nach Biskuit, blumige Noten, etwas Zitrusduft und Pumpernickel. Das komplexe Aroma macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Der Geschmack nach Orangenschale und Grapefruit macht sich breit. Der fruchtige Geschmack ist voll und sehr angenehm. Im Abgang kommt ein sanftes schmeichelndes Bitter dazu, das relativ lange nachklingt. Im Abgang kommen auch die blumigen Aromen wieder zum Vorschein.

Das High on Rye ist ein überraschendes und spannendes Bier, das sich sehr angenehm trinken lässt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Roggenmalz, Heideblüten, Hopfen (Ella, Bramling Cross), Hefe

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Stammwürze:

16,5° Plato

Brauerei:

Buddelship Brauerei GmbH
Warnstedtstr. 16l
22525 Hamburg
www.buddelship.de

Astra Rotlicht

Nun will ich mal wieder ein Bier aus der Holsten-Brauerei in Hamburg testen – das Astra Rotlicht. Die Marke Astra benennt ihre Biere gerne mit einer Anspielung auf den Standort in St. Pauli, direkt zwischen den Landungsbrücken und der Reeperbahn gelegen.

Rotgolden ist das Bier im Glas, darüber eine sehr ordentliche Schaumkrone. Wer aufgrund des Namens ein Rotbier im Stil der Biere aus Nürnberg erwartet hat, wird allerdings etwas enttäuscht. Es ist wirklich nur ein Hauch Rot vorhanden. Aber schließlich handelt es sich um ein norddeutsches Bier, so dass der Vergleich mit der fränkischen Bierspezialität ziemlich unfair wäre.

Der Antrunk macht sich erst einmal richtig gut. Eine leichte Süße des kräftig gedarrten Malzes macht sich im Mund breit. Der Geschmack ist intensiver als es die Farbe vermuten lässt. Typisch norddeutsch enthält das Bier recht viel Hopfen, der beim Abgang zum Tragen kommt und seinen Geschmack lange Zeit im Hals zurücklässt.

Insgesamt ist das Astra Rotlicht ein süffiges Bier, gut geeignet, um zwischendurch mal aus der Flasche getrunken zu werden. Aber auch dieses Bier hat noch einigen Raum für die Steigerung des Geschmacks.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Bavaria-St. Pauli GmbH
22755 Hamburg
http://www.astra-bier.de

Kehrwieder – Tallinn Baltic Porter

Vermutlich kann niemand ein Bier so gut beschreien wie der Brauer selbst, zumindest weiß niemand besser als er, was er sich bei der Entwicklung des Bieres vorgestellt hat. Lassen wir also am Beginn dieser Bierverkostung Oliver Wesseloh selbst zu Wort kommen: „Unser Tallinn Baltic Porter ist der Grund sich auf ungemütliches Wetter zu freuen. Die Gischt wütet, der Wind tobt, Regen prasselt ans Fenster und drinnen sorgt unser malzbetontes, dunkles Tallinn für ein wohliges Gefühl, ob mit Kamin oder ohne. Unser Tallinn Baltic Porter war eigentlich als saisonales Bier gedacht. Aber dann hat es uns und Euch so gut geschmeckt, dass wir es in unser Standardportfolio aufgenommen haben. Denn bei uns in Norddeutschland gibt es ja nicht nur im Winter einmal ungemütliche Tage.“

Na gut, dann weiß ich ja schon mal, auf was ich mich einzustellen habe und hoffe nur noch, dass das Bier meine Erwartungen auch erfüllt. Aber bislang haben die Biere von Oliver mich ja noch nie enttäuscht.

Die Optik stimmt jedenfalls schon mal. Blickdicht schwarz ist das Tallinn Porter. Zwar bildet sich nur relativ wenig gemischtporiger hellbrauner Schaum, aber der bleibt lange erhalten.

Und auch das Aroma hat es in sich. Dass das Bier nach Schokolade und Kaffee duften würde, habe ich ja erwartet. Der Duft nach Rosinen ist aber genau wie die Intensität des Aromas eine Überraschung. Da kann ich es kaum abwarten, den ersten Schluck zu probieren.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist Süße, und das nicht zu knapp. Aber da kommt bei mir eine Frage auf: wenn Oliver beim Malz so großzügig war – weshalb wird er bei der Kohlensäure geizig? Aber dafür ist die Kohlensäure wunderbar sanft und feinperlig. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt lässt die Süße nach; der Geschmack dunkler Schokolade kommt in den Vordergrund und bringt auch einen leichten Hauch von Espresso mit. Dabei entsteht ein volles und beinahe cremiges Mundgefühl. Jetzt bin ich mit der wenigen Kohlensäure ausgesöhnt. Im Abgang lässt der Schokoladengeschmack nach und der Espressogeschmack kommt mit seinem freundlichen Bitter in den Vordergrund, das auch lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (dunkles böhmisches Tennenmalz, Caramelmalz, Röstmalz), Hopfen (Ella), Hefe

Alkoholgehalt

6,3 % Vol.

Stammwürze

15,6° Plato

Brauerei:

Kehrwieder Kreativbrauerei
Oliver Wesseloh
Sinstorfer Kirchweg 74-92
21077 Hamburg
www.kehrwieder.beer

Salonsozialist 2017

Die kleine Craft Bier-Brauerei aus Hamburg-Altona, ehemals Hoppe-Bräu, setzt ihre Leidenschaft auf außergewöhnliche Biere, die durchaus Ecken und Kanten haben dürfen. Ihre kreativen Rezepte setzt das Team zwar in kleinen Sudmengen um, aber dafür sind die Zutaten von besonderer Qualität. So hat Braumeister Sascha für das Brauen dieses Bieres eine Champagnerhefe verwendet.

Schon die Farbe dieses Weizen-Doppelbockbiers ist etwas Besonderes. Orangerot strahlt es mir entgegen, wenn auch leider mit wenig gemischtporigem Schaum, der auch schnell in sich zusammenfällt.

Malz und Röstaromen dominieren den Duft. Dazu verwöhnen komplexe Aromen nach getrockneten Bananen, Waldhonig, Birne und Nelke meine Nase. Aber auch die 9,3 Volumenprozent Alkohol finden sich im Aroma wieder. Der alkoholische Duft passt aber gut zu den anderen Aromen.

Der Antrunk ist kräftig und recht süß, wobei aber einige säuerliche Noten verhindern, dass das Bier klebrig wirkt. Jetzt würde ich mir aber wünschen, dass die sehr feinperlige Kohlensäure etwas großzügiger dosiert worden wäre. Schnell gesellt sich noch eine ordentliche Fruchtigkeit dazu, wobei der typische Weizengeschmack erhalten bleibt bzw. sich auf der Zunge weiter ausbildet. Vollmundig und mit wenigen Bitterstoffen wird der Salon-Sozialist beinahe zum Aperitif. Die Aromen werden im Mund immer intensiver bis zum milden Abgang, der allerdings nur kurz nachklingt.

Dieses Bier ist echt der Wahnsinn und eignet sich durchaus, um bei einem Empfang dem Sekt den Rang abzulaufen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Bramling Cross, East Kent Golding), Hefe

Alkoholgehalt:

9,3 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Stammwürze:

19° Plato

Brauerei:

Landgang Brauerei
Beerenweg 12
22761 Hamburg
www.landgang-brauerei.de

Carlsberg

Nun steht ein Pils vom dänischen Weltkonzern Carlsberg vor mir, das allerdings nicht in Dänemark gebraut wurde, sondern wie auf dem Etikett vermerkt in Deutschland. Genaueres wird aber nicht verraten.

Intensiv goldgelb steht das Bier im Glas, darüber recht viel weißer sahniger Schaum, der lange erhalten bleibt. Die Optik gefällt mir.

Das kann ich vom Aroma allerdings nicht sagen. OK, das Bier duftet angenehm malzig, dazu kommen einige Bitternoten. Aber das war es auch schon. Es sind keine weiteren Aromen festzustellen, was aber auch kein Wunder ist. Wie die Zutatenliste ausweist, wurde das Bier vollkommen ohne Hopfen gebraut, nur mit Hopfenextrakt.

Der Antrunk ist recht süß und da das Bier nur wenig feinperlige Kohlensäure enthält, macht es einen recht langweiligen Eindruck. Und es wird auch nicht besser, als sich das Bier im Mund ausbreitet. Der Geschmack bleibt flach, ohne Komplexität, ohne Säure. Süße und ein schwaches Bitter sind alles, was dieses Bier zu bieten hat. Auch der Abgang ist mild und ohne Nachklang.

Das Carlsberg ist ein Industriebier, das offensichtlich ausschließlich unter Kostengesichtspunkten gebraut wurde. Unter Genuss verstehe ich etwas anderes.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Carlsberg Deutschland GmbH
22755 Hamburg
www.carlsbergdeutschand.de