Grillen und Bier passen bekanntlich gut zusammen, so dass es mich im letzten Jahr auch nicht verwunderte, als Maisel & Friends ankündigte, in jedem Jahr mit einem anderen bekannten Griller einen Sondersud kreieren zu wollen. Die Reihe sollte BrewBQ-Bier heißen. Im letzten Jahr brauten die Franken das Bier mit dem dreifachen Grillweltmeister Don Caruso. Und das jetzt erschienene Bier wurde gemeinsam mit dem bekannten Griller Marcel von BBQlicate entwickelt. Marcels Künstlername BBQlicate setzt sich aus den beiden Worten „BBQ“ und „deLICATE“ zusammen, frei übersetzt „köstliches Grillen“. So lag es denn auch nahe, das diesjährige BrewBQ-Bier mit dem Namen Bocklicate auszustatten, also „köstlicher Bock“. Gebraut wurde es am 25. Februar, was unter Einhaltung der Corona-Regeln sicherlich nicht einfach war und jetzt steht das Bier vor mir und wartet auf seine Verkostung.
Leuchtend goldgelb und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Wäre nicht das Etikett auf der Flasche, würde ich nicht glauben, dass dieses Bier aus Bayreuth stammt. Ein Bockbier ohne Weizenmalz und dann noch gefiltert – da hat sich Braumeister Markus Briemle wirklich mal an etwas neues gewagt.
Die erste richtige Überraschung ist aber das Aroma. Bereits beim Einschenken steigen mir Düfte nach Zitrusfrüchten, Ananas, Orange und Waldhonig in die Nase. Diese Fruchtigkeit ist für ein Bockbier absolut nicht üblich. Weshalb eigentlich nicht? Die fruchtigen Noten passen doch hervorragend zum deutlich feststellbaren Malzkörper. An so ein Bockbier könnte ich mich doch glatt gewöhnen.
Der Antrunk ist stiltypisch recht süß und mir fällt positiv die reichlich dosierte Kohlensäure auf. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Dazu erscheint ein leichtes Bitter, das sich gut mit der Fruchtigkeit verbindet. Das Mundgefühl ist cremig und voll. Der Abgang wird durch ein freundliches und diskretes Bitter mit langem Nachklang geprägt.
Das Bocklicate kann mich wirklich begeistern. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es zu einem Steak oder einer Bratwurst vom Holzkohlengrill passt. Eher kann ich es mir zu mariniertem Gemüse vorstellen, das anschließend gegrillt wurde. Vielleicht inspiriert dieses tolle Bockbier ja den einen oder anderen, beim Grillen nicht nur den Fleischer reich zu machen.
Und wie bei allen Sondersuden aus Bayreuth gilt: von diesem Bier gibt es nur diesen einen Sud. Wenn er weg ist, ist er weg und das Bier wird auch nicht nachgebraut. Erhältlich ist das Bier im Brauereishop von Maisel sowie im Versand bei Lunas Flaschenfreund.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Sorachi Ace, Mandarina Bavaria, Cascade, Callista, Citra), Hefe
Alkoholgehalt:
7,5 % Vol.
Bittereinheiten:
37 IBU
Brauerei:
Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com
Jedes Jahr am 6. Januar ist es soweit: im oberfränkischen Huppendorf wird der Winterweizen angestochen und er wird solange verkauft, bis der Sud weg ist. Dann heißt es wieder warten bis Heilige drei Könige. Aber das dürfte eigentlich kein größeres Problem darstellen, da die Brauer noch einige andere saisonale Bierspezialitäten im Angebot haben. Heute geht es aber um den Winterweizen, den ich jetzt öffne.

Endspiel ist der auf den ersten Blick etwas merkwürdig anmutende Name dieser Gemeinschaftsproduktion der Brauerei Lehe in Estland mit St. Erhard in Bamberg. Woher der Name stammt will mir noch nicht so richtig in den Kopf und ich weiß auch nicht, in welcher Form die Zusammenarbeit stattgefunden hat. Ich weiß nur, dass St. Erhard das Bier aus Estland importiert; ob eine weitere Zusammenarbeit stattgefunden hat, beispielsweise bei der Entwicklung des Rezepts, ist mir nicht bekannt. Auf meine Anfrage bei der Brauerei bekam ich nur die gleiche Prosa als Antwort, die auch auf dem Rückenetikett der Flasche abgedruckt ist:



