Schlagwort-Archiv: Ale

De Bie – Kriekedebie

Der Name dieses Bieres – Kriekedebie – ist Programm. Er besteht aus den Teilen Krieken (niederländisch für Kirschen) und dem Namen der Brauerei (De Bie). Zunächst hatte ich erwartet, dass dieses Bier ein Kriek wäre, also ein mit wilden Hefen vergorenes Sauerbier mit Kirschen. Auf der Website der Brauerei wird allerdings ausgeführt, dass es sich um ein obergäriges Bier handelt, also um ein Ale mit Kirschen. Und hier stutze ich zum zweiten Mal: in der Zutatenliste auf dem Etikett sind keine Kirschen erwähnt, lediglich auf der Website der Brauerei steht, dass das Kriekedebie mit Kirschextrakt gebraut wurde. Das würde mich jetzt eher kritisch stimmen, wäre das Kriekedebie nicht im Jahr 2021 beim London Award mit der Goldmedaille ausgezeichnet worden. Unabhängig davon, wie Sie das Bier nun betrachten, wird die Verkostung auf jeden Fall spannend.

In einem schönen Rubinrot und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine gemischtporige rosa Schaumkrone. Optisch geht das Bier schon mal in Ordnung.

Das Bier duftet nach Sauerkirsche und Marzipan, fast wie eine Torte.

Der Antrunk ist dann auch ziemlich süß, dabei aber auch frisch. Auf der Zunge ist die Kirsche nicht so dominant wie in der Nase. Die Süße aber bleibt. Bittere kann ich nur wenig schmecken. Dadurch wirkt das Bier beinahe etwas wässerig und mit fällt spontan ein Fruchtbonbon ein. Erst in der Kehle wird die Bittere etwas präsenter, aber nur ganz kurz, um anschließend sehr schnell zu verschwinden.

Wollen Sie wissen, wie die Brauerei das Bier beschreibt? Hier die deutsche Übersetzung: „Kriekebie verbreitet einen Hauch von Romantik, der nach süßen, fruchtigen Kirschbonbons duftet. Mit ihrem fuchsiafarbenen Kleid und ihrem hellrosa Kopf huscht sie an deinen Lippen vorbei. Sobald Sie sich verführen lassen, wird ihr süßer, fruchtiger und ausgewogener Geschmack in Sie eindringen. Genießen Sie ihren leicht trockenen Nachgeschmack und verlieben Sie sich in ihn!“ Also, kein übertriebener Widerspruch zu meiner Verkostung.

Zutaten:

Lt. Etikett: Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe, auf der Website der Brauerei wird noch Kirschextrakt erwähnt

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Bie
Vijvestraat 47
B-8720 Wakken (Dentergem)
Belgien
www.brouwerijdebie.be

Wildwuchs – X-TRA Imperial Dark Ale

Das Wildwuchs Brauwerk Hamburg, unter der Führung von Braumeister Fiete, ist für seine kreativen Biere bekannt. Die Zutaten seiner Biere sind aus kontrolliert biologischem Anbau, genauer gesagt aus Bioland-Anbau. Die Biere nicht pasteurisiert und unfiltriert, um nicht nur alle wichtigen Nährstoffe im Bier zu bewahren, sondern auch der volle Geschmack wird so gewährleistet und das Bier kann in der Flasche weiter reifen und dadurch noch besser werden. Jetzt steht das X-Tra Imperial Dark Ale vor mir, ein winterliches Bier, das auf seinem Rückenetikett feine Aromen von Gewürznelken, reifer Banane und einem Hauch Lakritze verspricht. Da kann ich mich ja auf eine sehr erfreuliche Verkostung freuen. Also warte ich nicht länger, öffne die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Blickdicht schwarz mit einer haselnussbraunen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Leider löst sich der Schaum sehr schnell auf.

Röststoffe stehen im Mittelpunkt des Aromas. Ich rieche Espresso und Haselnuss, dazu etwas Rauch sowie Gewürznelken und reife Bananen. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist stiltypisch süß und er überzeugt mit einer sehr feinperligen Kohlensäure. Auch auf der Zunge stehen die Röstaromen im Mittelpunkt, aber sie werden durch eine passende Bittere begleitet, die an dunkle Schokolade erinnert. Trotz der 8 Volumenprozent Alkohol wirkt der Körper schlank und weich. In der Kehle wird der Geschmack nach Espresso kräftiger und die Bittere ebenfalls.

Das X-Tra Imperial Dark Ale ist sehr angenehm zu trinken, würde mir persönlich aber mit einer leichten Säure noch besser gefallen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Weizenmalz, Hafer, Hopfen (Tettnanger)

Alkoholgehalt‍:

8,0 % vol.

Bittereinheiten‍:

12 IBU

Empfohlene Trinktemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Wildwuchs Brauwerk Hamburg KG
Jaffestraße 8
21109 Hamburg
www.wildwuchs-brauwerk.de

Weiherer – Summer Ale

So, jetzt steht ein Bier vor mir, von dem ich ziemlich sicher weiß, dass es mir gefallen wird. Es wurde bereits häufig ausgezeichnet: 2024 European Beer Star Silber, 2024 World Beer Award Silber, World Beer Award Bronze 2023, European Beer Star Gold 2022, European Beer Star Silber 2021, International Craft Beer Award „Session Ale des Jahres“ und Gold 2021, European Beer Star Silber 2021, European Beer Star Bronze 2019. Bei diesen Auszeichnungen kann das Bier ja nur gefallen. Also, nicht weiter nachgedacht, die Flasche geöffnet und das Bier eingeschenkt.

Orangefarben und opalisierend strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber befindet sich eine feinporige schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist jedenfalls absolut top.

Das Bier duftet nach Zitrus und Waldhonig, nach Vanille und Harz. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Wenig überraschend zeichnet sich der Antrunk durch eine angenehme Malzsüße sowie eine kräftige Karbonisierung aus. Auf der Zunge breiten sich die Aromen aus, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Dazu gesellt sich eine Bittere, die in der Stärke gut auf die Süße abgestimmt ist. Das Besondere an der Bittere ist, dass sie an den Geschmack erinnert, den ich feststelle, wenn ich aus Versehen auf einen Zitronenkern beiße. Trotz der fast dominanten Bitteren ist das Mundgefühl weich und das Bier ist angenehm süffig. In der Kehle wird die Bittere noch einmal kräftiger, ohne dabei penetrant zu werden, auch wenn sie lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Münchner Typ 2, Carared, Carabelge), Hopfen (Savinjski Golding, Styrian Golding, Saphir, Comet, Citra, Cascade, Polaris), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2% Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Brauerei-Gasthof Kundmüller GmbH
Weiher 13
96191 Viereth-Trunstadt
www.brauerei-kundmueller.de

De Mortselarij – Pompelmoose

Im flämischen Mortsel betreibt Frédéric Keusters seine Craft Beer-Brauerei. Wenn ich mir seine Website ansehe, kann ich nur staunen. Optisch ist die Seite sehr ansprechend. Ich glaube aber, dass kein anderer Craft Bier-Brauer so wenige Informationen über seine Erzeugnisse und sein Unternehmen veröffentlicht wie Frédéric. Mal sehen, wie sein Mortselarij Pompelmoose sich so macht. Es ist das erste Mal, dass ich ein Bier verkoste, das mit Grapefruit gebraut wurde. Was mich noch mehr wundert ist das Foodpairing, das Frédéric zu diesem Bier empfiehlt: Sein Tipp ist, dem Bier einen Schuss polnischen Wodka zuzugeben.

Golden und leicht opalisierend strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone ist sehr stabil. Optisch gibt es an diesem Bier nichts auszusetzen.

Auch das Aroma ist ansprechend. Der Duft der Grapefruitschale und des Grapefruitsafts steht im Vordergrund, unterstützt durch einen angenehmen Honigduft des Malzes und die würzigen Noten des Citra-Hopfens.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße und seine Spritzigkeit aus. Auf der Zunge steht der Grapefruitgeschmack im Mittelpunkt, wobei auch die Bittere der Grapefruitschale zum Tragen kommt. Das Mundgefühl ist voll und rund. Auch in der Kehle steht die Fruchtigkeit im Vordergrund. Das Bier wird trockener und die Bittere wird kräftiger und klingt recht lange nach.

Zutaten:

Walter, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafer, Hopfen (Cista), Grapefruitzesten, Grapefruitsaft, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Bittereinheiten:

23 IBU

Brauerei:

De Mortselarij
Borsbeeksebinnenweg 21
2640 Mortsel
www.demortselarij.be

Boelens – Waaslander

Das Waasland ist eine Region in Ostflandern, grob gerechnet zwischen Gent und Antwerpen, direkt an der Grenze zu den Niederlanden. Dort ist die Brauerei Boelens beheimatet, die seit dem Jahr 2001 unter anderem auch das Waaslander braut, das jetzt vor mir steht. Datei handelt es sich um ein obergäriges Bier, für das neben dem Gerstenmalz auch eine geringe Menge Weizenmalz verwendet und das in der Flasche einer zweiten Gärung unterzogen wurde.

Golden und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die schneeweiße Schaumkrone fällt leider eher mickrig aus und sie fällt auch schnell in sich zusammen. Schade. Hätte der Schaum etwas mehr Standfestigkeit, wäre die Optik dieses Bieres perfekt.

Das Bier duftet nach Biskuitteig, abgerundet durch den typischen Duft belgischer Hefe sowie einer leichten Zitrusnote.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße und eine angenehme Spritzigkeit aus. Auf der Zunge ist das Bier brotig mit einer leichten Bitteren. Auch wenn mir hier die Fruchtigkeit zu kurz kommt, ist das Bier ausgewogen mit einem weichen Mundgefühl. In der Kehle ist das Bier mild mit nur kurzem Nachklang.

Das Waaslander ist ein süffiges Bier ohne Ecken und Kanten. Ich empfinde es als etwas langweilig und bin der Meinung, dass eine andere Malzauswahl dem Bier wirklich gut tun würde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Brauerei:

Brouwerij Boelens Bvba
Kerkstraat 7
9111 Belsele
Belgien
www.brouwerijboelens.be

Biermaekers – Bux Amber

Buxbier stammt aus Westflandern, der belgischen Tieflandprovinz, die an der Nordsee liegt. In dieser flachen Landschaft gedeihen einige der besten Getreide- und Hopfensorten, die in diesem Bier Verwendung finden. Die Brauerei liegt im Umland von Ypern. Bereits im 13. Jahrhundert war die Stadt Ypern ein weltberühmtes Zentrum der Woll- und Tuchindustrie. Es überrascht daher nicht, dass Schafe noch immer Teil der Landschaft sind. 1998 wurde anlässlich des 20jährigen Bestehens des Schafzüchtervereins von Moorsele bei Ypern ein einmaliges Jubiläumsbier gebraut. Das Bier wurde „Bukske“ genannt, nach dem Dialektwort für ein männliches Schaf. Im Juli 2014 entdeckte Dieter Van Biervliet in einem Keller neben dem Rezept auch ein paar Flaschen Original „Bukske“ wieder. Nach all den Jahren schmeckte das Bier immer noch erstaunlich gut. Dieter, damals schon ein leidenschaftlicher Mikrobrauer, beschloss, das Original „Bukske“ nach dem authentischen Rezept zu brauen.  Es war sofort ein Erfolg und die gesamte Charge von 3000 Flaschen war in kürzester Zeit verkauft. Aufgrund der steigenden Nachfrage und um den limitierten Charakter des „Bukske“-Biers beizubehalten, wurde eine eigene Bierlinie mit ausschließlich lokalem Hopfen geschaffen. Da „Bukske“ im Französischen schwer auszusprechen war, erwies sich „BUX“ als idealer Ersatz, wobei der ursprüngliche Name beibehalten wurde. Damit wäre die Herkunft des Namens schon mal geklärt und ich werde jetzt das Bux Amber öffnen, um es verkosten zu können.

Dunkel orangefarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die weiße Schaumkrone ist zwar nur klein, bleibt aber sehr lange erhalten. Die Optik des Bieres ist schon mal sehr ansprechend.

Das Bier duftet nach Karamell und Toffee, abgerundet durch Noten von Zitrusfrüchten und Mandarine.

Der Antrunk ist relativ süß, was aber durch die dazu passende feinperlige Karbonisierung ausgeglichen wird. Auf der Zunge zeigen sich die fruchtigen Noten und die Süße ausgewogen. Bittere kann ich jetzt kaum schmecken, so dass das Bier sehr mild ist. Trotz der 6,5 Volumenprozent Alkohol ist der Körper schlank, so dass das Bier sehr süffig daherkommt. In der Kehle wird die freundliche Bittere etwas kräftiger und sie klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saazer, Golding), Hefe

Alkoholgehalt:

6,5% Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

11 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Biermaekers
Driemasten 126
8560 Gullegem
Belgien
www.buxbeer.com

Alvinne – Melchior Vintage Recipe Serie Amber Winter Ale

Das Melchior Vintage Recipe ist ein belgisches Bier, das von der Brauerei Alvinne hergestellt wird. Es ist Teil ihrer Vintage Recipe Series, die sich darauf konzentriert, traditionelle Bierrezepte mit einem modernen Twist neu zu kreieren.

Bernsteinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine elfenbeinfarbene sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Das Aroma lässt sich mit einem Wort beschreiben: komplex. Aromen nach Melasse und Trockenfrüchten, nach Lakritz, Karamell und Gewürzen steigen mir in die Nase. Dass auch alkoholische Noten zu riechen sind, wundert mich bei 11 Volumenprozent Alkohol nicht. Eher überrascht mich, dass der Alkohol sich so diskret im Hintergrund hält.

Wie erwartet ist der Antrunk süß und ich würde mir zumindest anfangs etwas mehr der sehr feinperligen Kohlensäure wünschen. Auf der Zunge tritt der Geschmack nach Trockenfrüchten in den Vordergrund und erinnert an Rosinen. Die anderen Aromen unterstützen diesen Geschmack. Auch der Alkohol kommt jetzt kräftiger durch, dominiert aber nicht, sondern unterstützt die anderen Aromen. Jetzt kann ich auch zumindest erahnen, dass das Melchior Vintage Recipe in Eichenfässern gereift ist, was dem Geschmack noch zusätzliche Noten und Komplexität verleiht. Das Mundgefühl ist samtig, fast dickflüssig. Bis jetzt ist kaum etwas von der Bitteren des Hopfens zu schmecken. Die wird erst in der Kehle etwas kräftiger, wo sie gemeinsam mit der Süße sehr lange nachklingt.

Das Melchior Vintage Recipe Amber Winter Ale ist ein wunderbar komplexes Winter- und Dessertbier. Es passt zu Vanillepudding und getrockneter Ananas oder auch einfach pur am Kaminfeuer. Es sollte aber nicht zu stark gekühlt sein, damit die komplexen Aromen durchkommen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

11,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Alvinne
Vaartstraat 4A
8552 Zwevegem
Belgien
www.alvinne.com

Fuller’s – London Pride Outstanding Amber Ale

Dieses „English Special Bitter“ aus der Londoner Traditionsbrauerei Fuller’s wurde nach einer beliebten englischen Zierpflanze (Porzellanblümchen, auch „London Pride“) benannt. An der Quelle und im UK-weiten Vertrieb handelt es sich um ein sogenanntes cask-conditioned ale, ein obergäriges Bier mit natürlicher Zweitgärung im Fass bei knapp 4% Alkohol. Für den weltweiten Export wird es pasteurisiert und mit etwas mehr Alkohol in Flaschen abgefüllt.

Als ich die Flasche öffnen will, fällt mir auf, dass sie nicht ganz voll ist. Das Bier ist nur bis etwa drei Zentimeter unter dem Rand eingefüllt und ich hoffe, dass diese Differenz die Ergebnisse der Verkostung nicht verfälscht. Also öffne ich die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Bernsteinfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine sehr kleine grobporige Schaumkrone, die sich sofort auflöst.

Das Bier duftet intensiv nach Karamell, abgerundet durch Aromen nach Lakritz, Haselnuss und Ananas.

Der Antrunk ist süß und ich stelle fest, dass das Bier nur sehr wenig Kohlensäure enthält. Beinahe wirkt das Bier auf mich abgestanden. Andererseits ist die Restsüße des Malzes durchaus elegant. Schnell gesellt sich auch eine passende Bittere zum Karamell, abgerundet durch den Geschmack nach Lakritz und Haselnüssen. Obwohl das Bier nur 4,7 Volumenprozent Alkohol enthält, schmecke ich doch eine deutliche alkoholische Note, die aber dem samtigen Mundgefühl keinen Abbruch tut. In der Kehle legt die Bittere noch einmal zu und klingt dort einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Malz (Pale, Crystal, Chocolate, Amber), Hopfen (Target, Goldings, Northdown, Challenger)

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Bittereinheiten:

35 IBU

Farbe:

16 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Griffin Brewery
Chiswick Lane South W4 2QB
Großbritannien
www.fullersbrewery.co.uk

wildwuchs Brauwerk – Wildmoker

Der Wildmoker ist eine Gemeinschaftsarbeit des Wildwuchs Brauwerks mit der Kaffeerösterei in der Hamburger Speicherstadt. Wie es dazu gekommen ist? Die Geschichte ist schnell erzählt und ich stütze mich dabei auf die Angaben der Rösterei. Max vom Wildwuchs Brauwerk telefonierte mit Max von der Speicherstadt Kaffeerösterei. Beim anschließenden Cupping wurde die passende Kaffeesorte ausgesucht: Die Hamburger Hafen Kaffeemischung sollte es werden, denn was haben beide Unternehmen gemeinsam? Genau: Die Nähe zum Hafen! Auf die Plätze, fertig, Kaffeebier. Und schon steht das Bier vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Die erste Überraschung bietet das Bier bereits beim Einschenken. Während alle anderen Kaffeebiere, die ich bislang getrunken habe, schwarz waren, ist der Wildmoker orangefarben. Dabei ist das Bier hefetrüb mit einer kleinen hellgelben Schaumkrone, die aber sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet frisch nach Biskuitteig und Karamell.

Der Antrunk ist recht süß und mir gefällt die sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge stehen der Karamellgeschmack und die Süße im Mittelpunkt, aber auch eine freundliche Bittere gesellt sich zu den Aromen. Jetzt bin ich mir nicht sicher – erinnert mich die Bittere wirklich an Kaffee oder kommt mir das nur so vor, weil ich weiß, dass in dem Bier Kaffee mit verbraut wurde? Egal – obwohl das Bier einen schlanken Körper hat, wirkt es wirklich elegant. In der Kehle wird es eindeutig – der Kaffeegeschmack ist nicht wegzudiskutieren, denn er wird kräftiger und klingt sehr lange nach.

Hält das Bier denn nun auch wach? Das ist eine recht einfache Rechenaufgabe. 100 ml Wildmoker enthalten 13,2 mg Koffein. Nach Angaben der Zentrale für gesundheitliche Aufklärung enthält eine Tasse Kaffee etwa 90 mg Koffein. Ich bin drei Tassen Kaffee am Morgen gewöhnt, also etwa 270 mg Koffein. Rein rechnerisch müsste ich also etwa 2 Liter Bier trinken, um auf meine gewohnte Koffeindosis zu kommen. Wohl gemerkt: das sind 6 Flaschen á 0,33 Liter – vor dem Frühstück. Das wäre vermutlich keine allzu gute Idee. Aber für ein wirklich gutes Bier ist das Koffein auf jeden Fall wirklich sinnvoll.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsenermalz, Karamellmalz-Rot), Weizenmalz, Kaffeebohnen, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

13,9° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

wildwuchs Brauwerk Hamburg KG
Jaffestraße 8
21109 Hamburg
www.wildwuchs-brauwerk.de

in Zusammenarbeit mit

Hacienda San Nicolás GmbH
Kehrwieder 5
20457 Hamburg
www.speicherstadt-kaffee.de

de Brabandere – Kwaremont

Das Etikett ist schlicht und dabei eingängig gestaltet.

Kwaremont ist ein belgisches Bier, das speziell für Radfahrer und Liebhaber hochwertiger Biere kreiert wurde. Es ist benannt nach dem legendären Anstieg Oude Kwaremont, einem der bekanntesten und anspruchsvollsten Abschnitte des berühmten Radrennens „Ronde van Vlaanderen“ (Flandern-Rundfahrt). Dieses Bier verbindet die Leidenschaft für den Radsport mit der reichen belgischen Braukunst und bietet ein einzigartiges Genusserlebnis.

Das Bier wird von der Brauerei De Brabandere hergestellt, einer der ältesten und renommiertesten Brauereien Belgiens. Die Brauerei wurde 1894 gegründet und hat sich im Laufe der Jahre einen Namen für ihre hochwertigen Biere gemacht. Mit einem tiefen Verständnis für traditionelle Brauverfahren und einem Auge für Innovationen hat De Brabandere die Kunst des Bierbrauens perfektioniert.

Orangefarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste weiße Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Optisch gibt es an diesem Bier nichts zu mäkeln.

Das Spiel duftet der Brotkrume, dazu kommt etwas Banane. Blumige Noten runden das Aroma ab. Den letzten Pfiff gibt aber eine leichte Zitrusnote.

Der Antrum zeichnet sich durch eine zurückhaltende süße und eine angenehme Spritzigkeit aus Punkt auf der Zunge komm Noten nach Brot und Karamell zum Vorschein. Dazu kommt eine leichte freundliche Bittere. Das Bier ist vollmundig mit einigen Ecken und Kanten. In der Kehle wird die bittere kräftiger und klingt sehr lange nach.

Das Kwaremont ist ein herausragendes belgisches Bier, das die Leidenschaft für den Radsport und die Kunst des Bierbrauens vereint. Mit seinem erfrischenden Geschmack, seinem ausgewogenen Profil und seiner tiefen Verbindung zum legendären Anstieg Oude Kwaremont bietet es ein einzigartiges Genusserlebnis.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Zucker

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij de Brabandere
Rijksweg 33
8531 Bavikhove
Belgien
www.brouwerijdebrabandere.be