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Steamworks – Pale Ale

Im Jahr 1995 wurde Steamworks in Gastown, Vancouver, Kanada, als Gasthausbrauerei gegründet. Dort wurden die Braukessel mit Dampfleitungen aus der Pionierzeit beheizt. Im Laufe der Zeit wuchs die Biervielfalt und auch die Mengen wurden immer größer, so dass die Kapazitäten nicht mehr ausreichten. Die Brauerei begann, sich zusätzlich als Gypsy-Brauer in anderen Brauereien einzumieten.

2013 baute Steamworks in Burnaby eine neue Braustätte mit eigener Abfüllanlage für Flaschen, Dosen und Fässer. Nun begann die Brauerei, auch in die USA und nach Europa zu exportieren, vornehmlich nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Inzwischen wurden einige neue Brautanks nachinstalliert und es ist noch Platz für die eine oder andere Erweiterung vorhanden. Jetzt steht das Pale Ale aus der kanadischen Brauerei vor mir.

Weizengelb und leicht hefetrüb ist das Pale Ale. Darüber bildet sich eine sehr große und feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Selten habe ich in einem Bier so viel Kohlensäure gesehen wie im Steamworks Pale Ale. Da kann ja nicht mehr viel schiefgehen.

Das Aroma ist fruchtig. Düfte nach Bergamotte, Ananas und Biskuitteig steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist spritzig und frisch. Der fruchtige Geschmack nach Zitrusfrüchten und Orangenschale schmeicheln meiner Zunge. Dazu kommt ein freundliches Bitter sowie ein ordentlicher Malzkörper. Das süffige Bier macht ein weiches Mundgefühl. Der Abgang zeichnet sich durch ein überraschend mildes Bitter mit einem sehr langen Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (2-Row, Cara 20), Hopfen (Cascade, Centennial, Chinook), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,9° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Steamworks Brewing Co.
Vancouver
Kanada

Vertretung in Deutschland:

STP GmbH & Co. KG
Moosweg 23
83416 Saaldorf – Surheim
www.steamworks.eu

Silly – Double Enghien Blonde

Die Brasserie de Silly, aus der das Double Enghien stammt, ist Mitglied bei Slowfood. Damit befindet sich die Brauerei in der guten Gesellschaft von Sterneköchen und vielen Erzeugern individueller handwerklicher Lebensmittel mit eigenem Charakter. Schließlich geht es bei Slow Food um gutes, reines und richtiges Essen: Es geht um gutes Essen mit eigenem Geschmack, das umweltfreundlich von Erzeugern produziert wird, die durch die Produktion dieser Lebensmittel in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Diese Philosophie passt zur Brauerei.

Die Brasserie de Silly nutzt für den Einkauf der Rohstoffe die kürzestmögliche Lieferkette: Malz, Wasser, Hopfen und Hefe. Malz, eine der Hauptzutaten, wird von lokalen Landwirtschaftsbetrieben bezogen, die hochwertige Gerste produzieren. Das reine Quellwasser wird aus einer durchschnittlichen Tiefe von 40 Metern hochgepumpt. Dieses Wasser wird von unterirdischen Gesteinen auf natürliche Weise gefiltert und ist daher so rein wie nur irgend möglich. Der Hopfen, der dem Bier seine Bitterkeit und sein Aroma verleiht, stammt aus Deutschland, England, Tschechien und den USA. Die außergewöhnliche Hefe der Brauerei stammt aus dem Jahr 1850 und wird seither immer weiter verfeinert. Zwar wird gerade der Einfluss der Hefe auf das Bier häufig unterschätzt, aber viele Experten, die sich intensiver mit der Rolle der Hefe beschäftigt haben, erklären immer wieder, dass es gerade die Hefe ist, die dem Bier seinen Charakter verleiht. So, dann bin ich mal gespannt, was dieses Bier zu bieten hat. Es ist immerhin mein erstes Bier aus einer Brauerei, die Mitglied bei Slowfood ist.

Intensiv Goldgelb präsentiert sich das Double Enghien Blonde im Glas. Mir fällt auf, dass dieses Bier reichlich Kohlensäure enthält, die auch für den feinporigen Schaum sorgt, der sich nur langsam auflöst. Optisch gibt es an diesem Bier nichts auszusetzen.

Das Double Enghien Blonde besticht zunächst durch ihre malzigen und hopfigen Aromen, gefolgt von würzigen und blumigen Düften.

Der Antrunk ist recht süß und er ist zusammen mit der reichlich dosierten Kohlensäure angenehm frisch. Auf der Zunge spiegeln sich die blumigen Noten des Aromas wider und erste schüchterne Bitterstoffe trauen sich hervor. Fruchtigkeit und Säure fehlen praktisch vollständig. Jetzt weiß das Bier zu gefallen, aber es fehlt mir doch die Vollmundigkeit. Im Abgang überrascht mich ein kräftiges Bitter. Kurz flackert noch etwas Blumigkeit auf, die den sehr langen Nachklang einläutet. Als das freundliche Bitter langsam abklingt zeigt sich in meiner Kehle noch ein leichter bananiger Geschmack.

Das Double Enghien Blonde ist in meinen Augen zwar nicht perfekt, aber es weiß zu gefallen und vor Allem auch zu überraschen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Kent Golding, Challenger, Hallertauer, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

7,5 & Vol.

Brauerei:

Brasserie de Silly
Rue Ville Basse 2
7830 Silly
Belgien
www.silly-beer.com

Walter Bräu – Klosterbier

Nun will ich gleich noch ein Bier aus der kleinen Brauerei Walter Bräu in Wesel verkosten, diesmal das Klosterbier.

Dunkel mahagonifarben und fast blickdicht steht das Bier im Glas. Darüber ein hellbeiger cremiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier also richtig was her.

Das Aroma wird durch Karamelldüfte dominiert, dazu Bananenduft, der das Karamell abrundet. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und mäßig süß. Dazu kommt eine sehr feinperlige Kohlensäure, die die Frische noch unterstreicht. Der Körper erinnert stark an das Hildegard Bier aus der gleichen Brauerei, ist aber intensiver. Die Karamellnoten kommen deutlicher hervor. Der Abgang ist sehr mild und es sind kaum Bitterstoffe zu schmecken.

Insgesamt ein herrliches Bier für einen lauen Sommerabend.

Zutaten:

Wasser, Malz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Walter Bräu Büderich
46487 Wesel
www.walterbrau.de

Walter Bräu – Hildegard Bier

Jetzt will ich erstmals ein Bier aus dem westfälischen Wesel verkosten. Die Brauerei Walter Bräu, von der dieses Bier stammt verkauft sein Bier häufig im Direktvertrieb. Ich kenne sie von verschiedenen Verkaufsmessen in Essen, auch auf der Grünen Woche in Berlin war die Brauerei vertreten. Außerdem verfügt die Brauerei über einen Biergarten. Es handelt sich um ein sehr spezielles Konzept. Die Getränke müssen im Biergarten gekauft werden, das Essen kann der Gast gerne mitbringen. Das ist noch relativ normal und zumindest aus bayerischen Biergärten auch bekannt. Aber im Biergarten von Walter Bräu kann der Gast auch grillen, ein Fondue, ein Raclette veranstalten oder sein Fleisch auf dem heißen Stein garen. Das dafür benötigte Zubehör sowie Geschirr und Besteck stellt die Brauerei, der Gast bringt das Essen mit und bezahlt für die Reinigung der verwendeten Gerätschaften. Irgendwie ist das ein witziges Konzept. Aber kommen wir zum Hildegard Bier.

Die Besonderheit dieses Bieres, die mir bereits auf dem künstlerisch gestalteten Etikett auffällt, ist die Verwendung von Dinkelmalz. Diese Urform des Weizens ist recht selten und dementsprechend auch teuer. Mir ist nur ein weiteres Bier bekannt, das mit Dinkelmalz gebraut wird, auch wenn ich überzeugt bin, dass es noch weitere Bierspezialitäten aus diesem Getreide gibt. Aber jetzt wollen wir uns ja mit dem Hildegard Bier beschäftigen.

Goldgelb bis hellbernstein und hefetrüb steht das Bier im Glas. Darüber zeigt sich relativ wenig reinweißer cremiger Schaum, der aber lange erhalten bleibt. Optisch passt bei diesem Bier schon mal alles.

Das Aroma ist durch Karamell geprägt, dazu kommen fruchtige Noten nach Banane sowie der Duft von Kräutern.

Der Antrunk ist frisch und dabei mäßig süß. Außerdem stelle ich eine sehr feinperlige Kohlensäure fest. Der Körper ist mäßig intensiv, aber rund. Leichte säuerliche Noten stehen in ausgewogenem Verhältnis zur Süße. Sobald sich das Bier im Mund erwärmt hat, kommt auch eine elegante Bittere zum Vorschein. Der Abgang ist sehr mild, die wenigen Bitterstoffe werden durch eine leichte Fruchtigkeit unterstützt.

Das Hildegard Bier ist sehr süffig, aber etwas zusätzliche Bitterstoffe würden ihm sicher gut zu Gesicht stehen.

Zutaten:

Wasser, Dinkelmalz, Gerstenmalz, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Walter Bräu Büderich
46487 Wesel
http://www.walterbrau.de

Orval

Das Orval ist ein Trappistenbier, das in der Zisterzienserabtei Notre-Dame d’Orval gebraut wird. Die Herstellung dieses Bieres ist aufwändiger als bei den meisten anderen Bieren.

Ungewöhnlich ist schon einmal das Schroten, das im Nassmahlverfahren geschieht. Dabei wird während des Schrotens auf 65° Celsius erhitztes Wasser zugeführt und die Maische wird direkt in den Läuterbottich gepumpt. Die Erhöhung der Temperatur geschieht durch Zubrühen von heißem Wasser. Die obergärige Hauptgärung dauert vier bis fünf Tage. Bei der anschließenden Nachgärung wird ein Verschnitt aus zehn Hefestämmen verwendet, der vorwiegend aus Brettanomyces besteht. Brettanomyces ist ein Hefestamm, den die meisten Brauer meiden wie der Teufel das Weihwasser. Ausnahmen sind die Produzenten von Sauerbier, beispielsweise von Geuze oder Gose. Bei den weitaus meisten Bierstilen gilt Brettanomyces als Kontamination. Während der Lagerung wird das Bier mit Doldenhopfen gestopft. Nachdem die Hefe per Zentrifuge entfernt wurde wird das Bier erneut mit flüssigem Kandiszucker gespeist und es wird für die Flaschengärung neue Hefe zugegeben. Für die Flaschengärung werden die Flaschen zwei bis drei Wochen bei einer konstanten Temperatur von 15° Celsius gelagert. Bei der Auslieferung beträgt der Alkoholgehalt etwa 6,2 % Vol., durch die Flaschengärung kann er noch um etwa ein Volumenprozent steigen.

Das Orval lässt sich nicht beschreiben. Da die Reifung in der Flasche fortschreitet, ändert sich der der Geschmack grundlegend. In Wikipedia wird die Geschmacksänderung während der Flaschenreifung so beschrieben: „. Während das Bier beim Verlassen der Brauerei frisch und hopfig ist, entwickelt sich bei weiterer Lagerung ein komplexes Aromenprofil. Die durch Brettanomyces gebildeten Phenole und Ester treten nach sechs Monaten hervor.[3] Orval hat, nach der Beschreibung des Bierkritikers Michael Jackson, „[…] ein erdiges, lederig-öliges Aroma, in dem manche Degustatoren Salbei entdecken, und intensiv herben, säuerlichen Geschmack.“ (Michael Jackson: Michael Jackson: Bier International. 2. Aufl., Bern 1999, ISBN 978-3444105401, S. 136.) Von anderen Trappistenbieren unterscheidet es sich insbesondere in seiner Trockenheit.“ Damit Sie den Reifegrad des Bieres einschätzen können, hier noch der Hinweis, dass die Brauerei dem Orval eine Mindesthaltbarkeit von fünf Jahren gibt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer, Styrian Goldings, Strisselspalt), Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol. – 7,2 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Abbaye d’Orval
Orval Nr. 1
6823 Villers-devant-Orval
Belgien
www.orval.be

Gouden Carolus Christmas

Weihnachtsbiere sind meist dunkle Biere mit einem hohen Alkoholgehalt und intensivem Geschmack. Manchmal frage ich mich aber auch, was diese Biere mit Weihnachten zu tun haben. Meist handelt es sich um etwas kräftigeres Bockbier. Bei diesem Bier ist es anders. Das liegt nicht nur am stimmungsvollen Etikett, sondern ganz besonders am Inhalt der Flasche.

Es handelt sich zunächst einmal um ein typisches belgisches Dark Ale. Und auch als Weihnachtsbier hat das Gouden Carolus Christmas eine lange Tradition, auch wenn diese Tradition 38 Jahre lang unterbrochen war. Aber seit dem Jahr 2002 wird es wieder gebraut. Das Brauen beginnt bereits im August, das Bier wird mehrere Wochen gelagert, bevor es mehrere Monate lang ruht, um zu seinem endgültigen Geschmack zu kommen. Dabei wird ausschließlich belgischer Hopfen verwendet, wodurch das Gouden Carolus Christmas zu einem echt belgischen Produkt wird. Zusätzlich werden noch sechs weihnachtliche Gewürze beigegeben; welche das sind und in welchem Mischungsverhältnis sie verwendet werden, ist Betriebsgeheimnis der Brauerei. Der Onlineshop Bierlinie hat aber nachgeforscht und vermutet, dass es sich um Muskat, Anis, Koriander, Nelken, Ingwer und Orangenschale handelt. Glauben wir es einfach mal und machen wir jetzt endlich das Bier auf.

Schwarz ist das Gouden Carolus Christmas, nur wenn ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert es rubinrot. Es bildet sich eine sehr große Menge hell-haselnussbrauner Schaum, der auch sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier also schon mal einen hervorragenden Eindruck. Aber bereits beim Einschenken steigt mir der Duft dieser Spezialität in die Nase…

Wirklich fruchtig duftet das Bier, Ich rieche Südfruchte, genauer gesagt Ananas und Mango. Dazu kommen Düfte nach Waldhonig, Rosinen und weihnachtlichen Gewürzen. Sicherlich umfasst das komplexe Aroma noch weitere Duftnoten, aber da ich derzeit einen leichten Schnupfen habe, kann ich keine weiteren Düfte feststellen.

Der Antrunk ist süß. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, leider ist aber nur recht wenig Kohlensäure vorhanden. Schnell breitet sich der weihnachtliche Geschmack im Mund aus. Rosinen, Apfel und Orangenschale kann ich feststellen. Dabei erinnert der Geschmack an einen guten Likör. Süße und Säure halten sich perfekt die Waage. Aber die Gewürze prägen den Geschmack. Das Bier schmeckt – weihnachtlich. Da muss ich mir doch gleich einen Elisenlebkuchen dazuholen. Ja, das passt perfekt zusammen. Der Abgang ist sehr mild und wenig bitter und er bringt noch eine leichte pfefferige Note mit.

Dieses Bier passt nicht nur zu Lebkuchen und anderem weihnachtlichen Gebäck, sondern es dürfte auch gut zum Weihnachtsessen passen, beispielsweise zu einer Gans oder zu Wildgerichten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

10,5 % Vol.

Stammwürze:

22° Plato

Bittereinheiten:

11 IBU

Brauerei:

Brouwerij Het Anker
Guido Gezellelaan 49
2800 Mechelen
Belgien
www.hetanker.be

Brugse Zot

In Deutschland wie in Belgien werden zu besonderen Anlässen spezielle Biere gebraut. Ich denke dabei an die Weihnachtsböcke wie auch an den Maibock, der von immer mehr Brauereien in Deutschland angeboten wird. Weihnachten und der Mai sind ja Anlässe, die uns klar vor Augen stehen. Aber das Bockbier, das jetzt vor mir steht, erinnert an ein Ereignis, das im Mittelalter in Brügge vorgefallen ist.

Die Geschichte des Brugse Zot geht auf die mittelalterliche Legende um Kaiser Maximilian von Österreich zurück. Nach dem Tod seiner Frau Maria von Burgund übernahm Maximilian 1482 die Regentschaft über die Niederlande, zu denen damals auch Brügge gehörte. Die Bürger von Brügge hatten jedoch ihre Schwierigkeiten, sich der strengen Herrschaft ihres neuen Herrschers unterzuordnen. Die Steuern waren hoch und es herrschte ein Klima der Unzufriedenheit und des Aufruhrs.

Als Maximilian im Frühjahr 1488 nach Brügge kam, um eine Revolte zu unterdrücken, kerkerten die Brügger ihren Fürsten ein. Nach der Freilassung rächte sich Maximilian, indem er Feste und Jahrmärkte verbietet. Um ihn zu beruhigen, veranstalteten die Brügger ein großes Fest zu seinen Ehren, bei dem sie eine farbenfrohe Prozession von ausgelassenen Partygästen und Narren an ihm vorbeiziehen ließen. Danach baten sie ihn um die Erlaubnis, neue Messen abzuhalten und ein neues Narrenhaus zu bauen. Die Antwort von Maximilian? Schließen Sie alle Tore von Brügge und Sie haben die Narren!

Seitdem lautet der Spitzname der Einwohner „Brugse Zotten“ (Narren) und wird auch in der Geschichte der Stadt genannt. Mit der Herstellung des Stadtbiers „Brugse Zot“ erinnert die Brauerei De Halve Maan die Einwohner von Brügge mit einem Augenzwinkern an ihre Geschichte.

Heute ist Brugse Zot, neben Straffe Hendrik, das einzige Bier, das in der historischen Innenstadt von Brügge gebraut wird. Als vor einiger Zeit die Brauerei in der Innenstadt zu klein wurde, verlegte die Brauerei die Abfüllung in ein zweites Werk außerhalb von Brügge. Zunächst wurde das Bier in LKW von der Brauerei zur Abfüllung gebracht, was bei den schmalen Straßen der mittelalterlichen Stadt eine deutliche Verkehrsbelastung bedeutete. Daher hat die Brauerei eine Pipeline bauen lassen, durch die das Bier seinen Weg zur Abfüllung findet.

Das Brugse Zot wurde in den vergangenen Jahren insgesamt sieben Mal ausgezeichnet, unter anderem beim World Beer Cup und beim European Beer Star. Jetzt ist es aber an der Zeit, die Flasche zu öffnen und das Bier zu verkosten.

Goldgelb und leicht hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine sehr voluminöse sahnige Schaumkrone, die auch sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier sehr ansprechend.

Das Aroma ist fruchtig. Der Duft von Ananas und Malz steigt mir in die Nase. Das ist wirklich angenehm, allerdings fehlen mir bittere und würzige Noten.

Der Antrunk ist frisch und fruchtig mit einer zurückhaltenden Süße. Auf der Zunge kommt eine leichte Säure dazu. Auch der Abgang ist überraschend frisch und fruchtig, aber fast ohne Bitterstoffe. Das wenige Bitter klingt aber lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kandiszucker

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Halve Maan
Walplein 26
8000 Brügge
Belgien
www.brugsezot.be

Tilmans – Brown Ale

Jetzt steht das Brown Ale von Tilmans Biere aus München vor mir. Tilman Ludwig hat keine eigene Braustätte, sondern er braut seine Biere bei befreundeten Brauereien. Das Brown Ale wird bei der Brauerei Weissbräu Schwendl gebraut. Auch das künstlerisch gestaltete Etikett stammt nicht von ihm, sondern vom Münchner Künstler Mikael Ross. Darüber will ich mich aber nicht weiter auslassen. Wenn Sie mehr über den Künstler erfahren wollen, besuchen Sie seine Website www.mikaelross.com. Die Beschreibung des Bieres auf dem Etikett, die „Schmatzi Schmatzi Yamyamyam“ lautet ist sicherlich Geschmackssache. Aber schließlich kaufen wir das Bier nicht in erster Linie wegen des Etiketts, sondern wegen des Inhalts. Ich hoffe dieser gefällt mir besser als die Beschriftung des Etiketts. Testen wir es.

Hefetrüb und Kastanienbraun strahlt mich das Bier aus dem Glas an. Darüber steht eine durchschnittlich voluminöse hellbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Überraschend ist auch das Aroma. Anfangs duftet das Bier ordentlich nach Zitrusfrüchten und Orangen. Dieser Duft lässt nach einiger Zeit nach und es kommen die Aromen des Malzes mit den diskreten Röstaromen durch. Nach einigen Minuten könnte ich annehmen, ein anderes Bier im Glas zu haben als am Beginn.

Der Antrunk ist trocken, spritzig und fruchtig. Die Fruchtaromen spiegeln sich auf der Zunge wieder. Schnell kommt ein kräftiges aber angenehmes Bitter dazu, so dass das Bier auch einen Hauch Grapefruit enthält. Der Abgang ist mild bitter und die Bitterstoffe klingen einige Zeit nach. Die Fruchtigkeit bleibt aber noch länger erhalten.

Das Brown Ale von Tilman überrascht mit seinem Wechselspiel der Aromen und Geschmäcker. Es lohnt sich auf jeden Fall, es zu probieren.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra, Centennial), Hefe

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

13,2° Plato

Brauerei:

Weissbräu Schwendl GmbH und Co. KG
Schalchener Str. 115
83342 Tacherting
www.weissbraeu-schwendl.de

für

Tilmans Biere
St.-Martin-Str. 24
81541 München
www.tilmansbiere.de

Gouden Carolus – Classic

Nun habe ich mal wieder ein hochdekoriertes Bier vor mir stehen, das Gouden Carolus Classic aus der Brauerei Het Anker. Dieses dunkle Belgian Ale wurde 2009 beim Word Beer Award als „World’s Best Standard Strong Dark Ale“ ausgezeichnet, 2010 beim Australian International Beer Award mit der Silbermedaille, ebenfalls in Jahr 2010 beim World Beer Award als „World’s Best Dark Ale Abbey/Trappist“ und 2012 beim World Beer Award als „World’s Best Dark“. Also, da kann ich mich sicher auf ein ganz besonderes Bier freuen.

Schwarz steht das Bier im Glas, nur als ich das Glas ich es gegen das Licht halte schimmert es dunkel Rubin durch. Über dem Bier bildet sich viel sahniger haselnussbrauner Schaum, der sich nur langsam auflöst. Damit hat die Brauerei bei der Optik schon mal alles richtiggemacht.

Das Aroma ist durch viele Röststoffe geprägt. Ich rieche Espresso, Apfel und Vanille. Damit hat das Aroma eine elegante Schwere, die durchaus zur Optik des Biers passt.

Der Antrunk ist süß und es zeigt sich, dass das Bier nur wenig Kohlensäure enthält. Trotzdem und trotz der Schwere, die ich im Aroma festgestellt habe und die sich im Antrunk fortsetzt, wirkt das Bier vollmundig und durchaus lecker. Schnell mischen sich Röststoffe in die Süße, zusammen mit einer milden Säure, so dass das Bier einen durchaus ausgewogenen Eindruck macht. Der milde Abgang macht einen likörartigen Eindruck mit langem Nachklang.

Dieses Bier kann ich mir gut zu einem Dessert vorstellen.

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Bitterwert:

16 IBU

Brauerei:

Het Anker NV
Guido Gezellelaan 49
2800 Mechelen
Belgien
www.hetanker.be

Gordon – Xmas

Jetzt steht das Bier vor mir, das sich rühmt, das originale Weihnachtsbier zu sein. Es handelt sich um das Gordon Xmas. Das Bier stammt von Anthony Martins, einer englisch-belgischen Brauereigruppe, zu der Timmermans, Bourgogne des Flandres und die Waterloo Brewery gehören. Aus welcher Brauerei das Bier genau stammt verrät Martins nicht, sondern auf dem Rückenetikett ist lediglich der Hinweis „Brewed in Benelux“ vermerkt. Aber das ist auch nicht entscheidend, sondern es kommt auf die Qualität des Biers an.

Das Gordon Xmas wurde auf der Grundlage einer stärkeren winterlichen Version des Scotch Ale entwickelt, das im 2. Weltkrieg von der Armee an die britischen Truppen ausgegeben wurde und vor allem in der Wallonie Begeisterung hervorrief. Bereits in den 1930er Jahren wurde das Bier als eines der ersten Weihnachtssude in Belgien verkauft. Aber genug der Theorie, kommen wir zum Bier.

Dunkel rubinrot präsentiert sich das Bier. Es bildet sich sehr viel feinporiger Schaum, weiß mit leichtem Gelbstich, der sich nur langsam auflöst. Dazu sehe ich viel feinperlige Kohlensäure.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Ich rieche Karamell, Trockenpflaumen, weihnachtliche Gewürze und einen Hauch Schokolade.

Der Antrunk ist süß und kräftig, wobei die Kohlensäure für einen angenehmen ausgeglichenen Geschmack sorgt. So erwarte ich es auch von einem Weihnachtsbier. Der Körper ist fruchtig und bringt den Geschmack von Aprikosen mit. Dazu kommen Noten von Bittermandel und Sherry, die hervorragend mit der Süße des Malzzuckers harmonieren. Der Abgang ist trocken bitter und er klingt lange nach.

Das Bier passt gut zu einem Weihnachtsbraten und soll sich auch gut eignen, um es heiß als Glühbier zu trinken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Zucker, geröstete Gerste, Hopfen

Alkoholgehalt:

8,8 % Vol.

Gebraut für:

Anthony Martin
Rue de Cerf 191
1332 Genval
Belgien
www.anthonymartin.be