Schlagwort-Archiv: Ale

Braukatz – Hop Cat

Die Brau-Manufactur Allgäu ist seit 1883 in Familienbesitz. Hier wird wirklich mit Leidenschaft gebraut. Neben den traditionsreichen Bieren komponieren die Brauer auch einige Craft-Biere. Die Geschwister Kathrin und Stephanie Meyer haben sich mit ihrer eigenen Craft Beer-Linie Braukatz einen Namen gemacht. Hier wird Wert auf Rohstoffe der Region und Qualität gelegt. Die Biere sind für absolute Bierliebhaber, die es auch gerne mit Katzen aufnehmen.

Bleibt noch die Frage zu stellen, was für ein Bierstil die Hop Cat ist. Untappd bezeichnet die Hop Cat als Harvest Ale. Die deutsche Wikipedia schreibt aber, dass Ale grundsätzlich ein obergäriges Bier ist. Die englischsprachige Wikipedia beschreibt das Harvest Ale dagegen so: „The tagline generally refers to beers being brewed for Fall harvests.“ (Der Begriff bezieht sich im Allgemeinen auf Biere, die für die Herbsternte gebraut werden). Die Beschreibungen widersprechen sich also. Die Frage bleibt an dieser Stelle also unbeantwortet und ich werde das Hop Cat als Ale einsortieren. Kommen wir jetzt aber zum Bier.

Das Hop Cat strahlt mir aus dem Glas in hellem Gelb entgegen und hat eine durchschnittlich voluminöse und feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei schon mal alles richtig gemacht.

Fruchtig-blumige Aromen steigen mir in die Nase. Die kräftigsten Düfte erinnern an Ananas und Zitronenschale. Ich scheine also ein recht frisches Bier vor mir zu haben.

Und tatsächlich: der erste Kontakt des Bieres mit der Zunge fällt ausgesprochen frisch und spritzig aus, verbunden mit einer mäßigen Süße. Dann kommt die Fruchtigkeit in den Vordergrund. Die Düfte spiegeln sich auf der Zunge wider. Dazu kommt ein gut angepasstes Bitter, während die Frische erhalten bleibt und für eine ungeheure Drinkability sorgt. Im Abgang bleiben die bitteren Noten erhalten und sie klingen recht lange nach.

Mit seinen 4,8 Volumenprozenten Alkohol ist das Bier vergleichsweise leicht und empfiehlt sich damit als ideales Sommerbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnang Perle, Tettnang Hallertauer Mittelfrüh, Hallertauer Brewers Gold, France Triskel), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Post-Brauerei Nesselwang
Karl Meyer
Hauptstr. 25
87484 Nesselwang
www.brau-manufactur-allgaeu.de/

Tongerlo Lux

Jetzt steht das Tongerlo Lux vor mir. Die Brouwerij Haacht aus dem belgischen Boortmeerbeek war in der Craft Beer-Arena auf der Internorga in Hamburg vertreten und der Brauer hat mir unter anderem auch dieses Bier mitgegeben. Es handelt sich um ein helles Abteibier, also um ein Bier, das nach einem alten Klosterrezept in einer Vertragsbrauerei gebraut wurde. Wie so viele belgische Biere wurde auch das Tongerlo Lux einer zweiten Gärung in der Flasche unterzogen.

Das Bier strahlt intensiv leuchtend golden. Ich sehe viel agile Kohlensäure und es bildet sich überdurchschnittlich viel gemischtporiger Schau, der nur langsam in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist malzbetont, leicht süßlich nach Trockenfrüchten und würzig. Bereits im Aroma kommen auch die 6 Volumenprozent Alkohol durch, was aber den guten Eindruck nicht trübt.

Der Antrunk ist recht süß und intensiv. Die feinperlige Kohlensäure sorgt für eine ordentliche Frische. Schnell kommt ein gut dosiertes freundliches Bitter dazu. Insgesamt ist das Bier süffig und der Alkohol ist auf der Zunge gut versteckt. Der Abgang ist dann überraschend mild und er klingt durchschnittlich lange nach.

Das Tongerlo Lux ist ein gutes belgisches Allroundbier.

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Haacht
Provinciesteenweg 28
3190 Boortmeerbeek
Belgien
www.tongerlo.be

Hopfmeister – Surfers Ale

Jetzt steht das Hopfmeister Surfers Ale des Münchener Gypsy-Brauers Marc Gallo vor mir. Dieses Bier hat im Jahr 2016 beim International Craft Beer Award von Meininger die Goldmedaille gewonnen. An dieses Bier, das in der Schlossbrauerei Hohenthann gebraut wurde, kann ich also große Erwartungen hegen.

Goldgelb und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist fruchtig. Düfte nach Grapefruit, Mandarine und Gras steigen mir in die Nase, unterstützt durch den angenehmen Duft des Malzes.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist eher trocken. Leider enthält das Surfers Ale nur wenig Kohlensäure; eine etwas großzügigere Dosierung hätte sicher noch einiges an Frische gebracht. Erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt und ein ordentliches fruchtiges Bitter im Mund verteilt, macht das Bier einen frischen und vollmundigen Eindruck. Der Abgang ist überraschend mild bitter und mit langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Magnum, Cascade, Citra, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

12,4 %

Bitterwert:

35 IBU

Brauerei:

Hopfmeister Braumanufaktur
Marc Gallo
Kyreinstraße 18
81371 München
www.hopfmeister.de

Chimay Cinq Cents

Über die Besonderheiten der Trappistenbiere im Allgemeinen und von Chimay im Besonderen habe ich nun ja bereits mehrfach geschrieben, so dass ich diese Themen hier nicht wiederholen muss und direkt mit dem Testen des Chimay Cinq Cents beginnen kann.

Es handelt sich um ein bernsteinfarbenes Bier, leicht hefetrüb, das im Glas viel gemischtporigen weißen Schaum entwickelt, der recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch das Malz bestimmt, das einen Hauch von Röststoffen mit sich bringt, dazu fruchtige Noten nach roten Früchten und Mandeln.

Der Antrunk ist recht süß nach Rosinen, aber durch die feinperlige Kohlensäure ist er durchaus frisch. Schnell kommen noch würzige Noten dazu, so dass das Bier einen runden und ausgewogenen Eindruck macht. Im Abgang bildet sich das Bitter langsam und klingt lange nach. Am Geschmack erstaunt mich, dass das Bier „nur“ 8 Volumenprozent Alkohol enthält. Es schmeckt durchaus noch kräftiger.

Zutaten:

Wasser, Gerste, Weizen, Zucker, Hopfen, Hefe, Ascorbinsäure

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Stammwürze:

16,9° Plato

Brauerei:

S.A. Bières de Chimay N.V.
Route Charlemagne, 8
6464 Baileux
Belgien
www.chimay.com

Gouden Carolus Tripel

Jetzt steht ein Bier mit langer Geschichte vor mir. Das Gouden Carolus Tripel wurde erstmals im Jahr 1491 für die Ritter vom Goldenen Fließ gebraut. Damals war die Brauerei Het Anker aus Mechelen im flämischen Teil Belgiens zarte 20 Jahre alt. Vermutlich wurde die Rezeptur im Laufe eines halben Jahrtausends verändert, aber die Geschichte dieses klassischen belgischen Tripel-Bieres reicht so lange zurück.

Alter allein ist für sich noch kein Qualitätsbeweis, aber dieses Bier hat noch mehr zu bieten. Es wurde mehrfach ausgezeichnet: 2002 beim World Beer Cup mit Gold, 2006 beim World Beer Cup mit Bronze, 2009 beim European Beer Star mit Silber und im Jahr 2010 beim gleichen Contest mit Gold und zuletzt im Jahr 2012 beim World Beer Award als bestes Belgian Style Tripel. Von diesem Bier kann ich also durchaus etwas ganz Besonderes erwarten.

Altgolden präsentiert sich das Bier im Glas mit einer großen weißen Krone. Zwar ist der Schaum recht grob, trotzdem bleibt er lange erhalten. Optisch macht das Bier also schon mal eine gute Figur.

Auch das Aroma vermag mich durchaus anzusprechen. Ich rieche Zitronenschale, Banane und die Süße des Malzes.

Der Antrunk ist süßlich, dabei aber fruchtig und spritzig. Dieser Eindruck setzt sich auch fort, wenn sich das Bier im Mund verteilt. Intensive Süße und Säure sind gut aufeinander abgestimmt, so dass der recht hohe Alkoholgehalt von 9 Volumenprozent nicht auffällt. Der Abgang ist freundlich bitter und klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Brauerei:

Brouwerij Het Anker
Guido Gezellelaan 49
2800 Mechelen
Belgien
www.hetanker.be

Siegelbier 2015 Slyrs

Dass Heidelberg eine schöne Stadt ist, ist eine Binsenweisheit. Nicht umsonst ist es eines der beliebtesten Ziele im Städtetourismus. Weit weniger bekannt ist, dass im historischen Klosterhof in Heidelberg seit dem Jahr 2009 Bier gebraut wird. Dort, wo die Mönche früher ihre Stallungen hatten und wo auch früher bereits Apfelmost, Wein und Spirituosen hergestellt wurden, wird nach einem Umbau nun aus biologisch angebauten Zutaten feinstes Biobier gebraut. Eines dieser Biere habe ich jetzt vor mir stehen, das im Whiskyfass gereifte Siegelbier Slyrs.

Cognacfarben präsentiert sich das Bier im Glas und es bildet sich darüber so gut wie kein Schaum. Außerdem kann ich im Bier keinerlei Kohlensäure sehen, und das, obwohl das Bier keine Hefe enthält, die die Kohlensäure gerne verbirgt.

Das Aroma wird durch Röststoffe geprägt, unterstützt durch den Duft von Trockenpflaumen. Das Malz dominiert das Aroma eindeutig.

Der Antrunk ist recht süß und ich stelle fest, dass das Bier recht wenig Kohlensäure enthält. Bereits jetzt kann ich die Einflüsse des Whiskyfasses feststellen, in dem das Bier gereift ist. Die Süße hält sich auch im Körper, wobei sie durch eine leichte Säure ergänzt wird. Damit wird der Körper wunderbar komplex und fruchtig. Auffällig ist vor allem, dass hier mit dem Malz gespielt wurde und kaum das Bitter des Hopfens festzustellen ist. Bei dem kräftigen Geschmack des Bieres ist es kaum zu glauben, dass das Bier lediglich 6,5 % Alkohol enthält. Auch der Abgang ist nicht bitter und er erinnert eher an einen Whisky.

Zutaten:

Quellwasser, Gerstenmalz, Aromahopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei zum Klosterhof GmbH
Stiftweg 4
69118 Heidelberg
www.brauerei-zum-klosterhof.de

Crew Republic – Easy

Das Team der Brauerei in Unterschleißheim legt auf seiner Website die Messlatte selbst sehr hoch: „CREW Republic steht für ehrliche, handwerklich gebraute und geschmacklich außergewöhnliche Biere. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Rezepturen und den besten Rohstoffen der Welt. Ein Zuhause für alle, denen „Standardbiere“ nicht genug sind. Wir brauen nur Biere, auf die wir Bock haben und füllen nur ab, was uns selber schmeckt. Damit brechen wir Gewohnheiten – Kein Bier für jedermann! 08/15 gibt es schon genug.“ Wer sein Bier so vollmundig bewirbt, muss dann aber auch liefern. Mal sehen, ob das Easy aus dem Vorort von München diese hohen Ansprüche der Brauer erfüllt.

In hellem Gold und leicht hefetrüb erstrahlt das Bier. Es bildet eine durchschnittliche Krone aus feinporigem Schaum, der auch durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma entspricht dem, was ich von einem Summer Ale erwarte. Zitrusnoten steigen mir in die Nase, unterstützt durch Düfte nach Blumen und Heu. Das Aroma passt gut zu einem warmen Nachmittag am See.

Der Antrunk ist spritzig und leicht süß. Leichte Fruchtnoten nach Ananas schmeicheln meinen Geschmacksknospen. Schnell kommt ein ordentliches freundliches Bitter dazu. Für ein Light-Bier ist das Easy erstaunlich vollmundig und süffig. Im Abgang kommt ein kräftiges Bitter in den Vordergrund, das mich bei diesem schlanken Bier überrascht. Die Bitterstoffe klingen lange nach.

Das Crew Republic Easy ist ein köstlicher Durstlöscher und perfektes Sommerbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner, Karamellmalz), Hopfen (Tradition, Citra, Cascade, Comet, Amarillo)

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürzegehalt:

11° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Brauerei:

CREW Republic Brewery GmbH
Andreas-Danzer-Weg 30
85716 Unterschleißheim
www.crewrepublic.de

Stiegl – Gipfelstürmer

Nun steht mal wieder ein Bier von Stiegl im schönen Salzburg vor mir. Es handelt sich um den Gipfelstürmer aus der Hausbier-Reihe der Brauerei. Dabei handelt es sich um ein Dinkel-Weißbier, wobei das Bier mit mehr Dinkelmalz als mit Gerstenmalz gebraut wurde. Für die Gärung wurde eine obergärige Weißbierhefe verwendet.

Wie es zu diesem Bier kam, erklärt der Braumeister Dr. Kiener auf dem Etikett: „Der beste Weg, den Kopf für neue Bierkreationen freizubekommen, ist eine Wanderung in den Hohen Tauern. Diesmal war mein Ziel der Großglockner, das Dach Österreichs, das über allen umliegenden Bergen thront. Ich genoss meinen Aufstieg zum Gipfel. Der Schnee, das Eis und die kalten Felsen sorgten für eine willkommene Erfrischung meines Geistes. Als ich oberhalb der Hohenwartscharte stand, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen: Eingebettet zwischen Eis und Blockwerk wuchs ein tropischer Fruchtbaum. Litt ich an Höhenkrankheit? Lag es am fehlenden Sauerstoff? Keineswegs. Mein nächster Gedanke war kristallklar. Ein erfrischendes Dinkelvollbier mit dem fruchtigen Duft von tropischen Früchten musste her! Ich ließ den Gipfel links liegen und machte mich rasch an den Abstieg, immer noch die cremefarbene Schaumkrone dieser Bierspezialität vor Augen, und konnte es kaum erwarten, meine Idee in die Tat umzusetzen.“ So viel zur Prosa auf dem Etikett, kommen wir zur Verkostung des Bieres.

Leuchtendorange bis kupferfarben und hefetrüb ist der Gipfelstürmer mit einer leicht überdurchschnittlichen Menge weißen Schaums, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal recht ansprechend.

Auch das Aroma ist sehr angenehm fruchtig. Ich rieche Zitronenschalen, Ananas, Mango und Banane. Damit macht das Bier richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist relativ süß und vollmundig. Dazu kommt eine feinperlige Kohlensäure, die für eine wirkliche Frische sorgt. Schnell breitet sich eine feine Fruchtigkeit im Mund aus, Ananas steht im Vordergrund, aber auch weitere Früchte sind vertreten. Erst im Abgang setzt sich ein freundliches und zartes Bitter durch, das dieses Bier wundervoll abrundet.

Zutaten:

Wasser, Dinkelmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Spalter Select, Triskel, Simcoe), Weißbierhefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Stieglbrauerei zu Salzburg
5020 Salzburg
Österreich
www.stiegl.at

Harzcraft – Klosterkrug naturtrüb

Erst seit 2016 wird im Kloster Wöltingerode bei Goslar Bier gebraut. Oder nein, gebraut wird in der Brauerei Altenau im Oberharz, aber in Wöltingerode wird das Bier für die Reifung in unterschiedlichen Holzfässern gelagert. Die Brauerei hat mir von jedem ihrer vier Biere jeweils eine der durchnummerierten Flaschen geschickt. Vom Klosterkrug ist es Flasche 31 von 5877 des Jahrgangs 2017, die jetzt vor mir steht und verkostet werden will. Tue ich ihr also den Gefallen.

Mahagonirot zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich ein beiger sahniger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal sehr edel. Allerdings fällt mir auf, dass das Bier kaum trüb ist. In der Regel enthält ein naturtrübes Bier mehr Hefe, aber gerade bei handwerklich hergestellten Bieren kann das von Flasche zu Flasche variieren.

Das Bier duftet süß nach Karamell, unterstützt durch einen Hauch Espresso. Dieses Aroma macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Beim Antrunk fällt mir zunächst die sehr feinperlige Kohlensäure auf, die für eine gewisse Spritzigkeit sorgt. Dabei kommen die vollen und kräftigen Malztöne hervor. Trotzdem ist das Bier nicht so süß, wie ich es nach dem Aroma erwartet habe. Auch als sich das Bier im Mund verteilt, bestimmen die Röststoffe des Malzes den Geschmack, der auch deutliche Noten dunkler Schokolade enthält. Trotzdem ist das Bier durchaus süffig. Der Abgang ist trocken und der Geschmack der Schokolade klingt lange nach. Als der Geschmack der Schokolade langsam schwindet, kommt auch ein leichtes Bitter des Hopfens hervor. Ein Bier, das noch im Abgang verschiedene Geschmacksnoten zeigt, ist wirklich eine Seltenheit.

Matthias Kliemt, der weltweit erste 3-Sterne-Biersommelier, empfiehlt dieses Klosterbier als Begleitung zu Fisch, Bratkartoffeln mit Speck und Camembert. Beim Käse stimme ich mit ihm durchaus überein, auch wenn ich zu diesem Bier vermutlich einen Bergkäse bevorzugen würde. Aber zu Bratkartoffeln würde ich wohl eher ein Pils oder ein Zwickel trinken. Auch zum Fisch kann ich mir dieses Bier nicht vorstellen. Ich habe zwei Kochbücher durchforstet und habe dabei kein einziges Rezept gefunden, von dem ich mir vorstellen kann, dass es mit diesem Bier wirklich harmoniert. Ich würde mir den Klosterkrug eher mit Gänsekeulen, Sauerbraten oder Rinderschmorbraten vorstellen, also Gerichten, die selbst schon komplexe Aromen mitbringen und zu denen meist ein guter Rotwein gereicht würde. Ich glaube, ich werde Herrn Kliemt gleich eine Mail schicken. Als Biersommelier mit drei Sternen müsste er schließlich mehr Ahnung haben als ich und vielleicht hilft er mir ja weiter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, geröstetes Karamellmalz, Röstmalz), Hopfen (Herkules, Select), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,3° Plato

Brauerei:

Kloster Wöltingerode
Brennen & Brauen GmbH
Wöltingerode 1
38690 Goslar
www.harz-craft.de

Park Bruin

Die Abdij van ‚t Park, aus der das Abteibier Park Bruin stammt, das jetzt vor mir steht, wurde bereits im Jahr 1129 gegründet und hat eine alte Brautradition. Heute wird das Bier nicht mehr in der Abtei gebraut, sondern unter Aufsicht der Mönche und nach den Originalrezepten in beauftragten Brauereien. Meist sind die Abteibiere sehr schmackhaft und ich hoffe, dass dies auch beim Park Bruin der Fall ist.

In dunklem Rubinrot präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große gemischtporige hellbraune Schaumkrone.

Röststoffe dominieren das Aroma. Ein leichter Duft nach Kaffee sowie nach Trockenfrüchten steigt mir in die Nase, dazu einige würzige Noten.

Der Antrunk ist leicht süß und das Bier enthält relativ wenig feinperlige Kohlensäure. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt, wird das Bier recht trocken. Ich schmecke Schokolade sowie etwas Säure. Das Bier macht keinen allzu runden Eindruck und ich vermisse Bitterstoffe. Auch der Abgang ist mild mit wenig bitteren Noten. Er klingt durchschnittlich lange nach.

Für ein Abteibier ist das Park Bruin etwas enttäuschend.

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

N.V. Infra S.A.
Provinciesteenweg 28
3190 Boortneerbeek
Belgien
www.parkabdij.be