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Sainte Crucienne – Wihnacht’s Bier

Nein, Sie haben die Überschrift nicht falsch gelesen und ich habe auch nicht zu viel getrunken, um noch richtig zu schreiben. Dieses Bier aus dem Elsass heißt wirklich Wihnacht’s Bier und hat den Untertitel Biere de Noel, also Weihnachtsbier. Nun sind weder die Franzosen im Allgemeinen noch die Elsässer im Besonderen für ihre Brautradition bekannt, aber da die saisonalen Biere meist deutlich besser sind als die durchschnittlichen Erzeugnisse, hoffe ich hier auf ein besonderes Bier. Bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt.

Bernsteinfarben und hefetrüb ist es, das Weihnachtsbier. Relativ viel Schaum bildet sich, cremig und mit leichtem Gelbstich, der nur langsam in sich zusammenfällt. Rein von der Optik her hat die Brauerei also nichts falschgemacht.

Aber das Bier sieht nicht nur gut aus, sondern es duftet auch hervorragend. Das Aroma ist fruchtig, Ananas mischt sich mit Orangenschale, dazu noch Anklänge von Gewürzen und der Duft der Hefe. Das macht wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und süß, wobei die sehr feinperlige Kohlensäure für eine angenehme Spritzigkeit sorgt. Der malzbetonte Körper ist sehr geschmacksintensiv und dabei rund und ausgewogen mit seiner leichten Schokoladennote. Der Abgang ist freundlich bitter und klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Gewürze

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Brauerei:

Sainte Crucienne
14 rue Denis Papin
6800 Colmar
Frankreich
www.sainte-cru.com

Flensburger – Dark Amber

Bereits seit 1888 braut die heute noch inhabergeführte Flensburger Brauerei Biere und hält sich dabei natürlich an das deutsche Reinheitsgebot. Heute zählt die unabhängige und nördlichste Brauerei Deutschlands zu einer der weltweit erfolgreichsten Anbieter im Segment der Bügelverschlussflaschen. Teil des Erfolgs ist wohl auch das typische „Plop“ bei ersten Öffnen der Flasche. Lange Zeit kam aus Flensburg nur das Pilsener, das vermutlich auch das bekanntes Erzeugnis von de Grenze nach Dänemark ist. Mittlerweile gehören auch andere Bierstile zum Flensburger Sortiment. Jetzt steht das Dark Amber vor mir, das bereits seit einiger Zeit auch in den Getränkemärkten des Ruhrgebiets zu erhalten ist.

Dunkel rubinrot präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich viel feinporiger hellbrauner Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch lässt sich nichts sagen gegen dieses Bier.

Das Aroma ist leicht süß und enthält vom Malz Düfte nach Karamell, Biskuitteig und etwas Kaffee. Der Hopfen trägt einige leichte Aromen nach roten Beeren und Zitrusfrüchten bei.

Der Antrunk ist recht süß, was die viele sehr feinperlige Kohlensäure aber gut ausgleichen kann. Schnell gesellt sich ein leichtes Bitter dazu, das von einem Hauch bitterer Schokolade begleitet wird. Das gefällt mir im Prinzip, allerdings würde ich mir etwas mehr Fruchtigkeit wünschen würde. Aber auch so ist das Dark Amber vollmundig und es gefällt meiner Kehle. Der Abgang ist nur wenig bitter und er klingt recht kurz nach.

Das Dark Amber überrascht mich, ist es doch sehr mild und es kommt mit wenigen Bitterstoffen. Damit wirkt es gar nicht so richtig nordisch. Trotzdem lässt es sich gefällig trinken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Bittereinheiten:

15,3° Plato

Brauerei:

Flensburger Brauerei
24937 Flensburg
www.flens.de

BierSelect

Lucifer

Nein, ich werde mich jetzt nicht über den Namen dieses Belgian Ale aus der Brauerei Het Anker in Mechelen auslassen. Die Namensvergabe der Biere ist eine geschäftliche Entscheidung der Brauerei und unabhängig davon, wie ich den Namen finde, kann und will ich diese Entscheidung nicht ändern. Kommen wir also gleich zum Bier.

Lucifer wird seit den frühen 1980er Jahren gebraut, damals von der Brauerei Riva. Es handelt sich dabei um eines der in Belgien beliebten hellen Starkbiere. Seit dem Jahr 2009 wird Lucifer von der Brauerei Het Anker gebraut und vertrieben.

Beim Einschenken überrascht mich Lucifer zum ersten Mal. So viel Schaum habe ich noch nicht erlebt. Der feinporige weiße Schaum reicht bis zum Boden des Glases. Es dauert eine Weile, bis der Schaum teilweise in sich zusammengefallen ist und ich nachschenken kann. Jetzt zeigt es sich, dass das Bier hell-goldgelb mit einem leichten Grünstich ist. Dazu enthält es etwas Hefe und viel Kohlensäure. Wenn das Bier so schmeckt wie es aussieht, hat die Brauerei nichts falsch gemacht.

Das Aroma wird durch Zitronenschalen dominiert, unterstützt durch Düfte nach Holunderblüte und Toffee.

Der Antrunk ist zwar recht süß, aber trotzdem spritzig, so dass ich darüber nicht meckern will. Außerdem zieht sich die Süße recht schnell zurück, so dass das Bier mit vielen bitteren und sauren Eindrücken keinen wirklich ausgewogenen Eindruck macht. Im Abgang kommen dann einige freundliche Bitterstoffe zum Vorschein, die mittellang nachklingen.

Dass ich geschmacklich etwas enttäuscht von dem Bier bin, liegt das an dem exzellenten Eindruck bei der Optik und auch noch beim Aroma. Es ist aber sicher kein schlechtes Bier, auch wenn es meinen Geschmack nicht wirklich trifft.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Stammwürze:

16 ° Plato

Bittereinheiten:

8 IBU

Brauerei:

Brouwerij Het Anker
Guido Gezellelaan 49
2800 Mechelen
Belgien
www.hetanker.be

Stiegl – Columbus 1492

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Brauerei Stiegl im österreichischen Salzburg vor mir. Benannt ist das Pale Ale nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus im Jahr 1492. Was dieses Pale Ale mit diesem Ereignis zu tun hat erschließt sich mir nicht, aber falls ich dafür eine Begründung finden sollte, werde ich sie hier noch nachtragen.

Golden und fast klar präsentiert sich das Bier. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Krone aus feinporigem Schaum, der recht lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal gelungen.

Anfangs duftet das Bier recht intensiv nach Zitronengras und Biskuitteig, unterstützt durch einige würzige Noten. Ich meine, im Hintergrund den Duft nach Pfeffer wahrzunehmen. Das Aroma nach Zitronengras verfliegt recht schnell, dabei bleibt aber trotzdem ein sehr angenehmer Duft übrig.

Der Antrunk ist nur leicht süß, so dass es auch nicht stört, dass das Bier relativ wenig Kohlensäure enthält. Schnell übernimmt die Fruchtigkeit das Kommando und das Bier schmeckt nach Zitrusfrüchten, Trauben und leicht nach Brot. Dazu kommt ein zurückhaltendes Bitter. Auch der Abgang ist leicht bitter und herb, trotzdem klingt er mittellang nach.

Wenn Ihnen ein IPA zu bitter ist, sie ein sehr fruchtiges Bier suchen und auf eine gute Trinkbarkeit achten ist das Stiegl Columbus 1492 genau das richtige Bier für Sie.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

11,3° Plato

Brauerei:

Stieglbrauerei zu Salzburg GmbH
Kendlerstraße 1
5017 Salzburg
www.stiegl.at

Fuller’s – Old Winter Ale

Jetzt will ich mich mal wieder mit einem Bier aus Großbritannien beschäftigen, jahreszeitlich passend mit Fuller’s Old Winter Ale. Es ist eines von zwei jahreszeitlichen Ales dieser Brauerei aus London.

Bernsteinfarben und mit recht viel Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber ein hellbeiger gemischtporiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist vielseitig. Das Bier duftet nach Karamell, dunklen Trockenfrüchten, Bananen, Nüssen…

Der Antrunk ist recht süß und ich stelle fest, dass die lebhafte Kohlensäure sehr feinperlig ist. Der Körper wird durch Karamellnoten geprägt. Dazu kommt eine leichte Bitternote. Der Abgang ist recht bitter, beinahe unangenehm. Dafür hält der Geschmack aber lange an. Nach einigen Schlucken wird der Abgang deutlich angenehmer.

Dieses Bier gefällt sicher nicht jedem, aber es hat viel Charakter. Wer kräftige Bittertöne mag, ist mit diesem Bier sicherlich gut bedient.

Zutaten:

Wasser, Kristall- und Gerstenmalz, Hopfen (Target, Challenger, Northdown), Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

Fuller, Smith & Turner PLC
Chiswick Lane South
London WA 2QB
Großbritannien
http://www.fullers.co.uk/

Slaapmutske Glutenfrei

Ups, hoffentlich habe ich keinen Fehler gemacht, als ich dieses Bier gekauft habe. Erst als ich die Flasche zu Hause stehen hatte fiel mir auf, dass es sich um ein glutenfreies Dubbel handelt. So sehr es auch für Menschen mit einer Allergie gegen Gluten zu begrüßen ist, dass es glutenfreie Biere gibt, so ist es für Menschen wie mich, die dieses Problem nicht haben, in der Regel kein echter Genuss. Bislang habe ich noch kein glutenfreies Bier gefunden, das mir gefallen hätte.

Das obergärige Bier ist dunkel bordeausrot mit einem feinporigen hellbraunen Schaum, etwas mehr als durchschnittlich viel, der lange erhalten bleibt. Zumindest in der Optik ist die Glutenfreiheit kein Nachteil.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Ich rieche Karamell, Schokolade sowie eine leichte Fruchtigkeit nach Kirschen, unterstützt durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist süffig und vollmundig, nicht allzu süß und mit einer passenden Menge feinperliger Kohlensäure. Auf der Zunge bildet sich der Geschmack nach Kaffee und Schokolade, zusammen mit einer leichten Fruchtigkeit. Jetzt spiegeln sich also die Aromen aus der Nase wider. Der Abgang ist mild, weniger bitter als erwartet. Der Geschmack nach Kaffee klingt aber einige Zeit nach.

Das glutenfreie Dubbel von Slaapmutske ist das erste glutenfreie Bier, das mich geschmacklich überzeugen kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,4 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Slaapmutske
Oefenpleinstraat 15
9090 Melle
Belgien
www.slaapmutske.be

Doppelleu – Single Hop Black Ale

Das Single Hop Black Ale stammt aus der Doppelleu Brauwerkstatt im schweizerischen Winterthur. Alle Biere dieser Brauerei sind obergärig und modern gehopft. Es gibt zwei Produktlinien: die Chopfab-Biere (7 Sorten) und die aufwändigen Doppelleu-Biere (6 Sorten).

Blickdicht und glänzend schwarz präsentiert sich das Bier. Es bildet leicht überdurchschnittlich viel festen Schaum, der ungewöhnlich dunkel ist und sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Ich rieche Kaffee und Schokolade, unterstützt durch den Duft nach Pumpernickel.

Der Antrunk ist trocken und ich stelle fest, dass dieses Bier nur wenig dafür aber sehr feinperlige Kohlensäure enthält. Der Geschmack nach Pumpernickel zusammen mit kräftigen Kaffeenoten treten bei diesem Bier in den Vordergrund. Trotz des Eindrucks von Pumpernickel ist das Bier angenehm herb. Im Abgang kommt noch eine Schokoladennote zum Vorschein, die sich mit einem leichten Geschmack nach Mokka hervorragend verträgt. Der Nachklang ist ellenlang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, CaraAroma, Münchner), Röstgerste, Hopfen (Galaxy), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 %

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Doppelleu Brauwerkstatt AG
Industriestrasse 40
8404 Winterthur
Schweiz
www.doppelleu.ch

Altenmünster Winterbier Dunkel

Nun steht das Altenmünster Winterbier Dunkel vor mir. Über die Brauerei ist erstaunlich wenig zu erfahren, lediglich Wikipedia schreibt dazu: „Im Kernort Altenmünster befand sich die Brauerei Hämmerle. Sie wurde im April 2005 abgerissen. Erhalten ist nur der Gasthof. Aus der Fusion der Brauerei Hämmerle mit der Sailerbrauerei von Gerd H. Borges in Leuterschach entstand die Unternehmensgruppe Altenmünster, welche 2002 von der Allgäuer Brauhaus übernommen wurde (seit 2003 Teil der Radeberger Gruppe). Die Mainzer Aktien Bierbrauerei (Binding-Gruppe, seit 2002 Radeberger Gruppe der Dr. August Oetker) übernahm die von Sailerbräu Franz Sailer gehaltenen Markenrechte an der Marke für das Altenmünster Brauer Bier. Die zur Firmengruppe Altenmünster gehörende Gesellschaft Kronenbräu Brauhaus zu Altenmünster wurde nicht mitveräußert.“ Klingt ziemlich verwirrend und wenig erhellend. Wenden wir uns also dem Bier zu.

Dunkelbraun, fast schwarz steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der recht lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet süß nach Malzzucker, unterstützt durch ein leichtes Aroma roter Früchte. Aufgrund der Farbe hätte ich Düfte nach Kakao oder Kaffee erwartet; diese Erwartung wird aber enttäuscht.

Der Antrunk ist recht süß, womit ich bei einem Winterbier durchaus rechne. Passend zu der Süße ist die sehr feinperlige Kohlensäure dosiert, weshalb das Bier im ersten Moment eine wirklich gute Figur macht. Dann wird das Bier schlank. Wenig Säure gesellt sich zur Süße und noch weniger Bitter. Auch im Abgang finde ich nur wenig Bitterstoffe und auch keinen Nachklang. Auf der Website schreibt die Brauerei, dass das Bier 25 Bittereinheiten hätte. Weshalb kann ich davon nichts schmecken?

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

13,3° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Altenmünster Brauer Bier GmbH
Schwendener Str. 18
87616 Marktoberdorf
www.altenmuenster-brauerbier.de

N’Ice Chouffe

Die Brauerei, ein Tochterunternehmen von Duvel, preist dieses Winter Ale vollmundig an: „Die Gnome des Märchenlandes lieben dieses goldene Bier besonders. LA CHOUFFE, mit seinem leicht hopfigen Geschmack, der Noten von frischem Koriander und fruchtigen Noten kombiniert, ist das Getränk, das ihnen Lebensfreude verleiht. Zumindest ist es das, was diese Kobolde sagen, wenn sie durstig sind. Ihr Geheimnis wurde von Generation zu Generation eifersüchtig gehütet, bis zu dem Tag, an dem sie das Rezept mit den Menschen teilten, um ihre Freundschaft zu besiegeln. Von allen Legenden aus der wunderschönen Region der belgischen Ardennen ist die Geschichte von LA CHOUFFE diejenige, die es am meisten verdient, nacherzählt zu werden.“ Na ja, wenn nur die Hälfte dieses Textes der Wahrheit entspricht, lohnt es sich doch wohl bestimmt, dieses Bier zu verkosten.

Sie kennen die Legende von Ca Chouffe nicht, wollen sie aber gerne kennenlernen? Na gut, hier ist sie: „Sie müssen wissen, dass die kleine Brauerei und das Restaurant im malerischen Dorf Achouffe, im Wallonieteil der belgischen Ardennen, untergebracht sind. Chouffe stammt aus dem wallonischen Dialekt und kann mit Gnom übersetzt werden. Die Verschwörungstheoretiker unter uns würden wohl vermuten, dass der Name der Brauerei und des Bieres ausschließlich aus dem Namen des Dorfes abgeleitet wurde. Obwohl das wahr sein mag, soll die Region die Heimat einer Kolonie von Gnomen gewesen sein, die einst genug Bier gebraut haben, um das ganze belgische Volk das ganze Jahr über betrunken zu halten. Das Bier floss direkt aus einer Quelle in den Wäldern von Cedrogne, in der Nähe des geheimen Treffpunkts der Tempelritter vor den Kreuzzügen. Dieses Gebiet ist auch heute noch als das Tal der Feen bekannt, das, wie die Legende sagt, einst der höchste Punkt Belgiens war. Von diesem Zeitpunkt an floss das Bier bergab ins ganze Land. Schließlich wurde das Gebiet durch die große Pest verwüstet und viele Dörfer in der Region verschwanden völlig. Eine Katastrophe ereignete sich und die Zwerge von Achouffe wurden lebendig begraben. Die große Goblinbrauerei stellte die Bierproduktion ein und die Belgier waren gezwungen, ihr eigenes Bier zu brauen. Die Bierquelle von Cedrogne produziert nur noch Wasser – genau das Wasser, mit dem La Chouffe gebraut wird. 1978 besuchte der einzige überlebende Gnom die Schwager Bauweraerts und Gobron und vermittelte das Rezept für den klassischen goldenen La Chouffe. Gobron, der Braumeister, kündigte 1982 seinen Job und gründete die kleine Brauerei. Als Hommage an A. Chouffe gelobten sie, sein Bild auf jeder Flasche des Bieres, das sie verkaufen, anzubringen. Die Brauereibesichtigung beinhaltet bis heute eine Hommage an den Gnom. Gobron, der Duvel seither verlassen hat, um Lupulus zu gründen, ist bekannt dafür, dass er sich ganz der Überlieferung der Geschichte der Gnome widmet.“

Aber kommen wir zum Bier. Jeden Winter bringt Achouffe eine neue Version von N’Ice Chouffe auf den Markt, ein Winter Ale mit 10 % Vol. Alkohol. Bei diesem Bier müssen wir also wie bei einem guten Wein jeden Jahrgang einzeln betrachten. Diese Biere sind dafür bekannt, dass sie gut altern, so dass sie sich für eine längere Lagerung eignen, während der sie ihre Qualität noch verbessern. Lassen Sie sich dabei nicht von der recht kurz angegebenen Mindesthaltbarkeit irritieren. Nun ist es doch wohl wirklich an der Zeit, mit der Verkostung zu beginnen.

Kastanienbraun präsentiert sich dieses Winter Ale im Glas mit viel hellbraunem und größtenteils feinporigem Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Düfte dunkler Schokolade und von Vanille steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist leicht süß und bringt einen leichten und angenehmen Karamellgeschmack mit sich. Schnell gesellt sich der Geschmack der dunklen Schokolade dazu, die ich bereits im Aroma festgestellt habe. Auf der Zunge wird sie aber noch durch einen zurückhaltenden Kaffeegeschmack unterstützt, der durch würzige Noten begleitet wird. Dabei enthält das Bier nur wenige Bitterstoffe, die sich auch im Abgang zurückhalten. Dafür wird der Kaffeegeschmack in der Kehle stärker, der auch lange nachklingt.

Ein angenehmes wärmendes Winterbier.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Invertzucker

Alkoholgehalt:

10 % Vol.

Brauerei:

Brasserie d´Achouffe
Achouffe 32
6666 Houffalize
Belgien
www.achouffe.be

Abbaye de Forest Blonde

Im belgischen Silly, genauer gesagt in der Wallonie, ist die gleichnamige Brauerei beheimatet, aus der das Abteibier stammt, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet. Die Brauerei ist für ihre hochwertigen Biere bekannt und die Bemühungen der Brasserie de Silly auf dem Gebiet der Qualität werden regelmäßig bei internationalen Bierwettbewerben belohnt. 2019 hat die Brasserie de Silly 2 Medaillen bei der Brussels Beer Challenge gewonnen: eine Goldmedaille für das Silly Saison und eine Silbermedaille für das Scotch Pinot Noir Barrel Aged. Die Brussels Beer Challenge ist ein internationaler Botschafter der Bierkultur. 1.650 Biere aus 35 verschiedenen Ländern wurden an drei Tagen von neunzig internationalen Juroren verkostet. Im Jahr 2020 gewann die Brasserie de Silly 7 Auszeichnungen bei der Asia Beer Challenge 2020. Drei Doppel-Goldmedaillen für Enghien d’Hiver, Silly Scotch, Silly Saison. Drei Goldmedaillen für das Triple Swaf, das Pink Killer, das Silly Kriek. Und eine Silbermedaille für das Silly Blanche. Das sind 7 preisgekrönte Biere in unserem Sortiment von 17 Craft-Bieren. Die Asia Beer Challenge ist der wichtigste Bierwettbewerb in Asien.

Goldfarben mit leichtem Rotstich präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Bier duftet nach Brotkruste, gepaart mit einigen blumigen Noten.

Der Antrunk weist eine angenehme leichte Süße auf, die mich an Rosinen erinnert. Die Kohlensäure ist reichlich dosiert und kräftig. Auf der Zunge kommt ein passendes Bitter dazu und auch jetzt rundet eine leichte Blumigkeit den Geschmack ab. Im Abgang wird das Bier trockener und das freundliche Bitter dominiert mit seinem durchschnittlichen Nachklang den Geschmack.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie de Silly
Rue Ville basse 2 & 8
7830 Silly
Belgien
www.silly-beer.com