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Bald könnte es auch Pils aus der Schweiz geben

Eine Kuriosität der europäischen Geschichte dürfte bald beendet werden: es geht um einen Staatsvertrag zwischen der Schweiz und der Tschechoslowakei. Obwohl die Tschechoslowakei bereits im Jahr 1992 aufgelöst wurde, galt der Vertrag weiter. Er besagt, dass in der Schweiz kein Bier verkauft werden durfte, das als Pils, Pilsener oder ähnlich bezeichnet wird und nicht aus Pilsen stammt. Dieser Gebietsschutz ist jetzt ausgelaufen (oder läuft demnächst aus, das widersprechen sich meine Quellen), so dass auch in der Schweiz Bier mit diesen Bezeichnungen gebraut und verkauft werden darf.

Nun ist es nicht so, dass die Schweizer kein Pilsener brauen könnten – sie dürfen es lediglich nicht unter diesem Namen vertreiben. Daher heißt das Bier bei den Eidgenossen Spezial. Das Spezial ähnelt weitgehend dem böhmischen Pilsener. Es ist mit untergäriger Hefe gebraut, die Farbe ist identisch und das Bier enthält auch Diacetyl, hat also das typische buttrige Aroma tschechischer Biere.

In der Vergangenheit führte die nun wohl ausgelaufene Regelung zu kuriosen Entscheidungen. So musste der Getränkehändler «Drinks of the World» einmal von Hand die Bezeichnung Pils auf den Etiketten übermalen, eine Bezeichnung, die im Ursprungsland vollkommen legal war, in der Schweiz aber verboten.

Weihenstephan erweitert die Lagerkapazitäten

Langsam kommt man in Weihenstephan an die Kapazitätsgrenze – und gleichzeitig steigt die Nachfrage nach untergärigen Bierspezialitäten an. Grund genug für die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan auf diese Entwicklungen zu reagieren. Mit dem Spatenstich wurde der Neubau des Kombikellers am 17. März offiziell auf den Weg gebracht.

Beim Spatenstich gingen Direktor Prof. Dr. Josef Schrädler und Technischer Leiter Tobias Zollo näher auf die Gründe ein: Die Kapazitäten am Weihenstephaner Berg kommen an ihre Grenzen. In Kombination mit der steigenden Nachfrage nach untergärigen Bieren, die im Schnitt doppelt so lange lagern müssen wie obergärige, stellte das die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan vor eine Herausforderung. Durch kürzere Lagerzeiten hätte man diesem Problem auch begegnen können, „allerdings sind dabei Qualitätseinbußen die Folge – und somit für uns keine Option“, erklärt Prof. Dr. Schrädler. Ein neuer Kombikeller schafft deshalb nun zusätzliche Kapazitäten bei weiterhin höchster Qualität.

Insgesamt entstehen 24 neue Tanks, die über ein Volumen von 680 bis 1040 Hektoliter verfügen und damit entsprechend an die Größe der bestehenden Lagertanks angepasst sind. „So können wir effizienter planen und produzieren“, freut sich Tobias Zollo, Technischer Leiter der Brauerei Weihenstephan. Zudem wird der Gär- und Lagerkeller erweitert, der flexibel für ober- und untergärige Biere agieren kann. Die erste Ausbaustufe umfasst drei kleine und vier große Drucktanks sowie vier Kombitanks und einen Althefetank. Im Zuge dessen wird nun auch der alte Drucktankkeller-Bereich direkt neben der Fassabfüllung ersetzt. Derzeit sind dort sieben Drucktanks aus den 1970er-Jahren verbaut, die zwischen 190 und 550 Hektoliter fassen können.

In der Zwischenzeit musste das Team um Zollo allerdings kreativ werden: Mobile Drucktanks, insgesamt acht Stück á 240 Hektoliter, wurden in der Ladestraße der ehemaligen Logistik aufgestellt, um die Kapazitäten zumindest übergangsweise zu erhöhen. Der erhöhte Bedarf an untergärigen Bieren, vor allem im Sommer, kann so zumindest etwas abgefedert werden.

Der weitere Verlauf: Für Herbst 2023 ist die Einbringung der Tanks geplant, die Verrohrung soll im Frühjahr 2024 erledigt werden. Ein besonderes Schmankerl soll es ab Fertigstellung geben: Eine eigens eingerichtete Probestation direkt am neuen Kombikeller soll der qualitativen Verkostung durch die Brauer dienen.

„Wir planen mit dem neuen Kombikeller vorausschauend“, erklärte Prof. Dr. Schrädler. Die Erweiterung der Kapazitäten (bei voller Ausbaustufe bei rund 650.000 Hektolitern) ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft der Brauerei, um die wachsende Nachfrage an den Weihenstephaner Bierspezialitäten weiterhin decken zu können.

Genuss mit wenig Promille – oder auch ohne

Dieser Artikel, geschrieben von Peter Eichhorn, erreichte mich von der ProWein, die vom 19. bis 21. März in der Messe Düsseldorf stattfindet. Auch wenn die Messe ProWein heißt, sind dort nicht nur Winzer und Weinhändler vertreten, sondern auch hochwertige Spirituosen und selbstverständlich Craft Beer haben dort ihren Platz. Aus diesem Grund bin ich auch zu den beiden letzten Veranstaltungen gefahren. In diesem Jahr muss mein Besuch leider aus Termingründen ausfallen, da der Termin einfach zu nahe am Concours International de Lyon liegt, einem Bier-, Wein- und Spirituosenwettbewerb, bei dem ich auch in diesem Jahr als Juror beteiligt bin. Ich könnte zwischen den beiden Terminen nicht einmal einen vollen Tag zu Hause sein. Das ist mir zu wenig, aber trotzdem veröffentliche ich gerne auch die Pressemitteilungen der Messe, von der auch Bild zu diesem Beitrag stammt.

Vor wenigen Jahren noch schier undenkbar: alkoholfrei als Lifestyle-Segment. Alkoholfreie Biere erinnerten oft nur entfernt an das Original, eine Getränkekategorie alkoholfreier Destillate gab es nicht, und auf Cocktailkarten trugen die Bereiche ohne Alkohol oftmals die Überschrift „Mocktails“, also Cocktail-Attrappen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Der „Dry January“ oder „Sober October“ ist mittlerweile fester Bestandteil der Getränkekultur, der Genussfaktor kommt auch bei „no-and-low“ nicht zu kurz. Die Vielfalt alkoholfreier Produkte ist immens, Technik und Aromatik werden immer weiter vorangetrieben. Auf der ProWein 2023, der weltweit größten und bedeutendsten Fachmesse für Weine und Spirituosen vom 19. bis 21. März, lassen sich zahlreiche Varianten pur und als Mixgetränk entdecken.

Von London in die Welt

Die Revolution bei alkoholfreien Destillaten begann 2015 als Testlauf im Londoner Kaufhaus Selfridges. Eine junge und unbekannte Marke namens Seedlip wurde präsentiert, und schon nach drei Wochen war die erste Charge von 1.000 Flaschen verkauft. Drei Varianten entstehen durch Mazerations-, Destillations-, Filtrations- und Mischverfahren, bei dem jede pflanzliche Zutat vor dem Mischen separat destilliert wird. Das Ergebnis des Vorgangs ist eine Flüssigkeit ohne Alkohol und Zucker. Alkoholfreier Gin steht zwar aus rechtlichen Gründen nicht auf den Flaschen, doch die Produkte können in Cocktails wie das Original-Wacholderdestillat angewendet werden. Seedlip wird vom Bremer Spirituosen Contor (Halle 7, Stand B 13) vertrieben, das eine große Anzahl alkoholfreier Destillate inspiriert von Gin, Rum und sogar Whiskey im Sortiment hat.

Eine feste Größe im Business ist die Rheinland Distillers GmbH (Halle 7, Stand B 25), bekannt für den Siegfried Gin aus Bonn und die alkoholfreien Produkte „Wonderleaf“ und „Wonderoak“. Ersteres kann als Gin-Ersatz eingesetzt werden, das andere enthält Tonkabohne, Muskat, Bockshornklee, Limette und Curaçao-Orange und kann Rum-inspirierte Drinks erzeugen. Brandneu auf dem Markt ist zudem der Wonderleaf Rosé. Auch das ist ein Erzeugnis, das sich hervorragend mit Tonic vermählen lässt, nur ist es etwas floraler in der Aromatik. Zusätzlich konzipierten die Rheinland Distillers noch die „Easy“-Serie mit 20 % Vol. Alkoholgehalt. Der Alkohol im Drink wird reduziert, die Restmenge Alkohol wirkt aber als Geschmacksverstärker und ist ein passender Vertreter der „Low-Alcohol“-Kategorie.

Der Markt bietet mittlerweile aromatisch vielfältige Erzeugnisse, die von Wermut über Amaro bis Whisky mit alkoholfreien Inspirationen und Geschmack überzeugend spielen. So präsentiert beispielsweise Dr. Jaglas (Halle 7, Stand C 02) eine Marke, die nach einer langen Apothekertradition arbeitet, zum ersten Mal eine alkoholfreie Limoncello-Variante und beweist, wie elegant das Produkt zu Prosecco passt. Aus Hamburg reist die Hamburg Distilling Company (Halle 13, Stand C 35) zur ProWein an. Im Gepäck haben sie ihren Knut Hansen Gin, der vorwiegend mit regionalen Produkten wie Gurke, Apfel oder Rose kreiert wird, und den es nun auch in einer 0,0 – also komplett alkoholfreien – Variante gibt. Auf Kräuter wiederum setzt die Alfred Schladerer GmbH (Halle 7, Stand B 52). Die Traditionsdestillerie ist bekannt für ihre bewährten Brände und Geiste, greift jetzt aber auch das aktuelle Trendthema des No-Alcohol auf und präsentiert ihren „Vincent“, einen Aperitif auf Kräuterbasis, fein abgestimmt mit Himbeeren. An US-Bourbon erinnert der SoBour mit null Promille des UK-Exporteurs Chastity (Halle 13, Stand D 06). Dunkle, erdige Noten abgerundet mit Aprikosen-, Vanille- und Kräuteraromen lassen keine Wünsche offen.

Hopfen und Malz

Insbesondere für die Bier-Kategorie reifte die Technik zuletzt heran, so dass die neue alkoholfreie Brauwarengeneration durch neue Herstellungsmethoden, wiederentdeckte Hefekulturen und aktuelle Aromahopfen für große Überraschungen sorgte. Die Verkaufszahlen sind in Deutschland auf dem Weg, die Schwelle von 7 Millionen Hektolitern zu knacken. 0,5 % Vol. Alkohol dürfen unter dem Etikett „Alkoholfrei“ noch enthalten sein, doch auch die international bedeutende 0,0 %-Kategorie setzt qualitativ neue Maßstäbe. Mit den intensiven Frucht- und Kräuternoten, die mithilfe von abwechslungsreichen Aromahopfensorten im Rahmen der Kalthopfung hervorgerufen werden, lässt ein sensorisches Feuerwerk den Alkohol nicht weiter vermissen. Hauptsächlich obergärige Bierstile, wie Pale Ale, setzten dabei einen neuen Benchmark. Der Aussteller „Neue Bierkultur GmbH“ (Halle 7, Stand D 53) vereint mehrere Biermarken, und so lassen sich beispielsweise zwei alkoholfreie Pale Ales verkosten und vergleichen: Brlo Naked aus Berlin und Maisel & Friends Pale Ale alkoholfrei aus Bayreuth. Aus Belgien wiederum kommt das alkoholfreie Bier von Neobulles (Halle 1, Stand A 05). Weitere „no und low alcohol“ Produkte finden Sie unter folgendem Link: https://www.prowein.de/vis/v1/en/search?oid=29556&lang=2&ticket=35817543752876&_query=alcohol+free.

Der Bayerische Brauerbund sucht die Goldene BierIdee 2023

Der Bayerische Brauerbund e.V. und der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband e.V. laden jedes Jahr zum Wettbewerb um die Goldene BierIdee ein. Ausgezeichnet werden wie in jedem Jahr ungewöhnliche, innovative Ideen und Strategien für die aufmerksamkeitsstarke und zielgruppengerechte Vermarktung von Bayerischem Bier.

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband schreibt dazu: „Die Auszeichnung „Goldene BierIdee“ würdigt besondere Verdienste um die Präsentation der bayerischen Brauwirtschaft und ihrer Erzeugnisse. Sie soll Brauern, Gastronomen und Freunden des Bayerischen Bieres aber auch Ansporn sein, sich selbst um attraktive, originelle und moderne Formen der Darstellung des traditionsreichen bayerischen Wirtschaftszweiges und seiner zahlreichen Spezialitäten zu bemühen. Und sie soll den Bierliebhabern signalisieren, dass auch eine Branche, die ihre in Jahrhunderten zählende Tradition bewusst pflegt, Wandlungsfähigkeit und Innovationskraft besitzt, um sich den sich beständig wandelnden Anforderungen ihrer Kunden flexibel anzupassen, damit das Bier nach beinahe 6000‐jähriger Geschichte die zeitgemäße Antwort auf den Durst auch im 3. Jahrtausend bleibt.“

Auch in diesem Jahr können sich Brauereien, Getränkevertriebe, Gastronomiebetriebe, Tourismusverbände, Event- und Reiseveranstalter, Museen, Verlage, Redaktionen, E-Commerce-Anbieter und Kommunen oder Städte an diesem Wettbewerb beteiligen. Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 20. März 2023. Hinweise zur Ausschreibung, der Projektpräsentation sowie zum Einsendeschluss finden Sie im Beitrag „Ausschreibung zur Goldenen BierIdee 2023“ unter www.bayerisches-bier.de:

„same but different“: Die Trendshow für Craft Spirits, Craft Beer & Cider auf der ProWein

Die Trendshow „same but different“ (kurz sbd) speziell für die hippe Gastro- und Bar-Szene ist das Highlight im Herzen der ProWein 2023. Rund 120 Aussteller aus 26 Ländern präsentieren in Halle 7.0 ein top aktuelles und breit gefächertes Angebot von Craft Spirits, Craft Beer und Cider. Damit ist dieser Special Event dank seiner besonderen Rezeptur wieder ausgebucht. Erfolgsrezept und Markenzeichen sind der einzigartige Spirit und das einmalige Ambiente, die das Geschehen in der Messehalle prägen. Hiermit hebt sich sbd deutlich von anderen Events ab. So unterschiedlich die Aussteller aufgestellt sind, sie alle eint das Ziel einer schonenden, nachhaltigen und kreativen Verarbeitung der Rohstoffe, großes handwerkliches Know-how, oft das Prinzip der Regionalität – und natürlich die starke Leidenschaft für das Produkt und neue Trends.

Trendsetter aus Dänemark

Ein gutes Beispiel für Trendsetting ist Dänemark. Auch wenn hier das Lebensgefühl des gemütlichen „Hygge“ großgeschrieben wird, bringen die Getränkeunternehmen des Landes zusätzlich Dynamik und Esprit ins Spiel. Mit der Copenhagen Sparkling Tea Company (Halle 7.0 / C 09) bringt der renommierte Sommelier Jacob Kochemba seine innovative Kombination aus Tee und Perlage ins Spiel. Bekannt wurde Kochemba als Sommelier im Sternerestaurant Herman in Kopenhagen, in dem er mit überzeugenden alkoholfreien Teebegleitungen zu überzeugen wusste. Nun vermählt er Tee von mild bis kraftvoll mit Wein & Saft zu einer neuen Getränkekategorie, mit und ohne Alkohol, und mit zahlreichen aromatischen Varianten – all das präsentiert in eleganten Sektflaschen.

Die Marke Dansk Mjød aus Billund transportiert die alte Tradition des Met in ein neues Zeitalter. Ob Fass gelagert, klassisch oder zu „Wikingerblut“ mit Hibiskus angereichert brauen die Dänen seit 1994 heimatliche Zutaten nach historischen Rezepturen. (Halle 7.0 / D 50).

Auch Whisky wird dänisch. Mit Stauning präsentiert sich eine der aktuellen nordischen Erfolgsmarken auf der ProWein (Halle 7.0 / C 55). Die moderne, gläserne Destillerie verwendet regionales Getreide und hat die beinahe ausgestorbene Tradition der direkten Befeuerung der Kessel wiederbelebt. Mögen die Aromen von Roggen oder Torf auch vertraut sein, so bringt Stauning eine ganz individuelle Note ins Spiel, die man so schnell nicht vergisst. Ein weiteres Highlight in der Trendshow ist sicherlich das Programm von Dansk Industry. An der zentralen Bar können die Besucher verkosten, in den Masterclasses das Wissen vertiefen.

Exotisches aus Israel, Finnland und von den Balearen

Vertrautheit und Exotik zugleich beweist uns auch die Milk & Honey Destillerie aus Israel (Halle 7.0 / B 47). Bei Tel Aviv sorgt die Destillerie für spezielle Impulse, die aus der Region heraus entstehen. 300 Sonnentage sorgen für ein besonderes Reifungsklima, regionale Weingüter stellen spezielle Fässer zur Verfügung; einige davon lagern nahe dem Toten Meer in 430 Metern Tiefe, am tiefsten Punkt der Erde.

Weitere Besonderheiten gibt es auch bei Shaman Spirits aus Finnland (Halle 7.0 / B 38), wo die finnische Heimat mit Wodka, Teer, Salmiak oder Blaubeeren in der Flasche erlebbar wird. Von den Balearen stammt Saline Drink (Halle 7.0 / B 45), die die Aromen von Ibiza-Salzwasser in ihren Wodka bringen.

Doch nicht immer muss man in die Ferne schweifen. Auch die deutschen Brenner arbeiten perfektionistisch und kreativ zugleich. Aktuell darf Gin nicht fehlen. Sei es von den Sauerland Distillers (Halle 7.0 / B A39) mit ihrem Woodland Gin, den es auch in einer speziellen Pilz-Edition gibt, oder Dr. Jaglas aus Berlin (Halle 7.0 / C 02) Die Marke verweist auf eine Apotheker-Tradition und vermählt die spezielle Ginseng-Note mit ihrem Gin. Hinzu kommen weitere Elixiere mit Kräutern und Früchten – und als absolutes Novum der brandneue San Limello, ein alkoholfreier Limoncello.

Ebenfalls aus Berlin stammt die Deutsche Spirituosen Manufaktur (Halle 7.0 / C 32), deren Destillate in der Küche und an der Bar für besondere Akzente sorgen, wenn Ingwer, Zitrone, Basilikum oder Grapefruit Aromen intensiv durften. Und für die besondere Akzentuierung eines Cocktails darf die Auswahl an Cocktail Bitters von The Bitter Truth nicht fehlen (Halle 7.0 / A 11), die mit wenigen Tropfen für den entscheidenden Twist im Cocktail sorgen.

Bier wird zum kulinarischen Genussmittel

Eine weitere Entdeckungsreise ermöglichen die Brauer auf der ProWein 2023. Biervielfalt ist ein Trend, dem sich die Gastronomie zunehmend widmet. Dabei wird Bier nicht mehr nur als Durstlöscher betrachtet, sondern zunehmend als Genussmittel gesehen. Elegante Begleitung zur Speise oder vielschichtige Köstlichkeit mit Säure, tropischen Hopfenaromen oder Fassreifung. Bier bekommt eine neue Bühne, und das Publikum ist fasziniert. Die Brasserie Meteor (Halle 7 / D30), eine der ältesten Bierbrauereien Frankreichs, wird in achter Generation als Familienbetrieb geführt und sticht hervor mit „Blonde du Garde“, der womöglich französischsten aller Bierstile, oder dem „Blanche“, ein Weizenbier mit fruchtig-würzigen Nuancen. Premiere hat die Bierbar von Maisels & Friends aus Bayreuth, sie steht für kreative Braukonzepte.

Ein besonderes Augenmerk gilt in diesem Jahr einer Kategorie, die mehr Aufmerksamkeit verdient – Craft Cider. Der Apfel in seiner betörendsten Facette ist in Frankreich und Großbritannien aus dem Alltag nicht wegzudenken – hierzulande noch immer ein Nischenprodukt. Das wollen Cider-Hersteller aus aller Welt nun ändern und laden ein zu einer Verkostung durch die Welt von Cider, Cidre und Sidr. Wie wäre es exotisch mit Sabiles Sidrs aus Lettland (Halle 7.0 / C 37) oder Thirsty Fox aus Indien (Halle 7.0 / D 38)? Oder klassisch mit zahlreichen Anbietern aus Frankreich? Oder einheimisch regional mit der hessischen Apfelwein Tradition der Frankfurter Cider World (Halle 7.0 / D 40)?

AB InBev führt in Österreich das Flaschenpfand ein

Gestern erhielt ich eine Pressemitteilung von AB InBev, die ich Ihnen hier gerne vorstelle. Im Anschluss an den Text des Braukonzerns, den ich hier unverändert dokumentiere, werde ich noch einige eigene Bemerkungen anfügen. Hier erst einmal die Pressemitteilung:

Der weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev (AB InBev), zu dem auch die beliebte mexikanische Biermarke „Corona“ gehört, stellt derzeit seine gesamte Produktions- und Vertriebsstruktur nach strengen Nachhaltigkeitsprinzipien um. Rund um die Biermarke Corona werden nun auch in Österreich zahlreiche Aktionen und Verbesserungen im Sinne des Umweltschutzes umgesetzt. Durch Maßnahmen wie diese wird es möglich sein, das Ziel „Netto-Null“ an CO2-Emissionen in unserer gesamten Wertschöpfungskette bis 2040 zu erreichen.

Klima- und Umweltschutz zuerst: Corona-Bier ab Ende Jänner 2023 nur mehr in der Mehrweg-Pfandflasche erhältlich

In Österreich werden somit die Einweg-Flaschen von Corona verschwinden und durch wiederverwendbare Pfandflaschen ersetzt. Seit Jänner 2023 wird Corona-Bier in Österreich nur mehr in diesen neuen Pfandflaschen ausgeliefert. Das Pfand beträgt neun Cent pro Flasche und drei Euro pro Bierkiste. Die neuen Mehrweg-Flaschen sind beim Etikett speziell mit dem Wort „Mehrwegflasche“ gekennzeichnet. Zusätzlich werden für Konsumenten umfassende Informationen zu den neuen Pfandflaschen in den Filialen des Lebensmitteleinzelhandels und an anderen Verkaufsstellen zur Verfügung gestellt. Die Umstellung soll österreichweit im gesamten Handel bis Ende Februar abgeschlossen sein.

Die neuen Corona-Pfandflaschen können dann bei den im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel etablierten Leergut-Automaten zurückgegeben und gegen Wertbons eingetauscht werden. Eventuell noch vorhandene, alte Einweg-Flaschen können weiterhin über den üblichen Weg in Altglas-Containern entsorgt und so dem Recycling zugeführt werden. Dazu Francesa Marzano, Senior Brand Manager für Corona bei AB InBev: „Mit der logistisch durchaus aufwändigen Umstellung auf Mehrweg-Pfandflaschen setzen wir ein klares Zeichen für mehr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein. Wir sind stolz darauf, dass unsere Kunden sowie unsere Partner im österreichischem Lebensmitteleinzelhandel diese Maßnahme unterstützen. Gemeinsam leisten wir so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.“

Nachhaltigkeit und Klimaschutz seit langem Kernwerte von Corona

Die Umstellung auf Mehrweg-Flaschen war ein logischer Schritt. Schließlich engagiert sich Corona seit vielen Jahren umfassend im Umwelt- und Klimaschutz. Ein Beispiel dafür ist das erfolgreiche Projekt „Protect our Beaches“, mit dem Corona gemeinsam mit der international tätigen Non-Profit Organisation „Oceanic Global“ aktiv zur Reduzierung von Plastikabfällen an Stränden beiträgt. „Wir sind der Meinung, dass es nicht mehr angemessen ist, nur Geschäfts- und Produktionsbedingungen zu verbessern. Aus diesem Grund ist das gesamte Ab InBev-Team stets bemüht, aktiv Lösungen zu finden, um die Natur und den Planeten kontinuierlich zu schützen“, so Maarten Schurmann, General Manager für Österreich und Schweiz bei AB InBev.

Soweit die Pressemitteilung. Nun stellt sich mir selbstverständlich die Frage, wie ökologisch es sein kann, erst das Flaschenbier von Mexiko nach Österreich zu bringen, um später das Leergut mit dem LKW oder der Bahn von Österreich nach Belgien zu transportieren, um es anschließend nach Mexiko zu verschiffen. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, eventuell ist dieses Vorgehen ja wirklich weniger umweltbelastend als die Verwendung von Einwegflaschen. Diese Frage müssen andere beantworten, die mehr im Thema sind als ich.

Aber Corona bzw. die Mondolo-Gruppe, die dieses Bier herstellt, stand in der Vergangenheit schon einmal in der Kritik. Als Beispiel dafür habe ich einen Artikel der Wirtschaftswoche vom Juli 2012 gefunden, den hier verlinke. Ich habe diesen Artikel ausgewählt, einfach weil er in der Wirtschaftswoche erschienen ist, einer Zeitung, die ökonomische Fragen sehr gut recherchiert, mit der Ökologie aber nun wirklich nichts am Hut hat. Wenn in einem solchen Verlag dieser Artikel erscheint, gehe ich durchaus davon aus, dass die dort beschriebenen Fakten der Realität entsprechen. Ich habe bei meinen Recherchen auch keinen Hinweis darauf gefunden, dass die Brauerei ihr Vorgehen in der Zwischenzeit geändert habe. Aber bilden Sie sich selbst ein Urteil.

Wanted: die neue Königin von Bayern

In ganz Bayern sucht der Bayerische Brauerbund e.V. Bewerberinnen für das Amt der Bayerischen Bierkönigin 2023/ 2024, die das Bayerische Bier und die bayerische Bierkultur im In- und Ausland vertreten wird.

Interessentinnen für die Nachfolge von Sarah Jäger, deren Amtszeit im Mai dieses Jahres endet, können sich ab sofort beim Bayerischen Brauerbund e.V. in München bewerben, sofern sie in Bayern aufgewachsen sind bzw. bayerische Wurzeln haben und mindestens 21 Jahre alt sind. Weitere Voraussetzungen für die Bewerbung sind die Begeisterung für das hochwertige und vielseitige Lieblingsgetränk der Bayern sowie Kontakt- und Kommunikationsfreude. Englische Sprachkenntnisse und ein versierter Umgang mit sozialen Netzwerken sind für die Aufgaben während der einjährigen Amtszeit von Vorteil.

Unter allen Bewerbungen, die bis zum 10. Februar 2023 beim Bayerischen Brauerbund eingehen, werden 24 Kandidatinnen von der hochkarätig besetzten Jury ausgewählt und für ein Casting nach München ins GOP Varieté-Theater eingeladen. Am Ende des Castings werden sechs Finalistinnen stehen, die am Festabend zur Wahl der Bayerischen Bierkönigin am 25. Mai in München das Finale um die Krone bestreiten. Zuvor werden die Damen auf einer Studienfahrt ins Bayerische Brauereimuseum, Kulmbach, vom Bayerischen Brauerbund geschult und auf die Amtszeit als Bayerische Bierkönigin vorbereitet.

Auf die zukünftige Bayerische Bierkönigin warten wertvolle Preise wie ein brandneuer Dienstwagen, eine exklusive Dirndlausstattung, ein iPhone mit Flatrate, schöne Delegationsreisen und eine unvergessliche Amtszeit als Repräsentantin unserer einzigartigen bayerischen Bierkultur in und außerhalb Bayerns.

Alle Preise und die Partner der Wahl zur Bayerischen Bierkönigin 2023/ 2024 sowie das Bewerbungsformular finden Sie unter www.bayerische-bierkönigin.de.

ProWein 2023: Trendthema Whisky

Ich muss zugeben, dass ich kein Kenner von Whisky, Gin, Obstbränden oder ähnlichem bin. Zwar trinke ich durchaus gerne mal auch eine Spirituose, aber in der Regel kann ich dann lediglich feststellen, ob sie mir geschmeckt hat oder nicht. Auch wenn diese Entscheidung im Zentrum stehen sollte, ist wäre es trotzdem interessant, feststellen zu können, ob die Spirituose eine gute Qualität hat oder nicht. Eines der Trendthemen der ProWein in diesem Jahr ist unter dem Motto Same but different der Whisk(e)y. Peter Eichhorn hat für die Messe Düsseldorf einen Artikel geschrieben, den ich als Pressemitteilung erhalten habe und den ich hier gerne im Wortlaut veröffentliche.

Aktuelle Trends auf der ProWein 2023

von Peter Eichhorn

Ein Klassiker, der nie langweilig wird – Whisky. Viele denken dabei zunächst an Schottland. Und tatsächlich wurden zahlreiche Teile der Welt von der schottischen Tradition und Machart inspiriert, so dass Whisky heute zwar ein internationales Produkt ist – bei dem meist aber ein Hauch Schottland mitschwingt.

Rare und lange gereifte Whiskys erzielen zuweilen immense Preise und dienen oft als Spekulationsobjekt. Limitierte Editionen, Abfüllungen, die 25 Jahre und älter sind, verschollene Fässer aus geschlossenen Destillerien sind begehrt und gesucht. So bringen viele Marken auch aktuelle Produkte heraus, die über Alleinstellungsmerkmale verfügen, die Sammler ansprechen sollen – wie etwa besondere Behältnisse, Kooperationen mit klangvollen Marken aus anderen Geschäftsbereichen oder prominente Testimonials. In der Branche wird bereits die Frage gestellt, ob denn nur noch „Einhörner“ auf den Markt kommen, also teure, begehrenswerte Raritäten. Einen hervorragenden Überblick über diese schillernde Whisky-Welt bietet die ProWein, die weltweit größte und bedeutendste Fachmesse für Weine und Spirituosen, vom 19. bis 21. März 2023 in Düsseldorf. Rund 500 der knapp 6.000 Ausstellenden aus aller Welt präsentieren ihr Spirituosenangebot – darunter knapp 100 Whisk(e)y-Anbieter.

Whisk(e)y für die Generation „Z“

Ein weiterer Bereich des aktuellen Marktes widmet sich vermehrt den jüngeren Zielgruppen. Preiswerte Einsteigerprodukte mit angenehmem, nicht zu komplexem Aromaprofil sollen die Millennials und die Generation „Z“ einladen, zum Whisky zu kommen und dort zu bleiben. Der gewaltige Erfolg von Irish Whiskey mit hohen Zuwachsraten insbesondere in den USA dient als Vorbild. Während bei Single Malt die Connaisseurs eine Kombination mit Eis oder Ginger-Ale strikt ablehnen, eine Anwendung in Cocktails mindestens als fragwürdig verteufeln und höchstens wenige Tropfen Wasser aus einer Pipette dem Whisky hinzugefügt tolerieren, gelten diese „Snob-Regeln“ bei Irish Whiskey, Bourbon und Rye nicht. „Trinke, wie es Dir Spaß macht. Und wenn es mit Cola ist.“

Der dritte Baustein ist die Internationalität, die dem Whisky neue Facetten und eine nie dagewesene aromatische Vielfalt verleiht. Alleine in Schottland und Irland wächst der Markt derzeit um jeweils 30 bis 40 neue Marken und Destillerien. Neue Brennereien werden mit modern-kreativem Anspruch eröffnet, und alte, verschollene Marken werden mit einer historischen Aura wieder reaktiviert.

Alles ist möglich: Neue Aromen in der Gerste

Dabei widmen sich die neuen Marken akribisch den Details, die früher wenig Beachtung fanden. So werden verschiedene Malzsorten für das Rohdestillat eingesetzt, und es wird mit allerlei Hefen experimentiert. Die Branche diskutiert leidenschaftlich die Frage, ob Terroir über die Gerste im Whisky wahrnehmbar ist. Auch der Umweltaspekt spielt eine zunehmende Rolle, und die Verwendung von Torf für die Mälzung wird hinterfragt. Manche Marken experimentieren bereits mit Holz-Kräuter-Mischungen, um über den Rauch neue Aromen in die Gerste und somit in den Whisky zu bekommen.

Auch der Umgang mit Fässern entwickelt sich weiter. In den vergangenen Jahren wurde das „Finishing“ immer populärer, also jene Überführung eines gereiften Whiskys in ein zweites Fass, um durch die Lagerung über Wochen oder Monate eine individuelle aromatische Abrundung zu erzeugen. Viele Whiskys beginnen ihre Reifung in Ex-Bourbon und Ex-Sherry-Fässern. Danach kann es weitergehen. An die „Finishes“ in Rotwein-, Port-, Madeira- oder Sauternes-Fässern ist der Konsument bereits gewöhnt. Neu kommen nun Mezcal- und Bierfässer hinzu. Und die edle japanische Mizunara-Eiche ist ebenfalls in aller Munde. Auch sprechen die Erzeuger vermehrt statt von „Finish“ von einer „Second Maturation“, also einer zweiten Reifung, bei der der zweite Fasstyp nicht nur wenige Monate, sondern mehrere Jahre eingesetzt wird.

Auf der ProWein 2023 lassen sich all diese Entwicklungen prächtig nachvollziehen. Klassische und moderne Marken zeigen die mannigfaltige aktuelle Whisky-Vielfalt auf. Loch Lomond und Duncan Taylor bieten die schottische Klassik, Teeling, Lough Ree oder Skellig zeigen das Innovationspotenzial des Irish Whiskey, und das Whiskyland Japan ist beispielsweise mit den Marken Akashi, Onikishi oder Togouchi vertreten. Die Whisky-Welt kennt keine Grenzen, und so überraschen Regionen mit mehr oder weniger Brenner-Tradition mit außergewöhnlichen Produkten. Von Klassikern, wie Rozelieures aus Frankreich, Penderyn aus Wales oder Slyrs aus Deutschland, zeigen auch Milk & Honey aus Israel, Stauning aus Dänemark und weitere Exoten zwischen Balkan und Taiwan, was die zeitgemäße Whisky-Welt ausmacht. Was macht sie aus? Eine gewaltige Vielfalt, die in Halle 13 und 7 zu entdecken ist!

Soweit die Pressemitteilung. Eine noch recht neue Idee vermisse ich hier allerdings. Dabei handelt es sich eine Idee von Cristal Jane Peck, mit der sie der Braubranche ganz neue Möglichkeiten eröffnet und damit auch der Welt des Whiskey. Cristal kommt aus Australien, ihr Vater stammt aus der Schweiz und Cristal arbeitete vor knapp 10 Jahren in der Berliner Brauerei Berliner Berg. Später wechselte sie in eine belgische Mälzerei, wo sie auch heute noch arbeitet. Beim Mälzen wird Getreide gewässert, gekeimt und gedarrt. Während dieses Prozesses entwickelt das Getreide Enzyme, die später über die Farbe und das Aroma des Bieres entscheiden.

Cristal hat sich selbst folgende zwei Fragen gestellt: Was passiert, wenn ich das Wasser, welches wir zum Keimen des Getreides verwenden, vor der Verwendung aromatisiere? Hätte das eine Auswirkung auf den Geschmack des Bieres? Sie aromatisierte also das Wasser, mit dem das Getreide zum Keinem gebracht wird. Auf diese Weise kommen die Aromen ins Getreide und damit auch ins Malz und letztendlich ins Bier (oder eventuell auch einmal in den Whiskey). Plötzlich ist es möglich, Biere mit Gewürzaromen (z.B. mit Zimt in der Weihnachtszeit) zu brauen und sich trotzdem an das Reinheitsgebot zu halten. Ich bin mir nicht sicher, ob wir das wirklich benötigen, aber zumindest in Ausnahmen ergeben sich auf diese Weise interessante Möglichkeiten.

Der Bierkulturbericht geht ins 15. Jahr

2023 wird der 15. Österreichische Bierkulturbericht aufgelegt. Bierige Trends, Expertenmeinungen und ganz viel Genuss illustrieren für die Leser, wie sich Stellenwert und Image der österreichischen Bierkultur entwickelt haben.

2023 wird ein Jubiläumsjahr: Die Kommunikationsabteilung der Brau Union Österreich gibt auf Basis einer repräsentativen Studie des Market Meinungsforschungsinstituts den 15. Bierkulturbericht heraus. Der Bericht ist in den vergangenen Jahren zu einer Pflichtlektüre für Entscheider aus den Bereichen Lebensmittelhandel und Gastronomie geworden, Bierinteressierte lesen ihn ebenso wie Stakeholder aus Politik, Wirtschaft und NGOs. Gabriela Maria Straka, Director Corporate Affairs & ESG Sustainability bei der Brau Union Österreich, erklärt: „Bier hat so viele Aspekte: Es ist Wirtschaftsfaktor und Genuss, Brauereien sind nachhaltige Vorreiter und durch die Nutzung österreichischen Rohstoffe auch quasi Landschaftspfleger. All das erzählen wir im jährlichen Bierkulturbericht, begleitet von Daten und Fakten aus der jährlichen, repräsentativen Studie. Und mit diesem Erfolgsmodell gehen wir nächstes Jahr bereits in das 15. Jahr.“

Conrad Seidl, Bierpapst und Journalist, begleitet den Bierkulturbericht bereits seit Anbeginn mit seinen journalistischen Analysen der Studie, trägt bierige Anekdoten bei und erklärt den Lesern, was die Studie ergibt: „Neben meinem Brotberuf als Journalist ist mir das Bier Berufung, mit dem ich mich aus Interesse und auch aus Freude schon jahrzehntelang befasse. Ich freue mich, dass ich beim Bierkulturbericht immer wieder mitwirken kann – ich halte ihn mittlerweile für ein unverzichtbares Werk, das die Bierkultur in Österreich braucht. Die Branche wartet schon jedes Jahr auf die neue Ausgabe.“

Alkoholfrei, regional, nachhaltig: Wie die Österreicher ihr Bier genießen

Der Stellenwert von Bier für die Getränkekultur in Österreich ist ungebrochen. Seit Bestehen des Bierkulturberichts bewerten rund 90% unserer Landsleute Bier als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ für die österreichische Getränkekultur. So stabil diese Dimension ist, gab es doch auch Änderungen über die letzten 15 Jahre. So wurde etwa alkoholfreies Bier zu einem wichtigen Thema, Regionalität und Nachhaltigkeit ebenso.

„Viele Fragen wurden im Bierkulturbericht seit den Anfängen immer wieder abgefragt. Das erlaubt spannende Vergleiche und zeigt die eine oder andere Entwicklung auf. Das beste aber daran ist, dass man schwarz auf weiß sieht, dass die Bierkultur in Österreich sehr stabil verankert ist – sie gehört quasi zu unserer DNA“, schließt Seidl.

Über die Studie

Die Studie wird jährlich vom Market Marktforschungsinstitut unter rund 2.000 Österreichern ab 18 Jahren in Form von Telefon- und Online-Interviews durchgeführt. Den gesamten Bierkulturbericht 2022 sowie die Bierkulturberichte aus den Vorjahren gibt es online unter https://www.brauunion.at/bierkultur/ zum Download.

Österreichs Brauer erhalten 7,4 % mehr Lohn

In der siebenten Verhandlungsrunde konnte – nach mehr als zweimonatigen Verhandlungen – am Nachmittag des 19. 12. 2022 ein Abschluss mit den Gewerkschaften PRO-GE und GPA erzielt werden. Die schwierigen und langwierigen Verhandlungen, im Rahmen derer das erste Mal seit mehr als 20 Jahren wieder Streiks stattfanden, wurden – nicht zuletzt auch im Sinne des Weihnachtsfriedens – mit einem für die Arbeitergeberseite gerade noch verkraftbaren Kompromiss beendet.

Die Beschäftigten der Brauwirtschaft erhalten rückwirkend ab 1.10.2022 um 7,4 Prozent mehr Lohn/Gehalt, sowie eine Einmalzahlung, die abhängig von der Betriebsgröße gestaffelt ist. Wie der Verband der Brauereien Österreichs mitteilt, ist allen Beteiligten klar, dass dieser Abschluss jenseits der wirtschaftlichen Möglichkeiten mancher Brauereien liegt. So wie viele andere Branchen hat die Brauwirtschaft zweieinhalb wirtschaftlich äußerst schwierige Jahre hinter sich und ein Ende weiterer großer wirtschaftlicher und regulatorischen Herausforderungen ist nicht absehbar.

Quelle: Verband der Brauereien Österreichs