Archiv der Kategorie: Biobier

Wimitz – Märzen

Jetzt steht mal wieder ein Biobier vor mir, das Märzen Wimitz aus Österreich. Beginne ich gleich mit dem Test.

Intensiv goldgelb zeigt sich das Bier im Glas. Dabei ist es hefetrüb und bildet viel cremigen Schaum aus, der lange bestehen bleibt. Dazu sehe ich recht viel Kohlensäure, auch wenn die Brauerei schreibt, dass die Kohlensäure im Bier reduziert worden sei.

Das Aroma wird durch die Hefe dominiert, der Duft von Malz, Äpfeln und Kräutern erfreut meine Nase. Optik und Aroma sind perfekt, da habe ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Bereits der Antrunk bringt einen intensiven Geschmack mit sich, nicht sonderlich süß und trotzdem wunderbar malzig. Der Körper ist vollmundig und rund, Süße, Bitterkeit und eine leichte Säure sind hervorragend aufeinander abgestimmt. Auch die Menge der feinperligen Kohlensäure passt zu diesem süffigen Bier. Im Abgang passen sich der Geschmack des Malzes und die Bitterstoffe einander herrlich aneinander an. Der Geschmack bleibt auch lange erhalten. So wünsche ich mir ein Märzen.

Zutaten:

Quellwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Wimitzbräu GmbH
Wimitz 7
9311 Kraig
Österreich
http://www.wimitzbraeu.com

Plankstetten – Maibock

Nun ist der Mai bereits vorbei und ich entdecke in meinem Bioladen noch ein Maibock, den ich nicht kannte. Da muss ich ihn doch glatt noch mitnehmen. Schließlich kommt das Bier aus Riedenburg im Altmühltal, in meinen Augen der schönsten Gegend Deutschlands. Das Riedenburger Brauhaus vertreibt ihre Biere unter zwei Marken, unter Riedenburger und dem Namen der Benediktinerabtei Plankstetten. Dabei hat sich die Brauerei selbst ökologische Bedingungen auferlegt, die sogar die strengen Regeln von Bioland noch übertreffen. Auf ihrer Website sind sie zusammengefasst:

  • 100 % Bioprodukte, das heißt alles was wir produzieren ist ökologisch
  • 100 % Rohstoffe aus ökologischem Landbau – als öko-sozial verantwortungsvolle Leistung
  • 100 % Verzicht auf Filtration und Wasseraufbereitung – für vollwertige Lebensmittel
  • Verwendung von hochwertigen Rohstoffen wie Einkorn, Emmer, Dinkel – zur Förderung der Biodiversität
  • Verwendung nur von ungekreuzten Sorten – weil wir auf die Erfahrung der Natur vertrauen
  • Lebendiges Wasser aus eigenem Brunnen – ohne chemische Aufbereitung
  • Verwendung von Naturdoldenhopfen sowie Hopfenpellets – für vollwertige Lebensmittel
  • Eigene Hefereinzucht
  • Garantiert gentechnikfreie Zutaten – für eine sichere Zukunft
  • Ständige Kontrollen durch BCS und Bioland und EU-Biozeichen
  • Regionale Partnerschaften mit Anbauverband BIOLAND und der Benediktinerabtei Plankstetten.

Da ich bereits weiß, dass aus Riedenburg hervorragende Biere kommen, sind meine Erwartungen an dieses Maibock sehr hoch.

Dass dieses Maibock etwas Besonderes ist, zeigt sich bereits beim Einschenken, als sich zeigt, dass es kein helles Maibock ist, sondern er ist dunkel rubinrot. Es bildet sich eine schöne beige Krone aus sahnigem Schaum, die sich durchschnittlich schnell auflöst.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert, ich rieche Schokolade und auch rote Früchte sowie würzige Noten, die sich zu einem wunderbar komplexen Duft vereinen. Ich ahne bereits, dass ich meine Ansprüche an dieses Bier nicht hoch genug geschraubt habe.

Der Antrunk ist malzig und voll, stiltypisch recht süß und dabei doch leicht spritzig. Spritzigkeit ist aber nicht die hervorstechendste Eigenschaft der Maiböcke, und da macht auch das Maibock aus Riedenburg keine Ausnahme. In Gegenteil. Der Körper dieses Bieres ist sehr dicht und dabei samtig weich. Das Bier füllt den gesamten Mund mit seiner Süße, der sich eine fruchtige Säure zugesellt, mit der auch der Geschmack von Trockenfrüchten kommt. Der Abgang ist wie erwartet mild, aber auch fruchtig.

Spontan würde ich sagen, dass dies das beste Maibock ist, das ich bislang getrunken habe.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

16,5° Plato

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
Michael Krieger GmbH & Co.KG
Hammerweg 5
93339 Riedenburg
www.riedenburger.de

Härle – Lager Hell

Bundesweit bekannt geworden ist die kleine Brauerei Clemens Härle aus dem Allgäu durch eine Abmahnung des Verbandes Sozialer Wettbewerb, in der dieser Abmahnverein forderte, dass die Brauerei erklären soll, dass sie nicht mehr behaupten wird, dass ihr Bier bekömmlich sei. Gegen diese Abmahnung wehrt sich die Brauerei und der Fall wird demnächst vor dem Oberlandesgericht Stuttgart verhandelt. Seit ich von diesem Rechtsstreit gehört habe, habe ich mich gefragt, ob das Bier dieser privaten Brauerei wirklich nicht bekömmlich ist oder ob es sich bei dieser Abmahnung, die im Übrigen auch vom Landgericht Ravensburg bestätigt wurde, um eine für den normalen Menschen nicht nachvollziehbare Rechtsauslegung handelt. Nun ist es mir erstmals gelungen, ein Bier aus Leutkirch zu erwerben und bin damit nun endlich in der Lage, den Test am eigenen Leib durchzuführen.

Ein prüfender Blick auf die Etiketten zeigt mir, dass die Brauerei jetzt nicht mehr mit dem Versprechen der Verträglichkeit wirbt. Ich sehe aber, dass es sich hier nicht nur um ein EU-Bio-Produkt handelt, sondern dass es sich m ein Bioland-Bier handelt. Außerdem erfahre ich, dass die Rohstoffe für dieses Bier regional eingekauft werden. Dabei dürfen wir den nicht geschützten Begriff „regional“ nicht zu eng auslegen, da sowohl Braugerste als auch Hopfen nur in bestimmten Gegenden Deutschlands angebaut werden und im Fall der Gerste auch die Lage der Mälzerei zu berücksichtigen ist. Wirklich neugierig macht mich aber der folgende Hinweis: „100% klimaneutral gebraut“. Da muss ich doch gleich einmal einen Blick auf die Website der Brauerei werfen.

Dort finde ich drei Infos, die zu dieser Aussage führen:

Zum Beispiel beim Einsatz von Energie: Seit Anfang 2009 setzet die Brauerei ausschließlich erneuerbare Energieträger ein – also Holzhackschnitzel aus der Region und Strom aus Wasserkraft, Wind, Biomasse und Sonne. Damit ist Härle nach eigenen Angaben die erste Brauerei in Deutschland, die ihre Biere zu 100% klimaneutral herstellt und vertreibt. Zum Beispiel in im Fuhrpark: seit April 1998 werden die Lastkraftwagen und PKWs mit Biodiesel betankt. Zum Beispiel beim Verbrauch von Wasser: mit Hilfe zahlreicher Investitionen hat die Brauerei den betrieblichen Frischwasserverbrauch auf ein Minimum reduziert.

Aber kommen wir zum Bier.

Leuchtend gelb und leicht hefetrüb steht das Bier im Glas, dazu reichlich Kohlensäure sowie eine durchschnittliche Menge größtenteils feinporiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Optisch passt also schon mal alles.

Das Aroma wird durch den Karamellduft des Malzes geprägt, unterstützend meine ich auch das Aroma heller Früchte wahrzunehmen.

Der Antrunk ist spritzig und nur leicht süß, Der Körper ist ausgewogen bitter und Säure ist nur sehr dezent feststellbar. Der Abgang ist mild und klingt mittellang nach.

Das Bier ist eigentlich nicht schlecht. Ich kann keinen Fehler feststellen. Irgendwie scheint dieses Bier wirklich jedem gefallen zu wollen, denn ich bemerke auch keine Ecken und Kanten und damit auch keine Highlights – weder im Duft noch im Geschmack.

Eines muss ich dem Bier aber noch bescheinigen – es ist bekömmlich, denn mir geht es nach dem Genuss einer Flasche nicht schlechter als vorher. Mehr sagt der Begriff lt. Duden ja auch nicht aus.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Clemens Härle
88299 Leutkirch
www.haerle.de

Ostergold 2017

Kürzlich war ich in Nürnberg und habe dort die Hausbrauerei Altstadthof besucht. Die kleine Brauerei unterhalb der Burg braut neben einigen Bieren, die ständig im Angebot sind, auch etliche saisonale Bierstile. Dabei stammen sowohl das Malz als auch der Hopfen aus biologischem Anbau. Nun weiß ich nicht, ob sich die bessere Rohware nach den ganzen Verarbeitungsschritten in der Brauerei noch im Bier bemerkbar macht. Ich halte es für wahrscheinlich, dass die Brauereien, die bei den Zutaten nicht nur auf den Preis achten, sorgfältiger mit diesen Zutaten umgehen und sich mehr bemühen, das Beste aus dem Ursprungsmaterial herauszuholen. Aber das ist meine Spekulation. Als ich vor Ostern im Altstadthof war, gab es selbstverständlich das Ostergold aus dem Jahrgang 2017 und genauso selbstverständlich habe ich mir eine Flasche dieses Biers, von dem nur 500 Flaschen abgefüllt wurden, zur Verkostung mitgenommen. Eine Besonderheit dieser Brauerei sei noch erwähnt: sowohl der Hopfen als auch das Malz stammen aus der Region, was auch dem Werbespruch der Brauerei, Original Nürnberger Biergenuss, seinen Wahrheitsgehalt verleiht.

Altgold und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich viel beiger feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier nichts auszusetzen.

Das Aroma ist würzig, fast pfeffrig, was auf die Kalthopfung mit mehreren Hopfensorten zurückzuführen ist. Aus dem Hintergrund kommen auch Düfte von Südfrüchten zum Vorschein. Aber auch der Duft des Malzes kommt zu seinem Recht. Damit ist das komplexe Aroma bereits ein Genuss für sich und bildet ein Gesamtkunstwerk. Wenn der Geschmack da mithält, ist dieses Bier etwas ganz Besonderes.

Der Antrunk ist leicht süß und intensiv. Auch die Menge der Kohlensäure ist für meinen Geschmack perfekt gewählt. Aber erst als sich das Bier im Mund verteilt, kommt die gesamte Geschmacksfülle dieses Bieres richtig zur Geltung. Der Geschmack von Orangenschale gesellt sich zu den würzigen Noten, die bereits im Aroma vorhanden waren. Dabei unterstützt die Orangenschale die würzigen Geschmäcker aber nur, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Überhaupt sind die Süße, Säure und das Bitter in einem wirklich ausgewogenen Verhältnis. Im Abgang kommt das freundliche Bitter stärker hervor; dieser Geschmack klingt noch lange nach.

Wenn Sie einmal nach Nürnberg kommen, sollten Sie auf keinen Fall einen Besuch in der Hausbrauerei Altstadthof versäumen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Naturhopfen (Opal, Spalter), Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

13,3° Plato

Bittereinheiten:

26 IBU

Brauerei:

Hausbrauerei Altstadthof
Bergstr. 19-21
90403 Nürnberg
www.hausbrauerei-altstadthof.de

Liebhart‘s Bio Weizen alkoholfrei

Dem Liebhart’s Bio Weizen alkoholfrei, das jetzt vor mir steht, wird nicht nachträglich der Alkohol entzogen. Es wird auf natürliche Weise gebraut, ohne Alkohol entstehen zu lassen. damit verbleiben auch das volle Aroma und alle wertvollen Bestandteile im Bier und ich erwarte auch einen volleren Geschmack.

Goldgelb strahlt mir das Bier entgegen. Was mich nur verwundert ist die fast nicht vorhandene Hefe. Nur eine sehr leichte Trübung ist zu erkennen, das Bier ist fast kristallklar. Gut gefällt mir dagegen die Schaumkrone, feinporig und reinweiß. Sie bleibt lange Zeit erhalten.

Das Bier duftet nach Malz und Karamell, nach Trockenfrüchten und Bananen. Allerdings ist der Bananenduft bei weitem nicht so ausgeprägt wie bei den meisten Weizenbieren. Das ist aber vermutlich der Tatsache geschuldet, dass es sich hier um ein alkoholfreies Bier handelt.

Der Antrunk zeigt erstaunlich wenig Süße, wirkt durch die gut dosierte Kohlensäure aber frisch. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt, stelle ich fest, dass der Geschmack fast ausschließlich durch das Malz bestimmt wird, während sich der Geschmack des Hopfens diskret im Hintergrund hält, so dass er praktisch nicht zum Tragen kommt. Auch im Abgang kann ich kaum Bitterstoffe feststellen.

In meinen Augen hält das Bier nicht, was das Etikett verspricht. Schade. Die anderen Biere von Liebhart’s haben mir eigentlich alle recht gut gefallen.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

10° Plato

Brauerei:

Liebhart’s Privatbrauerei GmbH & Co. KG
Am Geldkamp 6
32758 Detmold
www.residenz-biere.de

Siegelbier 2015 Slyrs

Dass Heidelberg eine schöne Stadt ist, ist eine Binsenweisheit. Nicht umsonst ist es eines der beliebtesten Ziele im Städtetourismus. Weit weniger bekannt ist, dass im historischen Klosterhof in Heidelberg seit dem Jahr 2009 Bier gebraut wird. Dort, wo die Mönche früher ihre Stallungen hatten und wo auch früher bereits Apfelmost, Wein und Spirituosen hergestellt wurden, wird nach einem Umbau nun aus biologisch angebauten Zutaten feinstes Biobier gebraut. Eines dieser Biere habe ich jetzt vor mir stehen, das im Whiskyfass gereifte Siegelbier Slyrs.

Cognacfarben präsentiert sich das Bier im Glas und es bildet sich darüber so gut wie kein Schaum. Außerdem kann ich im Bier keinerlei Kohlensäure sehen, und das, obwohl das Bier keine Hefe enthält, die die Kohlensäure gerne verbirgt.

Das Aroma wird durch Röststoffe geprägt, unterstützt durch den Duft von Trockenpflaumen. Das Malz dominiert das Aroma eindeutig.

Der Antrunk ist recht süß und ich stelle fest, dass das Bier recht wenig Kohlensäure enthält. Bereits jetzt kann ich die Einflüsse des Whiskyfasses feststellen, in dem das Bier gereift ist. Die Süße hält sich auch im Körper, wobei sie durch eine leichte Säure ergänzt wird. Damit wird der Körper wunderbar komplex und fruchtig. Auffällig ist vor allem, dass hier mit dem Malz gespielt wurde und kaum das Bitter des Hopfens festzustellen ist. Bei dem kräftigen Geschmack des Bieres ist es kaum zu glauben, dass das Bier lediglich 6,5 % Alkohol enthält. Auch der Abgang ist nicht bitter und er erinnert eher an einen Whisky.

Zutaten:

Quellwasser, Gerstenmalz, Aromahopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei zum Klosterhof GmbH
Stiftweg 4
69118 Heidelberg
www.brauerei-zum-klosterhof.de

Stiegl – Gipfelstürmer

Nun steht mal wieder ein Bier von Stiegl im schönen Salzburg vor mir. Es handelt sich um den Gipfelstürmer aus der Hausbier-Reihe der Brauerei. Dabei handelt es sich um ein Dinkel-Weißbier, wobei das Bier mit mehr Dinkelmalz als mit Gerstenmalz gebraut wurde. Für die Gärung wurde eine obergärige Weißbierhefe verwendet.

Wie es zu diesem Bier kam, erklärt der Braumeister Dr. Kiener auf dem Etikett: „Der beste Weg, den Kopf für neue Bierkreationen freizubekommen, ist eine Wanderung in den Hohen Tauern. Diesmal war mein Ziel der Großglockner, das Dach Österreichs, das über allen umliegenden Bergen thront. Ich genoss meinen Aufstieg zum Gipfel. Der Schnee, das Eis und die kalten Felsen sorgten für eine willkommene Erfrischung meines Geistes. Als ich oberhalb der Hohenwartscharte stand, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen: Eingebettet zwischen Eis und Blockwerk wuchs ein tropischer Fruchtbaum. Litt ich an Höhenkrankheit? Lag es am fehlenden Sauerstoff? Keineswegs. Mein nächster Gedanke war kristallklar. Ein erfrischendes Dinkelvollbier mit dem fruchtigen Duft von tropischen Früchten musste her! Ich ließ den Gipfel links liegen und machte mich rasch an den Abstieg, immer noch die cremefarbene Schaumkrone dieser Bierspezialität vor Augen, und konnte es kaum erwarten, meine Idee in die Tat umzusetzen.“ So viel zur Prosa auf dem Etikett, kommen wir zur Verkostung des Bieres.

Leuchtendorange bis kupferfarben und hefetrüb ist der Gipfelstürmer mit einer leicht überdurchschnittlichen Menge weißen Schaums, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal recht ansprechend.

Auch das Aroma ist sehr angenehm fruchtig. Ich rieche Zitronenschalen, Ananas, Mango und Banane. Damit macht das Bier richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist relativ süß und vollmundig. Dazu kommt eine feinperlige Kohlensäure, die für eine wirkliche Frische sorgt. Schnell breitet sich eine feine Fruchtigkeit im Mund aus, Ananas steht im Vordergrund, aber auch weitere Früchte sind vertreten. Erst im Abgang setzt sich ein freundliches und zartes Bitter durch, das dieses Bier wundervoll abrundet.

Zutaten:

Wasser, Dinkelmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Spalter Select, Triskel, Simcoe), Weißbierhefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Stieglbrauerei zu Salzburg
5020 Salzburg
Österreich
www.stiegl.at

Klosterhof Adventsbock

Ich weiß, der Advent ist bereits längere Zeit vorbei und der nächste Advent lässt auch noch lange auf sich warten, aber der Adventsbock aus der Klosterhofbrauerei in Heidelberg hat mich erst in dieser Woche erreicht. Da ich bei einem Saisonbier wie dem Adventsbock immer etwas ganz Besonderes erwarte, musste ich ihn selbstverständlich sofort verkosten. Das Etikett gibt keine speziellen Informationen her und auch im Internet steht nicht mehr. Trotzdem fällt mir eines auf: das Bier ist in einer Mehrwegflasche mit 0,75 Litern Inhalt abgefüllt. Dagegen ist eigentlich nichts zu sagen, sondern im Gegenteil sind Mehrwegflaschen umweltfreundlich. Dies gilt selbstverständlich nur dann, wenn der Konsument auch die Möglichkeit hat, die Flasche zurückzugeben. Ich würde es daher begrüßen, wenn das Bier, das verschickt wird, in Standardflaschen abgefüllt würde, die überall zurückgegeben werden können. Die Flasche, in der mich der Adventsbock sowie mehrere andere Biere der Brauerei zum Klosterhof erreicht haben, werde ich in Essen leider nicht los. Schade, damit wird aus einer umweltfreundlichen Mehrwegflasche ein Einweggebinde. Aber kommen wir zum Bier.

In einem dunklen Mahagoniton, fast schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Es ist hefetrüb und bildet einen größtenteils cremigen hellbraunen Schaum, er ist fast weiß, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch Röststoffe dominiert, ich rieche bittere Schokolade, Gewürznelken und Kräuter. Ich habe durchaus den Eindruck, dass der Auswahl des Malzes und der Hopfensorten viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde und dass das Ergebnis überzeugend ist.

Der Antrunk ist mittelsüß und ich stelle eine sehr feine Kohlensäure fest. Auch im recht intensiven Körper dominiert die Süße, Karamelltöne kommen zum Vorschein und eine minimale Säure. Die Bitterstoffe fehlen mir hier etwas. Diese kommen erst im Abgang zusammen mit deutlichen Kaffeenoten zum Vorschein.

Der Adventsbock der Brauerei zum Klosterhof ist ein Bockbier, das sich durchaus angenehm von der Vielzahl der im Handel erhältlichen Bockbiere abhebt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

16,5° Plato

Brauerei:

Brauerei zum Klosterhof GmbH
Stiftweg 4
69118 Heidelberg
http://www.brauerei-zum-klosterhof.de

Wolfscraft – Das Helle

Was dabei herauskommt, wenn ein Schweizer einen typischen deutschen Bierstil braut und dabei versucht, ihn zu verbessern, will ich jetzt überprüfen. Auf jeden Fall hat er bei der Auswahl der Zutaten nicht gespart und sowohl Gerstenmalz als auch Hopfen aus kontrolliert biologischem Anbau gewählt. Dass Hopfenextrakt bei den Bieren von Wolfscraft nicht zum Einsatz kommt versteht sich wohl von selbst. Es sind also beste Voraussetzungen gegeben, dass mir dieses Bier gefallen kann.

Hellgelb ist das Bier und macht damit seinem Bierstil alle Ehre. Es enthält viel agile Kohlensäure, die für eine überdurchschnittliche Menge feinporigen Schaum sorgt, der wirklich lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Mandarine und Ananas, begleitet von dem leicht süßen Duft des Malzes. Für ein Helles ist das Fruchtaroma vielleicht nicht typisch, aber dadurch entsteht ein Bier, das zumindest im Aroma charakterstark und unverwechselbar ist.

Der Antrunk ist recht süß, was mit der von Beginn an vorhandenen Fruchtigkeit gut sowie der reichlich vorhandenen gut harmoniert. Bereits der erste Eindruck ist frisch und prickelnd. Schnell gesellt sich eine leichte fruchtige Säure dazu, so dass der Geschmack nach Ananas und Zitrone die Zunge beherrscht. Der Abgang zeigt nur minimale Bitterstoffe und leider klingt er nur sehr kurz nach.

Dieser kurze Nachklang ist aber auch das einzige Manko, das ich bei diesem Hellen feststellen kann. Auch wenn es sich um kein typisches Helles handelt, sondern sich das Bier eher an einem Pale Ale orientiert, bin ich von diesem Erzeugnis wirklich begeistert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Wolfscraft GmbH
85356 Freising
www.wolfscraft.de

Schneider Weisse – TAP4 Meine Festweisse

Wieder einmal steht ein Bier aus Bayerns ältester Weißbierbrauerei vor mir, das TAP 4 mit Namen „Meine Festweiße“. Anders als andere Festbiere wird dieses Weizenbier nicht zu einem speziellen Volksfest gebraut, sondern die Brauerei Schneider schreibt auf ihrer Website, dass das Bier nach altem Festbierrezeptur für feierliche Runden neu aufgelegt wurde.

Eine Besonderheit dieses Bieres ist, dass es das erste Biobier ist, das ich von dieser Brauerei aus Kelheim erhalten habe. Das Malz und der Hopfen sind nicht „bio-light“ EU-Bio, sondern stammen aus durch Naturland zertifiziertem Anbau. Dann will ich mal testen, ob sich das auch in der Qualität des Bieres niederschlägt. Jedenfalls ist das Bier weder filtriert noch pasteurisiert, was ich schon mal als positiv empfinde.

Golden und hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Mir fällt auf, dass die Hefe teilweise verklumpt ist, was aber durchaus daran liegen kann, dass die Flasche bereits einige Zeit bei mir gestanden hat. Sonst habe ich diesen Effekt bei den Bieren von Schneider noch nicht erlebt. Davon unabhängig ändert das aber nichts am Geschmack, es fällt lediglich ins Auge. Für ein Weißbier bildet sich vergleichsweise wenig cremiger weißer Schaum, was das Einschenken erleichtert. Dafür bleibt der Schaum wirklich lange erhalten.

Der Antrunk ist frisch mit einer angenehmen Kohlensäure, die für meinen Geschmack auch in der richtigen Menge vorhanden ist. Der Körper ist ausgeglichen mit einem leichten Säureüberschuss, der aber die Fruchtigkeit der Festweisse unterstreicht. Im Abgang ist das Bier mild ohne langen Nachklang.

„Meine Festweisse“ ist ein mildes und angenehmes Weißbier, das sicher auch Menschen gefallen kann, die sonst eher kein Weizenbier trinken. Es lässt sich nichts Schlechtes über dieses Bier sagen, sondern es ist ein wirklich gutes Weißbier, das gefallen will und kann. Mir persönlich fehlt ihm aber etwas Charakter, ein Alleinstellungsmerkmal, wie ich es bei den anderen Bieren von Schneider erlebt habe.

Jetzt frage ich mich, weshalb ich dieses Bier noch nie in einem Bioladen gesehen habe. Die Voraussetzungen erfüllt es auf jeden Fall.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Stammwürze:

13,8 %

Bittereinheiten:

28 IBU

Brauerei:

Weisses Bräuhaus
G. Schneider & Sohn GmbH
93309 Kelheim
www.schneider-weisse.de