Archiv der Kategorie: Biertest

Dorpsbrouwerij De Pimpelmeesch – Winter Doll Koud

Das Etikett zeigt eine weißhaarige junge Frau auf Schlittschuhen.Die Dorpsbrouwerij de Pimpelmeesch wurde im Jahr 2000 als eine der ersten Craft-Brauereien in den Niederlanden gegründet. Es handelt sich bei dieser Brauerei also um einen Pionier der Craft Beer-Bewegung. Die Brauerei befindet sich in Chaam in Brabant, nahe der Grenze zu Belgien. Die Brabanter betrachten sich selbst als Genießer, als Burgunder, die die Geselligkeit lieben. Der Name der Brauerei in Chaam spielt mit diesem Selbstverständnis. Pimpelmeesch ist zusammengesetzt aus den Worten pimpelen, gutes Getränk, trinken und meesch, im brabantischen Dialekt bedeutet dieses Wort Mensch. Ein Pimpelmeesch ist also ein fröhlicher Trinker. Der Ortsname Chaam bezieht sich vermutlich auf das mittelalterliche lateinische canaba: Taverne, Getränkekeller. Davon ist eventuell das lateinische Wort camba abgeleitet, was Mälzerei bedeutet. Der Ortsname Chaam würde also auf einen Ort hinweisen, an dem Gerste keimt. Und dort braut Ad Kusters, der Dorfbrauer von Chaam, seine Biere, die auf bekannten Bierstilen basieren. Dabei verzichtet er auf besondere Zutaten und extreme Hopfenladungen.

Während die meisten Winterbiere in die Kategorie Starkbier gehören, kommt das Winter Doll Koud mit nur 0,3 Volumenprozent Alkohol daher, ist also alkoholfrei. Daher bin ich gespannt, wie sich dieses Bier macht, das seit dem Jahr 2022 gebraut wird.

Hell und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die schneeweiße Schaumkrone fällt recht schnell in sich zusammen, was aber bei alkoholfreien Bieren nicht ungewöhnlich ist.

Fruchtigkeit steht im Mittelpunkt der Aromen, die mir in die Nase steigen. Ich rieche Zitrusfrüchte, Pfirsich und Biskuit. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist spritzig mit einer angenehmen Malzsüße. Auf der Zunge steht wie in der Nase die Fruchtigkeit im Mittelpunkt. Zur Süße kommt eine gut ausgewogene fruchtige Säure. Bitter kann ich jetzt nicht schmecken. Das Mundgefühl ist schlank und doch voll. In der Kehle kann ich erstmals eine leichte freundliche Bittere schmecken, die überraschend lange nachklingt.

Obwohl das Bier von der Brauerei für den Winter angeboten wird, sehe ich es eher als ein schönes Sommerbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Roggen, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

0,3 % Vol.

Farbe:

5 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

5° Celsius

Brauerei:

Dopsbrouwerij de Pimpelmeesch
Elsakkerpad 11
4861 TA Chaam
Niederlande
www.pimpelmeesch.nl

Keesmann – Herren Pils

Die Brauerei Keesmann ist ein traditionsreiches Bamberger Brauhaus, das sich seit 1867 im Besitz der Familie Keesmann befindet. Es liegt im Stadtteil Wunderburg gegenüber der Kirche Maria Hilf. Die Brauerei ist ein fester Bestandteil der städtischen Kultur und hat sich einen Namen gemacht, insbesondere durch ihr überregional bekanntes Herren-Pils, das vollkommen untypisch für Franken 92 % der Produktion ausmacht und das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine sahnige schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier hervorragend.

Das Bier duftet nach Brotkrume, abgerundet mit einigen würzigen Noten.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine auf die Süße abgestimmte Bittere dazu. Gemeinsam mit den würzigen Aromen ergibt sich so ein vollmundiges und süffiges Bier. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger, und sie klingt auch einige Zeit nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Bittereinheiten:

31 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Keesmann Bräu
96050 Bamberg

 

100 Watt – Back By Hop Demand

Das gelb und weiß gestreifte Etikett Zeigt eine stilisierte Glühbirne und darunter auf einem Banner den Namen des Bieres.Die Stadsbrouwerij Eindhoven existiert seit 2012 im Zentrum von Eindhoven. Die Brauerei befindet sich in den Räumlichkeiten der Schellens-Fabrik und ist mit einer großen und modernen Brauanlage ausgestattet, um ausreichend viele Biere für den eigenen Verkostungsraum und für verschiedene Gastronomiebetriebe in Eindhoven zu brauen. Das Ziel der Brauerei ist es, die Biere aus Eindhoven so in den Eindhovener Gaststättenbetrieb zu bringen, genau wie es früher der Fall war. Und mit der Liste der Biere im Sortiment kann ich mir durchaus vorstellen, dass sie dieses Ziel erreichen. Heute steht aus Hop Demand vor mir, ein Double IPA.

Golden und mit starker Hefetrübung steht das Bier vor mir. Darüber prangt eine sehr voluminöse feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Das Bier ist fast zu schön um echt zu sein.

Düfte nach Zitrusfrüchten und anderen gelben Früchten steigen mir in die Nase, nach Biskuitteig, Pinie und Banane. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine wunderbare Spritzigkeit aus. Auf der Zunge kommt ein freundliches Bitter in den Vordergrund. Die Fruchtigkeit ist zurückhaltender als ich es aufgrund des Aromas erwartet habe. Obwohl die Bittere in der Kehle nicht allzu kräftig ist, klingt sie doch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Mild Ale), Weizenflocken, Roggenflocken, Hopfen (Sabro, Idaho 7), Hefe

Alkoholgehalt:

7,8 % Vol.

Stammwürze:

18,1° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

11 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

100 Watt Brewery BV
Bleekweg 1
5611 CZ Eindhoven
Niederlande
www.100watt.nl

Püttner – Zoigl

Das Etikett dieses Zoigl aus der Oberpfalz zeigt den Brauerstern, der früher anzeigte, dass die Bewohner des Hauses, an dem der Stern ausgehängt war, ihr Bier ausschenkten.„Bleib der Heimat treu, trink Püttner Bräu!“ – unter diesem Motto werden seit 1819 in Schlammersdorf, einem Dorf im Herzen der Oberpfalz und direkt an der oberfränkischen Grenze gelegen, Biere gebraut. 1862 kaufte Familie Püttner das Brauereigebäude und erwarb ein Jahr später das Braurecht. Nach mehr als 200 Jahren ist die Püttner Bräu noch immer im Familienbesitz. Die historischen Gemäuer sind saniert und hinter den großen Glasfenstern des modernen Anbaus steht nun hochmodernes Brauerei-Equipment: beispielsweise eine High-Tech-Abfüllung mit Bottle-Inspector, eine Etikettiermaschine oder ein Hochleistungsfüller.

Trotzdem wird bei Püttners nach guter alter Handwerkstradition gebraut, beste Zutaten eingeschlossen. Ins Bier kommen ausschließlich das eigene Quellwasser, regionale Malze sowie feinste Aromahopfen aus Spalt und der Hallertau. Insgesamt zehn verschiedene Biere hat die Püttner Bräu aktuell im Sortiment. Darunter Klassiker wie Pils, Lagerbier oder Weizenbier. Hinzu kommen unterschiedliche saisonale Biere. Zu den angebotenen Bieren gehört auch das Zoigl, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Das Zoigl ist immaterielles Kulturerbe und fester Bestandteil der Oberpfälzer Genusskultur. Dieses Bier wird traditionell in sogenannten Kommunbrauhäusern gebraut und hinter dem Kessel stehen keine Fachleute, sondern Privatpersonen. Zumindest war das früher so. Mehrmals im Jahr trafen sich die brauberechtigten Bürger einer Stadt oder eines Dorfes im Brauhaus, um gemeinsam mit einem professionellen Brauer eine Bierwürze anzusetzen. Die fertig gekochte und gehopfte Würze wurde dann unter den Beteiligten aufgeteilt und in den eigenen vier Wänden fertiggestellt. Obwohl die Basis des untergärigen Bieres bei allen gleich war, kamen aufgrund der Schwankungen in Lagerzeit, Technik und Erfahrung ganz unterschiedliche Ergebnisse dabei heraus. Meist wurde das Zoigl für den eigenen Bedarf gebraut, doch ein Teil wurde auch ausgeschenkt. Das Haus mit der vorübergehenden Zoiglstube wurde mit einem Zoiglstern gekennzeichnet: Dieses auch Brauerstern genannte Symbol sieht dem Davidstern zum Verwechseln ähnlich und kombiniert den sechsarmigen Stern mit dem Handwerkszeug der Brauer.

Bernsteinfarben und glanzklar mit einer feinporigen elfenbeinfarbenen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt lange erhalten. Die Optik haben die Brauer sehr gut getroffen.

Das Bier duftet nach Karamell, abgerundet durch einige blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie eine kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt neben einem freundlichen Bitter noch eine leichte fruchtige Säure hinzu. Der Geschmack nach Getreide und Brot bleibt aber im Mittelpunkt. Das Mundgefühl ist vollmundig und das Bier wunderbar süffig. In der Kehle klingt die Bittere nur kurz nach, dafür kann ich den Geschmack nach Karamell noch lange schmecken.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Püttner Bräu GmbH
Hauptstr. 11
95519 Schlammersdorf
www.brauerei-puettner.de

 

Stads Brouwerij 013 – Lumunus

Auf dem Etikett, das in roter Farbe gehalten ist, ist die Zeichnung des Gebäudes der Brauerei abgebildet.Die Stads Brouwerij 013 in Tilburg an der Südspitze der Niederlande gelegen wurde im November 2017 gegründet. Seit 2015 betreiben die Initiatoren die Eindhoven City Brewery und das dazugehörige Café 100 Watt. Am 23. Oktober 2023 war es dann schon wieder vorbei. Die Stadsbrouwerij 013 musste Insolvenz anmelden. Der Verkostungsraum war bankrott, aber die Biermarke soll weiter existieren. Ich habe noch eine Flasche Lumulus, ein IPA, bekommen können und werde sie jetzt verkosten. Es dürfte ein würdiger Abgesang auf die Brauerei sein, denn bei der Brussels Beer Challenge 2020 wurde das Bier mit der Silbermedaille ausgezeichnet, genau wie bei den World Beer Awards 2021, wo dieses Bier ebenfalls mit der Silbermedaille als das zweitbeste Bier der Niederlande ausgezeichnet wurde.

Orangefarben und kräftig hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die weiße Schaumkrone ist nur klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Aroma gefällt mir schon deutlich besser. Ich rieche Orange, Zitronenschalen und Biskuitteig. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine ordentliche Malzsüße sowie reichlich Kohlensäure aus. Auf der Zunge steht eine kräftige und fruchtige Bittere im Mittelpunkt, die für ein samtiges und fast cremiges Mundgefühl sorgt. Die Bittere ist auch in der Kehle dominant, wo sie lange nachklingt.

Ich weiß nicht, welche Brauerei die Marke übernimmt, hoffe aber, dass diese Brauerei die Qualität des Bieres halten kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Maisflocken, Zucker, Hopfen, Orangenschalen, Kräuter, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Bittereinheiten:

37 IBU

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Stadsbrouwerij 013 B.V.
Piushaven 1
5017 Tilburg
Niederlande
www.stadsbrouwerij013.nl

Hütten – Hell

Das Etikett des Bieres ist nahezu schmucklos gehalten, aber der Name des Bieres strahlt einem bereits aus einiger Entfernung entgegen.Die Brauerei Hütten in Warmensteinach, Bayern ist eine Familienbrauerei, die bereits seit dem Jahr 1602 existiert. Sie liegt im idyllischen Fichtelgebirge, in der Nähe des Ochsenkopfs, dem zweithöchsten Berg der Region. Von dort kommt das Helle, das jetzt vor mir auf seine Verkostung wartet.

Goldgelb und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich lediglich eine kleine Schaumkrone, die auch recht schnell in sich zusammenfällt. Da könnte die Brauerei sicher noch einmal nachsteuern.

Der Duft heller Malze steigt mir in die Nase. Abgerundet wird das Aroma durch einige blumige Noten. Jetzt gefällt mir das Bier schon deutlich besser.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige, dabei aber kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt eine zur Süße passende Bittere. Jetzt fehlen mir fruchtige Hopfennoten, die den Geschmack abrunden würden. So bleibt ein schlankes Mundgefühl. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger, bleibt dabei aber immer noch zurückhaltend. Trotzdem ist der Nachklang überraschend lang.

Auch wenn das Bier recht süffig ist, ist es nicht so ganz meins. Aber zu einer bayrischen Brotzeit passt es gut.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Farbe:

5 EBC

Braureei:

Brauerei Hütten
Hütten 6-8
95485 Warmensteinach
www.brauerei-huetten.de

 

De Dochter van de Korenaar – Crime Passionnel

Das schlicht gehaltene gelbe Etikett enthält neben den erforderlichen Angaben nur das Logo der Brauerei als grafisches Element.Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Brauerei De Dochter van de Korenaar vor mir. Über die Brauerei habe ich bereits an verschiedenen Stellen geschrieben, aber der Ort Baarle-Hertog, in dem die Brauerei beheimatet ist, weist eine kuriose Besonderheit auf: Es handelt sich um eine Exklave Belgiens, die vollständig von niederländischem Staatsgebiet umschlossen ist. Mehr noch: Laut Wikipedia besteht Baarle-Hertog aus insgesamt 24 separaten Landstücken. Abgesehen vom Hauptgebiet Zondereigen nördlich der belgischen Gemeinde Merksplas befinden sich 20 belgische Exklaven innerhalb der niederländischen Hauptgrenzen und drei andere Gebiete dicht an der niederländisch-belgischen Grenze. Innerhalb der belgischen Exklaven liegen wiederum sieben niederländische Enklaven, davon sechs im größten belgischen Gebiet und eine siebte im zweitgrößten. Eine achte niederländische Enklave liegt in Zondereigen. Das klingt bereits kurios, ist aber noch steigerungsfähig: die Staatsgrenze verläuft nicht nur durch die Stadt, sondern sogar durch einige Gebäude und mitten durch einige Zimmer innerhalb der Gebäude. Sie wünschen sich noch eine Steigerung des Kuriosen? Kein Problem. Hier ist sie: Früher legten die niederländischen Gesetze eine frühere Schließung der Gaststätten fest als die belgischen Gesetze. Somit mussten die Gäste, die zur niederländischen Polizeistunde noch nicht genug getrunken hatten, den Tisch wechseln, kamen damit nach Belgien und durften weitertrinken. Wahnsinn. Jetzt ist es aber an der Zeit, das Crime Passionnel, ein Weizen-IPA, zu öffnen und mit der Verkostung zu beginnen.

Bernsteinfarben und mit kräftiger Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier schon mal nichts zu mäkeln.

Düfte nach Zitrusfrüchten, nach Zitronenschalen und Aprikosen, nach Karamell, Waldhonig und Ananas steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine erfrischende Spritzigkeit aus. Auf der Zunge dominieren die Aromen nach Karamell und Banane, aber auch die anderen Aromen, die ich bereits in der Nase festgestellt habe, kommen zu ihrem Recht. Begleitet werden sie durch ein gut darauf abgestimmtes Bitter. Das Mundgefühl ist weich bis samtig. Im Abgang wird das Bier etwas trockener, die Bittere wird durch den Geschmack nach Lakritz begleitet und klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (First Gold, Aurora, Saphir, Bramling Cross, Chinook, Cascade, Nelson Sauvin, Citra, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

De Dochter von de Korenaar
Oordeelstraat 3B
2387 Baarle-Hertog
Belgien
www.dedochtervandekorenaar.be

Finne – Beach Brew

Das Finne Bio Beach Brew ist ein alkoholfreies Bier, das mit Gerstenmalz und Hopfen aus kontrolliert biologischem Anbau hergestellt wurde. Wie immer mehr Craftbrauer will auch die Münsteraner Brauerei Finne beweisen, dass Bier auch ohne Alkohol schmecken kann. Ob es mit dem Beach Brew gelungen ist, will ich jetzt feststellen.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Die sahnige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber sehr lange erhalten.

Die Aromen des Malzes stehen im Mittelpunkt des Duftes. Dazu kommen einige frische und fruchtige Akzente.

Der Antrunk ist recht süß und dabei wirklich spritzig. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Dabei ist der Geschmack aber nicht wirklich biertypisch, sondern er erinnert eher an eine Limonade. Dabei ist das Mundgefühl angenehm weich. Der Abgang zeichnet sich durch eine leichte freundliche Bittere in der Kehle mit überraschend langem Nachklang aus.

Als Bier empfinde ich das Beach Brew als etwas enttäuschend, aber wenn ich es als Limonade trinke, kann es doch begeistern. Es ist halt eine Frage der Erwartungen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchner Malz), Hopfen (Hallertauer Perle, Spalter Select, Mittelfrüh, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

5° – 7° Celsius

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de

Val-Dieu – Brune

Auf dem Etikett, das in Form von zwei sich überschneidenden Kreisen geformt ist, ist die Abtei Val-Dieu abgebildet.Die Zisterzienserabtei Val-Dieu existiert bereits seit Anfang des 13. Jahrhunderts im flämischen Aubel. Es liegt nicht weit vom Dreiländereck mit den Niederlanden und Deutschland entfernt. Ursprünglich hieß das Stück Land „Tal des Teufels“. Nachdem die Mönche das Tal in fruchtbares Land verwandelt hatten, nannten sie es Tal Gottes – Val Dieu. Ein Großteil der noch heute genutzten Gebäude stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Im Jahr 2002 verließen die letzten drei Mönche die Abtei und ihr Platz wurde von einer von der Zisterziensertradition inspirierten christlichen Laiengemeinschaft eingenommen. Der Bierversandhändler Belgoshop.de schreibt: „Auf einem alten Hof innerhalb des Klosters wurde Ende der 1990er Jahre eine neue Brauerei eingerichtet, in der seit 1997 wieder auf traditionelle Rezepturen basierendes Abteibier gebraut wird. Man fing mit einem hellen und einem dunklen Starkbier an und das Sortiment wurde mittlerweile auf 6 Biere ausgebaut. Die verbundenen Ringe auf den Bieretiketten symbolisieren den Bund des Friedens „In Vinculo Pacis“, dem Motto des Klosters seit mehr als 800 Jahren.“ Jetzt reicht es aber mit der Vorrede und es ist an der Zeit, dass ich die Bierflasche öffne und mit der Verkostung beginne.

Dunkelbraun fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine sehr voluminöse feinporige und elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier eine wirklich gute Figur.

Das Bier duftet kraftvoll nach Kaffee, Lakritz und Kandis. Aus dem Hintergrund kommen auch Anklänge nach roten Früchten.

Der Antrunk ist wie erwartet süß und würzig. Das würde mir durchaus gefallen, wäre die sehr feinperlige Kohlensäure nicht so knapp dosiert. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Auf der Zunge dominiert der Geschmack nach dunkler Schokolade und von Lakritz. Dabei kommt aber die Bittere zu kurz, so dass ein unrundes Mundgefühl entsteht. Lakritz ist auch in der Kehle das hervorstechende Aroma. Die Bittere ist auch hier gering, aber der Geschmack klingt doch überraschend lange nach.

Zutaten:

Gerstenmalz, Hopfen, Wasser, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

19 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Braurei:

Brasserie de l’Abbaye du Val-Dieu
Val-Dieu 225
4880 Aubel
Belgien
www.val-dieu.com

Maisel & Friends – Artbier #5

Das Flaschenetikett wird durch eine Grinsekatze dominiert, die durch fröhliche Blumen begleitet wird.Einmal im Jahr bringt die Bayreuther Brauerei Maisel & Friends einen Sondersud auf den Markt, dessen Etikett von einem Street Art-Künstler gestaltet wurde. In diesem Jahr ist bereits die fünfte Ausgabe des Artbier erschienen. Diesmal wurde das Etikett von Stefan Thelen entworfen, besser bekannt als Super A. Aber zumindest für mich ist das Bier wichtiger als das Design des Etiketts, also öffne ich sofort die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Hellgolden und mit kräftiger Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine schneeweiße feinorige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Bereits beim Einschenken duftet das Bier nach einem Fruchtsalat aus Südfrüchten. Ich rieche Zitrone, Ananas, Orange, Waldhonig, Zitrusschalen, Pfirsich und Banane. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft der Hefe. Ja, so muss ein Hazy IPA riechen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine für ein IPA überraschende Süße sowie eine darauf abgestimmte Karbonisierung aus. Wie erwartet steht auf der Zunge die Fruchtigkeit im Vordergrund, zu der sich jetzt ein freundliches Bitter gesellt, was zu einem einem weichen und samtigen Mundgefühl führt. Der Abgang ist überraschend mild. Trotzdem klingt die Bittere einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Callista, Amarillo, Galaxy, Cascade, Idaho 7, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

16,90° Plato

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com