Archiv der Kategorie: Biertest

Lucifer

Nein, ich werde mich jetzt nicht über den Namen dieses Belgian Ale aus der Brauerei Het Anker in Mechelen auslassen. Die Namensvergabe der Biere ist eine geschäftliche Entscheidung der Brauerei und unabhängig davon, wie ich den Namen finde, kann und will ich diese Entscheidung nicht ändern. Kommen wir also gleich zum Bier.

Lucifer wird seit den frühen 1980er Jahren gebraut, damals von der Brauerei Riva. Es handelt sich dabei um eines der in Belgien beliebten hellen Starkbiere. Seit dem Jahr 2009 wird Lucifer von der Brauerei Het Anker gebraut und vertrieben.

Beim Einschenken überrascht mich Lucifer zum ersten Mal. So viel Schaum habe ich noch nicht erlebt. Der feinporige weiße Schaum reicht bis zum Boden des Glases. Es dauert eine Weile, bis der Schaum teilweise in sich zusammengefallen ist und ich nachschenken kann. Jetzt zeigt es sich, dass das Bier hell-goldgelb mit einem leichten Grünstich ist. Dazu enthält es etwas Hefe und viel Kohlensäure. Wenn das Bier so schmeckt wie es aussieht, hat die Brauerei nichts falsch gemacht.

Das Aroma wird durch Zitronenschalen dominiert, unterstützt durch Düfte nach Holunderblüte und Toffee.

Der Antrunk ist zwar recht süß, aber trotzdem spritzig, so dass ich darüber nicht meckern will. Außerdem zieht sich die Süße recht schnell zurück, so dass das Bier mit vielen bitteren und sauren Eindrücken keinen wirklich ausgewogenen Eindruck macht. Im Abgang kommen dann einige freundliche Bitterstoffe zum Vorschein, die mittellang nachklingen.

Dass ich geschmacklich etwas enttäuscht von dem Bier bin, liegt das an dem exzellenten Eindruck bei der Optik und auch noch beim Aroma. Es ist aber sicher kein schlechtes Bier, auch wenn es meinen Geschmack nicht wirklich trifft.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Stammwürze:

16 ° Plato

Bittereinheiten:

8 IBU

Brauerei:

Brouwerij Het Anker
Guido Gezellelaan 49
2800 Mechelen
Belgien
www.hetanker.be

Duckstein Original

Jetzt will ich ein Duckstein Original testen, also mal wieder ein Bier aus Hamburg. Die Flasche fällt durch ihre Form bereits im Regal auf, zusätzlich sind alle Flaschen nummeriert. Das Besondere an diesem Bier ist, dass das Malz über Buchenholz getrocknet wird.

Rotgold steht das Bier im Glas und bringt eine tolle Schaumkrone mit, die auch lange stehen bleibt. Der Duft wird von intensiven Malznoten bestimmt, er ist würzig und enthält einen leichten Holzton. Wer aufgrund der Erwähnung der Buchenholzspäne einen Rauchgeruch erwartet hat wird aber enttäuscht. Es handelt sich auf jeden Fall nicht um ein Rauchbier. Aber ja, bis hierhin macht das Bier einen guten Eindruck.

Nehme ich jetzt den ersten Schluck. Der Antrunk wird wie der Duft vom Malz und feinen Karamellnoten dominiert und das Bier ist sehr mild. Trotzdem ist das Bier vom ersten Moment an würzig. Der Körper bringt die Komplexität mit, der für die Biere typisch ist, die mit Naturhopfen gebraut wurden, nicht mit Hopfenextrakt. Für mich dürfte der Geschmack aber durchaus noch etwas intensiver sein. Der Abgang ist fein bitter und der Geschmack bleibt recht lange erhalten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 %

Brauerei:

Duckstein GmbH
22755 Hamburg
http://www.duckstein.de

Stiegl – Columbus 1492

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Brauerei Stiegl im österreichischen Salzburg vor mir. Benannt ist das Pale Ale nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus im Jahr 1492. Was dieses Pale Ale mit diesem Ereignis zu tun hat erschließt sich mir nicht, aber falls ich dafür eine Begründung finden sollte, werde ich sie hier noch nachtragen.

Golden und fast klar präsentiert sich das Bier. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Krone aus feinporigem Schaum, der recht lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal gelungen.

Anfangs duftet das Bier recht intensiv nach Zitronengras und Biskuitteig, unterstützt durch einige würzige Noten. Ich meine, im Hintergrund den Duft nach Pfeffer wahrzunehmen. Das Aroma nach Zitronengras verfliegt recht schnell, dabei bleibt aber trotzdem ein sehr angenehmer Duft übrig.

Der Antrunk ist nur leicht süß, so dass es auch nicht stört, dass das Bier relativ wenig Kohlensäure enthält. Schnell übernimmt die Fruchtigkeit das Kommando und das Bier schmeckt nach Zitrusfrüchten, Trauben und leicht nach Brot. Dazu kommt ein zurückhaltendes Bitter. Auch der Abgang ist leicht bitter und herb, trotzdem klingt er mittellang nach.

Wenn Ihnen ein IPA zu bitter ist, sie ein sehr fruchtiges Bier suchen und auf eine gute Trinkbarkeit achten ist das Stiegl Columbus 1492 genau das richtige Bier für Sie.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

11,3° Plato

Brauerei:

Stieglbrauerei zu Salzburg GmbH
Kendlerstraße 1
5017 Salzburg
www.stiegl.at

Holsten Edel

Fast jeder Mensch, der schon einmal in Hamburg war, kennt den Spruch: „Holsten knallt am dollsten“. Das klingt ja eher abwertend; entsprechend sind die Erwartungen, die ich an dieses Bier stelle. Immerhin wurde hier mit Hopfen gebraut, nicht mit Hopfenextrakt.

Farblich macht das Bier einen guten Eindruck – goldgelb ist es im Glas. Dazu ein durchschnittlicher Schaum. Der Duft wird eindeutig vom Hopfen dominiert, halt typisch norddeutsch.

Der Geschmack wird von Anfang bis Ende einseitig vom Hopfen bestimmt. Im Antrunk schmecke ich zwar auch das Malz, aber leider wirklich zu schwach. Mehr will ich zu diesem Bier gar nicht mehr schreiben – es ist zwar durchaus trinkbar, hat aber einfach noch zu viel Luft nach oben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 %

Brauerei:

Holsten-Brauerei AG
22755 Hamburg
http://www.holsten-pilsener.de

Boelens – Bieken

Honigbier kennen wir in Deutschland eigentlich ausschließlich als Bier-Mischgetränk auf Mittelalterfesten. Grund dafür ist das deutsche Reinheitsgebot von 1516, das die Verwendung von Honig zum Brauen von Bier ausschließt. Da der Honig dann erst nach dem Brauen zugefügt und der Zucker aus dem Honig nicht vergoren wird, haben wir bei deutschem Honigbier eine ziemlich süße Brühe vor uns stehen. Diese Einschränkung haben die belgischen Brauer nicht und sie können den Honig mit verbrauen, so dass die Süße zumindest teilweise in Alkohol umgewandelt wird. Ein solches Bier habe ich jetzt vor mir stehen.

Golden und hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel gemischtporiger Schaum, der aber schnell in sich zusammenfällt. Eine größere Hopfengabe würde vermutlich zu einem Schaum führen, der länger erhalten bleibt. Ob das zum Geschmack des Honigs passt kann ich allerdings nicht sagen.

Das Aroma ist durch das Malz dominiert, unterstützt durch den Duft nach Hefe und hellem Honig. Vom Hopfen steigt mir eigentlich kein Duft in die Nase.

Der Antrunk ist recht süß. Das kann auch die reichlich vorhandene Kohlensäure nicht ausgleichen. Schnell kommt ein leichtes Bitter dazu und der Honiggeschmack wird weniger süß, so dass er eher an Waldhonig erinnert. Jetzt wird das Bier angenehmer. Im Abgang erinnert der Honiggeschmack eher an Waldhonig, dazu kommt das leichte Bitter, das überraschend lange nachklingt.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieses Bier seine Liebhaber hat, auch wenn es mir nicht wirklich gefällt. Aber auf jeden Fall ist es nicht so süß wie die Mischgetränke auf den deutschen Mittelaltermärkten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Honig

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Boelens Bvba
Kerkstraat 7
9111 Belsele
Belgien
www.brouwerijboelens.be

Eulchen – Bock

Das Bockbier gehört in Deutschland zu den beliebtesten Bierstilen und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die kleine aufstrebende Brauerei Eulchen aus dem rheinland-pfälzischen Mainz auch einen Doppelbock im Angebot haben. Eine Flasche steht jetzt vor mir und möchte gerne verkostet werden. Mache ich sie also auf und schenke ein.

Sehr dunkel mahagonifarben zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge hellbrauner größtenteils feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es schon mal nichts auszusetzen.

Im Aroma mischen sich die Röststoffe des Malzes, die den Duft dunkler Schokolade beisteuern, mit vielen fruchtigen Noten des Hopfens, die Düfte nach Kirschen und roten Beeren beitragen. Der Duft zeigt bereits, dass das Bier recht viel Süße enthält.

Da ist es auch nicht verwunderlich, dass der Antrunk recht süß ist. Aus diesem Grund könnte die Kohlensäure auch etwas großzügiger dosiert erden. Aber das vollmundige Bier gefällt mir mit seinem vollmundigen Geschmack trotzdem von Beginn an. Sobald sich das Bier im Mund verteilt zeigt sich der Geschmack nach Marzipan, was zusammen mit dem sich auf der Zunge dezent widerspiegelnden Kirscharoma sehr apart ist. Im Abgang gesellt sich noch ein freundliches und sanftes Bitter mit durchschnittlichem Nachklang zur Fruchtigkeit.

Der Doppelbock von Eulchen ist ein wirklich angenehmes Bier, bei dem ich mich nur frage, weshalb es ausschließlich im Winter gebraut wird.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

7,6 % Vol.

Stammwürze:

19,3° Plato

Brauerei:

Eulchen GmbH
Hindenburgstr. 7
55118 Mainz
www.eulchen-bier.de

Hancock Beer

Nun habe ich ein Lager aus Dänemark vor mir stehen, das Hancock Beer. Wie viele dänische Biere enthält es mit 6,3 Volumenprozenten mehr Alkohol als die in Deutschland üblichen etwa 5 %. Dann wollen wir mal sehen, wie dieses Bier sich so macht. Da die Brauerei mitteilt, dass es mindestens 75 Tage erfordert, dieses Bier zu brauen, kann ich schon etwas Besonderes erwarten.

Es hat die Farbe von hellem Bernstein, bildet eine durchschnittliche Menge feinporigen weißen Schaum, der etwas schneller als der Durchschnitt in sich zusammenfällt. Mir fällt auf, dass dieses Bier ziemlich viel Kohlensäure enthält.

Es duftet leicht fruchtig nach Äpfeln und Birnen, abgerundet durch dezente Röststoffe. Gegen den Duft lässt sich nichts sagen, auch wenn er keine Besonderheiten aufweist. Er ist halt nicht schlecht, macht aber einen etwas langweiligen Eindruck.

Der Antrunk ist recht süß, dabei aber intensiv und durch aus frisch, wobei auch die Süffigkeit nicht auf der Strecke bleibt. Im Anschluss kommt langsam die Bitterkeit des Hopfens durch, die sich immer weiter steigert, bis sie mit der Süße zu einem ausgewogenen Verhältnis kommt. Jetzt macht das Bier einen runden Eindruck. Der Abgang wird durch eine leichte freundliche Bitterkeit geprägt, die mittellang nachklingt.

Alles in Allem kein schlechtes Bier, aber irgendwie hat es keinen Charakter und gibt sich Mühe, jedem zu gefallen. Das kann es auch schaffen, zumindest bei Konsumenten, die ein Bier mit recht viel Süße zu schätzen wissen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Stärke, Hopfen (Saazer), Kohlendioxid, Ascorbinsäure

Alkoholgehalt:

6,3 % Vol.

Brauerei:

Hancock Bryggerierne
7800 Skive
Dänemark
www.hancock.dk

De Ryck – Arend tripel

Das Arend tripel, das jetzt vor mir steht, wurde bereits zum besten Triple Europas gewählt. Außerdem hat die Brauerei Arend, die dieses Bier kreiert hat und die zu den „Belgian Family Brewers“ gehört, mit diesem Bier dreimal den World Beer Cup in der Kategorie Belgian Triple gewonnen. Auch die zwei Bronze- und die eine Silbermedaille sollen hier nicht unerwähnt bleiben. Mal sehen, wie das Bier mir gefällt.

Rotgolden und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Die überdurchschnittlich große Schaumkrone ist grobporig, bleibt aber trotzdem lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont. Das Bier duftet nach frischem Brot und Karamell. Unterstützt wird das Aroma durch den typischen Duft belgischer Hefe, die den Duft reifer Birnen beiträgt. Das macht wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist trocken und spritzig und gleich von Beginn an schmecke ich die Hefe. Auf der Zunge gesellen sich eine leichte Süße sowie ein dezentes Bitter dazu. Auch der Alkohol ist zu schmecken, aber der Geschmack ist dut eingearbeitet. Im Abgang wird das Bier wieder trockener und ein leichtes Bitter klingt lange nach. Im Nachklang kommt auch der Geschmack des Alkohols stärker durch.

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

6° Celsius

Brauerei:

Brouwerij De Ryck
Kerkstraat 24
9550 Herzele
www.brouwerijderyck.be

Alpirsbacher – Kloster Dunkel

Zu diesem Bier schreibt die Brauerei: „Alpirsbacher Klosterbräu Kloster Dunkel markiert den Ursprung unserer Biere, denn der Siegeszug der hellen Biere begann erst vor etwa 100 Jahren. Die Weiterentwicklung der Brau- und Mälzereitechnologie ermöglichte erst dann das Brauen von wohlschmeckenden Bieren mit hellem, weniger lang gedarrtem Malz. So ist das Dunkel der Urahn aller Biere in seiner traditionellen Form.“ Da ich allen Bieren aus Alpirsbach, die ich bislang verkostet habe, eine erlesene Qualität bescheinigen kann, bin ich auf das Dunkel besonders gespannt.

In einem dunklen und wirklich intensiven Mahagoni präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum. Ist er jetzt weiß mit einem Stich ins Braune oder ist er hell haselnussbraun? Es ist müßig, darüber nachzudenken, da er sich während des Denkens bereits aufgelöst hat.

Bei dieser intensiven Farbe erwarte ich ein ebenso intensives Aroma. Diese Erwartung wird übertrifft dieses Bier auch glatt. Das Aroma ist sowohl intensiv als auch vielfältig. Karamell und Röstaromen dominieren und werden durch Noten von Kaffee, Haselnüssen und Trockenfrüchten unterstützt.

Der mäßig süße Antrunk ist durch die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure spritzig. Der Körper wird durch Kakaonoten dominiert, wobei die süßen und die bitteren Anteile sich perfekt die Waage halten. Kurz gesagt ist der Körper intensiv und rund. Der Abgang ist angenehm bitter und ich schmecke Anflüge von Kaffee. Der Geschmack bleibt lange erhalten.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2% Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Brauerei:

Alpirsbacher Klosterbräu
72275 Alpirsbach
http://www.alpirsbacher.de

Fuller’s – Old Winter Ale

Jetzt will ich mich mal wieder mit einem Bier aus Großbritannien beschäftigen, jahreszeitlich passend mit Fuller’s Old Winter Ale. Es ist eines von zwei jahreszeitlichen Ales dieser Brauerei aus London.

Bernsteinfarben und mit recht viel Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber ein hellbeiger gemischtporiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist vielseitig. Das Bier duftet nach Karamell, dunklen Trockenfrüchten, Bananen, Nüssen…

Der Antrunk ist recht süß und ich stelle fest, dass die lebhafte Kohlensäure sehr feinperlig ist. Der Körper wird durch Karamellnoten geprägt. Dazu kommt eine leichte Bitternote. Der Abgang ist recht bitter, beinahe unangenehm. Dafür hält der Geschmack aber lange an. Nach einigen Schlucken wird der Abgang deutlich angenehmer.

Dieses Bier gefällt sicher nicht jedem, aber es hat viel Charakter. Wer kräftige Bittertöne mag, ist mit diesem Bier sicherlich gut bedient.

Zutaten:

Wasser, Kristall- und Gerstenmalz, Hopfen (Target, Challenger, Northdown), Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

Fuller, Smith & Turner PLC
Chiswick Lane South
London WA 2QB
Großbritannien
http://www.fullers.co.uk/