Archiv der Kategorie: Biertest

Th. König – Zwickl

Die König-Brauerei aus Beeck, einem Stadtteil von Duisburg, kenne ich bereits seit einigen Jahrzehnten, genauer gesagt das König Pilsener, das lange Zeit das einzige Bier dieser Brauerei war. Ich vermute mal, dass der Produktionsrückgang der Großbrauereien dafür verantwortlich ist, dass diese Unternehmen mittlerweile dazu übergehen, auch hochwertigere Biere zu brauen, die durchaus einige Gemeinsamkeiten mit Craft Beer haben. Jetzt steht das Zwickl der Marke Th. König vor mir. Die Marke gehört zur König Brauerei.

Das Rückenetikett verspricht schon mal viel: „Inspiriert durch traditionelles Brauwissen, das Theodor König auf seinen Reisen sammelte, brauen wir dieses vollmundig süffige Kellerbier. Edle Aromahopfensorten, spezielle Caramelmalze und eine lange, kühle Reifung machen unser bernsteinfarbenes Zwickl zu einer feinmilden, naturbelassenen Bierspezialität.“ Zusätzlich verspricht das Etikett, dass dieses Zwickl nur mit Aromahopfen gebraut wurde. Na, dann bin ich ja mal neugierig.

Bernsteinfarben und klar zeigt sich das Bier im Glas, dazu eine feine Kohlensäure, die für einen cremigen elfenbeinfarbenen Schaum sorgt, der auch lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal einen guten Eindruck.

Das Bier duftet intensiv nach Toffee. Ich vermute daher mal, dass es recht mild ist, da die Aromen des Hopfens nicht wirklich durchkommen. Aber ein Bier mit ausgesuchten Malzsorten kann ja auch etwas Besonderes sein.

Der Antrunk ist wie erwartet recht süß und malzig. Außerdem stelle ich fest, dass die Kohlensäure wirklich kräftig ist. Der Körper ist vollmundig, rund und ausgeglichen. Zur Süße gesellt sich jetzt noch eine milde Bittere, die für eine gewisse Süffigkeit sorgt. Aber merkwürdig – so kräftig die Kohlensäure im Antrunk war, fehlt sie mir jetzt plötzlich. Der Abgang ist dann recht mild, aber die Bitternoten klingen noch einige Zeit nach.

Das Zwickl ist ein Bier, das sich positiv vom König Pilsener abhebt. Trotzdem sehe ich noch Potential für Verbesserungen. Zu einem Wildschwein-Sauerbraten ist dieses Bier eine gute Begleitung.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Carapils, Dunkles Karamellmalz, zwei weitere Malze), Hopfen (Perle, Tradition), Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Bitterwerte:

20 IBU

Brauerei:

König-Brauerei GmbH
47139 Duisburg
www.theodor-koenig.de

Brasserie Caracole – Mirabelle

Dass die belgischen Brauereien auf den Etiketten ihrer Biere in der Regel weniger Angaben machen als wir es von deutschen Brauereien gewohnt sind, ist nicht neu. Aber die Etiketten dieses Biers aus der Brasserie Caracole ist Meister sind absolut die Meister des Minimalismus. Angegeben werden auf dem vorderen Etikett gerade einmal der Name des Bieres und der Alkoholgehalt, und auf dem Rückenetikett stehen noch einmal der Name des Bieres, die Brauerei, die Chargennummer und das Mindesthaltbarkeitsdatum. Noch nicht einmal die Website der Brauerei wird erwähnt. Das finde ich schon merkwürdig. Sollte sich die Brauerei etwa für ihr Bier schämen? Gleich werde ich feststellen, ob sie einen Grund dafür hat. Ich mache also die Flasche auf und schenke mir das erste Bier ein.

Goldgelb und leicht hefetrüb steht das Bier im Glas. Darüber eine durchschnittliche Menge weißer gemischtporiger Schaum, der sich relativ schnell auflöst. Eine schöne und haltbare Schaumkrone scheint sich nicht mit Fruchtbieren zu vertragen. Eigentlich alle Fruchtbiere, die ich bislang verkostet habe, schwächelten beim Thema Schaum. Daher will ich hier mal nicht meckern.

Der Antrunk ist süß, fast klebrig wie Fruchtnektar wirkt das Bier. Es wird aber durch die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure gerettet. Wenn sich das Bier im Mund verteilt wirkt es nicht mehr gar so süß, sondern die fruchtigen und säuerlichen Noten kommen mehr in den Vordergrund. Der Fruchtgeschmack ist intensiv und kräftig, so dass er den Geschmack von Hopfen und Malz zunächst in den Hintergrund verbannt. Erst im Abgang kommen die Bitterstoffe des Hopfens zutage. Der Abgang ist angenehm säuerlich-bitter und der Geschmack der Bitterstoffe bleibt überraschend lange erhalten.

Alkoholgehalt:

1,2 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Caracole
Côte Marie-Thérèse 86
5500 Falmignoul
Belgien
www.caracole.be

Erlkönig – Imperator

Nun steht mal wieder ein Bier aus der niederbayrischen Familienbrauerei Ludwig Erl vor mir. Bereits seit 1871 und in der sechsten Generation wird dort die handwerkliche Braukunst gepflegt. Seit 2016 arbeitet dort neben zwei männlichen Brauern auch die erste Bierbrauerin in der Geschichte der Brauerei.

Und die Biere von Erl scheinen auch zu halten, was die Brauerei verspricht. Nicht umsonst wurde der Erlkönig im Jahr 2016 beim European Beer Star mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Von einem Bier mit dieser Auszeichnung kann ich etwas ganz Besonderes erwarten.

Der Erlkönig Imperator ist ein helles Doppelbock mit 8,5 Volumenprozenten Alkohol und vier Hopfengaben. Das Etikett zeigt eine Reiterzeichnung, die dem ältesten Erl Bräu-Schild über dem Stammtisch des Brauereigasthofs entnommen wurde. Jetzt wird es aber wirklich Zeit, dass ich mir das Bier einschenke.

Intensiv goldfarben ist das Erlkönig Imperator, je nach Lichteinfall mit einem leichten Rotstich. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge weißer feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist blumig mit einer leichten fruchtig-säuerlichen Note. Ich kann in dem Aroma allerdings keine einzelnen Fruchtaromen identifizieren.

Der Antrunk ist recht süß und voll. Das ist auch sortentypisch, aber für meinen Geschmack hätte etwas mehr Kohlensäure das Bier noch weiter aufgewertet. Schnell gesellen sich zur Süße die Bitterstoffe dazu. Das Verhältnis der Süße zum Bitteren ist gut ausgewogen, so dass ein vollmundiges Bier entstanden ist, das ein weiches Mundgefühl erzeugt. Der Abgang ist sortentypisch sehr mild mit wenig bitter. Trotzdem klingt er lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

8,5 %

Stammwürze:

19,5° Plato

Brauerei:

Landbrauerei Ludwig Erl
Straubinger Straße 10
94333 Geiselhöring
www.erl-braeu.de

Baltika 6

Das Bier, das jetzt vor mir steht, stammt aus Russland, genauer gesagt aus St. Petersburg. Das Baltika 6 ist ein Porter und gehört mit seinen 7,0 Volumenprozenten Alkohol zu den stärkeren Vertretern der Biere der Brauerei, die zum Carlsberg-Konzern gehört. Die Brauerei wurde erst im Jahr 1990 gegründet und wurde schnell zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor im Baltikum. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt mir aber bereits, dass ich an dieses Bier keine allzu hohen Ansprüche stellen darf. Es wurde nicht nur ohne Hopfen gebraut, sondern lediglich mit Hopfenextrakt; zusätzlich wurde auch Malzextrakt verwendet. Damit ist das Bier bereits enttäuschend. Aber eventuell macht es sich ja im Glas und in der Kehle besser.

Fast blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittliche Krone aus sahnigem hellbraunem Schaum, die recht lange erhalten bleibt. Die Optik ist damit schon mal nicht schlecht.

Das Aroma der Röststoffe steigt mir in die Nase. Düfte nach Espresso und Rübensirup reichen mir allein aber nicht aus. Bei einem Porter erwarte ich eigentlich eine höhere Komplexität.

Der erste Kontakt mit der Zunge zeigt neben einer leichten Süße, dass das Bier eine sehr feinperlige Kohlensäure enthält. Auf der Zunge dominieren die Röststoffe, der Geschmack bleibt aber recht eindimensional und so schlank, wie ich es bei einem Porter wirklich nicht erwartet hätte. Nun kann das Bier wirklich nicht mehr überzeugen. Auch im Nachtrunk mit seinem kurzen Nachklang bleiben die Röststoffe sehr einsam.

Nein, beim nächsten Mal lasse ich das Baltika 6 wirklich im Regal stehen.

Zutaten:

Wasser, Karamellmalz, Röstmalz, Malzextrakt (Gerste, Weizen), Malzextrakt

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Brauerei:

Baltika Breweries
6.TH Verkhny Per
19492 St. Petersburg
Russland
www.baltika.ru

Klüvers Heimat

Heimat heißt das Bier, das jetzt vor mir steht. Es ist ein Landbier aus der Brauerei Klüvers, die romantisch im Hafen von Neustadt/Holstein liegt. Das Bier ist nicht nur nach einem alten Rezept aus Schleswig-Holstein gebraut, sondern auch das Malz stammt aus dem nördlichsten Bundesland. Dann wollen wir mal sehen, ob so viel Heimatverbundenheit auch zu einem guten Ergebnis geführt hat.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb ist das Klüvers Heimat. Darüber bildet sich recht viel feinporiger weißer Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das harmonische Aroma steigt mir in die Nase. Ich rieche Toffee sowie eine leichte Fruchtigkeit nach Birne und Reineclauden. Doch, das ist nicht schlecht.

Der Antrunk ist nicht so süß wie ich es aufgrund des Aromas erwartet habe. Mit der recht reichlich vorhandenen Kohlensäure und dem karamelligen Geschmack macht das Bier aber vom ersten Moment an einen harmonischen und süffigen Eindruck. Schnell kommt ein leichter Geschmack nach Birne dazu. Insgesamt ist das Bier rund und vollmundig. Auch der Antrunk, der nur leicht bitter ist und durchschnittlich lange nachklingt, ist sehr angenehm.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Caramelmalz Aroma, Caramelmalz Hell, Pilsner Malz, Sauermalz), Hefe, Hopfen (Hallertauer Magnum, Hallertauer Tradition, Northern Brewer)

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürzegehalt:

12,9° Plato

Bitterwert:

10 IBU

Brauerei:

Klüvers Delikatessen Manufaktur GmbH & Co.KG
Schiffbrücke 2-4
23730 Neustadt in Holstein
www.kluevers.com

BierSelect

Gauloise – Christmas

Und jetzt kommt gleich noch ein Weihnachtsbier aus Belgien, das Gauloise Christmas aus der Brauerei BOCQ. Bislang haben mir die Biere aus dieser Brauerei gut gefallen, so dass ich mich auf dieses Bier ebenfalls freue. Wie so häufig bei belgischen Bieren gibt es zum Gauloise Christmas keine Zutatenliste, weder auf dem Etikett noch auf der Website der Brauerei. Schade.

Kastanienbraun präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber eine sehr voluminöse hellbraune Schaumkrone, die mir auch lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine sehr gute Figur.

Das Aroma wird durch das Malz mit seinen Röststoffen dominiert. Neben süßen steigen mir auch würzige Noten in die Nase. Ich rieche Röststoffe, Schokolade und Gewürznelken. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß. Leider enthält das Bier nur sehr wenig feinperlige Kohlensäure, was mich doch etwas enttäuscht. Schnell gesellen sich auch die Geschmäcker von getrockneten Feigen und dunkler Schokolade sowie einige wenige Bitterstoffe dazu. Jetzt macht das Bier einen runderen Eindruck. Der intensive Geschmack erwärmt Magen und Seele. Im Abgang verstärken sich die Bitterstoffe noch etwas, bleiben dabei aber mild und klingen lange nach.

Abgesehen von der für meinen Geschmack zu gering dosierten Kohlensäure ist das Gauloise Christmas ein wirklich gutes Bier, das hervorragend zu den Gerichten passt, die gerne zum Jahresende gegessen werden, also zu Speisen wie Geflügelbraten oder Karpfen in Biersoße. Das Gauloise Christmas trägt seinen Namen absolut zu Recht.

Alkoholgehalt:

8,1 % Vol.

Brauerei:

Brasserie du Bocq s.a.
Rue de Brasserie 4
5530 Purnode
Belgien
www.bocq.be

Goldochsen – Ulmer Rauch-Doppelbock, Jahrgangsbier 2018

Es war im Jahr 1597, als der Wirt Gabriel Mayer in der Herdbruckerstraße in der Ulmer Altstadt nahe der Donau die Herberge, Brauerei und Wirtschaft „Zum Goldenen Ochsen“ gründete. Nach mehreren Eigentümerwechseln erwarb 1867 die Familie Leibinger die Brauerei, die sich seitdem im Familienbesitz befindet. Ich hatte erstmals auf der Grünen Woche 2017 Kontakt mit der Brauerei, als ich auf dem Messestand eines der angebotenen Bier verkostete. Da mir dieses Bier recht gut gefallen hatte freute ich mich, als die Brauerei in diesem Jahr auf mich zukam und mir anbot, das Jahrgangsbier 2018 zu verkosten. Dabei handelt es sich um ein Bockbier mit immerhin 9 Volumenprozent Alkohol, gebraut mit Rauchmalz. Mir war also von Anfang an klar, dass dies ein ganz spezielles Bier ist.

Das Jahrgangsbier kommt auch in einer eindrucksvollen Verpackung. Schwarz gilt bekanntlich als edel, so dass der stabile schwarze Karton, in dem dieses Bockbier zu mir kommt, absolut passend ist. Dann die mit einem Naturkorken verschlossene Sektflasche mit einem dreiviertel Liter Inhalt… Wenn das Bier die gleiche Qualität hat wie das Drumherum, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Golden und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich lediglich eine kleine Schaumkrone, die sehr schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma wird durch den Duft des Rauchmalzes dominiert. Das Raucharoma ist aber nicht so kräftig, dass es die anderen Aromen verdrängt. Im Gegenteil. Auch ein leichter Karamellduft kommt zu seinem Recht, genauso wie leichte blumige und pfeffrige Noten, die sich noch aus dem Hintergrund melden. Aufgrund des Aromas kann ich dieses Bier schon in mein Herz einschließen.

Der erste Kontakt des Bieres mit der Zunge ist intensiv, ich könnte auch sagen er ist wuchtig. Die stiltypische Malzsüße mischt sich mit dem Geschmack des Rauchs, der an Katenschinken erinnert. Dabei drängt sich der Rauchgeschmack nicht in den Vordergrund, sondern er nimmt die Funktion einer Würze ein. Auf der Zunge kommt die Süße noch stärker in den Vordergrund, der Rauchgeschmack zieht sich etwas zurück. Der Hopfen ist nur zu ahnen, aber er spendiert dem Bier eine ungeheure Eleganz. Die 9 Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet und verstärken den Geschmack, ohne direkt schmeckbar zu sein. Die Kohlensäure ist passend dosiert. Der Abgang ist mild rauchig. Er klingt recht kurz nach.

Mit einem Preis von knapp 16 Euro für eine 0,75-Literflasche bewegt sich das Bier im Rahmen eines wirklich guten Sekts. Tatsächlich ist das schon der Einstiegspreis für einen günstigen Champagner. Das geht aber meiner Meinung nach durchaus in Ordnung, denn der Ulmer Rauch Doppelbock eignet sich durchaus als Aperitif bei einem Empfang, dazu passen Fingerfood und Löffelfood. Ein Bierliebhaber wird sich über ein solches Bier als Weihnachtsgeschenk sicher auch freuen. Das Bier erhalten Sie auf dem Stand von Gold Ochsen auf dem Weihnachtsmarkt in Ulm oder im Onlineshop der Brauerei.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnanger), Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

Corsendonk – Pater-Dubbel

Nun steht ein Abteibier vor mir, das Corsendonk Pater-Dubbel. Im Gegensatz zu den Trappistenbieren werden Abteibiere in der Regel nicht von den Mönchen im Kloster gebraut, sondern die Biere werden von externen Brauereien in Lizenz gebraut. Das Rezept, das in vielen Fällen seit langer Zeit überliefert wurde, bleibt dabei im Besitz der Mönche, die Lizenzzahlungen von den externen Brauereien erhalten. Normalerweise handelt es sich bei den Abteibieren um komplexe Biere, die einen besonderen Genuss versprechen. Mal sehen, ob das auch für dieses Bier zutrifft. Eine Besonderheit hat die Brauerei. Sie stellt kein Bier mehr selbst her, sondern der Brauvorgang wird in allen Fällen extern an Dienstleister vergeben,

Schwarz und blickdicht steht das obergärige Bier im Glas, darüber recht viel cremiger beiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Doch, dieses Bier macht optisch schon mal einen richtig guten Eindruck.

Das Aroma überrascht mich. Bei der Optik hätte ich erwartet, dass es durch Röststoffe dominiert wird. Tatsächlich halten sich die Röststoffe mit ihrem Duft nach Karamell und dunkler Schokolade diskret im Hintergrund. Stattdessen duftet das Bier eher nach reifen Früchten, ich meine Kirsche zu erkennen.

Der Antrunk ist wie erwartet recht süß und ich bemerke, dass dieses Bier recht viel Kohlensäure enthält. Der Körper ist intensiv und so komplex, wie ich es bei einem Abteibier erwarte. Süße und Bitterstoffe halten sich perfekt die Waage, dazu kommt eine dezente Säure. Kaffee, Schokolade und Karamell dominieren den Geschmack, dazu kommen Noten nach roten Früchten und Weinbrand. Dabei sorgt etwas Hefe, die sich im Bier befindet, für einen milden Geschmack. Der Abgang ist bitter-säuerlich mit mittlerem Nachklang.

Noch besser schmeckt dieses Bier, wenn man zwischen den Schlucken noch ein Stück dunkler Schokolade isst.

Zutaten:

Wasser, Gerste, Hopfen. Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Brouwerij Cosendonk NV/SA
Slachthuisstraat 27
2300 Turnhout
Belgien
www.corsendonk.com

Hösl – Urstoff

Nun steht nach längerer Zeit mal wieder ein Bier aus Bayern vor mir, genauer gesagt aus Mitterteich in der Oberpfalz. Dort hat die Privatbrauerei Hösl ihren Sitz, die dieses Bier mit Namen Urstoff gebraut hat.

Schon die Optik ist wie gemalt. Goldgelb ist der Urstoff, darüber eine durchschnittliche Menge cremiger weißer Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Dazu enthält das Bier recht viel feinperlige Kohlensäure.

Das Aroma ist betäubend. Bereits beim Einschenken steigt mir der intensive blumige Duft in die Nase. Die Brauerei hat ganz offensichtlich nicht nur reichlich Hopfen verwendet, sondern auch eine wirklich gute Sorte ausgesucht. Das Bier gefällt mir immer besser.

Der Antrunk zeigt, dass das Bier nur wenig unvergorenen Malzzucker enthält. Daher ist das Bier nur wenig süß. Der Körper ist kräftig und zeigt, dass das Bier viele Bitterstoffe enthält. Jetzt fehlt mir etwas die Süße, die das Bier noch ausgewogener machen würde. Auch der Abgang zeigt viele Bitterstoffe und der Geschmack bleibt einige Zeit erhalten.

Dies ist ein wirklich gutes Bier für die Liebhaber herber Biere. Mir persönlich ist das Bier zu bitter und der Geschmack des Malzes kommt dadurch nicht richtig durch. Zu einer typisch bayerischen Brotzeit wäre das Bier aber genau das Richtige.

Zutaten:

Wasser, Malz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Hösl
95666 Mitterteich
www.hoeslbraeu.de

Floris – Fraise

Nun steht mal wieder ein belgisches Fruchtbier vor mir, das Floris Fraise aus der Brauerei Br. L. Huyghe in Melle. Aus dieser Brauerei stammen einige bekannte Biermarken, darunter Delirium, La Guillotine und Mongozo. Die Biere wurden vielfach ausgezeichnet, auf der Website der Brauerei sind insgesamt 40 Auszeichnungen vermerkt, die über die gesamte Welt verteilt vergeben wurden. Da sollte das Floris, das ich jetzt verkosten möchte, vermutlich auch etwas Besonderes sein.

Rot in der Farbe von Erdbeernektar und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Leider bildet sich nur wenig gemischtporiger Schaum, der sich auch schnell auflöst. Aber OK, es kommt ja weniger auf die Optik an, sondern mehr auf den Geschmack.

Das Bier duftet intensiv nach Erdbeeren. Dazu kommt noch ein säuerlicher Nebenton, der mich an rote Johannisbeeren erinnert. Aromen von Malz und Hopfen gehen darin unter.

Der Antrunk ist süß und fruchtig, so wie ich es erwarte. Leider muss ich hier auch feststellen, dass das Bier nur wenig Kohlensäure enthält. Auch beim Körper sticht der Geschmack nach Erdbeeren alle anderen Geschmäcker aus, lediglich eine leichte Herbe des Hopfens klingt noch mit. Wenn ich beim Abgang auf die Bitterstoffe des Hopfens achte, kann sie eher ahnen als schmecken. Aber auch die Ahnung von Bitter geht schnell vorbei. Der Abgang ist weitgehend neutral.

Richtig kalt am Abend eines heißen Sommertags getrunken ist dieses Bier sicher OK, aber nach meiner Meinung ist es kein Highlight belgischer Braukunst.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Erdbeerkonzentrat, Hopfen, Aroma

Alkoholgehalt:

3,6 % Vol.

Brauerei:

Br. L. Huyghe
Brusselsestw. 282
9090 Melle
Belgien
www.delirium.be