Nun steht wieder ein Sondersud aus Bayreuth vor mir, der Hopfenreiter der Brauerei Maisel in Bayreuth. Auch der Hopfenreiter hat eine Besonderheit. An ihm waren fünf Brauereien beteiligt, allerdings nicht im Rahmen eines Co-Brewing, sondern es handelt sich um einen Freundschafts-Sud. Der Begriff war mir bislang noch nicht bekannt, aber die Brauerei erklärt ihn: „Wir finden es wichtig, dass sich Craftbrauer gegenseitig helfen, sich unterstützen, sich mit Rat und Tat zur Seite stehen.“ So entstand die Idee, einen Sondersud zu brauen, zu dem befreundete Brauereien jeweils eine Zutat beisteuern. Zum Hopfenreiter haben die Brauereien Hoppebräu, BFLO, Schanzenbräu, Brew Age und Jopen jeweils einen Hopfen beigesteuert. Auch wenn es heißt, dass viele Köche den Brei verderben, wollen wir jetzt dem Hopfenreiter eine faire Chance geben. Auf der anderen Seite ist dies bereits der zweite Freundschafts-Sud, so dass wir wohl davon ausgehen können, dass es zumindest beim ersten Mal ein gutes Ergebnis gegeben hat.
Orange-golden steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich viel weißer Schaum, fest und sahnig, der sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist auf jeden Fall perfekt.
Das Aroma ist wahnsinnig komplex. Ich rieche Zitrusschalen, Honig, Ananas, Mango und Spearmint. Bei einem so intensiven und vielschichtigen Aroma dürfte aber jeder Konsument auch andere Duftnoten wahrnehmen. So schreibt die Brauerei auch von Heidelbeeren und Erdbeeren.
Der Antrunk ist intensiv und süß, abgerundet durch die sehr feine Kohlensäure. Aber das ist erst der Anfang. Während sich das Bier im Mund verteilt, zeigt es seinen ganzen wuchtigen Geschmack. Die Aromen, besonders der Zitrusnoten, kommen als Geschmack zur Geltung, dazu kommt ein kräftiges Bitter, immerhin hat das Bier 70 IBU. Der Abgang ist trocken und zunächst kräftig bitter. Das Bittere lässt schnell nach, es kommt etwas Würziges zum Vorschein, das dann abklingt und ein langanhaltendes freundliches Bitter zurücklässt.
Wenn es ein perfektes IPA gibt, dann kommt der Hopfenreiter ihm schon sehr nahe. Meine Frau reagiert sehr empfindlich auf Bitter, aber den Hopfenreiter hat auch sie gemocht. Wenn Sie das Bier beim Händler Ihres Vertrauens bestellen wollen, sollten Sie sich beeilen, denn wenn der Sud verkauft ist, wird es dieses Bier nicht noch einmal geben.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Mosaic, Comet, Vic Secret, HBC 431, Callista, Chinook, Perle, Columbus), Hefe
Alkoholgehalt:
8,5 % Vol.
Stammwürze:
18,8° Plato
Bittereinheiten:
70 IBU
Brauerei:
Maisel & Friends
Brauerei Gebr. Maisel KG
95445 Bayreuth
www.hopfenreiter.de



Endspiel ist der auf den ersten Blick etwas merkwürdig anmutende Name dieser Gemeinschaftsproduktion der Brauerei Lehe in Estland mit St. Erhard in Bamberg. Woher der Name stammt will mir noch nicht so richtig in den Kopf und ich weiß auch nicht, in welcher Form die Zusammenarbeit stattgefunden hat. Ich weiß nur, dass St. Erhard das Bier aus Estland importiert; ob eine weitere Zusammenarbeit stattgefunden hat, beispielsweise bei der Entwicklung des Rezepts, ist mir nicht bekannt. Auf meine Anfrage bei der Brauerei bekam ich nur die gleiche Prosa als Antwort, die auch auf dem Rückenetikett der Flasche abgedruckt ist:


Im November 1998 braute Batemans sein erstes Weihnachtsbier. Rosey Nosey wurde damals sofort ein Hit bei den Kunden im gesamten United Kingdom, und das Gesicht des Weihnachtsmanns erscheint weiterhin jedes Jahr zu Weihnachten auf diesem Bier, so auch in diesem Jahr.
