Archiv des Autors: Mathias

Brasserie Dulion – Blanche

Die kleine Brasserie Dulion ist in Lyon beheimatet und bezeichnet sich selbst auf LinkedIn als „Pionier des Brauens aus ungemälztem Getreide“ und nimmt für sich in Anspruch, eine neue Generation von Brauereien zu repräsentieren, die direkt mit Landwirten zusammenarbeiten, um Bier aus lokalem Biogetreide zu brauen und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit vom Feld bis zum Fass zu gewährleisten.

Dazu führt die Brauerei aus, es handele sich um „ein weltweit einzigartiges Know-how, das mehrere Vorteile bietet:

  • Die Garantie, dass seit der Gründung der Brauerei im Jahr 2013 zu 100 % LOKALES & BIO-Getreide verwendet wird.
  • Die Umsetzung eines zu 100 % natürlichen Verfahrens, das energie- und wassersparender ist.
  • Die Achtung der biologischen Vielfalt durch die Verwendung verschiedener Getreidesorten, die für den Landwirt auch lukrativer sind: Buchweizen, Dinkel, Roggen, Hirse usw.

Die Brauerei ist von Natur aus anders und setzt sich auf ihre Weise für den ökologischen Wandel ein, indem sie Ethik und Qualität in den Mittelpunkt ihres Handelns stellt.“

Das Dulion Blanche ist ein Dinkelweißbier. Ich habe es mir bei meinem letzten Besuch in Lyon mitgebracht und jetzt habe ich endlich die Gelegenheit, es zu verkosten.

Hell goldfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die schneeweiße Schaumkrone ist nur klein, bleibt aber recht lange erhalten. Optisch macht das Bier also etwas her.

Das Bier duftet nach Getreide und nach Biskuitteig, der mit belgischer Hefe hergestellt wurde. Eine angenehme Fruchtigkeit erinnert an reife Äpfel.

Der Antrunk ist spritzig und angenehm trocken. Da die Fruchtigkeit jetzt mehr in den Vordergrund rückt, erinnert mich das Bier kurz an Cidre. Auf der Zunge gesellt sich dann auch eine leichte fruchtige Säure zur dominierenden Fruchtigkeit, während die Bittere sehr diskret im Hintergrund bleibt. Das Mundgefühl ist weich. In der Kehle wird das Bier noch trockener und es bleibt mild. Die Fruchtigkeit klingt aber einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Dinkel, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Dulion-Lyon
130, Avenue de l’Industrie
69140 Rilleux-La-Pape
Frankreich
www.brasseriedulion.com

Stellungnahme des Deutschen Brauer Bundes zum sinkenden Bierabsatz

Der Bierabsatz in Deutschland ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im 1. Halbjahr 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,3 % oder 262 Millionen Liter auf rund 3,9 Milliarden Liter gesunken. In den amtlichen Zahlen sind jedoch alkoholfreie Biere und Malztrunk nicht enthalten. Fast 82 % des gesamten Bierabsatzes waren im 1. Halbjahr 2025 für den Inlandsverbrauch bestimmt: Der Absatz im Inland sank im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 % auf 3,2 Milliarden Liter. Die restlichen 18 % beziehungsweise 711 Millionen Liter wurden steuerfrei als Exporte und teils auch als Haustrunk abgesetzt. Das waren rund 7 % weniger als im Vorjahr. Davon gingen rund 407 Millionen Liter (-5,0 %) in EU-Staaten, knapp 300 Millionen Liter (-9,9 %) in Nicht-EU-Staaten. Bei den Biermischungen wie etwa Radler war im 1. Halbjahr dagegen ein Plus zu verzeichnen: Gegenüber dem Vorjahr wurde 8 % mehr Biermix abgesetzt, dieses Segment macht mit rund 221 Millionen Litern gut 6 % des gesamten Bierabsatzes aus.

Die Zahlen zeigen, dass die deutsche Brauwirtschaft weiterhin vor großen Herausforderungen steht: „In Deutschland ist wie in vielen Ländern Europas der Bierkonsum deutlich rückläufig. Dies hat zum einen demografische Gründe. Zum anderen bekommen die Brauereien weiterhin die massive Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu spüren“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele, am Freitag in Berlin. Ähnlich wie bei Gastronomie und Handel schlage das schlechte Konsumklima auch auf die Brauereien voll durch. Die Situation der Gastronomie sei besorgniserregend, viele Betriebe kämpften ums Überleben und hätten sich seit der Pandemie nicht mehr erholt. Eichele: „Umso wichtiger ist es, dass der Bundestag schnell die vereinbarten Entlastungen auf den Weg bringt, insbesondere die 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Essen. Dieser Schritt wird entscheidend dazu beitragen, die Gastronomie in der Fläche zu stabilisieren. Davon werden auch Partnerbranchen wie die Brauwirtschaft und alle weiteren Lieferanten im Lebensmittelhandwerk profitieren.“ Gleichzeitig sieht der Brauer-Bund mit großer Sorge, „dass sich die geopolitischen Risiken dramatisch vergrößern und die Unsicherheiten im Exportgeschäft zunehmen“. So werde das umstrittene Übereinkommen der EU mit den USA den Druck auf die exportierenden deutschen Brauereien auf dem zweitgrößten Drittlandsmarkt nochmals deutlich erhöhen.

„2025 bleibt für uns ein extrem forderndes Jahr“, so das Fazit des Brauereiverbandes zum Halbjahr. Bereits in den ersten Monaten sei abzusehen gewesen, dass für dieses Jahr mit keiner positiven Bilanz für den deutschen Biermarkt zu rechnen sein würde. Zumal die knapp 1.500 Brauereien in Deutschland weiterhin unter einem enorm hohen Kostendruck stehen. „Gestiegene Kosten für Rohstoffe, Energie, Personal, Verpackung und Logistik setzen die Brauereien nach wie vor stark unter Druck und machen den Betrieben umso mehr zu schaffen, als sie die Kostensteigerungen allenfalls nur zu einem kleinen Teil über Preiserhöhungen an den Lebensmittelhandel weitergeben können“, erklärte Eichele. Gerade auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern habe Deutschland niedrige Bierpreise und schon lange keine wirklich auskömmliche wirtschaftliche Situation für die Brauereien mehr, wie eine aktuelle Untersuchung der Unternehmensberatung Roland Berger im Juli nochmals bestätigt habe.

Der Deutsche Brauer-Bund verweist aber auch auf positive Entwicklungen: „Ein Erfolgsfaktor der deutschen Brauwirtschaft ist ihre Innovationskraft, die sich am besten am Boom der alkoholfreien Biere zeigt“, so Eichele. Hier liege Deutschland an der Weltspitze – mit mehr als 800 nach dem Reinheitsgebot gebrauten alkoholfreien Marken und einem Marktanteil von 9 Prozent am nationalen Bierabsatz. Bald werde jedes zehnte in Deutschland gebraute Bier alkoholfrei sein. Nach Branchenschätzungen betreffen die Absatzrückgänge im ersten Halbjahr 2025 fast ausschließlich alkoholhaltige Biersorten, während die alkoholfreien Sorten teilweise stark zulegen konnten – alkoholfreies Pils im Frühjahr um ca. 9 Prozent, alkoholfreie Radler sogar um 15 Prozent. Kein anderes Segment der Brauwirtschaft hat in den letzten zehn Jahren so stark gewonnen wie alkoholfreie Biere und alkoholfreie Biermischgetränke: Deren Produktionsmenge hat sich in den vergangenen 20 Jahren von 329 Millionen Litern in 2004 auf rund 700 Millionen Liter im Jahr 2024 mehr als verdoppelt. Alkoholfreie Biere werden von der amtlichen Statistik dennoch weiterhin nicht erfasst.

Bundesweit bleibt Pils mit einem Marktanteil von knapp 50 Prozent die mit Abstand beliebteste Biersorte in Deutschland, gefolgt von Hellbieren (11%) und alkoholfreien Bieren, die sich mit 9 Prozent Marktanteil bereits auf den dritten Platz vorgearbeitet haben.

Nittenauer – Lola Porter

Porter gilt als der erste im großen Maßstab gebraute Bierstil der Welt. Ende des 18. Jahrhunderts stieg das Porter im industriellen England zum Getränk für die schwerarbeitende Bevölkerung auf. Das Bier wurde sogar nach den Männern benannt: den Schauermännern, die im Londoner Hafen die Schiffe „löschten“, sprich entleerten. Deren Durst war dermaßen groß, dass die Brauerei Barclay Perkins & Co. Mitte des 19. Jahrhunderts so viel Porter braute, dass sie zur größten Brauerei der Welt aufstieg. Aber auch ohne schwere körperliche Arbeit schmeckt das Porter und in letzter Zeit kommen immer mehr Starkbierstile in einer alkoholfreien Variante auf den Markt. So auch das  Lola Porter aus Nittenau, das ich jetzt verkosten werde.

Schwarz wie die Nacht und blickdicht präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste haselnussbraune Schaumkrone ist sehr stabil, so dass sie lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt, dem man nicht ansieht, dass es keinen Alkohol enthält.

Das Bier duftet nach Espresso und Kandis, abgerundet durch Rosinen, dunkle Schokolade und etwas Rauch. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist stiltypisch süß und er überzeugt mich durch die sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge ist der Kaffee im Mittelpunkt. Für ein Porter ist das Mundgefühl recht schlank, was aber für ein alkoholfreies Porter nicht verwundert. Der Alkohol fehlt mir nicht. Aber ich würde mir doch etwas mehr Bittere wünschen, denn mit dem Hopfen waren die Brauer etwas geizig. Erst in der Kehle kommt die Bittere mehr zum Tragen, was dann doch meine Begeisterung für das Bier steigert. Der Geschmack der Röstaromen klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kafeebohnen, Hopfen, Hefe

Alkoholfehalt:

0,38 % Vol.

Stammwürze:

8,25° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Brauhaus Nittenau
Wulkersdorferstr. 4
93149 Nittenau
www.nittenauer-bier.de

BierSelect

Verstraete – Papegaei

Im Jahr 2009 eröffnete der leidenschaftlichen Hobbybrauer Adam Verstraete aus Roeselare die Brouwerij Verstraete. Seit 2013 hat sein eigenes Markenzeichen „Papegaei“ und er braut sein Bier auf den Anlagen der Brouwerij DECA in Woesten. Obwohl er nun bereits ein Dutzend Jahre mit seinem Bier am Markt ist, beschränkt er sich bis heute auf diese eine Sorte, ein blondes Strong Ale mit 8 % Volumenprozent Alkohol, das eine zweite Gärung in der Flasche durchgemacht hat, ungefiltert und unpasteurisiert. Die Hopfung geschieht mit Doldenhopfen.

Bevor ich die Flasche öffne, möchte ich noch ein Wort über den Brauer verlieren. Adam Verstraete engagiert sich in einem EU‑geförderten Projekt zur Förderung lokal angebauter Gerste in der Westhoek‑Region. Gemeinsam mit Landwirt Olivier Mehuys wird Gerste auf rund 8 ha Fläche angebaut, verarbeitet und schließlich in der eigenen Brauproduktion eingesetzt. Ziel ist eine regionale Wertschöpfungskette – vom Feld bis ins Glas – und langfristig eine eigene Mälzerei in der Region aufzubauen

Golden und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und erzeugt dabei eine sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Zitrusfrüchten und Grapefruit, nach grünen Äpfeln und Karamell. Außerdem steigt mir der typische Duft obergäriger belgischer Hefe in die Nase.

Der Antrunk ist durch die reichlich enthaltene Kohlensäure angenehm spritzig und recht süß. Die Süße wird dann auf der Zunge durch die kräftige und dabei freundliche Bittere beinahe überlagert. Die Hefe schmeckt angenehm durch, dafür wundere ich mich etwas, dass die Fruchtigkeit leicht in den Hintergrund tritt. Dabei ist das Mundgefühl voll und weich, so dass ich ein schön süffiges Bier vor mir habe. In der Kehle wird die Bittere kurz etwas kräftiger, ansonsten ist der Nachtrunk mild.

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Brouwerij Verstraete
Grote Dijk 13
Diksmuide 8600
Belgien
www.papegaei.be

Rügener Inselbrauerei – Hiddenseer Pils

Die Insel-Brauerei in Rambin auf Rügen ist eher für seine besonderen Biere bekannt, besonders für seine IPAs. Dass dort auch Standard-Bierstile gebraut werden können, hat mich dann doch erstaunt. Aber nun steht es vor mir, das Hiddenseer Pils. Aber die Insel-Brauerei kommt nicht auf die Idee, ein 08/15-Pils auf den Markt zu bringen. Da müssen schon besondere Zutaten verwendet werden. Dass Naturhopfen verwendet wird, hatte ich schon erwartet. Aber auch beim Malz greifen die Insulaner in die Vollen und verwenden Tennenmalz. Die spezielle Art des Mälzens soll für ein harmonisches Bier mit Honig- und Biskuitnoten sorgen. Da ich keine eigenen Erfahrungen mit Tennenmalz habe, muss ich einfach glauben, was die Firma Weyermann, einer der ganz großen Malzhändler, darüber sagt. Aber kommen wir nun endlich zum Bier.

Hell und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Dabei entsteht eine kleine feinporige Schaumkrone, die aber lange erhalten bleibt. Optisch geht das Bier in Ordnung.

Das Bier duftet nach hellem Malz, zusammen mit einigen blumigen Noten. Eigentlich wirkt das Bier auf mich eher wie ein Helles.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine kräftige Karbonisierung aus. Auch auf der Zunge bleibt die Süße erhalten, während sich eine überraschende Bittere dazu gesellt. Trotzdem ist der Körper schlank. In der Kehle ist das Hiddenseer Pils mild mit einer nur leichten Bitteren und kurzem Nachklang.

Alles in Allem ist das Hiddenseer Pils ein schönes und süffiges Bier, das sich gut trinken lässt. Es entspricht aber nicht meinen Vorstellungen an ein norddeutsches Pilsener.

Zutaten:

Wasser, Gersten-Tennenmalz, Gerstenmalz, Naturhopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Farbe:

5 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei
Hauptstraße 2c
18573 Rambin/Rügen
www.insel-brauerei.de

Rieder – India Pale Ale

Die Brauerei Ried e.Gen. ist eine genossenschaftlich organisierte Traditionsbrauerei mit Sitz in Ried im Innkreis (Oberösterreich). Die offizielle Gründung der Brauerei geschah 1536, auch wenn es Hinweise gibt, dass in Ried bereits 100 Jahre früher mit dem Brauen begonnen wurde. Seit 1908 wird die Brauerei von regionalen Wirten als Genossenschaft geführt. Die Brauerei arbeitet nach dem Leitsatz: „Reinheitsgebot ist Philosophie“ – sie verwendet traditionell nur Wasser, Gerstenmalz und Hopfen, ohne Zusatzstoffe. Die Brauerei wurde mehrfach bei renommierten Wettbewerben wie dem European Beer Star, den DLG-Preisen oder dem Craft Beer Award ausgezeichnet – unter anderem für Märzen, Weißbier-Sorten, UrEcht, Honig Bier und das India Pale Ale, das ich jetzt verkosten werde.

Kupferfarben und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine größtenteils feinporige Schaukrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik dieses Bieres gibt es nichts zu mäkeln.

Im Mittelpunkt des Duftes stehen fruchtige Aromen. Ich rieche Maracuja, Zwetschge, Ananas und Melone, abgerundet durch einen angenehmen Karamellduft.

Der Antrunk überrascht mit einer für ein IPA kräftigen Malzsüße und seiner sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge gesellt sich eine freundliche Bittere dazu, die sich aber so weit zurückhält, dass die fruchtigen Aromen dominant bleiben. Das Mundgefühl ist weich, fast samtig. In der Kehle legt die Bittere noch einmal zu und sie klingt sehr lange nach.

Das Rieder India Pale Ale ist ein gelungenes Beispiel für ein europäisches IPA, das Fruchtigkeit, Malz und Bitterkeit ausgewogen verbindet. Mit seiner naturtrüben, bernsteinfarbigen Optik und fruchtigen Aromatik – kombiniert mit moderater Intensität – bietet es ein zugängliches und doch charakterstarkes IP-Erlebnis aus Österreich.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

15,3° Plato

Bittereinheiten:

59 IBU

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Brauerei Ried . Gen.
Brauhausgasse 24
4910 Ried im Innkreis
www.rieder-bier.at

Toskana: Das Gesetz über Craft Beer wurde einstimmig verabschiedet

Mit der endgültigen und einstimmigen Zustimmung der Kammer des Regionalrats hat die Toskana ein Gesetz zur Aufwertung von Craft- und Landwirtschaftsbier verabschiedet. Eine lang erwartete Maßnahme, die einen wichtigen Schritt nach vorn für die institutionelle Anerkennung des Sektors und für die Stärkung einer Produktionskette darstellt, die Landwirtschaft, Handwerk, Nachhaltigkeit und territoriale Förderung verbindet. Unionbirrai, der Berufsverband der kleinen unabhängigen Brauereien, begrüßt das Ergebnis des Gesetzgebungsverfahrens mit großer Zufriedenheit und unterstreicht den konkreten Wert der neu verabschiedeten Verordnung.

„Dieses Gesetz ist das Ergebnis eines langen Prozesses, den wir mit Überzeugung und Konsequenz unterstützt haben“, erklärt Claudio D’Agnolo, regionaler Vertreter von Unionbirrai. Es ist ein Ergebnis, das endlich auch die wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Rolle des Craft Beers in der Toskana anerkennt. Dank dieses Instruments können Kleinbrauereien heute in Qualität, in die Verbindung mit dem Territorium und in neue Entwicklungsmöglichkeiten investieren.“

Das Regionalgesetz, das von Stadtrat Mario Puppa zusammen mit dem ehemaligen Stadtrat Massimiliano Pescini vorgelegt wurde, aber von der Kammer einstimmig beschlossen wurde, sieht die Auszahlung von bis zu 200.000 Euro pro Jahr für Interventionen zugunsten von Kleinbrauereien mit Sitz in der Toskana vor, die für die strukturelle Modernisierung, Technologien, Zertifizierungen, Ausbildung und Verbesserung lokaler Rohstoffe wie Hopfen, Getreide und Kastanien.

„Wir haben diesen Weg von Anfang an verfolgt und begleitet, indem wir unseren technischen und repräsentativen Beitrag geleistet haben“, sagt Francesco Mancini, Vorstandsmitglied von Unionbirrai. Die Bereitstellung von Belohnungskriterien wie junges oder weibliches Management und Verankerung im Landesinneren geht in die richtige Richtung: in die Richtung einer integrativen, nachhaltigen Braulieferkette, die in der Lage ist, eine breite Entwicklung zu bewirken.“ Ein weiteres einschränkendes Element der Regel ist die Einführung einer Evaluierungsklausel, die eine jährliche Überwachung der Auswirkungen der Maßnahmen vorsieht.

„Die Toskana füllt heute eine Lücke und reiht sich endlich in eine Reihe mit den anderen italienischen Regionen ein, die den Wert von Craft Beer schon lange erkannt haben“, betont Vittorio Ferraris, General Manager von Unionbirrai. Aber es ist kein Ankunftspunkt: Jetzt beginnt die heikelste Phase, die der Umsetzung. Unionbirrai ist bereit, mit der Region bei der Festlegung von Ausschreibungen, der Förderung von Möglichkeiten und dem Aufbau eines tugendhaften und replizierbaren toskanischen Modells zusammenzuarbeiten.“

Unionbirrai bekräftigt sein Engagement für die Unterstützung des italienischen Craft-Biers und bekräftigt seine Rolle an der Seite der Institutionen, um eine Lieferkette zu verbessern, die aus Menschen, Gebieten und Leidenschaft besteht.

Kulmbacher Mönchshof Landbier

Die Marke Mönchshof gehört zur Kulmbacher Brauerei AG, die 1895 in Kulmbach (Oberfranken) uner dem Namen „Reichelbräu“ gegründet wurde. Der Verkauf ihrer Biere in große Teile Deutschlands legte früh den Grundstein ihres Erfolgs. In den 1980er‑Jahren erfolgten bedeutsame Fusionen: 1980 und 1984 kamen Sandlerbräu sowie Mönchshof‑Bräu GmbH zum Unternehmen. Damit wurde die Marke Mönchshof Teil der Brauerei in Kulmbach.

Der Name Mönchshof geht auf die mittelalterliche Klosterbrautradition zurück. Unter der Marke werden mehrere Bierstile angeboten, beispielsweise das Mönchshof Original oder das Helle, sowie das Landbier, ein Export, das jetzt vor mir steht.

Golden und glanzfein strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feste und schneeweiße Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. So muss ein Export aussehen, auch wenn ich persönlich bei einem Landbier eher an ein naturtrübes Bier denke.

Das Bier duftet nach hellem Malz, unterlegt durch den typischen Duft von Hopfenextrakt.

Der Antrunk ist recht süß mit einer feinperligen und doch kräftigen Kohlensäure. Auf der Zunge gesellen sich eine leichte Bittere und ein Hauch Säure zur Süße. Der Körper ist schlank. Das Bier ist einfach zu trinken. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger, bleibt aber zurückhaltend und klingt trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft
Lichtenfelser Straße 9
95326 Kulmbach
www.kulmbacher.de

Am 1. August ist der Internationale Tag des Bieres

Am Freitag, den 1. August, wird in über 80 Ländern der Internationale Tag des Bieres gefeiert, der 2007 in Santa Cruz, Kalifornien, geboren wurde, um Brauern, Branchenprofis und Enthusiasten Tribut zu zollen. Auch in Italien wird das Bier zum Protagonisten von Veranstaltungen, Verkostungen und Momenten der Geselligkeit. Eine wichtige Gelegenheit, einen Sektor im Aufruhr zu stärken, der zunehmend im Zentrum der Dynamik des Lebensmittel- und Weintourismus und der Förderung der lokalen Produktion steht.

„Es ist nicht nur ein Getränk: Italienisches Craft-Bier ist Kultur, es ist die Geschichte des Territoriums, es ist Geselligkeit und Begegnung“, erklärt Vittorio Ferraris, Generaldirektor von Unionbirrai, dem Handelsverband der kleinen unabhängigen Craft-Brauereien. Es ist das Ergebnis der Arbeit von Hunderten von Mikrobrauereien, die in den letzten Jahren innovativ waren, investierten und Professionalität trainierten und die heute Anerkennung und konkrete Unterstützung verdienen“.

Im Zusammenhang mit dem Weltjubiläum erneuert Unionbirrai sein Engagement für die Förderung des Craft-Brauereisektors und des Biertourismus, ein Phänomen, das vom Weintourismus inspiriert wurde, aber noch auf die vollständige behördliche Anerkennung wartet.

„Der Brautourismus hat das Potenzial, ein Motor der lokalen Entwicklung zu werden“, erklärt Ferraris. „Eine Brauerei zu besuchen, die Erzeuger kennenzulernen, die Rezepte zu entdecken, vor Ort zu probieren: Das sind Erlebnisse, nach denen die Touristen immer mehr suchen. Aus diesem Grund fordern wir, dass die Möglichkeit für Kleinbrauereien, das Bier aus eigener Produktion, vielleicht begleitet von lokalen Produkten, zu verkaufen und direkt zu verabreichen, auch auf regulatorischer Ebene anerkannt wird.“

Der Verein kehrt auch zurück, um die Entstehung der „Bierstraßen“ zu fordern, thematische Routen, die auf territorialer und institutioneller Ebene markiert und aufgewertet werden. „Die Bierstraßen nach dem Vorbild der Wein- und Ölstraßen würden eine außergewöhnliche Gelegenheit darstellen, unsere handwerkliche Exzellenz bekannt zu machen“, fährt der Generaldirektor von Unionbirrai fort. Sie wären territoriale und kulturelle Marketinginstrumente, die in der Lage wären, Brauereien, Landwirte, Gastronomen und Reiseveranstalter zu vernetzen.“

Der Internationale Tag des Bieres ist auch eine Gelegenheit, den Wert der handwerklichen Lieferkette auf nationaler Ebene zu bekräftigen: nachhaltig, verwurzelt, identitätsstiftend. „Hinter jedem Craft-Bier steckt eine Geschichte, ein Wissen, ein Territorium“, so Ferraris abschließend. „Bier zu feiern bedeutet für Unionbirrai vor allem, dieses weit verbreitete Erbe anzuerkennen und zu fördern, das zur Qualität unseres Lebens und unserer lokalen Wirtschaft beiträgt“.